Dienstag, 29. September 2015

Naaaaaiiiiiiinnnn, naaaiiiiinnnn, naaaaiiiinnnn, Glücksmoment!!!!!!! Eeeeeendlich!!!!!!!!! Rohe Kartoffelsuppe!!!

Is' jetzt für Euch vielleicht nicht so toll, aber für mich!!!!! Leute, ich habe einen "Quetschekuche" gebacken, siehe unten, aber darum geht es nicht.
Meine Mutter, die vor nun mehr fast dreißig Jahren aus dem Leben gerissen wurde, reichte zu diesem Kuchen eine Suppe, die sie als "rohe Kartoffelsuppe" bezeichnete. Die Kombination von Quetschekuche und roher Kartoffelsuppe... köööstlich!!! Wenn man ausgehungert aus der Schule nach Hause kam und fand diese Delikatessen vor... hmhmhmhmhm. Das Rezept für die rohe Kartoffelsuppe ging mit ihr verloren. Ich erinnerte mich nur, dass die Kartoffeln irgendwie in die Suppe gerieben wurden. Ich habe über die Jahre immer mal wieder nach einem Rezept gesucht und es nie gefunden, weder in Kochbüchern noch im Internet noch sonst irgendwo. Und gerade eben, vor fünf Minuten, habe ich es gefunden und zwar in Kombination mit Quetschekuche. Und ich kopiere es jetzt mal, wahrscheinlich völlig illegal, hierher: Hier ist ein Link zur Website. Meine Mutter nannte die Suppe, wie gesagt, "rohe Kartoffelsuppe". Schweineschmalz wurde bei uns zum Kochen auch nicht verwendet, sondern Margarine. Meine Mutter tat auch noch Sellerieblätter hinein, daran kann ich mich erinnern, und die Suppe war grünlich. Sie wurde auch püriert, bevor die Kartoffeln hinein gerieben wurden. Sobald ich die Suppe gemacht habe, kommt noch ein Rezept von mir, das dem meiner Mama weitgehend entsprechen wird. Habe aber im Moment weder Lauch noch Gelberüben (Gelberüben fehlen hier auch!!!, waren aber bei meiner Mutter drin, Gelberüben waren bei uns überall drin, hahaha). 

Wie bereitet man die Grumbeeresupp (Gemüsesuppe) zu?
Für die Grumbeeresupp dünsten Sie gut zehn Minuten lang folgendes feingeschnittenes Gemüse in einer ordentlichen Portion Schweineschmalz:
zwei große Zwiebeln,
eine halbe Knolle Sellerie,
drei Stangen Lauch.
Füllen Sie mit einer kräftigen Gemüse- oder Fleischbrühe auf und würzen Sie mit MajoranThymian,Pfeffer und Salz.
Kurz bevor das Gemüse durchgegart ist, reiben Sie vier rohe Kartoffeln in die köchelnde Brühe und lassen das Ganze aufkochen, so dass die Suppe eine sämige Konsistenz bekommt.
Gegessen wir dieses Gericht wie folgt:
Man nimmt einen Bissen Quetschekuchen und ißt dazu einen Löffel Grumbeeresupp. 

Genau so haben wir die Suppe gegessen: zum Kuchen. Schade, dass die Website keine Funktion hat, wo man kommentieren oder sich bedanken kann. In Zukunft werden es die Leute, die nach diesem Rezept suchen, leichter haben: ROHE KARTOFFELSUPPE, rohe Kartoffelsuppe, rohe Kartoffelsuppe, rohe Kartoffelsuppe, Zwetschgenkuchen, Quetschekuche, rohe Kartoffelsuppe, Quetschekuche, Zwetschgenkuchen.
UPDATE:
So, ich habe die Suppe gestern nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Fazit: Ich habe zuviel Gemüse benutzt, Stangensellerie statt Knollensellerie geht auch nicht, er ist zu faserig, vier Kartoffeln reingerieben war auch zu viel. Ergo: Meine Suppe war zu dickflüssig. Geschmacklich hatte ich es allerdings hingebracht.
 Und wir konnten uns eine rohe Kartoffelsuppe mit Quetschekuche einverleiben.
 Das Rezept für nächstes Mal (kann ich jetzt allerdings nicht sofort nachprüfen, wir können uns ja nicht nur noch von roher Kartoffelsuppe ernähren, hahahaha).

Also: Rohe Kartoffelsuppe nach alter Art
1 Zwiebel, 1 Gelberübe, 1/4 Sellerieknolle, 1 Stange Lauch kleinschneiden und in Margarine anbraten. Sellerieblätter, 1 Liter Wasser und 2 Fleischbrühwürfel hinzugeben, mit Majoran, Thymian, Salz (Achtung, in den Brühwürfeln ist schon Salz!) und reichlich Maggi würzen, kochen bis weich. Sellerieblätter rausfischen. Bisschen Petersilie rein... Pürieren (meine Mutter nannte den Pürierstab "Zauberstab"). 2 Kartoffeln hineinreiben (fein reiben), noch drei, vier Minuten kochen lassen. Eventuell mit Salz, Pfeffer und Maggi abschmecken.
Dazu gab es manchmal auch Apfelküchelchen!!!!! Hmhmhmhm.
Warum findet man dieses Rezept nicht mehr? Es ist so lecker, es ist mir echt unerklärlich. Und gesund ist es auch... Und wenn man in den Teig vom Kuchen statt Butter Margarine gibt und keine Eier rein tut, dann ist es auch noch vegetarisch und vegan, also absolut auf der Höhe der Zeit. Versteh' ich nicht. 

Todo positivo...

Ja, ja, ja, ich bin entschlossen, dem Blog eine andere Richtung zu geben und zwar mit deutlich weniger Gejammer. Alles positivo, nada negativo. Ich erzähle Euch, wie es zu dieser Überlegung kam: Im Juli war mein Gatte zu einem glanzvollen Abendessen in Madrid eingeladen. Wir werden so selten zu glanzvollen Abendessen eingeladen, dass man die Häufigkeit mit dem Begriff "nie" recht gut beschreiben kann. Wir beschlossen, noch zwei Tage dranzuhängen und es uns in Madrid ein bisschen schön zu machen und das Museum Reina Sofia und das Thyssen-Museum zu besuchen, damit wir in Zukunft, wenn jemand sagt "ich war im Thyssen", "da waren wir auch schon" antworten können. Im Reina Sofia hängt das berühmte Werk "Guernica" von Picasso, das genauso aussieht wie auf den Postern, aber viel größer ist. Im Thyssen-Museum hängen, wie mein Gatte sagte, der von Kunst mehr versteht als ich, mindere Werke bedeutender Künstler und bedeutende Werke minderer Künstler, aber auch zwei oder drei Werke von Christian Schad.
Um auf das Abendessen zurückzukommen: Unter dem guten Dutzend Gäste war auch ein älteres adeliges Ehepaar der höchsten Gesellschaft. Wäre das nicht tolle, wenn ich neben der Tussi zu sitzen käme? dachte ich mir, hatte aber kaum Hoffnung... Ich saß neben ihr! Auf der anderen Seite von ihr saß der Gastgeber, ein wichtiger Mann. Naja, da wird sie wohl kaum mit mir sprechen, dachte ich mir... Sie quasselte den ganzen Abend nur mit mir! Und es war sehr unterhaltsam! Abgesehen davon, dass die Frau sehr nett und sympathisch war, muss ich Euch sagen, ich finde reich sein soooooo toll! Ich bin da auch gar nicht neidisch oder hasserfüllt klassenkämpferisch, ich finde es einfach nur toll. Zum Abschied sagte sie: "Ach, eigentlich wollten wir gar nicht kommen, man hetzt ja von einer Einladung zur anderen, Sie kennen das ja, aber jetzt war es doch ein richtig schöner Abend." "Sie kennen das ja", hahahahahaha. Uns lädt keine Sau ein. Also zu glanzvollen Abendessen. Solche Leute/Familien schwimmen gesellschaftlich immer oben, als Sahnehäubchen quasi, da kann unten los sein, was will, Franco, Sozialisten, Arbeitslosigkeit, alles wurscht, das geht gar nicht an die ran. Toll, ne? Todo positivo. Wie viel schöner ist das Positive.
