Dienstag, 30. September 2014

Diesen Witz fand ich sehr lustig

"Rüdiger, ich habe das Gefühl du hörst mir gar nicht mehr richtig zu."
"Irgendwas leichtes, ein Rührei wär' mir recht."

Freitag, 26. September 2014

Herbst!!!!!

Büschen Herbstdeko:
Nachhaltige Herbstdeko! Ich erinnere daran: Feld, Wald und Wiesen sind voll von nachhaltigem, biologisch vollständig abbaubarem Dekomaterial. Das Ganze steht auf unserem Kaminsims. Würde ein schöner, alter Spiegel mit einfachem, braunem Holzrahmen nicht gut dahinter aussehen? Ich muss echt mal sehen, dass ich zu so einem Spiegel komme. 
In der Vase links (Delft, ein Erbstück, die Wissenden dürfen grinsen) befindet sich ein Ästchen Kiefer, ein paar Zweige Hagebutten und ein paar Zweiglein Rosmarin (riecht gut). In der Vasö rechts sind Rohrkolben aus einem Sumpfgebiet sowie drei Halme Ziergras, von Kies gestützt. Schön, oder? Preis 0,00 Euro. CO2-Bilanz meiner Herbstdeko: 0, oder? Außer die Rohrkolben stoßen hinter meinem Rücken irgendwelche Treibhausgase aus. Ich traue denen irgendwie nicht.  
Die letzten Brombeeren! Verrührt mit griechischem Yoghurt, gesüßt mit in der Mikrowelle rasch geschmolzenem Honig. Lecker. 
Das obige Foto habe ich am letzten Tag (15. September) im Schwimmbad unserer Siedlung aufgenommen. Obwohl schon Tage vorher schlechtes Wetter angekündigt worden war, war es bis zum letzten Öffnungstag schön.
Und jetzt wird es Zeit, Haus und Garten wieder auf Herbst umzustellen. So schnell vergeht die Zeit.

Sonntag, 21. September 2014

Die wirtschaftliche Lage in Spanien: Ich glaube, es geht wieder aufwärts

Ja, Leute, ich glaube das, echt und ehrlich. Die Zeichen sind da. Es ist, als würde ein schwerer, ein gigantischer Zug mit einem Ruck wieder anfahren. J., die einer Massenentlassung zum Opfer gefallen war, hat wieder einen Job. Der prekäre Vertrag von J2 wurde verlängert. P. hat eine Wohnung gekauft. C., der Bauunternehmer, hat ein Themencafé aufgemacht. J3, der junge Architekt, hat Arbeit in Südamerika gefunden. Ich bin N., einem Freund meines Sohnes ohne jede Ausbildung, begegnet und freudestrahlend erzählte er mir, er habe Arbeit. Ein Kollegin erzählte mir, dass nach einem ganz üblen Jahr wieder Aufträge herein kämen. "Meinst du, es ist Zufall?", fragte sie mich, "oder kann das wirklich die Wende sein?" "Ich glaube, es ist die Wende", antwortete ich. Von einer Behörde, die ziemlich sinnfreie Aufträge vergibt, kam zwei, drei Jahre lang gar nichts, jetzt sind sie wieder da! Vielleicht sieht man daran auch, dass sich im Grunde wenig geändert hat. 
Ganz erstaunlich ist sowieso, dass sich die herrschende Kaste über die ganze Krise gerettet hat, ohne dass ihre Privilegien angetastet wurden. Es wurde nur bei der Mittel- und Unterschicht gespart und die Mittelschicht wird per Steuern und Gebühren von ihrer finanziellen Fettschicht befreit. Aber wie dem auch sei, hoffen wir, dass im kommenden Winter die Schulen wieder ordentlich geheizt werden können.
Auf dem wirtschaftlichen Schlachtfeld liegen viele Opfer, finanziell Verletzte, die viel verloren haben, berufliche Leichen, die nie wieder Arbeit finden werden. Aber die erste Angriffswelle scheint vorbei zu sein. 
Kennt Ihr die folgende Geschichte? In einem Dorf herrscht eine schlimme Krise, alle sind verschuldet. Eines Tages kommt ein Mann in den Gasthof und legt 50 Euro auf den Tisch und sagt zum Wirt: "Zeige mir die Zimmer." Der Sohn des Wirts nimmt den Geldschein, läuft zum Metzger und bezahlt die Schulden dort. Der Metzger bezahlt seine Schulden beim Bauer, wo er seine Schweine kauft. Der Bauer bezahlt den Futterhändler. Der Futterhändler bezahlt den Gasthof, wo er ausstehende Rechnungen hat. 
Da kommt der potenzielle Gast die Treppe herunter und sagt: "Mir gefallen die Zimmer nicht." Er nimmt seinen Geldschein wieder und geht. Wahnsinn, ne?
Vielleicht ist das so... da wird irgendwo Geld ins System gegossen, von der europäischen Zentralbank, z.B., und dann kommen diese ganzen Rädchen ins Rollen. Und genauso kann das Ganze wieder abgedreht werden. Naja, aber jetzt scheint es erst einmal wieder zu laufen.

