Sonntag, 28. August 2011

Sommerliche Fußbekleidung für kühlere Tage

Mein Sohn trägt an kühleren Tagen oder während der kühleren Stunden des Tages gern Socken zu Flip-Flops. Ich finde das nicht sehr schick und es sieht auch etwas unbequem aus (ist es aber, laut seiner Aussage, nicht). Ich erinnerte mich an die Socken mit separatem großem Zeh, die ich an den Füßen traditionell gekleideter Japaner gesehen habe und riet ihm, solche Socken, die Tabi heißen, im Internet zu bestellen. Mittlerweile kam er aber an einem MUJI-Laden vorbei und kaufte sich dort zwei Paar dieser Socken. MUJI hat auch einen Online-Shop (http://www.muji.de/), wo man die Tabi für 3,95 Pfund bestellen kann. Ungefähr so viel haben sie auch im Laden gekostet. Sieht die Socken-Flip-Flop-Kombo jetzt nicht viel besser aus?

Vorher

Nachher
 
Und so sehen die Socken aus


Mich wundert, dass sich diese Socken zu Flip-Flops noch nicht durchgesetzt haben. Tennissocken zu Birkenstocks und wollene Wandersocken zu Riemensandalen sieht man doch auch allerorten (an Männerfüßen). Naja, vielleicht im Herbst. Mein Sohn ist kein Trendsetter und trägt die Kombination vorläufig nur zu Hause.

Dienstag, 23. August 2011

Zum Tode Loriots

Loriot ist gestorben! Für meine Familie hatte er besondere Bedeutung. Er war uns zeitweise Deutschlehrer und Babysitter, fast ein virtueller Opa. Und das kam so: Als meine Kinder klein waren, lebten wir ständig in Spanien. Sie sollten zweisprachig aufwachsen und ich sprach immer und ausschließlich deutsch mit ihnen, aber ich sprach Dialekt, da dies für mich natürlich ist. Außer uns gab es am Ort kaum Deutsche, meine Kinder hörten also stets mich und wenn wir nach Deutschland zur Familie fuhren oder wenn Besuch kam, hörten sie auch nur Dialekt. Wir hatten deutsche Videos (das war vor knapp zwanzig Jahren, da gab es noch kein Internet und es gab auch keine deutschen Fernsehsender in Spanien), z.B. Jim Knopf, Urmel aus dem Eis und andere Sachen von der Augsburger Puppenkiste, und Kassetten von Benjamin Blümchen, aber meine Kinder hörten fast nie Erwachsene in der deutschen Hochsprache über Erwachsenensachen reden, was ja für die Sprachentwicklung auch wichtig ist. Und dann kam die Loriot-Videobox heraus: Die Spielfilme, die Geburtstage und viele Sketche auf drei Videos. Fortan konnten wir deutsche Erwachsene in deutscher Hochsprache über Erwachsenensachen reden hören. Die Kinder hatten gleich Spaß daran, an der Steinlaus, am Mann, der unpassende Anzüge anprobiert, an der Bananenschale auf dem Flughafen ..., da konnte man sie schon mal eine Weile vor dem Fernseher sitzen lassen oder mit ihnen vor dem Fernseher kuscheln. Eine Zeitlang waren also die einzigen Erwachsenen, die meine Kinder hochdeutsch sprechen hörten, Loriot und Co. Es gibt schlechtere Vorbilder.
Ja, mit Loriot verbinde ich viele schöne Erinnerungen. Wie ich einmal mit meiner Mutter über den Sketch mit dem Klavier gelacht habe ... Ein Klavier! Ein Klavier! Hahaha ... Mutter, wir danken dir! Hahaha ... Während meiner Studienzeit habe ich mit Freunden zusammen Loriots 60. Geburtstag im Fernsehen gesehen und dabei so gelacht, dass mir das Zwerchfell so weh tat, dass ich aufstehen und vom Fernseher weggehen musste. Wir lachten alle dermaßen, dass die Mieterin der Wohnung über uns herunterkam und sich über die Lautstärke beschwerte. Da Loriot im Alter von 87 Jahren gestorben ist, muss das 27 Jahre her sein. Es war ein unvergesslicher Abend. Eine schöne Art und Weise, den Menschen in Erinnerung zu bleiben. RIP.

Sonntag, 21. August 2011

Gazpacho de Melón oder Melonen-Gazpacho

Dieses Rezept stammt vom berühmten spanischen Fernsehkoch Arguiñano. Er serviert diese kalte Suppe noch mit vier Gambas (Scampi) pro Person. Ich finde sie aber ohne Scampi besser, die Scampi haben in dieser Suppe irgendwie nichts verloren.


Also: Man benötigt eine halbe Melone und zwar von dieser Sorte, die auf Spanisch "Piel de Sapo" ("Krötenschale") heißt:


Die Melonenhälfte schälen und die Kerne entfernen. In Stücke beliebiger Größe schneiden (es wird eh alles püriert). Eine halbe, möglichst milde Zwiebel (in unserem Fall; wer's gern scharf hat, kann natürlich auch eine entsprechende Zwiebel nehmen) in Stücke schneiden. Eine Tomate und eine grüne Paprikaschoten ebenfalls in Stücke schneiden. 4 Scheiben Toastbrot würfeln. Eine halbe Knoblauchzehe schälen. Alles nach und nach in einen Mixer oder in eine Schüssel, in der man pürieren kann, schmeißen. Mit 2 Esslöffeln Essig und 2 Esslöffeln Olivenöl sowie einer großen Prise Salz pürieren. Fertig. Das Gazpacho wird mit Schinkenstückchen bestreut. Arguiñano legt noch vier gekochte Gambas über jeden Tellerrand und dekoriert mit einem Petersilienzweiglein, das ist sein persönliches Markenzeichen. Ich habe Arguiñano diese Suppe schon vor ein paar Jahren im Fernsehen machen sehen. In Spanien ist man ja immer auf der Suche nach einer guten Kaltschale für heiße Tage. Ich hatte meine Zweifel bezüglich der Kombination Melone-Tomate-Paprika-Zwiebel, aber dieses Gazpacho ist guuuut, allseits beliebt und gehört zu meinem festen Repertoire.

Samstag, 20. August 2011

Lachssauce

Hier ist das Rezept für die Lachssauce, die Dir heute so gut geschmeckt hat. Foto habe ich keins, das Rezept stammte von mir selbst, wie sollte ich denn ahnen, dass das so gut wird??? Das wurde erst klar, als alles verputzt war. Da war's zu spät für ein Foto.
Also: Für vier hungrige Personen schneidest Du 400 g rohen Lachs in etwa 0,5 cm dicke kleine Scheiben oder in Würfel mit einer Kantenlänge von 1,5 cm (je nachdem, was einfacher ist, also je nachdem, welche Form das Stück Lachs hat, von dem Du ausgehst). In einer Pfanne erhitzt Du 1 Tl Butter und 1 Tl Olivenöl stark. Darin brätst Du den Lachs ganz kurz an. Er soll außen höchstens leicht gebräunt und innen noch roh sein. So brät man Lachs heutzutage. Er kommt ja auch am Schluss noch ein Sekündchen in die heiße Sauce. Angebratenen Sekundenlachs wieder raus aus der Pfanne. Eine große Zwiebel würfeln und in der Pfanne glasig braten. Ich meine: für dieses Gericht lieber nicht bräunen. Eine ganz fein geschnittene Knoblauchzehe hinzu (oder auch nicht, je nach Geschmack). Wenn die Zwiebelstückchen weich sind (aber nicht matschig), einen Fischbrühwürfel dazu geben (wer keinen hat, nimmt mehr Salz und Pfeffer). Mit 200-250 g Sahne und derselben Menge trockenen Weißweins ablöschen. In einer Tasse oder einem Schüsselchen 1 gehäuften Esslöffel Mehl mit zwei, drei Esslöffeln von der Sauce ganz glatt rühren, zum Rest der Sauce geben, einrühren, aufkochen und ein bisschen einkochen lassen (paar Minuten). Ich waaaiiisss, dass die Verwendung von Mehl in Saucen die sofortige Verbannung des Kochs aus den Reihen der Gourmets nach sich zieht. Naja, die Worte "man nehme einen Brühwürfel" genügen wahrscheinlich auch schon für einen kulinarischen Todesstoß. 
Also, wo waren wir? Die Sauce ist jetzt praktisch fertig. Du hackst jetzt noch ein bisschen frischen Dill (oder nimmst eine große Prise getrockneten Dill) und rührst ihn darunter und schmeckst mit Salz und Pfeffer ab. Lachs wieder rein, vom Feuer nehmen, fertig. Einfach, gell? Dazu reicht man 500 g al dente gekochte Nudeln. Ich finde Nudeln, die möglichst viel Sauce aufnehmen, am besten dazu, z.B. Penne rigate (die mit den Rillen). Wir hatten heute "Radiatori", das sind solche, die wie winzige Heizkörper aussehen.    

Donnerstag, 11. August 2011

Unerwünschte telefonische Werbung

Als ich ein Kind war, vielleicht so 6 oder 7, spielten wir manchmal ein lustiges Spiel, das Schelle klobbe hieß. Schelle klobbe bestand darin, durch die Straßen zu streunern und bei fremden Menschen zu klingeln, im Falle von Wohnblöcken an möglichst vielen Klingeln, und dann davonzulaufen.
Wenn ich mich recht erinnere, war uns schon im Alter von 9 oder 10 Jahren klar - oder klar gemacht worden -, dass es eine Ungezogenheit ist, fremde Menschen durch willkürliches Anklingeln zu nerven.
Heutzutage ist diese Ungezogenheit bei vielen Firmen in Form des Telefonmarketings Teil des Geschäftsmodells.
Warum die Tussi, der ich schon mehrmals gesagt habe, dass wir keinen Wein über's Telefon kaufen, immer wieder anruft ... ich weiß es nicht. Hier in London haben sie uns schon mehrmals angerufen und uns erklärt, unser Computer hätte einen Virus.
"Was?!? Ich hab' doch ein Anti-Viren-Programm!"
"Nein, es liegt an Ihrem Provider."
"Was?!? Da muss ich die British Telecom anrufen und mich beschweren."
"Nein, Sie müssen blablabla von uns kaufen."
NERVT NET!
Gestern rief einer an: "Ich möchte nichts verkaufen."
"Ja."
"Es ist nur eine Umfrage."
"Ja."
"Sind Sie Angestellte, Selbstständige oder Rentnerin?"
"Ja."
"Angestellte, Selbstständige oder Rentnerin?"
"Ja."
"Sie können diese Frage nicht mit "Ja" beantworten.
"Ja."
"Warum sagen Sie denn immer "Ja"?
Ich wollte noch einmal "Ja" sagen, konnte aber nicht mehr, weil ich so lachen musste.
Selllllbstverständlich ist mir bekannt, dass es sich bei den Anrufern um Menschen handelt, die sich ehrlich und im Schweiße ihres Angesichts ihren Lebensunterhalt verdienen und bevor ich meine Kinder verhungern lasse, würde ich auch als Telemarketerin arbeiten. Und wir müssen Verständnis haben und froh sein, dass sie nicht von einem Subunternehmen des Verbands der Zahntechniker dafür bezahlt werden, uns ehrlich und im Schweiße ihres Angesichts die Zähne einzuschlagen, damit die Zahntechniker mehr zu tun haben. Selllllbstverständlich müssen wir diese Anrufer respektieren. Auch wenn sie uns aus dem Schlaf reißen. Wenn sie uns aus dem Bad holen. Wenn wir aus der letzten Gartenecke heranschießen müssen. Der Fall meiner Nachbarin, die auf Strümpfen die Marmortreppe herunterrannte, stürzte und sich den Arm brach ... das kann bei wichtigen und unwichtigen Anrufen passieren.
"Heb' doch einfach nicht ab!" raten manche Schlaumeier. Aber wenn ich auf das Display schauen kann, dann bin ich doch schon vom Keller hoch oder aus dem Garten rein gerannt!
Ich gehöre nicht zu den Leuten, die die Telemarketer einfach beschimpfen. Die unfreiwilligen Telefongespräche können ein Anlass sein, in andere Persönlichkeiten zu schlüpfen oder unsere Schüchternheit abzulegen und unsere komische Seite zu erforschen. 
"Hallo? Hallo? Ich muss erst mein Hörgerät holen. Moment, bitte!" habe ich schon ins Telefon gebrüllt und mir dann alles x-mal wiederholen lassen.
Oder: "Ach, Gabi, lass doch den Blödsinn. Ich weiß, dass Du es bist."
Mit schlimmen Sprachfehlern gesprochen oder mit übertriebenen ausländischen Akzenten (Hape Kerkeling inspiriert zum Beispiel mit Evje van Dampen, der "Mutter Teresa der lebensabschnittspartnerschaftlichen Beziehungsarbeit"). Doch, da geht was, wenn sie einen schon völlig ungebeten anrufen.
In den USA war's schlimmer, denn da wurde man meist von Anrufmaschinen belästigt: Ans Telefon gerast, abgehoben, am anderen Ende ein Tonband: "Ihre Autoversicherung läuft bald ab." Wir hatten gar kein Auto. "Press 1 for blablabla ...". Da kriegt man eine derartige Wut ... das ist Telefonterror.
Die neueste Variante in Spanien sind Anrufe, bei denen man abhebt und am anderen Ende ist keiner. Wenn einem das ein paar Tage hintereinander passiert, kriegt man schon ein bisschen Angst. Eine rasche Recherche im Internet klärte die Sache auf: Der Weltkonzern Telefonica lässt maschinell anrufen und die armen Säue im Callcenter (in Peru oder Bolivien, aus naheliegenden Gründen), die mit den armen Säuen zu Hause an den Apparaten in Spanien sprechen sollen, sind noch nicht bereit, das Gespräch zu beginnen. Dann spielt Musik oder es herrscht einfach Funkstille. Je nachdem, in welchem seelischen Zustand ich mich befinde und abhängig davon, ob ich für die Annahme des Anrufs extra von draußen reingerannt bin, rufe ich manchmal zurück. Die 1004-Hotline von Telefonica kostet nix. "Sie haben mich gerade angerufen. Leider war ich nicht schnell genug am Apparat. Ihr Anruf ist mir wichtig. Um was geht's denn?" Die Person von der Hotline weiß natürlich von nichts. "Könnten Sie bitte feststellen, wer mich da angerufen hat und um was es sich handelt?" Telefonica hat mich doch sicher nicht nur angerufen, um ein Schwätzchen zu halten. Naja, die Rache des ganz, ganz kleinen Mannes eben.
Ich habe auch schon telefonisch Angebote erhalten, die mich womöglich tatsächlich interessiert hätten, zum Beispiel von billigen Telefonanbietern. Ich habe dann gesagt: "Könnten Sie mir Ihr Angebot bitte schriftlich zukommen lassen? Es klingt interessant, ich möchte es mir in Ruhe anschauen." Ich habe darauf niemals, never, nunca eine Antwort erhalten.
Unerwünschte telefonische Werbung ist also wohl tatsächlich keine Form der Geschäftsanbahnung, sondern eine Variante der Arbeitsbeschaffung und als solche müssen wir sie wohl akzeptieren. Bleibt uns eh nichts anderes übrig.

Mittwoch, 3. August 2011

Tagesausflug von London aus: Hampton Court

Ein Ausflug nach Hampton Court ist uneingeschränkt zu empfehlen. Wir nahmen den Zug von der Waterloo Station (Preis 3,20 Pfund mit der Oystercard, Fahrzeit etwas über eine Stunde). Vom Bahnhof aus ist es noch ein kurzer Spaziergang, bei dem man die Themse überquert. Der wunderschöne, atemberaubende, herrliche Palast besteht eigentlich aus zwei Palästen: der erste wurde von Heinrich VIII. (dem mit den vielen Weibern) ab 1514 gebaut, der zweite ab 1690 von Wilhelm III. Der Eintritt ist mit 15,95 Pfund natürlich wieder teuer, aber der Besuch lohnt sich total. Man erhält einen fantastischen Audioguide (im Preis eingeschlossen, auch auf Deutsch), der macht, dass man am liebsten drei Tage im Palast bleiben und sich alles erklären lassen möchte. Der Rundgang beginnt in der Küche und schon hier erklärt der Audioguide Spektakuläres: Lebensmittelhistoriker erklären dem Interessierten jedes Detail der Kücheneinrichtung, der damaligen Lebensmittelaufbewahrung, der Speisenzubereitung. Das ist äußerst interessant. Die Wissenschaftler haben alles nachgestellt und haben zum Beispiel an der unten abgebildeten, sicher über zwei Meter hohen Feuerstelle ganze Ochsen gebraten, um zu sehen, wie man das damals wohl gemacht hat (und wie die Küchenjungen geschwitzt haben).


Man ließ antikes Koch- und Essgeschirr nachbauen, wie das Zinnzeug, welches auf dem folgenden Foto zu sehen ist:


(Wen das mit den Lebensmittelhistorikern interessiert, hier habe ich gerade einen ausführlichen Link gefunden:)

Dann geht es in die Gemächer Heinrichs VIII. Über den Audioguide erfährt man vieles aus der hochinteressanten Lebensgeschichte dieses Mannes. Hier ein Blick aus dem Thronsaal in den wunderschönen Garten:


Die Anlage ist immens ... schaut Euch ruhig im Internet noch ein paar Bilder von besseren Fotografen an. Ich kann hier nur minimale und eigentlich nichtssagende Bruchstücke wiedergeben. Auf den großen Wiesen darf man picknicken. Wir hatten uns belegte Brote von zu Hause mitgebracht, Wasser haben wir vor Ort gekauft, weil wir es nicht stundenlang herumschleppen wollten.


Ja, Gärten, Blumen, Stauden ... das können sie, die Engländer. Der Irrgarten von Hampton Court (The Maze) ... naja, wir kennen den Irrgarten im Schönbusch in Aschaffenburg, wir sind in Sachen Irrgarten schwer zu beeindrucken und waren dann auch nicht enttäuscht, weil unsere Erwartungen nicht sehr hoch waren.

Wow, gell?
Vom 1768 gepflanzten Weinstock, der bis zu 910 Kilo blaue Trauben im Jahr spendet, hatten wir uns auch nicht allzu viel erwartet, waren dann aber schwer beeindruckt.


So schöne Ansichten gibt es in Hampton Court in praktisch endloser Zahl:



Montag, 1. August 2011

Kinder-Schokolade

Wer erinnert sich an die Diskussion, die vor ein paar Jahren entstand, als der Kevin auf der deutschen Kinder-Schokoladeverpackung ausgetauscht wurde? So sieht Kinder-Schokolade in England aus: