Sonntag, 19. Juli 2015

Die Lage in Spanien im Sommer 2015

In Deutschland wird ja immer wieder berichtet, wie brav die Spanier gehorchen und sparen und wie schön es deshalb aufwärts geht. Aha, soso, hmhm. Tja. Hmhm. Die, die das schreiben, glauben das, oder? Ich meine, die erfinden nicht bewusst irgendwas, oder? Denn: seit Mariano Rajoy an der Macht ist, also in den letzten dreieinhalb Jahren, ist die Staatsverschuldung Spaniens um 300 Milliarden Euro gestiegen. Die megablühenden Landschaften, durch die wir jetzt vor den Wahlen stolpern dürfen, wurden mit 300 Milliarden neuen Schulden erkauft. 
Und leider, leider sieht die Lage vor Ort, zumindest in der spanischen Provinz, ganz, ganz anders aus als uns die offizielle Propaganda glauben machen will. Man beobachtet immer wieder schockierende - ja, doch, schockierende ist das Wort - Kleinigkeiten: Zum Beispiel war ich neulich abends mit meinen Freundinnen unterwegs und wir liefen eine tagsüber sehr belebte Straße entlang. Mir fiel auf, dass praktisch alle Läden geschlossen waren, also geschlossen im Sinne von aufgegeben und für immer zugesperrt. Ich dachte mir, sagst lieber nichts, sonst stehst du wieder als negativer Mensch da. Eine meiner positiven Freundinnen wies aber darauf hin: Der Geschenkeladen - zu. Der Handtaschenladen - zu. Die Bankfiliale - zu. Das Reisebüro - zu. Und was da noch alles ist und war - zum größten Teil zu. Und wenn ein neuer Laden aufmacht, muss man sich echt sputen, sonst ist er wieder zu. Ist mir mit einem Spielwarenladen passiert, der vor Weihnachten aufgemacht hatte. Letztens wollte ich mir endlich anschauen, was es so Neues an Kinderkram gibt (ein kleines Mädchen hatte festgestellt, dass ich nicht mal wusste, wer Peppa Pig/Peppa Wutz ist, und das ist ja wohl der Gipfel der Ignoranz), zu spät, der Laden war schon wieder verschwunden.
Mein Nachbar sagte mir heute: "Ich habe die Webseite angeschaut, die du mir empfohlen hast. Bei Gottes Liebe, ich kann es nicht glauben." Bei der Webseite, die er angeschaut hatte, handelte es sich um die spanische Immobilienseite www.idealista.com und was ihn geschockt hatte war die Anzahl der Häuser, die in unserer Siedlung zum Verkauf stehen. In unserer kleinen Straße, zum Beispiel, werden fünf Häuser (HWUs) offiziell zum Verkauf angeboten. Die Preise liegen zwischen 260.000 und 290.000 Euro. Zu Spitzenzeiten, nämlich so um 2006, 2007, wurden deutlich über 400.000 verlangt. Was wird gezahlt? Das weiß man nicht, es ist schon seit vielen Jahren (sechs, sieben Jahren?) keins mehr verkauft worden. Dann gibt es noch ein paar Anwohner, die gerne verkaufen würden und nur darauf warten, dass die Preise wieder steigen. Geht der ganze Irrsinn noch irgendjemand in den Kopf? Wer, um alles in der Welt, soll denn unsere Häuser kaufen? Die Jugendarbeitslosigkeit, also der Prozentsatz der Menschen zwischen 16 und 25, die arbeiten möchten, aber keine Arbeit finden, liegt bei über 50%. Dazu kommen noch die, die einfach irgendwas studieren und dann noch irgendwas, und dann noch einen Master und dann was anderes..., die in der Statistik nicht auftauchen, weil sie ja studieren. Und wenn sie dann doch irgendeine Arbeit finden, dann können sie nicht in ihrem Heimatort bleiben und verdienen auch nicht genug zum Leben. Nur Senioren haben genug Geld, um Häuser zu kaufen. Und Senioren wollen keine großen Häuser, die für junge Familien ideal sind, welche aber nicht das Geld haben, um sie zu bezahlen. 
Von den Griechen hört man, dass sie hohe Renten brauchen, weil alte Leute häufig junge Familien mit durchschleppen. Für die Deutschen klingt das fremd und unverständlich, für Spanier ist das real. Auch Studenten, welche die spanische, dem Bafög entsprechende Unterstützung erhalten, kommen häufig aus Familien, die das Bafög ihrer Kinder zum Überleben brauchen. In Spanien gab es im Frühjahr 2015 ganze 770.000 Haushalte ohne Einkommen. Diese Zahl habe ich gesucht, wer sehen will, wo ich sie gefunden habe, hier klicken. Ohne Einkommen bedeutet nicht Hartz 4 oder irgend sowas. Ohne Einkommen bedeutet ohne Einkommen. Wir können nur hoffen, dass die Mama schwarz putzt (was aber auch im Rahmen des guten Weges und der verschärften Gesetze immer schwieriger wird. Mittlerweile muss man Putzfrauen anmelden, auch wenn sie nur eine einzige Stunde in der Woche kommen. Nebeneffekt: Arbeitsmarktstatistik!). Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, wie kann denn das sein? Wie darf man sich das vorstellen? Ohne jedes Einkommen? Ich hörte einmal eine Frau, bei der ich mir echt nicht erklären kann, wovon ihre Familie lebt, über andere Leute sagen: "Ich kann mir echt nicht erklären, wovon diese Familie lebt." Einkommen: Vaters Arbeitslosengeld für Langzeitarbeitslose mit Familie in Höhe von 426 Euro. Die Schwarzarbeit wird massiv bekämpft. Für den IWF ist das vielleicht toll, für arme Familien nicht so. 
Letzten Samstag war ich mit einer Freundin in Medina del Campo, der kastilischen Möbelstadt. Wir besuchten ein sehr großes Möbelhaus, das hauptsächlich klassische Modelle anbietet. Wir hielten uns an einem Samstagmorgen dort eine gute Stunde auf und in dieser ganzen Zeit waren wir die einzigen Kunden. Die Geschäftsleute scheinen aber die Dauerbeschallung mit positiver Propaganda zu verinnerlichen (neulich hat einer im Radio gesagt: "Ich möchte immer in einem Wahljahr leben, da ist alles so positiv", hahaha.). Im nächsten Geschäft, wo ich das Möbel für unseren Eingangsbereich in Auftrag gab und wo auch in der ganzen Zeit, in der ich dort war, keiner hereinkam, war so ein Propagandagläubiger: "Kaufen Sie rasch, die Hersteller warten nur darauf, die Preise wieder zu erhöhen, sobald es weiter aufwärts geht", sagte der Verkäufer und Ladenbesitzer in Personalunion. "Es geht nicht aufwärts, das hoffen Sie bloß", antwortete ich ihm. "Doch", sagte er. "Rajoy wird wiedergewählt und dann geht es richtig aufwärts." "Ich teile Ihre Meinung, dass Rajoy wiedergewählt wird, aber danach kommt eine Austeritätsorgie, dass uns Hören und Sehen vergehen wird", sagte ich. "Wir werden es ja sehen", sagte er. Meine Freundin war während dessen in einem anderen Möbelladen, in dem auch keine Sau war. Ich weiß aber, dass sie die Meinung des Möbelhändlers geteilt hätte, weil dies für ihre seelische Gesundheit wichtig ist.
Klar, es geht zurzeit ein bisschen aufwärts, weil die Banken die Kredithähne wieder geöffnet haben. Im Fernsehen machen mehrere Wucherer Reklame. Ich verstehe nicht, wie der Staat das erlauben kann. Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel gelesen, in dem stand, dass einer dieser Wucherer, der Wohnungen als Garantien nimmt, bereits 4000!!! Immobilien in seinen Besitz gebracht hat. Das ist wie damals, vor vier oder fünf Jahren, als Nueva Rumasa für ihre Anleihen mit 8 % Zinsen im Fernsehen Reklame machten. Die Leute, die dachten, na, wenn die im Fernsehen Reklame machen, wird das wohl rechtens sein, wurden um ihr Geld gebracht.
Ja, doch, es geht dank der scharfen Sparpolitik aufwärts, ich bestreite es ja gar nicht. Die Autokäufe sind stark gestiegen. Die L.s haben auch ihrem seit fünf Jahren arbeitslosen Sohn ein neues Auto gekauft. Für das laufende Jahr ist für Spanien ein Wirtschaftswachstum von 4 % vorhergesagt. Vielleicht konzentriere ich mich zu stark auf das Negative. Ist doch positiv: Familie L. hat einen Neuwagen gekauft. Im Möbelladen war am Samstagvormittag ein Kunde. Es gibt immer noch Leute, die versuchen, Läden aufzumachen. Von jemandem aus unserem Bekanntenkreis, der in letzter Zeit Arbeit gefunden hätte, kann ich leider nicht berichten, da es niemanden gibt, und Ihr wisst, dass ich mich echt bemühe, Euch die Wahrheit zu sagen, zumal ich es auch für mich selber aufschreibe, damit ich in ein paar Jahren schauen kann, wann was war. Der Sohn von MJ hat seinen Job verloren. Ein Vater von fünf Kindern, von denen das kleinste erst ein paar Monate alt ist, ist entlassen worden. Er war seit fast zwanzig Jahren bei einer religiösen Einrichtung tätig. Wow, ne?
Und wovon ich Euch gar nicht erst berichten werde: ein Freund meines Gatten, der in einem Ministerium arbeitet, war zu Besuch. Er brachte uns auf den neuesten Stand, welche Verwandten von wem auf welchen hohen Stellen arbeiten. Das ist völlig legal, deshalb ist es auch kein Skandal. Es ist aber sehr deprimierend, es zu hören. Unvergessen der Satz von A., deren Sohn ebenfalls in einem Ministerium arbeitet: "Mein Sohn ist noch einmal befördert worden. Er arbeitet jetzt auf einer Ebene, auf der es Verwandte von Ministern gibt." Da muss er schon ziemlich weit oben sein, ne?
Übrigens (ich erinnere rasch): Seit Mariano Rajoy an der Macht ist, ist die Staatsverschuldung Spaniens um 300 Milliarden gestiegen.          

Dienstag, 23. Juni 2015

Serendipity - Frrrozen hot chocolate auf unserer spanischen Terrasse

So, die so genannte "gefrorene heiße Schokolade" wurde endlich gemacht. 
In New York gibt's dieses Café, Serendipity, das seit Jahrzehnten stark gehypt wird und folglich sehr berühmt ist. Marylin Monroe hat dort Eis gegessen und Andy Warhol und Jackie Kennedy, usw. Es gibt einen gleichnamigen Film, Szenen anderer Filme wurden dort gedreht. Das Café ist ein Touristen-Magnet, im Sommer Wartezeit zwei Stunden, um überhaupt hineinzukommen.Wenn Ihr den Wikipedia-Eintrag hierzu lesen wollt, hier klicken. Lohnt sich das Warten? fragt Ihr Euch jetzt vielleicht. Pfff, natürlich nicht. Im Hypen von irgendwelchem Zeug für Touristen sind die New Yorker ganz groß, ihnen selber würde es dann im Traum nicht einfallen, dorthin zu gehen. Fact. Ich sage nur Silvester am Time Square. Nicht umsonst ist "Hype" ein englisches Wort. Naja, gut, der Vollständigkeit halber suchten wir dieses Café in der Nebensaison auf und bestellten die weltberühmte Frrrozen Hot Chocolate. Das Eis wird schlampig serviert, das Glas ist übervoll und das Schokoladeneis tropft auf den Teller darunter. Dies soll wohl Opulenz oder Dekadenz oder Shabby Chic oder irgend sowas symbolisieren. Die Portion ist sehr groß, das Zeug schmeckt gut. Es ist ganz knapp gefroren und man kann es mit dem Röhrchen einsaugen. Der Preis beträgt derzeit, wie ich gerade nachgeschaut habe, 8,95 Dollar. Dazu müsst Ihr noch das Trinkgeld rechnen, also im Ganzen eher 11 Dollar. Im Laden wird ein teures Pulver verkauft, mit dem man sich das Eis selbst machen kann. (Info: Das Café befindet sich in der Nähe der Seilbahn zum Roosevelt-Island, man kann also den Cafébesuch mit der Seilbahnfahrt kombinieren, was recht schön ist, wenn man nicht warten muss, um ins Café gelassen zu werden. Die Seilbahn bezahlt man mit der Metrocard.) 
Dann begab es sich aber irgendwann mal, dass einer der Köche des Ladens das Rezept im amerikanischen Fernsehen erklärte und ich es mir aufschreiben konnte. Es geht sehr einfach: 1/3 Tasse Trockenmilchpulver mit 1/3 Tasse Zucker und 4 Esslöffel Kakaopulver mischen. Mit 1 Tasse Milch und 3 Tassen Eiswürfeln in einen Mixer geben und pürieren (1 Tasse = 235,5 ml). Mit Sahne und Schokodeko servieren. Da ich aber über keinen Mixer, geschweige denn über einen Mixer, mit dem man Eiswürfel pürieren kann, verfüge, konnte ich das Rezept nicht zubereiten. Vorgestern dachte ich, probier' ich's halt mal mit der Eismaschine, wenn es nichts wird, schmeiße ich es einfach fort. Leute, es ist sehr lecker geworden. Ich verrate Euch, wie ich es gemacht habe (ich habe die doppelte Menge gemacht. Die Angaben hier reichen für drei Personen): 6 gestrichene Esslöffel Trockenmilchpulver (gehört in jeden Prepper-Haushalt!!!!!!!!!!), 5 gestrichene Esslöffel Zucker und 4 Esslöffel Kakaopulver (nicht Nesquik, richtigen Kakao, z.B. von Aldi) mit 1 Tasse Milch und 1,5 Tassen kühlschrankkaltem Wasser mit dem Pürierstab mischen, in die Eismaschine geben und waaarten. Wird supi! In schöne Gläser geben, mit Sprühsahne und einem bisschen abgehobelter Schokolade (Kartoffelschäler) dekorieren. Mit einem Röhrchen bzw. Strohhalm servieren. Löööcker und ganz einfach zu machen.
Warum 1,5 Tassen Wasser? Weil ich gedacht habe, dass 3 Tassen Eis etwa 1,5 Tassen Wasser entsprechen, weil ja Hohlräume zwischen den Würfeln sind. Wer exakt arbeitet, lässt 3 Tassen Eiswürfel schmelzen und sieht so, wie viel Wasser sie tatsächlich entsprechen. Warum Sprühsahne und keine frisch geschlagene Sahne? Ich sage es Euch: Wenn man frische Sahne zubereitet, dann sind das normalerweise 250 oder 200 ml, die man dann am selben oder am nächsten Tag futtert, also als Familie. In der Sprühflasche ist genauso viel drin. Da tut man hier mal ein bisschen Sahne drauf, mal da und räumt die Flasche wieder weg. Irgendwann entdeckt man Schimmel an der Düse und schmeißt den Rest fort. Das ist viel besser für die Gesundheit. Man nimmt viel weniger Sahne zu sich, ohne dass der Genuss beeinträchtigt wäre.
Also, das Rezept für die so genannte gefrorene heiße Schokolade kommt auf jeden Fall in mein festes Kochrepertoire.
Wir nahmen sie hier ein, auf unserer spanischen Terrasse:
Mein Eintrag zu unserer italienischen Terrasse wird ziemlich oft angeklickt, deshalb hier auch eine Beschreibung der spanischen Terrasse: viele Geranien an den Wänden. Zusätzlich zu den Geranien gerne auch ein paar andere Pflanzen. Die Möbel dürfen aus Plastik sein, auch diese ganz billigen weißen Plastiktische und die passenden Stühle für drei, vier Euro sind auf der spanischen Terrasse zugelassen (im Gegensatz zur italienischen Terrasse, auf der nichts aus Plastik sein darf). Auf dem Tisch stehen idealerweise Gläser und ein Krug mit kühler, erfrischender Sangría sowie je ein Schälchen mit Mandeln und Oliven. Genießt den Sommer, liebe Leser!

Mittwoch, 17. Juni 2015

Eines meiner Lieblingsessen: Lachs mit Mango, mhmhmhmhmhm

Ich erzähle Euch: Wir waren mal in New York bei unseren Freunden L. und D. eingeladen und L. servierte uns Lachs mit Mangosauce. Ich hatte dieses Gericht noch nie zuvor probiert und war völlig hingerissen. Ich sprach: "Lola, dies ist eine der köstlichsten Speisen, die ich je gegessen habe. Du MUSST mir das Rezept geben." - "Das geht leider nicht," antwortete sie mir. "Ich KANN dir das Rezept nicht geben, weil ich keines habe. Ich habe dieses Gericht in einem Restaurant gegessen und dann nach bestem Wissen und Gewissen nachgekocht." - "NAHIIIIN," brüllte ich verzweifelt... 
Ja, gut, ne? Also musste ich mir das Rezept mit Hilfe ihrer Informationen auch selbst zusammenbasteln, ich habe es nämlich im Internet trotz langen Suchens so nicht gefunden. Ich sag's Euch gleich: Es ist ein Rezept für Leute, die die Kombination von Koriandergrün (Cilantro), Kreuzkümmel (Cumin) und Limetten gut finden, allen anderen wird es nicht schmecken. 
Ich benötige: Lachs (ich nehme Scheiben von der Lachshälfte, wisst Ihr, wie ich meine? Und die schneide ich nochmal durch, damit ich den dünnen und den dicken Teil beim Braten differenzieren kann, also nicht die Scheiben vom ganzen Lachs, wo in der Mitte noch der Knochen ist), die Lachsmenge richtet sich nach dem Hunger der Esser, ansonsten für 4 Personen: 2 reife Mangos, 1 rote oder grüne Paprika, 1 Zwiebel aus neuer Ernte, 1 sehr saftige oder 2 Limetten (oder auch 3), reichlich Koriandergrün (Cilantro), 1 Tl gemahlenen Kreuzkümmel. Salz und Pfeffer. 
Ich schneide die Zwiebel, die Paprika und die geschälten Mangos in breite Streifen und wasche das Koriandergrün und hacke es grob. Zuerst brate ich Zwiebel und Paprika in Olivenöl an, nach einer Weile gebe ich auch die Mangos dazu, denn die brauchen nicht so lange wie die erstgenannten Gemüse. Alles eine Weile braten, währenddessen salzen, pfeffern und den gemahlenen Kreuzkümmel zugeben (scheint viel Kümmel, schmeckt aber guuut (nicht den deutschen Kümmel verwenden, sondern Kreuzkümmel!!!)). Abschalten, bevor die Mangos zermatschen. Koriander und den Saft von ein oder zwei Limetten unterrühren. In einer anderen Pfanne Lachs braten, dicken Lachs zuerst in die Pfanne. Wenn Ihr frischen, guten Lachs habt, dann bratet ihn so, dass er außen durch und innen noch roh ist. Bisschen salzen und pfeffern. Fertig. Wenn Euch die Soße zu wenig ist, verdünnt sie mit zusätzlichem Limettensaft, Wasser, Tequila oder Cachaça oder einer Kombination von diesen Sachen. Bei Tequila oder Cachaça würde ich das Gemüse aber aus der Pfanne nehmen, damit es nicht zu weich wird, und die Flüssigkeit noch mal aufkochen, damit es nicht so alkoholisch schmeckt. So, Lachs auf den Teller, Gemüse darauf oder daneben, dazu büschen Reis, Basmati oder Thai oder so. Mhmhmhmhmhmhmhmhmhmhm, himmlisch! 

Montag, 15. Juni 2015

In Spanien: Hier kein Trockengebiet - au contraire

Seit Mittwoch versuche ich, Winterbettzeug zum Lüften herauszuhängen, aber entweder es regnet oder es hängen dicke Regenwolken am Himmel. Die Regentonne ist schon lange voll...
 Die Petunien, die in dem neuen Topf so prächtig wuchsen und so wunderschön aussahen, verfaulen!!!!!
Der Rasen müsste dringen gemäht werden, aber er steht völlig unter Wasser. Quaaatsch, quaaatsch, quaaatsch, wenn man darüber läuft. Ich war gerade im Keller und habe geschaut, ob schon irgendeine Wand nass ist. Glücklicherweise kann ich vermelden: Nööö. Temperatur im Moment: 11º Grad. Für den Samstag sind jedoch bis 32º Grad vorhergesagt. Das Schwimmbad ist geöffnet. Ich freue mich auf das schöne Wetter und den Sommer. Wenn die Kalifornier ihr Wasser suchen... ich weiß, wo es ist, haha.

Donnerstag, 11. Juni 2015

Wir waren wo - und zwar in Alicante und Benidorm

Uff, jetzt habe ich schon fast einen ganzen Monat nichts mehr geschrieben! Naja, ich nehme mal an, dass ich nur wenig vermisst worden bin und die letzten vier Wochen waren im positiven Sinne ereignisreich. Also, wo war ich stehengeblieben? Ende April durfte ich meinen Gatten auf eine verlängerte Geschäftsreise nach Alicante begleiten, die uns auch einen Tag nach Benidorm führte, davon wollte ich Euch erzählen. Zuerst zu Alicante: Wir haben dort im Hotel Eurostars Lucentum übernachtet, mit dem wir rundum zufrieden waren (über "rundum zufrieden" gibt es bei mir nur noch eine Kategorie, nämlich "äußerst zufrieden", aber da hätte bei unserer Ankunft eine Musikkapelle spielen müssen und das Personal hätte mit Fähnchen winken und uns bejubeln müssen, beides war nicht der Fall. Die Latte für "äußerst zufrieden" liegt bei mir hoch, denn darüber gibt es ja nichts mehr. Ich habe schon mal was dazu geschrieben, siehe hier). 
Ich hatte mir Alicante anders vorgestellt, nämlich mehr so wie Benidorm, also als Urlaubsort. Es ist jedoch einfach eine schöne Großstadt am Meer. Alicante hat mir gut gefallen, besser als erwartet. Hier ein paar Bilder:
Blick von der Burg auf den Hafen. An der Burg ist das Interessanteste, wie man hoch kommt, nämlich vermittels eines Aufzugs in der Mitte des Berges. Auf den Eingang folgt ein sehr, sehr (sehr) langer Tunnel, an dessen Ende sich der Aufzug befindet, der einen im Bergesinneren nach oben befördert. Die Burg selbst... okay, man schaut sie sich der Vollständigkeit halber an. Sie ist wohl historisch bedeutsam und es gibt schöne Winkel, wie den unten, aus der Zeit der Araber:
Was mir in Alicante noch gefallen hat, waren die Parks und das viele Grün:
Interessant auch die Gummibäume mit ihren Luftwurzeln:
Schaut mal, wie extrem breit der Baum unten ist. Es ist ein Gummibaum!
  Hier ein Blick von der ins Meer gebauten Promenade zurück an Land:
 An dem Berg, auf dem obendrauf die Burg ist, befindet sich ein kleines weißes Dörfchen, zu dem ich an einem der Tage hinaufstieg, an denen mein Gatte arbeiten musste:
 Oben ist ein Kapellchen mit den Prozessionsfiguren der Karwoche. Mit diesen Figuren auf den Schultern die Treppen des Dörfchens hinunter- und hinaufsteigen, pffffff. Die Putzfrau, die mir das Kapellchen öffnete, erzählte, dass die Träger dabei teilweise auf den Knien rutschen müssten.
Alicante ist eine schöne Stadt:

