Dienstag, 30. Juli 2013

Labskaus nach dem Rezept meiner Mutter


Als wir noch klein waren, war Labskaus eine der Leibspeisen meines Bruders. Heute habe ich dieses leckere Gericht mal wieder zubereitet und zwar nach dem Rezept meiner Mutter, seligen Angedenkens. Es ist sehr einfach, geht schnell und ist überraschend gut. Für vier Personen koche ich 1 kg Kartoffeln in der Schale weich. Dann würfle ich eine große Gemüsezwiebel und brate sie im selben Topf, der nun wieder frei ist, in Margarine braun. Wir haben zum Braten und Backen früher immer Margarine verwendet, wer keine hat, nimmt halt, was er sonst auch zum Braten nimmt. Okay, also, die Kartoffeln sind nun weichgekocht und geschält. Ich werfe sie zu meinen leicht gebräunten Zwiebelwürfelchen, zerstapfe sie grob und gebe vier oder fünf gewürfelte Essiggurken, zwei oder drei  in Streifchen geschnittene Bismarckheringe (4 oder 6 Hälften (oder 5, je nach Geschmack, Ihr wisst ja, im Haushalt nimmt man es mit den Mengenangaben nicht so genau und denkt sich: ach, davon könnte ich ein bisschen mehr dazu geben, oder: nee, das ist zuviel, ich nehme weniger)) und eine Dose zerkrümeltes Corned Beef (früher Kornet Bief gesprochen) sowie ein bisschen Gurkenbrühe hinzu, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Nach Geschmack salzen und pfeffern, bedenkt dabei aber, dass die Gurkenbrühe schon gewürzt ist und die Heringe ein bisschen salzig sind. Unter gelegentlichem Umrühren brate ich nun das Ganze, bis alles heiß ist. Rote Rüben, Gurken und ein Spiegelei dazu servieren. Die roten Rüben hatte wir damals selbst im Garten. 
Also, zusammengefasst: Im Haus haben muss man Kartoffeln, 1 Zwiebel, Margarine oder Sonnenblumenöl, ein Glas Gurken, Bismarckheringe, 1 Dose Corned Beef, rote Rüben bzw. Beete und Eier. Löööcker!
Leute, ich habe mir da gerade mal ein paar Bilder von Labskaus im Internet angeschaut. Da sieht man einen derartigen Brambes, das ist praktisch schon Püree. Ich muss Euch sagen, bei uns war Labskaus nicht so. Es war wie oben auf meinem Bild, also grobe Stücke, die mehr oder weniger zu erkennen waren. So mag ich es lieber. Obwohl alles gemischt ist, damit sich die Geschmäcker schön ergänzen, kann man z.B. Kartoffel und ein Heringsstückchen auf die Gabel nehmen oder mehr Fleisch und ein bisschen Gurke. Naja, hier wie überall: Geschmackssache.

Sonntag, 28. Juli 2013

Berühmte Kirchen - nachgebaut

N. ist ein Tüftler mit viel Freizeit. In jahrelanger, liebevoller Kleinarbeit hat er Gotteshäuser aus Sojasoßenfläschchen nachgebaut. Wisst Ihr, welche Kirche welche ist? Bitte beteiligt Euch per Kommentarfunktion am Quiz!
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Samstag, 27. Juli 2013

Bananeneis


Dieses Rezept steht so ähnlich im Rezeptbüchlein meiner alten Philips-Eismaschine. Ich habe es schon oft gemacht, denn es ist ideal, wenn man ein paar reife Bananen rumliegen hat, die keiner essen möchte. Die Bananen dürfen aber natürlich nicht matschig und braun sein. 
Man benötigt 300 g Bananen (ich nehme 4 Stück), 100 g Zucker, 2 Esslöffel Zitronensaft, 75 ml süße Sahne, 250 ml Milch (ich nehme 1,5 % Milch, weil das die ist, die ich im Haus habe). Es geht ganz einfach: Ich püriere die Bananen mit dem Zucker und dem Zitronensaft und gebe dann die Sahne und die Milch hinzu. Dann kommt die Mischung wie gewohnt in die Eismaschine. Die Menge ergibt etwa 6 mittelgroße Portionen. 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Meine tausendjährige Eiche (3/997) oder/or My thousand year old oak tree (3/997)

Besucher fragen immer nach meiner tausendjährigen Eiche. Hier ist sie, for the whole world to see (huch, vielleicht sollte ich auch was auf Englisch dazu schreiben, von wegen whole world und so). Visitors to my house always ask to see my thousand year old oak tree.
Foto meiner bald tausendjährigen Eiche
Picture of my soon to be one thousand year old oak tree
Naja gut, noch ist sie nicht tausendjährig (ich glaube, sie ist drei), aber in erdgeschichtlichen Zeiträumen sind 997 Jahre ja nicht sooo viel. Okay, it is not really a thousand years old yet (I think it's three), but viewed on a geologic time scale 997 years is not all that much. Befindet sich unter meinen Lesern vielleicht eine Waldfachmännin oder ein Waldfachmann? Oder eine Biologin oder ein Biologe? Is there perhaps a female or male forest expert or a female or male biologist among my readers? Oder irgendjemand, der weiß, wie man das Alter einer Eiche bestimmen kann, ohne sie auseinander zu schneiden und ihre Jahresringe zu zählen? Or anybody who knows how to determine the age of an oak tree without cutting it in half and counting the growth rings?
Ich habe den Baum letztes Jahr im Spessart gefunden. Er hatte kein Halsband und auch keinen implantierten Chip. Da habe ich ihn mit nach Hause genommen.
I found the tree last year in the Spessart forest in Germany. It did not have a collar nor an implanted microchip. So I took it with me to give it shelter in my house. Er war etwa 17 cm hoch und hatte drei Blätter. Dieses Jahr hat er sechs Blätter und ist etwa 20 cm hoch. In Bodenhöhe hat er einen Umfang von etwa 1 cm. It was about 7 inches tall and had three leaves. This year, it has six leaves and is about 8 inches tall. Its circumference at ground is approximately half of an inch. Ich schätzte einfach mal, dass er zwei war, als ich ihn aufnahm, aber so langsam wie der im letzten Jahr gewachsen ist, könnte er auch ein, zwei Jahre älter sein. I just guessed it was two years old when I adopted it, but seeing how slowly it has grown from last year to this, well, maybe it's a little older. Wann ist dieser Baum aus seiner Eichel geschlüpft? When did this tree hatch from its acorn? Über eine fachmännische Antwort würde ich mich sehr freuen. I'd be really happy to get a knowledgeable answer.

Samstag, 6. Juli 2013

Das Rezept für Leche Merengada

Rasch für alle, die nur mein Rezept für Leche Merengada sehen wollen: 1 Liter Milch mit 4 Esslöffel Milchpulver verrühren, anschließend mit 200 g Zucker, 1 Stück unbehandelter Zitronenschale und 1 Zimtstange zum Kochen bringen. 2 gehäufte Esslöffel Speisestärke mit 4 Esslöffeln kalter Milch verrühren, dann in die inzwischen kochende Milchmischung geben, unter Rühren kurz aufkochen (als würde man einen Pudding machen), vom Herd nehmen, abkühlen lassen. Die Mischung ist immer noch ziemlich flüssig. Wenn sie vollständig erkaltet ist, z.B. weil sie die Nacht im Kühlschrank verbracht hat, die Zimtstange und die Zitronenschale herausfischen, zwei steif geschlagene Eiweiss (von möglichst großen Eiern) darunter heben und in die Eismaschine geben. Wer sein Eis etwas fester gefroren möchte, gibt die Mischung anschließend noch zwei Stunden in den Gefrierschrank, fertig. Man reicht diese Delikatesse mit etwas Zimt bestäubt, dazu gibt’s Waffelröllchen. Löööcker! 
Wer eine kleinere Eismaschine hat, macht nur die Hälfte. Ich benutze 1,5 % Milch und Magermilchpulver. Die Leche Merengada enthält keine Sahne und kein Eigelb, ist also besser für den Cholesterinspiegel. Trotzdem ist sie supergut und findet bei Groß und Klein riesigen Anklang. Beim Zucker kann man sicher auch noch ein paar Abstriche machen, ohne dass der Geschmack leidet. So, Rezept fertig.
Und wer jetzt noch ein bisschen Geschwätz dazu hören möchte: Dieses Rezept für den spanischen Eis-Traum Leche Merengada (Baiser-Milch) habe ich vor vielen Jahren (mehr als 20?) der Wochenendbeilage der Zeitung "El País" entnommen. Wer dieses Rezept gesucht hat, verbindet sicher schöne Erinnerungen damit, an entspannende Urlaube und la buena vida in Spanien. Zum Beispiel so wie hier, auf der Plaza Mayor in Salamanca in einer heißen Sommernacht:
Gibt es etwas Herrlicheres? Natürlich, gell? Aber das ist schon mal was Gutes. 
Dieses Bild wurde, wie Ihr leicht auf der Uhr an der Rathausfassade sehen könnt, wenn Ihr das Bild stark vergrößert und eine Lupe benutzt, um 23.30 Uhr aufgenommen wurde. Der Platz ist an solchen Abenden um diese Zeit noch voll von Einheimischen, auch von Kindern. Die alten, golden leuchtenden Steine speichern die Hitze des Tages und geben sie langsam ab. Entspannung total. Das hat schon fast therapeutischen Wert.
Mein Neffe gönnte sich zur Leche Merengada eine Portion Pommes-Frites mit Ketchup. Eine anspruchsvolle Kombination für geschulte Gaumen.
Und wegen der Trockenmilch ... wenn Ihr jetzt denkt: hu, wegen einmal Eis machen, wo noch nicht einmal garantiert ist, dass es gut wird, weil das Rezept von irgendeiner Tussi stammt, die’s aus irgendeiner fremdländischen Zeitung hat ... Leute, man sollte grundsätzlich Trockenmilch im Haus haben. Sie ist Teil jedes Notversorgungspaketes. Stellt Euch vor, es kommt ein nuklearer Winter oder die Scheichs drehen uns den Ölhahn zu und es können keine Lkw mehr fahren ... oder Ihr vergesst schlicht und einfach, Milch zu kaufen ... mit Trockenmilch seid Ihr fein aus dem Schneider. Einfach ein paar Löffel davon in Wasser einrühren. Und das Zeug ist lange haltbar. Also, falls jemand die Leche Merengada nachmachen sollte: ¡Que aproveche! ("Que aproveche", sprich keh aprowetsche, ist "Guten Appetit" auf Spanisch).

Montag, 1. Juli 2013

Woman vs. Wild oder die Taubenplage

Naja, eigentlich war es in diesem konkreten Fall noch gar keine Plage, aber ich sage Euch: Wehret den Anfängen. In unserem Garten bauten zwei Türkentauben ein "Nest". Seht Ihr, wie primitiv das Nest ist??? Grad mal ein paar vertrocknete Äste über Kreuz gelegt. Die Türkentaube unterscheidet sich von der gewöhnlichen Taube durch einen schwarzen Ring am Hals. Man sieht's auf den Fotos nicht, aber sie hatten den Ring.
Von Weitem war das Weibchen süß, wie es da so fett (schwanger) auf seinen Eiern hockte. Das Männchen saß meist in gewisser Entfernung und hielt nach Feinden Ausschau. Er saß z.B. auf dem First des Vordachs unseres Hauses, das sah sehr dekorativ aus. Mich als Erzfeind hatte er nicht auf dem Schirm. Sie waren ein hübsches Paar. Tauben sind monogam und bleiben meist ein ganzes Leben lang zusammen. Naja, so lang ist ihr Leben ja nicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 2 - 3 Jahre, das kann man schon mal aushalten, haha. (Quelle der Daten: Wikipedia, Stadttaube).
Bei einer Nachbarin im Garten hatten sie auch ein Nest gebaut. Sie hatte das Glück, dass Elstern kamen und das Nest zerstörten. Wie Ihr wisst, leben wir in einem ziemlichen Vogelparadies. Auch Elstern kommen hier reichlich vor, aber ich wusste nicht, wie ich sie anlocken und dazu bringen sollte, das Taubennest zu zerstören. Also übernahm ich die Aufgabe selbst. Ich kippte das Nest von unten mit einem Besenstiel um. Zwei Eier befanden sich darin.
Sieht man in ihren Augen nicht auch etwas Bösartiges? Dumm und böse. Brauchen wir nicht. Während ich Kraft für die Zerstörung des Nests sammelte, hielt ich mir vor Augen, wie diese Viecher auf alles scheißen, nicht einmal vor dem Weltkulturerbe machen sie halt. Schaut mal bei Wikipedia Türkentauben nach und ihr werdet sehen, wie schamlos sich diese Mistviecher ausbreiten. Okay, es ist mir also gelungen, ihre Ausbreitung minimal zu bremsen. Zumindest in meinem Garten. Die Taube ist ja eine Art, die ganz gewiss nicht vom Aussterben bedroht ist. Nicht umsonst nennt man sie auch "die Ratten der Lüfte". Taubeneier zerstören ist vom ethischen Standpunkt aus auch nichts anderes als Hühnereier essen, oder? So, und jetzt will ich den Faden nicht mehr weiterspinnen.

Dienstag, 18. Juni 2013

Aus D.s Kindheit

Die bekannteste Geschichte aus Davids Kindheit ist diese hier:
Als die Kinder klein waren, hatten wir die Gewohnheit, nachmittags nach der Schule bzw. dem Kindergarten (Unterricht von halb vier bis fünf) mit anderen Kindern und Müttern in einen Park mit Spielplatz zu gehen, der etwa 15-20 langsame Gehminuten von der Schule entfernt lag.
David war 3 als sich diese Geschichte zutrug. 
Wir waren also auf dem Spielplatz, die Kinder spielten, die Mütter saßen mit den ganz Kleinen außen herum und unterhielten sich. Einmal schaute ich auf und sah meinen David nicht. Ich dachte mir nichts dabei. Er konnte in der Anlage um die Rutschbahn sein oder hinter einem Gebüsch oder in der Betonröhre, die eine Eisenbahn darstellen sollte. Nach einer Weile schaute ich wieder auf und sah ihn wieder nicht. Ich erhob mich und schaute in die Anlage um die Rutschbahn, in die Betonröhre ... ich fragte seinen Bruder: "Hast du David gesehen?", die Antwort: "Nein". Wir schauten uns nach D. um, M. fragte die anderen Kinder, ob sie ihn gesehen hätten. Keiner hatte ihn gesehen. Keiner wusste, wo er war. Eine unangenehme Situation. Keiner hatte ihn gesehen. Die Kinder begannen ihn zu suchen, riefen seinen Namen. Ich geriet langsam in Panik. Ich überlegte mir, wie lange man wohl suchen müsste, bevor man die Polizei informierte. 15 Minuten. Ich wollte eine Viertelstunde lang suchen und dann die Polizei benachrichtigen. Damals gab es noch keine Handys. Um den Park standen acht- oder zehnstöckige Häuser. Die Polizei müsste jede einzelne Wohnung durchsuchen. Jemand hielt mein Kind gefangen. Oder hatte es verschleppt. Mittlerweile war der ganze Spielplatz in heller Aufruhr. Ein Bub war verschwunden. Die Kinder liefen herum und riefen: "David!, David!", die Mütter hielten besorgt nach ihm Ausschau. 
Ich fand ihn schließlich selbst. Er stand ein paar Meter hinter der Bank, auf der ich gesessen hatte, in einem Fliedergebüsch, zwischen drei zusammengepflanzten Fliedersträuchern, in der Mitte, mit geschlossenen Augen, den Kopf in den Nacken gelegt, und atmete den Duft der Blüten ein. Da hätte die Welt um ihn herum untergehen können. Als ich ihn ansprach war es, als erwachte er aus einem Traum. Er hatte von dem Geschrei und der Suche nichts mitbekommen. Ein fokussierter Mensch.
Einmal gingen wir durch die Stadt, das war nur wenig später. Ein schmaler Streifen des Bürgersteigs war aufgegraben. David lief gebückt an der Grabung entlang und betrachtete die Leitungen. Schließlich endete die Straße und mündete in eine andere. Wir mussten links gehen, die Grabung verlief aber nach rechts. Ich blieb mit M. und P., der im Kinderwagen lag, stehen. "Mal sehen, was er jetzt macht," dachte ich mir. Immer noch in gebückter Haltung bog er nach rechts ab und folgte den Leitungen. "Mal sehen, wie lange es dauert, bevor er bemerkt, dass er alleine ist", dachte ich mir. Es war ihm wurscht. Da die Straße sehr belebt war, musste ich rennen, um ihn wieder einzuholen bzw. einzufangen. Ich schimpfte ihn nicht. Was hätte ich da schimpfen sollen. Ich forderte ihn nur auf, in Zukunft auf belebten Straßen bei seiner Mama zu bleiben. 
Einmal, ein paar Jahre später, war nachts ein schlimmes Gewitter. Seine Brüder waren aufgewacht und zu meinem Gatten und mir ins Schlafzimmer gekommen. Wir standen am Fenster (aber in sicherer Entfernung von selbigem) und schauten zu, wie es blitzte, wie die Nacht von grellem, weißem Licht zerrissen wurde. Die Donnerschläge waren so heftig, dass alles zu beben schien. Der Sturm zerrte an den Rollläden. Das Gewitter war direkt über uns. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass ein Blitz in ein Haus in unserer Straße und ein anderer in unser gemeinschaftliches Schwimmbad eingeschlagen hatte. Ein Höllenspektakel. In jener Nacht hat in unserer Siedlung keiner geschlafen. Außer einem. Er beschwerte sich morgens, dass wir ihn nicht geweckt hätten, er hätte das Unwetter auch sehen wollen.
Und noch was: Wie Ihr wisst, haben wir die Kinder zweisprachig aufgezogen und achteten konsequent darauf, dass die Sprachen nicht gemischt wurden. Mit der Mama nur deutsch, mit dem Papa nur spanisch. Miteinander sprachen sie natürlich, wie sie wollten. So gab D. einmal seinem kleinen Bruder folgenden Rat: "Pon la Hand delante del Gesicht para que te haga Schatten." Er hätte auch umgedreht sagen können: "Halte die mano vor das cara, damit sie dir sombra macht." Haha. Kinder.

Sonntag, 9. Juni 2013

Erdbeersorbet selbstgemacht - hmhm, himmlisch

Ja, ich habe heute mal wieder ein Erdbeersorbet gemacht. Es ist wirklich die einfachste Sache der Welt. Und löööcker! 
Also, wie geht's? Ich beginne am Vortag oder zumindest etliche Stunden vorher und koche 150 ml Wasser mit 150 g Zucker auf. Diesen Sirup lasse ich 2 Minuten köcheln, dann nehme ich ihn vom Herd. Ich entferne die Butzen von meinen Erdbeeren und wasche letztere. Ich benötige 650 g geputzte Erdbeeren. Diese gebe ich zusammen mit meinem Sirup in ein Gefäß, in dem ich pürieren kann. So, nun füge ich noch den Saft einer halben Zitrone hinzu und püriere alles. Anschließend kommt die Mischung über Nacht oder wenigstens ein paar Stunden in den Kühlschrank. Eine Stunde vor dem Essen in die Eismaschine geben und nach Vorschrift zubereiten. 
Dieses Sorbet ist richtig gut. Beachtet die Zutatenliste: Wasser, Zucker, Erdbeeren, Zitronensaft. Und lest mal die Zutatenliste von gekauftem Sorbet. Das selbstgemachte ist außerdem noch vitaminreich. Unschlagbar!    

Samstag, 8. Juni 2013

Küchenrenovierung - Das Ergebnis

Sorry, Leute, dass das mit den Fotos jetzt solange gedauert hat. Ich erzähle Euch, wie es weiterging: Am Montag kam die Arbeitsplatte. Die Arbeitsplattenanbringer taten sonst nichts außer Arbeitsplatte anbringen. Am Dienstag kamen die Küchenmonteure und setzten die Spüle und die Kochplatte ein und brachten die Lampen unter dem Oberschrank an. Am Mittwoch kam der Installateur und schloss die Spüle und die Spülmaschine an. Am selben Tag gab unser neuer Vaillant-Heizkessel (2 Monate alt) seinen Geist auf. Wir riefen den offiziellen Kundendienst, der einen jungen Mann schickte, der anscheinend zum ersten Mal in seinem Leben einen Vaillant-Heizkessel sah, obwohl er schon fünf Jahre bei der in Rede stehenden Firma beschäftigt ist. Er verschaffte sich Zugang zu einem Panel, das sich im Inneren des Gerätes befindet (sieht ungefähr so aus wie das Innere eines Computers) und bearbeitete es mit seinen Wurschtfingern, dabei murmelte er in spanischer Sprache etwas von "Einstellungen ändern, alles verstellt". 
Es wird meine Leser kaum überraschen zu erfahren, dass es ihm mit dieser Methode nicht gelang, den Heizkessel zu reparieren. Er rief dann einen Kollegen, der einen deutlich kompetenteren Eindruck machte und erklärte, wir hätten da so ein modernes Ding, er müsste sich erstmal kundig machen. Das fand ich okay. Am nächsten Tag um 14 Uhr kamen die beiden wieder. Um 20 Uhr verließen sie unser Anwesen, nachdem sie die Pumpe ausgetauscht hatten. Der erfahrene Kollege versicherte, er habe die werkseitigen Einstellungen wiederhergestellt. Das Gerät funktioniert jetzt wieder, anscheinend lag's tatsächlich an der Pumpe. Ich möchte nicht weiter über diesen Vorfall nachdenken. 
Ja, gut, und dann fing ich an, die Küche wieder einzuräumen, was sehr langsam geht, da ich viel Mist besitze, von dem ich mich trenne. Tschüss, Mist. Erinnert Ihr Euch, als ich Euch von der Hamburger-Presse erzählt habe? Symptomatisch.
Und wir haben ja auch das ganze Zeug von England bzw. New York. Wir haben praktisch das Doppelte von allem und da überlege ich mir bei jedem Gegenstand: Welcher ist besser? Bei der Brotschneidmaschine war's einfach. Der übrige Kram kommt in eine Kiste auf den Speicher, damit kann man mal anderswo eine Küche ausstatten.
So, also, schluss mit dem Gequassel, hier sind die Bilder:
Die Küchenzeile. Die Arbeitsplatte ist aus Quarz. Beim Herd handelt es sich um einen Induktionsherd. Induktionsherde sind in Spanien sehr beliebt. Es stimmt, man kann seine alten Töpfe nicht verwenden, aber, wie bekannt, habe ich ja auch doppelte Topfsets (hehehe) und das neuere ist für Induktionsherde geeignet.  Schade ist es um meinen 26 Jahre alten Schnellkochtopf, in ständiger Benutzung, wie neu, Marke Fissler, und um meinen WMF-Milchtopf, genauso alt, ebenfalls wie neu. Leute, die Anschaffung von guten Töpfen lohnt sich. Aber das wisst Ihr ja.
So, die Ecke auf dem Bild unten habe ich bereits ausführlich beschrieben:
 Auf dem Bild unten sieht man gut, wie die Fronten beschaffen sind:
 So, hier stehen schon mal ein paar Sachen:
So sah's gestern aus. Hättet Ihr nicht sehen wollen, oder? Der Ipad liegt da in der Mitte, weil ich in der Küche gerne Radio oder Podcasts höre.
 Wie bereits erwähnt (und irgendwann werde ich Euch auch mal Fotos zeigen) hatte ich vorher zig Sachen an den Wänden hängen. Mein Küchenberater hat mich informiert, dass man das nicht mehr hat. Aber: Wo, bitteschön, soll ich denn meine Schürze hinhängen? Vielleicht kommt an die Seitenfläche, wo der Ofen und die Mikrowelle sind, meine alte Hakenleiste, die ich in derselben Farbe streichen werde, wie die Bank (jetzt Elfenbein, ist richtig gut geworden, hab' aber keine Fotos). Meinen Messermagnet hätte ich, glaube ich, doch auch gerne wieder. Die Sachen, die vorher überm Herd hingen, sind jetzt in den Schubkästen, das ist okay, die sind wirklich riesig. An die Hakenleiste könnten die Schürze, die Topflappen, etc. Es ist ein innerer Kampf.

Freitag, 31. Mai 2013

Küchenrenovierung - so sieht's heute früh aus

Bild 1: Blick in die Ballsaalecke.
Bild 2: Details der Ballsaalecke, von links nach rechts und von oben nach unten: Oberschrank, Mikrowelle mit Grill,  Backofen (nein, er ist nicht selbstreinigend). In das Fach darunter kommen zwei Schubkästen. In den einen Schubkasten kommen die Backformen, in den anderen Tischdecken und Servietten. Leute, ich bin heute nacht aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen; in Gedanken räumte ich immer wieder die Küchenfächer ein und aus. Lag aber wohl daran, dass ich spät noch einen starken Kaffee getrunken hatte. 
In der Mitte steht der Kühlschrank. Es ist eine Kühl-Gefrierkombination. Unsere alte Kühl-Gefrierkombination kommt in die Garage (die sich neben der Küche befindet). Für Getränke und so weiter. Der Schrank daneben ist identisch wie der alte, nur eben neu. Ich war mit dem alten sehr zufrieden: Sechs Ausziehfächer, darüber ein Oberschrank. Ich werde Euch die Einzelheiten noch zeigen.
Bild 3: Die Küchenzeile, Oberschränke: In der Mitte sieht man noch die Dunstabzugshaube, da kommt aber eine Klappe davor. Ich weiß, man hat das jetzt, Dunstabzugshauben aus Edelstahl, die man sieht. Ich muss Euch aber sagen ... also, ich habe mir das überlegt... es sieht gut aus, aber... es ist eine ziemlich sinnfreie Sache, die man nur sauberhalten muss. Außerdem verliert man Stauraum und Stauraum ist mir sehr wichtig.
Bild 4: Die Küchenzeile, Unterschränke: Die Spüle wird wie die alte, nämlich ein Spülbecken und daneben eine Abtropffläche. Auch das entspricht nicht der Mode, ich weiß, aber ich finde diese Kombination praktisch. Links wird gespült, rechts tropft das Geschirr ab. Der Küchenverkäufer schenkt einen eingebauten Spülmittelspender dazu. Ich werde ihn Euch zeigen. Unter der Abtropffläche befindet sich die Spülmaschine. Dann folgt ein riesiges Möbel mit knapp 120 cm breiten Schubkästen, oben ein flacher für die Bestecke etc., darunter zwei tiefere für Töpfe und Pfannen. Es folgt ein Ausziehunterschrank mit zwei Fächern. Ich denke mal, dass ich oben die Gewürze und Topflappen rein tun werde und unten Essig, Öl, Kochwein etc. Was soll ich mit meinen scharfen Messern machen? Die hatte ich die ganze Zeit an einem Magnet an der Wand. Man hat nicht mehr soviel Plunder an der Wand, hat mir mein Küchenberater gesagt. Ich hatte auch meinen Pürierstab an der Wand... und einen laubgesägten Notizblockhalter in Katzenform, den mein Gatte als zwölfjähriger mit seiner Mama gebastelt hat. Und eine Pinwand... und über dem Herd so eine Leiste, an der 1000 Sachen hingen (nein, die wurden dort nicht fettig, weil es Sachen waren, die ich dauernd benutzte). Hat man alles nicht mehr, habe ich mir sagen lassen. Naja, dafür habe ich jetzt meinen riesigen Schubkasten, man wird sehen. Okay und an der Wand am Fenster ist noch ein Unterschrank. Ich werde sehen, wie ich das alles einräume. Ich habe jetzt deutlich mehr Stauraum als früher.
Was fehlt noch in der Küche? Die Arbeitsfläche, die Griffe, um die Schranktüren zu öffnen, die Einlegeböden, die Spüle mit Wasserhahn etc., der Herd... es fehlt noch so einiges. Morgen mehr. 
Übrigens, das Wetter hat sich endlich gebessert. Hier seht ihr ein paar Blumen, die auf der italienischen Terrasse blühen. Ich finde sie sehr schön in dem blauen Topf. Ich habe letzten Herbst für ein paar Euro beim Aldi eine 100er-Packung weiße Blumenzwiebeln gekauft und da waren sooo schöne Blumen drin. Bevor diese Dinger blühten, blühten in der Mitte drei Hyazinthen. Zu dem Gebinde gehörten auch wunderschöne weiße Tulpen und allerhand hübsche kleine Blumen. Falls Ihr im Herbst dieses Angebot bei Aldi seht: Ich empfehle Euch den Kauf.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Wetter

Ist es da, wo Ihr seid, auch so kalt? 29. Mai, 18ºº Uhr, Zentralspanien: 10º Grad, eisiger Wind, zwischendurch Nieselregen. Unsere Heizung ist angesprungen. Ja, Leute, das ist der Klimawandel. Ich war heute früh in der Stadt. Weil es so kalt war, hatte ich mir einen warmen Wollpullover übergezogen. Alle anderen waren im Wintermantel unterwegs. Mein Pullover war viel zu wenig gegen diese Kälte. Ich begegnete einer Freundin (Daunenanorak). Sie blinzelte unter dem Pelzbesatz ihrer Kapuze hervor und erinnerte mich daran, dass in zwei Wochen unser Freibad aufmacht.
Wo bleiben denn eigentlich die Klimaleugner? Leugnen die nur bei schönem Wetter klima? Durch das Schmelzen der Polkappen versiegt der Golfstrom und es kommt zu einer neuen Eiszeit. Und diesmal gibt es keine pupsenden Dinosaurier, die wir verantwortlich machen können!

Dienstag, 28. Mai 2013

Esto no mancha

Esto no mancha, sprich "Esto no mantscha", ist spanisch und bedeutet: Das macht keinen Dreck. Diese Worte spricht der vor Vertrauen in seine Kunst strotzende Handwerker bevor er eine Wand verputzt / eine Decke streicht / eine Herde Elefanten durch die Wohnräume treibt; und er lächelt über die Sorge der Hausfrau, die sich da nicht so ganz sicher ist. 
Okay, was gibt's Neues aus der Waschküche und von der Küchenfront? Also, die Decken sind gestrichen, die Türrahmen angebracht. Ich habe gestern stundenlang geputzt. Heute (dienstag) sollte eigentlich die Küche installiert werden, die Handwerker haben aber erst am Donnerstag Zeit. Der neue Zeitplan sieht so aus: Donnerstag Küchenmöbel einbauen, gegebenenfalls auch am Freitag. Anschließend maßnehmen für die Arbeitsplatte. Ich wusste nicht, dass die Arbeitsplatte erst zugeschnitten werden kann, wenn die Möbel aufgestellt sind. Weiß nicht, wie lange das dann noch dauert. Ob wir im Laufe des Montag mit der Fertigstellung rechnen können? Nee, ne? Es wird bestimmt Dienstag oder sogar Mittwoch. So, jetzt gehe ich wieder putzen (die Garage und alles, was sich darin befindet, ruht unter einer zentimeterdicken Staubschicht). Ich müsste auch dringend waschen, ich habe aber gestern festgestellt, dass die Waschmaschine nicht gescheit angeschlossen ist. Aus dem einen Schlauch tritt Wasser aus. 
So, das soll genügen. Ich wollte Euch nur rasch wieder auf den neuesten Stand bringen. Danke für Euer Interesse! Wetter: Klimawandel, 11 Grad, Nieselregen. 

Sonntag, 26. Mai 2013

Krise in Spanien - Folgen der Arbeitslosigkeit

Manchmal weiß man echt nicht, ob man lachen oder weinen soll: Das Madrider Museum "El Prado" hat 11  (in Worten: elf) Stellen für Museumswärter ausgeschrieben und fast 19.000 Menschen haben sich beworben. Dass sich bei Stellenausschreibungen viele Arbeit Suchende melden, ist in Spanien bei einer Arbeitslosigkeit von 27% (über 6 Millionen) nichts Ungewöhnliches. Ich habe schon mal was zu diesem Thema geschrieben, nämlich hier.  
Die Zeitung "El Confidencial" hat jetzt nachgeschaut, was es für einen öffentlichen Arbeitgeber bedeutet, wenn eine derartige Bewerberlawine über ihn hereinbricht. Siehe hier. Ich fasse es Euch kurz zusammen: Im Dezember eröffnete der Prado die Bewerbungsfrist für potenzielle Museumswärter. Die Menschen standen einmal um den Block und die Straße wieder hinauf Schlange. Die Liste der zugelassenen Bewerber umfasste 18.524 Namen. Sie wurden auf 357 Blättern im Aushang veröffentlicht. 
Der Prado verfügt natürlich nicht über die Möglichkeiten, 19.000 Menschen zu prüfen und beauftragte das Nationale Institut für öffentliche Verwaltung mit der Durchführung der Tests. Dieses mietete 60 Hörsäle der Complutense-Universität an, darunter einen Hörsaal mit Platz für 800 Prüflinge. Weiter wurde das Institut mit der Erstellung von Listen mit Personen für die Beaufsichtigung der Prüfungen beauftragt sowie mit der Organisation der Verteilung der Prüfer und Prüflinge auf die verschiedenen Fakultäten und Hörsäle. Das Institut erstellt die Testbögen, erstellt Schulungsmaterial für die Prüfer und schult die Prüfer, es berät bezüglich der Behandlung behinderter Bewerber. 
Der Prado muss die Kosten für die Durchführung der Prüfung bezahlen, die sich auf 100.000 Euro belaufen. In diesem Preis enthalten sind die Honorare für die Helfer, die Auslagen für das Unternehmen, das bei der Erstellung des psychotechnischen Tests hinzugezogen wird, die Herstellung der Prüfbögen, der Transport der Prüfbögen an die Prüfungsorte, die Erstellung von Protokollen, das Einsammeln der Prüfbögen und ihr Transport in einem gesichterten Lkw zu einem Unternehmen, wo ein automatisches Lesegerät die Tests auswertet. Akademiker erhalten zum Testergebnis zusätzliche Punkte. 
Die Aufgaben, für die 11 Menschen gesucht werden, sind die üblichen eines Museumswärters. Erstaunlicherweise handelt es sich bei den nach solchen Prüfungen ausgewählten Mitarbeitern doch manchmal um die Verwandten von irgendwem. Naja, einerlei, wir werden es nie erfahren.    
P.S. und nur für den Fall, dass Euch die Stellen interessiert hätten: die Bewerbungsfrist ist abgelaufen.
P.P.S: Das nächste Mal, wenn Ihr im Prado seid und einen Wärter seht, bedenkt: Dieser Mann bzw. diese Frau, die da so gelangweilt in der Ecke hängt, hat sich gegen sage und schreibe 19.000 Mitbewerber durchgesetzt. Das ist doch schon fast wie ein Olympiasieg. Finde ich.

Renovierung unseres Hauses VII: Die Küche, 14. Tag

Und dann wurde es noch ein paar Mal abend und es wurde noch ein paar Mal morgen und heute ist der 14. Tag. Und heute sieht es so aus:
Bild 1 zeigt die Frühstücksecke. Man kann schön den Fußboden sehen. So sieht er tatsächlich aus. Die Farben sind richtig erfasst. Der Fußboden ist fertig. Die Wände sind ebenfalls fertig. Der neue Heizkörper hängt. 
Blick in die Ballsaalecke, ebenfalls fertig. Leider haben die Handwerker vergessen, die Türrahmen wieder anzubringen.
Die künftige Küchenzeile, ich freue mich schon riesig. Das Fenster muss den ganzen Tag über offenstehen, damit alles trocknen kann, bevor nächste Woche die Küchenmöbel installiert werden.
Am Montag, also morgen, kommt der Tüncher und streicht die Decke.
Dies sind die neuen Lampen. Man nennt sie Downlight. Sie haben LED-Birnchen, was auch immer das sein mag. Das Licht geht sofort an und ist extrem hell, gewöhnungsbedürftig hell. Man wird sehen.
Das ist der Stand der Dinge in der Waschküche. Die Decke muss noch gestrichen werden. Die Wand links, die ich einst gestrichen hatte, hat bei den Arbeiten ganz schön gelitten. Das Loch in der Wand ist für die Abluft des Trockners. Ich werde zumindest den unteren Teil der Wand neu streichen müssen.
Und jetzt kommt einer der Gründe, warum ich in den letzten Tagen keine Zeit zum Bloggen hatte: Ich habe die Bank, die normalerweise in der Frühstücksecke steht, neu gestrichen. Der rustikale Look passt nicht zur neuen Küche. Ich habe also die Bank weiß gestrichen. Ich habe lange gebraucht, um das richtige Weiß auszuwählen, nämlich nicht zu weiß und nicht zu beige. Die Farbe, die ich schlussendlich gewählt habe und in der ich die Bank einmal gestrichen habe, gefällt mir überhaupt nicht. Das Weiß ist mir viel zu weiß, es sieht gar nicht aus wie das Muster auf der Dose. Außerdem wählte ich die Version "Matt", die mir auch nicht gefällt. Naja, was heißt gefällt mir nicht, die Farbe gefällt mir schon, sie passt halt nicht zur neuen Küche.
Ich werde noch zweimal mit einem anderen, glänzenden Weiß drüberstreichen. Ich werde aber warten, bis die Küchenmöbel installiert sind und die Farbe darauf abstimmen.
Vorher
Nachher
Und dann ist es ja auch so, dass nicht alles anderen stehen und liegen bleibt, bloß weil die Küche gemacht wird. Das Gras wächst weiter, und so. Hier ein Blick auf den Rhododendron, der gerade so schön blüht. Dahinter ein Rosenstock, der bald in einem zitronengelblichen Weiß (nein, nicht die richtige Farbe für die Bank) blühen wird. Links der Kastanienbaum, der bestimmt schon zwei Meter hoch ist.
So, jetzt seid Ihr wieder auf dem neuesten Stand. Ich freue mich, dass sich so viele für den Fortgang unserer Renovierungsarbeiten interessieren. Viele Grüße aus unserem kleinen Reich.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Renovierung unseres Hauses VII: Die Küche, 9. Tag

Und es wurde abend und es wurde morgen: der neunte Tag. Und am Ende des neunten Tages sah es so aus:
Bild 1: Die Frühstücksecke. Beachtet, dass die abgehängte Decke bereits angebracht ist!!! Das ging sooo schnell...
Bild 2: Der Scheinballsaal. E. sagte heute früh, die Küche sähe so schön groß und hell aus ohne Möbel; Leute, wir werden unsere Küche trotzdem wieder einrichten, auch wenn der Raum dann kleiner und dunkler wirkt. Große, helle Räume sind nicht alles. Der Dreck auf dem Bild ist, glaube ich, gar nicht auf der Kameralinse. Der schwirrt in der Luft! 
Bei den Bodenfliesen haben wir uns für Ferroker Caldera Venis von Porcelanosa entschieden. Sie sehen aus wie verrostetes Metall. Das hat man jetzt. Ich bin kein Freund davon, jeder Mode hinterherzulaufen, aber diese Fliesen sind sooo schön, die haben meinem Gatten und mir auf den ersten Blick sehr gut gefallen. Hier haben die Handwerker sie probeweise ausgelegt und experimentierten mit verschiedenen Verlegeformen: Quer oder längs (dass ich sie längs wollte, war mir klar), parallel, jeweils auf der Hälfte oder auf einem Drittel (wir entschieden uns für das Drittel), treppenförmig (das fand ich richtig hässlich)... wir entschieden uns für die Form wie oben. Leute, es geht schnell. Die Küchenmöbelhersteller sind bereits benachrichtigt, sie sollen die Ware lieferfertig machen. Ich freu' mich!

White trash im Englischunterricht

Als wir da gestern so beim Mittagessen saßen und unsere in der Mikrowelle aufgetaute Lasagne vom Einwegplastikteller aßen, fiel meinem Sohn der Ausdruck "white trash" ein. Als "white trash" bezeichnen manche in den USA die von Hoffnung auf Besserung ihrer Lage ausgeschlossene weiße Unterschicht, die auf Plastikstühlen in ihren Mobilheimen sitzt und in der Mikrowelle aufgetaute Lasagne vom Einwegteller isst. Ja, white trash lautet die Bezeichnung, zu deutsch "weißer Müll". Der Ausdruck ist sehr hässlich und abwertend und sollte nur zum passiven Wortschatz gehören. Man sollte wissen, was er bedeutet, ihn aber nicht selbst benutzen. Dieses Wort lernt man sicher nicht in der Schule, es gehört zum PRIVATWISSEN, zum unserem privaten Wissen, das niemand bewertet außer wir selbst. Das Wissen, an dem wir uns erfreuen können und an dem wir nach Belieben feilen können. Es steht im Kontrast zum Schulwissen, das von irgendwelchen Säcken geprüft und benotet wird. Selbstverständlich gibt es Kinder und Jugendliche, die genau so verdrahtet sind, wie die Schule dies wünscht, bei denen sich Privatwissen und Schulwissen überlappen, aber das ist nicht bei jedem so.
Da wir beim Thema Englisch sind: In den USA wird Geschichte in der Schule als interessantes Fach unterrichtet. Mein Sohn fand dort Gefallen daran und las freiwillig nach seinem Geschmack zusätzliche Bücher. Er eignete sich ein recht beeindruckendes Wissen an. Zurück in Europa war Geschichte als interessantes Fach natürlich Geschichte. Wie die Europäer das schaffen, ich weiß es nicht. Muss Geschichte als Schulfach wirklich Sch--- sein? Um zu verhindern, dass er sein Interesse komplett verliert, forderte ich ihn auf, streng zwischen seinem Privat- und Schulwissen zu unterscheiden. Geschichtsunterricht in der Schule hat mit Spaß an geschichtlichem Wissen einfach nichts zu tun. Punkt. Es ist eine Formalität, durch die man durch muss.
Im Englischunterricht an bayerischen Gymnasien lernt man in einem der ersten Jahre, wie diese Lederhosen heißen, die Rodeoreiter über ihren Jeans tragen, diese Teilhosen, wisst Ihr, welche ich meine? Fragt mich nicht, wie das englische Wort dafür heißt, ich habe es wieder vergessen. Mein Neffe kennt es. Er kann jederzeit in englischer Sprache über Rodeobekleidung parlieren und hält dieses Wissen für Prüfungen parat. Wir haben jahrelang in den USA gelebt... ich hätte niemals Gelegenheit gehabt, das Wort zu verwenden, falls ich es gekannt hätte. Es gab keine Konversation, in die ich es hätte einflechten können. Echt nicht. Keine. Keine einzige. Null.
"White trash" habe ich dagegen des öfteren gehört. Und das ist Privatwissen. Selbstverständlich muss man das Schulwissen abrufbereit halten, aber das wirklich wichtige für uns als Menschen und nicht als Schüler ist das Privatwissen. Das, was ich im richtigen Leben verwende, das ist mein Privatwissen. "Aha, ich hab' da was verstanden, ja, ich kapiere das", das ist was Schönes! Und da kommt kein Blödi und sagt 2 oder 4. Ich, meins, mein Privatwissen. Yeah.   

Dienstag, 21. Mai 2013

Renovierung unseres Hauses VII: Die Küche, 8.Tag

Rasch noch ein Bild vom frisch ausgebrachten Estrich vom Samstag:
Und es wurde abend und es wurde morgen: der achte Tag. Und am Ende des achten Tages sah es so aus: (am Vormittag des sechsten Tages war Estrich, am siebten Tag Sonntag, Ruhetag, deshalb sind wir schon beim achten Tag)
 Die Scheinballsaalecke, ehemals Scheinwinzlingsecke.
 Die künftige Küchenzeile.
Blick in die Frühstücksecke auf Deckenhöhe. Rechts oben sieht man das Hightech-Laserding, mit dem alles vermessen wird. Das projiziert so eine rote Linie, über die dann ein blauer Faden gespannt wird, der mit irgendwas imprägniert ist und wenn man ihn dann gegen die Wand schnälzen/schnalzen???? lässt, hinterlässt er einen blauen Strich. Hochinteressant!
Ein Blick in die Waschküche.
Ja, es geht voran, Leute. Ich bin zufrieden. Ich mache mir Gedanken über die Holzbank, die in der Frühstücksecke stand. Die passt doch überhaupt nicht zur neuen Küche. Habe ich Euch das überhaupt schon erzählt? Die neuen Küchenmöbel sind so eierschalfarbig oder ganz hell beige, Ihr werdet schon sehen. Beziehungsweise Ihr werdet nicht sehen, denn die Farben sehen im Computer doch deutlich anders aus. Z.B. die Kacheln in der Waschküche sind völlig weiß und glänzend, die in der Küche sind matt und nicht ganz so hell weiß. Auf den Fotos kann man das nicht unterscheiden. 
Habt Ihr Bilder von der Katastrophe in Oklahoma gesehen? Die brauchen sich keine Gedanken mehr über die Farben in ihren Küchen zu machen. Schrecklich.

Montag, 20. Mai 2013

Küche

Als ich heute im Supermarkt an der Kasse stand, habe ich mich ein bisschen geschämt, denn vor mir auf dem Band lagen Tiefkühllasagnen, Dosenbohnen, Pizzen, die man in der Mikrowelle heiß machen kann (die sind erstaunlich knusprig und gar nicht mal so schlecht), Pappteller, Plastikbecher... Ihr wisst, was ich meine. Meine Lieben sind solchen Schrott in solchen Mengen nicht gewöhnt. 
In New York hat die Kassiererin im Laden, in dem ich regelmäßig einkaufte, mal zu mir gesagt: "Bei Ihnen möchte ich gerne eingeladen sein, bei Ihnen gibt es immer gut zu essen. Das sehe ich an den Sachen, die Sie kaufen." Ja, da hätte man sagen können "Dann kommen Sie doch mal", habe ich aber nicht. Als ich einmal Fenchel kaufte, fragte sie mich: "Was machen Sie denn damit?" "Ich dünste ihn in etwas Weißwein, mit etwas Salz und Pfeffer und einem Tröpfchen Olivenöl." Sie schaute mich an als wollte sie sofort mit mir in unsere Wohnung kommen. 
Meine Einkäufe zurzeit sind anderer Natur. Tischgespräch, während wir den Dosenbohneneintopf in uns hineinstopften: Was gibt's zu essen, wenn die neue Küche fertig ist? Womit wird sie eingeweiht? Wir einigten uns auf Paella mit Meeresfrüchten. Zum Nachtisch Flan mit frischen Erdbeeren. Die Vorspeise muss ich mir noch überlegen. Als Aperitif gibt es einen Hugo. Mein Sohn, der heute aus Deutschland angereist ist, hat Holundersyrup mitgebracht, den gibt es nämlich in Spanien nicht. Hoffentlich ist er noch da (mein Sohn), wenn die Küche fertig ist. Für eine Mutter ist es schlimm, wenn sie ihr Kind nicht so verwöhnen kann, wie sie dies möchte. Hoffentlich wird auch das Wetter bald mal besser (naja, viel schlechter kann's nicht mehr werden. Gestern hatten wir zwischen 1º Grad (Tagestiefsttemperatur) und 10º Grad (Tageshöchsttemperatur). Ja, so ist das in Spanien. Der Klimawandel hat uns fest im Griff. Wir haben geheizt und gehen im Mantel aus dem Haus.) Von der Küchenfront gab es gestern natürlich nichts Neues, denn am siebten Tage ruhten die Handwerker. Heute sind vier zur Arbeit erschienen. Am Mittwoch soll die abgehängte Decke angebracht werden, am Donnerstag wollen sie an den Fußboden gehen.

Samstag, 18. Mai 2013

Renovierung unseres Hauses VII: Die Küche, 5. Tag

Und es wurde abend und es wurde morgen: der fünfte Tag. Und am Ende des fünften Tages sah es so aus:
Bild 1 zeigt die Scheinwinzlingsecke. Gell, sie sieht jetzt gar nicht mehr so klein aus? Die komischen Saugnäpfe an den Fliesen sind die neuartigen Befestigungshilfen.
 Bild 2 zeigt die Frühstücksecke.
 Bild 3 den Boden, ebenfalls Frühstücksecke, auf den heute der Estrich kommen soll.
 Auf der Seite der Küchenzeile gibt's nichts Neues. Bild 4 zeigt die Fortschritte in der Waschküche.
Heute früh rückte die Truppe (seit Ende der Abrissphase sind meist drei Handwerker da) an, um den Estrich zu verlegen, damit er über's Wochenende trocknen kann. Nach etwa einer halben Stunde gab es einen Zwischenfall: Die Sicherung flog raus. An sich nichts Ungewöhnliches, aber sie ließ sich nicht mehr rein machen. "WIR hatten gar nichts eingeschaltet" erklärten die Handwerker, und es stimmte. "Das muss an einem eurer Elektrogeräte liegen", behaupteten sie. Ich überprüfte, an welcher Sicherung es lag; es war eine der beiden, die die Bezeichnung "Steckdosen" tragen. Ich bin die Leute, die die Schuld für alles bei sich selbst suchen und begann also, sämtliche Geräte nach und nach vom Netz zu trennen und immer wieder zwischendurch zu versuchen, die Sicherung wieder reinzumachen ... bis mir das zu blöd wurde. Mein Gatte war gerade spazieren. Ich fuhr los und brachte ihn nach Hause, auf dass er mir helfen möge. Mein Gatte ist nicht die Leute, die die Schuld für alles bei sich selbst suchen und er forderte die Handwerker auf, das Problem zu lösen. Sie hatten da auch gleich einen Verdacht, nämlich ein paar Kabel, die sie gerade unter dem Estrich begraben hatten, die ein bisschen beschädigt waren. "Es kann sein, dass die durch den Mörtel ein bisschen feucht geworden sind ...", vermuteten sie. Herr, lass abend werden. Naja, gut, sie entfernten den Mörtel an der betroffenen Stelle wieder und riefen einen Elektriker, der dann auch kam und die Sache in Ordnung brachte. 
So. Es ist jetzt 13.15 Uhr, der Estrich ist komplett ausgebracht, die Kabel sind repariert, die Handwerker sind heimgegangen. Sieht alles ziemlich gut aus, oder?
Auf dem Bild unten könnt ihr die Überreste unserer alten Küche sehen.  
Am Montag geht's weiter. Ich wünsche meinen überraschend vielen Lesern ein schönes Wochenende!

Freitag, 17. Mai 2013

Renovierung unseres Hauses VII: Die Küche, 4. Tag

Und es wurde abend und es wurde morgen: der vierte Tag. Und am Ende des vierten Tages sah es so aus:
Bild 1 zeigt die Scheinwinzlingsecke. Früher standen hier, beginnend in der äußersten linken Ecke des Bildes, die Waschmaschine, darauf die Mikrowelle, darüber ein Oberschrank. Daneben der Kühlschrank mit kleinem Oberschrank, daneben ein Vorratsschrank mit Ausziehfächern. Künftig werden hier stehen: ein Unterschrank, darauf der Backofen, darauf die Mikrowelle, darüber ein Oberschrank. Daneben der Kühlschrank, daneben, wie gehabt, ein Vorratsschrank. Früher wäre ein Kühlschrank neben einem Backofen unmöglich gewesen, heutzutage ist das okay, weil die Geräte so gut isoliert sind. Hat man mir gesagt. Bitte beachtet, dass unten bereits die ersten Kacheln angebracht sind. Juhuu!
Bild 2 zeigt die künftige Küchenzeile. Auch hier gibt's bereits die ersten Kacheln! Die erste Reihe geht am langsamsten, wurde ich informiert, weil sie besonders genau angebracht werden muss. Hier wurde stundenlang mit Lasern gemessen. Richtig hightech, damit am Ende alles in Bezug auf Decke und Boden genau stimmt.
 Die Frühstücksecke:
Die Fliesen werden mit einer neuen Methode angebracht, die unser Baumeister auf einer Messe gesehen hat und die ihn überzeugt hat. Anstelle der kleinen Kreuzchen kommen diese Streifchen zwischen die Kacheln, darauf diese glockenförmigen Verlegehilfen, die dann mit einem Spezialgerät angezogen werden. Sie verhindern, dass die Fliesen beim Antrocknen ihre Position verändern. Ich sagte zum Fliesenleger, dass wir hier nur ungern Versuchskaninchen spielen wollen, aber er informierte uns, dass dies bereits das vierte Mal sei, dass er diese neuen Verlegehilfen einsetzte und dass er davon begeistert sei. Okay, ne? Da wollen wir uns dem Fortschritt mal nicht verschließen.
Wenden wir unseren Blick nun der Decke zu. Auf dem Bild unten seht ihr die neuen Leitungen und die Stelle des Übergangs vom Erdgeschoss in den ersten Stock. Die Decke wird ungefähr zehn, zwölf Zentimeter abgehängt. Die künftige Beleuchtung erfolgt durch Downlight. Was auch immer das sein mag. Man hat das jetzt. Ich bin eigentlich kein Freund von modischen Dingen, denn dann kann jeder sehen: "Aha, die haben ihre Küche 2013 renoviert", aber gut, gell? Lassen wir die Herrschaften mal machen.
So, das war's für heute. Morgen früh, samstag, soll der Fussboden gegossen werden, damit er über's Wochenende trocknen kann. Ich halte Euch auf dem Laufenden. Sind die Fotos wieder okay? Mein Computerbildschirm ist so dreckig, dass ich das nicht beurteilen kann. Wir leben im Staub.