Donnerstag, 14. Dezember 2017

Englische Aussprache

Auch wenn man die englische Sprache beherrscht, ist man sich gelegentlich bei der Aussprache nicht sicher. Pjusi-Street? Pasäi-Street? Oder doch Pussy-Street?

Dienstag, 14. November 2017

Bigger brother

Ich höre mir gerne auf Youtube Musik an und bekam da in letzter Zeit häufiger Werbevideos für Kopftücher zu sehen, ich konnte mir nicht erklären wieso. Ich habe noch niemals irgendetwas gegoogelt oder angeklickt, was auch nur im Entferntesten als Interesse an islamischem Kopfputz oder islamischer Damenoberbekleidung ausgelegt werden könnte. Schließlich fiel mir ein, daß ich vor ein paar Wochen auf Expedia und Kayak nachgeschaut habe, was Flüge in den Iran kosten. Das kann nichts miteinander zu tun haben, oder? Oder? 

Mittwoch, 1. November 2017

Über das Kofferpacken

Über das Kofferpacken spreche ich gern, weil ich meine, das richtig gut zu können, es will bloß nie jemand hören, was ich zu diesem wichtigen und interessanten Thema zu sagen habe. Aber dafür habe ich ja diesen Blog, nicht wahr, hier kann ich mich ausbreiten. So sah mein fertig gepackter Koffer für  den Rückflug aus:


Ein Gegenstand, den man hätte dabei haben sollen, aber nicht dabei hatte: Eine Büroklammer zum SIM-Karten rein- und rausmachen. Ich musste jedesmal meinen Ohrring herausnehmen, wenn die SIM-Karte gewechselt werden musste, und eine Büroklammer nimmt im Gepäck ja auch nicht sooo viel Platz weg:

Dienstag, 31. Oktober 2017

Massentourismus


Ich habe gestern stundenlang nach diesem Artikel gesucht, den ich andernorts versprochen hatte. Er stammte aus den Zwanziger- oder Dreißigerjahren und die französische Kolonialverwaltung machte sich darin Gedanken, wie man den Tourismus in Angkor Wat fördern könnte und die Anzahl der Besucher, die damals wohl bei ein paar Hundert im Jahr lag, steigern könnte. Ich habe echt stun-den-lang nach diesem hochinteressanten Artikel gesucht und ihn nicht mehr gefunden. Mist. Aber gut. Da ich die Worte Angkor und Siem Reap ziemlich häufig eingab, begegneten mir auch ziemlich häufig Klagen über den Massentourismus. Ich muss Euch sagen: wir waren im September dort und ich fand die Anzahl der Besucher okay. An einem Tempel musste man eine dreiviertel Stunde Schlange stehen, um hinaufzusteigen, dafür war an anderen Stellen niemand, aber wirklich niemand. Einmal haben wir uns ein bisschen im Urwald verlaufen, da waren wir froh, als wir eine Gruppe junger Mönche sahen, die dort standen und auf ihre I-Phones starrten, echt.

Und zum Thema Massentourismus will ich mal ganz weit ausholen und zwar bis zu einem Vorfall, der schon über vierzig Jahre her ist: Meine Mutter bediente im Friseursalon eine alte Dame, die aus einer reichen ostpreußischen Familie stammte, die im Krieg alles verloren hatte. Die Dame schwärmte davon, wie schön das doch gewesen war, als nur die Reichen, Vornehmen nach Biarritz reisen konnten und man dort unter sich war und nicht mit Hinz und Kunz am Strand lag. Während meine Mutter ihr Haar in Form brachte, gab sie der alten Dame recht. Hm, nicht wahr? Hm. Und für meine Mutter wohl auch hm, sonst hätte sie uns nichts davon erzählt, sonst hätte man nicht darüber nachgedacht und würde sich vierzig Jahre später immer noch an den Bericht über dieses Gespräch erinnern. Natürlich ist es schön, wenn man sich herrliche Strände nur mit wenigen teilen muss und ganz allein auf Tempeln klettern oder durch Venedig schlendern kann, aber wenn es keinen Massentourismus gäbe, wären Reisen den Reichen und den Eliten vorbehalten. Wie sicher sind sich denn die Kritiker des Massentourismus, die selbst gerne reisen, dass sie dieser Gruppe, die es immer gab und immer geben wird, angehören würden? Die meisten von uns sind die Masse im Massentourismus und ich finde das gut so. 

Montag, 30. Oktober 2017

Let's get talking

Das erste Mal ist es mir gleich bei unserem Frühstück am ersten Tag unserer Asienreise in Hongkong aufgefallen: Wir saßen da in dieser Straßenwirtschaft, ich habe schon andernorts davon erzählt, wir saßen da also an diesem biertischartigen Tisch und frühstückten unsere Suppe, als sich zwei Asiaten neben uns setzten. Sie studierten die Speisekarte, die in Chinesisch und Englisch gehalten war wie das anscheinend in Hongkong Vorschrift ist, sie deuteten und diskutierten, überlegten… ich dachte mir, warum bestellen die denn nicht einfach? Das sind doch Chinesen, die wissen doch, was Sache ist. Nein, die beiden zogen Wikipedia zurate, betrachteten Bilder von Speisen, bis sich endlich entschlossen, zu bestellen, in dem sie mit dem Finger auf die Speisekarte deuteten. “Warum war denn das jetzt so schwierig für die?” fragte ich meinen Sohn. “Es sind Koreaner,” antwortete er mir. Ach sooooo! Der Gedanke, dass sie auch Ausländer sein könnten, war mir gar nicht gekommen. Das Bestellen war für die genauso schwierig wie für uns! Ach sooooo!

Das zweite Mal war in Hanoi. Wir standen im Empfangsbereich des Hotels, zwei asiatische Gäste sprachen mühevoll Englisch mit den Angestellten, die unter ebenso großen Mühen antworteten. Du meine Güte, dachte ich, warum sprechen sie denn nicht einfach in ihrer Schlitzaugensprache miteinander? Gleichzeitig durchfuhr es mich: Die können gar nicht miteinander sprechen! Die vom Hotel waren Vietnamesen und die Gäste, weiß Gott, wo die herkamen. Reisen bildet, sagt man, für mich war diese Reise erleuchtend.

Samstag, 28. Oktober 2017

David und Ivy


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Das hat irgendwie gefehlt, oder? Ein Foto von David und Ivy.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Zurück in Hongkong


Ihr fragt Euch vielleicht, warum wir noch einmal zurück nach Hongkong geflogen sind. Das hat etwas damit zu tun, wie die Reise überhaupt zustande kam, dass mein Sohn zu einer Hochzeit dort eingeladen war und sein Flugticket so gekauft hatte, dass die Hochzeit in der Mitte seines Aufenthalts lag. Alles andere, auch seine Mama, kam erst später hinzu. Also, wie gesagt, noch ein Tag in Hongkong und wir ließen uns, wie das so unsere Gewohnheit ist, einfach treiben. Unten seht Ihr einen Blick aus dem Fenster unseres Hotels, auf einen, ja, tatsächlich, Friedhof.

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Wir fuhren gleich morgens ins Zentrum und stießen dort auf ein sehr seltsames Phänomen: Überall waren Philippininnen. Tausende. Der chinesische Freund meines Sohnes hatte uns schon davon erzählt. Es sind Frauen, die bei Familien als Hausmädchen angestellt sind und sich an Sonn- und Feiertagen treffen und den Tag miteinander verbringen. Sie sitzen auf Kartons auf Straßen und Plätzen und in Unterführungen. Sie unterhalten sich, essen und trinken, machen sich die Haare und die Fingernägel schön, handarbeiten, spielen Karten... Ein paar Frauen studierten einen Tanz ein, andere benutzten eine gesperrte Straße als Catwalk. Hier seht Ihr Bilder:

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Man weiß nicht so recht, ob man mit ihnen Mitleid haben soll. Vielleicht geht es ihnen besser als den Frauen in ihrer Heimat. Andererseits sind sie da so ganz ohne Männer und vielleicht haben sie ja auch zuhause Kinder. Die Frauen sitzen aber nicht nur herum. Wir gerieten in ein Einkaufszentrum für Philippinen. Dort gab es drei Jeans für zehn Dollar, drei T-Shirts für fünf Dollar. Es gab auch philippinische Sim-Cards und philippinische Lebensmittel.