 Die auch so manche Überraschung beherbergt:
 Die berühmte Strandpromenade:
Und der Strand selbst. Das Wasser ist für meinen Geschmack zu dreckig. Wenn ich Angst haben muss, dass mein Kind eine gebrauchte Damenbinde auf dem Kopf hat, wenn es auftaucht... das geht überhaupt nicht. Strand unbrauchbar.
 Dafür gab es viele schöne Jachten:
 Unser Hotel lag direkt gegenüber der Markthalle, die toll ist. Schöne Früchte, alles schön dekoriert:
Und auch seltsame Sachen, wie dieser getrocknete Thunfisch:

 Wir haben in Alicante sehr gut gegessen, das ist ja nicht selbstverständlich. An dem Tag, an dem ich alleine unterwegs war, aß ich in einem dieser Restaurants, die mitten auf der Straße aufgebaut sind. Meine Vorspeise war sehr lecker, siehe unten. Als zweiten Gang hatte ich Filete con patatas fritas bestellt. Für das Filete nehmen die Spanier normalerweise ein großes, dünnes Stück Fleisch und gerben es so, wie in der Schuhindustrie üblich. Nach der leckeren Vorspeise wollte ich noch sagen "Verderbt mir bitte das Fleisch nicht", also irgendwie höflicher formuliert und auf Spanisch, aber dann war ich doch ruhig. Und, oh Wunder, ich erhielt ein kleines, perfekt gebratenes Stück Fleisch!
Am einen Abend waren wir Tapas essen. Wir waren so zufrieden mit dem Restaurant, dass wir am nächsten Abend gleich wieder hingingen. Da waren auch die griechischen Kollegen meines Gatten dabei. Sie hatten im Voraus wissen lassen, dass sie nicht über das Thema Krise sprechen wollten. Beim Abendessen fingen sie aber selbst damit an. Der eine meinte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland aus dem Euro flöge, ziemlich hoch sei, der andere meinte, dass sie sehr niedrig sei. "Ich habe überhaupt kein Geld mehr auf der Bank", erzählte der, der an ein wahrscheinliches Ausscheiden glaubte. "Wenn sich etwas ansammelt, hole ich es gleich." Überraschenderweise erzählte der, der das Ausscheiden aus dem Euro für äußerst unwahrscheinlich hielt, dass er vorsichtshalber auch sein ganzes Geld von der Bank geholt hätte. Wo heben die ihr Geld wohl auf? Ob sie es im Garten vergraben? Und die, die keinen Garten haben? Das ist doch auch gefährlich. Seltsame Dinge. Keiner fragte.
Das große Abendessen war im Restaurant "Cesar Anca", wo wir auch rundum zufrieden waren.

Freitag, 15. Mai 2015

Komisches Wetter in unserem Ort im Westen Spaniens

Normal im Mai sind zwischen 15º und 20º Grad, glaube ich. Vor zwei Tagen plötzlich um die 30º, stark bewölkt und schwül. Man meinte, es würde gleich ein Gewitter kommen. Unangenehmes Wetter, in der Nacht konnte man nicht gut schlafen. Ich schaute im lokalen Wetterbericht, um herauszufinden, wann wohl endlich das Gewitter käme. Es war keins vorhergesagt und es kam auch keins. Dann starker Wind. Die Temperaturen begannen zu fallen und erreichten heute nacht 0º Grad!!!. Die Blumen und Tomatenstöcke im Garten haben jedoch nicht gelitten. Um 11.00 Uhr: 10 º, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein. Mein Gatte hat das Haus heute früh in kurzen Ärmeln und ohne Jacke verlassen, wir hatten den Temperatursturz nicht rechtzeitig mitbekommen. Das Ungewöhnliche waren die starke Bewölkung bei hoher Temperatur und der Temperatursturz um 20º bzw. 30º.      

Mittwoch, 13. Mai 2015

Kein Happy End für die Hausrotschwänzchen

Heute früh habe ich sie tot im Nest gefunden. Sie wurden im Hamstergrab beigesetzt.

Dienstag, 12. Mai 2015

Ein weiterer Tag im Leben von Familie Hausrotschwanz


Sie leben! Und es sind drei! Schaut auf dem Bild: zwei mit dem Kopf nach oben, einer mit dem Kopf nach unten, und es sieht aus, als würde der mittlere die anderen beiden umarmen bzw. umflügeln. Sie scheinen schon einen ganz leichten Flaum zu bekommen. Obwohl ich lange draußen war, habe ich niemanden gesehen, der sich um die Winzlinge gekümmert hätte. Es muss wohl Herr Hausrotschwanz sein, der die Kleinen versorgt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie tagelang ohne Futter sein können.

Montag, 11. Mai 2015

Das Allerneueste von Familie Hausrotschwanz

22:00 Uhr: Ich habe Renate heute den ganzen Tag nicht gesehen. Einmal sah ich ein Hausrotschwanz-Männchen (im Gegensatz zu den grauen Weibchen schwarz) in flitzendem Flug quer über unseren Garten sausen. Obwohl ich nichts entsprechendes beobachtet habe, gehe ich davon aus, dass sich jemand um die Kleinen kümmert. Es sind mindestens zwei und sie sehen gut aus. Hoffentlich kommt der Prädator heute nacht nicht zurück, sonst ist es um Familie Hausrotschwanz endgültig geschehen. 

Drama am Nest?

Heute morgen begab ich mich in den Garten, um den Fortschritt unserer kleinen Hausrotschwänzchen zu dokumentieren, da bot sich mir folgendes Bild:
Renate schien kopfüber im Nest zu stecken. Sie flog auch nicht fort, als ich mich mit der Kamera näherte. Wie schön, sie füttert ihre Kleinen, dachte ich mir. Bis ich näher hinsah:
Es waren nur Renates Schwanzfedern. Auf dem Boden lagen massenhaft flaumige dunkle Federn. Was ist hier passiert? Hier gibt es keine/praktisch keine freilaufenden Katzen. Können Katzen überhaupt so hoch springen? Die Unterkante des Nests befindet sich in 130 cm Höhe. Oder war das ein Angriff dieser absolut widerwärtigen Türkentauben? Renate ist äußerst reaktionsschnell, ich kann es mir nicht erklären. Die Kleinen sind wohlauf, das Ei, dass da gestern noch lag, scheint auch nicht mehr da zu sein.
Wo ist der Vater? Bei Wikipedia steht, dass die Väter beim Füttern helfen. Auch bei Wikipedia steht, dass Türkentauben sich von Samen, Getreiden und Früchten ernähren, ich habe sie wohl zu unrecht verdächtigt.
Natürliche Feinde sind Sperber und Schleiereulen. Gibt's die hier überhaupt? Ich befürchte Schlimmes für unsere winzigen Hausrotschwänzchen.

Sonntag, 10. Mai 2015

Update zu Renate Hausrotschwanz!

Renate Hausrotschwanz ist Mama geworden!!!

Die Ränder des Nests sind mittlerweile so hoch, dass man nicht mehr reinschauen kann. Ich blieb in maximaler Entfernung stehen, streckte den Arm aus und hielt die Kamera, ohne irgendetwas zu berühren, über das Nest und drückte ab. Renate hat sich leider nicht an mich gewöhnen können. Unser Verhältnis ist eher schlechter geworden. Ich habe immer versucht, mich ganz vorsichtig vorbeizuschleichen, aber manchmal habe ich ihre Existenz vergessen, riss fröhlich die Türe auf und stürmte in den Garten. Dann erschrak das arme Tier zu Tode, flog hysterisch auf, ich erschrak, weil ich plötzlich Renate vor der Nase hatte... deshalb gelang es mir auch nicht, sie beim Brüten zu fotografieren, obwohl ich das ebenfalls oft versucht habe. Und heute diese Veränderung im Nest: die Babys - oder zumindest ein Teil der Babys - sind geschlüpft. Es gab vier Eier, ich meine zwei Junge zu sehen. Das oben scheint noch gar keine Augen zu haben. Die Nestlingszeit beträgt, laut Wikipedia, im Regelfall 15 bis 17 Tage. Ab dem 11. Lebenstag sind die Hausrotschwänze weitgehend befiedert. Es bleibt spannend. Ob das Vögelchen im anderen Ei auch noch schlüpft? (Bilder von vor zehn Minuten)

Samstag, 9. Mai 2015

Lustiger Wortwechsel

Ich habe gestern eine Rumbombe gebacken.
"Der Kuchen schmeckt heute besser als gestern," stellt mein Sohn D. fest.
"Er ist schön durchgezogen. Morgen schmeckt er noch besser," antwortet mein Gatte.
"Wie gut wird er erst in vier Wochen schmecken," witzelt D. Hahahahahahaha, oder?

Freitag, 1. Mai 2015

Renate Hausrotschwanz

In dem Gang, der unsere Küche mit der Waschküche und dem Garten verbindet, habe ich einen Dekokranz hängen, den ich vor vielen Jahren von meiner Patin geschenkt bekommen habe. Fällt Euch an diesem Kranz etwas auf? Er sah vor einer Weile noch anders aus. Es waren zum Beispiel zwei etwa handtellergroße orangene Holzblumen daran befestigt. Und so grünes Mooszeug. Dann fand ich eines Tages Fetzchen vom Mooszeug auf dem Boden. Am nächsten Tag noch ein paar Fetzchen. Dann lag die eine Holzblume am Boden - und dann die andere. Ich dachte, hm, der Kranz fällt auseinander, da muss ich ihn halt irgendwann doch einmal fortschmeißen. Und als ich zur Tat schreiten wollte, entdeckte ich unten in der Mitte ein Vogelnest!!! Damals noch leer.
Ein paar Tage später lagen Eier darin:
Und von nahem:
Die Mutter ist eine Hausrotschwänzin, der wir den Namen "Renate" gegeben haben. Das Problem ist nun, dass Renate sehr, sehr schreckhaft ist und ich den Gang sehr, sehr häufig benutze, insbesondere jetzt, in der Gartensaison. Ich versuche, mich ganz vorsichtig an ihr vorbei zu schleichen, aber sie fliegt jedesmal fort, wenn ich mich nähere. Und dann setzt sie sich erst auf den Holunderbusch und schaut, was ich mache, wenn ich länger in der Nähe bleibe, setzt sie sich auf das Dach des Gartenhäuschens. Ich mache mir dann Sorgen um die Eier, denn die müssen ja warm gehalten werden, oder? Mein Sohn kommentierte: "Du kannst dich ja selbst draufsetzen!" Hahahaha. Ja, echt, ich darf mir nicht auch noch um Renate und ihre Brut Gedanken machen. Ich versuche halt, das hin und her auf ein Minimum zu beschränken, aber ich habe auch keine Lust, die Gartenerde durch's Wohnzimmer zu tragen. Wikipedia - siehe Hausrotschwanz - habe ich entnommen, dass die Brutdauer 12-17, im Mittel 14 Tage beträgt. Eine Brutbeteiligung des Männchens kommt nur in Ausnahmefällen in vernachlässigbarem Umfang vor, steht da. Renate ist definitiv alleinbrütende Mutter. Die Eier liegen da, seit wir von Alicante zurück sind (letztem Montag), von dieser Reise will ich Euch auch noch erzählen. Es wäre schön, wenn Renate sich an mich gewöhnen könnte, also daran, dass ich immer wieder vorbeilaufe, aber das wird wohl nicht klappen. Ich bin auf die Jungen gespannt! 
Guckt mal, wie schön unsere Azaleen blühen: 

Donnerstag, 30. April 2015

Montreal, die dritte - Reiseblog

Leute, morgen geht's nach Alicante, ich komme kaum noch 'rum (haha)... [sind schon wieder von Alicante da!!!!] Ich lade jetzt einfach mal die Bilder in mehr oder weniger willkürlicher Reihenfolge hoch und schreibe was Kurzes dazu:
Montreal hat eine riesige und sehr beeindruckende Untergrundstadt. Auf dem Bild unten seht Ihr eine überdachte Straße mit einem Zugang dazu. Der wunderschöne Brunnen auf dem nächsten Bild befindet sich auch in dieser Passage. Für wen es interessiert, kopiere ich rasch aus Wikipedia: Die Untergrundstadt Montreal [...] ist ein weit verzweigtes Netzwerk von Fußgängertunneln und unterirdischen Ladenpassagen in der Innenstadt von Montreal in Kanada. [...] Das über 32 Kilometer lange Tunnelsystem gilt als größte Untergrundstadt der Welt und erstreckt sich über eine Fläche von zwölf Quadratkilometern im zentralen Stadtbezirk Ville-Marie. Auf diese Weise werden unter anderem zehn U-Bahn-Stationen, zwei Busbahnhöfe, die beiden Hauptbahnhöfe, Hunderte von Läden, Restaurants und Kinos, Hotels, drei Veranstaltungshallen, ein Eishockeystadion, diverse Büro- und Wohngebäude sowie zwei Universitäten miteinander verbunden. Etwa 80 % aller Büro- und 35 % aller Ladenflächen in der Innenstadt sind an die Untergrundstadt angeschlossen. Fußgänger können sich auf diese Weise vor allem im strengen Winter vor klimatischen Einflüssen geschützt in der Innenstadt bewegen. In Science-Fiction-Filmen sind Untergrundstädte immer hässlich, stimmt's? Diese hier ist schön. 

 Draußen sieht es zwischenzeitlich vielleicht so aus:

Im Sommer ist an dieser Stelle ein Park, ich habe Bilder davon gesehen. Solche Schneeberge sieht man in Montreal viele, logisch, ne? Irgendwo müssen sie ja hin mit dem Schnee, den sie von den Straßen wegschaufeln, und da er den ganzen Winter über nicht schmilzt, sammelt er sich halt irgendwo an. 
Apropos Science-Fiction: Am anderen Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms standen diese superhässlichen Gebäude, die man sich gut in einem dystopischen Science-Fiction-Film vorstellen kann.
Die Skulptur "The Illuminated Crowd" in der McGill College Avenue. Dieses Kunstwerk hat mir sehr gut gefallen. Die Leute in der ersten Reihe sehen etwas, was sie begeistert und erleuchtet, und in jeder weiteren Reihe ändert sich die Stimmung und degeneriert am Ende völlig. Wer das Monument genauer sehen möchte, hier klicken.
Von der anderen Seite:
Irgendwo müssen sie ja hin mit dem ganzen Schnee!

Ein Gebäude, das ziemlich überraschend kommt: Oratoire Saint-Joseph. Eine riesige Wallfahrtskirche, eine der größten Kirchen der Welt, auf einem steilen Hügel. Sehr viele Besucher, unzählige Kerzen, beeindruckend! Der lokale Heilige Bruder André ist hier beigesetzt.
Erstaunlich fand ich, dass man in dieser Stadt mit ihren langen und kalten Wintern nur wenige Bilder oder Postkarten sieht, auf denen Schnee liegt. The elephant in the room nennt man das im Englischen, eine wichtige Sache, von der jeder Bescheid weiß, die aber nicht erwähnt werden darf. Nur in Kirchen sah man Bilder von Szenen, in denen es offensichtlich kalt war. Siehe unten: Maisonneuve trägt ein Kreuz auf den Mont Royal zum Zeichen seiner Dankbarkeit, weil seine Mannen den Winter überlebt haben.
Kalt!
Notre-Dame de Montréal. Habe ich Euch eigentlich schon erzählt, dass Celine Dion hier geheiratet hat?
Place d'Armes mit dem Maisonneuve-Denkmal. Maisonneuve gründete 1642 das Fort, aus dem später die Stadt Montreal entstand. An diesem Platz steht auch die Kirche Notre-Dame, also im Rücken. Was das Gebäude auf dem Bild ist, weiß ich nicht, habe es auch nie gewusst. Okay, ich google es: Es ist der Hauptsitz der Bank of Montreal. Wow, ne?
In der berühmten Altstadt von Montreal. Im Sommer gibt es hier viele Straßencafés etc.
In der Altstadt stand auch dieses Denkmal, das ich süß fand:
Blick auf den Dom, der "Marie-Reine du Monde", sprich: Marie-Ränn-dü-Mond, deutsch: Maria, Königin der Welt, heißt. Französisch ist eine schöne Sprache, ne? Der Dom soll ein verkleinerter Nachbau des Petersdoms in Rom sein. So klein ist er aber auch wieder nicht, man kann aufrecht darin stehen, hahaha. 
Blick aus Montreals höchstem Gebäude, 1000 de La Gauchetière, auf den Dom der Königin der Welt. In diesem Wolkenkratzer gibt es unter anderem ein Einkaufszentrum und eine Eislaufbahn. 
Dann waren wir noch im botanischen Garten, der sich auf dem ehemaligen Olympiagelände befindet. Tropische Landschaften unter Glas, mitten im Schnee.
Schön, dieser Bonsai, ne?
Ach ja, da war dann noch die Schmetterlingsausstellung, die mein Sohn empfohlen hatte. Unmengen von großen Schmetterlingen flogen frei in einem der Glashäuser herum, das war beeindruckend. Schön, ne?

Auch auf dem ehemaligen Olympiagelände (Sommerolympiade 1976):
In den verschiedenen Glashäusern waren verschiedene Naturlandschaften nachgebaut, alles toll gemacht: Vor der Landschaft unten, teils Fotowand, teils aufgebaut, haben wir uns natürlich Fotos gemacht:
Im Tropenhaus lagen zwei Alligatoren. Die waren faszinierend, weil sie sich praktisch überhaupt nicht bewegten:
Im Museum der Schönen Künste hatten sie auch ein Werk des beschissensten Künstlers überhaupt:
Aber es gab auch interessante Werke:
Ich glaube, wir können uns ziemlich sicher sein, dass der Schöpfer des Objekts unten Quads nicht mag:
'ne Straße:
Die Biosphäre. Diese Kugel (im Hintergrund) wurde anlässlich der Weltausstellung, die 1967 in Montreal stattfand, errichtet. Sie enthält heute ein Umweltmuseum.
Blick von der Biosphäre auf den Sankt-Lorenz-Strom. 95 % des Stroms, der in Quebec verbraucht wird, kommt aus Wasserkraft. Gut, ne?
Eine sehr große (zig Tausende) Studentendemonstration gegen Austerität und hohe Studiengebühren. Ich wusste gar nicht, dass die Kanadier, die ja auf ziemlichen Mengen Öl sitzen, auch Austerität haben.
Beim zweiten Auto, das man mit diesem schwarzen Kreuz auf dem Dach sieht, gedenkt man vielleicht noch des bzw. der Toten, die im Leichenwagen liegt, aber irgendwann merkt man dann doch, das es sich um das Symbol der Taxis handelt. 
Das Maisonneuve-Denkmal auf dem Place d'Armes aus der Nähe. Schön, ne?
An einem besonders sonnigen, warmen Tag bestiegen wir den Mont Royal, einen bewaldeten Hügel, der sich mitten in der Stadt befindet. Was wir nicht bedacht hatten: sonniges, warmes Wetter bedeutet auch eine ziemlich extreme Schneeschmelze. Überall hatten sich Bächlein gebildet, in denen das Wasser abfloss. So einem Wasserlauf wie unten würde man in Kastilien, wo es einen ziemlichen Mangel an Wasserläufen gibt, bereits einen Namen geben und die Kinder müssten ihn als "Zufluss des Sankt-Lorenz-Stroms" in der Schule auswendig lernen. 
 Blick vom Mont Royal auf das Zentrum der Stadt:
 Verschneite Wege, von Bächlein durchfurcht:
Und zu futtern gab's nix? werdet Ihr Euch jetzt sicher fragen. Doch, man hat ordentlich gegessen. Unten seht Ihr die lokale Spezialität Poutine, sprich Putín, mit Betonung auf der letzten Silbe. Sie besteht aus Fritten (in diesem Fall aus im Ofen gebackenen Süßkartoffeln, die ich lieber mag), bestreut mit einem mozarella-artigen Käse in Stücken, übergossen mit Bratensoße.
Da bei unserer Übernachtung das Frühstück nicht eingeschlossen war und auch kein besonders attraktives Angebot für das erste Mahl des Tages gemacht wurde, gingen wir morgens irgendwohin zum Frühstücken. Z.B. zu Tim Hortons, das ist eine kanadische Fastfood-Kette. Hier seht Ihr meinen Ahornsyrup-Donut und zwei Timbits, das sind ganz kleine Kräppel, das Stück zu 25 kanadischen Cents.
Die berühmte jüdische Wirtschaft Schwartz's am Saint-Laurent Boulevard, die für ihr geräuchertes Fleisch bekannt ist. Wusstet Ihr übrigens, dass auch Celine Dion hier schon gegessen hat?
Das berühmte Sandwich: Das Fleisch war wirklich supergut und sehr, sehr saftig. Sieht man die Brotscheiben oben und unten überhaupt?
Und wir enden, wie es sich gehört, mit dem Nachtisch, einem Pouding chômeur, einem für Quebec typischen Dessert mit viel Ahornsyrup, hier mit einer Eiskugel serviert.
Wir waren in Montreal auch bei einer Ahornsyrupverkostung... es gäbe soviel zu erzählen... hat irgend jemand bis hierher gelesen???