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Samstag, 9. Mai 2015

Lustiger Wortwechsel

Ich habe gestern eine Rumbombe gebacken.
"Der Kuchen schmeckt heute besser als gestern," stellt mein Sohn D. fest.
"Er ist schön durchgezogen. Morgen schmeckt er noch besser," antwortet mein Gatte.
"Wie gut wird er erst in vier Wochen schmecken," witzelt D. Hahahahahahaha, oder?

Samstag, 30. August 2014

Edeka

Ich liebe diese Läden. Was es da alles gibt!!!!! Mehr oder weniger alles, eigentlich. Also an Lebensmitteln. Bei meinem letzten Besuch fiel mir unter anderem "Dr. Oetker Backin mit Safran" ins Auge. Hm, dachte ich mir, hm. Ich habe noch nie mit Safran gebacken. Ich kenne es nur von spanischen Reisgerichten, wo es der Paella Farbe und, wenn man viel davon verwendet, eine leichte Kartonnote verleiht. Safran ist ja ein Gewürz, aber ich muss Euch ganz ehrlich sagen, ich schmeck' da nix, außer vielleicht die Kartonnote. Aber als ich das Backin (Backpulver) mit Safran sah, erinnerte ich mich an den alten Kinderreim "Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen. Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen: Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl, und Achtung, jetzt kommt's: Safran macht den Kuchen gel'." Hm, dachte ich mir, hm. Und griff natürlich zu. Das Rezept für den Kuchen mit den sieben Sachen lokalisierte ich auf der Webseite von Dr. Oetker, nämlich hier klicken, mit dem Namen "Schneller Kastenkuchen". Den Namen finde ich unnötig abwertend, klingt irgendwie nach "faule Tussie, hat keinen Bock die Holunder-Williamsbirnen-Schnitten oder den Cranberry-Schoko-Mandel-Hupf zu machen", für die Dr. Oetker ebenfalls Rezepte bereit stellt. Ich habe den Kuchen genau nach Anleitung gemacht (abgesehen davon, dass ich das ganze Päckchen Backpulver rein habe und nicht nur 4 gestr. TL, wie es im Rezept heißt, denn was soll ich mit dem winzigen Restchen, das zurückbleibt, anstellen). Das ist dabei herausgekommen:
Löcker! Ideal zum Eintauchen in Milchkaffee! Die Konsistenz ist perfekt. Ein perfekter Kuchen, an dem ich nichts auszusetzen habe und den ich auf jeden Fall noch mindestens zweimal machen werde, denn das Backin mit Safran wird im Dreierpack verkauft.
Was habe ich noch bei Edeka gefunden? Cumberland Sauce!!! Danach suche ich schon so lange. Als wir Kinder waren, gab es an Geburtstagen manchmal Fondue und dazu gab es diese Sauce. Du meine Güte, wie lange haben wir schon kein Fleisch-Fondue mehr gemacht. Nun sah ich in einem Kaufhaus ein Fondueset aus Edelstahl der Marke Schulte Ufer für 19 Euro, heruntergesetzt von 99 Euro. "Warum ist denn das so billig?" fragte ich die Verkäuferin. "Es ist ein Ausstellungsstück, wir haben nur noch dieses eine und da fehlen die Gabeln." Da die Gabeln separat nur wenige Euro kosteten, griff ich zu. Die Verkäuferin ging ins Lager, den Kasten holen und da lagen die Gabeln drin. Ts. "Kriege ich es trotzdem für 19 Euro?" fragte ich. "Ja," antwortete sie. So kam ich sehr günstig in den Besitz eines hochwertigen Fonduesets. Aber ohne Cumberland-Sauce? Jetzt bin ich bei Edeka fündig geworden und der Fondue-Abend kann beginnen. (Da es echt schwierig ist, an diese Sauce zu kommen, werde ich ein Rezept dafür suchen und versuchen, den Geschmack, den ich ja jetzt vor mir habe, zu kopieren.)

Montag, 3. Februar 2014

Ich habe echte französische Madeleines gebacken!

