Dienstag, 27. Januar 2015

Neues aus Spanien

Wie Ihr wisst, gibt es in Spanien auch eine neue Partei wie die griechische Syriza. Sie heißt Podemos und ihr Alexis Tsipras heißt Pablo Iglesias. Sie haben einen meteorhaften Aufstieg hingelegt und werden nun natürlich von den alten Parteien, die sich bisher an der Macht abwechselten, heftig angegriffen. Und so manche Schläge treffen. Der eine der Anführer der neuen Partei hat z.B. ein Gehalt von einer Uni kassiert, an der er gar nicht gearbeitet hat, ein anderer hat anscheinend eine halbe Millionen Euro, die er von bolivarianischen Ländern bekommen hat, zum großen Teil an der Steuer vorbei geschleust, usw. 
Mein Gatte hat sich vorhin über folgendes Argument der Alt-Parteien aufgeregt: "Seht ihr, die sind genauso korrupt wie wir. Da wählt lieber uns, uns kennt ihr schon." "Wie kann denn das ein Argument sein?" hat er gesagt. Aber dieses Argument zieht, denn die Spanier sind es ja gewohnt für Volksvertreter zu stimmen, die unter Korruptionsverdacht stehen, es gibt ja kaum andere. Das Problem ist, dass es für Podemos richtig schlecht ist, wenn solche Fälle aufgedeckt werden, während bei PP und PSOE schon gar keiner mehr hinhört.

Freitag, 23. Januar 2015

Dschungelcamp 2015

Liebe Leser, die Ihr mich persönlich kennt, vielleicht habt Ihr Euch schon gefragt: "Warum schreibt sie nichts zum Dschungelcamp?" Die Antwort: "Ich schaue es mir dieses Jahr nicht an."
Ich finde diese Sendung eigentlich eine gute und entspannende Unterhaltung für die kalte Jahreszeit und ich hatte mich schon auf die diesjährige Ausgabe gefreut, aber als ich dann die Kandidatenliste sah und kannte... niemanden!!! Die Tochter von Roberto Blanco... nicht einmal Roberto Blanco selbst, seine Tochter. Was ist denn dann das Nächste? Eine Cousine zweiten Grades von Roland Kaiser? Der Schwiegersohn der Nachbarin von Marianne Rosenberg? Okay, letztes Jahr kannte ich auch fast keinen und dann entpuppten sich die Teilnehmer doch als interessant und unterhaltsam, aber als ich diesmal die Liste sah, war ich so enttäuscht, dass ich mich gar nicht darauf eingelassen habe. Und anscheinend verpasse ich auch nicht viel...

Donnerstag, 22. Januar 2015

Jubel in Spanien - die sind auf einem mega guten Weg!

Als mein Gatte gestern von der Arbeit nach Hause kam, sagte er: "Du ahnst nicht, wie lange mittlerweile die Wartezeit auf Augenarzttermine für die gesetzlich Krankenversicherten ist." "Zwei Jahre", antwortete ich, mir hat es nämlich auch schon jemand erzählt, der sich Termine für seine Kinder hat geben lassen. Zwei Jahre. Wenn man heute anruft, erhält man einen Termin im Januar 2017. Viele meinen, daran würde man das Elend erkennen, aber das stimmt nicht. Nach der neuen Logik erkennt man daran, dass wir auf einem guten Weg sind! Es wird gespart, und wie! 
Ärzte, die in den Ruhestand gehen, werden nicht ersetzt. Da steigt dann einfach die Wartezeit. Eine Bekannte hat erzählt, ihrem Bruder sei eine Computertomographie verschrieben worden (oder wie man das ausdrückt). Er bekam einen Termin acht Monate später. Es ist keine bedrohliche Krankheit, aber er kann nicht gescheit laufen. Sein Arzt sagte: "Sie können nicht so lange warten. Sie müssen sich einen privaten Termin geben lassen und die Untersuchung bezahlen." Es handelt sich um einen arbeitslosen Familienvater und auf den ersten Blick könnte man meinen, das wäre richtig übel, aber wenn man es genau betrachtet, also nach der neuen Logik, der wir uns nun alle alternativlos unterwerfen, ist es doch total gut: Der Staat spart und die Privatwirtschaft wächst. Da steigen die Aktien!
Jetzt geht es in Spanien mal wieder an die Leistungen für die Beamten. Die meisten Beamten sind über ihre Beamtenkasse privat versichert und die privaten Versicherungen streichen nun ihre Leistungen zusammen. Eine der großen Privatversicherungen (Sanitas) arbeitet gar nicht mehr mit der Beamtenkasse. Bisher konnte der Beamte seinen Augenarzt - den, den er kennt, bei dem er immer ist - anrufen und bekam einen Termin ein oder zwei Wochen später. Wer solche Leistungen für absurd hält, wird sich natürlich freuen, dass jetzt auch die Beamten von den Kürzungen im Gesundheitsbereich  betroffen sind. Vor allem werden teuere Behandlungen gestrichen bzw. deren Inanspruchnahme erschwert. Darüber kann man denken, was man will, aber man muss doch anerkennen...- nein, ich bringe es nicht über mich zu schreiben, dass das Teil des guten Weges ist. Wer Milliarden und Abermilliarden für die Banken hat, muss auch Geld für Augenärzte haben.
Fun Fact aus dem Gedächtniskurs: Am Ende der Stunde schlug eine Teilnehmerin vor, die gesamten Kursgebühren gleich zu bezahlen. Die junge Kursleiterin sagte: "Ui, ich habe die Rechnungen noch gar nicht geschrieben." Sämtliche Teilnehmerinnen schnappten hörbar nach Luft. "Sie schreiben auf gar keinen Fall Rechnungen," wurde das Mädchen von den Damen angewiesen, die ihm ein bisschen Geld zuschieben wollten. Und davon sollte noch ein Teil beim Staat landen? No way, José. Das Geld ist doch schon x-mal versteuert worden! 
Viele spanische Bürger haben die Schnauze voll, von der korrupten Kaste und den vielen Lügen und allem, was dazu gehört. 

Mittwoch, 21. Januar 2015

Moderne Kunst kaufen

So, das ist vielleicht mal wieder eine Überschrift, die Leser anzieht. Ich biete Euch heute ein von mir geschaffenes Kunstwerk zum Kauf an:
"Meinungsfreiheit"
Es trägt den Titel "Meinungsfreiheit". Es stammt aus der ersten Hälfte des 21. Jhs. Mindestgebot: 1.400.000 US-$. Bitte beteiligt Euch rege per Kommentarfunktion an der Versteigerung. Auf Wunsch ist mein Werk auch signiert erhältlich. Während meiner intensiven Schaffensperioden arbeite ich bis zum körperlichen Raubbau. Auf der Art Basel erzielen meine Werke regelmäßig Höchstpreise. Ich hatte bereits Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne in München, im Musée de Orsay in Paris, in der Tate Gallery in London und im Museum of Modern Art in New York (mehrfach). Please give generously.

Dienstag, 20. Januar 2015

Honchi zua...

Honchi zua...atatakai omotenaschi-wo...arigató gosai masch-ta. Dieser Satz ist japanisch, geschrieben wie gehört. Die Pünktchen bedeuten nicht, dass da was fehlt, sondern dass da das Atmen erlaubt ist. Der Satz bedeutet: Vielen Dank für Ihre warme Gastfreundschaft am heutigen Tag. Um diesen Satz auswendig zu lernen - und um zu lernen, ihn mit korrekter Intonation und ganz natürlich vorzutragen - brauchte ich sage und schreibe fünf Stunden. Ich war mit einer Gruppe in einem japanischen Haushalt eingeladen und fand es halt hübsch und aufmerksam der Gastgeberin gegenüber, mich in ihrer Muttersprache zu bedanken. Ich bat also eine japanische Bekannte (Atsuko), mir einen Satz des Dankes zu sagen und ihn mir dann auf den Anrufbeantworter des Handys zu sprechen, damit ich ihn, so oft ich wollte, hören konnte, zwecks Intonation und so. Ich übte erst ein bisschen mit der Bekannten, dann füüüüünf Stunden lang alleine. Ich war ein bisschen erschrocken, wie lange ich für diese einfach scheinende Angelegenheit brauchte und fürchtete schon das Schlimmste (Alzheimer!!!! Galoppierende Verblödung! Beim jungen Menschen (damals so 45) noch schlimmer als beim alten!!!) 
Nun, dann kam der Tag, an dem ich meinen Satz los werden durfte. Wir hatten ein wunderschönes gemeinsames Mittagessen und ich bedankte mich im Namen der Gruppe in der in Rede stehenden Weise. Die Gastgeberin sagte etwas auf Japanisch und fertig. Hinterher sagte ich zu Atsuko: "Nobuko hat gar nichts dazu gesagt, wie schön ich den Satz vorgetragen habe." "Sie fand das nicht der Rede wert", antwortete mir Atsuko. "Sie hat einfach gedacht, du kannst japanisch." Naja, is' halt 'ne Anekdote aus meinem Leben.
Worauf ich aber hinaus will: Den extremen Zeitaufwand für das Auswendiglernen einer doch recht kurzen Buchstabenfolge: Honchi zua...atatakai omotenaschi-wo...arigató gosai masch-ta. Hätte ich da mit zwanzig Jahren genauso lange dafür gebraucht? Man beobachtet doch (also ich), dass man sich nicht mehr so lange konzentrieren kann wie früher und dass Sachen schlechter vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächnis wandern. Eine Freundin, die einer jungen Psychologin ein Auskommen verschaffen möchte, hat anderen Freundinnen und mir angeboten, bei ebendieser Psychologin einen Gedächtniskurs zu machen. Man darf gespannt sein, heute geht es los. Sie ist Diplom-Psychologin und hat einen Master in Neuropsychologie. Sie rief uns an, um Karteikarten anzulegen. Sie fragte, ob ich ein bestimmtes Anliegen hätte. "Ja," sagte ich, "ich kann mich nicht mehr so lange konzentrieren wie früher." Mit ihrer Antwort zeigte sie, dass all die Studienjahre nicht umsonst waren, dass Welten den geschulten Fachmann vom blutigen Laien trennen, denn sie sprach: "Ja, das ist das Alter." Ich war verblüfft ob dieser messerscharfen Analyse. Naja, heute geht es los, vier Abende im Ganzen.
P.S.: Leute, ich bin wieder da von meinem Kurs und ich muss Euch sagen, ich war sehr positiv überrascht. Der Unterricht, wenn ich es mal so nennen darf, war lehrreich und interessant. Das Thema heute war "Aufmerksamkeit". Die Psychologin begann damit, dass sie kurz (wir hatten ja nur eine Stunde) den Aufbau des Gehirns erklärte, die verschiedenen Bereiche, die für verschiedene Dinge zuständig sind, die Bäumchen, die mit Synapsen wachsen und sich verzweigen oder eingehen können. Sie beschrieb kurz die verschiedenen Formen der Aufmerksamkeit, die selektive, die langfristige und die geteilte Aufmerksamkeit. Dann machten wir verschiedene Übungen zu diesen Themen. Als erstes las sie einen naturgemäß extrem langweiligen Text über WLAN und das Anschließen von Routern vor und prüfte, wo wir ihm alle brav folgen konnten. Das war die langfristige Aufmerksamkeit. Dann spielten wir ein französisches Kartenspiel namens Dobble, bei dem man sehr gut aufpassen musste, um zu gewinnen. Das war die selektive Aufmerksamkeit. Ich habe gerade gesehen, dass man dieses Spiel für 9,99 Euro bei Amazon bestellen kann. Es ist zu empfehlen. ich werde es mal bei einer anderen Bestellung mitbestellen, damit der Versand nichts kostet (wenn ich es nicht vergesse, haha). Dann kam die geteilte Aufmerksamkeit. Zu diesem Thema spielte sie uns auf dem Computer Stand-up-Comedy vor und gleichzeitig mussten wir einen Text lesen, der nichts damit zu tun hatte. Dann befragte sie uns zum Text und zur Comedy. Das fand ich ziemlich schwierig. Dann machten wir noch ein Spiel, bei dem wir (4 Kursteilnehmer) die Hände auf dem Tisch überkreuzen mussten, dass also von den vier Händen, die vor dir lagen, die nächstgelegenen jeweils die der Nachbarn zur Rechten und Linken waren. Im Kreis musste immer eine Hand nach der anderen auf den Tisch klopfen, dazu musste man sich konzentrieren, während die Kursleiterin einen Artikel vorlas, zu dem sie uns dann befragte. Das war alles, wie schon gesagt, lehrreich und hat viel Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf die nächste Stunde! Wusstet Ihr zum Beispiel, dass es im Hirn Funktionen gibt, die exekutive Funktionen heißen und die unter anderem dafür zuständig sind, wie man Entscheidungen trifft, sich organisiert und plant? Und dass diese Funktionen gestört sein können? Fand ich hoch interessant. Da sieht man jemanden und denkt: Was ist denn das für ein Chaot? und in Wirklichkeit ist es einfach ein Mensch, bei dem die Exekutivfunktionen nicht so toll laufen. Wenn jemand schlecht sieht, verzeiht man das sofort, dem Chaoten hält man seine Einschränkung vor. In der nächsten Stunde (nächsten Dienstag) kommen wir zum Thema "Gedächtnis". Am Ende war die heutige Stunde übrigens 90 Minuten lang. Ich glaube, die junge Kursleiterin war auch zufrieden mit ihrem Erfolg bei ihren Schülerinnen.     

Samstag, 10. Januar 2015

Schwarze Spaghetti mit Meeresfrüchten - saborintenso.com

Schwarze Spaghetti mit Meeresfrüchten - Esparguete com Lulas e Camarao
Diese Rezept habe ich auf der tollen portugiesischen Website www.saborintenso.com gefunden bzw. ich fand das Bild, das toll aussah. Ich habe das Gericht nachgekocht und es sah auch bei mir recht gut aus, siehe unten. Also, wenn man Gäste beeindrucken möchte, aber nicht gut kochen kann, z.B. als junger Mensch (die Zubereitung ist wirklich sehr, sehr einfach), dann ist dieses Rezept ideal. Also:
Schwarze Spaghetti mit Tintenfisch und Garnelen
Zutaten für 3 Personen:
250g Schwarze Spaghetti (mit Tintenfischtinte)
300g Tintenfisch in Ringe geschnitten
250 g geschälte Garnelen
125 ml Olivenöl
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel, in Streifen geschnitten
150 g Sojasprossen
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
1. In einem Topf ausreichend Wasser mit Salz und etwas Olivenöl zum Kochen bringen. Nudeln hinzufügen und mit einer Gabel umrühren. Nach Packungsanweisung "al dente" kochen. Anschließend abtropfen lassen.
2. In einer Pfanne einen Löffel Olivenöl erhitzen, Tintenfisch hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Bei starker Hitze braten, bis die Flüssigkeit verschwunden ist. Tintenfischringe aus dem Öl nehmen.
3. Erneut Öl in die Pfanne geben, Zwiebel und Knoblauch unter rühren braten. Garnelen hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Braten, bis die Garnelen Farbe bekommen. Tintenfisch und Sojabohnen hinzugeben. 1 Minute unter rühren braten.
4. Nudeln hinzufügen und alles mischen. 1 Minute braten lassen, abschalten, fertig zum servieren.

Verkostung: Ich habe mich an das Rezept gehalten, nur weniger Öl verwendet und eine Pfanne weniger dreckig gemacht. Das Gericht schmeckt sehr lecker, insbesondere die verschiedenen Texturen sind interessant: Die knackigen Sojasprossen, die fleischigen Garnelen, die ein bisschen öligen schwarzen Spaghetti, die würzigen Zwiebelstreifchen und die immer ein bisschen autoreifigen Tintenfischringe... Würde ich es noch einmal zubereiten? Ja, es ist aber nichts für jeden Tag, auch aufgrund der hochpreisigen Zutaten. Wisst Ihr, wo ich die Schwarzen Spaghetti mit Meeresfrüchten und einen schönen, spritzigen Weißwein dazu sehe? In einer Schickimicki-Wohnung, wo eine Karrierefrau einen neuen Typ beeindrucken möchte, hahaha. (Disclaimer: Ich habe keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit von Karrierefrauen in Schickimicki-Wohnungen.) Wie gesagt, das Rezept stammt von der Website www.saborintenso.com, von der portugiesischen Köchin Neuza Costa, von der ich ein ziemlicher Fan bin. Alle Rezepte von ihr, die ich bisher nachgemacht habe, waren gut.
Hier könnt Ihr das Video zum Rezept sehen (so ungefähr auf halber Höhe der Seite):

Mittwoch, 7. Januar 2015

Unser Menü am Tag der Heiligen Drei Könige

(Ja, Ihr seht, dass die Qualität der Fotos noch schlechter ist also sonst, gell? Nein, der Fotoapparat ist nicht definitiv verloren gegangen. Ich habe ihn bei den Freunden vergessen, mit denen wir Sylvester gefeiert haben. Diese Fotos habe ich mit dem I-Pad gemacht.) 
Mit dem Fest der Heiligen Drei Könige geht für uns nach kaum zwei Wochen der weihnachtliche Festkreis zu Ende. Die Kinder sind wieder fort, schnief. Mein Gatte und ich waren alleine. Mein jüngster Sohn ist in Kanada an einem Ort, für den für heute Nacht -25 Grad vorhergesagt sind. Er hat aber gesagt, dass -20 Grad mit entsprechender Kleidung nicht so schlimm sind wie -3 Grad mit ungenügender Kleidung. Die richtige Kleidung ist alles - und die hat er, glaube ich.
Ja, an Drei König wollten mein Gatte und ich essen gehen, in einer einfachen Wirtschaft, aber das Menü (Vorspeise: Arroz con Bogavante (Reis mit Hummer), Hauptgang: Lammkotelettchen, Nachspeise: Roscón de Reyes (für den 6. Januar typischer Kuchen)) kostete 30 Euro, also für zwei 60 Euro, und das fanden wir ein bisschen viel. Was kann man für so viel Geld an Lebensmitteln kaufen... und alles vom Feinsten, also entschieden wir uns dafür, doch zuhause zu essen. Unten seht Ihr den schön gedeckten Tisch:
Die erste Vorspeise (Entrantes): "Leckeres aus dem Wasser": Zwei gegrillte Garnelen, ein bisschen Pulpo a la gallega und gebuttertes Toastbrot mit Kaviar, sternförmig ausgestochen. Bei dem Kaviar handelt es sich um das preiswerte spanische Produkt "Avruga", das ich nur empfehlen kann (wird auch für einen Haufen Geld bei Harrod's in London verkauft).
Die zweite Vorspeise (Primer Plato): "Vom Wasser auf's Land": Gemischter Salat mit kandierten Nüssen, Käsewürfelchen (Queso de Burgos), in Portwein eingeweichten Cranberries, Entenschinken und Foie gras mi-cuit-Würfelchen. Diesen Salat mache ich seit letztem Sommer immer, wenn's vornehm sein soll. Der kriegt irgendwann seinen eigenen Blogeintrag.
Das Hauptgericht: "Keule vom Milchlamm im Kartoffelbett"
So sah's dann auf dem Teller aus. Die Kartoffeln, in die der Saft vom Lamm gelaufen war, waren sooooo guuuuut.
Die Nachspeise: "Limonensorbet im Gin-Tonic-Bad"
Und am späten Nachmittag gemütlich vorm prasselnden Kaminfeuer: Mini-Roscón und Kaffee.
Kann man lassen, oder?

Montag, 5. Januar 2015

Immobilienpreise in Spanien - mal wieder ein HWU

Ja, liebe Leser, es kommt mal wieder ein HWU, ein Haus Wie Unseres, auf den Markt und Ihr erfahrt es noch bevor es die Besitzer selbst erfahren, hahahaha. 
Also, wo soll ich anfangen? In unserer Straße wohnte eine Familie zur Miete. Sie hatte das Haus im spanischen Modus "Miete mit Kaufoption" gemietet und bezahlte etwa 30% mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete der letzten Jahre. Die Familie versuchte mehrmals erfolglos, ihre Kaufoption auszuüben. Zuletzt Anfang Dezember. Sie boten einen Preis, der knapp unter dem billigsten Angebot in unserer Straße liegt (zur Erinnerung: zu diesem billigsten Preis (nämlich 250.000 Euro) haben die Verkäufer kein einziges Angebot erhalten (für weniger als 300.000 Euro wollen sie es sowieso nicht hergeben werden, die 250.000 Euro sind ein Versuchsballon des Maklers). Nennen wir das billigste Haus der Einfachheit halber HWU-1. Die Mieter des Hauses mit Kaufoption, HWU-2, machten also im Dezember ein Kaufangebot, auf das die Besitzer mit "Falls wir das Haus jemals verkaufen sollten, werden wir natürlich auch euer Angebot berücksichtigen" antworteten und die Mieter in Kenntnis setzten, dass sie das Haus auf keinen Fall für weniger als 400.000 Euro verkaufen würden. Die Besitzer selbst haben keine Verwendung für das Haus und leben sehr weit entfernt.
Da es in unserer Gegend in Spanien an vielem mangelt, aber nicht an zum Verkauf stehendem Wohnraum, suchten und fanden die Mieter zwei Straßen weiter ein Haus im neuen Preisrahmen, also für etwas mehr als die Hälfte wie zu Zeiten der Blase, das sie sofort kauften und in das sie gerade einziehen. Sie sind also mitten im Umzug. Ihre Vermieter haben sie noch gar nicht informiert. Im Februar werden diese feststellen, dass keine Miete mehr eingeht und dass ihr Haus leersteht. Dann können sie versuchen, es für etwa 30% weniger als bisher zu vermieten oder es zu einem beliebigen Preis zu verkaufen bzw. anzubieten, denn kaufen tut hier kaum einer was (außer ihren eigenen Mietern, denen sie die Ausübung der Kaufoption verweigert haben).
Ich fasse die HWUs zusammen:
HWU-1: Verkaufspreis laut Makler 250.000 Euro, keinerlei Käuferinteresse, Verkäufer sowieso nicht bereit, es für weniger als 300.000 Euro abzugeben.
HWU-2: Steht ab sofort leer. 
HWU-3: Wurde vor 2-3 Jahren für 450.000 Euro angeboten, verschwand dann wieder vom Markt, sollte vielleicht nur das HWU-4 billiger aussehen lassen.
HWU-4: Wurde gleichzeitig für 360.000 Euro angeboten, verschwand dann auch wieder vom Markt.
HWU-5: Wurde vor etwa 3-4 Jahren für 350.000 oder 360.000 Euro verkauft, der höchste je tatsächlich gezahlte Preis.
HWU-6: Wurde auf dem Höhepunkt der Blase (2008?) für 400.000 Euro angeboten, Käufer gefunden, vom Käufer 480.000 Euro verlangt, Käufer trat zurück, später 350.000 Euro gefordert, da wollte es keiner, dann vom Markt genommen.
HWU-7: Würden verkaufen, wenn sie 350.000 Euro dafür bekämen, wurde aber noch nie offiziell zum Verkauf angeboten.
Das sind so die HWUs, über die ich Bescheid weiß. Miete derzeit 500-600 Euro, was angesichts der Unkosten, die die Besitzer monatlich zu tragen haben, praktisch geschenkt ist. Die HWU's haben neu 180.000 bis 220.000 Euro gekostet, viele Besitzer haben im Laufe der Jahre noch einmal viel Geld in die Verbesserung ihrer Häuser gesteckt. Und die meisten wohnen natürlich drinnen und sind glücklich und zufrieden und es ist ihnen mehr oder weniger wurscht, ob ihr Haus einmal 400.000 und einmal 200.000 Euro wert ist, so, wie es ja auch den Vögeln des Himmels wurscht ist, ob ihr Nest gerade mal etwas mehr oder weniger wert ist.
Und für Leute, die sich mit dem Gedanken tragen, in Spanien eine Immobilie zu kaufen oder zu verkaufen: ich halte es für sehr schwierig, einen marktgerechten Preis zu finden. Ich hätte eigentlich gedacht, ein HWU wäre bei 250.000 Euro ein ganz klarer Kauf, ist es anscheinend aber doch nicht. 
Paradox: Um mir als Käufer ein HWU zu sichern, müsste ich wahrscheinlich etwa 330.000 Euro bieten. Um als Verkäufer meine Bude loszuwerden, dürfte ich wahrscheinlich nicht mehr als 220.000 Euro verlangen. Verrückt, ne? Wie kann denn das sein? Und so kommt es eben, dass sich hier gar nichts bewegt.

Immobilienpreise in Spanien 2015

Ja, ist jetzt vielleicht nicht so das ideale erste Thema für das neue Jahr, aber da es Neuigkeiten gibt, möchte ich diese festhalten. Aber zuerst wünsche ich Euch ein Frohes neues Jahr und alles, alles Gute!!!
Und nun zum Thema Immobilien in Spanien, in diesem Fall in der spanischen Provinz. Meine Freundin M. und ich saßen gemütlich am warmen Kamin, schlürften Tee und knabberten Plätzchen und sie erzählte von ihren ergebnislosen Versuchen, eine in ihrem Besitz befindliche Wohnung zu verkaufen. Sie hat sehr wenige Kaufangebote erhalten, und die wenigen boten ungefähr die Hälfte des Preises, der ihr vorschwebt. Ich zuckte die Schultern, man hat es echt schon oft genug gehört. "Aber es geht ja schon wieder aufwärts, ne?" meinte sie. Junge Familien werden kommen, mit guten Jobs, Ärzte, Lehrer, Professoren (Industrie oder so gibt's hier nicht), und werden die Wohnungen und Häuser kaufen. Meint sie. Fakt ist: Aus unserer Provinz in Spanien fliehen die jungen Leute in hellen Scharen. Meine Freundinnen bei unserem Adventskaffee hatten Kinder in New York (2), Dubai, Frankfurt, Wien, Lima und London. Das ist die gehobene Mittelschicht ohne Connections, die ihre Kinder ins Ausland karrt, weil hier Ende Gelände ist. Und denkt jetzt bitte nicht "oh, wie toll, Ausland", diese jungen Leute sind mehr oder weniger Wirtschaftsflüchtlinge.
Fakt: Es ist echt zum Lachen, aber ich schreibe es trotzdem - in Spanien verdienen junge Ärzte weniger als alte Krankenschwestern. Junge Ärzte werden vorläufig also auch keine teuren Wohnungen kaufen. Und Professoren... echt hey. Ts. Ein Philosophieprofessor hat uns neulich erzählt, dass in seinem Fachbereich in den letzten Jahren vier Professoren in den Ruhestand gegangen sind. Die wurden durch Hilfskräfte ersetzt, die ein paar hundert Euro im Monat verdienen. Mein Sohn wurde (in einem anderen Studiengang) von solchen Billigkräften unterrichtet. Ich fragte ihn: "Die sind doch bestimmt viel besser als die alten Professoren, die jungen sind fleißig und voller Hoffnung, dass sie eingestellt werden." Diese Vermutung verwunderte meinen Sohn: "Die haben keine Hoffnung," antwortete er mir (lapidar).
M. meinte, auch Russen und Chinesen kämen als Käufer unserer Wohnungen in Frage. Was die hier, am AdW, wollen sollten, erschließt sich allerdings auch nicht auf Anhieb.
Was ich mit diesem ganzen Blablabla sagen möchte, ist, dass auf der Nachfrageseite kein Boom zu erwarten ist.
Und beim Angebot? Ich muss Euch ganz ehrlich sagen, dass es mich wundert, dass die Immobilienpreise kein bisschen angezogen haben, denn es hat auf der Angebotsseite Veränderungen zum Höherwertigen gegeben. Es werden Wohnungen angeboten, die vor ein paar Jahren auf den Immobilienseiten im Internet gar nicht erschienen. Tolle Wohnungen, für welche die Makler schon Käufer vorgemerkt hatten, die auf solche Wohnungen warteten, falls doch einmal eine frei würde. Riesige Wohnungen, mit zweihundertsoundsoviel Quadratmetern, großem Wohnzimmer, Fernsehzimmer, holzgetäfeltem Arbeitszimmer, großzügigen Schlafzimmern, vielen Einbauschränken, separatem Dienstboteneingang, Dienstmädchenzimmer, Bügelzimmer etc., etc. In diesen Wohnungen mitten in der Stadt wohnten einst Familien mit vier oder fünf Kindern, einer Großmutter, einer unverheirateten Tante und einem Dienstmädchen, das bei der Familie lebte. Die Brötchen verdiente der Vater, der Rechtsanwalt, Arzt, Richter oder ein sonstiger hoher Beamter war oder ein einträgliches Landgut hatte. Zuletzt lebte dort nur noch eine Omi mit einem Dienstmädchen und jetzt ist die Omi gestorben oder sie muss zu ihren Kindern nach Madrid ziehen, weil die Unkosten zu hoch sind und die Wohnung nicht mehr gehalten werden kann. Dies wär' jetzt mal so ein typischer Fall, der dazu führt, dass diese sehr begehrten Wohnungen, die junge Ärzte, Richter oder Rechtsanwälte höchstens erben, aber nicht mehr kaufen können, auf den Markt kommen. Da also in letzter Zeit überraschend viele sehr hochwertige Wohnungen auf den Markt gekommen sind und der durchschnittliche Quadratmeterpreis in der Innenstadt trotzdem weiter - wenn auch leicht - gefallen ist, bedeutet das, ähhh, im Prinzip weiter ziemlich stark fallende Preise. Das war's aber gar nicht, was ich zum Thema Immobilien erzählen wollte. Kommt also noch ein Eintrag.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Ziemlich guter Witz

Zwei Kollegen unterhalten sich:
"Meine Frau ist schwanger."
"Ach? Von wem denn?"
"Wie kannst du mich denn so etwas fragen?"
"Naja, hätt' ja sein können, dass du's weißt."

Freitag, 26. Dezember 2014

Weihnachten

Süßer die Glocken nie kliiingen als zu der Wahainachtszeit! 'S ist als ob Engelein siiingen, Lieder von Frieden und Freud'!!! 
Ja, ich komme reichlich spät, um ein frohes Fest zu wünschen, deshalb wünsche ich Euch gleich mal jetzt sofort einen Guten Rutsch und alles Gute im neuen Jahr! Damit das gemacht ist, also von Herzen.
Hier seht Ihr unser Krippchen. Hinten rechts ist die Sache, die ich gebastelt habe. Aus einem Backstein, den ich am Wegesrand gefunden habe. Der sah komischerweise so aus (siehe unten). Warum? Gell? Ich habe noch nie zuvor so einen Backstein gesehen. Und dieser Backstein schrie: "Bagdad, die prächtige...", wisst Ihr? Er erinnerte mich an die Darstellung der Stadt Bagdad in den Isnogud-Comics. 
Ich formte aus lufttrocknender Modelliermasse Kuppeln und befestigte sie auf der Kante des Backsteins. Anschließend wollte ich alles in Bonbon-Farben bemalen.  
Mein Gatte meinte, meine morgenländische Konstruktion erinnere ihn eher an das Tadsch-Mahal, ich sollte lieber alles weiß streichen. Ja, ne? Da hat er recht, Bonbon-Farben passen nicht so gut zum Krippchen, das ja in Naturtönen gehalten ist. So, jetzt steht der verzierte Backstein also hinten rechts in der Krippe und symbolisiert das Morgenland, aus dem die Drei Weisen ja kamen.
Bei der Weihnachtslotterie haben wir übrigens nix gewonnen. Im Radio haben sie gesagt, dass der am häufigsten gesprochene Satz am 22. Dezember in Spanien "Lo importante es la salud" ist, also "Hauptsache, man ist gesund", hahaha. 
Unten seht Ihr noch unseren Plätzchenteller, dann ist Schluss für heute:
 

Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachtsvorbereitungen - die fünfte

Gestern schauten mein Gatte und ich im spanischen Fernsehen einen Krimi und danach schaltete er hin und her und stieß dabei auf ein Interview mit dem Fernsehstar und Komiker El Gran Wyoming. Leute, echt. El Gran Wyoming hatte nichts besseres zu tun als das Ende der Krise in Zweifel zu ziehen (der neue Status Quo, jeder dritte Arbeitnehmer verdient den spanischen gesetzlichen Mindestlohn (645 Euro) oder weniger) und das politische Desaster zusammenzufassen. Die Sendung hatte schon begonnen, als wir reinschalteten und wir schauten auch höchstens 10 Minuten zu, aber was wir in dieser Zeit alles hörten: El Gran Wyoming sagte z.B.: Wenn Ministerpräsident Rajoy vor der Wahl wahrheitsgemäß angekündigt hätte, was er nach der Wahl zu tun gedachte, hätte ihn kein Mensch gewählt: Ausgaben für Gesundheit und Bildung radikal senken, Kündigungsschutz aufheben, den Banken zig Milliarden schenken, die vom Steuerzahler zurückzuzahlen sind... Und dann erinnerte El Gran Wyoming noch daran, wie oft die Schuld für die Krise auf Lehman Brothers und Co. geschoben würde und dass der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos der ehemalige Chef von Lehman Brothers für Spanien und Portugal sei. Dass es in Spanien keine Gewaltenteilung gibt und dass auf vielerlei Weise verhindert wird, dass die Justiz die ganzen korrupten Politiker verurteilt, dass sich zum Beispiel das Verfahren gegen Carlos Fabra zehn Jahre lang hinzog und viermal der Staatsanwalt und zehnmal der Richter gewechselt  wurde. Dass im Falle der Tochter des ehemaligen Königs (Steuerhinterziehung, Geldwäsche) der Staatsanwalt ganz offiziell als ihr Verteidiger auftritt... usw. usw. usw. Carlos Fabra, der jetzt endlich einsitzt, hat übrigens in zwölf Jahren zehnmal in der Lotterie gewonnen. Geldwäsche per Lotteriegewinn. Er kaufte Lose, die gewonnen hatten und rechtfertigte damit Vermögenszuwächse. Und damit sind wir endlich beim heutigen Thema: am 22. Dezember ist die Ziehung der spanischen Weihnachtslotterie! El Gordo wird gezogen!!! Hier seht Ihr unsere Nummern:
Morgen früh wird die Ziehung live übertragen. Ich sage es Euch ehrlich: Ich habe ein gutes Gefühl! 
Vorsatz nicht für's neue Jahr, sondern ab sofort: keine Nachrichten und solches Zeug mehr gucken. Sofort weiterschalten!!! Dann denke ich auch nicht an die hiesigen Zustände und belästige Euch, liebe Leser, nicht damit.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Weihnachtsvorbereitungen - die vierte

Ich habe Euch noch gar nicht unseren Adventskranz gezeigt:
Wie findet Ihr ihn? Es ist derselbe wie im letzten Jahr:
Nur in anderen Farben. Derselbe goldene Teller, derselbe goldene Kranz, bloß weiße Kerzen statt rote, goldene Kugeln statt grüne und weiß-goldene Schleifen statt rot-grüne. Meine Freundin F. äußerte die Vermutung, der goldene Kranz sei von Aldi - falsch, falsch, falsch, falsch - ganz im Gegenteil: er ist von Bloomingdale's in New York. Okay, der goldene Teller ist schon von Aldi oder von Lidl, aber der goldene Kranz ist von BLOOMINGDALES. Bei Bloomingdale's habe ich natürlich nicht den vollen Preis bezahlt, sondern nur die Hälfte. In New York war es so, dass nach Weihnachten der ganze Dekoplunder für die Hälfte oder noch weniger verkauft wurde, so im Sinne von Alles-muss-raus. Da habe ich mich mit Weihnachtsdeko für's ganze Leben eingedeckt. In Deutschland ist wird das ja anders gehandhabt, da wird nach Weihnachten alles sofort weggeräumt und nichts wird verramscht. Naja, jetzt wisst Ihr, wie ich in den Besitz des goldenen Kranzes kam. Weiter: der Mehrwegbaum steht, ist aber noch nicht geschmückt. Die meisten Plätzchen sind gebacken, die meisten Geschenke sind besorgt. Für das Krippchen wollte ich etwas basteln, das ist noch nicht gemacht, ist aber auch nicht unbedingt nötig. Den Weihnachtsputz lege ich vertrauensvoll in die Hände meiner Perle. Also, was fehlt noch? Betten in den Kinderzimmern frisch beziehen, Wäsche waschen, damit zwischen den Jahren nichts gewaschen werden muss, Fressalien einkaufen (Ich habe bereits die Ente für den 1. Weihnachtsfeiertag!!!! Heuer gibt's statt Pute Ente in Orangensauce, hier mein Rezept. Und ich hatte echt Glück beim Entenkauf, es war nämlich nur noch eine da. Wenn ich nach mir gekommen wäre, wäre gar keine mehr da gewesen!). Dann muss unbedingt der Rauchmelder an der Decke befestigt werden, sonst bekomme ich wahrscheinlich einen Anschiss von meinem ältesten Sohn. Letztes Jahr sind bei einem Brand in Spanien sechs Mitglieder einer Familie ums Leben gekommen, weil das Haus keinen Rauchmelder hatte. Es handelte sich um eines dieser Landhäuser, die man wie Ferienwohnungen mieten kann. Die Familie hatte den Kamin angemacht und war zu Bett gegangen und irgendwann wurde durch Funkenflug ein Sessel entzündet..... Als ich diese Nachricht hörte, rannte ich sofort los und kaufte einen Rauchmelder, der seitdem betriebsbereit in der Ecke liegt. Dies hat mein Sohn schon bei seinem letzten Besuch beanstandet, also, dass das Ding nicht an der Decke festgemacht ist. Zum Friseur muss ich noch.... Heute Weihnachtsessen mit den so genannten "Damen", sprich: "Daaaahmen", da hätte ich eigentlich schon vorher zum Friseur gehen müssen... Naja.

Samstag, 13. Dezember 2014

Weihnachtsvorbereitungen - die dritte: ¡Nada te turbe!

Plätzchen backen, Deko und Geschenke sollten in der Adventszeit nicht alles sein. Hier etwas geistige Nahrung:
Dies ist das Herz der Heiligen Teresa von Avila...
... und dies ihr Arm.

Die Heilige Teresa lebte im 16. Jh. Sie ist berühmt für ihre Klosterreformen (strenger) und ihre Schriften. Sie wurde als erste Frau zum Kirchenlehrer bzw. zur Kirchenlehrerin ernannt.
Von ihr stammt das berühmte Gebet:
"Nada te turbe, nada te espante, todo se pasa, Dios no se muda; la paciencia todo lo alcanza, quien a Dios tiene nada le falta: Sólo Dios basta," von dem es viele Übersetzungen gibt. Ich steuere noch eine bei: "Lass' dich nicht aus der Ruhe bringen, lass' dich nicht erschrecken. Alles geht vorbei, Gott allein bleibt. Mit Geduld erreicht man alles, wer an Gott glaubt, dem fehlt es an nichts. Gott allein genügt." Dieses Gebet wurde auch wunderschön vertont. Hier eine Aufnahme vom Weltjugendtag 2011 in Madrid: hier klicken. Mit dem grammatikalischen Schuhlöffel könnte man "Nichts dich betrübe, nichts dich erschrecke, wer Gott liebt, dem fehlt nichts, nichts dich betrübe, nichts dich erschrecke, Gott allein genügt" in die Melodie pressen. 
Dies ist das Sterbezimmer der Heiligen an der Klosterkirche in Alba de Tormes. Ihr Fest, das Fest der Transverberation, wird in diesem kleinen Ort in der Nähe von Salamanca am 27. August gefeiert. Was eine Transverberation ist, beschreibt sie selbst wie folgt (aus Wikipedia kopiert): "Ich sah in seinen Händen [denen des Engels, den sie in ihrer Vision sah] einen langen goldenen Pfeil, und an der Spitze dieses Eisens schien ein wenig Feuer zu züngeln. Mir war, als stieße er es mir einige Male ins Herz, und als würde es mir bis in die Eingeweide vordringen. Als er es herauszog, war mir, als würde er sie mit herausreißen und mich ganz und gar brennend vor starker Gottesliebe zurücklassen. Der Schmerz war so stark, daß er mich [...] Klagen ausstoßen ließ, aber zugleich ist die Zärtlichkeit, die dieser ungemein große Schmerz bei mir auslöst, so überwältigend, daß noch nicht einmal der Wunsch hochkommt, er möge vergehen, noch daß sich die Seele mit weniger als Gott begnügt. Es ist dies kein leiblicher, sondern ein geistiger Schmerz, auch wenn der Leib durchaus Anteil daran hat, und sogar ziemlich viel." Wow, nicht wahr? Solche Schriften nennt man mystisch. Die Heilige Teresa war eine große Mystikerin, ebenso wie ihr Gefährte, der Heilige Johannes vom Kreuz, der 27 Jahre jünger war als sie und als einer der großen spanischen Dichter gilt. 2015 jährt sich die Geburt der Heiligen zum 500. Mal. Die Albenser erwarten zu diesem Anlass den Papst. So ungewöhnlich wäre das nicht, Johannes Paul II. hat das Städtchen 1982 auch besucht. Unten seht Ihr den Altar der Klosterkirche. Unter den Engeln etwa in der Mitte des Altars befindet sich ihr Sarg. Das Herz und der Arm stehen links und rechts von den Engeln. Aus der Nähe kann man sie vom Museum aus sehen, das direkt dahinter liegt. Anlässlich des 500. Jahrestages ist das Museum ganz neu hergerichtet worden.
Fun Fact: 1937 kam die Hand der Heiligen in den Besitz von Francisco Franco, der sie bis zu seinem Tod stets mit sich führte. Er unterzeichnete keine Staatspapiere ohne die Hand auf seinem Schreibtisch. Heute befinden sich diese Hand sowie das linke Auge der Heiligen in Ronda. Ihr rechter Fuß und ein Teil ihres Oberkiefers sind in Rom zu besichtigen, ihre linke Hand in Lissabon, der linke Arm, das Herz und was sonst noch nach der Entnahme unverwester Fleischstücke, die über ganz Europa verteilt sind, übrig blieb, liegen in Alba de Tormes.  

Samstag, 6. Dezember 2014

Weihnachtsvorbereitungen - die zweite Eintragung zum Thema

So, Leutchen, hallöli. Also, ich hatte Euch die Bilder - die unglaublich interessanten Bilder mit ausgeprägtem Wow-Faktor - von meinen Gläsern versprochen. Von den drei Gläsern unten ist eines nicht gespült... ich frag' da gar nichts. Schlimm, ne, wie die vorher ausgesehen haben... Ich schäme mich in Grund und Boden. Gut, dass meine Oma das nicht mehr erleben muss... Gläser stauben ein, wenn sie im Schrank stehen, bzw. sie werden blind...  
Hier unten seht Ihr den ganzen Schrank. In den Fächern links und rechts oben sind die Gläser. Als ich dieses in unserem Wohnzimmer aufgenommene Foto betrachtete, war mein erster Gedanke: Wie beschissen und altmodisch sieht doch diese Ecke aus... in Wirklichkeit ist sie aber gemütlich, also, wenn Ihr jetzt mit mir hier sitzen und ein Käffchen trinken würdet, dann wäre das gemütlich - hoffe ich zumindest. Mein Gatte will den Schrank schon lange rausschmeißen und durch ein modernes Möbel ersetzen. Er (der Schrank) gehört zu den ersten Möbeln, die wir angeschafft haben, in einer Zeit, als wir wenig Kohle hatten, und ich habe ihn lieb gewonnen. Soll ich ihn weiß anstreichen? So im Shabby Chic-Stil? Die Suppenschüssel im mittleren Regal gehörte zum guten Geschirr von meiner Mutti, die kleine Nähmaschine darunter ist ein Erbstück von meiner Schwiegermutter, die runde Kupferwärmflasche ist einer unserer Luxusartikel von Manufactum, der Kasten darunter ist eine Teeschatulle von Twinings, die ich in unserer Zeit in England gekauft habe, die Vase mit dem ganz schmalen Hals war ein Geschenk von meiner anderen Omi, das gläserne, vogelförmige Teelicht daneben von meiner Taufpatin. Das Teegeschirr (rechte obere Türe, unten) war das erste große Geschenk, das ich von meinem Bruder bekommen habe, als ich in meine Studentenbude zog. Warum soll ich diese mir lieben Dinge durch irgendwelchen modernen Deko-Müll ersetzen? Sagt's mir. 
Also, um wieder zum Thema zu kommen: obiges Bild nahm ich vor dem Gläserspülen auf, untiges danach. Ich habe auch meine Kochbuch-Sammlung nach Farben sortiert. Mein Gatte sagte dazu, dass nur Analphabeten ihre Bücher nach Farben sortieren, aber die Sammlung ist so klein, man kann sie eh' nach nix anderem ordnen und man kann sie leicht überblicken. Fragt Ihr Euch, was das komische Wappending ganz rechts an der Wand ist? Es ist eine Auszeichnung, die mein Gatte von der Polizei erhalten hat (long, long story). Für Außenstehende mag das also... hmhm... altmodisch aussehen, aber mir bedeutet das alles etwas.
Ja, okay, wurscht. Weihnachtsvorbereitungen. Im Rahmen derselben war ich natürlich auch shoppen... und stieß dabei auf dieses schöne Schaufenster der Firma ... hmhm... Villeroy und Boch???... glaube ich.
Mir gefiel insbesondere die bauchige Tasse, die man unten links teilweise sieht. (Im Outlet, meine ich mich zu erinnern, 16,50 Euro, sonst 18,50 Euro). Ich überlegte mir, für meinen Gatten und mich je eine mitzunehmen. Und die Kinder? Gell? Dann müssten es fünf Tassen sein und die kosten dann einen Haufen Geld und nehmen einen Haufen Platz wech. Tatsächlich gekauft: 0. Auch nicht gekauft: Das Buch "Weihnachtsplätzchen für Hunde" von Sascha Storz, Adventskalender für Hunde oder Katzen, die habe ich heuer zum ersten Mal gesehen.
T.'s selbstgebundener Adventskranz. Schön, ne? Da ich auf Reisen war, habe ich noch gar keinen. Ja, es wird eng. Wie geht dieser Satz mit den Puschen? Ach ja: ich muss endlich in die Puschen kommen. Deko, Plätzchen backen... Bei den Geschenken liege ich sehr gut im Rennen, da habe ich schon fast alles. Tja... (Plätzchen kann ich eh nicht früh backen, weil ich dann an Weihnachten keine hätte, weil sie alle schon gegessen wären, hahaha). Zum Abschluss noch ein Foto, das ich gestern im fahrenden Zug aufgenommen habe, weil das Licht so wunderschön war. Das Foto gibt das leider nicht wieder. Die Landschaft im Vordergrund lag schon in der Dämmerung, die Berge im Hintergrund leuchteten noch in der Abendsonne...
Nach Sonnenuntergang hing ein riesiger Vollmond niedrig über den dunklen Bergen... das war auch wunderschön, ich habe aber erst gar nicht versucht, davon ein Foto zu machen. Leute, ich wünsche Euch Freude beim Backen, beim Schmücken Eures gemütlichen Zuhauses und bei allem, was Ihr sonst noch dieses Wochenende macht!

Samstag, 22. November 2014

Einschub (zur Beantwortung einer Frage)

Eigentlich sollte hier "Weihnachtsvorbereitungen - die zweite" stehen. In meiner Welt ist das: Schrank mit den guten Gläsern ausräumen und alle Gläser spülen, damit sie für die Festtage bereit sind. Hab's noch nicht gemacht, vielleicht mache ich es morgen. Es kam aber schon zweimal die Frage "Was ist eigentlich aus Eurem Chinesen geworden?" und diese Frage möchte ich nun hier beantworten.
Was bisher geschah: In unserer Siedlung in Spanien gibt es einen Supermarkt, der früher von der Besitzerin des Ladenlokals betrieben wurde. Sie bot frische und gute Waren an und machte großen Umsatz, denn es war und ist das einzige Lebensmittelgeschäft in Laufweite bzw. (ich kann es nicht lassen und muss diesen Satz in Maklersprache einfügen:) das fußläufig erreichbar ist. Dann machten in der näheren Umgebung (aber nicht in Laufweite) ein Mercadona, ein Aldi, ein Lidl, ein Día und ein Leclerc auf und angesichts dieser Konkurrenz sperrte sie zu und verpachtete das Geschäft. Mehrere Pächter scheiterten schnell, dann übernahm ein Chinese den Laden, der praktisch Tag und Nacht geöffnet hat, aber über ein ziemlich mangelhaftes Warenangebot verfügt. Nach eineinhalb Jahren verschwand er, kehrte aber - für mich überraschenderweise - nach ein paar Monaten wieder zurück (meine Prognosen sind immer falsch, Ihr dürft mich als menschlichen Kontraindikator verwenden, haha). Wer die lange Version der Geschichte will, hier sind Teil 1 und Teil 2. Um also die Frage "Was ist eigentlich aus Eurem Chinesen geworden?" zu beantworten: Er ist wieder da. 
Leute, ich habe noch nie im Leben ein so schlecht geführtes Lebensmittelgeschäft gesehen. Fisch hatte er von Anfang an nicht, Fleisch hatte er nach kurzer Zeit auch nicht mehr. Obst und Gemüse sind unter aller Sau. Er hat einfach nichts. Wir hatten einmal Besuch und da es Sommer war und heiß, beschlossen wir, uns und unseren Gästen Eis zu gönnen. Jeder suchte sich etwas aus, ich notierte die Wünsche: ein dunkles Magnum, ein Magnum mit Nüssen, ein Schoko- und ein Erdbeercornetto, zwei Wassereis, zwei Minimilk... oder so ähnlich. Ich ging in den Laden: "Ein dunkles Magnum", "habe ich nicht", "ein Schokocornetto", "ist leider aus", "zwei Minimilk", "kommen morgen wieder", "ja, dann ist es vielleicht besser, Sie sagen mir, was Sie haben, dann sind wir schneller fertig!". Mit irgendwelchen Eissorten, von denen die eine schon einmal aufgetaut und deformiert wieder eingefroren war, machte ich mich beschämt auf den Heimweg. Das war im Hochsommer, wenn es hier vor Kindern wimmelt. Kinder gehen sowieso nicht mehr hin, weil der Süßkram, den er lose verkauft, mittlerweile hart ist, wie mich die Enkelin meiner Nachbarin informiert hat.
Dann schickte ich einmal meinen Gatten hin, weil ich für ein Rezept Champignons benötigte und mich selber schämte, hinzugehen, weil er nie das hat, was ich will (ordentlichen Kopfsalat, Tomaten). Mein Gatte kam mit einem Schälchen völlig verschimmelter Pilze zurück. Die habe ihm der Chinese geschenkt, wir sollten die raussuchen, die noch brauchbar sind. Da war aber nix brauchbar und ich warf die ehemaligen Champignons in den Müll. Seitdem weigert sich mein Gatte, den Laden aufzusuchen.
Einmal schickte ich meinen Sohn hoch, weil ich Bananen benötigte. Nach einer Viertelstunde kam er zurück: "Der Chinese hat keine Bananen." "Ja, was hat er denn?" fragte ich. "Er hat Äpfel," entgegnete mein Sohn. 
Ich war seit Monaten nicht mehr dort, weil ich mich schäme, dort einzukaufen. Ich habe aber kein schlechtes Gewissen mehr dabei, denn ganz offensichtlich lebt der Lebensmittelverkäufer nicht vom Verkauf von Lebensmitteln (Rauschgift verkauft er aber auch nicht, das wüsste man in unserer kleinen Welt, Hehlerware auch nicht, denn da müsste er ja ein bisschen Reklame machen). Ich meine, bedenkt doch mal die Auslagen die er hat: 800 Euro Miete, 500 Euro Strom etc. (das hat mir seine Vermieterin erzählt), seine Sozialabgaben (mindestens 260 Euro, da fängt die Skala an), Heizung nichts, denn er heizt auch im tiefsten Winter nicht. Sagen wir also 1600 Euro Unkosten. Und dann kosten ja auch noch die Waren (in diesem Fall wenig, denn er verkauft ja nichts...). Nehmen wir an, die Waren kosten 400 Euro, dann braucht er noch 1000 Euro zum Leben. Dann wären wir bei 3000 Euro im Monat, die hereinkommen müssen. Da er viele Waren bei Lidl und Aldi kauft und etwa 30 Prozent aufschlägt, müsste er 3000 x 3 = 9000 Euro umsetzen, um 1000 Euro zu verdienen (eine gutwillige, ahnungslose Rechnung). Also müsste er pro Tag (er hat jeden Tag geöffnet) 300 Euro umsetzen und das ist - angesichts der Tatsache, dass er außer der Staffage in Form von Nudeln, Reis und Spielzeugschrott praktisch nichts zu verkaufen hat - unmöglich.
Letzten Sommer hat übrigens der Chiringuito-Betreiber zusätzlich ein Eisbüdchen auf dem Weg vom und zum Schwimmbad aufgemacht. An meinem Geburtstag wollte ich meine Freundinnen zu diesem Mojito-Wassereis mit Limonenschalen, das sehr lecker ist und nur 60 Kalorien hat, einladen. Ich hatte ja kaum Hoffnung, dass er 12 Mojito-Eis haben würde, hatte er aber, und vier Minimilk auch. Nächstes Mal gehen wir natürlich gleich dorthin und nicht zum Chinesen. Wenn das erste Wort, das einem im Zusammenhang mit einem Geschäft einfällt, "schämen" ist, dann läuft wirklich irgendwas ganz, ganz falsch.
P.S.: Für den Fall, dass sich in den letzten Monaten, in denen ich nicht im Laden war, etwas grundsätzliches geändert haben sollte, habe ich mich extra für Euch zum Laden begeben. Es hat sich etwas geändert: Das Regal, in dem sich die Milchprodukte befanden, ist jetzt auch leer und abgeschaltet. Er hatte gestern je eine Packung Butter und Margarine sowie vier Joghurts, die sich im einzigen Kühlregal befanden, das noch bleibt. An der ehemaligen Fischtheke, an der er abgepackte Kuchen platziert hatte, die dort - im wahrsten Sinne des Wortes - vor sich hinschimmelten, liegen jetzt Nudeln, in der ehemaligen Fleischtheke liegen Beutel mit Linsen und Kichererbsen, und zwar so dekoriert, dass sie möglichst viel Fläche bedecken, in der ehemaligen Wurst- und Käsetheke liegt der gesamte Kühlkram, der noch verbleibt, nämlich abgepackte Wurst und die Milchprodukte siehe oben. Im Tiefkühlfach lagen keine Pizzen mehr, auch kein Speiseeis. Die eine Hälfte des Fachs war mit abgepackten Eiswürfeln gefüllt, in der anderen lag diverses Zeug, so genau habe ich auch wieder nicht hingeschaut. Im Obst- und Gemüseregal gab es schöne Äpfel, Birnen, Orangen, Trauben (von denen ich ein Kilo erwarb), eine angeschrumpelte Paprikaschote, leicht angewelkten Mangold, Zwiebel und Kartoffeln sowie verschiedene Sorten frisches Brot. Das war's. Das Thema "Chinese" ist hiermit für mich erledigt. Jetzt räume ich den Gläserschrank aus. Freut Euch auf Vorher-Nachher-Bilder!

Samstag, 15. November 2014

Weihnachtsvorbereitungen - die erste Eintragung zum Thema

Leute, ich freue mich über die zahlreichen Besuche in den letzten Tagen. Viele kommen über Google und wollen Weihnachtsdeko und unser Kekshäuschen sehen... oder unser altes Lebkuchenrezept oder die Schokocrossies. Schön. 
Man muss sich echt langsam Gedanken darüber machen, wie man das Christfest vorbereiten möchte. Die Vorfreude ist eh die schönste Freude. Am Heiligen Abend kloppen wir uns dann wahrscheinlich (neee, Spässle).  Mit irgendwas muss man anfangen... und ich hatte gestern beschlossen, damit anzufangen, dass ich Platz in der Tiefkühltrühe bzw. im Tiefkühlschrank schaffe. Denn es soll dann wieder eine Ente gekauft werden... beim Lidl, wenn sie welche haben. Diese Enten sind bei meiner Familie sehr beliebt. Ente in Orangensauce, hmhmhmhmhmhm. Mein Rezept siehe hier. Und wenn die Jugend über die Feiertage da ist, hätte ich auch gerne ein ganzes Fach frei für Pizzen, die sie sich in den Ofen schieben können, wenn ihnen danach ist. So, also, lasst uns den Tiefkühlschrank aufräumen. Unten seht Ihr ein Vorher-Bild, Nachher-Bild gibt's keins, es hat hinterher nämlich auch nicht viel anders ausgesehen. Okay, der Behälter mit dem roten Rand, der Ratatouille enthält, steht jetzt gerade, der Beutel gleich dahinter ist jetzt weg (Inhalt verspeist). Alles war ziemlich gut beschriftet. Das mit dem Beschriften habe ich auf die harte Tour gelernt: Ach, wie soll ich denn je vergessen, dass in diesem Gefrierbeutel ein Rest vom megaleckeren Gulasch enthalten ist??? Ja, so denkt man, wenn man jung und unerfahren ist... und vergisst anschließend sofort, was im unbeschrifteten Gefrierbeutel enthalten ist. Also, ich empfehle auch richtig faulen Gefrierschrankbesitzern, das Gefriergut zu beschriften. Es gibt spezielle Aufkleber, es ist nämlich nicht jedes Babberle für tiefe Temperaturen geeignet. Ich schreibe dann manchmal auch noch dazu, was mit dem aufgetauten Gericht geschehen soll. Z.B. "Fisch zum Backen", "Gekochtes Rindfleisch, Soße dazu machen", oder so. Fragt Ihr Euch, was in der zugeknoteten Plastiktüte ist? Froschschenkel, die hat mir der Fischhändler aufgeschwatzt und ich habe noch kein Rezept dafür gesucht. Hab' noch nie Froschschenkel gemacht. Beim Gedanken daran erscheinen vor meinem geistigen Auge Bilder von Fröschen im Rollstuhl. Ich muss mich echt mal aufraffen und was damit machen.
Ich habe also alles rausgeräumt, die Schubkästen ausgewischt, mir eine Liste gemacht mit allem, was drin war, ein halb gegessenes Eis weggeschmissen, die Eiswürfel raus und in die Spüle geschmissen, die Kühlelemente für die Kühltasche abgewischt und weggeräumt, die braucht man ja in der kommenden Jahreszeit nicht, und alles wieder eingeräumt. Wir haben immer noch sooo viel Wild... das bekommen wir von einem befreundeten Jäger geschenkt... in Mengen. Vielleicht verrate ich Euch bei Gelegenheit mal mein Rezept für Wild-Hamburger, von mir selbst erfunden und köstlich. Mit Wacholder gewürzt... und statt Mayo mit einer Sahne-Gin-Sauce und statt Ketchup mit Preiselbeeren. Statt Tomaten sehr fein geschnittenes Rotkraut. Das ganze auf einem ordentlichen Weck. Guuut! Dann habe ich auch noch ziemlich viel Ratatouille eingefroren... wir essen sie gerne zu frischen Pommes und Spiegeleiern, oder zu eingelegtem Feta-Käse und Baguette. Und... ich wage es kaum zu schreiben, aber es ist eine leckere Kombination: zu Münchner Weißwürsten. Deutsch-Französische Fusionsküche: Ratatouille, Weißwürste mit süßem Senf und Baguette, mit dem man die Ratatouille-Brühe und den süßen Senf aufwischen kann. Ich steh' dazu. 
Dieser Gefrierbehälter war unbeschriftet. Apfelbrei? Reineclauden-Mus? Neee, war Feigenbrei von den Feigen, die mir meine Nachbarin gebracht hatte. War noch gut und wurde von meinem Gatten und mir als Nachspeise verzehrt. So, jetzt ist der Gefrierschrank sauber, aber immer noch ziemlich voll. Ich habe jedoch eine Liste mit dem Inhalt, den wir so nach und nach vertilgen können.
Ich fasse zusammen: Weihnachtsvorbereitung 1: Gefrierschrank aufgeräumt, Liste gemacht, Kontrolle über das Gerät und seinen Inhalt übernommen.

Mittwoch, 12. November 2014

Interessant!!!!!

Habt Ihr das mit der Raumsonde verfolgt, die auf dem Kometen gelandet ist? Ein 100 kg schweres Ding, groß wie ein Kühlschrank, landet auf einem 4 km großen Brocken aus Stein und Eis, der in 500.000.000 km Entfernung durch das Weltall rast. Mehr als dreimal soweit weg wie die Sonne, habe ich das richtig verstanden? Wahn.sinn.
Und weil es auf dem Kometen fast keine Schwerkraft gibt, wiegt dieses Minilabor dort nur 1 Gramm. Warum wird es denn nicht weggeweht, wenn es mit 50.000 Stundenkilometer durch das All rast? fragt sich der ahnungslose Laie. Diese Dinge übersteigen die menschliche Vorstellungskraft vollkommen. Leute, ich habe schon daneben getroffen, wenn ich versuchte, aus 60 cm Höhe in gerader Linie und unter Nutzung der Schwerkraft ein zerkrumpeltes Papier in den Papierkorb fallen zu lassen! Und aus unerklärlichen Gründen verließ das betreffende Objekt die vorgesehene Bahn und fiel neben den Papierkorb. Und diese Herrschaften treffen aus 500 Millionen Kilometer Entfernung mit ihrem Kasten einen Schneeball! Wahn.sinn.

Samstag, 8. November 2014

Spanien im November 2014

Wie ich Euch bereits in einem anderen Post angedeutet habe, gibt es in Spanien eine neue Partei, die Podemos heißt. Ihr Anführer ist Pablo Iglesias, der Dozent für Politikwissenschaften an der Complutense-Universität in Madrid war, bevor er zum Europa-Abgeordneten gewählt wurde. Laut jüngsten Umfragen liegt Podemos bereits mit den beiden alten Parteien, nämlich der sozialistischen Partei PSOE und der konservativen Partei Partido Popular, die sich normalerweise bei der Regierungsbildung abwechseln, gleichauf, wenn nicht sogar vor diesen. Podemos gibt es erst seit 8 Monaten. Pablo Iglesias ist viel bei Fernsehdiskussionen aufgetreten und hat dort sein Podium gefunden, mit gesundem Menschenverstand und dem dringenden Wunsch, die in Spanien herrschende Kaste auf demokratischem Wege zu beseitigen. In den letzten Tagen hat er wieder massiv Hilfe vom Königshaus und von der konservativen PP bekommen. Jedesmal, wenn die Fr das Antlitz der Königstochter, die gemeinsam mit ihrem Mann Millionen veruntreut und gewaschen und massiv Steuern hinterzogen hat, mit ihren Gerichtssachen in den Medien erscheint, gewinnt Podemos Stimmen. Da wird berichtet, was die Richter in dieser oder jener Teilangelegenheit entschieden haben, aber das nimmt niemand ernst; keiner glaubt, dass die Frau in irgendeiner Weise bestraft werden wird oder irgendwas zurückzahlen muss. 
Und auch die PP hat wieder ordentlich Wahlkampf für Podemos gemacht: Es ist ans Licht gekommen, dass Monago, der Präsident der autonomen Region Extremadura, also so etwas wie der Ministerpräsident eines Bundeslandes, in seiner Zeit als Senator auf Kosten der Steuerzahler in eineinhalb Jahren 32 Mal in der Business Class auf die kanarischen Inseln geflogen ist. Die Dame, die er dort besuchte, hat sich schon gemeldet (nee, es war nicht seine Gattin). Und das kam genau zu dem Zeitpunkt ans Licht, als er in seiner Region einen Kongress zum Thema "Verantwortungsbewusste Regierungsführung" für seine Parteispitze ausrichtete. Am Freitag behauptete er, all diese Reisen seien dienstlich gewesen, er hätte als Senator für Extremadura auch die Kanaren vertreten (Wen haben dann wohl die Senatoren der Kanaren vertreten, nicht wahr? Madrid, vielleicht.). Die zum Kongress "Verantwortungsbewusste Regierungsführung" versammelte Spitze seiner Partei stellte sich geschlossen hinter ihn, es gäbe eine Verschwörung gegen ihn. Ein Redner verkündete, Monago würde weiter gegen Korruption kämpfen, auch wenn das vielen nicht recht sei, und er würde sich zur Wiederwahl stellen... angesichts dieser massiven Unterstützung seiner Partei brach Monago in Tränen der Rührung aus. Das könnt Ihr hier sehen, wenn Ihr wollt. Das war also am Freitag. Am Samstag gab er - immer noch auf demselben Kongress und immer noch vor demselben Publikum - zu, dass diese Reisen vielleicht doch nicht alle dienstlich waren, denn er konnte keine Termine nennen, die er dort wahrgenommen hatte und es meldete sich auch niemand, der sich mit ihm getroffen hatte (außer der genannten Dame), und er wolle jetzt die Kosten für die Reisen erstatten. Donnernder Applaus seiner Parteikollegen angesichts dieses ehrenhaften Verhaltens. 
Meint Ihr, der tritt zurück? Es könnte eng für ihn werden, denn mittlerweile ist ein Parlamentsabgeordneter, der ebenfalls auf Kosten der Steuerzahler auf die Kanaren flog und dieselbe Dame besuchte, zurückgetreten. Ich muss Euch sagen, ich glaube nicht, dass Monago zurücktritt. Da wird morgen oder übermorgen schon der nächste Skandal kommen, der von seinem Fehler ablenkt.
Und Podemos wächst und wächst. Meine Freundin aus Venezuela sagt, genauso sei es dort gewesen, bevor Hugo Chavez an die Macht kam: die Leute hätten gesagt, die alte korrupte Kaste müsse um jeden Preis weg, egal, was danach kommt, und was dann kam, war ja nicht so toll. Deshalb mache ihr Podemos Angst. Aber es gibt eben sehr viele Leute in Spanien, die meinen, so, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen, und das sind nicht nur linke Spinner, sondern auch konservative Menschen. Die Schamlosigkeit und Unverschämtheit der Politiker dem Bürger gegenüber sind ja noch schlimmer als die Korruption selbst. Wenn die Kaste den Geist Podemos zurück in die Flasche bekommen möchte, wird sie sich ganz schön anstrengen müssen. Die Andeutungen, dass es nicht mehr ausreichend Toilettenpapier geben wird, wenn Podemos an der Macht ist, oder dass es J.P. Morgan nicht recht sein könnte, genügen da nicht.

Sonntag, 2. November 2014

Wie ich die Preise vom vorherigen Post ermittelt habe...