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Draußen war gleich eine improvisierte Packstation, wo die Frauen die Sachen für ihre Lieben in der Heimat verpacken und aufgeben konnten. Unsere Welt ist doch ein sehr, sehr seltsamer Ort.

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Am Abend gingen wir noch einmal mit David und Ivy, den chinesischen Freunden meines Sohnes, essen. Es sind so liebe Leute. Es ist ein Glück, wenn man sie Freunde nennen darf. Kleines peinliches Erlebnis zum Abschluss: Wir wollten unbedingt das Abendessen bezahlen, aber als David den Inhalt unserer Geldbörse sah, sagte er: "Ihr könnt gar nicht bezahlen. Wenn ihr bezahlt, habt ihr kein Geld mehr, um zum Flughafen zu kommen!" Womit er recht hatte. Wir mussten ihn also bezahlen lassen. Als mageren Ausgleich gaben wir ihm unsere Octopus-Cards, auf denen noch Geld war. Diese Octopus-Cards sind eine super Sache. Man kann damit alle möglichen Verkehrsmittel und auch sonst so einiges bezahlen, zum Beispiel an Kiosken und in manchen Restaurants, so genau weiß ich das nicht. Man hält einfach die Karte an so ein Gerät und schon hat man bezahlt. Einfach dranhalten genügt, ich finde das gut. Abends um 23.45 hatten wir unseren Rückflug nach London. Mein Sohn flog dann weiter nach Frankfurt, ich nach Madrid. Von unserem Hinflug habe ich Euch noch gar nicht erzählt, oder? Da gab es dramatische Szenen in Heathrow...

Sonntag, 8. Oktober 2017

Phuket

Wir flogen also nachmittags in Bangkok los und landeten eine knappe Stunde später in Phuket. Dann hatten wir noch eine Stunde Fahrt im Taxi zum Hotel. Wir hatten wieder einen Taxifahrer von der Sorte Ich spreche gut Englisch, ich kann bestimmt fünfzig Wörter, und deshalb können wir jetzt eine Stunde non-stop quasseln. Naja, gut, wir sind ja auch sehr redselig. Der Fahrer erzählte, daß die meisten Touristen in Phuket Chinesen wären, an zweiter Stelle stünden Russen, an dritter Australier. Die Deutschen kämen erst in der Hauptsaison, als Pauschalreisende, und würden deshalb kaum Taxi fahren. So teuer war die Fahrt gar nicht, Benzin kostet dort ja genauso viel wie in Europa: 1000 Baht (30 Euro) für eine gute Stunde fahren, für die Rückfahrt würde er nur 800 Baht (24 Euro) nehmen, wir sollten ihn anrufen. Er hieß Pi und gab uns sein Kärtchen. Die Ankunft im Hotel war ein bisschen seltsam: Er lud uns am Eingang zum Komplex aus, dann fuhr uns ein hoteleigenes Gefährt bis vor die Tür. Ts. Es war schon dunkel, als wir endlich in unser Zimmer kamen. Es war sackrabennacht. Wir strengten unsere Augen an und starrten vom Balkon in die Dunkelheit, da war kein Licht, da war nichts zu erkennen. Nur das Meeresrauschen, das war vielversprechend. Und morgens erwartete uns dann dieser Anblick:
Auf dem Bild sieht es vielleicht so aus, als sei das Wetter schlecht gewesen wäre… Die Monsunzeit war ja auch noch nicht vorbei und es regnete jeden Tag ein- oder zweimal. Aber, Leute, ich komme aus Spanien, hier herrscht eine fürchterliche Trockenheit, ich kann mich über ein bisschen Regen nicht aufregen. Die Temperatur betrug auch konstant um die 30 Grad, die Wolken verschwanden im Laufe des Tages (bis sie dann wieder kamen).
Auf dem Bild oben seht Ihr, wo wir unser Frühstück einnahmen. Tooolll!!!! Beachtet den Wasserfall in der rechten Bildhälfte! Und die wunderschöne tropische Vegetation!
Das Hotelgelände… bevor er die Bilder sah, fragte mein Gatte, ob es dort sei wie in Benidorm, weil man doch immer hört, Phuket, Massentourismus und so. Die Antwort lautet nein, es ist dort nicht so wie in Benidorm, zumindest nicht dort, wo wir waren.
Oben seht Ihr ein Bild vom Strand. Es ist der Karon Beach. Da waren echt wenig Leute, unabhängig vom Wetter. Solche Wolken, wie die oben, waren nach einem kurzen Regen weg und dann knallte die Sonne wieder vom klaren Himmel. Was am Strand witzig war: In unserem Hotel waren bestimmt 95 Prozent der Gäste Ostasiaten, in den Unterkünften rechts und links davon waren hauptsächlich Russen, so waren dann auch die Badegäste am Strand geordnet: Russen, Chinesen, Russen.
Man konnte vom Hotel aus spazieren gehen, links war ein Ort, rechts war eine Touristenstraße mit Restaurants, Geschäften und Massagesalons und so weiter. Der Ort war natürlich auch voller Angebote für Touristen. Mein Sohn ließ sich massieren. Ich traute mich nicht, da ich noch nie massiert worden war und mir das auch nicht richtig vorstellen konnte, von einem fremden Menschen so angetatscht zu werden. Am nächsten Tag wagte ich es und es war toll, also, ein bisschen schmerzhaft, aber ich glaube, ich habe davon profitiert. Unten seht Ihr wieder das Hotelgelände und die umliegende Landschaft. Dieses üppige Grün, ich finde das so, so schön.
Unten seht Ihr das Hotel selbst:
Und noch ein bisschen Tropenvegetation:


Das Dorf
Bunt und schön! Für die Rückfahrt riefen wir den Taxifahrer Pi an. Was heißt wir riefen an, mein Sohn rief an. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es möglich ist, mit einem Menschen zu telefonieren, mit dem man keine gemeinsame Sprache hat! Es klappte aber ganz gut. Er konnte selbst nicht kommen, ein Stellvertreter erschien. Der konnte weniger gut Englisch, vielleicht so fünfundreißig Wörter, und er gab seiner Bewunderung für Pi Ausdruck, der so gut Englisch sprach. Okay, ich gestehe, es macht riesigen Spaß, sich so mit Händen und Füßen zu verständigen und die Leute dort unten sind auch total nett und gutwillig. Die drei Tage in Phuket waren also auch ganz toll: das Meer war warm, die Wellen ein bisschen zu stark, das Hotel war paradiesisch, der Pool sehr warm, das Essen gut, die Massage toll, alles top. Dann ging es wieder zurück nach Hongkong…

Freitag, 6. Oktober 2017

Der letzte Tag in Bangkok

Ja, und dann brach auch schon unser letzter Tag in Bangkok an. Als erstes fuhren wir mit der Fähre unseres Hotels auf die andere Seite des Flusses. Er heißt Chao Phraya. Ich bin schon x-mal gefragt worden, wie der Fluss heißt, jetzt habe ich es doch einmal nachgeschaut: Chao Phraya. Auf dem Bild unten seht Ihr den Blick vom anderen Ufer zurück auf unser Hotel (das große, schmale im Vordergrund, mit dem UFO auf dem Dach). Es ist das Millennium Hilton Bangkok, es hat fünf Sterne, die Nacht kostet 87 Euro ohne Frühstück (wusste ich doch, dass Euch das interessiert).
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Dann fuhren wir ein, zwei Haltestellen mit dem Busboot zur River City, einem Luxus-Einkaufszentrum, wo wir zu frühstücken hofften, aber erst streiften wir ein bisschen herum und stießen dabei unter anderem auf das Gebäude auf dem Foto unten. Es ist ein altes Zollgebäude, es steht zum Verkauf. Man kann hier ein Boutique-Hotel einrichten, stand auf einem Schild. Das Gebäude im Hintergrund ist das Oriental Mandarin-Hotel. Es gilt als eines der besten Hotels der Welt. Die Übernachtung dort kostet ab 350 Euro. Weiß nicht. Wir überlegten, dort einen Kaffee zu trinken. Von der Straße aus sah es dann aber doch nicht so mega-attraktiv aus, also im Vergleich zu allem anderen dort. Es war nicht so, daß man gedacht hätte: Boah, da muss ich jetzt rein, sonst bereue ich es später. 
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Stattdessen nahmen wir unser Frühstück im Coffee Club im Riverside Plaza ein.
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Wir hatten immer noch keinen Plan für den Tag. Noch mehr Tempel? Noch mehr Märkte? Noch mehr Einkaufszentren? Am selben Nachmittag sollte es weitergehen nach Phuket, wir waren schon ein bisschen im Entspannungs-Modus, also entschieden wir uns für eine Bootsfahrt auf dem - äh, äh, jetzt muss ich wieder nachgucken - Chao Phraya, und zwar mit dem Busboot, das überall hält. Eine Fahrt kostet weniger als 40 Cents, egal, wie weit man fährt. Auf dem Weg zur Anlegestelle kamen wir wieder durch eine dieser typischen Straßen, wo die Leute ihre Mini-Restaurants aufbauen. Es ist echt unglaublich, eins am anderen. 
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Und dann fuhren wir mit dem Boot den Chao Phraya hinauf, noch einmal vorbei an allen Sehenswürdigkeiten, bis über die Innenstadt hinaus. Und dort wurde es ziemlich interessant: Wie viel dort gebaut wird! Man hat das Gefühl, es geht aufwärts in diesem Land, das ist doch sehr erfreulich. 
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Es gab moderne Hochhaussiedlungen, einen riesigen Tesco-Supermarkt sahen wir auch. Dort hielt schon der westliche Lebenstil Einzug.
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Eindrücke von den Ufern des Chao Phraya…
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Für die oben genannten vierzig Cents kann man so ziemlich ewig fahren. Wir mussten dann aber umkehren, also ein Boot besteigen, das in die entgegengesetzte Richtung fuhr, um das Flugzeug nach Phuket nicht zu verpassen. Die Eindrücke aus Bangkok waren, wie überall auf der Reise, überwältigend. Mit der Fahrt an den Flughafen läuteten wir die vorletzte Phase unserer Reise ein…

Samstag, 30. September 2017

Weiter geht es in Bangkok



Nach dem goldenen Buddha fuhren wir mit der U-Bahn zum Einkaufszentrum Terminal 21, das uns empfohlen worden war. Im U-Bahnhof lag ein Kondolenzbuch, in das wir uns eintrugen. Ich respektiere das echt: Vietnamkrieg, Völkermord in Kambodscha, in Bhumibols Land herrschte während dessen Frieden. Ich gestehe allerdings, daß ich, was thailändische Politik betrifft, völlig ahnungslos bin. Es ist nur so mein Eindruck. Das Foto zeigt Mutti, wie sie sich in das Kondolenzbuch einträgt. Also mich.
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Zwei weitere Personen hatten sich schon in lateinischer Schrift eingetragen. Die Trauerstätte befand sich in einer U-Bahnstation und da war null Vandalismus, unglaublich, ne? Also, weiter ging’s zum Einkaufszentrum.
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Das Einkaufszentrum war riesig und für mich auch ein Symbol für die Globalisierung. Es gab dasselbe wie überall und zu Preisen wie überall. Da sieht man, daß es hier eine kritische Masse gibt, die sich diese Dinge leisten kann, Adidas und Starbucks und Mango und so. Bangkok ist eine Stadt der Kontraste. Das Flair der Dritten Welt neben modernen Wolkenkratzern und einer wachsenden Mittelschicht. Und was überall gebaut wird! Mit dem Besuch des Einkaufszentrums (wir hätten ja was gekauft, aber wir brauchen echt nichts…) war unser Tagesprogramm noch nicht beendet. Wir besuchten anschließend die Häuser von Jim Thompson. (Das auf dem Bild sind sie nicht, sie sahen aber so ähnlich aus. Anscheinend habe ich vergessen, sie zu fotografieren.)
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Jim Thompsons Häuser sind Häuser im traditionellen thailändischen Stil, die dieser amerikanische Unternehmer, der später unter seltsamen Umständen im Dschungel von Malaysia verschwand, aus irgend welchen Dörfern hierher brachte. Die Führung, die wir dort hatten, war gut und witzig. Anschließend kehrten wir per Skytrain und Boot ins Hotel zurück. Am nächsten Vormittag genossen wir noch Bangkok, dann ging es weiter nach Phuket, auf das ich Euch schon Mal eine Vorschau bieten werde….

Totally Zen...

Totally Zen...

Freitag, 1. September 2017

Veintiochominutos.tumblr.com

Okay, also: Ihr wisst, dass nur ganz wenige Leute wissen, dass ich diesen Blog habe. Meine einzigen Leser sind meine Kinder und gelegentlich mein Vater, sowie Leute, die zufällig vorbeikommen. Nun beabsichtige ich, nächsten Samstag mit meinem ältesten Sohn nach Hongkong zu fliegen, wo er zu einer Hochzeit eingeladen ist. Ich war noch nie in Asien und die Aussicht auf diese lange und komplizierte Reise (Macao, Vietnam, Angkor Wat, Thailand) macht mich ziemlich nervös, da ich keine Ahnung habe, was uns dort erwartet (meine Furcht wird dadurch gemildert, dass wir nur sehr gute Hotels gebucht haben). Und wenn ich nervös bin, beruhigt es mich, wenn ich schreibe, gleich, ob es dann jemand liest oder nicht.
Ja, und dass wir diese Reise antreten, wissen viele Leute und ein paar haben uns Tipps gegeben und mich ermutigt, als ich im Zweifel war, ob ich mitkommen sollte oder nicht. Ich beschloss also, einen Blog zu schreiben - auf Spanisch, weil ich in dieser Sprache mit den meisten Menschen in meiner Umgebung kommuniziere - um unsere Freunde und Bekannten bezüglich der Vorbereitungen auf dem Laufenden zu halten und dann später unsere Erlebnisse zu berichten. Nun begab es sich aber, dass im Gespräch mit meinen Freundinnen die Rede auf die vielen Leute kam, die ihr Leben im Internet ausbreiten und mit ihren Erlebnissen angeben. Ujujui, dachte ich. Und eine Freundin sagte, dass sie Facebook im besten Fall aufmachte, um sich über die Leute lustig zu machen. Ujujui, dachte ich. 
Trotzdem richtete ich unter großen Mühen mir (Frau, vierundfünfzig) bei Tumblr einen Blog ein, lud ein Foto hoch und schrieb einen spanischen Text dazu. Ich brauchte zwei Tage und die Unterstützung meines jüngsten Sohnes dafür.
Mein Gatte kann meinen Schreibstil nicht leiden. Ich habe gar keinen Schreibstil, ich schreibe nur das auf, was aus meinem Hirn tropft. Er findet, es ist eine Zumutung für jeden möglichen Leser. Naja. 
Eigentlich hatte ich auf Facebook und im WhatsApp und so weiter meine Freunde und Bekannten einladen wollen, meinen Reiseblog zu lesen. Gut, er hat mir die Augen geöffnet, ich lasse es also bleiben. Ich lade nur Euch, die Ihr diesem Blog folgt und an mich gewöhnt seid, auf den neuen Blog, veintiochominutos.tumblr.com ein, der jetzt doch, da wir entre nous bleiben werden, auf Deutsch sein wird. Hier habt Ihr noch ein direktes Link: http://veintiochominutos.tumblr.com
P.S.: Vielleicht fragt Ihr Euch, was der Name veintiochominutos bedeutet. Das ist spanisch für achtundzwanzigminuten. Ich habe mir nämlich vorgenommen, während der Reisevorbereitungen und auf der Reise jeden Tag eine halbe Stunde für den Blog zu schreiben, aber der Name mediahora.tumblr.etc. war schon vergeben, und neunundzwanzig Minuten auch, dann mussten es eben achtundzwanzig Minuten sein.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Computer

Was mir gerade durch den Kopf gegangen ist, als ich auf meiner Tastatur so vor mich hintippte: Ich kann mich erinnern, als ich zum ersten Mal auf einer elektrischen Schreibmaschine geschrieben habe. Die Tasten waren viel leichter gängig als bei der mechanischen Schreibmaschine und dann gab es diese phantastische - äh, fantastische, oder? - Sache mit diesem Laufband, wo immer stand, was man zuletzt geschrieben hatte und man konnte Fehler korrigieren bevor sie auf dem Papier landeten und mit Tipp-Ex angegangen werden mussten. Ich bin echt froh, dass es mir vergönnt war/ist, diesen wahnsinnigen technischen Fortschritt zu erleben. 

Montag, 6. Juni 2016

Alter spanischer Witz

Vor dem Essen stellte ich heute ein Schälchen Altramuces zum Naschen auf den Tisch. "Ein kleineres Schälchen hast du nicht gefunden?" fragte mein Gatte ironisch. (Zum Größenvergleich liegt ein normalgroßes Handy daneben, was Altramuces sind, habe ich hier klicken schon mal beschrieben). Und der folgende alte, aber immer wieder lustige Witz fiel ihm ein:
Ein Mann kommt in ein modernes, hippes Restaurant und bestellt eine Suppe. Sie wird ihm in einem winzigen Gläschen serviert. Als Hauptgang bestellt er ein Steak. Ein winziges Würfelchen Fleisch wird gebracht. Die Flasche Wasser ist ebenfalls winzig klein. 
"Herr Ober," ruft der Herr, als er mit dem Essen fertig ist, "bringen Sie mir bitte eine Briefmarke!"
"Eine Briefmarke?" fragt der Ober.
"Ja, ich lese nach dem Essen gern ein wenig."
Uahahahahaha, uahahahahahahahaha, alt, aber immer wieder lustig.

Sonntag, 5. Juni 2016

Ein lohnendes Geschenk

Es ist wohl davon auszugehen, dass Onkel Franz meiner Mutter anlässlich meiner Geburt vor mehr als fünfzig Jahren tatsächlich einen Strauß Gladiolen geschickt hat. 
Mit freudigem Gesicht erzählte er alle Jahre wieder davon und von Jahr zu Jahr wuchs der Blumenstrauß. Als ich dreißig oder vierzig wurde, war Onkel Franz bereits beim Armvoll angekommen. Mit dem rechten Arm machte er eine möglichst ausladende Geste und sagte: "Ich habe deiner Mutter damals einen Armvoll Gladiolen geschickt." Es machte ihn so glücklich... beim Armvoll ist er dann geblieben, bis zur Wagenladung hat er sich dann doch nicht getraut. Dann hätte sich vielleicht außer ihm auch noch jemand daran erinnert, wenn da ein Lkw vorgefahren wäre und Gladiolen abgeladen hätte. 

Frühling - und wir haben aufgerüstet

Mein Leser hat sich Bilder von den neu angebrachten Gittern gewünscht. Hier die vorm Arbeitszimmer...
und vor der Küche. Das Design erklärt sich so: Weder sollten sie wie Gefängnisgitter aussehen noch viele Schnörkel haben, die man dann saubermachen muss und die am Tag X schwer zu streichen sind. Ich weiß auch, dass diese Gitter nicht supersicher sind, dass man sie einfach abschrauben kann, aber man hat doch ein besseres Gefühl, wenn man zum Beispiel vorn das Fenster offen stehen hat und hinten im Garten oder unten im Keller ist. Der Herr, der die Gitter installiert hat, meinte, dass es zwei Sorten von Einbrecher gibt: die, die wissen, dass man reich ist oder etwas Wertvolles besitzt, die also um jeden Preis einbrechen wollen und sich von einem Gitter nicht aufhalten lassen, und die, die einfach gucken, wo man leicht reinkommt, z.B. Rauschgiftsüchtige, denen alles egal ist, die aber weitergehen, wenn man ein Gitter hat. Da wir in die Kategorie eins nicht fallen, denke ich, die Gitter bringen schon was.
 Bild aus dem Vorgarten: Rosen und Rhododendron, da hinter der Kastanienbaum...
Weiter: Die Tür zum Windfang, die wir immer offen stehen hatten, weil wir zu faul waren, sie zuzuschließen, hat jetzt dasselbe Schloss wie die Haustür, ebenso wie die Tür von der Küche in die Garage (die auch immer offen stand) und die Tür von der Garage zum Hof, die wir nachts mit einem Riegel verschlossen. Alle diese Türen können jetzt mit demselben Schlüssel, dem Hausschlüssel, auf- und zugeschlossen werden. Der Austausch der Schlösser hat pro Schloss 30 Euro gekostet, das fand ich nicht viel.
 Noch einmal ein Blick auf die Rosen im Vorgarten. Sie sind heuer wunderschön. 2016 ist bei uns in Spanien ein ausgesprochenes Rosenjahr (Klimawandel!).
Unten seht Ihr Vicki und Zipri. Wie ich Euch bereits bei anderer Gelegenheit erzählt habe, habe ich wohl so 
um die 80 Kerne Sevilla-Orangen gepflanzt und Vicki und Zipri waren die einzigen Erfolgsgeschichten. Jetzt geht es Vicki (links im Bild) echt nicht so gut. Ich weiß nicht, was mit ihr los ist. Ich habe sie bereits gedüngt, mit Insektengift eingesprüht, abgewaschen... sie gedeiht nicht. Die Blätter werden ganz langsam braun. Ich befürchte Schlimmes. Zipri geht es recht gut, obwohl er auch nicht abgeht wie eine Rakete. Jedes Unkraut wächst schneller!
 Unten seht Ihr einen Blick aus dem Küchenfenster. Natürlich ist es ohne Gitter schöner, aber ich habe doch an Lebensqualität gewonnen, da ich mir nicht mehr so viele Gedanken mache. Ich denke nicht jedesmal, wenn ich heimkomme: "Oh nein, hoffentlich hat niemand eingebrochen."
Unten seht Ihr meinen blühenden Kaktus zum heutigen Tag. Ist es ein verspäteter Osterkaktus? Ein extrem früher Weihnachtskaktus? Wenn man's wüsste, gell?
Unten seht Ihr eine weitere neue Sicherheitseinrichtung: Ein Schloss an den Schiebetüren vom Wohnzimmer zum Gartenzimmer bzw. im Winter zur Orangerie, aber im Moment ist es ja keine Orangerie, weil Zipri, Vicki und der Zitronenbaum draußen sind. Beim security feature (klingt gut, ne?) handelt es sich um einen Stift, der durch beide Schiebetüren geht, sodass man sie, wenn sie abgeschlossen sind, nicht öffnen kann. Selbstverständlich kann man immer noch einfach die Scheibe einschlagen, aber es hält vielleicht doch mögliche Gelegenheitseinbrecher auf. 
 Unten der Blick aus der Wohnzimmerecke durchs Gartenzimmer in den Garten. Schön, ne?
Und, last but not least: eine weiße Orchidee. Darauf darf man im modernen, gepflegten Haushalt nicht mehr verzichten. A white orchid is a must. Da sie so vor zwei Wochen bei Aldi im Angebot waren, haben wir jetzt auch eine! Juhuuu. Wie lang halten diese Dinger eigentlich? Sie wird wie im Internet empfohlen gepflegt, d.h. der Wurzelballen wird einmal die Woche mit Wasser übergossen. Noch sieht sie gut aus. (Bin kein Freund von schwierig zu pflegenden Pflanzen, aber ich glaube, im Moment ist eine Wohnungsausstattung ohne weiße Orchidee einfach nicht komplett.)

Freitag, 3. Juni 2016

Aus unserem Leben

Vor zwei Tagen. Mittags. Ich stand am Herd, als das Telefon klingelte. Es war meine Freundin F., sie sei mit ihrer Mutter in der Notaufnahme des Krankenhauses, hätte ihren herzkranken Mann allein zuhause gelassen und jetzt versuche sie seit einer Stunde, ihn anzurufen, aber es wäre immer besetzt. 
Handy benutzt er nicht. Leben und Tod, ihm ist es egal, er hat seinen Frieden gemacht. Sie bat mich, zu ihrem Haus zu gehen und ihrem Mann zu sagen, er solle den Hörer auflegen. Sie mache sich Sorgen.
Ich sagte: "Ich kann jetzt nicht gehen, ich habe eine Pfanne auf dem Feuer stehen, meine Esser kommen gleich, aber mein Sohn fährt bald an deinem Haus vorbei, ich werde ihm sagen, er soll anhalten und deinem Mann sagen, er soll das Telefon auflegen."
Gesagt, getan. Mein Sohn war schon in ihrer Straße, als ich ihn anrief.
"Halte bitte vor Joses Haus und klingle und sage ihm, er soll sein Telefon auflegen."
Mein Sohn hielt, klingelte, klopfte, niemand machte auf. Er rief mich an, um mir dies mitzuteilen.
Da Jose, wie gesagt, herzkrank ist, dachte ich natürlich gleich an das Schlimmste.
"Du musst versuchen, in das Haus reinzukommen," sagte ich. 
Das Haus ist voll vergittert, da bei ihnen schon einmal eingebrochen wurde.
"Da kommt man nirgendwo rein," sagte er.
"Klingle bei den Nachbarn, vielleicht kannst du hinten über den Garten rein," sagte ich.
"Ich will keine Leiche finden," sagte mein Sohn.
"Vielleicht braucht er Hilfe, vielleicht liegt er hilflos neben dem Telefon, du hast einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht," sagte ich.
"Ich will ihn auch nicht wiederbeleben müssen," sagte mein Sohn.
"Du musst unbedingt sehen, wie du in das Haus kommst," sagte ich.
Es ist ein Reihenhaus. Er klingelte bei den Nachbarn, keiner war da.
Ich versuchte vergebens, F. zu erreichen, um sie zu fragen, ob sie einen Schlüssel außerhalb des Hauses versteckt hätte. 
Mein Sohn untersuchte das Haus nach einer Möglichkeit, hineinzukommen. Er hatte sich in den Gedanken ergeben, Jose auffinden zu müssen. Da kam dieser plötzlich fröhlich um die Ecke. In Abwesenheit seiner Gattin hatte er sich in der Dorfkneipe einen Frühschoppen gegönnt.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Wie man Freunde verliert und sich Feinde macht

Naja, so dramatisch ist es jetzt auch wieder nicht, aber die Überschrift ist mir so eingefallen und da habe ich gedacht, schreibst's halt hin. Es ist mir wiiieder passiert, nach Jahren, und ich hole ganz weit aus, um Euch zu erzählen, was.
Als ich noch in der Schule war, kam dieses Buch heraus, "Die unendliche Geschichte", und da war diese Gruppe von Mitschülern, die cool waren (weiß gar nicht mehr, wie man das damals gesagt hat) und die das Buch lasen und darüber sprachen und die waren alle gescheit und das war so toll und ich hätte gerne auch dazu gehört. Aber das Buch war so uninteressant, so unendlich laaangweilig... und obwohl ich mich nicht einmal mehr an die Namen der Leutchen der Gruppe erinnere, sehe ich sie noch im Geiste vor mir, wie sie zusammen stehen. Ich habe das Buch nie zu Ende gelesen.
Und in meiner Studienzeit hatte ich eine Freundin, eine sehr gute Freundin, eine der besten Freundinnen, die ich je hatte, die gab mir erbauliche Bücher zu lesen. Eines davon war "Johannes" von Heinz Körner, wie ich durch Internet-Recherche feststellen konnte. In einem anderen ging es um einen gelähmten Menschen, der durch Liebe und die richtige Einstellung wieder gehen konnte. Trotz intensiver Suche kann ich nicht feststellen, wie letzteres Buch hieß. Ich sagte zu meiner Freundin, ich fände diese Bücher nicht nur schlecht, ich fände sie ärgerlich und beleidigend schlecht. Ich glaube, da hat unsere Freundschaft den ersten Sprung bekommen. Ich hätte schweigen sollen, weiß ich jetzt im Nachhinein.
Und dann, als diese erbaulichen Präsentationen im Internet modern wurden und einem den Posteingang füllten, schöne Fotos von Wasserfällen und Sonnenuntergängen, Wüsten und Landschaften im Schnee, und dazu "Geh deinen Weg und du wirst deine Bestimmung erreichen", "Niemand kann dir etwas eröffnen, was nicht schon im Dämmern deines Wissens schlummert ", "Ich bin, heute und hier im Sein" und was es da sonst noch für Kacke gibt, ich will da jetzt gar keine Autoren nennen. Und ich sagte zu meinen Freundinnen: "Bitte schreibt mir nur, wenn ihr mir etwas mitteilen wollt." Das kam ganz schlecht an. Das war keine gute Idee. 
Ich wollte doch immer ein tiefgründiger, feinsinniger Schöngeist sein, ehrlich, echt. Echt!!!
Und als dann das WhatsApp aufkam... und ich bin jetzt in diesen WhatsApp-Gruppen, da ist es wieder passiert. Ich nehme diese ganzen erbaulichen Sachen hin, kommentarlos, aber letztens - und ich kann Euch sogar genau sagen, wann es war, nämlich an Cervantes' 400. Todestag - kam wieder so ein Text... Oh, wie sinnig, oh, wie schön, antworteten die Leser, aber eine Freundin schrieb, dieser Text sei gar nicht von Cervantes. Und ich schrieb: "Das habe ich mir gleich gedacht. Dieses dümmliche, esoterische Gewäsch sieht eher nach Paulo Coelho aus." Und das war wieder ganz, ganz falsch. Gott sei Dank sind wir jetzt in einem Alter, in dem man über so etwas hinweg sieht, sonst hätte ich wieder Freunde verloren. Aber Leute, liebe Leser, über Paulo Coelho nichts, es sei denn, es wäre etwas Gutes. Ich denke insbesondere an junge Menschen, die vielleicht mit dem Asperger-Syndrom behaftet sind und nicht wissen, wie wichtig den Tiefgründigen ihre tiefen Gründe sind. Seid vorsichtig!!! Im Zweifel wenn möglich Mund halten, falls dies nicht möglich sein sollte, "wie schön" oder Vergleichbares sagen.
Andererseits: Wenn mein späterer Gatte so gehandelt hätte, hätte ich ihn nie näher kennengelernt, ich bin nämlich, wie ich an anderer Stelle schon erzählt habe, nämlich hier, im Rahmen einer Gedichtinterpretation auf ihn aufmerksam geworden und wenn er nicht sein wahres Ich gezeigt hätte, wäre nie etwas aus uns geworden.
Da fällt mir eine andere Episode aus unserem Leben ein: Versetzt Euch in das Jahr 1986. Ich schleppte meinen späteren Gatten ins Kino, den Film "Momo" anschauen. An einer besonders berührenden Stelle (ich kann mich nicht mehr an die Handlung erinnern) machte er plötzlich seltsame Geräusche. Weinte er? Hatte er Schnupfen? Was war denn das für ein seltsames Grunzen? Ich schaute zu ihm hin. Er konnte nur mit Mühe ein Lachen unterdrücken. Da wurde mir bewusst, was das alles doch für ein Kitsch war und ich begann auch zu kichern. Daraufhin platzte es aus ihm heraus und er lachte laut und ich auch, wir lachten schallend und störten den weihevollen Moment. Die Mütter, die mit ihren Kindern da waren, drehten sich um und machten "Pssst!" und wir mussten mit Tränen in den Augen den Saal verlassen. Es war die fehlende Tiefe, die ihn in meinen Augen so attraktiv machte...
(Gut, dass das hier niemand liest, sonst würden sich meine Leser enttäuscht von mir abwenden, obwohl ich gerade mit meinem ganzen Sein hier im Jetzt bin, auf dem Weg zu meiner Bestimmung im Tau meines Wissens, äh, Wesens, oder?)

Neuwahlen in Spanien am 26. Juni

Wie Ihr wisst, waren in Spanien letztes Jahr im Dezember Parlamentswahlen. Mit dem Wahlergebnis war es nicht möglich eine Regierung zu bilden, deshalb wird am 26. Juni noch einmal gewählt. Zu diesem Thema habe ich bisher noch nichts geschrieben und das ist vielleicht auch besser so, denn ich lag mit meinen Einschätzungen stets falsch. Zuerst hatte ich gedacht, nach den Wahlen im Dezember gäbe es eine Regierung PP (Volkspartei, Mitte rechts, das sind die mit Rajoy, die jetzt gerade dran sind) plus Ciudadanos (neue Partei der Mitte). Damit lag ich falsch. Dann dachte ich aha, es gibt eine große Koalition PP plus PSOE (Mitte links). Damit lag ich auch falsch. Was ich vollkommen ausgeschlossen hatte, waren Neuwahlen. Damit lag ich auch falsch, es gibt nämlich Neuwahlen. Wollt Ihr trotzdem lesen, was ich als Ergebnis der Neuwahlen erwarte? Wie beim letzten Mal, PP plus Ciudadanos, mit Rajoy an der Spitze, obwohl Ciudadanos gesagt hat, dass Rajoy als Symbol der Fäulnis weg muss bevor sie mit PP eine Koalition bilden würden. Oder vielleicht überholt Podemos (die neue Linkspartei) PSOE und es gibt eine Linkskoalition, gegebenenfalls auch mit Ciudadanos, obwohl Podemos gesagt hat, dass sie nicht mit PSOE koalieren, sofern PSOE sich nicht von Ciudadanos lossagt (Ciudadanos tanzt auf beiden Hochzeiten). Es bleibt spannend!

Dienstag, 3. Mai 2016

Diesen Dialog fand ich gut

In der ziemlich lustigen spanischen Comedy-Serie "La que se avecina":
Judith, die Psychologin, die ständig erfolglos auf Männerjagd bzw. auf der Suche nach ihrem Traumprinzen ist, hat eine Patientin auf der Couch liegen, die über ihren Mann jammert, darüber, dass er sie immer ignoriert. Judith sagt: "Was jammerst du? Sei glücklich! Ich habe noch nicht einmal jemanden, der mich ignoriert!" Ich habe noch nicht einmal jemanden, der mich ignoriert, hahahahahahahahahaha (aber natürlich gleichzeitig traurig und tiefsinnig, ne?).

Montag, 2. Mai 2016

Roy Orbison- A Love So Beautiful

Sagt mal, wie kann denn das sein, dass ich so viele Jahre durch's Leben geschritten bin, ohne dass mir dieses Lied begegnet ist??? Heute entdeckt:
Roy Orbison - A Love So Beautiful

Sonntag, 1. Mai 2016

Bandeja Paisa

Sprich Bandeja mit Betonung auf dem e und das j wie ch in Buch oder kolumbianisch wie h,
paisa mit Betonung auf dem i.
Unsere kolumbianischen Freunde hatten uns heute zum Mittagessen eingeladen, nämlich zum typisch kolumbianischen Gericht Bandeja Paisa. Die oben gezeigte Portion ist eine normale Portion für eine Person. Sie ist so umfangreich, dass sie nicht auf einen Teller passt, deshalb Bandeja = Platte. Im Uhrzeigersinn, beginnend auf 9 Uhr: Gebackene Bohnen, gebratenes, sehr feines Hackfleisch, Arepa (kleiner Maisfladen), Spiegelei, Avocado, zwei gebackene Rippchen, gebackene Chorizo, gebackene Kochbanane, in der Mitte gekochter Reis, darüber eine stark ausgebackene Scheibe Bauchfleisch, die sehr gelungen und knusprig war. Alles sehr lecker! Das Bild unten stammt aus dem Jahr 2012, als die Jugend eine Bandeja Paisa machte und in Ermangelung entsprechender Platten versuchte, sie auf einen Teller zu bringen: Bohnen, Salsa de Aji (die Tomatensoße), Bauchfleisch, im Hintergrund die Arepa, darunter die Avocado, der Reis befindet sich unter dem Spiegelei, statt gebackener Kochbanane Süßkartoffel. Im Vordergrund ein Stück Chorizo. Auf einer Platte kommt diese kolumbianische Spezialität halt doch viel besser zur Geltung.
Übrigens: Da ich nicht wusste, was die Herrschaften reichen würden, brachte ich als Nachtisch Donauwellen!!! mit, die jedoch trotz allem super ankamen. Tschüssli!

Freitag, 29. April 2016

Bei dem läuft alles schief - dem wachsen die Zwerge

Le crecen los enanos - dem wachsen die Zwerge, diese spanische Redensart habe ich heute mal wieder gehört. Ich hatte echt gedacht, dieser Ausdruck wäre mittlerweile verboten oder so verpönt, dass ihn niemand mehr zu benutzen wagt. Der ganze Satz lautet: Monta un circo y le crecen los enanos = er gründet einen Zirkus und die Zwerge fangen an zu wachsen. Es bedeutet, dass bei jemandem vieles schief geht, auch Dinge, von denen das ganz gewiss nicht zu erwarten war, denn wenn man einen Zirkus gründet, kann vieles schief gehen, aber dass die Zwerge wachsen, ist äußerst unwahrscheinlich.
Der Radiosprecher Luis Herrero verwendete den Satz heute zur Beschreibung von Pedro Sánchez, dem Führer der spanischen sozialistischen Partei: A Pedro Sánchez le crecen los enanos, sagte er. 
Wie Ihr wisst, waren in Spanien letzten Dezember Parlamentswahlen und es ist seitdem nicht gelungen, eine Regierung zu bilden, deshalb werden die Wahlen am 26. Juni wiederholt. Ich finde diese Redensart echt lustig, deshalb widme ich ihr einen Blogeintrag. Tschüssli!  

Donnerstag, 28. April 2016

Bofrost

Der Typ, der da kam, der die Akquise machte, erinnerte mich an meinen ältesten Sohn. Sicher hatte er BWL studiert, vielleicht auch BWL und Jura, vielleicht noch ein Master drauf... wie das eben so ist in Spanien. Er war dünn und fleißig und eifrig und ich sagte okay, dann werde ich eben wieder Bofrost-Kunde. Er sagte: "Wenn Sie für mehr als 25 Euro einkaufen, bekomme ich einen Bonus." Ich kaufte für mehr als 25 Euro ein und war Bofrost-Kunde, zum zweiten Mal in meinem Leben. 
Das erste Mal war, nachdem ich eine wohlhabende und moderne Frau kennengelernt hatte, die Bofrost-Kundin war und in meinem unbändigen Drang, die Schönen und die Reichen nachzuahmen, war ich auch Bofrost-Kundin geworden. Damals waren wir in unserer Gegend mit Läden ziemlich unterversorgt, meine Kinder waren noch klein, D. aß gerne das Bamigoreng, der dreifarbige, gefrorene Paprika war recht praktisch. Ich kaufte also regelmäßig diese beiden Sachen und irgendwann kam der Bofrost-Mann nicht mehr, was mir auch recht war, denn zwischenzeitlich waren wir mit Läden gut versorgt.
Ja, und Jahre später dann wieder ein Bofrost-Mann. Nach zwei Wochen kam aber nicht mehr der junge BWLer, dessentwegen ich mich angemeldet hatte, sondern ein anderer Typ. Er ist falsch-freundlich, was mir aber wurscht ist, Hauptsache freundlich, aber man hat doch ein bisschen das Gefühl als würde er einem lieber eine reinwatschen, als wäre die Schicht der Freundlichkeit arg dünn und stünde in engem Zusammenhang mit der Kaufmenge. Is' egal, ne? Jedenfalls kam er dann alle zwei Wochen und ich sah mich gezwungen, ihm Sachen abzukaufen. Das Bamigoreng führen sie in Spanien nicht mehr und frische Paprika in drei Farben kriege ich mittlerweile in jedem Laden. Ich bin kein Freund von Tiefkühlfertigkost und kaufe solches Zeug normalerweise nur selten, muss ich sagen. Außer vielleicht Pizzen, die sich die Kinder nach Bedarf in den Ofen schieben können, aber da sind wir auch mit Dr. Oetker Ristorante und Buitoni Forno di Pietra zufrieden. Tiefkühlware ist einfach viel schlechter als das, was ich selbst zubereite. Fritten mache ich zum Beispiel in meiner Friteuse, in Extra Virgen Olivenöl. Ich koche nur mit jungfräulichem Olivenöl, was anderes habe ich gar nicht im Haus. Und das gekaufte Zeug wird mit irgendwelchem Industriefett gemacht, dass einem das kalte/eisige Grausen kommt. Allllle zwei Wochen kommt der Typ und seine Produkte sammeln sich in meiner Tiefkühltruhe an und hie und da zwinge ich mich, sie zu benutzen. Gestern habe ich die Barbacue Chicken Wings gemacht - wenigstens dachte ich, es wären Chicken Wings, aber dann waren diese Dinger ziemlich groß und hatten keine Knochen, vielleicht war's was anderes, und geschmacklich überzeugten sie auch nicht und was war denn das für eine schmierige Panade außen dran? Das geht besser, Leute. Viel besser. Das kann sogar der Aldi besser.
Und für heute hatte er sich wieder angekündigt. Ich wollte ihm nicht nein sagen, also beschloss ich, mich einfach zu verstecken. Eine dumme Idee, ich  weiß. Wir zogen morgens gar nicht erst die Rollläden hoch. Er sollte denken wir seien verreist. Unsere Perle putzte in der Orangerie, ehemals Wintergarten, auf der Rückseite des Hauses, dort machen wir gerade Feng-Shui-Reinigung (im Rahmen des Weihnachtsputzes 2017). Vicky, meinem einen Orangenbäumchen, geht es übrigens nicht besonders gut. Bei Gelegenheit mehr darüber. 
Der Bofrost-Mann kam im Laufe des Vormittags, klingelte zweimal und verzog sich dann wieder. Dann war Perle draußen fertig und wollte die Küche saubermachen. "Da brauch' ich Tageslicht," erklärte sie. "Gut, mach' den Rollladen hoch," sagte ich zu ihr. Kaum war der Rollladen oben, klingelte der Bofrost-Mann wieder. Ich warf mich auf den Bauch (ja, wirklich), Perle duckte sich als befände sie sich im Schützengraben. Wir bekamen beide einen Lachanfall. Wir verharrten in unseren seltsamen Positionen bis sich der Herr wieder entfernt hatte. Da er jeden zweiten Mittwoch den ganzen Tag durch unser Dorf streift, ließ ich anschließend den Rollladen wieder runter.
Mein Gatte und mein Sohn kamen zum Mittagessen und als sie wieder gingen, begleitete ich sie zum Gartentor. Wer stand da? Der Bofrost-Mann mit seinem Lieferwagen. Ich machte auf dem Absatz kehrt, rannte ins Haus, schlug die Windfangtüre zu, die Haustüre. Durch die Bäume und die Büsche konnte er mich nicht gesehen haben, oder? Er klingelte zweimal, nicht mehr so höflich wie die ersten beiden Male, sondern ein Stück weit (konnt's nicht lassen) ungeduldig.
So, damit war der Bofrost-Tag überstanden. Dachte ich. Am Abend kam er nochmal, da war aber wieder alles verrammelt.
Man muss ja auch jedesmal gucken, wenn es klingelt. Es kann ja ein Paketbote oder ein Nachbar sein oder der Kartoffeltyp, mit dem mir etwas ähnliches passiert. Der kommt Sonntags zur Essens- oder Siestazeit. "Kaufen Sie mir doch bitte, bitte, einen Sack Kartoffeln ab." Es sind riesige Säcke und ich mag seine Kartoffeln nicht besonders gerne. Ich habe ihm schon einfach das Geld gegeben und ihm gesagt, er solle die Kartoffeln zur Foodbank bringen. Jetzt habe ich wieder einen Sack voll daliegen. "Die treiben schon, du musst unbedingt eine Tortilla machen," sagte mein Gatte. Wenn er sie sonntags bringt, fangen sie montags zu treiben an, ich sag's Euch. Ja, ich sollte lieber eine Tortilla machen als hier zu schreiben.
Ist das Bofrost-Zeug gut? Für Frauen, die außer Haus arbeiten müssen, ist es sicher praktisch. Für Menschen, die die Möglichkeit haben, sich selber ein ordentliches Essen zu kochen oder kochen zu lassen, die es also nur wegen des Wow-Faktors kaufen würden, ist es nicht gut genug, kann es wahrscheinlich auch gar nicht sein, da es eben kein frisch gekochtes Essen ist. Die Croissants, zum Beispiel, sind mir zu fettig, die Konsistenz überzeugt mich auch nicht. Wir haben auch schon die von Carrefour probiert, die waren auch nicht besser. Mein Sohn meinte letztens, die Rösti wären recht gut, aber ich glaube, das ist, weil sie entfernt an die Kartoffelplätzchen von Trader Joe's in New York erinnern, die wir gern aßen. Die konnte man in der Mikrowelle heiß machen, das war auch praktisch für die Kinder. Ah ja, der gratinierte Brokkoli ist recht gut. Das Gemüsetempura hatte uns geschmeckt, aber als ich die zweite Hälfte machte, diesmal ohne Dip, sagte mein Gatte, beim ersten Mal wäre es der Dip gewesen, der so gut gewesen war. Die Gemüsesticks aus Gelberüben und Pastinaken... Leute, kauft Euch frische Gelberüben und Pastinaken, schneidet sie in Sticks, gebt sie mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer in einen Topf und schmort sie bei niedriger Hitze im eigenen Saft. Dann habt Ihr eine gesunde Delikatesse. Das Eis: Ich will ja nicht angeben, aber wir haben auch eine Eismaschine, in der wir gute Sachen machen. Mein Gatte isst außerdem im Sommer noch gelegentlich gerne ein Magnum. Dafür brauche ich Bofrost auch nicht. Fleisch und Fisch von Bofrost ist für spanische Verhältnisse zu teuer... und ansonsten: ich meine, wenn wirklich mal Not am Mann ist, kann man auch eine Dose Ravioli aufmachen, ein gebackenes Spiegelei oben drauf legen (so hat meine Mutter Ravioli serviert), eine Tüte gewaschenen Salat aufreisen, Salz, Pfeffer, Essig, Öl dran, dann steht das Essen aber in 10 Minuten auf dem Tisch... So, jetzt gehe ich meine Tortilla machen, sonst jammert mein Gatte den Kartoffeln nach...  

Mittwoch, 27. April 2016

Still Star-Crossed

Ich habe schon einmal in einem Eintrag auf den spanischen Film Bienvenido, Mr. Marshall verwiesen. Hier klicken, wenn Ihr wissen wollt, worum es in diesem Film geht (in einem Satz zusammengefasst: spanischer Film von 1952, ein Dorf in der Mancha erwartet den Besuch von Amerikanern und flippt angesichts des erwarteten Geldstroms aus). In Salamanca geschieht gerade live, was in diesem Film beschrieben wird. Es gibt anscheinend eine amerikanische Fernsehserie, die sehr beliebt ist und Romeo und Julia heißt oder in der es um Romeo und Julia geht. Für diese Serie wird jetzt eine Fortsetzung gedreht, Still Star-Crossed, und zwar in Salamanca. Salamanca ist eine wunderschöne alte Stadt, perfekt konserviert und wohl geeignet, Verona im Mittelalter darzustellen. In der Altstadt hat man nur die moderne Beleuchtung abgehängt und die Straßen mit Sand bedeckt. Mehr war da nicht nötig, denn dieser Teil der Stadt IST komplett original alt. 
Die Amerikaner kommen und bringen Geld, das hier so bitter, bitter nötig ist. Die Filmcrew hat 300 Hotelzimmer angemietet, ebenso wie Teile des Kongresspalasts, ein ziemlich neues Theater und verschiedene andere Gebäude. Leider und unverständlicherweise kommt das Catering für die Stars von außerhalb, nämlich vom zweitbesten Catering Spaniens (Warum vom zweitbesten? Das fragt man sich, ne?). Es wurden 500 Statisten zu je 50 Euro am Tag angestellt. Die träumen nun davon, entdeckt zu werden und als nächstes in einem Hollywood-Blockbuster mitzuspielen. Alle möglichen Leute kommen für ein paar Tage in Lohn und Brot. In seinem Überschwang verlieh der Bürgermeister den Filmleuten die Ehrenbürgerwürde. 
"Die Amerikaner kommen und der Bürgermeister fettet sich den Arsch ein", sagte mein Gatte. Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass er das Verhalten des Stadtoberhaupts als übertrieben servil empfindet. Dabei ist das doch eine gute Reklame für die Stadt. Stellt Euch mal vor, Still Star-Crossed wird ein Riesenerfolg und die Fans der Serie pilgern noch jahrzehntelang nach Salamanca. Übermäßiger Stolz trägt dazu bei, der Stadt das Genick zu brechen. Hier klicken hat sich jemand die Mühe gemacht, ein paar Bilder von den Dreharbeiten hochzuladen. Sie stammen aus der Calle Compañía. Für die, die Salamanca kennen: das ist die Straße, die zwischen der Casa de las Conchas und der Clerecía beginnt und an der päpstlichen Universität entlang führt. In diesem Blog sind noch mehr Bilder von den Dreharbeiten zu finden. Tschüssli. Ihr erlaubt noch rasch: Still Star-Crossed Drehort, STILL STAR-CROSSED SPANIEN, STILL Star-Crossed Dreharbeiten. Vielleicht sucht's ja jemand...

Montag, 25. April 2016

Keukenhof

Blick in den Garten. Diese Tulpen werden allseits bewundert (daher der Titel dieses Eintrags). Auf dem Foto kommen sie irgendwie nicht so zur Geltung.



Wir genießen den Frühling und haben auch schon zweimal gegrillt. Beim ersten Mal war es kalt, beim zweiten Mal nass. Wie Ihr wisst, regnet es in Spanien im Frühling gerne mal, gerne auch mal ein, zwei Wochen am Stück. Wir hatten Freunde eingeladen, die unbedingt grillen wollten. "Na, mit dem Grillen wird es wohl nichts", sagten wir ihnen, angesichts der Wassermassen, die in den Tagen vorher vom Himmel kamen und angesichts der Wettervorhersage. "Doch, doch, das wird schon", entgegneten sie. Am Samstag war es dann tatsächlich so, dass zwischen den Regenschauern manchmal kurz die Sonne herauskam. Dennoch bereitete ich meine leckeren und beliebten Barbacue-Rippchen/Spareribs/Leiterchen im Backofen zu. Das Rezept habe ich Euch schon einmal versprochen, es ist nämlich wirklich richtig gut und es ist ein guter Ersatz, wenn der Grillabend mal ins Wasser fällt. Es passt gut zu allen Grillbeilagen und die Rippchen werden bu-tter-zart. Hiermit verspreche ich es Euch noch einmal. Was wollte ich erzählen? Ach, ja, okay, der Samstag abend. Die Gäste kamen. "Schade, dass es mit dem Grillen nicht klappt", sagten wir. "Nichts da", entgegneten sie, "holt den Grill raus." Es hatte zu diesem Zeitpunkt tatsächlich schon fast eine Stunde nicht mehr geregnet. D. entfachte das Feuer... es begann zu tröpfeln... der Grill war vorbereitet, er legte das Fleisch auf... auf dem Bild unten (siehe Teich) könnt Ihr sehen, wie stark es zu diesem Zeitpunkt schon regnete. Seine Gattin hielt einen Schirm über ihn und den Grill... niemand beachtete meinen Kartoffelsalat, der zum Abkühlen vor dem Küchenfenster stand... glücklicherweise sind die Luft und damit der Regen bei uns sehr sauber, da es keine Industrie und auch keine Staus im Autoverkehr gibt, und niemand erhob Einwände dagegen, den alles andere als trockenen Kartoffelsalat zu verspeisen. 
Als es dann auch noch heftig zu hageln begann, zogen wir den Grill unter das kurze Vordach. Es war dann aber doch alles ziemlich okay. Unten seht Ihr das Grillgut: frische Chorizos, die größeren Fleischstücke sind secreto íberico (hier klicken, da könnt Ihr lesen, was das secreto íberico ist), die hellen verdrehten Stücke sind die beiden Hälften eines Schweinerüssels, den die Freunde mitgebracht hatten. Das war nur die erste Ladung, Ihr wisst ja, wie es ist. Und dann hatten wir ja auch noch die Ripperl, die wie immer sehr gut ankamen. An Salaten gab es den Kartoffelsalat à la pluie, den Schwedensalat nach dem Rezept meiner Mutter und meinen ebenfalls sehr beliebten Guacamolesalat. Dann hatte ich noch Focaccia gebacken, nach dem Rezept meiner Schwägerin. Den Teig hatte ich in meiner neuen Brotbackmaschine gemacht (es ist meine dritte!!! Brotbackmaschine. Meine erste war eine Panasonic, mit der ich super zufrieden war, die zweite war vom Lidl (warum so viel Geld ausgeben?), die dritte ist wieder eine Panasonic (deshalb). Ich werde bei Gelegenheit mehr darüber schreiben. Es gibt echt viel zu erzählen und ich schreibe gerne. Ich muss mich bemühen, öfter zu schreiben. Viele Grüße, liebe(r) Leser!