Tadaaa! Da sind sie:
Im Supermarkt waren die entsprechenden Silikonbackformen für 5 Euro zu haben, da habe ich zugegriffen. Ich finde diese Madeleines zum Tee sooo elegant, deshalb hatte ich schon lange nach den Förmchen Ausschau gehalten. 
Und dann benötigte ich natürlich noch ein echt französisches Rezept und wie immer, wenn es echt französisch sein soll, begab ich mich zu Aurélies Blog http://www.franzoesischkochen.de/. Kennt Ihr diesen Blog? Ich finde ihn toll. Die Fotos sind wunderschön und Aurélie schreibt so lieb, eine gute Inspiration. Hier ist der Link zu Aurélies Madeleine-Rezept. Ich fasse mal rasch zusammen (mit meinen Änderungen): 3 Eier mit 120 g Zucker und 1 Esslöffel Honig mit der Küchenmaschine schlagen bis hellgelb. 100g Mehl mit 50 g gemahlenen Mandeln, 1 Teelöffel Backpulver und einer Prise Salz mischen und zugeben. 125 g geschmolzene Butter und 2 Esslöffel Rosenwasser oder Orangenblütenwasser, Amaretto, Cointreau oder sonst irgendein Aromawasser oder Likör ebenfalls unterrühren. Man kann auch mit abgeriebener Orangen- oder Zitronenschale würzen. Oder Kokos statt gemahlenen Mandeln? Leute, vielleicht auch mit ganz fein gehacktem kandiertem Ingwer??? Cointreau, Orangenschale und ganz dünner Schokoguss???  Den Teig vor dem Backen 10 Minuten ruhen lassen. Die Silikonform mit etwas Öl auspinseln und ein ganz kleines bisschen Zucker hineinstreuen. Den Teig hineingießen. Achtung, der Teig geht auf, jedes Förmchen nur zu 3/4 füllen. 15 Minuten bei 150º Grad im Umluftherd backen. Mit Ober- und Unterhitze 5 Minuten länger. Ich werde diese Dinger oft backen, ich sehe es kommen. Die Konsistenz ist himmlisch!
Dieses Rezept weist Änderungen im Vergleich zu Aurélies Rezept auf, das Originalrezept könnt Ihr ja oben anklicken. Ich habe aber auch, wie eine Kommentatorin des Rezepts, beobachtet, dass die zweite Ladung, die ja warten musste, während die erste buk, sich leichter verarbeiten ließ und besser wurde. Deshalb empfehle ich die Ruhezeit für den Teig, die es bei Aurélie nicht gibt. Sie empfiehlt auch nicht, die Förmchen einzufetten, aber da meine erste Ladung ein bisschen anhing, kam ich von selbst darauf. Yeah, gell? Ansonsten ist das Rezept wunderbar und geht super schnell. 

Montag, 18. November 2013

Das perfekte Dinner - der perfekte Nachtisch für Kinder

Letzte Woche habe ich mir jeden Tag um 19.00 Uhr auf Vox "Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi?" reingezogen. Am Freitag kochte der richtige Profi Tom bzw. Ludwig und er kochte richtig leckere Sachen. Die Vorspeise waren Thunfischvariationen, mhmhmh, wo ich so gerne Thunfisch esse. Die Hauptspeise war Tomis Surf and Turf. Die Nachspeise war ein bunter Teller, unter anderem mit Mascarponeeis mit Peta Zetas. Und Letzteres habe ich heute nachgemacht. Natürlich nicht mit flüssigem Stickstoff wie der Herr Profikoch, sondern mit meiner Eismaschine. Wenn man flüssigen Stickstoff im Internet bestellt, kommt man wahrscheinlich auf irgendeine Bombenbastlerliste und darf nie mehr fliegen. 
Das Eis ist ganz einfach zu machen. Ich bereitete gleich mal die doppelte Menge zu, die ergibt sechs kleine Portionen. Originalmengen: 150 g Mascarpone, 100 ml Sahne, 1 Eigelb, 10 ml Rum (das ist ein 3/4 Esslöffel voll), 30 g Zucker. Alles mit dem Pürierstab mixen, in die Eismaschine geben, warten, bis fertig. Einfacher geht's nimmer, oder? Vor dem Servieren das Peta Zetas-Zeug drüber streuen, das auf der Zunge explodiert. Suuupi, sage ich Euch. Für kleinere Kinder kann man vielleicht den Rum durch einen Fruchtsirup oder Erdbeermarmelade ersetzen. Wer keine Eismaschine hat, kann seine kleinen Gäste ja auch mit gekauftem Eis mit Peta Zetas erfreuen. Leute, das als Nachspeise und als Hauptgericht die spektakulären Würstchen-Spaghetti, 
Anleitung siehe hier, da werden Eure kleinen Gäste begeistert sein.
Toll und für mich nachmachbar waren auch die Limonentartes. Die habe ich noch nicht gemacht, sie stehen aber definitiv auf meiner Liste. Ich schreib' das Rezept mal rasch hier hin: 20 g Butter, 50 g Vollkornbutterkeks, 10 g Zucker, 5 g Mehl, 2 Limonen, 100 ml gezuckerte Kondensmilch, 2 Eigelb, Sahne und Zucker für die Deko. Ist wieder so eine Puppenküchenmenge (für 5 Minitartes, ich würde aber wieder die doppelte Menge machen, also 10 Minitartes, in meiner Muffinform ist ja Platz), aber er serviert dies, das Eis mit Peta Zetas und noch viel mehr ja, wie gesagt, gleichzeitig. So. Wie geht's? Ich schreib's einfach mal aus dem Internet ab: Für den Boden die Butter zerlaufen lassen und die Kekse in der Moulinette zerkleinern. Dann Zucker, Mehl und Butter zugeben und alles fein kuttern (kuttern? Noch nie gehört. Aber wir können uns ja vorstellen, was gemeint ist.) Diese bröselige Masse in 5 kleine Silikonformen verteilen (er hatte da so Spezialformen, in meinem Fall wäre das eben die Muffinform) und mit Hilfe eines Löffels fest an Boden und Rand drücken.
Für die Füllung die Limonen waschen und trocken reiben [...]. Schale abreiben [...], Limonen halbieren und auspressen. Wir benötigen 40 ml Saft. Limonensaft und Limonenschale mit der süßen Kondensmilch und den Eigelben verrühren. Die Masse in Tarteformen geben und im Ofen bei 100º Umluft ca. 8 - 10 Minuten backen. Die Masse sollte nicht bräunen, sondern lediglich stocken. Die Tartes komplett auskühlen lassen und aus den Formen nehmen, dann mit geschlagener Sahne garnieren. 
Okay, ne? Werde ich bei Gelegenheit, so Gott will, mal nachmachen. 
Sehr lecker sah auch der Mangostrudel vom Dessert vom Vortag aus, das von Bernd, dem Rechtsanwalt, serviert wurde. Meiner Meinung nach ebenfalls sehr leicht nachzumachen. Entscheidend ist hier, dass man an eine gescheite Mango kommt. Wie schwer das ist, wurde auch in der Sendung angesprochen. Man benötigt also (und ich schreibe ab): 1 Mango, 50 g Zucker, Vanillezucker, 1 Päckchen Strudelteig (das war so wie Filo), 100 g Butter, 1 Eigelb. Eine Mango grob würfeln. Zucker in einer Pfanne schmelzen lassen. Die Mangowürfel zugeben und kurz Flüssigkeit ziehen lassen. Mit Vanillezucker würzen. Eine Strudelplatte mit flüssiger Butter bestreichen (da hat er einen Backpinsel benutzt). Eine Zweite darauf legen. Darauf die Mangowürfel. Einrollen und mit Butter und Eigelb bestreichen. Im Ofen bei 180º goldbraun backen. Sah sehr löcker aus.  

