Sonntag, 31. Oktober 2010

Neue Hausschuhe

Mein Sohn hat sich beim Orthopädieschuhmacher neue Schlappen (Hausschuhe, Pantoffeln, Puschen, Patschen) anpassen lassen:

Donnerstag, 17. Juni 2010

Boquerones en vinagre oder gebeizte Sardellen

Für dieses Gericht benötige ich sehr frische Boquerones (europäische Sardellen). Die Fische sind frisch, wenn sie einen aus glänzenden, lebendigen Augen anzuschauen scheinen. Wenn die Boquerones teurer sind (heute bei uns auf dem Markt 8,95 Euro das Kilo), dann macht sie der Fischhändler normalerweise auch sauber. Wenn er sie nicht sauber macht, ist das auch kein Problem. Hauptsache, die Tierchen sind frisch.
Ich bereite sie noch am selben Tag, spätestens am nächsten Tag, zu. Wenn der Fischhändler sie nicht saubergemacht hat, reiße ich ihnen als erstes den Kopf ab, dann packe ich sie mit der rechten Hand, fahre mit dem linken Daumen in die entstandene Öffnung, schlitze sie auf und entnehme die Eingeweide und die große Gräte. Schon sind sie gesäubert. So einfach ist das!


Nun wasche ich sie einzeln ab und entferne dabei die Rückenflosse. Je frischer sie sind, desto leichter sind sie zu waschen. So, nun sind sie zur Weiterverarbeitung bereit. Boquerones en vinagre werden weder gekocht noch gebacken, sondern gebeizt. Ich nehme einen Suppenteller (ich hatte heute ein Pfund Boquerones) und streue etwas Salz auf den Boden. Auf das Salz gieße ich etwas Essig, darauf lege ich flach die erste Lage Boquerones. Diese bestreue ich wieder mit Salz (etwa zwei große Prisen), darüber gieße ich wieder Essig. Hier tut es ein einfacher Weißweinessig, denn die Brühe wird am Ende sowieso weggeschüttet. Selbstverständlich kann man auch mit anderen Essigsorten experimentieren, aber ich bleibe mit meinen Boquerones in vinagre beim klassischen Weißweinessig. Nächste Lage Boquerones, mit Salz bestreuen, nicht zuviel und nicht zu wenig, also nicht komplett mit Salz bedecken, aber auch nicht nur alle zwei Zentimeter ein Salzkörnchen. Es folgt wieder Essig, nächste Lage Boquerones usw., bis auch die letzte Lage mit Salz bestreut und mit Essig übergossen ist. Das Ganze lässt man nun bei Zimmertemperatur ein paar Stunden stehen. Nach ein bis zwei Stunden kann man die Fische einmal umschichten, denn es gibt oft Stellen, an denen sich zwei Filets berühren, ohne dass Salz und Essig dazwischen sind und dann wechseln die Boquerones, sprich: Bockerones, ihre Farbe nicht. Man verwendet dieselbe Brühe wieder, das Salz hat sich mittlerweile im Essig aufgelöst. Es dauert etwa drei bis vier Stunden, bis unsere Fischlein perfekt gebeizt sind. Manchmal lasse ich sie auch über Nacht im Kühlschrank stehen. Dann schütte ich die Essigbrühe sorgfältig ab. Wer salzarm essen muss oder wer versehentlich zuviel Salz verwendet hat, kann die Boquerones jetzt kurz mit kaltem Wasser abspülen.
In einem kleinen Schüsselchen verrühren wir 2 Esslöffel Olivenöl mit einem Esslöffel Zitronensaft, reichlich feingehackter Petersilie, Pfeffer und einer Prise Zucker. Knoblauchfreunde geben noch sehr fein gehackten Knoblauch nach Geschmack hinzu. Diese Soße vermischen wir mit den Boquerones, dann legen wir sie wieder ordentlich auf einen Teller. Man isst dazu frisches Brot. Als Getränk gehört in Spanien ein kühles Bier dazu. Wir essen Boqueronres auch gerne mit Pellkartoffeln. Lecker!


Dienstag, 15. Juni 2010

Blumenschmuck


Blick von draußen ins Arbeitszimmer.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Gefüllte Muscheln oder Mejillones rellenos


Auch dies ist ein Rezept, das knappe Budgets nicht belastet. Wenn ich die gefüllten Muscheln als Vorspeise für vier Personen reiche, benötige ich 1 Kilo Miesmuscheln. Beim Kauf achte ich darauf, dass alle Muscheln geschlossen sind, denn geschlossene Muscheln sind lebende Muscheln, also ganz frisch. Ich bereite sie am selben, spätestens jedoch am nächsten Tag zu. Als erstes werden sie gereinigt. Man sieht auf Fotos meist Muscheln, die von allen weißen Anhaftungen befreit sind. Ich wüsste nicht, warum man sich beim Reinigen derartige Mühen machen sollte. Ich lege die Muscheln als erstes in Wasser. Dann nehme ich sie einzeln und reiße ihnen den Bart ab. Autsch! Anschließend reibe ich sie kurz mit einem Stahlschwamm, wie man sie zum Töpfe reinigen verwendet, ab. Die weißen Anhaftungen lasse ich dran. Ich wasche die Muscheln dann noch einmal rasch einzeln unter fließendem Wasser ab. Das muss genügen.

Und nun zum eigentlichen Rezept: Außer den Muscheln benötige ich ein halbes Glas Wasser und ein halbes Glas trockenen Weißwein (süßer Weißwein führt bei Fischgerichten direkt in die Katastrophe, ich habe das selbst festgestellt, als ich einmal keinen trockenen Weißwein im Haus hatte), 200 g Semmelbrösel, 4 Esslöffel Olivenöl, 1 Knoblauchzehe (Knoblauchfans, die hinterher nichts vorhaben, können auch 2 Knoblauchzehen einsetzen), 2 Esslöffel geriebenen Käse nach Wahl (ich habe heute Parmesan verwendet, weil ich den gerade zur Hand hatte) und ein Sträußchen Petersilie.

Muscheln, Wasser und Wein in einen großen Topf, Deckel drauf und kochen, bis die Muscheln geöffnet sind. Offene Muscheln gleich aus dem Topf holen. Kochwasser aufheben. Es kann sein, dass am Ende noch ein paar Muscheln im Topf sind, die nicht aufgegangen sind. In vielen Rezepten steht, dass man diese Exemplare wegwerfen sollte. Ich habe jedoch festgestellt, dass sie meist perfekte Muscheln enthalten, manchmal jedoch auch tatsächlich verdorben sind. Ich öffne sie also vorsichtig mit einem Messer über der Spüle. Wenn sie gut aussehen, sind sie auch gut, wenn sie übel aussehen, wandern sie logischerweise in den Müll.

Das Olivenöl wird nun in einer Pfanne erhitzt, darin werden die Semmelbrösel angebräunt.

Weiter geht es mit dem Sträußchen Petersilie, dem geriebenen Käse und einer Knoblauchzehe, die mit etwas Muschelkochwasser (2-3 Esslöffel) püriert werden. Angebräunte Semmelbrösel und ein weiteres Glas Muschelkochwasser zugeben und alles gut verrühren.

Ich entferne nun die Deckel der Muscheln, fülle sie mit der fertigen Masse und setze sie in eine ofenfeste Form. Wer möchte, kann die Oberfläche mit etwas Olivenöl einpinseln.

Bei 200º in den Backofen und überbacken. Schmeckt warm und kalt.

Dieses Lied hat mir gefallen

Das Schöne an Eurovision ist, dass es doch auch ein Fenster in andere Länder ist, besonders wenn diese Länder wagen, mal etwas anderes vorzustellen, wie zum Beispiel Russland in diesem Jahr.

http://www.youtube.com/watch?v=rYt1HyNcLJ0&feature=related

Originell. Beachtet bitte auch den Einsatz der Windmaschine im zweiten Teil des Liedes. Sieht das nicht süß aus? Peter Nalitch hat auch eine Website, wo man sich noch mehr Sachen anhören kann.
Wusstet Ihr übrigens, dass Moldau (oder Moldawien) ein Land ist??? Ich nicht. Der Name erinnert mich irgendwie an die Abenteuer von Tim und Struppi, ich weiß auch nicht, wieso.

Rosenstock, Holler blüht



Nee, ja, ist schon klar, dass es eigentlich “Rosenstock, holder blüht” heißen muss. Dies ist der Anfang eines alten Liedes, das mir meine Oma – Gott hab sie selig – vorsang, als ich klein war (und statt “holder blüht” “Holler blüht” verstand). Mit hoher, kunstvoll zittriger Stimme, die in ihren Ohren wohl wie eine Operettenstimme klang, sang sie: “Rosenstock, holder blüht, wenn I mei Dirndl sieh, lacht mir vor lauter Freud ‘s Herzerl im Leib. Holldriho, holldriho, holadihihahihaho, holldriho, holldriho, holadiho.”
Und als ich heute früh den Holler in meinem Garten blühen sah, musste ich an dieses Lied und an meine Oma denken. Meine Oma, Jahrgang 1914 und damit Kriegsgeneration, war Holunderfan. Sie wartete sehensüchtig auf die Blüte, um Holunderküchlein zu backen. In manchen Jahren versuchte sie sich auch an Hollersekt.
Aus Holunderbeeren machte sie Gelee und Saft. Der Saft soll äußerst gesund sein, der Gelee mag in Notzeiten Leben gerettet haben. Geschmacklich ist beides nicht so mein Ding.
Zum Nachtisch gibt es heute Hollerküchlein (Blütendolde durch Pfannkuchenteig ziehen, ausbacken und mit Puderzucker bestreuen).


P.S.: Könnt Ihr Euch vorstellen, dass das Lied “Rosenstock, holder blüht” auf Youtube nicht zu finden ist? Man kann es sich für 99 Cents von den Fischer-Chören vorsingen lassen, ich behalte aber doch lieber die Version von meiner Oma im Gedächtnis.

Tintenfische in ihrer Tinte oder Chipirones en su tinta

Alles, was ich benötige, seht ihr auf diesem Foto (außer dem Wasser und dem Salz). Von der Zwiebel habe ich nur dreiviertel verwendet, die Gelberüben sind auch zu viel, zwei genügen.

So, kommen wir zur Sache. Für fünf Personen kaufe ich beim Fischhändler 1500 g Chipirones, sprich: Tschipirones, also: “un kilo y medio de chipirones”. Chipirones werden gekauft wie gesehen, der Fischhändler reinigt sie nicht. Außerdem benötige ich drei Tütchen Tinte, “tres bolsitas de tinta”. Die Tütchen liegen auf dem Foto rechts vorm Mehl. Im spanischen Supermarkt findet man sie beim gefrorenen Fisch, ein Tütchen kostet etwa 15 Cents.
Zum Reinigen lege ich die Chipirones erst einmal so, wie sie sind, in eine Schüssel mit Wasser. Dann nehme ich sie einzeln, ziehe vorsichtig am unteren Teil und hole so die Innereien aus dem oberen Teil, den ich Hütchen nenne. Unterhalb des Kopfes schneidet ich die Füße ab, und zwar so, dass sie zusammenhängen. Also: Was auf dem Foto oben liegt, wird weiter verarbeitet, was unten liegt, das harte Rückgrat und die Innereien, wird weggeworfen.


Ich habe nun die Hütchen und die Füßchen. Ich wasche nun jedes Hütchen einzeln und fahre mit dem Finger hinein und hole eventuell noch vorhandene Reste der Innereien heraus. Dabei geht auch ein Teil der Haut ab. Wenn die Haut nicht rau ist, kann sie jedoch ruhig dran bleiben. Ich spüle die Füßchen noch einmal schnell ab, fertig.
Ich erhitze nun 3 Esslöffel Olivenöl in einer Pfanne oder in einem großen Topf. Die Chipirones werden gesalzen, durch Mehl gezogen und im Öl gebacken. Wenn sie schön gebräunt sind, werden sie herausgenommen. Zwiebel feinhacken, zwei Möhren in kleine Stücke schneiden, im selben Topf ebenfalls kurz anbraten, Tomate kleinschneiden, Petersilie feinhacken, zugeben. Fünf Minuten weiterbraten. Brot kleinschneiden, zugeben, kurz weiterbraten. Mit zwei Tassen Wasser ablöschen, anschließend eine halbe Stunde bei kleiner Hitze köcheln lassen. Pürieren. Und nun kommt der entscheidende Moment: zwei oder drei Tütchen Tinte zugeben. Die Tinte hat keinen starken Eigengeschmack. Sie ist leicht süßlich und schmeckt überhaupt nicht nach Fisch. Man kann sie auch zum Einfärben anderer Speisen verwenden, z.B. für selbstgemachte Nudeln. Ein Gag. Ihr könnt sie aus Spanien nach Deutschland mitnehmen. Sie wird zwar gefroren verkauft, ist aber überhaupt nicht empfindlich. Sie verträgt die Reise und lässt sich in Deutschland wieder einfrieren.
Mit der Tinte färbe ich also die Soße schwarz und schmecke sie mit Salz und Pfeffer ab. Nun kommen die gebratenen Chipirones wieder hinein. Noch zehn Minuten bei geringer Hitze schmurgeln lassen, dabei gelegentlich umrühren, damit nichts anhängt.
Mit Reis servieren. Probiert’s aus, keine Angst vor schwarzer Soße.
 

Donnerstag, 13. Mai 2010

Not Area 51

In unserem Garten ist ein UFO gelandet. Wir möchten dies jedoch nicht an die große Glocke hängen, damit unser Haus nicht zur Pilgerstätte von UFO-Fanatikern wird und dümmliche Zweifler uns nicht ins Kreuzverhör nehmen.


Nun, was genau liegt da auf unserem Rasen? Es handelt sich tatsächlich um ein Objekt aus porzellanartigem Material, dessen genaue Zusammensetzung unbekannt ist (mir zumindest). Es ist dreiteilig. Der untere Teil trägt die stark verwitterte Aufschrift ARCCPAL. Dies ist wahrscheinlich eine kultische oder religiöse Formel, die ebenso wie die drei darunter angebrachten Quadrate dem Schutz des Piloten dienen sollte. Die genaue Bedeutung der drei Quadrate lässt sich nicht rekonstruieren. Dies ist bedauerlich, denn sie könnten sicher gewisse Aufschlüsse über das Denken und Fühlen, die Ängste und Träume unserer Besucher vermitteln. Die Quadrate sind stark verwittert und zerkratzt, möglicherweise durch das Eintauchen in die Erdatmosphäre oder durch den Flug durch Vulkanasche (Absturzursache???).
Auf der Untertasse befindet sich, wie auf dem Foto ersichtlich, eine flache Kuppel aus demselben Material. Sie wird von einem Element aus einem bislang unbekannten Metall (ich zumindest weiß nicht, um welches Metall es sich handelt) gekrönt. Dies ist wahrscheinlich die Antriebs- oder Steuereinheit. Welche Energiequelle nutzen diese uns technologisch weit überlegenen Aliens? Ich weiß es nicht. Da wir den ganzen Vorgang geheim halten möchten, bzw. nur mit Blog-Lesern teilen möchten, wischte ich das Krönchen mit einem feuchten Lappen ab und stellte es als Deko auf das Büffet. Untertasse und Kuppel spülte ich von Hand mit mildem Geschirrspülmittel und stellte sie zwecks künftiger Verwendung in den Küchenschrank. Späteren Generationen mögen sie als Forschungsobjekte dienen.
Und nun zum Alien selbst, der leider nur noch tot geborgen werden konnte:

Er erinnert stark an einen Pulpo. Vom Kopf bis zu den Fußspitzen misst er 57,5 cm, er wiegt 1576 g. Da eine Kontaktaufnahme nicht möglich war (kein Puls feststellbar!), beschlossen wir, die sterblichen Überreste einfach spurlos zu beseitigen. Da er, wie gesagt, so stark an einen Pulpo erinnerte, dachte ich: Wie so nicht? Ich könnte ihn wie einen Pulpo zu bereiten und wir könnten ihn verspeisen.


War da ein stummer Schrei zu hören, als er in das kochende Wasser tauchte?


Ich weiß gar nicht, warum ich so sicher bin, dass es sich um einen männlichen Piloten handelte. Es könnte ja auch ein Weibchen, vielleicht sogar ein Quotenweibchen, gewesen sein. Also, so sah er bzw. sie nach dem Kochen aus. Ich verarbeitete sie/ihn weiter und bereitete ihn/sie "a la gallega" zu.

Ein schöner Morgen


Dieses Bild bot sich mir vor ein paar Tagen, als ich morgens um dreiviertel acht aus dem Schlafzimmerfenster schaute. Schwere, dunkle Regenwolken bedeckten den Himmel. Die Sonne ging am Horizont auf, beleuchtete die Wolken kurz von unten und verschwand dahinter. Während der kurzen Zeit, während der die Sonne schien, leuchteten die regennassen Bäumen in unglaublichen Farben, der Himmel hatte die Farbe von neuen Jeans. Ich hoffe, das Foto kann ein bisschen von der Farbenpracht vermitteln. 

Dorada a la Sal oder Dorade in der Salzkruste

Dorada a la Sal ist die Leibspeise meines Sohnes D. Dieses beeindruckende Gericht ist sehr leicht zu machen. Pro Peron benötige ich eine Dorade.


Das ist zuviel, ich weiß, aber kalte Dorade mit frischer, selbstgemachter Mayonnaise ist eine Köstlichkeit für den nächsten Tag, auf die man nicht verzichten sollte.
Außer dem Fisch benötige ich 1 Kilo grobes Salz (kauft lieber 2 Kilo. Wenn Ihr mehr als 2 Fische habt, ist ein Kilo nicht genug), 1 Eiweiß, 50 ml Wasser und ein Sträußchen frischen Thymian. Wer keinen frischen Thymian hat, nimmt ganz wenig getrockneten Thymian.
Der Fisch muss natürlich ausgenommen sein. In Spanien ist er manchmal sehr billig im Angebot, dann nimmt ihn der Fischhändler auch nicht aus. Das ist aber kein Problem. Ich schlitze dann den weichen Teil der Bauchseite auf, tue alles raus, was unappetitlich ist und spüle die Öffnung unter fließendem Wasser aus. Nun legt man dem Fisch ein Ästchen Thymian in den Bauch. Der Duft des Thymians, wenn man das Salz knackt ... hmhmhm ... Aber so weit sind wir noch nicht. Ich mische erst mal das Salz mit dem Eiweiß und dem Wasser und bedecke dann den Boden meiner ofenfesten Form mit einem Teil davon. Dann lege ich die Fische auf das Salz und packe sie in die übrige Salzmischung schön fest ein. Ich schiebe sie in den auf 200º vorgeheizten Backofen und backe sie 30 min. Einfacher geht's nicht. Hier ist die Salzkruste bereits geknackt. Der Fisch bleibt saftig und ist überhaupt nicht salzig.


Und so sah das Doradenfilet dann auf dem Teller aus:


Vom kalten Doradenfilet am nächsten Tag kann ich Euch leider keine Bilder übermitteln, da wir alles aufgegessen haben. Es waren zwei Doraden für drei Personen.

Dienstag, 11. Mai 2010

Leckeres Rezept für Krisenzeiten



Dieses spanische Rezept für Kartoffelküchlein stammt von meiner Nachbarin. Mit einem gemischten Salat ist es ein leichtes Abendessen. Man kocht ungeschälte Kartoffeln weich. Dann schält man sie und zerdrückt sie mit einer Gabel. Ich hatte dieses Rezept schon länger, habe es mir heute aber noch mal von A. bestätigen lassen. Sie betonte wie beim ersten Mal, dass die Kartoffeln mit der Gabel zerdrückt werden müssten und nicht püriert werden dürften. Ich sagte: "Ja, ich weiß, denn das erste Mal, als Du mir das Rezept gegeben hast, wollte ich schlau sein und habe die Kartoffeln püriert und dann war die Masse viel zu dünnflüssig. Beim zweiten Mal habe ich sie dann mit der Gabel zerdrückt und die Küchlein wurden perfekt." Da musste A. lachen, denn dasselbe war ihr auch passiert. Also. Zu der Kartoffelmasse gibt man ein Eigelb. Ich habe heute etwa 1500 g Kartoffeln gekocht und zwei Eigelb und eine Prise Salz und etwas Pfeffer dazugegeben. Man formt nun Küchlein, in denen man ein Stückchen Chorizo, eine Muschel aus der Dose, eine Olive oder ein Stückchen Surimistäbchen versteckt. A. zieht das Küchlein erst durch Ei, dann durch Mehl und fritiert es dann in Olivenöl. Ich habe das Küchlein nur in Mehl gewälzt und dann schön braun gebacken. Lecker!
Ich könnte mir vorstellen, dass es auch gut schmeckt, wenn man verschiedene Pizza-Zutaten klein schneidet und unter den Teig mischt, z.B. Tomatenstückchen, Salami, Käse, Oliven und Zwiebeln und mit Basilikum würzt, Küchlein formt in Mehl wälzt und ausbackt. Oder was haltet ihr von Hawai-Küchlein, mit Schinken-, Käse- und Ananasstückchen?

Mein Rezept für Pulpo - Pulpo a la Gallega


Ich weiß, Pulpo sieht seltsam aus, aber er schmeckt einfach köstlich, und wer über spanische Märkte streift oder die Fischtheke im Supermarkt betrachtet, wird sich überlegen, ob er sich selbst einmal an der Zubereitung eines “Pulpo a la gallega” versuchen soll. Früher stand dieses Gericht in jeder Wirtschaft auf der Speisekarte, mittlerweile ist es aber teuer und wird nicht mehr überall serviert. Warum der hohe Preis gerechtfertigt ist, werden wir im Folgenden noch sehen. Also, wagt Euch an den Pulpo.
Wir stellen uns an die Fischtheke (Vorher eine Nummer aus dem Nummernspender ziehen! Wenn kein Nummernspender, aber reichlich Kunden vorhanden sind, können die Mutigen “¿La última?”, Betonung auf dem U, fragen. Das bedeutet: Wer ist zuletzt gekommen (ist also in der Schlange direkt vor mir)? Dann wird jemand den Finger heben oder “yo” sagen, das bedeutet “ich”. Irgendwann wird dann der nächste Kunde kommen und “¿La última?” fragen und dann hebt man entweder den Finger oder sagt “yo” oder man erstarrt vor Angst, weil man nicht versteht, was die Leute sagen. Ich denke jedoch, auch die vor Angst erstarrten, die weder eine Nummer genommen haben noch “¿La última?” gefragt haben, werden irgendwann mal an die Reihe kommen.
Was auch immer der Fischhändler sagen mag, das könnte “¿Qué desea?” oder “¿Qué le pongo?” oder sonst irgendetwas sein, wir antworten furchtlos “Un pulpo” und deuten dabei möglichst noch auf einen Pulpo, für den Fall, dass wir das Wort katastrophal und bis zur Unverständlichkeit entstellt ausgesprochen haben (ist aber bei “Un pulpo” schwierig). Wenn das Exemplar, das er für uns auswählt, zu groß ist (man beachte jedoch, dass auch für zwei Personen ein Gewicht von 1500 bis 2000 Gramm okay ist, denn der Pulpo verliert beim Kochen gewaltig an Masse. So erklärt sich auch der hohe Preis in der Wirtschaft, siehe oben.), wenn er uns also ein vier Kilo schweres Exemplar zeigt und wir keine größere Tischgesellschaft verköstigen wollen, sagen wir “No” und deuten mit Gesten an, dass wir einen kleineren Pulpo wünschen. Das klappt schon. Wer seine Spanischkenntnisse anwenden möchte, kann selbst verständlich auch “Por favor, póngame uno más pequeño” oder ähnliches sagen. Man bedenke, wir wollen den Pulpo kaufen, der Händler möchte den Pulpo verkaufen, der Preis steht auf einem Schildchen. Es müsste also möglich sein, zu einem erfolgreichen Geschäftsabschluss zu kommen. Der Händler benötigt auch keine Anweisungen, wie er den Pulpo herrichten soll. Pulpo wird gekauft wie gesehen.
Ich bereite Pulpo wie folgt zu: Ich zerstückle eine große Zwiebel und lege sie in einen großen Topf. Dann gebe ich viel Wasser hinzu und bringe es zum Kochen. In der Zwischenzeit wasche ich den Pulpo ein bisschen ab. Manche Rezepte empfehlen, den Kopf zu entfernen, ich wüsste nicht, wieso man das tun sollte. Ich vergewissere mich einfach nur, dass der Kopf auch innen sauber ist und spüle ihn aus. So, mittlerweile kocht das Wasser sprudelnd und der Pulpo kommt hinein. Mit einem stabilen Besteck hole ich ihn gleich wieder heraus und senke ihn wieder hinein. Aus Gründen, die mir nicht bekannt sind, kommt der Pulpo dreimal rein und raus, bevor er endgültig im Kochwasser versinkt. Dort bleibt er nun, bis er sehr weich ist. Ich habe den Pulpo, den ich gestern zubereitet habe, 2 Stunden lang köcheln lassen. Als er weich war, habe ich ihn aus dem Wasser geholt und in etwa 1 cm dicke Streifen geschnitten. Auf dem Bild seht ihr, wie wenig noch von einem 1500 g schweren Exemplar übrig war (okay, vor dem Fotographieren wurde auch ein wenig genascht, aber nicht sehr viel).
Ich geben nun Olivenöl in ein Schälchen (2-3 Esslöffel) und mische es mit etwas süßem Paprika (vielleicht ein dreiviertel Kaffeelöffelchen). Dieses einfache Sößchen gieße ich über die Pulposcheiben. Wer möchte, kann der Mischung noch eine durchgepresste Knoblauchzehe zugeben, ich finde jedoch, dies würde jeden anderen Geschmack erschlagen. Aber gut, wie heißt das spanische Sprichwort? “Sobre gustos no hay nada escrito”, “Über Geschmack steht nichts in den Schriften”. Das fertige Gerichte bestreue ich spärlich mit Flor de Sal, handgeerntetem portugiesischem Meersalz, das gerade groß in Mode ist. Pulpo a la Gallega wird traditionell auf speziellen Holztellern serviert. Wenn ihr einen deutschen Brotzeitteller habt, dann ist der ideal. ¡Qué aproveche! (Guten Appetit!)

Sonntag, 2. Mai 2010

Heute war in Spanien Muttertag

Und dies war mein Geschenk ...


Unter der liebevollen Verpackung befand sich ... ein Handy!

Blühende Landschaften


Blühende Landschaften im Spessart.


Der Magnolienhain im Schöntal in Aschaffenburg.


So schön kann blühender Löwenzahn sein.

Blumenstrauß



Ich habe mir diesen frischen, duftigen, schlichten und doch eleganten Blumenstrauß ins Gartenzimmer gestellt und freue mich jedesmal daran, wenn ich ihn sehe.
Die Freude wird lange währen, denn die Blumen sind künstlich. Machen null Arbeit und ich muss ihnen nicht beim Welken zu schauen.

Spanischer Witz zum 1. Mai

Ein Mann zum anderen: "Über 20 % Arbeitslosigkeit, das ist absolut inakzeptabel. Sobald die Rechten an der Macht sind, gehen wir auf die Straße."

(Hintergrundinfo: In den sechs Jahren, seit die sozialistische Partei die Regierung in Spanien stellt, ist die Arbeitslosigkeit von 2 auf 4,6 Millionen Menschen gestiegen. Die Schuld dafür liegt vollumfänglich bei der Vorgängerregierung.)

Samstag, 3. April 2010

Osterhasen

Auch 150 Jahre nach der Veröffentlichung von Charles Darwins bahnbrechendem Standardwerk "Die Entstehung der Arten" gibt es immer noch Menschen, die die Existenz des Osterhasen leugnen.
Ob dies der Entfremdung des modernen Städters vom Landleben im Allgemeinen oder der Unkenntnis einfacher biologischer Zusammenhänge im Besonderen geschuldet ist, wird noch endgültig zu klären sein.
Es jedoch jedem freigestellt, sich an den Ostertagen persönlich durch Augenscheinnahme von der Existenz des Osterhasen zu überzeugen.
Wir haben folgende Aufnahmen gemacht:


Das erste Bild zeigt den Rammler Fritzi, Alter 3 Jahre, Gewicht etwa 2500 g, Schulterhöhe 12 cm, beim Sammeln von Material für den Nestbau.




Hier hat Fritzi gerade ein Schokoladenei der Marke Lindt mit Cappuccino-Trüffel-Füllung gelegt.



 Fritzi umsorgt erschöpft, aber mit unverkennbarem Stolz im Blick sein gesamtes Gelege.

(Entspricht der EU-Richtlinie 2092/91 über nachhaltige Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit im ökologischen Landbau, nach den englischen Anfangsbuchstaben SAFO (Sustaining Animal Health and Food Safety in Organic Farming), Fördermittel wurden nicht beantragt.) 

Dank an alle, die mich bei diesem Photoshoot unterstützt haben, insbesondere an mein Patenkind. 

Montag, 29. März 2010

Frohe Ostern!



ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN

Dieses Foto mit dem Titel "Bendita Luz" von José Ángel Barbero wurde heuer für das offizielle Plakat der Karwoche in Salamanca ausgewählt und hängt nun überall in der Stadt. Man kann José Ángel Barbero nur gratulieren, er hat den Geist der Karwoche perfekt eingefangen. Ebenso erfreulich ist, dass sich die Stadtverwaltung für dieses Meisterwerk entschieden hat. Schaut es Euch im Internet mal größer an, es ist beeindruckend.  

Flan


Hier serviere ich den Flan mit ein paar Erdbeeren, die ich vorher mit Zucker bestreut und mit etwas Zitronensaft beträufelt habe und etwas Saft habe ziehen lassen.

Bei der Herstellung eines Flans, dieser spanischen Nachspeise por excelencia, kommt es auf das richtige Handwerkszeug an. Ich benötige einen Schnellkochtopf mit Einsatz und ein Metallgefäß oder ein ofenfestes Gefäß aus anderem Material, das hineinpasst. Ich beginne damit, dass ich das hineinpassende Gefäß dünn mit Karamell auskleide. In Spanien ist fertiges flüssiges Karamell im Handel erhältlich (keine Karamellsoße, sondern richtiges Karamell, verbrannter Zucker mit etwas Wasser). Wo man Karamell nicht kaufen kann, kann man es selber machen, Rezept siehe unten.

Ich setze fülle zwei Finger hoch Wasser in den Schnellkochtopf und stelle den Einsatz hinein. Nun beginne ich mit der Herstellung des Flans an sich: Ich schlage vier große Eier in eine Schüssel und vermische sie mit drei Esslöffel Zucker. Dabei rühre ich möglichst keine Luft unter, weil ich sonst unschöne Bläschen im Flan habe. Dann gebe ich noch einen halben Liter Milch dazu und rühre weiter, bis alles homogen ist. Fertig! Die Mischung kommt in das hineinpassende Gefäß auf das Karamell. Wer eine Puddingform mit Deckel hat, macht diesen nun zu, wer nicht, deckt mit Alufolie ab, die er mit einem Gummi befestigt, wer keinen passenden Gummi hat, nimmt eine Schnur. Das Gefäss kommt nun in den Schnellkochtopf. Ich möchte Eure Vorstellungskraft nicht über Gebühr strapazieren, deshalb hier ein Bild:

So. Nun 10 Minuten bei vollem Druck kochen. Beiseite stellen, noch fünf Minuten im geschlossenen Schnellkochtopf abkühlen lassen, dann abdampfen, öffnen und das Gefäss entnehmen. Flan im Gefäss abkühlen lassen, idealerweise über Nacht. Nach dem völligen Erkalten stürzen. Das Karamell hat eine leckere Soße gebildet.

Der Schnellkochtopf ist nicht schmutzig geworden (im Gegenteil, Autoklav!). Ich wische ihn aus und räume ihn wieder weg. Wenn man einmal erfolgreich einen Flan gemacht hat, wird man diese einfache Nachspeise (Karamell, 4 große Eier, 3 Esslöffel Zucher, ½ l Milch) immer wieder machen wollen.

Karamell

Die Herstellung von Karamell ist sehr einfach, aber dennoch eine Herausforderung. Im Fernsehen hörte ich letztens im Rahmen einer Diskussion über das Thema Glück, dass niemand die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt während er voll auf eine Tätigkeit konzentriert ist. Also, Sinnsucher, hier ist Eure Chance, volle Konzentration. Man verfährt wie folgt: In einem hohen Milchtopf erhitzt man drei Esslöffel Zucker. Man wird beobachten, dass der Zucker nach einer Weile flüssig wird. Anschließend beginnt er, braun zu werden und nun ist maximale Aufmerksamkeit erforderlich, denn der Schritt von hellem Braun zu Verbrannt! ist eine Sache von Millisekunden (okay, ich übertreibe, aber nicht sehr). Wenn das Karamell also schön braun ist, nehme ich den Topf vom Herd und gebe sofort zwei Esslöffel Wasser hinzu. Geschmolzener Zucker ist extrem heiß (Gruß in unsere Gießereien) und wenn man Wasser hinzu gibt, entwickelt sich viel sehr heißer Dampf. Damit ich mir nicht die Finger verbrenne, verwende ich für die Wasserzugabe einen Schöpflöffel oder einen anderen langen Löffel und trete vom Herd zurück. Dies alles klingt gefährlich, ist es aber überhaupt nicht, wenn man gut aufpasst. Die einzige Gefahr besteht darin, dass der Zucker zu dunkel und damit bitter wird.

Ich rühre mein Karamell nach der Wasserzugabe um, damit eventuell hart gewordene Elemente sich wieder auflösen und fertig. Ich gieße meine Form mit dem Karamell aus, auch dabei heißt es, rasch und sorgfältig handeln, denn das Karamell wird schnell wieder fester. Die Form ist nun mit einer leckeren und klebrigen Masse ausgekleidet. Den Milchtopf reinige ich, in dem ich darin Wasser aufkoche, wodurch harte Anhaftungen wieder flüssig werden. Den verwendeten Löffel kann man mitaufkochen, dann wird er auch gleich sauber.

Blumenschmuck

Ich habe im Herbst in verschiedenen Gefäßen ein paar Blumenzwiebel in die Erde gesteckt, die ich nun als Deko im Innenraum verwende. Im ersten sind Krokus und Hyazinthen. Die Krokus blühen schon, die Hyazinthen sind noch nicht so weit.

In der Zinkvase sind drei Tulpen. Ich habe sie auch im Herbst direkt in die Erde gesteckt und sie sind wunderschön geworden. Man schaut so den Blumen nicht nur beim Verwelken zu, sondern auch beim Wachsen und Werden. Gerade für Kinder ist dies interessant. Die Blüten öffnen und schließen sich und wenden sich dem Licht zu. In den kleinen Töpfchen sind Krokusse.

                                  

Und so gut macht sich das Ganze auf dem Frühstückstisch:

Der Frühling hält Haus und Garten weiter fest im Griff

Samstag, 27. März 2010

Potaje de Bacalao y Garbanzos oder Fastenspeise der Kastilier

Dieser Kichererbseneintopf ist ein traditionelles spanisches Gericht, das an den Freitagen der Fastenzeit gegessen wird. Da es am nächsten Tag, wenn es richtig durchgezogen ist, eigentlich noch besser schmeckt und bei uns sehr gerne gegessen wird, mache ich eine größere Menge, die etwa neun Tellern entspricht.
Für die Zubereitung benötige ich 400 g gesalzenen und getrockneten Kabeljau (als Bacalao oder Klippfisch bekannt, das Wort Klippfisch hatte ich allerdings noch nie gehört, bevor ich googelte, wie Bacalao auf deutsch heißt), eine Tasse kleine Kichererbsen (wenn ich keine kleinen Kichererbsen habe, tun es große selbstverständlich auch), drei große – aber nicht riesige – Kartoffeln, eine kleine oder eine halbe große Zwiebel, 300 g frischen Spinat (Tiefkühlspinat ist auch okay), zwei Hände voll Rosinen, drei Lorbeerblätter, Olivenöl und zwei hartgekochte Eier.
Am Vorabend spüle ich unter fließendem Wasser soviel Salz wie möglich vom Fisch ab, danach lege ich ihn in eine Schüssel mit Wasser, wechsle das Wasser ab gleich wieder. Im frischen Wasser bleibt er dann über Nacht. Die Kichererbsen koche ich mit reichlich Wasser (einem guten Liter) und den Lorbeerblättern im Schnellkochtopf kurz auf, dann bleiben sie ebenfalls über Nacht im Wasser stehen. Am nächsten Morgen muss das Wasser des Fischs wieder gewechselt werden.
Am Mittag, bevor ich mit dem Essen machen beginne, wechsle ich es noch einmal. Die Kichererbsen koche ich fünfzehn Minuten im Schnellkochtopf. Wenn sie fast weich sind, fülle ich sie in eine Schüssel um, um den Schnellkochtopf freizumachen und schnell auszuwischen (ich versuche, so wenig Töpfe wie möglich schmutzig zu machen, da Geschirrspülen nicht zu meinen großen Leidenschaften zählt).
Dann schneide ich die Kartoffeln in kleine Würfel, hacke die Zwiebel fein und brate beides im Schnellkochtopf in etwas Olivenöl an. Nun kommen die Kichererbsen mit ihrem Wasser dazu. Wenn ich es eilig habe, kommt hier noch einmal die Schnellkochfunktion für fünf Minuten zum Einsatz, ansonsten köchelt alles eine halbe bis dreiviertel Stunde vor sich hin, bis alles weich, aber nicht matschig ist. Während dessen kontrolliere ich, inwieweit der Bacalao entsalzt ist. Er sollte okay sein, wenn nicht, wasche ich ihn noch einmal ab. Dann wird er in kleine – aber nicht winzige – Stücke zerteilt und kommt ebenfalls in den Topf. Nun wird der Spinat gewaschen, sehr große Blätter werden einmal durchgeschnitten. Kleinschneiden ist nicht nötig, da der Spinat sowieso stark zusammenfällt. Er kommt mit zwei Händen voll Rosinen zusammen in den Topf. Jetzt dauert es noch etwa fünf Minuten, bis der Spinat gar ist und die Rosinen sich mit der Suppe vollgesogen haben. Die Kombination von Bacalao, Kartoffeln, Spinat und Rosinen ist köstlich! Vor dem Servieren streue ich auf jeden Teller etwas gehacktes Ei, so will es die Tradition.

Mein Kräutergärtlein


Links hinten steht Thymian, das Lieblingsgewürz meiner Familie, das auch noch an mehreren anderen Stellen im Gärten wächst. Bei uns kommt Thymian an die meisten Suppen und Soßen. Ich verwende die ganzen Ästchen. Die Blättchen fallen beim Kochen ab, die Stiele fische ich wieder heraus. Rechts daneben steht Rosmarin, der Lammgerichten und Ratatouille seine besondere Würze gibt. Entweder ich hacke die Nadeln sehr fein und lasse sie im Essen oder ich verwende ganze Ästchen, die ich hinterher komplett entferne, weil niemand an einer Rosmarinnadel ersticken soll. Das vorn links ist Salbei, den ich für manche italienischen Gerichte benötige. Ich schätze ihn aber auch sehr als gesunden Tee. Ich koche einen dünnen schwarzen Tee und gebe pro Tasse drei Salbeiblättchen dazu. Mit Honig gesüßt wirkt dieses Getränk hervorragend gegen Erkältungen. Vorn rechts steht der Klassiker, Basilikum, den ich mit seinem hübschen Töpfchen auch als Tischdeko verwenden kann. Er ist heutzutage in Kombination mit Tomaten und Mozarrella ein Muss.

Unser Wintergarten im Frühlingsgewand

Freitag, 19. März 2010

Pimp my Bratapfel oder Bratapfel Deluxe

Der spanische Fernsehkoch Arguiñano (superberühmt) hat letztens ein Rezept für Bratäpfel gezeigt, das ich originell fand und schon zweimal nachgemacht habe. Man benötigt vier verschieden farbige Äpfel, einen Granny Smith, einen von den orange-gelben, deren Namen ich nicht kenne, einen Golden Delicious und einen von den kräftig roten, die bei uns im Moment aus Südtirol kommen (ja, Leute, das ist Europa). Man schneidet die Äpfel horizontal in vier Scheiben und setzt sie so wieder zusammen, dass jeder Kombiapfel eine Scheibe in jeder Farbe hat. Ihr werdet lachen, aber das mit dem Zusammensetzen ist gar nicht so einfach. Ich hatte beim ersten Versuch am Ende zwei Deckel und beim zweiten zwei Scheiben Granny Smith. Wenn es einem dann schlussendlich gelungen ist, die Äpfel korrekt zusammenzusetzen, fixiert man sie, in dem man ein halbes Schaschlikspiesschen durch ihre Mitte stösst. Zu den Backzeiten und -temperaturen sage ich nichts, denn ich denke, idealerweise schiebt man die Äpfel mit einem Kuchen, einer Lasagne oder sonst irgendetwas zusammen in den Ofen, damit nicht soviel Strom vertan wird. Ich brate sie, bis sie ganz weich sind, also praktisch Apfelbrei, der von der Schale zusammengehalten wird. Lecker! So, nun noch ein paar Bilder.

Der Frühling ist da!

Der Frühling ist da! Und mit dem Frühling kommt mein erster Blogeintrag. Ich weiss nicht, ob ich zum bloggen geeignet bin, aber ich lese sehr gerne die Blogs anderer Leute, von fleissigen und stolzen Hausfrauen, von Deko-Künstlerinnen, Reiseberichterstattern und vielen mehr. Also, lasst es mich auch mal versuchen ...
Ich beginne mit zwei Bildern aus unserem Garten. Das erste wurde im Januar aufgenommen, das zweite heute. ¡Esto es España, chicos!