Montag, 8. September 2014

Sollte der Sommer tatsächlich schon vorbei sein?

Das Wetter hat umgeschlagen. Gestern hat es geregnet, heute war es heiß und gewittrig und hat ein paar Mal heftig geschüttet. Unsere Regentonne (siehe unten) ist fast voll. Ja, die Regentonne... die haben wir im Rahmen unserer immer noch sehr spärlichen und unzureichenden Prepper-Maßnahmen angeschafft, nachdem wir mal wieder kein Wasser hatten.
Also gut, wir wollen keine Prepper werden wie die, die sich auf das Ende der Welt, wie wir sie kennen, vorbereiten, aber... Die Gas-Heinis haben wieder angefangen in unserer Straße zu graben, diesmal in die andere Richtung. Ein Nachbar, der halt auch nicht gleich den Arbeitern die Schuld geben will, bloß, weil sein Telefon nicht funktioniert, kam vorbei, um zu fragen, ob unseres funktioniert. Nachdem ich ihn positiv beschieden hatte, wagte er es, den Herrn, der vor seinem Haus grub, darauf anzusprechen. "Ach, dann war das Ihre Telefonleitung, die ich vorhin durchtrennt habe," antwortete dieser gleichgültig.
Mein Gatte ist kein Freund der Prepper-Bewegung, eher im Gegenteil, aber als er den Bagger der Gas-Heinis sah, war sein erster Gedanke: "Haben wir genug Wasser eingelagert?" Ja, haben wir. Regenwasser, Trinkwasser, Kerzen, Streichhölzer... was uns fehlt ist ein Camping-Kocher, danach müsste ich echt mal schauen, vielleicht findet man jetzt, wo der Sommer vorbei ist, was im Angebot.  
Demnächst werden in unserer Siedlung auf Kosten der Eigentümer sämtliche Straßen asphaltiert. Das ist an manchen Stellen bitter, bitter nötig. Auf den vorhandenen, völlig maroden Belag und die darunter liegenden maroden Rohre kommt eine drei Zentimeter dicke Asphaltschicht, damit unsere Siedlung wieder schön aussieht und ihrem hohen Anspruch gerecht wird. Danach dürfen die Straßen fünf - oder waren's drei? Ich weiß es nicht mehr - Jahre lang nicht mehr aufgerissen werden. Ich glaube, wenn die Rohre erwartungsgemäß bersten, werden sie doch schon vorher aufreißen müssen. Es bleibt spannend und Prepping bleibt nötig (das muss ich mir selber hinter die Ohren schreiben - im übertragenen Sinne). 

Samstag, 6. September 2014

Ich war wo - und zwar auf einer Landwirtschaftsmesse

Und zwar in Salamanca, wo eine der größten landwirtschaftlichen Ausstellungen Südeuropas stattfindet. Ich war mit dem Gatten meiner Freundin dort. Er wollte auf die Landwirtschaftsmesse, aber sie nicht, ich wollte auf die Landwirtschaftsmesse, aber mein Gatte nicht, da sind wir beide eben zusammen losgezogen. Und es war toll, wir haben uns gut unterhalten. Unten seht Ihr einen jungen Stier der Rasse "Limusin", die hier in Spanien häufig ist.
 Und hier seinen Papa:
Fällt Euch an diesen Kuh- bzw. Stierpopos etwas auf?
Zum Beispiel, wie sauber die sind? Die Hüter laufen dauernd mit Bürsten und Lappen und Frufrus rum, um die Tiere sauber zu halten, und draußen gibt's eine Duschstation, wo die Tiere nach größeren Zwischenfällen gereinigt werden können. Das ist das Schöne, wie supersauber und gepflegt die Tiere sind.
 Dies ist eine Kuh der Rasse "Bambi", ihr Name ist "Sissi" (Spässle).
 Fällt mir jetzt nix dazu ein. Sind einfach wunderschöne Kühe.
 Dalmatinerkühe (auch Spässle).
Bei dieser Kuhrasse, auf deren Namen ich mich nicht mehr besinne, stand, wie bei mancher anderen, dass sie vom Aussterben bedroht ist. 
 Wie diese Rasse heißt, weiß ich auch nicht mehr. Sieht aber gut aus, ne?
Das ist die für Salamanca typische einheimische Rasse "Morucha". Der Vorteil der Morucha-Kühe ist, wie gut sie an das Leben draußen auf extensiven Weiden angepasst sind und dass sie sehr gut und ohne Hilfe gebären können. In der Werbung im Supermarkt wird das nicht erwähnt, da wird immer mit ihrem Wohlgeschmack Reklame gemacht. Ich finde ihr Fleisch manchmal ein bisschen zäh. Auf so einer Messe wird man sich eben auch der anderen Seite der Medaille bewusst, nämlich der Interessen der Landwirte, die Interesse an Kühen haben, die möglichst wenig Arbeit machen, und dieses Interesse muss mit dem der Verbraucher, die zartes, wohlschmeckendes Fleisch wollen, unter einen Hut gebracht werden. Macht man sich normalerweise gar keine Gedanken darüber, stimmt's? Man denkt einfach, das Steak kommt aus der Steckdose. 
Es wurden auch viele landwirtschaftliche Produkte aus der Region, aus Castilla y León und aus Portugal, ausgestellt und in einer der Hallen konnte man sie auch kaufen.

Fast alle iberischen Schweine in der Schweinehalle hielten gerade Siesta.
 Es gab auch Federvieh. Diesen Hahn und die wuscheligen Hühner unten fand ich toll.
Es gab auch noch Pferde und Schafe, Ziegen und Esel, auch seltenere und vom Aussterben bedrohte Rassen, wie diesen ehemals für Zamora typischen Esel.
Die Kühe und Stiere der Rasse "Charoles" finde ich am schönsten. Schaut Euch den Hinterschinken unten an. Boah, ey! 
Der Stier, den Ihr unten so schön verziert seht und der 1700 kg wiegt, ist der spanische Meister im Charoles-Stier-Sein.
Neben den Tieren wurden noch landwirtschaftliche Geräte ausgestellt, die für das Laien-Publikum natürlich nicht so interessant sind, mit Ausnahme der riesigen Reifen des einen Traktors, neben denen sich die Leute fotografieren ließen. Die Messe war sehr, sehr gut besucht, viele Leute vom Land, aber auch sehr viele Familien und junge Leute aus der Stadt, die Spaß daran haben, sich die Tiere und Waren anzuschauen. Damit war auch das ideale Publikum für den Stierkampf am Abend versammelt, nämlich Einheimische, die ein Minimum an Sachverstand mitbringen und Freude an den Tieren und an den Toreros haben. Die Toreros waren Schüler der Stierkampfschulen, die Stiere novillos, also junge und damit kleinere Tiere als die, die bei den Corridas verwendet werden. Die Stierkämpfer waren erstaunlich gut und boten viel, fast zu viel, die Zuschauer waren begeistert. Ein gelungener Abschluss eines schönen und interessanten Tages.
(Natürlich ist irgendwann mal Schluss mit Stierkampf. Die ganze Welt wird kulturell auf Miley-Cyrus-Niveau eingeebnet und vereinheitlicht. Eine Welt, ein Markt. Bei der Jugend ist das doch schon gelungen: Justin Timberlake und Konsorten sind auf der ganzen Welt Idole. Da müssen nur noch die Alten, die differenziertere Vorlieben haben, wegsterben und schon genügen zwei, drei Dutzend Kulturschaffende, um alle Länder und ehemaligen Kulturen mit demselben Schrott zu beglücken.)

Freitag, 5. September 2014

Ahhh, la Rentrée

"Rentrée" nennen die Franzosen die Rückkehr nach den langen Sommerferien. Mein Gatte und ich sind zum ersten Mal seit 26 Jahren "kinderlos". Ja, das ist für uns ein bedeutender Einschnitt. Seit geraumer Zeit hat mein Gatte auch beruflich stark zurückgeschaltet... Während ich nach dem Urlaub so ganz langsam begann, mir Gedanken über eine mögliche Feng-Shui-Reinigung des Hauses zu machen, stürmte er auf den Dachboden und machte dort Ordnung, dann widmete er sich der Garage. 
Was soll bloß aus uns werden, nicht wahr? Ich habe vor mich hin gelacht, während ich den letzten Satz schrieb, also kein Grund, sich Sorgen zu machen. Wir haben keine Probleme damit, uns anderweitig zu beschäftigen. Aber was, eben, soll das Anderweitige sein? Als junger Mensch habe ich sehr viel gehandarbeitet, z.B. habe ich zuerst für mich selbst und später für meine Kinder Jacken und Pullover gestrickt und so. Dann kam eine Zeit, in der ein Reißverschluss oder vier Knöpfe mehr kosteten als eine komplette gekaufte Jacke! 
Ich häkelte gerne komplizierte Tischdeck(ch)en, mit relativ teurem Material und sehr vielen Arbeitsstunden... bis ich ähnliches Zeug wie meines für ein paar Mark auf Ramschtischen liegen sah! Made in the Philippines! Im Zeichen der Globalisierung waren auch meine Handarbeiten nichts mehr wert. Also hörte ich auf mit dem Handarbeiten. Natürlich waren die von mir gearbeiteten Sachen ein bisschen besser und ein bisschen schöner, aber dieses "ein bisschen besser und ein bisschen schöner" wurde ziemlich teuer erkauft. Jetzt, wo der Winter kommt, könnte ich mal wieder was handarbeiten.
Dann habe ich noch was im Kopf, von dem ich Euch vielleicht noch erzählen werde...
Außerdem wollen wir in Zukunft mehr reisen, deshalb kommt auch eine regelmäßige Arbeit außer Haus für mich nicht in Frage, denn da kann man nicht sagen: So, nächste Woche komme ich mal nicht, ne?
Einen Hund haben wir schon, und zwar in Gestalt von Fido, den regelmäßige Leser kennen. Ein Hund wie Fido ist ideal für Leute, die nicht immer zuhause sind.
Wie meine Leser, die mich persönlich kennen, wissen, lungere ich bei gutem Wetter nachmittags mit etwa gleichaltrigen Freundinnen im Schwimmbad herum. Gestern brachte ich das Gesprächsthema auf: Was macht Ihr mit den Kinderzimmern, wenn die Kinder weg/ausgezogen sind? Häufigste Antwort: Rolladen runter, Türe zu, einmal die Woche wird gelüftet, gesaugt und Staub gewischt (T's Variante: Türe offen)Zweite Antwort: So tun, als wären sie da, also täglich reingehen und lüften, einmal die Woche blablabla. Dies ist das erste Mal, dass mich dieses Thema betrifft. Solange ein Kind noch zuhause lebt, werden irgendwie auch die Räume der Geschwister benutzt. Mein ältester Sohn, z.B., bewahrt in seinem Zimmer die beste Schreibwarenausstattung auf: Tippex in allen Formen, Lineale aller Art etc. Der zweite hat die beste Elektronikausstattung, also im Sinne von Kabelzeug und so, und Bücher, die der Jüngste lesen will. Solange also einer da ist, werden alle Zimmer benutzt. Ach ja... Ich werde mich für die Variante "gründlich sauber machen, Rolladen runter, Türe zu" entscheiden. Und um mit einer heiteren Note zu enden: Bis ich fertig bin mit "gründlich sauber machen" ist der erste wahrscheinlich schon wieder da, haha.

Samstag, 30. August 2014

Edeka

Ich liebe diese Läden. Was es da alles gibt!!!!! Mehr oder weniger alles, eigentlich. Also an Lebensmitteln. Bei meinem letzten Besuch fiel mir unter anderem "Dr. Oetker Backin mit Safran" ins Auge. Hm, dachte ich mir, hm. Ich habe noch nie mit Safran gebacken. Ich kenne es nur von spanischen Reisgerichten, wo es der Paella Farbe und, wenn man viel davon verwendet, eine leichte Kartonnote verleiht. Safran ist ja ein Gewürz, aber ich muss Euch ganz ehrlich sagen, ich schmeck' da nix, außer vielleicht die Kartonnote. Aber als ich das Backin (Backpulver) mit Safran sah, erinnerte ich mich an den alten Kinderreim "Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen. Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen: Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl, und Achtung, jetzt kommt's: Safran macht den Kuchen gel'." Hm, dachte ich mir, hm. Und griff natürlich zu. Das Rezept für den Kuchen mit den sieben Sachen lokalisierte ich auf der Webseite von Dr. Oetker, nämlich hier klicken, mit dem Namen "Schneller Kastenkuchen". Den Namen finde ich unnötig abwertend, klingt irgendwie nach "faule Tussie, hat keinen Bock die Holunder-Williamsbirnen-Schnitten oder den Cranberry-Schoko-Mandel-Hupf zu machen", für die Dr. Oetker ebenfalls Rezepte bereit stellt. Ich habe den Kuchen genau nach Anleitung gemacht (abgesehen davon, dass ich das ganze Päckchen Backpulver rein habe und nicht nur 4 gestr. TL, wie es im Rezept heißt, denn was soll ich mit dem winzigen Restchen, das zurückbleibt, anstellen). Das ist dabei herausgekommen:
Löcker! Ideal zum Eintauchen in Milchkaffee! Die Konsistenz ist perfekt. Ein perfekter Kuchen, an dem ich nichts auszusetzen habe und den ich auf jeden Fall noch mindestens zweimal machen werde, denn das Backin mit Safran wird im Dreierpack verkauft.
Was habe ich noch bei Edeka gefunden? Cumberland Sauce!!! Danach suche ich schon so lange. Als wir Kinder waren, gab es an Geburtstagen manchmal Fondue und dazu gab es diese Sauce. Du meine Güte, wie lange haben wir schon kein Fleisch-Fondue mehr gemacht. Nun sah ich in einem Kaufhaus ein Fondueset aus Edelstahl der Marke Schulte Ufer für 19 Euro, heruntergesetzt von 99 Euro. "Warum ist denn das so billig?" fragte ich die Verkäuferin. "Es ist ein Ausstellungsstück, wir haben nur noch dieses eine und da fehlen die Gabeln." Da die Gabeln separat nur wenige Euro kosteten, griff ich zu. Die Verkäuferin ging ins Lager, den Kasten holen und da lagen die Gabeln drin. Ts. "Kriege ich es trotzdem für 19 Euro?" fragte ich. "Ja," antwortete sie. So kam ich sehr günstig in den Besitz eines hochwertigen Fonduesets. Aber ohne Cumberland-Sauce? Jetzt bin ich bei Edeka fündig geworden und der Fondue-Abend kann beginnen. (Da es echt schwierig ist, an diese Sauce zu kommen, werde ich ein Rezept dafür suchen und versuchen, den Geschmack, den ich ja jetzt vor mir habe, zu kopieren.)

Sonntag, 17. August 2014

Wir waren wo - und zwar in Laredo

Wir waren wo - und zwar in Laredo, einem Dorf an der spanischen Nordküste, in Kantabrien. Ein Ort, den ich sehr gerne mag.
Auf dem Foto unten seht Ihr den Teil des Dorfes, wo die Leute ganzjährig wohnen.
Im Hintergrund des nächsten Bildes seht Ihr den touristischen Teil. Vom Hafen bis zur Spitze des touristischen Teils führt eine mehr als vier Kilometer lange Strandpromenade. Ideal für Spaziergänger und Radfahrer. Lustig: Zwischen relaxten Urlaubern marschiert gelegentlich eine zweite Spezies: schweißgebadet, rotgesichtig, Bergschuhe und dicke Socken statt Flipflops, riesige Rucksäcke, strähniges Haar im erschöpften Gesicht. Der nördlichste Jakobsweg führt direkt am Strand von Laredo entlang, bis zum Puntal, wo die Pilger die Fähre nach Santoña nehmen. Wie Marsmenschen laufen sie dort herum, von den Sommerfrischlern taktvoll ignoriert. Aber wer ist am Ende des Urlaubs spirituell maximal gepimpt? Eh? Eh? Der, der sich am ersten Arbeitstag noch die letzten Sandkörner aus dem Bauchnabel pult, bestimmt nicht. 
Ein Blick auf den Strand (Textilstrand). Voller wird's nicht. Laredo ist ideal für Familienurlaube. Das Meer ist warm (es hatte 22 Grad als wir dort waren), es geht sehr flach und langsam rein, dadurch ist das Wasser am Ufer noch viel wärmer. Die Wellen sind schwach und werfen auch kleine Kinder nicht um. Für kleine Kinder ist es sowieso ein Paradies. Schaut Euch den breiten Streifen mit nassem Sand an! Der schreit nach Eimerchen und Schippchen. Leider gibt es hier nicht viele Hotels, weil die Badesaison am Atlantik eben doch kurz und das Wetter nicht sehr zuverlässig ist. Dafür gibt es Ferienwohnungen en masse.
Das Wasser ist absolut sauber.
Früher gab es hier nur einen Fischereihafen. Im Rahmen der Blase wurde auch ein Jachthafen gebaut.
Blick durch das Tor der wunderschönen Kirche aus dem 13. Jh. auf die Altstadt.
Die Altstadt ist zugleich das Kneipenviertel. Hier stehen sehr viele Immobilien zum Verkauf, auch Herrenhäuser aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Damit es bei Tag ein bisschen belebter aussieht, wurden in manche Fenster Figuren gemalt. Die davor stehenden Blumen sind echt. Diese Fenster sehen ganz toll aus.
Kennt Ihr den Spruch: "Hier möchte ich nicht einmal begraben sein"? Für Laredo trifft das bestimmt nicht zu. Hinter der alten Kirche auf dem Berg ist ein wunderschöner, sehr gepflegter Friedhof, mit angenehmer Musik vom Band. Wer hier die ewige Ruhe findet, ist zu beneiden!
Der Hof unseres Hotels. Schön, ne?
Bei den Urlaubern handelt es sich zu 95%, schätze ich mal, um Spanier (Basken) und Franzosen. Spanier und Franzosen können am selben Ort urlauben, denn sie sind sich darin einig, dass ein Croissant und ein Milchkaffee ein leckeres und nahrhaftes Frühstück darstellen (für die Spanier das Croissant gerne auch vom Grill - Cruasán a la plancha, und mit Marmelade bestrichen). Ja, die Spanier essen ihr Hörnchen gerne mit Messer und Gabel.
Ich warne: Laredo hat keine deutsche Zone! Das Speiseangebot ist auf Spanier zugeschnitten, siehe die Platos combinados unten, Franzosen finden ihr Steak Frites. Wer seinen Veggie Burger bzw. Grünkernbratling braucht, der wird hier wahrscheinlich nicht fündig!
Unten seht Ihr ein Bild der Patisserie "Elysees". Für Euch ist dieses Bild wahrscheinlich irrelevant, aber wir haben hier vor 26 Jahren zum ersten Mal köstliche Butterhörnchen gekauft, seitdem kontrollieren wir alle paar Jahre mal, ob der Laden noch da ist und die Hörnchen noch so lecker sind. 2014: Laden ist noch da, Hörnchen sind noch so lecker, Bedienung ist auch noch dieselbe, leider ist aber die Ladeneinrichtung, insbesondere der Bezug der Stühle, auch noch derselbe, was irgendwie schade ist. Ja, man möchte, dass sich bei den anderen Leuten nie etwas verändert, dass man Urlaubsorte immer so vorfindet, wie man sie in träumerisch verklärten Erinnerungen sieht... aber einen Stoffbezug!?!?!?! Also, bei Verschleissartikeln verzeihe ich kleinere Neuerungen. Naja, irgendwann werden wir hinkommen und der Laden wird zu sein.
Dieses Foto widme ich meinem Bruder. ¡Sólo sabe a agua! (Solares ist ein kantabrisches Quellwasser, das sich damit brüstet, dass es nur nach Wasser schmeckt.)
Es gibt auch Restaurants, in denen fangfrischer Fisch serviert wird. Bei La Marina Company hatten wir ein leckeres Probiermenü:
Vorspeise: Boquerones (kleine Sardellen, die für diese Gegend typisch sind). In Laredo und dem Nachbarort Santoña gibt es auch mehrere Konservenfabriken, in denen Sardellen und Thunfisch in Dosen gebracht werden. Hier ein Foto von den Boquerones vom Probiermenü:
Laredo ist der ideale Ort für Strandspaziergänge. Mein Gatte und ich auf unserem Weg durch's Leben:
Cantabria rocks!!!!!

Sonntag, 20. Juli 2014

X. Aus meinem Garten

Wie ich Euch in meinem Eintrag über unsere Reise nach Sevilla erzählt habe, gab es dort sehr viele wunderbare Orangenbäume als Straßenbäume. Die Orangen sind zum Verzehr nicht geeignet, es sind Bitterorangen, ihre Blüten duften aber köstlich. Ich hob mir zwei Früchte vom Boden auf und nahm die Kerne mit nach Hause. Ich hatte das riesengroße Glück, im Internet einen 65-seitigen, wissenschaftlichen Bericht über die Orangen Sevillas zu finden, der vom Umweltamt der dortigen Stadtverwaltung erstellt worden ist. Wenn Ihr ihn einsehen wollt, hier klicken, ist aber auf spanisch. Aus diesem Bericht erfährt man so ziemlich alles über die in Rede stehende Frucht. Zuerst die beste Nachricht: DIESE ORANGEN SIND SORTENECHT!!! So nennt man das, glaube ich, wenn man die Bäume aus Kernen ziehen kann und sie nicht veredeln muss. Für alle, die hier gelandet sind, weil sie bei Google eingegeben haben "Orangenbäume aus Kernen ziehen": Man kann DIESE Orangen, bei denen es sich, genauer gesagt, um Pomeranzen handelt, aus Kernen ziehen, andere müssen veredelt werden. Man sät die Kerne im zeitigen Frühjahr, steht im Bericht, und es dauert zwanzig bis sechzig Tage, bis sie keimen. Ich habe sie nicht im zeitigen Frühjahr gesteckt, sondern vor ungefähr dreißig Tagen. Da sprießt nix und ich glaube, da kommt auch nix mehr. Ich gieße sie täglich und sprühe sie zwei-, dreimal täglich mit dem Frufru ein (unsere Perle nennt Sprühflaschen Frufrú (Betonung auf dem zweiten u), ich finde das so lustig, ich habe es übernommen). Ich hatte 19 Kerne, die Erde ist eine Mischung aus Blumentopferde und Sand, die ich in einen Eierkarton gab, der auf einem Plastiktablett steht, auf das ich das Wasser gieße. Also Frufru von oben, Gießwasser von unten. Ich glaube, es wird nix. Und ich habe mir schon überlegt, was ich mit meinen 19 Pomeranzenbäumen machen soll. Ich wollte unseren Wintergarten/das Gartenzimmer in Orangerie umbenennen! Wissen die Kerne, dass jetzt nicht zeitiges Frühjahr ist? Wie wollen die das denn wissen? Merken die, dass die Tage kürzer statt länger werden? Und denken dann: So nicht! Zeitiges Frühjahr haben wir gesagt und nicht Sommer! 
Jetzt mal ehrlich: Woher wollen die Kerne denn wissen, welche Jahreszeit es ist??? Es kann ihnen doch wurscht sein, ich pflege sie gut.
Noch was Interessantes, das im Bericht steht: Aus diesen sevillanischen Bitterorangen wird die berühmte englische Marmelade gemacht, fast die gesamte Ernte wird nach England exportiert. Man kann die Schalen auch kandieren (Orangeat wird aus Bitterorangen gemacht) und ich vermute mal, auch zum Backen verwenden. Vielleicht keimen sie ja doch noch. Wenn Ihr irgendwas über Pomeranzen wissen wollt (Düngung, optimale Erde, etc.) und kein Spanisch könnt, dann sagt es mir, dann schaue ich es für Euch im Bericht nach.
Ihr fragt Euch jetzt vielleicht: Gehen die botanischen Experimente der Hausfrau eigentlich immer alle in die Hose? Und die Antwort lautet ganz klar: Nein!!! Manche sind erfolgreich und manche nicht, wie das halt so ist im Leben. Ich zeige Euch mal ein paar Sachen in unserem Garten (alle Fotos von heute): Mein größter Erfolg: Die Trauben tragende Tanne.

Was hat es mit der auf sich? Ich hatte diesen Traubenstock, der an einer theoretisch günstigen Stelle stand und jedes Jahr irgendwelche Krankheiten hatte. Irgendwann war ich es leid und pflanzte ihn in eine völlig dunkle Ecke und dachte: so, hier kannst du machen, was du willst. Er wollte sich an eine benachbarte Tanne schmiegen, wuchs an ihr empor, hatte keine Krankheiten mehr und trug fleißig. Wer also fragt: Ist eine Tanne als Rankhilfe für einen Traubenstock geeignet? JA!
Und da wir gerade beim Thema Trauben sind:
Aus einem in Wasser gestellten Ästchen gezogen (ist eine andere Sorte als oben).
Die Mama von obigem Traubenstöckchen, die ihrerseits von einem Traubenstock meines Urgroßvaters stammt. Geht aber auch nicht mit allen Traubensorten. Viele müssen veredelt werden.
So, und nach den Erfolgen mal wieder ein Fehlschlag: 
Jemand hat mir erzählt, dass Zucchini nur Wasser und Sonne zum Wachsen benötigen. Also setzte ich ein paar Pflanzen an Stellen, an denen der Rasen schlecht wächst, weil der Boden so schlecht ist. Werden nix, Zucchini brauchen zum Wachsen mehr als nur Wasser und Sonne.
Und wieder ein Erfolg: 
 Meine tausendjährige Eiche 4/996. Foto von heute.
Mein Weihnachts- oder Osterkaktus. Dieses Ding ist viele Jahre alt. Es stand im Haus und blühte nie. Letzten Herbst dachte ich: raus mit dir, du faules Ding. Friss oder stirb.
Er verbrachte den Winter also im Freien, direkt am Fenster des Arbeitszimmers. Er überlebte und blühte im späten Frühjahr wie bekloppt. Merke für nächsten Winter: Draußen, aber vor Frösten geschützt.
 Brombeeren, gezogen aus einem im Boden bewurzelten Ästchen. Rekordernte vor ein paar Jahren: 11 kg.
Oleander. Foto von heute, gestern hatten wir ein Unwetter, bei dem die Blüten gelitten haben. Abgeschnittenes Ästchen in ein Glas Wasser gestellt, irgendwann kamen Würzelchen. Bei dieser Vermehrungsmethode muss man echt Geduld haben. Und manchmal wird es natürlich auch nichts, wie zuletzt bei den Ästchen einer besonders guten Minze, die mir eine Freundin gegeben hatte. Obwohl Minze normalerweise eine sehr sichere Bank ist, gingen die Ableger sang- und klanglos ein.
Und weil er heuer gar so schön da steht: Unser Zitronenbaum. Vor vielen Jahren gekauft, ein ewiges Sorgenkind. Der hat, glaube ich, schon alle Krankheiten gehabt, die ein Zitrusbaum haben kann. Ich will ihn jedoch nicht spritzen, damit ich verwendbare, natürliche Zitronenschalen ernten kann. M.-L. hat mal persönlich sämtliche Schildläuse, die er damals hatte, abgelesen. Theoretisch ist es ein schönes Stämmchen mit einer schönen Krone. Ich ließ dieses Jahr jedoch alle Triebe unten rauswachsen, er wird also langsam zum Busch, aber dafür ist die Zitronenausbeute für seine bescheidenen Verhältnisse riesig. Das Bäumchen hatte vielleicht einfach nur Probleme mit seiner Identität und wollte lieber ein Busch sein.
Und zum Schluss noch unsere Esskastanie, die auch schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. Die ersten verbrachte sie in einem Blumentopf. Sie wurde von einem Nachbarn aus einer Kastanie gezogen. Heuer trägt sie zum ersten Mal. Wenn Ihr genau hinschaut, seht Ihr vielleicht die grünen, stacheligen Hüllen. Ein Freund hat gesagt, Esskastanien müssten unbedingt veredelt werden, sonst bekämen sie nur kleine, minderwertige Früchte. Naja, wir werden bald sehen, nicht wahr?
 So, das war's mit meinem kleinen Überblick über mehr oder weniger gelungene botanische Experimente (von den misslungenen Experimenten bleibt ja meist nicht mehr als ein wenig Kompost, hahaha).