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Mittwoch, 23. März 2016

Frust, Frust, Fruuuuust, Frust...

Ich war im Zweifel, ob ich als Überschrift das Wörtchen "Frust" oder die Wörtchen "Spain sucks" wählen soll. Ich habe mich für "Frust" entschieden, denn "Spain sucks" stimmt so pauschal nicht. Es stimmt für die jungen Leute und ich möchte eigentlich heulen, aber ich fühle nur eine riesengroße Wut (trotz Tabletten). Wuuuuuuuuuuuuuuut! Warum? fragt Ihr Euch jetzt vielleicht. Mein Sohn ist bei einem Bewerbungsverfahren bis in die letzte Runde gekommen und dann nicht genommen worden. So, jetzt wisst Ihr's. Tolle Firma, mein Sohn mit Superlebenslauf... Seine Geschwister gaben gleich die Devise aus "Weiter versuchen, dran bleiben". Das erste, was mir zum Kommentar der Geschwister einfiel (was ich aber nicht laut sagte), war der Satz "I will work harder", den das Pferd im Buch "Animal Farm" spricht. Dieser Satz fiel mir sofort ein, ich weiß nicht, wieso. Ich habe das Buch vor vielleicht 20 Jahren zum letzten Mal gelesen. "I will work harder" ist die Antwort des Pferds/Arbeiters auf den Betrug durch das Gesellschaftssystem. Das Pferd durchschaut das System nicht, es sieht nur, dass es Defizite gibt (in unserem Fall könnten das die 46 Prozent Jugendarbeitslosigkeit sein) und versucht, diese durch Mehrarbeit (die jungen Menschen in Spanien durch mehr lernen, noch mehr studieren) auszugleichen. Wir meinen, das System zu durchschauen, aber das nützt uns nichts (Spanien ist das Land der Kellner und Zimmermädchen, der ewigen Beamten und der Kaste, die den Rest aussaugt, aber man kann versuchen, durch viiiiiiel lernen, gute Noten, etc. eine der wenigen guten Stellen zu bekommen. Wenn das klappt... 7. Himmel, ansonsten... Fruuuuust!) Wenn mein Sohn die Stelle bekommen hätte, hätte ich aufhören können, mir über diese Problematik Gedanken zu machen. Naja.
Übrigens: Hattet Ihr meinen Blogeintrag vom letzten November gelesen, nämlich diesen hier, in dem ich einen Bombenanschlag am Check-in-Schalter eines Flughafens beschreibe? Ja, ja, ja. Es war arg vorhersehbar, dass das früher oder später passiert.  

Donnerstag, 18. Februar 2016

Tipps und Lebensweisheiten

Ihr wisst, wie es ist: Wir, die wir zur reiferen Generation gehören, fühlen uns bemüßigt zu versuchen, unser gesammeltes Wissen an die nächste Generation weiterzugeben, ob es die nächste Generation nun hören will oder nicht. Neulich war meine Nichte zu Besuch. Auf dem Weg war sie extra bei Aldi vorbeigefahren, weil sie Teefilter hatte kaufen wollen. Und es hatte keine mehr gegeben! Und sie war super enttäuscht, weil sie sich die Beutelchen auf Vorrat hatte füllen wollen, also, so für ein, zwei Wochen im Voraus (warum sie dann nicht gleich Tee im Teebeutel kauft, wird auf immer ihr Geheimnis bleiben), und dann war sie extra hingefahren und es waren keine mehr da gewesen! Schitt!
Ich konnte ihr aushelfen, denn ich hatte ebendiese Teefilterbeutelchen vor Ewigkeiten mal gekauft, weil ich gedacht hatte, hm, die könnten irgendwann mal nützlich sein und dann hatte ich sie nie benutzt. Sie waren noch original zu. Ich sagte ihr: "Es kann sein, dass diese Filter schon ein oder zwei Jahre alt sind." (In Wirklichkeit sind sie fünf oder sechs Jahre alt, hehehe, aber jetzt bin ich sie los!). Ferner sagte ich: "Ich weiß, dass dir deine Mutter sicher viele Ratschläge mitgibt auf den Weg in's Leben, aber ich muss dir auch noch einen mitgeben: NEHME NICHTS VON DEN ALDI-WÜHLTISCHEN MIT, WEIL DU DENKST, ACH, VIELLEICHT KANN ICH DAS IRGENDWANN MAL BRAUCHEN. DU WIRST ES NIEMALS BRAUCHEN."  
And in English (this nugget of wisdom is so important I have to make it accessible to the largest number of people possible): DON'T TAKE ANYTHING FROM THE ALDI-WÜHLTABLES BECAUSE YOU THINK IT MIGHT COME IN HANDY SOMEDAY. IT NEVER WILL.
Y en español (400 millones de lectores potenciales más): ¡NO COJAS NADA DE LAS WÜHLMESAS DE ALDI PORQUE PIENSES QUE ALGÚN DÍA PUEDA SER ÚTIL! NUNCA LO SERÁ.

Mittwoch, 4. November 2015

Negerlein

Diese Anekdote aus dem Leben meiner Familie stammt aus einer Zeit, in der das Wort "Negerlein" noch nicht so negativ besetzt war, nämlich aus dem Jahr 1990 - wer ist das eigentlich, der diese Wörter so negativ besetzt, dass man sie hinterher nicht mehr benutzen kann??? - Naja, wie dem auch sei. Ich kann mich so gut an den Zeitpunkt erinnern, weil es wenige Tage vor der Geburt meines zweiten Sohnes war. 
Wir lebten damals in einem Dorf an der spanischen Nordküste, in dem es außer Spaniern, Basken und ein paar Deutschen, die dort arbeiteten, keine ethnische Diversität gab. Mein ältester Sohn war zwei Jahre und drei Monate alt und hatte noch nie bewusst einen Menschen mit anderer Hautfarbe gesehen. Seine diesbezüglichen Kenntnisse bezog er ausschließlich aus dem Buch "Zehn kleine Negerlein", einem seiner Lieblingsbücher. 
Nun begab es sich, dass wir in den Sommerferien in Deutschland waren und die Landesgartenschau in Würzburg besuchten. Plötzlich rief mein Sohn aus Leibeskräften: "Gugg mal, Mama, ein Negerlein!!!" und er war außer sich vor Freude. Überglücklich deutete er auf den Mann mit dunkelbrauner Hautfarbe, der dort im Schatten eines Baumes auf einer Bank saß. Gott sei Dank hatte der Mann ihn nicht gehört. Wir mussten unseren Sohn davon abhalten, sich direkt vor ihn zu stellen und ihn begeistert anzuglotzen. Diskret betrachtete er ihn mit einigem Abstand... Da erblassten alle Blumen, der Besuch der Gartenschau hatte einen einzigen Höhepunkt, ein wunderschöner Tag, ein großes Glück, ein Negerlein... (M., zwei Jahre und drei Monate). 

Freitag, 5. September 2014

Ahhh, la Rentrée

"Rentrée" nennen die Franzosen die Rückkehr nach den langen Sommerferien. Mein Gatte und ich sind zum ersten Mal seit 26 Jahren "kinderlos". Ja, das ist für uns ein bedeutender Einschnitt. Seit geraumer Zeit hat mein Gatte auch beruflich stark zurückgeschaltet... Während ich nach dem Urlaub so ganz langsam begann, mir Gedanken über eine mögliche Feng-Shui-Reinigung des Hauses zu machen, stürmte er auf den Dachboden und machte dort Ordnung, dann widmete er sich der Garage. 
Was soll bloß aus uns werden, nicht wahr? Ich habe vor mich hin gelacht, während ich den letzten Satz schrieb, also kein Grund, sich Sorgen zu machen. Wir haben keine Probleme damit, uns anderweitig zu beschäftigen. Aber was, eben, soll das Anderweitige sein? Als junger Mensch habe ich sehr viel gehandarbeitet, z.B. habe ich zuerst für mich selbst und später für meine Kinder Jacken und Pullover gestrickt und so. Dann kam eine Zeit, in der ein Reißverschluss oder vier Knöpfe mehr kosteten als eine komplette gekaufte Jacke! 
Ich häkelte gerne komplizierte Tischdeck(ch)en, mit relativ teurem Material und sehr vielen Arbeitsstunden... bis ich ähnliches Zeug wie meines für ein paar Mark auf Ramschtischen liegen sah! Made in the Philippines! Im Zeichen der Globalisierung waren auch meine Handarbeiten nichts mehr wert. Also hörte ich auf mit dem Handarbeiten. Natürlich waren die von mir gearbeiteten Sachen ein bisschen besser und ein bisschen schöner, aber dieses "ein bisschen besser und ein bisschen schöner" wurde ziemlich teuer erkauft. Jetzt, wo der Winter kommt, könnte ich mal wieder was handarbeiten.
Dann habe ich noch was im Kopf, von dem ich Euch vielleicht noch erzählen werde...
Außerdem wollen wir in Zukunft mehr reisen, deshalb kommt auch eine regelmäßige Arbeit außer Haus für mich nicht in Frage, denn da kann man nicht sagen: So, nächste Woche komme ich mal nicht, ne?
Einen Hund haben wir schon, und zwar in Gestalt von Fido, den regelmäßige Leser kennen. Ein Hund wie Fido ist ideal für Leute, die nicht immer zuhause sind.
Wie meine Leser, die mich persönlich kennen, wissen, lungere ich bei gutem Wetter nachmittags mit etwa gleichaltrigen Freundinnen im Schwimmbad herum. Gestern brachte ich das Gesprächsthema auf: Was macht Ihr mit den Kinderzimmern, wenn die Kinder weg/ausgezogen sind? Häufigste Antwort: Rolladen runter, Türe zu, einmal die Woche wird gelüftet, gesaugt und Staub gewischt (T's Variante: Türe offen)Zweite Antwort: So tun, als wären sie da, also täglich reingehen und lüften, einmal die Woche blablabla. Dies ist das erste Mal, dass mich dieses Thema betrifft. Solange ein Kind noch zuhause lebt, werden irgendwie auch die Räume der Geschwister benutzt. Mein ältester Sohn, z.B., bewahrt in seinem Zimmer die beste Schreibwarenausstattung auf: Tippex in allen Formen, Lineale aller Art etc. Der zweite hat die beste Elektronikausstattung, also im Sinne von Kabelzeug und so, und Bücher, die der Jüngste lesen will. Solange also einer da ist, werden alle Zimmer benutzt. Ach ja... Ich werde mich für die Variante "gründlich sauber machen, Rolladen runter, Türe zu" entscheiden. Und um mit einer heiteren Note zu enden: Bis ich fertig bin mit "gründlich sauber machen" ist der erste wahrscheinlich schon wieder da, haha.

Mittwoch, 9. Juli 2014

7:1 gegen Brasilien, ein historischer Tag! (Ist übrigens Nr. VII)


Fido im Freudenrausch!

Von diesem Ergebnis wird man noch lange, lange sprechen. 

Mein jüngster Sohn ist Betreuer in einem Ferienlager, in dem es weder Handy-Empfang noch Internet noch Fernseher gibt. Die wissen womöglich gar nicht, was sie verpasst haben. Letztes Jahr waren sie an einem Ort, wo sie Empfang hatten, wenn sie auf einen bestimmten Berg stiegen, ich glaube jedoch, dass sie heuer woanders sind (mit noch weniger Empfang). Vielleicht haben sie das Spiel in einer Dorfkneipe gesehen... Naja, wir werden es erfahren, wenn er wieder kommt, so, wie das früher war. Ging auch.

Freitag, 16. Mai 2014

Das Menü anlässlich der 1. Hl. Kommunion

Zuvor noch eine lustige Bemerkung des Kommunionvaters an seine Tochter: "Dein Sündenzähler steht jetzt auf null. Bitte sorge dafür, dass das eine Weile so bleibt!" Haha, fand ich witzig, das hatte ich noch nie gehört.
Also, das Wetter war am letzten Sonntag sehr gut. Um 12.15 Uhr war der Gottesdienst, der schön gestaltet war. Es gab zwölf Kommunionkinder. 
Als Bubenmutter und Friseurtochter fand ich die Kleider und Frisuren der Mädchen etwas schlicht. Meine Tochter wäre in Locken, Spitzen und Blümchen ertrunken!!! Aber vielleicht sind es ja auch die Kinder selbst, die sagen: "Ach, Mutti, ich will's nicht ganz so arg."
Anschließend waren wir in einem Park, wo massenhaft Fotos gemacht wurden. Das Kommunionkind mit einzelnen Gästen, das Kommunionkind mit seinen Gästen in verschiedenen Kombinationen, wobei bei sechzig Gästen die Kombinationsmöglichkeiten endlos sind. Als A. es leid wurde, wurde sie darauf hingewiesen, dass es Filmstars jeden Tag so geht, dass sie sich mit Hinz und Kunz fotografieren lassen müssen. Da posierte sie wieder bereitwillig. Ah, da fällt mir folgende Geschichte ein: Wir waren einmal abends spät auf dem Flughafen Madrid Barajas, der jetzt Adolfo Suárez heißt. Ist schon ein paar Jahre her. Wir saßen in einer ruhigen Ecke auf einer Bank und langweilten uns. Meine Söhne liefen herum und kamen plötzlich aufgeregt zurück: Wir saßen Rücken an Rücken mit dem spanischen Fußballstar David Villa!!! Und hatten es nicht bemerkt!!! Heftiges Getuschel, das kann er doch gar nicht sein, warum sollte der da sitzen, der wäre doch bestimmt in einem VIP-Bereich. Ich drehte mich vorsichtig um, das Etikett seines T-Shirts hing heraus, Größe M, der Gigant des runden Leders ist im richtigen Leben überraschend schmächtig. Ich widerstand der Versuchung, das Etikett reinzuschieben. Ist er's oder nicht? Auf dem Bildschirm liefen Sportberichte und wie es nicht anders sein konnte, erschien nach kurzer Zeit auch ein Interview mit ihm. Er trug dieselben Ohrringe wie der Typ, mit dem wir Rücken an Rücken saßen. Wow!!! Er war es tatsächlich. Er saß da einfach so und langweilte sich. Meine Söhne fragten ihn, ob sie sich mit ihm fotografieren lassen könnten, einer rechts, einer links. Er sagte ja und wir machten zwei Fotos. Die einzigen Promifotos, die wir haben. Wir sehen sonst nie berühmte Leute.  
So, und jetzt zurück zur Kommunion. Schnallt Euch an, es wird ernst: Um 14.15 kamen wir im Hotel an und durften an Tisch 1 sitzen.
Da es ziemlich heiß war, wurden als erstes Erfrischungsgetränke gereicht. Dann kam die erste Vorspeise:
1. Iberischer Schinken, Manchego-Käse
Dann die zweite:
2. Entenleberpastete auf einem Dattelbett
Dann die dritte:
3. Carpaccio vom Thunfisch mit Olivencreme
Und die vierte, von der ich ein Bild machte, weil ich dieses Gericht nicht kannte:
4. Gefüllte Seeigel (für jeden einen)
Die fünfte:
5. Gegrillte Meeresfrüchte
Anschließend ein Zwischengang:
6. Sorbet San Francisco
Dann kam der Hauptgang: 
7. Man konnte wählen zwischen einem Kalbssteak vom Grill, einer Kalbslende Jägerart, einem Kabeljau mit Kräuterkruste und einer Dorade vom Grill.
Dann kamen die Nachspeisen:
8. Stillleben von frischen Früchten 
9. Halbgefrorene Vanille-Haselnusstorte
Ja, das war der neunte Gang, zu dem es Sekt gab. 
Die halbgefrorene Torte war fünfstöckig, oben drauf stand eine Puppe von einem Kommunionmädchen. Unglaublich, nicht? Das Kommunionkind erhielt ein riesiges Schwert, um sie anzuschneiden. "Was soll ich denn mit diesem Schwert machen?" fragte sie ihre kleine Freundin, die neben ihr stand. "Hol' die Puppe herunter und hack' ihr den Kopf ab," empfahl die Freundin. Das war ernst gemeint. "Heute abend werde ich mit meiner Tochter ein ernstes Wort reden," sagte ihre Mutter. Hahaha. Denkt aber bitte nicht, dass die Kinder die ganze Zeit dabei sitzen mussten. Nee. Sie saßen an einem großen Tisch in der Mitte, hatten ein anderes Menü und einen eigenen Kellner, der auch auf sie aufpasste. Nach ihrem Essen wurden sie abgeholt und zusammen mit den Kindern von anderen Feiern in einem anderen Raum belustigt. Das war damals bei der Kommunion meiner Kinder auch schon so. Da wurden die Kleinen von Clowns abgeholt und woanders belustigt. Ich finde das sehr praktisch. Die Erwachsenen, bei denen es sich ja häufig um Leute handelt, die sich nur selten sehen, quasseln und quasseln ... die Kinder kommen dann irgendwann mit Luftballonfiguren o.ä. zufrieden zurück.
10. Anschließend gab es Kaffee.
Dann wurde zum Tanz in die Disko des Hotels eingeladen. Diese Möglichkeit wurde von den Kindern und Jugendlichen genutzt.     
11. Cocktails und - das fand ich interessant - Naschsachen wie Gummibären, Gummischlangen und Marshmallows und so.
So, das war's dann aber wirklich. Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht, wie lange sich dieses Gelage hingezogen hat: Bis 20.15, also sechs Stunden. Anschließend gingen wir noch eine Weile mit der Familie in der angenehmen Abendluft spazieren, dann begaben wir uns zu Bett. Eine sehr gelungene Feier!

Freitag, 11. Oktober 2013

Albtraum Kita

Kennt Ihr das, dass man aus einem Albtraum erwacht und den letzten Gedanken aus dem Albtraum noch weiterdenkt, also noch nicht ganz gerafft hat, was Traum und was Wirklichkeit ist? Mir ist das neulich passiert: Ich erwachte aufgeregt. Ich musste die Entscheidung treffen: Sollten wir lieber nach Süd- oder lieber nach Nordamerika auswandern? Diese Entscheidung musste sehr schnell getroffen werden. Europa machte die Schotten dicht, so hatte es geheißen. 
In meinem Traum war es endlich geglückt, ganz Europa zu vereinen, zu einem Land, so wie die USA. Es gab Kita- oder Krippenplätze für alle Kinder und alle Väter und alle Mütter arbeiteten.
Meine drei Kinder, die in Wirklichkeit ja erwachsen sind, waren klein. Der Gedanke, mich von ihnen trennen und sie in eine Kita geben zu müssen, sie den ganzen Tag der staatlichen Obhut anvertrauen zu müssen, war für mich unerträglich.
Die Grenzen wurden gerade zugemacht, man konnte aber noch raus aus Europa. Es waren die letzten Tage der Reisefreiheit. Die offizielle Sprachregelung war, wie oben schon gesagt, "die Schotten werden dicht gemacht". Entweder unsere kleinen Kinder müssten tagsüber in eine Kita oder wir müssten alles zurücklassen und fliehen. Ohne zu zögern entschlossen wir uns für die Flucht. Nach Nord- oder Südamerika. Und in diesem Moment war ich aufgewacht.
In der Wirklichkeit war es bei meinen Kindern so gewesen: Mein ältester Sohn war gut zwei, als er begann, den Wunsch zu verspüren, mit anderen Kindern zu spielen. Ich ging mit ihm spazieren und auf Spielplätzen sah er andere Kinder und freute sich. Ich kam mit Eltern ins Gespräch, er fand ein paar Freunde und ich auch. "Kinder, Kinder", rief er zu jener Zeit oft. Das bedeutete, ich solle mit ihm auf die Straße gehen und nach Kindern suchen, mit denen er spielen konnte. Von anderen Eltern erfuhren wir von einem privaten Kindergarten, der eine Gruppe mit Kindern ab zweieinhalb hatte. Dort meldete ich ihn an. An den ersten Tagen war er begeistert: "Kinder, Kinder", vier Stunden lang. Spielsachen, ein Garten, in dem sie toben konnten. In der zweiten Woche begriff er langsam, dass er da nun jeden Tag hin musste, das fand er dann doch nicht so toll und er weinte, als ich ihn dort ließ. Ich ließ mein Kind gegen seinen Willen im Kindergarten. Ich hörte ihn hinter der Türe weinen. Ich setzte mich draußen auf die Treppenstufen und weinte auch. Ab der dritten Woche ging er dann wieder sehr gern hin. Mit drei wechselte er in den normalen Kindergarten.
Mein zweiter Sohn hatte nicht so sehr den Wunsch nach "Kinder, Kinder" und kam mit drei in den Kindergarten. Dort war er der Liebling der Kindergärtnerin und ging gern hin. Mein dritter Sohn war eine ruhige Natur. Ihn störte das Geschrei der anderen Kindergartenkinder. Er hatte dieselbe Kindergärtnerin wie der zweite, aber er war nicht ihr Liebling. In jenem Jahr war ein schwarzes Kind ihr Liebling. Mein Sohn wechselte dann den Kindergarten, weil wir umzogen. Im neuen Kindergarten war es besser, die Kindergärtnerin hatte gar keinen Lieblinge. 
Wenn ich's mir jetzt so recht überlege: Ich habe das ganze Konzept der Krippen und Kitas nicht verstanden, stimmt's? Es geht gar nicht darum, dass Kinder ab einem bestimmten Alter die Gesellschaft anderer Kinder wünschen. Es geht gar nicht um das Wohl der Kinder. Es sind Kinderverwahranstalten. Das verursacht mir eine Gänsehaut. Und anscheinend auch Albträume. 

Dienstag, 18. Juni 2013

Aus D.s Kindheit

Die bekannteste Geschichte aus Davids Kindheit ist diese hier:
Als die Kinder klein waren, hatten wir die Gewohnheit, nachmittags nach der Schule bzw. dem Kindergarten (Unterricht von halb vier bis fünf) mit anderen Kindern und Müttern in einen Park mit Spielplatz zu gehen, der etwa 15-20 langsame Gehminuten von der Schule entfernt lag.
David war 3 als sich diese Geschichte zutrug. 
Wir waren also auf dem Spielplatz, die Kinder spielten, die Mütter saßen mit den ganz Kleinen außen herum und unterhielten sich. Einmal schaute ich auf und sah meinen David nicht. Ich dachte mir nichts dabei. Er konnte in der Anlage um die Rutschbahn sein oder hinter einem Gebüsch oder in der Betonröhre, die eine Eisenbahn darstellen sollte. Nach einer Weile schaute ich wieder auf und sah ihn wieder nicht. Ich erhob mich und schaute in die Anlage um die Rutschbahn, in die Betonröhre ... ich fragte seinen Bruder: "Hast du David gesehen?", die Antwort: "Nein". Wir schauten uns nach D. um, M. fragte die anderen Kinder, ob sie ihn gesehen hätten. Keiner hatte ihn gesehen. Keiner wusste, wo er war. Eine unangenehme Situation. Keiner hatte ihn gesehen. Die Kinder begannen ihn zu suchen, riefen seinen Namen. Ich geriet langsam in Panik. Ich überlegte mir, wie lange man wohl suchen müsste, bevor man die Polizei informierte. 15 Minuten. Ich wollte eine Viertelstunde lang suchen und dann die Polizei benachrichtigen. Damals gab es noch keine Handys. Um den Park standen acht- oder zehnstöckige Häuser. Die Polizei müsste jede einzelne Wohnung durchsuchen. Jemand hielt mein Kind gefangen. Oder hatte es verschleppt. Mittlerweile war der ganze Spielplatz in heller Aufruhr. Ein Bub war verschwunden. Die Kinder liefen herum und riefen: "David!, David!", die Mütter hielten besorgt nach ihm Ausschau. 
Ich fand ihn schließlich selbst. Er stand ein paar Meter hinter der Bank, auf der ich gesessen hatte, in einem Fliedergebüsch, zwischen drei zusammengepflanzten Fliedersträuchern, in der Mitte, mit geschlossenen Augen, den Kopf in den Nacken gelegt, und atmete den Duft der Blüten ein. Da hätte die Welt um ihn herum untergehen können. Als ich ihn ansprach war es, als erwachte er aus einem Traum. Er hatte von dem Geschrei und der Suche nichts mitbekommen. Ein fokussierter Mensch.
Einmal gingen wir durch die Stadt, das war nur wenig später. Ein schmaler Streifen des Bürgersteigs war aufgegraben. David lief gebückt an der Grabung entlang und betrachtete die Leitungen. Schließlich endete die Straße und mündete in eine andere. Wir mussten links gehen, die Grabung verlief aber nach rechts. Ich blieb mit M. und P., der im Kinderwagen lag, stehen. "Mal sehen, was er jetzt macht," dachte ich mir. Immer noch in gebückter Haltung bog er nach rechts ab und folgte den Leitungen. "Mal sehen, wie lange es dauert, bevor er bemerkt, dass er alleine ist", dachte ich mir. Es war ihm wurscht. Da die Straße sehr belebt war, musste ich rennen, um ihn wieder einzuholen bzw. einzufangen. Ich schimpfte ihn nicht. Was hätte ich da schimpfen sollen. Ich forderte ihn nur auf, in Zukunft auf belebten Straßen bei seiner Mama zu bleiben. 
Einmal, ein paar Jahre später, war nachts ein schlimmes Gewitter. Seine Brüder waren aufgewacht und zu meinem Gatten und mir ins Schlafzimmer gekommen. Wir standen am Fenster (aber in sicherer Entfernung von selbigem) und schauten zu, wie es blitzte, wie die Nacht von grellem, weißem Licht zerrissen wurde. Die Donnerschläge waren so heftig, dass alles zu beben schien. Der Sturm zerrte an den Rollläden. Das Gewitter war direkt über uns. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass ein Blitz in ein Haus in unserer Straße und ein anderer in unser gemeinschaftliches Schwimmbad eingeschlagen hatte. Ein Höllenspektakel. In jener Nacht hat in unserer Siedlung keiner geschlafen. Außer einem. Er beschwerte sich morgens, dass wir ihn nicht geweckt hätten, er hätte das Unwetter auch sehen wollen.
Und noch was: Wie Ihr wisst, haben wir die Kinder zweisprachig aufgezogen und achteten konsequent darauf, dass die Sprachen nicht gemischt wurden. Mit der Mama nur deutsch, mit dem Papa nur spanisch. Miteinander sprachen sie natürlich, wie sie wollten. So gab D. einmal seinem kleinen Bruder folgenden Rat: "Pon la Hand delante del Gesicht para que te haga Schatten." Er hätte auch umgedreht sagen können: "Halte die mano vor das cara, damit sie dir sombra macht." Haha. Kinder.

Mittwoch, 22. Mai 2013

White trash im Englischunterricht

Als wir da gestern so beim Mittagessen saßen und unsere in der Mikrowelle aufgetaute Lasagne vom Einwegplastikteller aßen, fiel meinem Sohn der Ausdruck "white trash" ein. Als "white trash" bezeichnen manche in den USA die von Hoffnung auf Besserung ihrer Lage ausgeschlossene weiße Unterschicht, die auf Plastikstühlen in ihren Mobilheimen sitzt und in der Mikrowelle aufgetaute Lasagne vom Einwegteller isst. Ja, white trash lautet die Bezeichnung, zu deutsch "weißer Müll". Der Ausdruck ist sehr hässlich und abwertend und sollte nur zum passiven Wortschatz gehören. Man sollte wissen, was er bedeutet, ihn aber nicht selbst benutzen. Dieses Wort lernt man sicher nicht in der Schule, es gehört zum PRIVATWISSEN, zum unserem privaten Wissen, das niemand bewertet außer wir selbst. Das Wissen, an dem wir uns erfreuen können und an dem wir nach Belieben feilen können. Es steht im Kontrast zum Schulwissen, das von irgendwelchen Säcken geprüft und benotet wird. Selbstverständlich gibt es Kinder und Jugendliche, die genau so verdrahtet sind, wie die Schule dies wünscht, bei denen sich Privatwissen und Schulwissen überlappen, aber das ist nicht bei jedem so.
Da wir beim Thema Englisch sind: In den USA wird Geschichte in der Schule als interessantes Fach unterrichtet. Mein Sohn fand dort Gefallen daran und las freiwillig nach seinem Geschmack zusätzliche Bücher. Er eignete sich ein recht beeindruckendes Wissen an. Zurück in Europa war Geschichte als interessantes Fach natürlich Geschichte. Wie die Europäer das schaffen, ich weiß es nicht. Muss Geschichte als Schulfach wirklich Sch--- sein? Um zu verhindern, dass er sein Interesse komplett verliert, forderte ich ihn auf, streng zwischen seinem Privat- und Schulwissen zu unterscheiden. Geschichtsunterricht in der Schule hat mit Spaß an geschichtlichem Wissen einfach nichts zu tun. Punkt. Es ist eine Formalität, durch die man durch muss.
Im Englischunterricht an bayerischen Gymnasien lernt man in einem der ersten Jahre, wie diese Lederhosen heißen, die Rodeoreiter über ihren Jeans tragen, diese Teilhosen, wisst Ihr, welche ich meine? Fragt mich nicht, wie das englische Wort dafür heißt, ich habe es wieder vergessen. Mein Neffe kennt es. Er kann jederzeit in englischer Sprache über Rodeobekleidung parlieren und hält dieses Wissen für Prüfungen parat. Wir haben jahrelang in den USA gelebt... ich hätte niemals Gelegenheit gehabt, das Wort zu verwenden, falls ich es gekannt hätte. Es gab keine Konversation, in die ich es hätte einflechten können. Echt nicht. Keine. Keine einzige. Null.
"White trash" habe ich dagegen des öfteren gehört. Und das ist Privatwissen. Selbstverständlich muss man das Schulwissen abrufbereit halten, aber das wirklich wichtige für uns als Menschen und nicht als Schüler ist das Privatwissen. Das, was ich im richtigen Leben verwende, das ist mein Privatwissen. "Aha, ich hab' da was verstanden, ja, ich kapiere das", das ist was Schönes! Und da kommt kein Blödi und sagt 2 oder 4. Ich, meins, mein Privatwissen. Yeah.   

Montag, 20. Mai 2013

Küche

Als ich heute im Supermarkt an der Kasse stand, habe ich mich ein bisschen geschämt, denn vor mir auf dem Band lagen Tiefkühllasagnen, Dosenbohnen, Pizzen, die man in der Mikrowelle heiß machen kann (die sind erstaunlich knusprig und gar nicht mal so schlecht), Pappteller, Plastikbecher... Ihr wisst, was ich meine. Meine Lieben sind solchen Schrott in solchen Mengen nicht gewöhnt. 
In New York hat die Kassiererin im Laden, in dem ich regelmäßig einkaufte, mal zu mir gesagt: "Bei Ihnen möchte ich gerne eingeladen sein, bei Ihnen gibt es immer gut zu essen. Das sehe ich an den Sachen, die Sie kaufen." Ja, da hätte man sagen können "Dann kommen Sie doch mal", habe ich aber nicht. Als ich einmal Fenchel kaufte, fragte sie mich: "Was machen Sie denn damit?" "Ich dünste ihn in etwas Weißwein, mit etwas Salz und Pfeffer und einem Tröpfchen Olivenöl." Sie schaute mich an als wollte sie sofort mit mir in unsere Wohnung kommen. 
Meine Einkäufe zurzeit sind anderer Natur. Tischgespräch, während wir den Dosenbohneneintopf in uns hineinstopften: Was gibt's zu essen, wenn die neue Küche fertig ist? Womit wird sie eingeweiht? Wir einigten uns auf Paella mit Meeresfrüchten. Zum Nachtisch Flan mit frischen Erdbeeren. Die Vorspeise muss ich mir noch überlegen. Als Aperitif gibt es einen Hugo. Mein Sohn, der heute aus Deutschland angereist ist, hat Holundersyrup mitgebracht, den gibt es nämlich in Spanien nicht. Hoffentlich ist er noch da (mein Sohn), wenn die Küche fertig ist. Für eine Mutter ist es schlimm, wenn sie ihr Kind nicht so verwöhnen kann, wie sie dies möchte. Hoffentlich wird auch das Wetter bald mal besser (naja, viel schlechter kann's nicht mehr werden. Gestern hatten wir zwischen 1º Grad (Tagestiefsttemperatur) und 10º Grad (Tageshöchsttemperatur). Ja, so ist das in Spanien. Der Klimawandel hat uns fest im Griff. Wir haben geheizt und gehen im Mantel aus dem Haus.) Von der Küchenfront gab es gestern natürlich nichts Neues, denn am siebten Tage ruhten die Handwerker. Heute sind vier zur Arbeit erschienen. Am Mittwoch soll die abgehängte Decke angebracht werden, am Donnerstag wollen sie an den Fußboden gehen.

Donnerstag, 7. März 2013

Kochen für Kinder - Voll genial

Spaghetti mit Hot Dogs. Megageil, nicht wahr? Das haben wir heute zu Mittag gegessen. Und wie haben wir das gemacht? Wir kochten die Spaghetti, fädelten sie dann auf eine sehr dicke Stopfnadel ... neee, Spässle. Es geht ganz anders und deutlich einfacher. Viel Arbeit macht es trotzdem. Aber ich finde es sooo beeindruckend. Muttis, damit könnt Ihr Euren Kleinen echt eine Riesenfreude bereiten. Ein faszinierendes Mittagessen.
Mein Sohn P. hatte mir auf Memebase ein Bild von diesem Gericht gezeigt, auf Pinterest ist es auch zu sehen. Ich finde es einfach genial - für Kinder und für Erwachsene mit kindlichem Gemüt. Für drei Personen hatten wir knapp 300 g Spaghetti (normal dick), 1 Packung Oscar Mayer Jumbo Hot Dogs (also 4 große, dicke Hot Dogs). Ich sag's Euch gleich: Es macht Arbeit. Würstchen in dicke Scheiben schneiden und durch jede Scheibe 10 Spaghetti schieben. Achtet darauf, dass ihr nicht zu nahe an den Rand geratet, damit die Spaghettis nicht die Wursthaut sprengen. Wir brauchten zu zweit zwanzig Minuten, um die Spaghetti in die Wurstscheiben zu schieben. Das Ergebnis unserer Bemühungen sah so aus:
Wie gewohnt kochen. Es funktioniert phantastisch. Gar kein Problem. Sobald der untere Teil der Nudeln weich ist, rutsch der obere nach. Geht echt genau wie immer.
Ich reichte eine Käsesauce (einfache Bechamel mit Parmesan und geriebenem Emmentaler verrühren, bis der Käse schmilzt) und Tomatensalat dazu. Puristen entscheiden sich vielleicht für die schlichte Variante und essen nur Ketchup dazu. Njam, njam, njam.

Freitag, 15. Februar 2013

Lustiger Wortwechsel

Mein erwachsener Sohn hat in den letzten Monaten viel Zeit mit seinen Großeltern verbracht und schwärmt davon, wie sehr sie ihn verwöhnen.
Ich sage: "Da behandeln sie dich genau wie ein eigenes Kind."
Er: "Nein, sie behandeln mich richtig gut."

Donnerstag, 5. April 2012

Lustiger Wortwechsel

Mein Sohn D. fragt: "Meinst Du, ich sollte nächste Woche nach Portugal fahren?"
Ich antworte: "Nein."
D.: "Dann interpretiere ich das mal als ja."
Ich: "Was!?!"
Mit den Worten "Gut, das wär' dann jetzt geklärt" verlässt er den Raum.

Montag, 2. Januar 2012

Prosit Neujahr!

Wir sind in lieber Gesellschaft, mit Raclette, Feuerzangenbowle, Brezel, Bleigießen, Feuerwerk und Abba-Karaoke gut ins neue Jahr gerutscht - wobei wir den eigentlichen Rutsch verpasst haben: "Noch dreißig Sekunden", sagte der Sprecher von Bayern 3. Da waren noch ein paar Gläser Sekt einzuschenken und zu verteilen ... dann spielte im Radio ein Walzer. Nach einer Weile kam jemand auf den Gedanken, dass die dreißig Sekunden um sein müssten ... Prosit Neujahr!
Mit dem Abba-Singwettbewerb unserer Gastgeber hatten wir riesigen Spaß, obwohl wir von der gegnerischen Mannschaft in Grund und Boden gesungen wurden. Mein erstes Karaoke. Und damit verbunden ein Wortwechsel, der allen Hoffnung machen wird, die zweifeln, ob sie mit ihren Kindererziehungsversuchen Erfolg haben werden:
Ich: "Das Karaoke-Spiel ist toll, ne?"
Mein jüngster Sohn: "Hmhm, ja, das ist Singstar."
Ich: "Gibt´s so was auch für unsere Playstation?"
Mein jüngster Sohn: "Willst Du das jetzt? Meine Güte, da wird wieder was angeschafft, mit dem ein paar Mal gespielt wird, dann fliegt´s ewig ´rum. Das brauchen wir echt nicht."
Ich glaubte mich selbst reden zu hören.
Kommentar dieser Mutter erwachsener bzw. fast erwachsener Kinder: Es fällt nicht alles auf fruchtlosen Boden.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Das spanische Schulwesen I

Wie Ihr wisst, macht unser jüngster Sohn in diesem Jahr in Spanien Abi. Eines der angebotenen Fächer war "Weltliteratur" und als Literaturfreund ließ er es sich nicht nehmen, dieses Fach zu wählen. Umfangreiches Privatwissen sollte selbstverständlich kein Anlass für gute Schulnoten sein (Chancengleichheit!), aber manchmal sollte es vielleicht doch das eine oder andere Pünktchen extra geben (Spässle, natürlich sollte es das nicht). Jedenfalls wurde das Thema "Russischer Realismus" behandelt und da durfte auch Alexei Tolstoi, der Autor unter anderem von "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina", nicht unerwähnt bleiben.

Bitte beachtet Punkt 4.1
Der Geburtsort ist auch falsch geschrieben
Mein Sohn, dessen Mutter ein Tolstoj-Fan ist und der kurz zuvor das Werk "Kindheit, Knabenalter, Jünglingsjahre" auf dem Couchtisch hatte liegen sehen, wagte zu fragen: "Heißt der nicht Leo oder Lew mit Vornamen?" Dem Lehrer, der die staatliche Erlaubnis zum Unterrichten des Fachs "Weltliteratur" auf Abitur-Niveau hat, war dies nicht bekannt. Er versprach, sich kundig zu machen, kam aber nie mehr auf das Thema zurück. 
Karl-Heinz Mann (der Autor der "Buddenbrooks", ej), der ein Bewunderer Tolstojs war, würde sich im Grab umdrehen. Wer sich für das Lehrbuch interessiert, hier ist eine Abbildung, es ist für 32,40 Euro im spanischen Buchhandel erhältlich. 
Titel: Literatura Universal (+ CD), Bachillerato
Autoren: Arevalo, Ayala, Duran, Lopez, Martin
Verlag: Casals
ISBN: 978-84-218-4030-6

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