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Weihnachtsvorbereitungen

Wir wollen heuer Weihnachten mal wieder in Spanien verbringen (zum zweiten Mal!). Heute ist hier Feiertag und ich habe die Zeit genutzt und mit der Weihnachtsdeko angefangen. Ich hatte ein Vorher-Bild vom Tisch, aber mit zusammen ungefähr 100 weiteren Fotos habe ich es beim Überspielen auf den Computer verloren. Mist!


Der Adventskranz sieht genauso aus wie im letzten Jahr. Eigentlich wollte ich heute auch noch Plätzchen backen. Ich war auf der Seite von chefkoch.de. Ich wollte sehen, wie weit die anderen Leute mit Backen sind. Der Thread ist von 2005. Anfang November waren die Leute schon am Überlegen und auch am Backen. Ich war echt beeindruckt, wie früh die Leute anfangen und wie viele Sorten sie backen! Wenn ich so früh backen würde, hätten wir an Weihnachten nichts, da wäre alles schon gegessen. Naja, gut. Ich kontrollierte meine Vorräte und stellte fest, dass ich nur ein einziges Stück Butter in der Tiefkühltruhe hatte. Also ging ich einkaufen und kaufte Mehl, Zucker, Eier, Kakao, Nüsse, Marzipanrohmasse, Orangeat und Zitrone sowie Zimt. Fehlt was, gell? Das stellte ich auch fest, als ich wieder zuhause war. Die Butter. Mist! 


Das Krippchen habe ich auch schon aufgebaut. Ich weiß, es ist zu früh, aber was gemacht ist, ist gemacht. Ich mache immer alles in letzter Sekunde, ich muss mir echt auf die Schulter klopfen, dass es heuer nicht so ist.
Mein Gatte ist das Gegenteil von mir. Er ist ein Minimalist und macht das, was sich nicht vermeiden lässt, so zeitig wie möglich. Für ihn wäre auch ein Adventskalender einfach eine zusätzliche Belastung: jeden Tag an die Türchen denken zu müssen. Entweder würde er seine Sekretärin beauftragen sich darum zu kümmern und jeden Tag eins zu öffnen oder er würde vorarbeiten und am ersten Tag gleich mal sieben Stück aufmachen, dass er dann eine Woche lang nicht dran denken müsste.
Mein Sohn P. hat einen Adventskalender mit Schokoladenfüllung, einen von den Mittelgiftigen vom Discounter.   
Ja, so fiebern wir dem Weihnachtsfest entgegen.
Meine beiden älteren Söhne wollen am 21. Dezember anreisen. Der eine mit der Fluggesellschaft LAN, der andere mit Iberia. Die Iberia-Angestellten wollen vom 17. bis 21. Dezember streiken. Toll, ne? Dann ist in Madrid-Barajas die Hölle los, egal mit welcher Gesellschaft man fliegt.
Im Radio haben sie letztens erzählt, Iberia hätte in den vergangenen dreieinhalb Jahren (seit sie mit British Airways zusammengegangen sind) 35 Mal gestreikt. Ich weiß nicht, ob da die Generalstreiks, die Streiks des Bodenpersonals und die Streiks der Fluglotsen usw. eingerechnet sind. Ich denke mal nicht. 
Kinder, macht Euch keine Gedanken. Es ist weder das erste noch das letzte Mal, das so etwas passiert (siehe hier). Das Einzige, was zählt, ist, dass man heil ankommt. Hier wird mittlerweile dekoriert und geputzt und gebacken und ganz allgemein das Weihnachtsfest vorbereitet. Alles Gute, Leute! 

