Samstag, 29. März 2014

Gruß aus der Küche: Entrante de Marisco - Meeresfrüchtedip

So, ich habe das Menü aus dem Restaurant letzten Sonntag nachgekocht, bis auf den Arroz de Bogavante, den Reis mit Hummer, weil ich noch keinen gescheiten Hummer gefunden habe. Alles andere wurde gemacht und fotografiert. Beginnen wir heute mit dem Amüs Göll. Okay, ich suche, wie man's richtig schreibt: Beginnen wir heute mit dem Amuse Gueule, dem Meeresfrüchtedip. 
Vor ein paar Jahren war auf der Packung des spanischen Bimbo-Brotes (Pan Bimbo nennt man in Spanien das Sandwich-Brot) ein Rezept für "Entrante de Marisco", das ungefähr so schmeckte wie der Gruß aus der Küche im portugiesischen Restaurant. Ich hatte es mir damals ausgeschnitten und schon öfter gemacht. Rezepte auf Packungen sind normalerweise immer gut und ziemlich unfehlbar, oder? Also, hier ein Blick auf die Zutaten:
2 hartgekochte Eier, 1 Dose Anchovis, 1 kleine Dose Muscheln, abgetropft, 6 Surimi-Stäbchen, 4 Esslöffel Mayonnaise. Alles in eine Schüssel schmeißen und pürieren. Fertig. Praktisch für die Osterzeit: Man bringt zwei hartgekochte Eier unter die Leute. Was macht man mit dieser Creme? Man kann sie als Dip servieren, auf Canapés oder Sandwiches streichen und so weiter. Sehr einfach, gell?
Und so sieht es dann fertig aus, so sah es auch im Restaurant aus:  
 Welches der beiden Fotos gefällt Euch besser?

Dienstag, 25. März 2014

Essen gehen

Wir waren mal wieder essen und zwar in einem portugiesischen Restaurant in unserem Ort in Spanien. Es war uns von Freunden empfohlen worden, wir hatten schon öfter Gutes darüber gehört. Wir hatten reserviert und das war auch nötig, denn die etwa 30 Plätze waren, als wir ankamen, alle entweder besetzt oder reserviert. Die Dekoration entspricht einer etwas gehobenen Dorfwirtschaft: Sauber, weiße Wände mit Balken und alten Schwarzweiß-Fotos aus Portugal. Schlicht und schön.
Die Bedienung war sehr ansprechend: Eine ältere Dame empfing uns und führte uns zu unserem Platz. "Waren Sie schon einmal hier?" fragte sie. "Nein," antworteten wir. Sie erklärte uns nun ganz ausführlich die Speisekarten und welches ihre Spezialitäten seien usw.
Wir waren zu viert und bestellten als Vorspeise Buñuelos de Bacalao (Kabeljaukrokettchen) und als Hauptgericht einen Arroz con Bogavante, einen Reis mit europäischem Hummer, das ist ein Gericht, das hier zurzeit sehr in Mode ist. Wir rechneten nicht damit, Nachspeisen zu bestellen, denn in portugiesischen Restaurants in Portugal sind die Portionen normalerweise riesig. Die Omi (man fühlte sich wirklich, als wäre man bei einer besonders lieben Omi zu Gast) wies uns darauf hin, dass das Reisgericht speziell für uns zubereitet würde (der Laden ist für seinen Reis berühmt) und dass das etwa 25 Minuten dauern würde. Das war uns recht.
Eine junge, schweigsame Bedienung brachte uns einen Gruß aus der Küche in Form von winzigen Glasschüsselchen mit jeweils eineinhalb Teelöffel Creme de Mariscos, Meeresfrüchtencreme, in denen kleine, gewürzte Brotstangen steckten. Das war lecker, nett und witzig. 
Wie Ihr wisst, kommt in Portugal vor dem Essen normalerweise Brot und statt Butter eine Anchoviscreme oder eine Thunfischcreme auf den Tisch. Die Creme ist manchmal in Portiönchen abgepackt, so, wie die deutschen Marmelädchen, nur ein bisschen größer. Hier war sie frisch gemacht. 
Dann kamen die Kabeljaukrokettchen zu 11,95 Euro. Auf der iberischen Halbinsel geht man normalerweise davon aus, dass Vorspeisen zum Teilen sind und nicht jeder Esser eine hat. Es waren also sechs Krokettchen, die um zwei Salatblätter und zwei Tomatenscheiben herum lagen. Gemäß der neuen EU-Verordnung wurden dazu Essig und Öl statt in Flaschen in eingeschweißten Einzelportionen serviert. 
Wenn man sieht, dass da vier Esser sitzen, wie kann man denn da sechs Krokettchen bringen? Kann man da nicht aus Gnade und Barmherzigkeit noch zwei dazu legen??? Oder man berechnet sie. Naja gut, bei einem Preis von zwei Euro pro Krokettchen wären wir da ja schon bei 16 Euro für acht kleine Krokettchen. Wie waren sie im Geschmack? Normal. Es fiel mir allerdings auch schwer, mich auf den Geschmack zu konzentrieren, denn es war etwas peinlich, die Krokettchen aufzuteilen, das hatte so etwas Armseliges, und dann kam noch der Kampf mit den verschweißten Essig- und Öltütchen hinzu.
Dann wurde das Hauptgericht serviert. Wir hatten noch nie zuvor Arroz con Bogavante gegessen und freuten uns darauf. Hummerbesteck wurde gebracht, die Vorfreude stieg. Der Preis des Gerichts für vier Personen: 49,95 Euro. Eine große Schüssel wurde gebracht, in der sich der Reis und ein sehr kleiner, in vier Teile geteilter europäischer Hummer befanden. Der Koch kam aus der Küche und servierte persönlich stolz den Reis und den Bogavante. Das war eine nette Geste. Um es kurz zu machen: Der Hummer war völliger Müll. Er war total zerkocht ... ich weiß gar nicht, wie man den so hinbringen kann. Es war, als hätte er vorher ein, zwei Jahre uneingepackt in der Tiefkühltruhe verbracht, aber das kann ja wohl nicht sein, denn dieses Gericht ist eine der Spezialitäten des Hauses. Auf jeden von uns kamen etwa eineinhalb Kaffeelöffel ausgelaugtes Hummerfleisch. Für unsere 50 Euro hatten wir also praktisch nichts anderes als eine Schüssel voll Reis. Völlig zerkochten, versalzenen Reis. Billigen Langkornreis. 
Der Koch hatte uns erklärt, dass er seinen Reis in einer speziellen Fischbrühe gekocht und mit Cilantro/Koriandergrün gewürzt habe. Cilantro ist ein sehr intensiv schmeckendes Kraut, das so ähnlich aussieht wie Petersilie und das ich sehr gerne mag. Ich konnte dieses Gewürz im Arroz con Bogavante nicht erschmecken. Gar nicht. Auch nicht, als ich wusste, dass es drin war. Im Reis waren winzige, also wirklich winzige, Elemente, die wie Bruchteile von getrocknetem Dill aussahen. Da das Gericht auch nicht nach Dill schmeckte, nehme ich mal an, dass es sich dabei um den Cilantro handelte.
Ihr wisst, dass ich mild und auch salzarm koche, dass ich also leicht schon mal was für "Versalzen" erkläre. Aber dieses Gericht war völlig versalzen. Wir haben sogar einen objektiven Beweis dafür: Am nächsten Vormittag, als der Körper das durch das Salz eingelagerte Wasser anscheinend wieder freigab, mussten mein Sohn und ich pinkeln wie die Weltmeister, bei meinem Gatten trat dieser Effekt gegen Abend ein. Und wieso war der Reis denn zerkocht??? Wir saßen doch am Tisch und warteten darauf. Da hätten sie ihn doch einfach fünf (oder zehn!!!) Minuten eher gebracht. Und wie kann man denn für ein Gericht, bei dem der Reis derartig im Mittelpunkt steht, einen so minderwertigen Reis verwenden??? Das ist am falschen Ende gespart.
Als wir mit dem Arroz con Bogavante fertig waren und sich kein Reiskorn mehr in der Schüssel befand, sagte mein Gatte: "So, und jetzt ein schönes Steak!" Hahahaha.
Den Gefallen haben wir den Wirtsleuten aber nicht getan und bestellten stattdessen noch eine Nachspeise, und zwar Baba de Camelo, Kamelsabber, ein Dessert, das anscheinend in Portugal grad groß in Mode ist. Der Name ist irreführend, es ist lecker. Ich habe schon das Rezept dafür gefunden, ich werde Euch mehr davon erzählen.
Zusammenfassung: Die Bedienung war erstklassig. Dass der Koch aus der Küche kommt, um zu servieren, das war eine gute Idee. Die Krokettchen waren widersinnig, der Reis war schlecht. Der Nachtisch war lecker. Vorspeise und Hauptgericht waren heillos überteuert. Schade. Gesamtpreis: 105 Euro, ungefähr das Doppelte von dem, was ich für angemessen gehalten hätte. Ich werde das komplette Gericht nachkochen, aber ordentlich, und Euch Infos dazu hochladen.

Sonntag, 23. März 2014

Frühlingsanfang

Ja, der Frühling hat angefangen und auch an unserem Garten geht er nicht spurlos vorbei... 
Hier ein paar Bilder:
                                                               
  SAKURA!!!


Zahllose Bienen umschwirren den Baum und abends duftet er herrlich.
Unser japanischer Kirschbaum hat eine Besonderheit: Er war jahrelang der einzige in unserer Siedlung, der nicht blühte. "Nicht blühte" im Sinne von keine einzige Blüte. Aber das holt er jetzt alles nach. Er blüht wie bekloppt. 
 Hier noch eine Nahaufnahme
Und die Osterglocken stehen in voller Pracht... 
 Letztes Jahr hatten wir über 150 Blüten, dieses Jahr habe ich sie noch nicht gezählt, es dürften aber ungefähr genauso viele sein.
Allgemeiner Blick auf unseren Vorgarten. Die Forsythie links müsste mal von unten heraus verjüngt werden. 
Und auf unseren hinteren Garten. Diese beiden Bäume stehen auf dem Nachbargrundstück, wir dürfen sie aber trotzdem betrachten.

Dienstag, 18. März 2014

Der Chinese ist weg

Ja, Leute, der Chinese ist weg. An meine alten Blogeinträge, in denen ich Euch davon erzählte, dass der Chinese kam, werdet Ihr Euch nicht mehr erinnern, und jetzt ist er weg. Ich fasse deshalb kurz zusammen: In unserer etwas abgelegenen Siedlung in Spanien gab es sei eh und je ein Lebensmittelgeschäft, das früher sehr gut lief und seine Besitzerin reich machte. Dann wurde unsere etwas abgelegene Siedlung systematisch von Supermärkten umstellt. Es begann mit einem Leclerc, es folgte ein Día, dann ein Aldi, ein Mercadona, und schließlich ein guter Lidl mit angeschlossenem schönem Fischladen. Die erfolgreiche Gründerin des Supermarktes warf das Handtuch schon kurz nachdem der Leclerc aufgemacht hatte. Anschließend hatte der Laden einen Pächter nach dem anderen. Wenig überraschend machten alle pleite.
Nun gibt es in unserer Siedlung, abgesehen von den Leuten, denen der Supermarkt wurscht ist, zwei Fraktionen: die einen wollen, dass das Lädchen bleibt, weil es so praktisch ist und in Gehweite. Die andere Fraktion hasst die Vermieterin des Lädchens, die ihre Pächter regelmäßig abzockt, und wünscht deshalb ein rasches Scheitern der hoffnungsvollen Geschäftsleute, damit der Laden leer steht und der Besitzerin keine Einnahmen generiert.
Vor zwei Jahren ungefähr kam nun der Chinese, der sein Geschäft in chinesischer Weise führte: an jedem Tag praktisch rund um die Uhr geöffnet. Nee, ich übertreibe ein wenig. Er hatte, glaube ich, von morgens um zehn bis abends um elf geöffnet, an allen Tagen, nur sonntags nachmittags hatte er, glaube ich, geschlossen.
Sein Sortiment hatte natürlich wenig mit dem Sortiment der alten Besitzerin gemeinsam, die frischen Fisch, bestes Fleisch und herrliche Früchte anbot, weil sie genug Kunden hatte, die ihr die Waren jeden Tag abnahmen.
Der Chinese hatte keinen frischen Fisch. Das einzige Fleisch, das er in der Auslage liegen hatte, war Hähnchen, das er vorher bei Lidl geholt hatte. Der geringe Umsatz ermöglichte es auch nicht, reichlich schönes Obst und Gemüse zu bevorraten.
Ich hatte mir echt und ernsthaft vorgenommen, gar nicht erst anzufangen beim ihm einzukaufen, weil ich fürchtete, dass er nett war und dass es mir dann leid tun würde, wenn er, wie vollkommen absehbar, pleite machen würde. Ich ging dann aber doch hoch und er erwies sich als sehr nett und hatte eine sehr nette Familie. Ich war diejenige, die ihm verriet, dass vor ihm schon x andere Leute mit dem Lädchen gescheitert waren, das hatte ihm die Vermieterin nämlich nicht erzählt und sonst auch keiner. Ich war diejenige, die ihn darauf hinwies, dass sein Scheitern unausweichlich war. 
Früher hatte man hoch gehen können, wenn man nicht wusste, was man kochen sollte. Man schaute, was es Leckeres gab und richtete den Speiseplan danach. Zum Chinesen ging ich nur wenn ich frisches Hähnchen für meinen Arroz con Pollo wollte. Dann konnte man sich auf das frische Hähnchen auch nicht mehr verlassen. "Ich habe tiefgefrorene Hamburger," sagte er mir einmal verlegen, aber tiefgefrorene Hamburger sind ein Produkt, das mir nicht in die Küche kommt (Nee, auch nicht im Notfall. So einen Notfall, in dem man tiefgekühlte Hamburger benötigt, gibt es in meiner Welt nicht.) Darauf, dass das Gemüse immer frisch war, konnte man sich auch nicht verlassen, und darauf, dass er einen Krautkopf hatte, wenn man einen wollte, auch nicht.
Ich schämte mich in Grund und Boden, wenn ich in den Laden ging und nichts von dem, was ich wollte, war verfügbar (z.B. eine rote Paprikaschote und eine Zitrone). Also hörte ich auf, bei ihm zu kaufen.
Und dann war er vor drei Wochen von einem Tag auf den anderen verschwunden, der Laden zu. Er hatte den letzten Kunden eine rührselige Geschichte erzählt und seiner Vermieterin, die am nächsten Tag noch ein paar der verderblichen Lebensmittel verkaufte, versprochen, er würde bald wiederkommen. Auf rührselige Geschichten, die mit der Familie zu tun haben, fahren die Spanier total ab. Da wird echt alles geglaubt. Da hat unser Chinese die spanische Mentalität völlig korrekt eingeschätzt. 
"Ich kann heute nicht zur Arbeit kommen. Meine Großtante hat leichtes Fieber und ich muss sie zum Arzt begleiten," ist in Spanien Standard, insbesondere unter Beamten und auf dem Land. Alles andere würde als Grausamkeit gegen einen älteren Menschen empfunden. Das Leben und das letzte Hemd für die Familie zu opfern, das ist das Mindeste, was erwartet wird.
Und da hat unser in Rede stehender Chinese also so eine Geschichte erzählt. Und sie wurde von jedem, mit dem ich gesprochen habe, geglaubt. Ich habe mit etlichen/vielen Leuten gesprochen und ich habe das Gefühl, alle haben ihm die Geschichte geglaubt. Aber bei mir kam meine deutsche Mentalität durch, die deutsche Härte, die in Spanien gar nicht gut ankommt. Ich habe dem Chinesen die Geschichte nicht abgenommen. Ein Chinese schaltet seinen Verstand in wirtschaftlichen Dingen nicht völlig ab, da steht er dem Deutschen näher als dem Spanier, glaube ich zumindest. Der Chinese (Ist Euch übrigens schon mal aufgefallen, wieviel Ausländer investieren müssen, an Zeit, an Freundschaft, bevor sie nicht mehr der Chinese, der Türke oder die Deutsche sind? Bevor sie einen Namen bekommen und ihre Herkunft zweitrangig wird??? Der Chinese hatte einen Namen.), der Chinese also, dessen Namen ich hier nicht herschreiben möchte, weil ich denke, irgendwann mal findet jemand, der mich hier kennt und der deutschen Sprache mächtig ist, zufällig meinen Blog und dann möchte ich nicht wie ein völliger Depp dastehen -, der Chinese also, muss völlig ruiniert sein. Die Miete, die er für den schrottigen Laden zahlte, war abartig hoch. Dazu kommen noch sonstige Kosten und Sozialabgaben ... Ich hatte seiner Vermieterin einmal, als ich sie beim Spazierengehen traf, gesagt, dass die Miete unmöglich hoch sei und dass ich mir nicht erklären könne, wovon ihr Mieter lebt. "Er kann die Miete bezahlen, also ist sie nicht zu hoch," antwortete sie mir. "Und außerdem können chinesische Familien von 300 Euro im Monat leben," sagte sie mir. Leute, ich hätte ihr irgendwie Kontra geben müssen, den Chinesen verteidigen müssen, aber ich bin total auf den Mund gefallen. Mir fällt da keine Antwort ein. Ich sage dann feige: "Naja, so wird's wohl sein."
Und jetzt ist er weg, der Chinese. Sein Lieferwagen steht noch vorm Laden.
Eine Freundin von mir war bei der Vermieterin, um die Schulden, die sie im Laden hatte, zu begleichen. Es ist nämlich so, dass in unserer Siedlung viele Leute wohnen, die Haushälterinnen haben und die Haushälterinnen gehen dann einkaufen, bezahlen aber nicht, und die Herrinnen gehen von Zeit zu Zeit, wenn ihnen der Sinn danach steht, in den Laden und bezahlen. Meine Freundin hat erzählt, sie hätte bei der Vermieterin einen ganzen Packen unbezahlter Schuldscheine gesehen. Die Vermieterin hat ihr gesagt, sie wüsste nicht, was sie machen sollte, wenn bald die Stromrechnung käme, die wäre nämlich sehr hoch und wenn sie sie nicht bezahlen würde, würde der Strom für die Kühlvorrichtungen abgestellt. Sie glaubt die Geschichte des Chinesen und seiner Rückkehr. Ich bin echt die Einzige, die glaubt, dass sich dieser Mann und seine Familie nicht mehr blicken lassen werden. Wir werden sehen.

Donnerstag, 6. März 2014

Lustiger Wortwechsel

Mein Sohn erzählte, dass ein Bekannter von ihm morgen ein Vorstellungsgespräch als Schweinebesamer hat. Daraufhin fiel meinem Gatten einer seiner alten Lieblingswitze wieder ein. Für den Fall, dass Ihr den Witz noch nicht kennt: Ein Mädchen führt einen Stier einen Weg entlang. Ein Mann kommt entgegen und fragt: "Wo gehst du denn hin mit dem Stier?" "Der soll die Kuh besteigen", antwortet das Mädchen. "Kann das nicht dein Vater machen?" empört sich der Mann. "Nein, es muss der Stier sein", entgegnet das Mädchen. Hahahahahahahahahahaha. Gut, ne?

Dienstag, 4. März 2014

Immobilienpreise in Spanien: Die Bodenbildung

Ja, liebe Freunde, ich habe schon ewig nichts mehr über den spanischen Immobilienmarkt geschrieben, Ihr habt Euch vielleicht gewundert. Aber ich sage Euch wieso: Bei uns laufen Irre durch die Straßen und murmeln wirre Zahlen. Das findet Ihr interessant. Bei uns laufen Irre durch die Straßen und murmeln wirre Zahlen. Das findet Ihr interessant. Bei uns laufen Irre durch die Straßen und murmeln wirre Zahlen... Deshalb. Das war eine Kurzbeschreibung des spanischen Immobilienmarktes in den letzten Jahren.
So, also. Wie immer vom Allgemeinen zum Besonderen, Zahlen und Graphik, wie immer, von www.fotocasa.es:
grafica
Ich empfehle Euch diese Website, da könnte Ihr Euch auch die Preise für bestimmte Zeiträume und bestimmte Gegenden anschauen. 
Preisrückgang seit der Spitze im April 2007: 41,3 Prozent. HALLO!!! Habt Ihr das gelesen? 41,3 Prozent. Happig, ne? Derzeitige Fallgeschwindigkeit: um 0!!! Sollte das tatsächlich die Bodenbildung sein? Ich glaub's nicht. Ich glaube, es handelt sich höchstens um einen vorläufigen Boden, denn die jungen Menschen mit ihren reduzierten Löhnen können auch die um 40% reduzierten Preise nicht stemmen. Zumal zu jedem Kaufpreis noch knapp fünfzehn Prozent an Steuern, Gebühren etc. hinzukommen. Es gibt noch mehrere andere Gründe, aus denen ich glaube, dass der endgültige Boden nicht erreicht ist, die alle aufzuzählen würde aber zu weit führen (Immigranten verlassen das Land wieder, Spanier müssen das Land verlassen, um Arbeit zu suchen, umgekehrte Bevölkerungspyramide, massenhaft Einzelkinder, die Wohnungen erben etc., etc.).
So, und nun lasst mich zu den Immobilien kommen, die ich seit drei Jahren gemeinsam mit Euch beobachte (Ihr könnt rechts auf "Immobilien in Spanien" klicken, um die alten Einträge zu lesen). 
Der Grund, warum ich das Thema Immobilien heute aufgegriffen habe, ist, dass am 1. März mal wieder ein Haus wie unseres auf den Markt gekommen ist. Geforderter Preis: 270.000 Euro. Meiner Meinung nach ist das "priced to sell", wie die Amerikaner sagen, also ein für den Käufer interessanter Preis. Ich würde es zu diesem Preis aber auch nicht kaufen, denn, wie gesagt, meiner Meinung nach ist noch deutlich Luft nach unten. Der Rekordpreis, zu dem ein derartiges Haus hätte verkauft werden können und um ein Haar verkauft worden wäre, war 400.000 Euro. Warum ging die Transaktion in die Hose? Die potenziellen Käufer schauten sich das Haus an, einigten sich mit den Verkäufern auf 400.000 Euro und ließen dann vier Wochen nichts mehr von sich hören. Dann kamen sie und wollten den Kauf unter Dach und Fach bringen. Da wollten die Verkäufer aber schon 480.000 Euro. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Die Käufer wendeten sich empört ab und das war's dann auch schon. Das in Rede stehende Haus war zuletzt für 360.000 Euro auf dem Markt, da wollte es aber auch keiner. Die Verkäufer haben es vom Markt genommen, weil es 360.000 Euro wert ist und niemand bereit ist, diesen Preis zu zahlen. Dieses Haus ist aufgrund ausgeführter Verbesserungen wohl 20-30.000 Euro mehr wert als das, das jetzt für 270.000 Euro angeboten wird. Also, dies zum Thema "Häuser wie unseres".
Der Immobilienmakler, mit dem ich im Juni 2012 gesprochen habe, Link hier, im Juni 2012 also, als in der Innenstadt 400 Immobilien mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 3500 Euro angeboten wurden, und der behauptete, dass die Preise in der Innenstadt nicht sinken würden, hat seine Pforten geschlossen. Zurzeit werden ebendort 490 Immobilien zu einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2800 Euro angeboten. Einfach zu berechnen, ne? Das ist ein Minus von genau 20% beim Preis und ein Plus von über 20% beim Angebot. In nicht einmal 2 Jahren. Wow.
Und was ist aus unseren beobachteten Immobilien geworden? Kurzfassung: In den letzten drei Jahren wurde keine einzige davon verkauft. An den Reihenhäusern ist kein Schild, keins wurde verkauft. An der Wohnung mit der Festbeleuchtung ist auch kein Schild mehr, sie wurde aber auch nicht verkauft (Preis von 98.000 runter auf 59.000, wollte sie auch keiner, also wieder rauf auf 98.000, dann wurde sie vom Markt genommen). 
Das Haus unserer Bekannten wurde auch nicht verkauft, hat aber noch sein "Se Vende"-Schild, denn sie wollen es wirklich loswerden.  
Leute, ich hab' gerade noch mal gecheckt: Das Haus wie unseres kostet auf einer anderen Webseite nur 250.000!!! Das ist wirklich billig im Vergleich zu den übrigen auf dem Markt befindlichen Objekten. Kauft's, bevor's weg ist! (Spässle) Ich glaube, dieses Haus gehört einer Freundin meiner Nachbarin. Es kann sein, dass ich herausbringe, wie viel dafür gezahlt wurde, falls es irgendwann tatsächlich den Besitzer wechseln sollte. Es ist auf jeden Fall das preisgünstigste Objekt von allen, die in unserem Ort angeboten werden. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, aber Ihr seht ja, da gibt es nicht viel auf dem Laufenden zu halten, obwohl 250.000 wirklich relativ billig ist. Wenn etwas wirklich relativ billig ist, wird es normalerweise schnell gekauft. Ya veremos. 
Ein anderes Haus in unserer Straße, das deutlich größer und moderner und luxuriöser als unseres ist, hat folgenden Preisverlauf hinter sich: Vor vielen Jahren (zehn?) wurde es gebaut und für 600.000 Euro auf den Markt gebracht. Niemand wollte es. Der Verkäufer verzweifelte fast und bot es schließlich vor ein paar Jahren (vier?) für 400.000 Euro "zum Selbstkostenpreis" an. Jetzt steht es wieder für 550.000 Euro im Internet. Interessant, ne? That's Spain for you.

Dienstag, 25. Februar 2014

Kommunionkinder 2014 - Das fand ich interessant

Am Sonntag wurden im Gottesdienst die Kommunionkinder des Jahres 2014 vorgestellt. Die Präsentation stand unter dem Motto "Unser Weg durch das Leben". Die Kinder hatten ein paar Rucksäcke, Schlafsäcke, Wanderschuhe etc. dekorativ angehäuft und sollten nun dem Pfarrer ein paar Fragen beantworten, was alle auch pflichtschuldig taten. Bis auf einen Jungen: "Möchtest du, dass Jesus dich auf deinem Weg durchs Leben begleitet?" fragte der Pfarrer. "Nein", antwortete der Kommunionbub. "Willst du den Weg gehen, den Gott dir aufzeigt?" hakte er nach. "Nein", antwortete das Kind. Überraschtes Schweigen, dann leises Lachen der Gemeinde. Dem Pfarrer blieb offensichtlich die Sprache weg. Er hatte ja auch wirklich mit einem Heimspiel rechnen dürfen. Vielleicht hätte er mal in die Runde fragen sollen: "Gibt es hier noch jemanden, der die Begleitung Jesu nicht wünscht?" 
Selbstverständlich war es richtig, das Kind, die Eltern und die Katecheten nicht weiter zu befragen, aber der Zwischenfall hätte doch interessante Möglichkeiten geboten, die leider ungenutzt blieben.

Sonntag, 9. Februar 2014

Vorbeiene Krise in Spanien - Ich weiß nicht, das ist mir nicht bekannt, ich habe meinem Mann vertraut

Die spanische Königstochter Cristina wird des Steuerbetrugs und der Geldwäsche beschuldigt. Gestern hat sie vor Gericht ausgesagt. Und zwar folgende Worte: "Ich weiß nicht", "Das ist mir nicht bekannt" und "Ich habe meinem Mann vertraut". So antwortete sie auf ein paar hundert Fragen. Auf dem Weg ins Gericht zeigte sie ein strahlendes Lächeln. Sie muss nichts befürchten. Ihr größter Verteidiger ist der Staatsanwalt. Er fragte sie: "Wissen Sie, warum Sie wegen Steuerbetrugs vor Gericht stehen?" "Nein", antwortete sie. "Ich auch nicht", sagte der Staatsanwalt. Hahahaha, oder? Als sie aus dem Gericht kam, strahlte sie noch mehr. Ihr Anwälte lobten sie und sagten, ganz sicher sei es ihr gelungen, das Volk von ihrer Unschuld zu überzeugen.
Ich weiß nicht, wie ihr Grinsen im zornigen Volk angekommen ist. Ich glaube nicht, dass sie als Sündenbock hingestellt wird, sie ist vielmehr ein Symbol. Die Monarchie soll doch ein Symbol für den Staat sein, oder? Und das ist sie ja: Steuerbetrug, Geldwäsche.Volksvermögen in die eigene Tasche stecken.
Und das Symbol antwortet nun symbolisch, es wüsste von nichts und überhaupt. 
Warum entschuldigt sie sich wohl nicht? Warum zahlt sie die unrechtmäßig erworbenen Gelder nicht zurück? Fragen über Fragen. 

Freitag, 7. Februar 2014

Hurra! Die Krise in Spanien ist vorbei!

Ja, Leute, die Krise in Spanien ist vorbei. Endlich! Die größte spanische Bank, die Banco Santander, hat im vergangenen Jahr einen Reingewinn von 4,37 Milliarden Euro erzielt. Ich darf mal rasch aus einem Artikel im manager magazin online zitieren: "Gestützt wurde das Ergebnis [...] vom guten Geschäft mit spanischen Staatsanleihen. Die Banken des Landes profitieren davon, dass sie billig Geld von der Europäischen Zentralbank bekommen, das sie dann in höher verzinste Anleihen ihres Heimatlandes stecken." Hier ist der Link. Die zweitgrößte spanische Bank, BBVA, hat es auch auf 2,22 Milliarden Gewinn gebracht. Wahrscheinlich mit derselben Methode. Als Laie in wirtschaftswissenschaftlichen Sachen fragt man sich, warum die EZB das Geld nicht direkt dem spanischen Staat gibt, warum die Banken Milliarden dafür kassieren, dass sie das Geld weiterreichen. Mit Politikern oder ihren Verwandten und Bekannten in Bankenaufsichtsräten kann das nichts zu tun haben, oder? Naja, iss egal.
Auch von der Beschäftigungsfront gibt es gute Nachrichten: Im Januar ist die Zahl der Arbeitslosen in Spanien um 184.000 gestiegen. Das ist der niedrigste Anstieg in einem Januar seit sieben Jahren. Es geht überall aufwärts. Auch unsere Stromrechnung ist mittlerweile in schwindelerregende Höhen gestiegen. Für die vergangenen zwei Monate haben wir 175 Euro bezahlt. Für Spanien ist das sehr hoch, denn im Jahr 2008 haben wir für zwei Monate noch 70 Euro bezahlt (ich habe mir extra die Mühe gemacht und eine alte Stromrechnung gesucht). Ich habe mit ein paar Bekannten über die Höhe ihrer Stromrechnung gesprochen und sie wussten alle genau was sie bezahlt hatten, alle waren geschockt gewesen, als sie die Rechnung gesehen hatten. Sie haben zwischen 112 Euro (alleinstehende Witwe) und 200 Euro (Vater, Mutter, zwei Kinder) bezahlt. Bitte bedenkt, dass diese Leute seit 2008 deutliche Einkommenseinbußen hingenommen haben, bei deutlicher Erhöhung aller Steuern und Gebühren. 2014 soll der Strom nochmal teurer werden. Die Renten sollen um 0,25 Prozent steigen. Wie gesagt, es geht an allen Fronten doooiiitlich aufwärts. Vielleicht sollten wir uns auch mal ein paar Milliarden für 0,25 Prozent bei der EZB leihen und dann für 4,25 Prozent an den Staat weiterverleihen ... das wär' doch was, oder? Okay, Milliarden sind zu viel, aber bei einer Million wäre das auch schon ein Gewinn von 40.000 Euro pro Jahr...

Montag, 3. Februar 2014

Ich habe echte französische Madeleines gebacken!

Tadaaa! Da sind sie:
Im Supermarkt waren die entsprechenden Silikonbackformen für 5 Euro zu haben, da habe ich zugegriffen. Ich finde diese Madeleines zum Tee sooo elegant, deshalb hatte ich schon lange nach den Förmchen Ausschau gehalten. 
Und dann benötigte ich natürlich noch ein echt französisches Rezept und wie immer, wenn es echt französisch sein soll, begab ich mich zu Aurélies Blog http://www.franzoesischkochen.de/. Kennt Ihr diesen Blog? Ich finde ihn toll. Die Fotos sind wunderschön und Aurélie schreibt so lieb, eine gute Inspiration. Hier ist der Link zu Aurélies Madeleine-Rezept. Ich fasse mal rasch zusammen (mit meinen Änderungen): 3 Eier mit 120 g Zucker und 1 Esslöffel Honig mit der Küchenmaschine schlagen bis hellgelb. 100g Mehl mit 50 g gemahlenen Mandeln, 1 Teelöffel Backpulver und einer Prise Salz mischen und zugeben. 125 g geschmolzene Butter und 2 Esslöffel Rosenwasser oder Orangenblütenwasser, Amaretto, Cointreau oder sonst irgendein Aromawasser oder Likör ebenfalls unterrühren. Man kann auch mit abgeriebener Orangen- oder Zitronenschale würzen. Oder Kokos statt gemahlenen Mandeln? Leute, vielleicht auch mit ganz fein gehacktem kandiertem Ingwer??? Cointreau, Orangenschale und ganz dünner Schokoguss???  Den Teig vor dem Backen 10 Minuten ruhen lassen. Die Silikonform mit etwas Öl auspinseln und ein ganz kleines bisschen Zucker hineinstreuen. Den Teig hineingießen. Achtung, der Teig geht auf, jedes Förmchen nur zu 3/4 füllen. 15 Minuten bei 150º Grad im Umluftherd backen. Mit Ober- und Unterhitze 5 Minuten länger. Ich werde diese Dinger oft backen, ich sehe es kommen. Die Konsistenz ist himmlisch!
Dieses Rezept weist Änderungen im Vergleich zu Aurélies Rezept auf, das Originalrezept könnt Ihr ja oben anklicken. Ich habe aber auch, wie eine Kommentatorin des Rezepts, beobachtet, dass die zweite Ladung, die ja warten musste, während die erste buk, sich leichter verarbeiten ließ und besser wurde. Deshalb empfehle ich die Ruhezeit für den Teig, die es bei Aurélie nicht gibt. Sie empfiehlt auch nicht, die Förmchen einzufetten, aber da meine erste Ladung ein bisschen anhing, kam ich von selbst darauf. Yeah, gell? Ansonsten ist das Rezept wunderbar und geht super schnell. 

Montag, 27. Januar 2014

Preppers - Bereit für den Wasserausfall


So sieht es im Moment (14.00 Uhr) aus. Meint Ihr, das wird heute noch was mit der Wiederherstellung der Wasserversorgung? Ich konnte das Foto ungestört machen, die Arbeiter waren wohl gerade in der Mittagspause.
Wir haben mal wieder einen Wasserausfall in unserer Siedlung in Spanien. Ich muss Euch sagen, ich bin es langsam leid. Gerade habe ich wieder einen Eimer Wasser aus unserem Springbrunnen die Treppe hoch getragen, um die Toilette nachzuspülen.  
Was ist diesmal passiert? Der private Wachdienst, der hier nachts seine Runden dreht, bemerkte, dass Wasser die Straße herunterlief und benachrichtigte den privaten Wasserversorger, der dann gleich und ohne jede Vorwarnung den Hahn zudrehte. Dadurch hatten wir keine Gelegenheit, unsere Badewannen zu füllen und standen morgens ohne Waaassserrr!!! da. Ich hatte, wie ich Euch erzählt hatte, beim vorvorherigen Wasserausfall viele Kanister gekauft UND DAS WAR EINE SEHR GUTE IDEE, als ich dann aber die Garage aufräumte, dachte ich: "Ba, die nehmen so viel Platz weg, ich schmeiß' sie fort bzw. ich führe sie zurück in den Wertstoffkreislauf." Was ich dann auch tat. Gott sei Dank hat es in den letzten Tagen und Wochen viel geregnet und unser Springbrunnen ist voll. Wir sind zu viert im Haus. Bei meiner Freundin sind sie zu acht.
Mein Gatte hatte seine Schwester und ihre Familie zum Mittagessen eingeladen. Der Wasserversorger versicherte, dass wir zum Nachmittag wieder Wasser haben würden, also verschob er die Einladung auf den Abend. Aber nachdem wir die Baustelle persönlich inspiziert haben (siehe Bild oben), besteht unserer Meinung nach kaum Hoffnung auf Wiederherstellung der Wasserversorgung am heutigen Tag und er hat sie mittlerweile ganz ausgeladen.
Leute, Preppers sind keine totalen Knallköpfe. Ich werde wieder Kanister kaufen und ich werde sie nicht wegschmeißen, auch wenn sie Platz wegnehmen!!! Ich hatte mir auch vorgenommen, eine große Regentonne zu kaufen, das habe ich auch nicht gemacht. Hier hatte ich schon einmal verschiedene Tipps für mich selber zusammen gefasst, an manche hatte ich mich gehalten, an andere nicht. 
Es werden hier übrigens gerade Gasleitungen verlegt und auch deshalb ist es ja ziemlich logisch, dass die Wasserversorgung immer mal wieder unterbrochen ist, weil die Gasleute Wasserleitungen beschädigen. Oder ist das nicht logisch? Kann es sein, dass es auch anders ginge? Da ich selbst es nicht besser machen könnte, muss ich wohl schweigen. Mein Gatte meint, solange der Gasanbieter nicht fertig ist mit Rohre verlegen, sollten wir unsere Maßnahmen für Wasserausfälle aufrecht erhalten, also Wasser lagern, Plastikteller bevorraten, feuchte Läppchen zum Hände reinigen bereit halten, etc. So, das war mal wieder ein Blogeintrag zum Dampfablassen. Neulich hatten wir übrigens auch einen Gasausfall, da fiel die Heizung aus. Gott sei Dank haben wir jedoch unseren Kaminofen und Holzvorräte etc., sodass uns das so ziemlich egal war. Preppers rule!
P.S.: Wie ging es weiter? Das Loch, das Ihr oben seht, war an der falschen Stelle. Ein neues Loch wurde gegraben, das war auch falsch. Dann wurde eine Verbindung von Loch B zu Loch A gegraben und die richtige Stelle gefunden. "Und wie soll das jetzt weitergehen?" fragte S. die Handwerker. S. ist ein Anwohner unserer Straße, der früher viel zu sagen hatte und wohl immer noch Autorität verströmt, obwohl er im Ruhestand ist. "Wir arbeiten bis zum Einbruch der Dunkelheit, dann gehen wir und kommen morgen wieder," antworteten die Handwerker. "Ihr holt Scheinwerfer und arbeitet weiter bis ihr fertig seid," ordnete S. an. Die Arbeiter gehorchten. Sie gingen Scheinwerfer holen und irgendwann am späten Abend hatten wir wieder Wasser. Juhuu!
Und noch etwas allgemeines, preppermäßiges: Wieviel Wasser sollte man bevorraten? Nach meiner Erfahrung 15 Liter Brauchwasser pro Person und Tag, zum Klospülen und so. Also für drei Tage und vier Personen 180 Liter. Dabei kann es sich um Regenwasser, Brunnenwasser oder Springbrunnenwasser etc. handeln. Dann noch 5 Liter Trinkwasser pro Person und Tag. Für 2 Tage wären das 40 Liter, zum Trinken, fürs Kochen und für die Katzenwäsche. Wäsche wird keine gewaschen, Geschirr wird auch keins dreckig gemacht (Pappteller benutzen!), solange die Wasserversorgung nicht wiederhergestellt ist.

Sonntag, 26. Januar 2014

Dschungelcamp - die zweite und letzte, versprochen

Also, für mich ist Larissa jetzt schon die Dschungelkönigin der Herzen. Wer hätte das gedacht. Sie ist eine großartige Schauspielerin; zur Halbzeit von Ich bin ein Star - Holt mich hier raus hat sie uns schon fast die gesamte Skala menschlicher Emotionen gezeigt. Toll! Sie ist humorvoll und amüsant. Nie hat sie gegen andere gehetzt und anderen offensichtlich Böses gewünscht, zumindest hat es uns RTL nicht gezeigt. Egal wie die Staffel ausgeht, ich könnte mir vorstellen, dass sie tatsächlich eine Zukunft im Schauspielbereich hat.
Dass Herr Julian Stöckel gehen musste, hat mich überrascht. Ich fand den unterhaltsam, zumindest sehr viel unterhaltsamer als die arme Tanja Schumann, eine Komikerin, die ungefähr so witzig ist wie ein Kieselstein - oder irgendein anderer Stein beliebiger Größe.
Das Eigentor, das sich der Wendler geschossen hat, als er das Camp freiwillig verließ, das war ... hmhm, ich muss grinsen, wenn ich daran denke. Und RTL hat es ja wunderbar ausgeschlachtet, um ihn noch ein bisschen weiter zu erniedrigen, indem man zeigte, wie er darum bettelte, zurückkehren zu dürfen.
Melanie Müller hat uns gestern ihren schönen Körper gezeigt. Ich finde sie gut. Die Reklame ist sicher gut für ihren Online-Sexshop. Ich sehe ihre Zukunft eher im geschäftlichen Bereich als im Showbusiness.
Gabby finde ich ziemlich schlimm. Eine erwachsene Frau, die sich ihren Lebensunterhalt mit Schnütchenziehen und nach Kindchenschema verdient. Neee.
Herr Glatzeder gibt den großen alten Mimen, der etwas Faustisches an sich hat. Das ist spaßig. Man hat das Gefühl, dass er sich schon so gut im Dschungelcamp eingelebt hat, dass man ihn ewig dort lassen könnte, dass es ihm egal wäre, ewig dort zu bleiben. 
Jochen macht einen netten, gutwilligen Eindruck. Man kann nur hoffen, dass er beruflich wieder Fuß fasst.
Wen gibt's noch? Ach ja, Mola. Oh weh! Oh weh! Was der wohl denkt, wenn er heraus kommt und sieht, wie er dargestellt wurde? Nämlich als Charakterschweinchen. Mein Mitzuschauer meinte, RTL hätte das nur so geschnitten, dass er so schlecht dasteht, aber ich denke, wenn er nicht so unfair gewesen wäre, dann hätte man ihn auch nicht so präsentieren können, oder? Wenigstens Teile des Materials muss er ja geliefert haben, oder?
Und dann ist da noch Marco. Er lächelt lieb. Ansonsten ist er wohl nur Füllmaterial wie Frau Schumann und Frau Drews. Aber solche Leute gewinnen am Ende ja manchmal. 
Daniel Hartwich macht seine Sache schlechter als Sonja Zietlow. Man merkt mehr, wenn ein Witz nicht so zündet. Trotzdem gebe ich dem Dschungelcamp weiter 5 von 5 Punkten und werde jetzt nichts mehr dazu schreiben. Tschüssli!

Sonntag, 19. Januar 2014

Dschungelcamp

Ich weiß, ich weiß, meine regelmäßigen Leser interessiert das Dschungelcamp nicht, aber ich möchte trotzdem nach den Sendungen 1 und 2 meine Meinung dazu loswerden. Mein Gatte meinte, ich solle vorher lesen, was die Bild-Zeitung schreibt, aber ich möchte lieber unbeeinflusst loslegen. Also: Ich schaue das Dschungelcamp gerne und ich freute mich auf die neue Staffel. Den äußersten Anfang der ersten Sendung habe ich leider verpasst, ich weiß also nicht, ob man kurz Dirk Bach gedachte oder nicht, ich hoffe mal schon. Daran, wie gut der neue Herr seine Sache macht und daran, dass man Dirk Bach nicht vermisst, erkannt man, dass die eigentlich wichtigen Personen die Gag-Schreiber sind und dass man nur jemanden braucht, der den Text natürlich vorträgt. Sonja Zietlow macht dies großartig, bei Jimmy Hartwig ist es ein bisschen wie auswendig gelernt, aber ich finde ihn gut genug. 
Die Kandidaten: Ich hatte da so meine Befürchtungen, weil ich von den Stars fast keinen kannte. Mola Adebisi kannte ich aus der Zeit als meine Kinder klein waren, vom Disney-Channel - ich wurde aber darauf hingewiesen, dass der gar nicht beim Disney-Channel war, sondern bei einem Musiksender. Dann kannte ich noch Frau Schumann, weil ich ihr Bild in der Fernsehzeitung gesehen habe. Sie gehört zu diesem ganzen Comedy-Wahn, den ich beschissen und teilweise sogar abstoßend finde (Pocher, Barth, etc.). Vom Wendler wusste ich, dass es ihn gibt. Alle anderen kannte ich überhaupt nicht. 
Den Machern der Sendung gelang es jedoch, uns die Kandidaten mit wenigen Pinselstrichen bekannt zu machen und uns für sie zu interessieren. Der Start mit Topmodel Larissa war furios. Wie soll die denn ein Topmodel sein? Ihre Schultern sind zu breit, ihr Busen ist so hässlich, dass Mola sie praktisch anflehte, einen BH zu tragen, ihre Hüften schreien nach einem straffen Mieder. Sie ist auch kein Handmodel, ihre Hände waren nämlich schon im Bild. Dass diese Frau in ihrer Heimat ein Topmodel ist, versuchte Mola damit zu erklären, dass Österreich nur so wenige Einwohner hat. Hahahahahahaha. Dann gibt es noch die Frage: Ist sie so dumm oder tut sie nur so? Leute, Larissa hat an der Lee-Strasberg-Schauspielschule in New York studiert, wo auch Robert de Niro studiert hat. Ich denke mal, die Antwort ist klar. 
Die Kandidatin Melanie Müller tut mir ein bisschen leid. Wenn sie hübsch hergerichtet ist, ist sie so ein "geiles Schnittchen". Sie hätte vorher zum Friseur gehen und sich einen guten Haarschnitt und eine leichte Dauerwelle verpassen lassen sollen und als Privatbesitz hätte sie einen Lippenstift und einen Eyeliner mitnehmen sollen. Sie war da wohl schlecht beraten und kommt jetzt wie eine Turnlehrerin aus der DDR 'rüber.
Julian Stöckel spielt die Rolle des tuntigen Schwulen. Ich finde ihn angenehm und freue mich darauf, mehr von ihm zu sehen. Wobei das "mehr" nicht körperlich gemeint ist. Wie oft müssen wir uns wohl noch die Geschlechtsteile des Herrn Glatzeder anschauen? Sehr oft, wahrscheinlich. Wenn wir zuhause vor unseren Fernsehern zusammenzucken, weil wir schon wieder mit Dingen konfrontiert werden, die wir lieber nicht sehen wollen, dann ist das auch Aufmerksamkeit und RTL sehr recht. Ansonsten spielt Herr Glatzeder die Alte-Herren-Rolle, die es, glaube ich, in jeder Staffel gibt.
Mola Adebisi macht bisher einen guten Eindruck, die besten Witze kamen von ihm. Mehr fällt mir zu ihm im Moment nicht ein. Gabby ist da, um hübsch auszusehen und das tut sie auch. Frau Drews sieht aus, als würde sie eher auf einen Tennisplatz oder in seine Umgebung gehören. Warum die da ist, weiß ich nicht. Frau Schumann sieht irgendwie traurig aus. Warum die im Dschungelcamp ist, weiß ich, weil ich es gegoogelt habe: Sie hat das Geld, das sie in ihrer Glanzzeit verdient hat, bei Immobilienspekulationen im Osten verloren. 
Der Österreicher, der so psychopathisch grinst, ist mir irgendwie unheimlich. Ich denke aber mal, sie haben ihn nach Waffen abgesucht, bevor sie ihn ins Camp gelassen haben, hahaha. Zu Herrn Bendel fällt mir auch nichts ein. Er macht einen netten Eindruck und ist einfach nur so da. Wer fehlt noch? Ah ja, der Wendler. Wendler versucht, den Macho zu geben, es gelingt ihm aber irgendwie nicht. Ich denke, die Leute, die die Sendung zurechtschneiden, lassen ihn nicht, haha. Und die Ekelprüfungen, naja, das haben wir alles schon oft genug gesehen. Die ersten beiden Sendungen haben mir gut gefallen und ich freue mich auf die heutige Folge des Dschungelcamps, deshalb meine Bewertung: 5 von 5 Punkten.

Dienstag, 14. Januar 2014

Nachlese

Diese Weihnachtsdeko hatte ich vergessen Euch zu zeigen: eine mit Christbaumkugeln locker gefüllte Laterne. Das war heuer sehr angesagt und ich finde, es sieht auch ziemlich gut aus. War mal was Neues.  
Man hatte auch Lichterketten, einfach locker in eine Laterne gestopft, das hat mir auch gut gefallen, es ging aber bei uns nicht, weil das Kabel der Lichterkette nicht unter der Tür durchpasste und wir draußen keine Steckdose haben. Wäre vielleicht eine Idee für nächstes Jahr, für den Wintergarten, dort ist eine Steckdose. Leute, ich muss Euch sagen, während ich am 7. Januar meine Weihnachtsdeko wegräumte, machte ich mir schon Gedanken, wie ich im nächsten, also diesem, Jahr alles weihnachtlich gestalten würde. Wisst Ihr übrigens, dass es diesen Winter hier noch kein einziges Mal richtig geschneit hat? Wir hatte letzte Woche sogar ein paar frühlingshafte Tage. Erstaunlich, wie das immer gleich die Stimmung hebt. Es hat diesen Winter bisher viel geregnet und es war auch schon kalt, aber wenn es so richtig kalt war (bis minus sechs Grad), gab es keine Niederschläge und wenn es Niederschläge gab, war es nicht richtig kalt. Ich denke mal, wir werden noch ein paar schöne Schneetage bekommen, bevor der Winter zu Ende geht.

Montag, 6. Januar 2014

Am Tag der Heiligen Drei Könige in Spanien

Hallöli, liebe Leser. Ich hoffe, Ihr habt das neue Jahr gut begonnen. 
2014!!! Wie die Zeit vergeht ... sie rast vorbei. Wollen wir sie so gut wie möglich genießen, nicht wahr?
Gestern waren wir auf dem für Spanien typischen Umzug der Heiligen Drei Könige. Tausende von Kindern und Erwachsenen säumten die Straßen, auf denen Musikgruppen, Tänzer und Artisten vorbeizogen. Von Prunkwagen und den drei Wagen mit den Königen wurden Bonbons in die Menschenmengen geworfen. Der schwarze König war ein echter, sehr sympathischer Schwarzer aus dem Senegal, dessen kleiner Sohn ebenfalls enthusiastisch Bonbons in die Menge warf. Die beiden sahen in ihren orientalischen Verkleidungen ganz toll aus. Interessant fand ich auch die Sponsoren, deren Namen auf den Autos standen, die die Prunkwagen zogen: Eine Zahnklinik, eine Augenklinik, ein Sexshop, das Kaufhaus El Corte Inglés, ein Einkaufszentrum und ein Schildermaler. In Spanien bringen eigentlich die Heiligen Drei Könige den Kindern die Geschenke; in den letzten Jahren ändert sich diese Sitte aber langsam und Papá Noel oder Santa Claus verwöhnen die Kleinen schon an Weihnachten. Grund: Morgen sind die Weihnachtsferien zu Ende und die Schule fängt wieder an. Die Kinder haben nur einen Tag, um mit ihren Geschenken zu spielen. Wenn schon am 25. Dezember beschert wird, haben sie viel mehr Zeit dazu. Am 6. Januar gibt es dann noch eine Kleinigkeit. So ändern sich die Zeiten und Sitten.
Wir hatten heute den typischen spanischen Roscón de Reyes zum Frühstück. Siehe unten.
Wie Ihr seht, hatte er beim Transport etwas gelitten, haha. Er enthält eine kleine Königsfigur und eine Bohne. Wer die Königsfigur findet, darf die Krone aufsetzen, wer die Bohne findet, muss den Roscón bezahlen. Es oblag mir, den Kranz anzuschneiden und kaum hatte ich das Messer angesetzt ... stieß ich auf etwas Festes. Den König. Also war ich heute Königin für einen Tag. Naja, eigentlich bin ich jeden Tag Königin, so gut werde ich von meinen Lieben behandelt. Die Bohne wurde bis jetzt noch nicht gefunden.
Für den Blog habe ich mir vorgenommen, als nächstes eine Bilanz der Küchenrenovierung zu ziehen, mit der ich zufrieden bin. Man gelangt aber doch zu gewissen Erkenntnissen, die ich mit Euch teilen möchte.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

So haben wir das Weihnachtsfest verbracht

So, liebe Leser. Heute möchte ich Euch erzählen, wie wir das Weihnachtsfest verbracht haben. Wir haben das Glück, alle drei Kinder bei uns zu haben. Das ist das größte Geschenk und die größte vorstellbare Freude (GVF). Der Tag des Heiligen Abends begann zeitig. Nicht, weil bei meiner Nachbarin schon um acht die Handwerker zugange waren, die den Umbau ihres Bades noch zu Ende bringen wollten. Sie mussten nur noch Handtuchhalter anbringen. Um wie viele Handtuchhalter es sich handelte, weiß ich nicht, der Schlagbohrer war etwa eineinhalb Stunden lang ununterbrochen im Einsatz. Wir waren da aber schon wach, weil wir bereits um halb acht den Anruf einer Freundin entgegen genommen hatten. Naja, gut, gell? (Die Handwerker sind anscheinend am Morgen des 24. doch nicht fertig geworden, ich höre sie nämlich schon wieder klopfen (heute, am 26., ist in Spanien kein Feiertag)). WIR waren am 23. bereits mit allen Vorbereitungen fertig und ließen den Heiligen Abend ruhig angehen. 
Am Nachmittag schauten wir uns den Film "Schöne Bescherung" an und tranken dazu Eggnog. Ein paar Mal sind Leute auf meinem Blog gelandet, die eingegeben haben "Was isst man zum Eggnog?". Die Antwort lautet: Plätzchen. So, wo war ich? Nach dem Film begannen wir mit unserer Weihnachtsfeier. Als erstes gab es Abendessen, traditionell deutsch Kartoffelsalat und Würstchen. Unten seht Ihr unseren Tisch. 

 Haha, die Jugend! Immer zu Scherzen aufgelegt!

Dann las mein Gatte die Weihnachtsgeschichte vor, anschließend sangen wir viele deutsche und spanische Weihnachtslieder. Früher haben wir in meiner Familie immer unserer Verstorbenen gedacht. Das machen wir nicht mehr. Wir haben dazu 365 Tage im Jahr Zeit. Und es ist ja auch nicht so, dass wir die Geburt unseres Herren übermäßig ausgelassen feiern würden und zwischendurch an unsere Sterblichkeit erinnert werden müssten. Nach den vielen Weihnachtsliedern gab es die Geschenke. Ich glaube, alle waren mit den Gaben, die sie erhalten haben, zufrieden. 
Wir hatten übrigens am 24. und 25. einen schweren Sturm. Ihr ahnt es schon, es war eine explosive Zyklogenese. Warum Ihr das in Deutschland immer noch nicht habt und Euch mit "sehr schlechtem Wetter" und "schweren Stürmen" begnügen müsst ... ich weiß es nicht. Naja, vielleicht ab 2014? Am 24. war immer mal wieder der Strom weg oder schwankte in der Leitung. Da wir Kerzen und unseren Kamin anhatten, war das nicht so schlimm.  
Unsere Nachbarin gegenüber hat bzw. hatte einen von diesen fassadenkletternden Weihnachtsmännern an ihrem Balkon hängen. Im Sturm sah der total geil aus: der eine Arm war abgerissen, er hing am anderen Arm, mit letzter Kraft, flog waagrecht im Wind, im Schneeregen. Ich hätte ein Bild machen sollen. Heute früh lag das Ding im Garten ihrer Nachbarn. Wir haben jedoch alle keine ernsthaften Sturmschäden zu beklagen. 
Unter meinen Geschenken befanden sich zwei Gesellschaftsspiele und wir verbrachten den Rest des Abends mit spielen. Um 12.00 Uhr ging es in die Mitternachtsmette, die aufgrund der explosiven Zyklogenese nicht sehr gut besucht war. Nach der Kirche servierte der Pfarrer typisch spanisch heiße Schokolade und Biskuits, dann ging es nach Hause und ins Bett.
Der 1. Weihnachtsfeiertag. Den Vormittag verbrachte ich in der Küche, dabei hörte ich Weihnachtsmusik. Hier könnt Ihr das Ergebnis meiner Bemühungen sehen: 
Die Tischdeko
Der 1. Gang: typisch spanisch, Friseesalat mit Granatapfelkernen
Der 2. Gang: Kraftbrühe mit Leberklösschen, Markklösschen und Pfannkuchenstreifchen
Der Hauptgang: Gefüllter Truthahn
Und so sah er dann in Gesellschaft von Klößen, Rotkraut und Soße auf dem Teller aus
Die Nachspeise: Mousse au Chocolat
Alles war lecker und gelungen.
Am Nachmittag saß die Jugend vorm Kamin, machte ein Puzzle (1000 Teile-Puzzle, gestern angefangen und fertig gemacht) und aß Plätzchen.

Heute früh begutachtete ich als erstes die Sturmschäden (minimal, ein Blumenkasten, den ich mit kleinen Blumenzwiebeln bepflanzt hatte, wurde durch den Garten geweht und die Zwiebeln kreuz und quer verteilt; überall liegen Berge von Blättern, ein Blumenstock im Plastiktopf ist umgefallen, den musste ich aber nur einfach wieder hinstellen), dann frühstückten wir gemütlich (¡Chocolate con churros!), jetzt macht jeder seinen Kram. So, das war unser Weihnachtsfest 2013. Ich hoffe, bei Euch war es genauso schön!

Montag, 23. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!


Liebe Leser,
ich wünsche Euch ein frohes Weihnachtsfest
und ein gnadenreiches Jahr 2014.
Vielen Dank für Eure zahlreichen Besuche!

Dienstag, 17. Dezember 2013

Spanische Weihnachtslotterie

Leute, es ist mal wieder soweit! Zeit für die spanische Weihnachtslotterie. Höchste Zeit! Wer mit uns zusammen im Boot sitzt, hat diese Nummer:
Vorderseite
Rückseite
Unter dem Weihnachtsmann steht übersetzt: Möge das Glück mit Dir sein! Sieht lustig aus, ne? Wir können pro Los (Décimo) maximal 400.000 Euro gewinnen. Ab diesem Jahr werden darauf Steuern erhoben. Wäre das nicht toll, wenn wir uns über die Besteuerung dieses Betrages Gedanken machen müssten? Das würde nämlich bedeuten, dass wir den Gordo gewonnen haben, hehehe. Hier könnt Ihr Euch auf Youtube die Reklame der Weihnachtslotterie anschauen, die natürlich, wie so vieles in Spanien, Polemik und Spott ausgelöst hat. Mir gefällt sie gut. Die Ästhetik ist schön, die Dramatik passt zum Ereignis, das Lied ist ein gnadenloser Ohrwurm.

Bei der blonden Sängerin, die in den 25 Jahren, seit ich sie kenne, keinen Tag gealtert ist, handelt es sich um Marta Sánchez. Der junge Mann ist David Bustamante, der ältere Herr ist der unvergleichliche Raphael, die Operndiva die große Montserrat Caballé (80 Jahre alt!), die brünette Dame Niña Pastori. Und wem das Lied bekannt vorkommt ... "Always on My Mind" von Elvis Presley. ¡Que la suerte nos acompañe! Die Ziehung findet am 22. Dezember statt und wird sich über den ganzen Vormittag hinziehen. Sie wird live im Fernsehen übertragen. Wer mehr über die spanische Weihnachtslotterie wissen möchte, hier der Link zur ausführlichen deutschen Wikipediaseite zum Thema.
P.S.: Leider hat unser gemeinsames Los nichts gewonnen, aber wie jeder weiß, der halbwegs mit den Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung vertraut ist, steigen dadurch unsere Chancen für's nächste Jahr ungemein.

Freitag, 6. Dezember 2013

Unser bewährtes Rezept für Schokocrossies und ein bisschen Weihnachtsdeko

So, hier sind die Schokocrossies. Ich habe nicht nur das Rezept gefunden, ich habe sie auch gemacht (99 Stück, und wenn ich nicht hin und wieder gecheckt hätte, ob die Masse in Ordnung ist, wären es bestimmt 100 geworden, haha).
 Und so sehen sie von nahem aus: Löööcker!
Rasch das Rezept: Ich benötige 1/2 Packung Palmin (das sind 125 g), 250 g Puderzucker, 1 Portion Nescafé (das ist ein leicht gehäufter Kaffeelöffel voll Instantkaffeepulver), 2 Tafeln Vollmilchschokolade (ich nahm 200 g Zartbitter-Backschokolade), 20 g Kakao (ein gehäufter Esslöffel voll). Alles im Wasserbad flüssig werden lassen (ich machte es ganz vorsichtig direkt auf der Herdplatte, da muss man aber echt ganz vorsichtig sein, dass es nur schmilzt und nicht zu heiß wird), vom Herd nehmen und Cornflakes nach belieben unterheben (ich beliebte 200 g Cornflakes unterzuheben. Man muss ziemlich lange rühren, damit alle Cornflakes gleichmäßig mit Schokomasse überzogen sind), mit dem Kaffeelöffel Häufchen in Pralinenförmchen mit einem Durchmesser von 25 mm geben. Das Zeug schaut nun aus, als würde es nie im Leben trocknen und die fast freischwebenden Cornflakes würden nie kleben bleiben, ich kann Euch aber trösten, diese Bedenken sind unbegründet. Alles trocknet und bleibt schön zusammen. Von allen Schokocrossies-Rezepten, die Ihr finden könnt, ist dies natürlich das beste. L. bereitet diese Weihnachtsspezialität schon seit vielen Jahren zu und alle Esser sind begeistert.
Dann hatte ich noch meine Masse für die Schoko-Orangenplätzchen vorbereitet, die sind mittlerweile aber auch gebacken (kein Foto gemacht). 
 So, und hier kommt das schwarz lackierte, fertig dekorierte Drahtgestell. Gefällt es Euch?
Und unten drunter steht eine Gruppe Weihnachtsmänner, ins Gespräch vertieft. Weihnachtsmänner in Gruppen sind eine Weihnachtsdeko, die ich sehr mag. 
So, das war's für heute. Morgen wollen wir den Baum aufstellen. In Spanien war heute, Freitag, Feiertag (Verfassungstag), am Montag ist auch Feiertag (Unbefleckte Empfängnis, da müsst Ihr daran denken, allen Conchis, Conchas und Conchitas usw., die Ihr gegebenenfalls kennt, zum Namenstag zu gratulieren.)

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Leute, es wirkt!!!


Heute ist es wieder passiert, ich habe wieder einen Zettel verlegt. Aber von Anfang an: Ich habe mit den Weihnachtsvorbereitungen begonnen. Zum Beispiel habe ich das Drahtgestell auf dem Foto, das sich seit ewigen Zeiten in meinem Besitz befindet und nur einmal benutzt wurde, lackiert. Die Jugend (D., P. und K.) war geschlossen gegen das Lackieren und fand es schön, wie es ist, aber ich war der Ansicht, dass es schwarz besser zu unserer Einrichtung passen würde. Es steht über dem schwarzen Ofen, neben dem schwarzen Fernseher ... da ist gar kein helles Metall in der Nähe. (Auf Bild 2 könnt Ihr bei genauem Hinsehen auch unser neues Fernsehmöbel sehen, Kirschbaum massiv! Dazu werde ich Euch womöglich auch bald mal was erzählen.) Ich setzte mich also schwungvoll über den Willen der Mehrheit hinweg und lackierte das Ding mit schwarzem Auspufflack, den mir der Ofenbauer gegeben hatte, für den Fall, dass ich mal Macken am Ofen ausbessern müsste. 
Gestern legte ich meinen Metallchristbaum draußen auf ein paar Blätter Zeitung und sprühte ihn dünn ein. Heute wollte ich noch eine dünne Schicht aufbringen, aber das war nicht nötig. Ich korrigierte nur ein paar Stellen, wo die Farbe ungleichmäßig war. Das war heute Vormittag. Ich ließ das Ding noch ein paar Stunden draußen trocknen, heute war aber den ganzen Tag über sehr starker Nebel, also holte ich es heute nachmittag herein und stellte es gleich an seinen Platz. Ich hatte Angst, dass das vielleicht doch noch nicht perfekt getrocknete Schwarz auf den Kaminsims abfärben würde und legte deshalb ein Stück Papier unter.
So, hier seht Ihr das Vorher-Bild.

 Hier seht Ihr die ganze Ecke. Hättet Ihr Euch auch für's Schwarzlackieren entschieden?
Hier seht Ihr das Deko-Element in Schwarz. Mein Gatte, der überhaupt kein Interesse an Weihnachtsdeko hat, äußerte, dass der neue Look viel eleganter wäre und ihm gut gefiele. Da habe ich mich gefreut. Die Jugend hat's noch nicht gesehen. Jetzt muss es natürlich noch geschmückt werden.
Ja, und dann wollte ich heute abend noch die Schokocrossies machen. Wie Ihr wisst, bin ich in Spanien, wo es kein Palmin gibt, aber ich habe mir aus Deutschland Palmin mitbringen lassen. L., von der das Schokocrossies-Rezept stammt, war so freundlich, es für mich abzuschreiben und mit einem Gummi direkt auf der Palmin-Packung zu befestigen. So lag also das Palmin mit dem draufgeschnallten Rezept seit geraumer Zeit im Kühlschrank (nee, ist nicht abgelaufen). Heute holte ich es heraus, um zu schauen, was ich einkaufen musste (Cornflakes). So, dann ich hatte nun also alles beisammen und wollte anfangen. Leute, das Rezept war weg. Es war fort, weg, verschwunden. Vollkommen verschwunden. Ich suchte die Küche ab, mehrmals. Die Taschen der Jacke, die ich angehabt hatte, als ich einkaufen ging, in der Waschküche war ich gewesen, auf der Toilette, ich suchte in meinem Geldbeutel, in meiner Handtasche, räumte zweimal den Mülleimer aus, erinnerte mich, dass ich Papier in den Kamin gestopft hatte ... cero. Ich suchte eine halbe Stunde lang erfolglos. L. konnte ich nicht anrufen, weil sie heute Abend nicht zuhause ist. Da ich das Rezept kurz vorher angeschaut hatte, wusste ich so ungefähr, was benötigt wird, aber ich wollte es eben genau wissen. Ich gab die Daten, die ich kannte, bei kochbar.de und bei Chefkoch.de ein, aber ich fand unser altes, beliebtes, erprobtes Familienrezept genau so nicht.
Nun wollte ich es aber wirklich wissen. Ich hatte zweimal den Mülleimer und einmal den Kamin ausgeräumt!!! Mir fiel ein, wie ich damals einen für meinen Sohn wichtigen Zettel gesucht hatte und was da passiert war. Ihr könnt hier klicken, wenn Ihr die Story lesen wollt. Mir war damals das Lied "Religious Man" aus dem Film Nacho Libre eingefallen und gleich darauf hatte ich den Zettel gefunden. Sollte es noch einmal funktionieren??? Ich hörte mir das Lied auf Youtube an und ging noch einmal auf die Suche. Ich meinte mich zu erinnern, dass der Zettel in dem Moment, als ich das Altpapier in den Kamin steckte, da gewesen war und dass ich gedacht hatte: "Ich muss aufpassen, dass ich das wichtige Rezept nicht mit reinstecke, hahaha". Ich kniete mich also vor meinen Kamin ... auf dem Couchtisch, unter dem Couchtisch, lag es nicht. Auf dem Kaminsims auch nicht. Auf dem Kaminsims auch nicht?????? Der Zettel, der so praktisch zur Hand gewesen war, als ich mein frisch lackiertes Deko-Element aufstellen wollte, war das Rezept. Hier ein Link zum Lied direkt, es ist nämlich wirklich super. (Klicken) Meine Suchhymne!!! So dankbar dafür!!! Hier seht Ihr, wie das Rezept unter dem Fuß des Metallchristbaums herausschaute.
P.S.: Wenn Ihr jetzt denkt: "Oh, das ist Alzheimer" ... neee (will ich mal hoffen). Der Unterschied zwischen chaotischer Vergesslichkeit und Alzheimer ist, dass man sich bei Alzheimer gar nicht mehr daran erinnert, dass man etwas verlegt hat. Also: "Ich habe einen Zettel verlegt." = Chaot. "Was für ein Zettel?" = Alzheimer. Dies hat mir ein Arzt stark vereinfachend mal so erklärt.

Dienstag, 3. Dezember 2013

3. Dezember

Dieses Zitat von Bill Gates hat mir gut gefallen: 

"I will always choose a lazy person to do a difficult job ... because he will find an easy way to do it." 

Meine Übersetzung:

"Für schwierige Aufgaben nehme ich immer faule Leute ... die finden raus, wie es auch einfach geht."

Montag, 2. Dezember 2013

2. Dezember - Ich beginne mit der Adventsdeko


Mit einem Bild meiner ersten Adventsdeko wünsche ich Euch eine friedvolle und besinnliche Adventszeit.

Ich wollte mal wieder ein bisschen altmodische Advents- bzw. Weihnachtsdeko haben, so wie früher, ein paar Tannenzweiglein, ein paar Kugeln, ein paar Strohsterne und eine Bienenwachskerze. Leute, das hat was. Es vermittelt Ruhe und Besinnlichkeit. 
Adventskranz ist derselbe wie letztes Jahr. Ich habe die ganzen Zutaten zusammen in einer Kiste und der Aufbau ist eine Sache von Minuten. Und dies, obwohl ich Tannenzweige hatte, aus denen ich einen Kranz hätte flechten können, aber ich traue mir das nicht zu. Da wäre ich Stunden beschäftigt gewesen und hätte hinterher nur ein missglücktes Oval vorweisen können. Ist mir zu riskant. Wollt Ihr wissen, woher ich die Tannenzweige hatte?
Von meiner Nachbarin, die gerade ihrem kugelförmigen Tannenbaum seinen Winterschnitt verpasst hatte. Schaut Euch das Bild unten an, es geht, auch eine Tanne kann kugelförmig sein.
Seht Ihr den Frost am Boden? Es ist ganz schön kalt draußen (ich habe das Bild gerade eben gemacht).
Eigentlich war dies eine ganz gewöhnliche Tanne, aber A. fand sie zu hoch, also schnitt sie ihr die Spitze ab. Für meinen Geschmack sah das supertraurig aus: die Tanne gedemütigt, verstümmelt, entwürdigt. Schlimm. 
Um den Rasen besser mähen zu können, schnitt sie dann untenherum noch ein paar Äste ab ... und irgendwann sah das Ding fast kugelförmig aus. Da gab sie ihm den Rest und machte es ganz kugelförmig. Diese Form hat der Baum nun schon ein paar Jahre. Ich weiß nicht, ob das die einzige kugelförmige Tanne überhaupt ist.

Sonntag, 1. Dezember 2013

1. Dezember

Ich berichte. Die spanischen Lebensmittelbanken (Tafeln) haben am Freitag und Samstag in den Supermärkten des Landes eine riesige Aktion durchgezogen (La Gran Recogida). Warum über ein Ereignis, das Millionen von Menschen (alle, die am Freitag und Samstag einkaufen waren) mit eigenen Augen gesehen haben, in der Presse nicht berichtet wird, ist mir schleierhaft. Nur im Radio habe ich etwas gehört: Ein Honigproduzent hat den Bürgermeister des Dorfes in Honig aufgewogen und den Honig gespendet (84 Kilo). Darüber wurde berichtet.
Die Aktion der Lebensmittelbanken verlief wie folgt: Die Kunden, die den Supermarkt betraten, erhielten eine Liste mit Nahrungsmitteln, die zwecks Weitergabe an Bedürftige benötigt werden, und wurden darum gebeten, zusätzlich zu ihren eigenen Einkäufen für die Bedürftigen einzukaufen. Mein Sohn hatte sich als Freiwilliger gemeldet und verteilte solche Einkaufslisten. Kunden, die Interesse zeigten, bekamen zusätzlich eine Plastiktüte mit dem Logo der Lebensmittelbank (von der umweltfreundlichen Sorte, die sich schon auf dem Weg zum Parkplatz auflöst). Hinter der Kasse konnten sie ihre Spende abgeben. 
Als mein Sohn zum Mittagessen nach Hause kam, erzählte er, dass die Aktion ein überwältigender Erfolg sei und dass die Helfer ziemlich erschöpft seien. Ich fragte ihn, ob ich irgendwie behilflich sein könnte. Lange Rede, kurzer Sinn: eine Viertelstunde später saß ich hinter dem Tisch, wo die Spenden in Empfang genommen wurden. Leute, es war eine überwältigende Erfahrung. Die Bereitschaft der Menschen, Notleidenden zu helfen ... mir fehlen die Worte, um dieses Ausmaß an Solidarität zu beschreiben. Kleine Kinder, die ein Kilo Linsen brachten "für die, die weniger haben, als ich", sooo süß und rührend. "Heute bringe ich noch was, bald werde ich selber Nahrungsmittel holen müssen," sagte ein Mann. Wie vielfältig die Spender waren. Ein Ehepaar kam mit einem ganzen Wagen voll Sachen und nahm ein paar Kleinigkeiten heraus. Wir dachen natürlich, die Kleinigkeiten seien die Spenden, aber sie ließen den ganzen Wagen zurück! Einschließlich Euro für die Rückgabe. Ein vornehmer Herr, der aussah wie ein Landadeliger und vielleicht auch einer war, sowas gibt es hier nämlich, näherte sich dem Tisch: "Was soll ich kaufen? Ich kaufe, was ihr mir sagt." Nach einer Weile kam er zurück und brachte unter vielem anderem sogar Folgemilch mit, er hatte sich im Gang mit der Säuglingsnahrung von einer Mutter beraten lassen. Säuglingsprodukte wurden hauptsächlich von jungen Familien gebracht, denn das ist eine Wissenschaft, die man als Laie nicht durchschaut. Die Mengen, die die Kunden bei uns abgaben, waren wirklich unglaublich. Viele arbeiteten die Einkaufsliste ab und brachten dann die Sachen in der Banco de Alimentos-Tüte. Die vielen jungen Männer, die mitmachten! "Nehmt ihr auch Geld?" fragte einer, "Ich habe keine Ahnung und keine Zeit", legte 20 Euro hin und verschwand. Einmal näherte sich ein ganzer Familienclan und legte eine bescheidene Spende vor uns. "Wir haben zusammengelegt. Meine Mutter hat auch was gegeben", sagte die eine der Frauen. Und ich betrachtete den Inhalt ihres Einkaufswagens und der war auch so bescheiden ... Gourmet-Leberwurst gab jemand ab. Ein ganz kleiner Junge wurde von seinen Eltern vorgeschickt und sollte eine Packung Reis abgeben. Er wehrte sich laut schreiend und presste die Packung an sich. "Du musst mit den Kindern teilen, die Hunger haben!" sagte seine Mutter. "Nohohooo", schrie er. Es war unmöglich, wahrscheinlich wäre die Packung zerrissen, wenn man versucht hätte, sie ihm zu entwinden. "Wir kommen wieder", sagte die Mutter. Nach einer ziemlich langen Weile kam der kleine Herr zurück und stellte ganz stolz die Packung vor uns hin. Wir bedankten uns ausführlich im Namen der hungernden Kinder und er marschierte wieder zu seinen Eltern. Süüüß!
Ich saß von 16 bis 22 Uhr (solange hat der Supermarkt geöffnet) am Tisch und führte über die abgegebenen Nahrungsmittel buch. An zwei Tagen waren in diesem einen Supermarkt über fünf Tonnen Nahrungsmittel abgegeben worden. Über 5000 Kilo. Das ist eine riesige Menge. Und die Aktion fand anscheinend in praktisch allen Supermärkten in Spanien statt. Die vielen, vielen Freiwilligen, die mitmachten. Wo wir waren, waren viele Leute aus der Kirchengemeinde, anderswo, habe ich gehört, waren es Feuerwehrleute. Ein Studentenwohnheim hatte 150 Studenten "in die Schlacht" geschickt. Wahnsinn. Es war ein überwältigendes Erlebnis. Der Supermarkt hat übrigens dieselbe Menge drauf gelegt. 
So, wer nur Positives lesen will, der hört hier auf zu lesen.
Der ältere Herr, der die Freiwilligen in dem Supermarkt, wo mein Sohn und ich waren, koordinierte, sagte einmal zwischendurch: "Wenn die Leute nicht soviel spenden würden, hätte es schon längst einen Aufstand gegeben. Die Leute ohne jedes Einkommen zu lassen, das geht einfach nicht." Dienen also die Lebensmittelbanken dazu, die unhaltbaren Zustände in Spanien zu zementieren?
In Spanien gibt es mehr als 600.000 Haushalte ohne Einkommen. Na, die bekommen doch sicher Hartz IV oder das spanische Äquivalent, werdet Ihr jetzt denken, aber da liegt Ihr falsch. Ohne Einkommen bedeutet ohne Einkommen. Keine Mietbeihilfe, keine Arbeitslosenunterstützung, nichts. Sie leben von der Rente der Großeltern oder von einem bisschen Schwarzgeld, das die Mutter durch Putzen verdient, wobei angesichts des Überangebots an Putzwilligen die Bezahlung dafür auch nicht gerade durch die Decke geht und die Regierung angeordnet hat, dass in Privathaushalten tätige Putzkräfte angemeldet werden müssen, auch wenn sie nur zwei Stunden in der Woche kommen.
So. Die spanische Demokratie ist zu einer Kleptokratie verkommen und es wäre gut, wenn sich daran etwas ändern würde. Wo soll diese Veränderung aber herkommen? Auf politischem Weg ist dies nicht möglich, denn sobald eine neue Partei aufkäme, würden die alten, die abwechselnd am Futtertrog hocken, schreien: "Populisten! Rechts- bzw. Linksextreme! Populisten, die wollen unsere Demokratie zerstören." Damit die alten Parteien dies schreien können, benötigen sie eine willige Presse, nicht wahr? Und wie soll die Presse denn nicht willig sein, wenn z.B. die Grupo Prisa, der die größte spanische Zeitung El País und der meistgehörte Radiosender Cadena Ser gehören, ebenso wie Canal +, der Verlag Santillana usw., usw., wenn diese Gruppe also 3 Milliarden Schulden bei den Banken hat, die auch noch ihre größten Anzeigenkunden sind??? Wie soll denn eine Presse frei sein, wenn der Meinungsmacher Nummer eins den Banken praktisch gehört? Und die Banken Interesse daran haben, dass die korrupte "Elite", die sich in ihrer Hand befindet, an der Macht bleibt? Und angesichts dieser Zustände sollen es die Lebensmittelbanken/Tafeln sein, die die Machtverhältnisse zementieren? 
Übrigens wird in Spanien gerade ein neues Gesetz zum Schutz der Sicherheit der Bürger verabschiedet (ja, so heißt es in deutscher Übersetzung), mit dem verschiedene Arten von Demonstrationen und des Protests mit hohen Strafen belegt werden. Nein, ich halte Euch nicht zum besten. Letzteres ist traurig, aber wahr.