Ich ging in einen durchschnittlichen Supermarkt, also weder ein Aldi noch ein Feinkostladen, und versuchte dort den mittleren Preis festzustellen. Bei den Äpfeln die, von denen die meisten herumlagen und die aussahen wie die meist gekauften. Bei den Tomaten dasselbe. Keine Sonderangebote! Das Stangenweißbrot ist ungefähr doppelt so groß wie ein normales Baguette. Activia Joghurt gibt's zu verschiedenen Preisen, je nachdem, ob und welche Früchte etc. enthalten sind. Wir nehmen den mittleren Preis. Proactiv cholesterinsenkende Margarine gibt es nur eine. Milch: Meine spanische Milch war gute Marken-H-Milch (La Asturiana, Pascual). Eier: Größe M, der mittlere Preis. Die Marmelade Bonne Maman gibt es je nach Geschmacksrichtung zu verschiedenen Preisen. Wir wählen den mittleren. Mehl: Das, das auf Augenhöhe steht oder von dem am meisten da ist, kein Sonderangebot. Zucker: Markenware. Kellogs Frosties: ebendie, in der 375 g-Packung. Pizza im Straßenverkauf: die erste, der wir begegnen. Das spanische Stück, das mit 4,50 Euro sehr teuer erscheint, war relativ groß. Mein Sohn, der mit den "Pizza auf der Straße"-Preisen vertrauter ist als ich, hat mich darauf hingewiesen, dass 4,50 Euro ein Ausreißer ist, der normale Preis sei 2,50 Euro, das habe ich korrigiert. Big Mac Menü: am Syntagma-Platz habe ich nur den Preis für das Menü gesehen, nicht den, für den Big Mac alleine. Also nehmen wir den Menü-Preis. Der Benzinpreis ist einer, den ich in Griechenland bei unserer Fahrt entlang der Küste wiederholt gesehen habe. Der spanische Preis ist der an der Shelltankstelle, an der ich tanke. Zu den deutschen Preisen: Sie stammen von Edeka. Äpfel und Tomaten waren vielleicht deshalb teurer, weil die Saison vorbei ist (deutsche Zahlen von Anfang Dezember). Im Gegensatz zu Griechenland und Spanien kosten in Deutschland alle Activia-Sorten und alle Bonne-Maman-Sorten gleich viel. In D überraschend billig: Milch (Marke Weihenstephan!!!) und Eier. Beim Mehl gibt es beeindruckende Preisunterschiede, beginnend bei 32 Cents pro Kilo! Ebenso beim Zucker. Ich hatte zwar oben geschrieben, dass wir den Preis für Markenware nehmen, Südzucker kostet aber 1,39 Euro das Kilo, das No-Name-Produkt nur 65 Cents. Da es mir im Traum nicht einfallen würde, den teuren Zucker zu kaufen (sind im billigen Sandkörner drin oder was ist da der Unterschied?), habe ich den Preis vom billigen zugrunde gelegt.
So, jetzt haben wir auch noch Zahlen aus Kanada. Sie stammen aus dem Supermarkt Maxi & Cie. Verwendeter Umrechnungskurs: 1 kanadischer Dollar gleich 70 Eurocents. Obst und Gemüse sind teuer, aber wir kommen ja auch immer weiter in den Winter hinein (Anfang Dezember). Bei einigen Zahlen rechnete ich die Mengen um, zum Beispiel 12 bzw. 10 Eier im Karton, 445 gr statt 375 gr in der Frostieskiste. Bei der Milch handelt es sich um Frischmilch, die dort, wie ja auch in den USA, die übliche Milch ist, anstatt der H-Milch bei uns in Europa. Abgesehen von den niedrigen Milch- und Eierpreisen in Deutschland finde ich bisher nur eine Sache sehr, sehr auffällig: Es gibt überall dasselbe. Ich hätte echt nicht gedacht, dass es in Kanada Bonne-Maman-Marmelade und Proactiv-Margarine gibt. Was sagt uns das, nicht wahr? Wenn man's nur wüsste... 

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Krise in Griechenland

Also, um gleich zur Sache zu kommen: Als Touristen in Athen haben wir von der Krise nichts bemerkt. Ich hatte aber gehofft, dass bei Gesprächen mit den Kollegen meines Gatten die Rede auf das Thema kommen würde und dass wir ein bisschen darüber erfahren könnten, was in Griechenland los ist. Einmal steuerte unsere Konversation auch in diese Richtung und die Gastgeber fragten: "Stört es euch, über die Krise zu sprechen?", was ja an sich schon eine seltsame Frage ist. Mein Gatte antwortete mit nein. Leute, es war, als würde jemand fragen: "Wollt ihr eine kleine Erfrischung?" und man antwortet mit ja und bekommt prompt einen Kübel Wasser über den Kopf gegossen. Da brachen sofort alle Dämme. Bei unseren Gastgebern handelte es sich um ein Ehepaar in den besten Berufsjahren mit guten Stellen. Er ist eine "händeringend gesuchte Fachkraft", sie ist ebenfalls Akademikerin mit gutem Job. Ihre Gehälter sind um 40 bzw. 30 Prozent gekürzt worden. Zusätzlich wurden viele Steuern, Gebühren und Preise erhöht. Besonders regten sie sich über die Immobiliensteuer auf, die sie für ihre Wohnung bezahlen müssen und die zwei kompletten Monatslöhnen entspricht. Es ist ihnen nicht möglich, ihren relativ hohen Lebensstandard zu halten. Man spürte noch die Reste einer riesigen Wut, die da gewesen sein muss, aber jetzt sind diese Leute einfach ratlos. Besonders schlimm für sie ist, dass sie ihren Kindern nicht das bieten können, was sie ihnen bieten möchten und was sie selbst hatten, z.B. Sprachkurse im Ausland. Obwohl sie beide, wie gesagt, in guten Berufen tätig sind, bekommen sie Unterstützung von ihren Eltern, um den schon gesenkten Lebensstandard zu halten. Ich habe mal gegoogelt, was Leute in vergleichbaren Positionen in Deutschland verdienen und die Gehälter dieser beiden waren um etwa 30% niedriger. Ich wage es kaum zu schreiben, aber dann waren sie vor den Kürzungen wohl genauso hoch. Sie jammerten über die hohen und steigenden Preise für alles. An dem Tag, an dem ich alleine unterwegs war, kam ich an einem Carrefour-Supermarkt vorbei und dachte mir, da gehe ich mal rein und schaue mir selber an, was die Sachen kosten. Wenn mein Mann dabei gewesen wäre, wäre solch ein Blödsinn nicht möglich gewesen. Carrefour-Supermärkte gibt's auch in Spanien, also ist ein Vergleich einfach. Wäre in Deutschland Edeka die Entsprechung? Ich werde die Tabelle nach und nach ausfüllen. Also, hier kommen die griechischen Preise:


Produkt
Griechen-
land
Spanien
Deutsch-
land
Kanada
1 kg Äpfel
Golden Delicious
1,39
0,99
1,99
2,28
1 kg Tomaten
1,68
1,69
2,99
3,06
Stangenweißbrot
0,89
0,89
2,39
1,37
4 Activia Joghurt
2,39
1,99
1,99
1,84
250 g Proactiv
Margarine
2,89
3,39
2,99
3,24
1 l Milch
1,26
0,93
0,69
1,21
10 Eier (M)
2,29
1,59
0,99
1,82
Marmelade
Bonne   Maman
3,37
2,59
2,49
3,52
1 kg Mehl
0,89
0,89
0,89
1,06
1 kg Zucker
0,86
0,86
0,65
1,39
375 g Kellogs
Frosties
2,52
2,50
2,99
2,83
1 Stück Pizza im
Straßenverkauf
2,60
2,50
2,50
1,59
1 Big Mac Menü
4,95
5,90
6,69
6,50
1 l Benzin (95)
1,58
1,38
1,32
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So, und jetzt kommt mir nicht mit "die Griechen ernähren sich halt ganz anders, die leben von Feta und Fisch und so." Feta scheint mir so um 10 Euro das Kilo zu kosten und Fisch ist extrem teuer, also im Vergleich zu Spanien. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fisch im Normalhaushalt ständig auf dem Speiseplan steht.
Weiter: Während ich im Supermarkt stand und mir überlegte, welcher der Milchpreise so ungefähr der Durchschnitt war, sprach mich eine Frau in griechischer Sprache an. Ich antwortete ihr auf englisch, ich verstünde sie leider nicht. Sie sprach gut englisch und wir kamen ins Gespräch. Ich erzählte ihr, ich wollte gar keine Milch kaufen, sondern nur schauen, was sie kostet. Ich sei aus Spanien zu Besuch und man hatte mir gesagt, Milch sei in Griechenland besonders teuer. Damit waren wieder die Schleusen geöffnet. Die Art und Weise, wie es aus den Leuten hervorbricht, ist beeindruckend. Sie erzählen es nicht einfach, sie überschütten einen damit: Gehaltskürzungen, bestialische Immobiliensteuer, gefallener Lebensstandard, keine Zukunftsaussichten, aufwärts geht es gar nicht. Ich bekam noch einmal das volle Programm. Anscheinend sind die Griechen froh, wenn ihnen Ausländer in die Hände fallen, die ihre Geschichte noch nicht kennen. Klar, denn sie würden sich ja untereinander immer dasselbe erzählen, weil sie alle dasselbe erleben. In Spanien ist es genauso. Vielleicht mache ich einen Blogeintrag "Spanische Unterhaltungen zum Selberbasteln". Leider, leider erfahren wir ja trotz Unmengen an Nachrichten kaum, was in anderen Ländern los ist. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass in Spanien gerade das gesamte Parteiensystem zusammenbricht? Vorgestern sind 51 hohe Politiker und Unternehmer verhaftet worden. Hier im Schweizer Tagesanzeiger könnt Ihr etwas darüber lesen. Es gibt eine neue Partei namens "Podemos", der die Menschen in Scharen zulaufen. Laut neuen Wahlumfragen ist sie bereits dabei, die sozialistische Partei zu überholen. Interessant, ne?