Ja, und am Tisch mir gegenüber saß eine Tussi, die nach dem Regierungswechsel (PSOE - PP) die Macht hatte, viele Freunde, Verwandte und Bekannte sowie verdiente Parteimitglieder der sozialistischen Partei, die auf hohen Posten hockten, ins zweite oder dritte Glied oder ganz nach Hause zu schicken und gegen Freunde, Verwandte und Bekannte sowie verdiente Parteimitglieder der konservativen Partei (unabhängig von ihrer Kompetenz und Eignung) auszutauschen. Sie entließ aber nicht nur sozialistische Günstlinge, sondern auch Menschen, die - unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit - ihren Posten aufgrund ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse innehatten, um Platz für Söhne und Töchter, Cousins und Cousinen, Neffen, Nichten und Freunde - unabhängig von ihren Fähigkeiten und Kenntnissen - zu schaffen. Ich hab' schon mehrmals das Thema Nepotismus in Spanien angesprochen, z.B. hier mit einem leicht abgewandelten, mir persönlich bekannten Fall, und hier, mit Informationen aus einem Artikel in El Pais. Eklig, ne? Was denkt man, wenn man so einem Menschen, einem direkt verantwortlichen, gegenüber sitzt? Der Ochsenschwanz, der als Hauptgericht serviert wurde, war zu trocknen. Echt jetzt, ne? Was soll man denn denken? Der Ochsenschwanz, der entbeint und mit einem Ring modisch geformt serviert wurde, war wirklich zu trocken. Mein Gatte und ich hatten mittags in einer einfachen Wirtschaft das Tagesmenü gegessen, bei dem wir uns als Hauptgericht zufällig ebenfalls Ochsenschwanz (mit Knochen) bestellt hatten und dieser Ochsenschwanz war sooo lecker gewesen, perfekt zubereitet, was ja bei Ochsenschwanz kein großes Kunststück ist. Okay, der Ochsenschwanz abends wurde in beeindruckendem, sehr gehobenem Ambiente serviert, aber..., ne? Todo positivo. Tooooodo positivo. Todo, todo, todo.

Sonntag, 27. September 2015

#diewichtigendingeimleben

Hey, guckt mal, wie wunderschön meine Engelstrompete blüht:
 Und ich habe mittlerweile fünf, die anderen sind aber noch klein und blühen noch nicht. Ich erzähle Euch, wie ich zu so vielen Engelstrompeten gekommen bin: Die obige, also die alte, war mir zu groß geworden und ich begann, sie zu vernachlässigen. Kurz vor dem Eingehen tat sie mir dann aber doch leid und ich schnitt sie ziemlich weit unten ab und dachte mir, naja, man wird sehen, ob sie es schafft oder nicht. Von den abgeschnittenen Ästchen steckte ich zwei direkt in Erde, zwei stellte ich in Wasser. Ich hatte keine Hoffnung, dass das irgendwas werden würde, aber ALLE wuchsen an und die alte erholte sich wieder, sodass ich nun stolze Besitzerin von fünf Brugmansien bin. Engelstrompeten vermehren ist also super einfach. Ach, und eine habe ich verschenkt, ich hatte im Ganzen also sogar sechs.
Und dann habe ich mit dem Weihnachtsputz angefangen. Ist das nicht ein bisschen früh? werdet Ihr Euch jetzt vielleicht fragen. Gewiss nicht. Bis Weihnachten 2015 schaffe ich das sowieso nicht, ich habe Weihnachten 2017 im Visier. Gestern habe ich meinen Gewürzschubkasten aufgeräumt. Ja, Leute, ja, das unten ist das Nachher-Bild. 


Ja, die Gewürze sind alphabetisch geordnet. Ich ordne sie immer mal wieder alphabetisch. Jetzt, in der neuen Küche, habe ich sie in einem Schubkasten, in der alten Küche hatten sie einen sehr praktischen Schrank über dem Herd, vor der Dunstabzugshaube. Also, die Dunstabzugshaube befand sich in einem Oberschrank, war aber abgedeckt, davor befanden sich viele kleine (drei, glaube ich) Regalbretter, die gerade so tief waren, dass eine Reihe Gewürze darauf passte. Davor war die Schranktüre. Das war sehr praktisch, praktischer als der Schubkasten. Ich hatte meinem Küchendesigner auch gesagt, dass ich das wieder so will, aber er hat gesagt, das kann nicht sein. Wäre aber besser gewesen und ich empfehle Gewürzfans meine alte Lösung. Der Besteckkasten, in dem die Gewürze stehen, ist nämlich auch nur suboptimal. Wenn ich fertig bin mit dem Schreiben dieser Zeilen, gehe ich an meinen Vorratsschrank in der Küche.

Donnerstag, 10. September 2015

"Refugees welcome" in Spain, äh, in Spanien

Am Rathaus von Madrid wurde ein riesiges Plakat (8 x 4 Meter) angebracht mit der Aufschrift "Refugees welcome". Das ist sehr, sehr seltsam, denn Spanien ist ja das Land, welches unter erheblichen Anstrengungen das westliche Tor zu Europa zuhält. Sind die Refugees jetzt wirklich welcome? Habt Ihr schon mal Bilder von den meterhohen, mit Natodraht bewehrten Zäunen gesehen, mit denen die Spanier versuchen, afrikanische Flüchtlinge davon abzuhalten, in Melilla und Ceuta, in die spanischen Enklaven in Nordafrika, einzudringen? Da rennen manchmal hunderte von Schwarzafrikanern - wahrscheinlich hervorragend ausgebildete, händeringend gesuchte Fachkräfte - gegen den Zaun an, klettern hinauf, schneiden sich an den Klingen die Hände auf und fallen runter und brechen sich die Knochen. Willkommenskultur vom Feinsten. Hoffentlich sehen diese Leute keine Bilder vom Madrider "Refugees welcome"-Plakat. 
Und dann noch die, die übers Meer nach Spanien kommen, auf Schlauchbooten, auf wackeligen Fischerbooten und überhaupt irgendwie. Und dabei ertrinken viele und werden dann irgendwo angespült und Spanien tut alles, um zu verhindern, dass die Flüchtlinge losfahren, und wenn sie doch losfahren und es bis ans europäische Festland oder bis auf die Kanaren schaffen, dass man sie wieder los wird. Spanien hütet das westliche Einfallstor. Wenn Spanien dieses öffnen würde, würde sich womöglich halb Afrika auf den Weg nach Norden machen.
12.000 Flüchtlinge vom östlichen Einfallstor sollen jetzt in Spanien untergebracht werden. Unter anderem in Castilla y León. Heute habe ich im Radio eine Politikerin aus dieser spanischen Region sagen hören, wie gut es doch ist, dass diese Menschen kommen. Sie können zum Wirtschaftswachstum beitragen und die demographische Entwicklung verbessern, also, die Überalterung bremsen. Da hat sie sicher recht, nicht wahr, denn die Überalterung ist in Castilla y León wirklich ein massives Problem, nicht zuletzt deshalb, weil so viele junge Spanier ins Ausland gehen müssen, weil es hier keine Arbeit gibt. Junge spanische Akademiker wandern in Scharen aus... so, hier hör' ich auf zu schreiben, ne? Und ab jetzt kommen nur noch positive Blogeinträge, wirklich, echt, ich werde mich anstrengen. Keine Kommentare mehr zum Zeitgeschehen.