Donnerstag, 22. März 2012

Supergute Muffins mit Möhren, Ananas und Nüssen


Hiermit verrate ich Euch mein bestes Rezept für Muffins bzw. Madalenas, wie man sie in Spanien nennt. Das ursprüngliche Rezept war ein amerikanisches Kuchenrezept, das ich ein bisschen an unseren Geschmack angepasst habe. Ich habe diese Muffins schon oft gebacken, auf vielfachen Wunsch auch für Feste, und sie waren immer ein Riesenerfolg. So, genug des Eigenlobes.
Die Menge ergibt ungefähr 40 Muffins, sie lassen sich sehr gut einfrieren (einfach außerhalb des Gefrierschranks wieder auftauen lassen) und natürlich auch Gästen mitgeben.
Für die Zubereitung dieses Gebäcks benötige ich 1 1/2 Tassen (275 g) Zucker, 2 Päckchen Vanillezucker, 1 1/3 Tassen (315 ml) Pflanzenöl (ich verwende 215 ml Sonnenblumenöl und 100 ml mildes Olivenöl (also solches ohne bitteren Nachgeschmack), 3 extra große oder 4 kleine Eier (Raumtemperatur!!!), 2 1/2 Tassen (350 g) Mehl, 2 Teelöffel Zimt, 2 Teelöffel Natron, 1 große Prise Salz, 1 Tasse Rosinen, 1 Tasse grob gehackte Walnüsse, 1 Pfund grob!!! geraspelte Möhren, 1 kleine Dose (236 ml) Ananas, Ananas fein hacken und wieder mit Saft mischen (nicht der Einfachheit halber pürieren, ich hab's ausprobiert, das wird nichts).
Ofen auf 170º Grad vorheizen und die Muffinpapierchen in die Muffinform legen.
Mit dem Handmixer Zucker, Vanillezucker, Öl und Eier schlagen, bis die Masse schön gelb ist. Mehl, Zimt, Natron und Salz darauf geben. Die trockenen Zutaten, die obendrauf liegen, vorsichtig mit einer Gabel mit einander mischen, bevor man sie mit dem Mixer mit den feuchten Zutaten darunter verrührt (so spart man die Schüssel, in der man eigentlich die trockenen Zutaten mischen müsste, denn das Natron darf nicht nass werden, bevor es nicht mit dem Mehl gemischt ist). Auf einem Teller mische ich die Rosinen mit den grob gehackten Nüssen und einem Esslöffel Mehl (damit sie im Teig nicht nach unten sinken). Die grob geraspelten Möhren und die fein gehackte Ananas mit dem Ananassaft unter den Teig rühren, dann die Rosinen und die Walnüsse ebenfalls zugeben. Gut mischen, aber nicht stundenlang rühren. In die Muffinförmchen füllen. Bei 170º Grad 25 bis 30 Minuten backen. Fertig.

Samstag, 28. Januar 2012

Brownies - ausführliches Rezept

Ich habe heute mal wieder Brownies gebacken. Das Rezept habe ich vor Jahren von einer Backschokoladenpackung abgeschrieben. Es ist lecker, ganz einfach und hat den Vorteil, dass man außer dem Backofen, der Mikrowelle und einem Kochlöffel keine Geräte braucht und nur eine Schüssel schmutzig macht. Man benötigt 200 g Backschokolade, 125 g Butter, 200 g Zucker, 2 Eier, 250 g Mehl und 100 g grob gehackte Walnüsse und geht wie folgt vor: Ofen auf 160º Grad vorheizen. Flache Form mit Backpapier auslegen.
Nun müssen Butter und Schokolade ge- und verschmolzen werden. Mit diesem Ziel zerteilt man die Schokolade grob und gibt sie mit der Butter in eine Schüssel. Dann erhitzt man beides vorsichtig und kurz in der Mikrowelle. Wenn die Hitze zu stark ist oder die Mischung zu lange in der Mikrowelle steht, wird die Schokolade bröselig und eklig, alles schon da gewesen, also vorsichtig. Lieber zwischen durch, so nach 45 Sekunden, mal umrühren.  Man hat nun eine  homogene, dick-flüssige Schokoladensoße/-pampe, in die man den Zucker rührt. Die Eier werden in einer Tasse leicht geschlagen und kommen ebenfalls dazu und werden untergerührt. Dann geht's ans Mehl, das ebenfalls untergerührt wird. Wer keine grob gehackten Walnüsse hat, sondern diese selbst hacken muss, tut dies mit einem großen Messer auf einem großen Schneidbrett. Alle Nüsse auf einen Haufen, Messer in Schneidposition bringen, Messerspitze mit der linken Hand in Position halten und nicht schneiden, sondern immer rauf und runter über die Nüsse fahren. Als wär's ein Papierschneider, wie dieses Gerät, mit dem die Fotografen Passfotos auseinander schneiden. So. Nüsse auch noch unter den Teig mischen. Teig browniehoch in die Form geben (der Teig geht nicht auf, ist ja kein Backpulver drin). 20 bis 22 Minuten backen, rausholen, auch wenn die Brownies noch nicht fertig scheinen (so stand's im Rezept und meine Erfahrung bestätigt die Richtigkeit dieser Empfehlung). Abkühlen lassen, in Rechtecke schneiden. Fertig. Einfacher geht's kaum noch, oder? 
Heute begab es sich nun aber in meiner Speisekammer, dass unter der Tafel Schokolade, als ich sie hochhob, eine Packung getrocknete Aprikosen lag. Hm. Ein Zeichen, ein Wink? Hm. Ich hackte 100 g Trockenaprikosen ... Hier haben sich in letzter Zeit auch etwa 10 Packungen Cranberries angesammelt. Wisst Ihr, wie das geschah? Cranberries gab es ja früher in Deutschland oder Spanien überhaupt nicht. Wer sie wollte, musste sie aus den USA mitbringen oder sich mitbringen lassen. Jetzt sieht man sie manchmal in Läden. Okay, ich sah sie beim Aldi. Heh, toll, gleich mal drei Packungen mitgenommen. Dann sah ich sie in einem anderen Laden. Heh, toll, gleich mal zwei Packungen mitgenommen. Usw. Anscheinend gibt's die jetzt überall. Ich benutze sie hauptsächlich für den schnellen Salat, den ich in meinem Eintrag vom 10. Dezember 2010 beschrieben habe. Kurz und gut: Ich hackte auch noch 100 g Cranberries und gab sie mit den Aprikosen zusammen an den Teig. Ich backte den Teig fünf Minuten länger als üblich. Foto siehe oben. Ein Riesenerfolg bei meiner Familie! Saftiger als sonst. Und natürlich auch eine Idee gesünder, wenn man im Zusammenhang mit Plätzchen überhaupt das Wort "gesund" in den Mund nehmen darf. Enjoy! 

Samstag, 12. November 2011

Jamie Oliver: Earl Grey Tea Loaf


Leute: Wow. Wow. Gestern gemacht und ich muss Euch gleich berichten: Wow.
Earl Grey Tea Loaf ist ein Früchtebrot, das mit Earl-Grey-Tee gewürzt wird. Es ist saftig und köstlich. Wer jetzt sagt: „Igitt, Earl-Grey-Tee kann ich gar nicht leiden“, für den ist das Rezept natürlich nicht geeignet, denn man sollte wirklich Earl-Grey-Tee verwenden und nicht irgendeinen anderen schwarzen Tee, denn das feine Bergamotte-Aroma ist es, das dem Brot seine besondere Note verleiht.
Also, was braucht man? 6 Beutel Earl Grey Tee, 400 g Trockenfrüchte (Rosinen, Sultaninen, Kirschen, Cranberries) (Im Laden hatten sie keine getrockneten Kirschen, wohl aber getrocknete Blaubeeren, also ersetzte ich die Kirschen durch Blaubeeren. Ich glaube, alle Trockenfrüchte sind okay und man könnte auch Aprikosen oder Zwetschgen etc. nehmen.), 1 Orange, 1 großes Ei von freilaufenden Hühnern (möchte Jamie. Wie spezifisch wird’s denn noch??? 1 großes Ei vom freilaufenden männlichen Zwerghuhn??? Ich hatte jedenfalls nur ein kleines freilaufendes Ei. Außerdem hatte ich meine Zweifel, ob ein einziges Ei den ganzen Teig zusammenhalten könnte (kann’s), deshalb verwendete ich zwei kleine Eier von freilaufenden Hühnern unbekannter Rasse), 300 g golden Caster Sugar (golden Caster Sugar ist ein besonders feiner brauner Zucker, irgendwo zwischen gewöhnlichem Zucker und Puderzucker. Nach meinem Dafürhalten kann man für dieses Rezept entweder braunen Zucker in der Kaffeemühle etwas feiner mahlen oder man nimmt einfach irgendeinen Zucker. Ich glaube, die Zuckersorte ist wurscht. Ich hatte Caster Sugar, aber keinen goldenen/braunen.), 400 g self-raising flour (das gibt es in Deutschland ja auch nicht, ist aber kein Beinbruch, man nimmt einfach gewöhnliches Mehl und die entsprechende Menge Backpulver (4/5 von einem Päckchen, denn die Päckchen sind ja normal für 500 g) sowie eine Prise Salz), 1 gestrichener Teelöffel Mixed Spice (Das ist eine englische Gewürzmischung, die Zimt, Piment, Muskat und eventuell Nelken, Koriander oder Ingwer usw. enthält. Ich nehme jetzt mal einfach so an, dass Ihr diese Mischung auch nicht vorrätig habt. Meiner Meinung nach kann man sie durch Lebkuchengewürz ersetzen. Ob ein gestrichener Teelöffel Lebkuchengewürz eventuell zu viel ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich hatte chinesische Fünf-Gewürze-Mischung, da ist auch so ähnliches Zeug drin, die habe ich verwendet, die ist auch okay. Oder man nimmt einfach, was man eben hat), noch etwas Muskat zusätzlich, 1 Zitrone und gegebenenfalls Wensleydale-Käse zum Servieren. Ich habe extra Wensleydale-Käse gekauft, der ist sehr, sehr gut - Käse können sie, die Engländer -, aber zum Geschmackserlebnis des Earl-Grey-Tea-Loaf trägt er meiner Meinung nach nichts bei (im Gegensatz zu guter Butter, aber darauf komme ich noch).
Also, wie geht’s? 4 der Teebeutel mit 300 ml kochendem Wasser übergießen, ein paar Minuten ziehen lassen, dann die Teebeutel aus dem Wasser nehmen. Getrocknete Früchte in eine Backschüssel geben, Schale der Orange darüber reiben, alles mit dem heißen Tee übergießen, umrühren, ein paar Stunden stehen lassen, idealerweise über Nacht.
Ofen auf 180 Grad vorheizen. Kastenform mit Backpapier auslegen. Das Ei schlagen, zu den Früchten geben. 200 g vom Zucker dazu geben. Mehl (gegebenenfalls mit Backpulver und Salz), Gewürze, Muskat und den ausgepressten Saft unserer Orange dazu. Durchrühren. Jamie weist darauf hin, dass diese Mischung, auch wenn sie etwas zu trocken aussehen mag, okay ist. So, ab in die Form und ab in den Ofen, wo der Tea Loaf 1 Stunden und 10 Minuten verbleibt. Alllso, ich habe meinen Kuchen nach einer guten halben Stunde mit Alufolie abdecken und die Temperatur 10 Grad tiefer schalten müssen, sonst wäre er zu schwarz geworden. Das lag vielleicht daran, dass ich einen Umluftherd benutzte. Die letzten Minuten entfernte ich die Alufolie wieder.
Während der Kuchen so vor sich hin backt, macht man den Sirup, die Krönung des Kuchens. Die zwei übrigen Teebeutel in ein Töpfchen mit 200 ml Wasser geben, dazu die Schale der Zitrone (diesmal habe ich sie nicht abgerieben, sondern mit einem Kartoffelschäler abgeschält) und ihren Saft. Zum Kochen bringen, nach ein paar Minuten die Teebeutel entfernen. Die übrigen 100 g Zucker dazu geben. Ohne Umrühren (warum das denn?) wieder zum Kochen bringen und dann bei kleiner Hitze 5 bis 10 Min. köcheln lassen bis sich die Mischung auf die Hälfte reduziert hat.   
Jamie füllt den goldenen Sirup nun in einen Krug (Was hat er bloß mit seinen Krügen? Ich hab’ keinen dreckig gemacht.).
Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt mit einem Cocktail- oder sonstigen Spieß viele kleine Löcher oben in den Kuchen machen und den Sirup darüber schütten. Ich machte mir da ein bißchen Gedanken wegen der Löcher und dem Sirup ... ich dachte, wenn der Sirup richtig reinziehen soll, dann nimmt man vielleicht besser einen etwas dickeren Spieß. Ich löffelte den Sirup dann vorsichtig auf die Kuchenoberfläche.  Der Kuchen war der totale Erfolg. Wenn der ganze Sirup aufgesaugt ist, nimmt man den Kuchen aus der Form und lässt ihn abkühlen. Zum Servieren empfiehlt Jamie eine Tasse Tee und Butter oder ein paar Gläschen Sherry und Wensleydale-Cheese als After-Dinner-Treat. Wie gesagt, Wensleydale ist ein sehr leckerer, leicht säuerlicher, krümeliger Kuhmilchkäse und ich bin froh, dass ich ihn durch diese Empfehlung kennengelernt habe, aber zu diesem Kuchen würde ich ihn nicht essen. Mit guter Butter bestrichen ist der Earl-Grey-Tea-Loaf ein Traum.

Donnerstag, 14. April 2011

Inflation und Käskuchen nach einem alten Familienrezept

Die Hausfrauenversion von Clarke's "Sicilian style ricotta cheesecake with candied peel"

Um noch einmal auf den Käskuchen letztens bei Clarke's (siehe Eintrag: Restaurant in London: Clarke's) zu sprechen zu kommen: Ein Stück kostete 8 Pfund. Okay. Plus 12,5 % service charge. 9 Pfund. In Euro etwa 10,62. Und nun kommt's: In D-Mark 20,70. Zwanzig Mark und siebzig Pfennig für ein Stück Käskuchen. Für den ganzen Kuchen (x 12) zweihundertachtundvierzig Mark und fünfzig Pfennig. Holy Manoly, wie mein Sohn D. sagen würde. Ich weiss, ich weiss, wir müssen echt aufhören, Beträge in D-Mark umzurechnen, heute früh hat's mir mein Gatte erst wieder gesagt. Die Inflation liegt seit Jahren bei rund 2 % und fertig. Der Preis für ein Brot ist bei dem Bäcker, der uns in Spanien das Brot ins Haus bringt, seit Einführung des Euro vor acht Jahren von 30 auf 80 Cents gestiegen. Das sind doch 2 % pro Jahr, oder? Die Formel für die Berechnung ist mir im Moment nicht geläufig. 
Wie ich Euch bereits im entsprechenden Post zu Clarke's erzählt habe, schmeckte der Kuchen ziemlich genau wie der, den ich nach einem alten Familienrezept backe. Bei meiner Urgrossmutter seligen Andenkens gab es immer diesen Kuchen.


Auf diesem Foto seht ihr meine Urgroßmutter und mich auf ihrem Schoß. Wer jetzt meint, dieses Foto sei ja gar nicht aktuell, der hat recht. Es stammt aus dem Jahr 1965.
Ich glaube, wenn man ihr erzählen würde, dass man ein Stück Käskuchen für zwanzig Mark gegessen hat, wäre sie weniger überrascht als mancher Jüngere. Also, wer bei einem Materialwert von 3-4 Euro und einem Zeitaufwand von etwa einer Stunde ein Produkt herstellen möchte, das in manchen Lokalen für 140 Euro verkauft wird (hab' ich mich irgendwo verrechnet???), der holt jetzt seine Backschüssel heraus und heizt den Ofen auf 165º vor. Für den Teig benötigt man 150 g Mehl, einen halben Teelöffel Backpulver, 65 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei, 65 g Margarine. Diese Zutaten werden verknetet, 2/3 davon werden auf dem Boden einer Springform verteilt (vorher mit Backpapier bedecken). Das letzte Drittel Teig wird mit einem Esslöffel Mehl verknetet und als Rand verwendet. Ich bilde den Rand, indem ich eine Rolle forme, außenrum lege und etwas hochdrücke. Der Teig kommt nun 15 Minuten in den Ofen, herausnehmen, Rand vorsichtig von der Form lösen. Für die Creme werden 750 g Magerquark mit 150 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 2 1/2 (zweieinhalb) Eigelb, Zitronenbacköl (oder einem Esslöffel Zitronensaft), 250 ml Milch und 1 Päckchen Käsekuchenhilfe verrührt (die Käsekuchenhilfe steht im Rezept, ich hatte aber natürlich keine und ersetzte sie durch 1 Päckchen Vanillepuddingpulver. Wer auch kein Vanillepuddingpulver hat (soll vorkommen), der nimmt 2 Esslöffel Speisestärke). Anschließend das Rührgerät unter fließendem Wasser abspülen, sonst gelingt es nämlich nicht, damit die 3 Eiweiß sehr steif zu schlagen. Steifgeschlagenes Eiweiß vorsichtig unter die Creme heben, Mischung auf dem Tortenboden verteilen, glattstreichen. Übrig gebliebene Eigelbhälfte mit etwas Milch mischen und den Kuchen damit bestreichen. 70 Minuten backen, dann den Rand sofort ablösen. Kuchen jedoch nicht aus dem Ofen nehmen, sondern den Ofen abschalten, 10 cm öffnen, 10 Minuten warten, weitere 10 cm öffnen,  weitere 10 Minuten warten, dann den Kuchen im ganz offenen Ofen abkühlen lassen. So verhindert man, dass der Kuchen zusammenfällt. So, Handwerkszeug in die Spülmaschine, fertig.
Bei Clarke's war ein mit Puderzucker bestäubtes Minzzweiglein drauf (bei mir heute auch), dazu gab es ein Orangensößchen. Das Sößchen machte ich aus Bitterorangenmarmelade (ich kaufte eine mit möglichst viel Schalenstreifchen, so war's nämlich auch bei Clarke's), die ich beim ersten Versuch mit Cointreau verrührte (der Cointreau hat alles erschlagen, das war keine gute Idee), beim zweiten mit Wasser und einem Tropfen Cointreau, das war richtig gut. 
Bei Clarke's lag noch ein Teiggitter obendrauf. Wer auch ein Teiggitter auf seinem Kuchen haben möchte, macht einfach doppelt soviel Teig, schneidet die Hälfte in feine Streifchen und legt ihn gitterförmig auf die Quarkmasse.   

Samstag, 22. Januar 2011

Ach, übrigens ... ich hatte die “Butterblümchen” gebacken



Vor Weihnachten stand in der Bild-Zeitung das Rezept für die Lieblingsplätzchen des Papstes. Es stammt von Agnes Heindl, der 85-jährigen Haushälterin seines Bruders. Rezepte von 85-jährigen Pfarrhausköchinnen können nicht schlecht sein, dachte ich mir und probierte es mal aus. Es handelt sich um ein einfaches Buttergebäck, dessen Besonderheit für mich darin liegt, dass der Teig zwischen zwei Plastikfolien dünner ausgerollt wird, als ich das normalerweise mache. Die Technik des Ausrollens zwischen Frischhaltefolien oder aufgeschnittenen Gefrierbeuteln kannte ich nicht, ich muss Euch aber sagen, ich bin davon begeistert und werde sie künftig auch für andere Plätzchen benutzen. Ich rolle Plätzchenteig eigentlich auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus, wie man das schon immer gemacht hat. Dadurch werden die Plätzchen – besonders die letzten – natürlich mehliger. Durch die neue Technik wird das vermieden und es haftet auch kein Teig am Nudelholz an, also: Supi! und es funktioniert wirklich.
Das Rezept lautet wie folgt: Zutaten: 300 g Mehl, 185 g Butter, 90 g Zucker, 3 Eidotter. Zubereitung: Butter, Zucker, Eidotter gut schaumig rühren, das Mehl dazu geben. Teig ruhen lassen, ausrollen, ausstechen, bei mäßiger Hitze backen und noch warm in feinem Zucker wälzen. Das Geheimnis: Vor dem Ausstechen in einer Plastikfolie messerklingendünn ausrollen. Kaum aus dem Ofen (7-8 Minuten) ... in eine Lebkuchendose und in einen kühlen Raum.
Ich habe erst die Butter, die Raumtemperatur hatte, mit dem Handmixer schaumig gerührt, dann den Zucker dazugegeben, weitergerührt, dann die Eidotter dazugegeben, weitergerührt, dann das Mehl dazugegeben und idem. Dann wickelte ich den Teig in Frischhaltefolie und legte ihn über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag rollte ich ihn wie oben beschrieben aus, stach die Blümchenförmchen aus und buk die Plätzchen sechs bis sieben Minuten lang bei 160 Grad (das ist für mich eine mäßige Temperatur). Dann legte ich sie kurz in Vanillezucker. Dadurch bleibt ein kleines bisschen Zucker haften, aber nicht zu viel. Der Butterduft in der Wohnung … hmhm, himmlisch!
Fazit: Leckeres, durch das dünne Ausrollen besonders feines Buttergebäck. Speziell für ältere Menschen geeignet (Geschmack wie früher, zergeht tatsächlich auf der Zunge, hat pro Stück nur halb so viele Kalorien, da nur halb so dick). Wird es in mein Standardrepertoire aufgenommen? Nein, denn es passt nicht zu meinem etwas gröberen Sortiment. Für den Transport (auch nach Rom an den Heiligen Stuhl) sind diese Plätzchen - im Gegensatz zum Beispiel zu einem Lebkuchen oder einem Betmännchen - besonders schlecht geeignet, denn sie sind sehr zerbrechlich.

Montag, 13. Dezember 2010

Lebkuchen - altes Familienrezept



Das folgende, traditionsreiche Lebkuchenrezept stammt aus der Familie meiner Oma, die man hier im Kreise ihrer neun Geschwister, Eltern und Großmutter sieht. Meine Oma ist die zweite von links in der ersten Reihe. Das Bild stammt nach meiner Schätzung aus dem Jahr 1928.
So sehen die Lebkuchen im Jahr 2010 aus (wobei ich sagen muss, dass sie heuer so gut geworden sind wie nur selten zuvor. Wir haben zu dritt daran gebacken und das Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" Lügen gestraft):


Für die Lebkuchen benötige ich 500 g Honig (im Originalrezept heißt es Kunsthonig, aber in unserer heutigen Zeit kommt man leichter an natürlichen Honig als an Kunsthonig, er ist auch billiger und schmeckt besser), 500 g Farinzucker (braunen Zucker), 250 g Margarine, 1 kg Mehl, 4 Backpulver, 4 Vanillezucker, 6 Eier, 400 g gemahlene Walnüsse (oder Haselnüsse), 100 g Orangeat, 200 g Zitronat (im Originalrezept steht vor Orangeat und Zitronat “gegebenenfalls”, ich nehme an, beides war in der wechselvollen Geschichte nicht immer verfügbar), gemahlene Nelken, Muskat, Pfeffer, Zimt, Kardamon, Rum, Zitronenaroma (wer es sich einfach machen möchte, nimmt statt der einzelnen Gewürze einfach 2 Päckchen Lebkuchengewürz).
Zubereitung: Zucker, Honig und Margarine aufkochen, verrühren, auf Raumtemperatur oder etwas wärmer abkühlen lassen. Mehl mit Backpulver und Gewürzen mischen, unter die Honigmasse rühren. Eier, Nüsse, Orangeat und Zitronat sowie Rum zugeben. Kräftig rühren, aber nur solange, bis alles gut vermischt ich. Auf Oblaten setzen (das geht am besten mit einem Eisbällchenportionierer (4,3 cm Durchmesser, nicht so ein Riesending)). 20 Min bei 175º C backen. Nach dem Erkalten mit Schoko- oder Zuckerguss bestreichen. Eventuell noch eine halbe Nuss oder eine Mandel draufsetzen. Das Rezept reicht für etwa 80 Lebkuchen (Beachtet die Größe der Familie!). Man kann’s ja auch halbieren. Ich backe aber 80 Lebkuchen. Ein paar werden verschenkt, der Rest hält in einer Metallschachtel wochenlang. Zu einem schönen warmen Milchkaffee sind diese Lebkuchen ein Genuss und eine Stärkung für Körper und Seele.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Kekshäuschen

Heinzelmännchen waren da und haben uns beim Bau von Kekshäuschen geholfen:


Man benötigt einen Keks für das Fundament, einen Dominostein für den Wohnbereich, zwei ganze oder zwei halbe Kekse für das Dach, Keksstückchen für den Kamin und Gummibärchen als Bewohner. Als Klebstoff dient Puderzucker, der mit ganz wenig Zitronensaft angerührt wird. Anschließend wird das Anwesen mit Puderzucker bestäubt, damit es seinen winterlichen Glanz erhält.
Plötzlich hatten wir ein ganzes Asterix-Dorf: