Samstag, 27. April 2013

Ich war wo - und zwar in der Schweiz

Liebe Leser, ich war in der Schweiz, zum ersten Mal im Leben. Ich hatte das Glück, von einer Freundin nach Lausanne eingeladen zu werden. Man meint ja die Schweiz zu kennen, auch wenn man noch nie dort war, nicht wahr? Verschneite Berge, verschwiegene Banken, schweres Raclette, Alphornbläser, Schokolade, Ordnung, Demokratie, ... Haaidi, Haaidi, deine Welt sind die Bähärge ... nun hatte ich Gelegenheit, dieses Land einmal vor Ort kennenzulernen.
Am Abend vor der Abreise fragte mich mein Gatte: "Hast du Franken?" Hatte ich natürlich nicht. Die Schweiz ist echt noch Ausland. Man muss Geld umtauschen! Man verlässt die EU! Glücklicherweise öffnete die Sparkasse schon um acht und hatte Franken vorrätig. In der Schweiz gibt es aber auch Maschinen, wo man seine Euroscheine reinschieben kann und Franken kommen raus.
Ich fuhr also mit dem ICE in die Schweiz. Die Reise war gut, meine Freundin holte mich in Lausanne am Bahnhof ab und wir begaben uns zu ihrer Wohnung.

Hier die Aussicht von ihrem Balkon. Im Hintergrund der Genfer See.

Ja, so sieht's dort aus.

 Der Bootshafen von Lausanne.

 Gefühlt jeder zweite Laden ist eine Confiserie.

 In Genf.

 Die berühmte Fontäne in Genf.

In Lausanne besuchten wir die Gaststätte Les Brasseurs, deutsch "Die Brauer", in der Bier frisch gebraut wird. "Brasserie" bedeutet wörtlich "Brauerei". Leute, ich musste fast 50 Jahre alt werden, um das herauszufinden. Wir bestellten uns also ein leckeres Bier und ich entschied mich für einen Flammkuchen, nämlich die Version "La Strasbourgeoise" mit "Saucisse de Vienne". "Saucisse de Vienne", das war mir klar, war eine köstliche, luftgetrocknete Bergsalami. Als dann mein Flammkuchen kam, musste ich lachen. Bei der "Saucisse de Vienne" handelt es sich nämlich um Wiener Würstchen. Man hätte draufkommen können, gell? Meine Freundin sagte: "Warum hast du mich denn nicht gefragt?" Aber, Leute, ich habe so eine hohe Meinung von den Schweizern, ich konnte mir nichts anderes als irgendwas Wunderbares vorstellen.
Essen ist in der Schweiz ziemlich teuer. Für ein leichtes Mittagessen (wie z.B. obiges) muss man 25 Franken, also etwa 20 Euro, rechnen. Lebensmittel sind teuer, insbesondere Fleisch und Fisch, aber gut, man ist in der Schweiz, soll man halt Käse essen, gell? Wobei guter Käse auch nicht billig ist. Soweit ich weiß  verdienen die Schweizer mehr als die Deutschen, von daher ... 

Hotel in Montreux. Was fällt Euch dazu ein? 

An dieser Stelle fließt die Rhone in den Genfer See. Sie fließt durch den See hindurch. Nach unglaublichen 11,4 Jahren fließt sie bei Genf wieder hinaus.

Überall blühten die Magnolien. 

Burg bei Montreux. Ja, es ist dort wirklich so schön. 

 Die Schweiz ist immer für eine Überraschung gut. Dies ist das Rathaus von Basel.

  Rheinufer in Basel.

In Bern. Im Hintergrund Eiger, Mönch und Jungfrau. Fragt mich nicht, welcher Berg welcher ist und ob überhaupt, für mich ist ein Berg einfach ein Berg.
  
 Unbeschreiblich schöne Landschaften. Unvergessliche Eindrücke.

Weitere Überraschung: Eine Demo gegen Rohstoffspekulanten in Lausanne! Ich hätte gedacht, die Schweizer wären mit allem glücklich und zufrieden.  

 Ansicht von Lausanne.

Da habe ich laut lachen müssen: Im Museum für Naturgeschichte in Lausanne. Besser kann man eine ausgestopfte Fledermaus nicht präsentieren. Hört Ihr ihr stummes Gebrüll? Spürt Ihr ihre Allmachtsgefühle?
Gleich fliegt sie los und beißt eine wunderschöne Frau in den Hals, die sich dann ihrerseits in einen Vampir, äh, eine Fledermaus, verwandelt. Ganz großes Kino!

Am letzten Abend auf der Terrasse der Freunde.
Vielen Dank für alles!

Donnerstag, 25. April 2013

Neue Arbeitslosenzahlen aus Spanien

Heute neue Zahlen aus Spanien: 6.207.700 Arbeitslose. Das entspricht einer Quote von 27,16 %. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 57,2 %. Dabei suchen massenhaft junge Leute ihr Glück im Ausland. Die Arbeitsministerin nennt das "externe Mobilität". Ich glaube, sie findet das gut.
Ironisch frage ich Euch: Was meint Ihr, schaffen wir die 7.000.000? Die 30 % werden wohl noch heuer, spätestens jedoch im nächsten Jahr, fallen, ne? Gemeinsam schaffen wir das oder spanisch: ¡Juntos podemos! Oder wie die Fußballfans immer so schön singen: "¡A por ellos, oe, a por ellos, oe! Das bedeutet "Auf sie, oe, auf sie, oe!", im Sinne von "auf sie mit Gebrüll". Das können auch Zahlen sein, die erreicht werden sollen.
Aber auch wenn von allen Seiten noch so viele Anstrengungen unternommen werden, ich glaube, die 7.000.000 werden nicht erreicht. Dasselbe habe ich von den 6.000.000 aber auch gedacht. Ein ganzes Land (oder ein gutes Stück von einem Kontinent) geht den Bach runter und wir dürfen zuschauen (oder mitgehen, haha). Wir leben in interessanten Zeiten.

Mittwoch, 10. April 2013

Mah Jong Sofa Roche Bobois Preis kaufen

Ja, Ihr wundert Euch jetzt vielleicht über diese seltsame Überschrift, aber ich muss Euch sagen, hunderte, wenn nicht gar tausende Besucher haben diese Suchworte eingegeben und sind auf meiner Seite gelandet, wo die Frage nach dem Preis dieses wunderschönen Sofas bis zum gestrigen Tage nicht beantwortet wurde. Hier ein Link zu dem Eintrag, der aus Gründen, die Google bekannt sein dürften, mir aber nicht, die wissbegierigen Massen anlockte: hier klicken, wen´s interessiert
Als wir nun also in Düsseldorf (dem Shoppingparadies!) waren, begab ich mich in den Roche Bobois-Laden (im Stilwerk (toll!), Grünstraße 15, das liegt in einer Seitenstraße am Ende der Königsallee (toll!)) und erkundigte mich dort nach dem Preis dieses Möbels, um meinen Blogbesuchern eine Freude machen zu können. (Jetzt wird Google wahrscheinlich den Suchmodus ändern und keine Sau wird mehr kommen, um hier den Preis des Mah Jong Sofas zu erfahren.)
Einerlei. Ich berichte Euch: Ich suchte also das in Rede stehende Geschäft auf und wurde dort sehr freundlich und zuvorkommend bedient. Mein Gatte und ich saßen noch einmal probe und ich kann nur wiederholen, dass dieses Sofa ausgesprochen bequem ist. 
Wisst Ihr, an was es mich erinnert? Als junges Mädchen habe ich mir aus einer alten, dreiteiligen Matratze ein kleines Sofa für mein Zimmer gebaut. Zwei der Matratzenteile übereinander bildeten die Sitzfläche, eine drittes die Lehne. Über allem lag eine gehäkelte Decke. Dieses DIY-Sofa war absolut unbequem (naja, absolut ... es hätte auch aus Euro-Paletten bestehen können, dann wäre es noch unbequemer gewesen), ich könnte mir aber vorstellen, dass eine solche Konstruktion den Schöpfer des Mah Jong vor über vierzig Jahren (so lange gibt es das Ding schon) inspiriert hat.
Ältere Leser werden sich an diese dreiteiligen Matratzen erinnern.
Okay, um zum Thema zu kommen (quassel, quassel, quassel, es ist echt endlos! Im richtigen Leben bin ich stiller.): Wie gesagt, Superbedienung. Preis für ein Kissen ab 600 Euro. Der Preis hängt vom Bezug ab. Der Bezug, der mir am besten gefallen hat, kostete, wenn ich mich recht erinnere, siebenhundertsoundsoviel pro Kissen (samtige Regenbogenstreifen). Mit manchen Stoffen kosten die Kissen aber auch 900 Euro. So, für diesen Preis bekommt Ihr ein Kissen. Dann wollt Ihr vielleicht noch eine Lehne, die kosten ab 660 Euro. Klappbare Lehnen ab 960 Euro, braucht man aber, glaube ich, nicht. Ecklehnen ab 900 Euro. Die Elemente sind immer gleich, der Preisunterschied ist durch den Bezugsstoff bedingt. Das Schöne an diesem Sofa ist ja auch, dass man mehrere Farben und Muster kombinieren kann. Alle Stoffe sind mit Teflon versiegelt, schmutzen also nicht so schnell, und falls sie doch einmal schmutzig werden sollten, kann man sie in der Reinigung saubermachen lassen. Für Kinderzimmer in den Häusern wohlhabender Menschen finde ich die Dinger ideal. Da kann man sich zum Vorlesen schön draufkuscheln, die Kinder können sich Häuschen daraus bauen. Also, auf dem dunklen, alten Eichenparkett im weiß gestrichenen Kinderzimmer meiner imaginären weißen Jugendstilvilla mit Blick auf einen Fluss oder See kann ich mir das Mah Jong durchaus vorstellen.
Man legt entweder ein Kissen direkt auf den Boden und steckt die Lehne dran oder man stapelt zwei Kissen. Für alte Menschen ist das Mah Jong ungeeignet, weil man sehr niedrig sitzt - auch wenn man zwei stapelt - und nicht gut wieder aufstehen kann. Auf wie viel könnte so ein Sofa also kommen? Mit dem niedrig preisigsten Bezug: Zwei Kissen übereinander gestapelt (eins ist mir zu niedrig), darauf ein Eckelement = 2100 Euro, zwei Kissen übereinander gestapelt, dazu eine Lehne = 1860 Euro, dann nochmal zwei Kissen plus Eckelement = 2100 Euro, wenn ich davor noch zwei Kissen übereinander lege, damit das Eckstück eine Chaiselongue bildet, kommen noch mal 1200 Euro dazu. Ein dreisitziges Sofa mit Verlängerung zum Beine hochlegen auf der einen Seite würde also im günstigsten Fall 7260 Euro kosten. Das wäre für mich die Mindestgröße. So eine ganze Sofalandschaft ist natürlich viel, viel schöner (träumt weiter (oder kauft sie Euch, ne?)).
So, damit dieser Eintrag auch das erhoffte Ergebnis bringt und viele Suchende fündig werden, schreibe ich hier noch ein paar Mal: Mah Jong Sofa Roche Bobois Preis kaufen, MAH JONG SOFA ROCHE BOBOIS PREIS KAUFEN, Mah Jong Sofa Roche Bobois Preis kaufen. Düsseldorf sehr gute Bedienung.
Mal gespannt, was nun geschieht. Darf man doch, oder? So etwas schreiben?

Dienstag, 9. April 2013

Wir waren wo - und zwar in ... (die Spannung steigt!!!)

Hier ein paar Hinweise:
Hier haben wir zu Mittag gegessen.
So sah unsere Rechnung aus.
Und so unser Essen.
Der Laden heißt "Takumi" und ist sehr beliebt.
Das gab´s an einem anderen Tag, im Restaurant "Okinii", das ich Euch ebenfalls nur empfehlen kann.
 Nööö, wir waren nicht in Tokio. Ein weiterer Tipp: Die beiden japanischen Restaurants befinden sich in der Immermannstraße (wo es auch viele japanische Geschäfte gibt. Toll!) Am nächsten Tag speisten wir in einem Brauhaus. Dort gab es ...

Rheinischen Sauerbraten. Na? Na?
Wir machten eine Bootsfahrt auf dem ... Rhein und sahen dabei diese Stadtsilhouette.
Und dieses Haus im Medienhafen.
Eine sehr wohlhabende Stadt, die baut ...
... und wieder abreißt. 
Richtig (oder "Atari!" wie man hier so gerne sagt.) Wir waren von Sonntag bis Sonntag in Düsseldorf. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen. Die Rheinpromenade toll (Wetter eisig und windig, aber sonnig), die Königsallee toll (man sieht das Potential, es wird gerade ziemlich rege gebaut und die Bäume hatten natürlich keine Blätter um diese Jahreszeit, aber die Geschäfte weltklasse, wunderbare Einkaufsgalerien). Düsseldorf ist ein Shoppingparadies (und ich habe den Preis eines bestimmten Gegenstandes erfahren!!! Ja, liebe Leser, der lang ersehnte Tag ist da, ich weiß, was das M-J-Sofa von RB kostet!!! Das gibt aber einen eigenen Blogeintrag.), riesige Kaufhöfe, ein frisch renovierter, riesiger Karstadt ...
Düsseldorf hat was, echt. Und natürlich einen guten ÖPNV und gute Verkehrsverbindungen überall sonstwohin, zum Beispiel nach Köln, wohin wir an einem Tag einen Ausflug machten. Da war´s auch arg kalt. Ich sage nur: Klimawandel! In Köln, wo ich vor Ewigkeiten eine Zeit lang gewohnt habe, wandelten wir auf alten Spuren. Es gäbe so viel zu erzählen. Was mir in Köln am besten gefällt:

Das Grab der Heiligen Drei Könige
Die Kölner Stadtreinigung. Hat man diese öffentliche Aufgabe auch schon privatisiert?
Diesen Reisewagen haben wir im Römisch-Germanischen Museum gesehen. Könnt Ihr Euch vorstellen, in so einem Kasten von Colonia nach Roma zu rumpeln???
Ein weiterer Ausflug führte uns zum Schloss Benrath, das man auch mit der Straßenbahn gut erreichen kann. Ist okay, aber kein Brüller. Vergleichbare Sachen gibt es echt überall. Wir hatten aber eine sehr gute und interessante Führung, bei der man auch etwas lernte. Wisst Ihr, was das Wort "Kurfürst" bzw. "Churfürst" bedeutet? Ich habe das in Benrath erfahren. Man soll sich seiner Bildungslücken nicht schämen, sondern sie nach Möglichkeit stopfen, oder?
 Ein anderer sehr interessanter Ausflug führte uns an diesen Ort, den es tatsächlich gibt:


Auch er mit den öffentlichen Verkehrsmitteln perfekt und preiswert zu erreichen. Das Tal in "Neanderthal" ist ziemlich tief, es geht also von der Haltestelle einen relativ steilen Berg hinunter und auf dem Rückweg wieder hinauf. Ist aber okay und auch von nicht top fitten Leuten gut zu schaffen. Das Museum ist sehenswert. Ganz gut gefallen hat mir dieser Typ:


Das Gesicht ist unglaublich gelungen. Der Gesichtsausdruck ist melancholisch (wie es sich für einen Ausgestorbenen gehört), aber auch heiter, als wäre unser (vielleicht) Urahn durch uns moderne Menschen belustigt. Ein Riesenkompliment an die Person, die diese Figur geschaffen hat. Das Bildnis wird auch auf dem Werbematerial verwendet, ich bin wohl nicht die Einzige, die davon begeistert ist.
Summa summarum: Düsseldorf find´ich gut, ich war von der Stadt angenehm überrascht. Die haben vielleicht keinen Dom dort, aber sie haben sonst so allerhand, was es nicht überall gibt (japanischer Touch, Neanderthaler, etc.).

Mittwoch, 3. April 2013

Da habe ich mich alt gefühlt

Im Zug heute saßen drei junge Mädchen neben mir, die sich gerade in der Vorbereitungsphase auf das Geschichtsabitur befinden.
"Die industrielle Revolution wird nicht dran kommen," sagte die eine.
"Das Kaiserreich kann ich richtig gut," sagte die andere.
"89 kommt auf jeden Fall dran," sagte die dritte.
"Ja," entgegnete die erste, "letztes Jahr haben sich zwei von den drei Fragen, die zur Auswahl standen, auf 89 bezogen."
89? dachte ich. Neunundachtzig? Was soll denn da gewesen sein? Irgendwas mit Bismarck?
"Die Wiedervereinigung ist ganz wichtig," bestätigte die zweite.
Leute, als ich 1982 Abitur machte, lag ein Ereignis, das jetzt im Geschichtsunterricht behandelt wird, noch in ferner Zukunft.

Montag, 25. März 2013

Osterdeko



Ich habe meinen Båmbustøllär wieder schön jahreszeitlich dekoriert. Die Eier sind alle ausgeblasen und können mehrfach verwendet werden (juhuu!). Heuer neu hinzugekommen: Die blau gefärbten Eierschalen. Diese Idee habe ich auf Martha Stewarts Webseite gesehen, nämlich hier. Ich finde, die Schalen sehen echt gut aus, irgendwie natürlich. Bei den kleinen Eiern handelt es sich um Wachteleier. 
Mein Tipp: Wenn Ihr irgendwann im Laufe des Jahres viel Zeit habt und einen Kuchen oder ein Gericht mit vielen Eiern zubereitet, dann blast diese aus und hebt sie im Eierkarton bei den Dekoartikeln auf. Wenn dann vor Ostern Eier gefärbt werden, dann färbt ihr die ausgeblasenen einfach mit. Nach Ostern wieder im Eierkarton aufbewahren. Ja, da muss man erstmal draufkommen (Spässle).


Sonntag, 24. März 2013

Krise in Spanien: Nehmt dem Sparer endlich seine Kohle ab!!!

(Manchmal wird das, was ich zur Krise in Spanien schreibe, falsch verstanden, insbesondere von Leuten, die sich in der deutschen Presse informieren, also fast nichts darüber wissen. Deshalb möchte ich Folgendes vorausschicken: Der erste Abschnitt ist eine Kritik daran, wie die europäischen Völker gegeneinander aufgehetzt werden. Der zweite Abschnitt ist eine Kritik daran, wie die Mittelklasse in die Armut getrieben wird, während die herrschende Kaste verschont wird. Der dritte Abschnitt mit dem Sparer ist ironisch gemeint. Ich weiß, wenn man einen Text so ausführlich erklären muss, ist er garantiert schlecht, aber ich wollte es einfach mal loswerden, bzw. meine Gedanken sortieren.)

Wenn Spanien in einer der nächsten Euro-Rettungsrunden wieder dran ist und gegen dieses Volk gehetzt wird ... wenn den Deutschen dann erzählt wird, dass es sich bei den spanischen Spargeldern eh nur um Schwarzgeld handelt ... und die Spanier sowieso viel mehr haben als die Deutschen, dass sie praktisch alle Hausbesitzer sind und ihr Leben eine einzige Fiesta ist ... die ganze iberische Halbinsel, nur faules, korruptes Pack ... und die Deutschen wieder brav darauf anspringen ... und die Spanier ihren ganzen Hass auf "la Merkel" und ihr Viertes Reich konzentrieren ... echt traurig. Traurig, traurig, traurig, auch die Rolle der Presse in diesem Spiel.
Naja gut, wie dem auch sei. 
Stellen wir uns also vor, Spanien ist an der Reihe. Spanien ist mal wieder blank. Wem soll man in die Tasche greifen? Den 6 Millionen Arbeitslosen? Den Rentnern, die junge Familien mit durchfüttern? Soll man den Strom, das Benzin und das Heizöl teurer machen? Die Grundsteuern, die Einkommensteuern und die Mehrwertsteuer erhöhen? Die Löhne senken? Für jeden falsch gelassenen F..z einen aberwitzigen Strafzettel ausstellen? Geschieht ja alles schon, aber vielleicht könnte man die Schraube noch ein wenig fester ziehen? 
Oder soll man endlich mal direkt an das Geld der Sparer gehen? Bei den Sparern, bei denen es sich in toto um russische Oligarchen / Bauunternehmer mit Schwarzgeld / Busfahrer mit Millioneneinkommen / Rauschgifthändler und Gewohnheitsbetrüger handelt. Obwohl, nein, eine Ausnahme gibt es, nämlich den Señor López. Señor López ist ein Grundschullehrer im Ruhestand, seine Gattin ist Verwaltungsangestellte. Sie haben ihr Leben lang gespart. Sie haben 100.000 Euro. Als ihre Bekannten eine China-Rundreise buchten, blieben sie zuhause. Auch für Trips in die Karibik konnten sie sich nicht erwärmen. Sie gehen kaum in Restaurants. Sie kochen zuhause gut. Sie haben kein Interesse an teurer Kleidung. Ein neues Auto gibt es, wenn das alte kaputt ist. Sie wohnen in einer Eigentumswohnung, die sie 1985 gekauft haben und die schon lange abbezahlt ist. Ihre Kinder haben sie zu Fleiß und Bescheidenheit erzogen. Sie haben 100.000 Euro. In der Boomzeit haben praktisch alle ihre Freunde und Bekannte Immobilien gekauft. Die Preise stiegen teilweise über 20 % pro Jahr. Die Leute kauften einfach irgendwelche Immobilien, am Meer oder im Nachbarort. Herr López nicht. Wozu? Er wohnte doch. Man weiß nie, wie man das Geld mal braucht. Vielleicht für die Kinder, denen man beim Wohnungskauf helfen kann. Er hielt seine Peseten beisammen. Zuerst in Form von Schatzbriefen, dann, als es dafür kaum noch Zinsen gab, in Form von Festgeld. 
(Seit 2007 sind die Immobilienpreise um mehr als 30 % gefallen. Die meisten sind praktisch unverkäuflich.)
Vor drei Jahren bot ihm sein Bankberater Participaciones preferentes an, Vorzugspapiere, auf die es mehr Zinsen gab. Fast dasselbe wie Festgeld, aber mehr Zinsen. "Señor Rodríguez," sagte Señor López zu seinem Filialleiter, "es ist sehr nett von Ihnen, dass Sie mir als altem und bevorzugtem Kunden diese Papiere anbieten, aber ich verstehe von solchen Sachen nichts. Ich bleibe lieber bei meinem Festgeld." 
(Im Zuge der Bankenpleiten sind die Preferentes mehr oder weniger wertlos geworden, weil es keinen Markt gibt, auf dem man sie verkaufen kann. Die Käufer haben wohl 50 - 80 % ihrer Einlagen verloren.)
Als dann die bankrotten Banken zu einer neuen, ganz wunderbaren Bank mit dem Namen Bankia zusammengelegt wurden, bot der Bankberater Herrn López Aktien derselben an. "Señor Rodríguez," sagte Señor López, der über keinerlei wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse verfügt, zu seinem Filialleiter, "wenn ich fünf bankrotte Banken zusammenlege, dann habe ich eine riesige bankrotte Bank. Ich möchte diese Aktien nicht."  (Die Aktien wurden für 3,75 Euro ausgegeben und waren gestern noch 0,01 Euro wert.)
Nehmt dem López endlich seine Kohle ab!!!

Mittwoch, 20. März 2013

Strawberry Cheesecake Ice Cream



So, pünktlich zum Frühlingsanfang wird die Eismaschine ausgepackt und rechts gibt es das neue Label "Aus meiner Gelateria". 
Okay, beginnen wir die Saison mit Strawberry Cheesecake Ice Cream. Wie kam ich auf diese Sorte? Mein Sohn hat letztens Portionstöpfchen dieses Eises der Marke Häagen-Dasz mitgebracht. Meine Familie - und insbesondere ich selbst - mag diesen Geschmack gerne, also dachte ich, hm, könnte man ja mal selber machen. Ich suchte im Internet nach einem Rezept und wurde auf der Seite von Kraft, dem Hersteller des benötigten Philadelphia-Käses, fündig. Ich denke eh mal, dass für solch schräge Eissorten die Amerikaner Spezialisten sind. Das Rezept, von dem ich ausging war dieses hier: Rezept auf der Kraft-Webseite. Aber, Leute, mit so geringen Mengen fange ich erst gar nicht an. Das ist doch für den hohlen Zahn! 

1 pkg. (8 oz.) PHILADELPHIA Cream Cheese, softened
1 can (14 oz.) sweetened condensed milk
1/3 cup whipping cream
2 tsp. lemon zest
1-1/2 cups fresh strawberries
3 HONEY MAID Honey Grahams, coarsely chopped

Bitte bedenkt auch, dass in den europäischen Philadelphia-Packungen keine 8 Unzen (227 Gramm) sind, sondern nur 200 Gramm. Also nehmen wir gleich mal zwei. Bei der "sweetened condensed milk" handelt es sich nicht um deutsche Kondensmilch, sondern um das, was unter dem Namen "Milchmädchen" von Nestle in den Handel gebracht wird. Es ist viel dickflüssiger und süßer als normale Büchsenmilch. Die Mischung aus 1 Packung Philadelphia und 1 Dose Milchmädchen, wie im Original-Kraft-Rezept, ist zum Erbarmen süß und klebrig.
"Whipping Cream", also Sahne, hatte ich noch eine halbe Packung voll = 100 ml, also habe ich diesen Rest genommen. "Lemon Zest" (abgeriebene Zitronenschale) benutze ich aus Gründen, die ich andernorts beschrieben habe, möglichst nicht, also verwendete ich den Saft einer halben Zitrone, von den Erdbeeren und den Plätzchen verwendete ich einfach nur mehr. Dies waren also meine Zutaten:


2 Packungen Philadelphia, 1 Dose Milsani (Nestle Milchmädchen) (400 Gramm), 100 ml Sahne, Saft einer halben Zitrone, 250 g Erdbeeren. Alles schön pürieren und in die Eismaschine geben. Eismaschine einschalten. Als mein Eis fertig war, zerbröselte ich noch 75 g Shortbread-Cookies und hackte noch 50 g Erdbeeren sehr fein (damit man nicht auf gefrorene Erdbeere beißt, aber doch Erdbeere sichtbar ist) und rührte sie vorsichtig mit einem Kochlöffel unter. Fertig.
Das Ergebnis war supi, bis auf folgendes Detail: Meine feingehackten Erdbeerstückchen froren trotz allem hart. Das mögen wir nicht. Nächstes Mal würde ich die ganzen 250-300 g Erdbeeren pürieren und für den Erdbeereffekt würde ich hinterher Erdbeermarmelade vorsichtig unterheben, und zwar so, dass sie nur Streifen zieht. Wisst Ihr, wie ich meine? Wie bei einem Marmorkuchen. Einfach so, dass ein kleines Erdbeermuster in meinem Eis ist. Ich denke mal, Marmelade friert nicht.
Nicht vergessen: Wenn man den Rest über Nacht oder länger tiefkühlt, muss man daran denken, dass man ihn mindestens zwei Stunden, bevor man ihn essen will, wieder rausholt, sonst bleibt er im Eisbehälter einfach zu kalt.

Dienstag, 19. März 2013

3. Bloggeburtstag!

 
Ja, Leute, heute ist der dritte Bloggeburtstag. Vielleicht ist Euch aufgefallen, dass ich zum heutigen Tag die Seite mit ein paar Bildern oben etwas aufgehübscht habe. Ohne die Hilfe meines Sohnes D. hätte ich das nicht hingebracht, muss ich Euch sagen. Es war eine ganz schöne Arbeit. Ich habe versucht, Bilder auszuwählen, die die Dinge repräsentieren, von denen ich im Blog schreibe. Von links nach rechts sieht man Stonehenge, einen Ort, der mir enorm gut gefallen hat. Wer für solche Dinge empfänglich ist, spürt dort echt was. Bedenkt, dass dieser Ort schon fast 3000 Jahre alt war, als die Römer vor zweitausend Jahren nach England kamen. Super interessant! Stonehenge steht nicht nur für Reisen und Kulturarbeit, sondern auch für Immobilien (Spässle).
Das nächste Bild zeigt unseren Plüschhund Fido (sprich Faido), der Haus und Garten repräsentieren soll (eine große Aufgabe für den kleinen, stillen Kerl!). 
Das nächste Bild zeigt das spanische Bohnengericht Fabada. Es steht für Kochen, spanische Küche, Leben in Spanien. 
Es folgt eine Aufnahme von Schloss Mespelbrunn, die symbolisiert, was mir an Deutschland gefällt, nämlich das Streben nach Gemütlichkeit. German Gemütlichkeit ... geht nichts drüber. 
Es folgt ein Bild von selbstgemachtem Erdbeereis, das stellvertretend für meine Rezepte steht. Ich habe die Eismaschine schon wieder ausgepackt und werde demächst ein eigenes Label "Aus meiner Gelateria" machen. Eigentlich hätte es ein Tab (so ein Karteireiterding) sein sollen, aber mein Sohn meinte, einfach rechts im Blog eine eigene Kategorie wäre genug. Okay, gell? Die Jugend versteht von solchen Dingen mehr. Wenn ich die Kategorie "Selbstgemachtes Eis aus der Eismaschine" nennen würde, würden viel mehr Leute kommen, so schlau bin ich mittlerweile, soweit habe ich das Funktionieren von Google durchschaut, aber "Aus meiner Gelateria" klingt viel besser und das ist mir wichtig. 
Das letzte Foto habe ich in einem Restaurant in Portugal aufgenommen. Ihr denkt, es steht für Reisen, für Kochen mit Bacalhau, ja, gut, stimmt, aber es steht auch für Kommentare zur Krise. Ich hatte nämlich für diesen Teller mit einem großen und sehr guten Stück Stockfisch sowie einem Getränk 8 Euro bezahlt. Und davon waren 23 % Mehrwertsteuer. Die Portugiesen werden nämlich gezwungen, auch auf Essen in Gastwirtschaften 23 % Mehrwertsteuer zu erheben. Man weiß echt nicht, wovon die Leute leben. Es war mir peinlich, die Rechnung zu bezahlen, es war nämlich alles sehr lecker gewesen.
Soviel zu den neuen Fotos.
Der Bloggeburtstag ist auch ein Moment, um Bilanz zu ziehen. Ich weiß nicht, wieviele regelmäßige Leser ich habe und ob überhaupt. Es landen immer noch viele hier, die wissen wollen, was das Mah Jong-Sofa von Roche Bobois kostet (Jesses, jetzt habe ich das Wort schon wieder geschrieben, da kommen noch mehr! (Es kommt so jeden zweiten Tag/jeden Tag?!? jemand, der nach diesem Preis sucht.)). Ich kenne den Preis nicht, hoffe aber, ihn in Bälde feststellen können. Dann wird mein Blog der einzige Ort im Web sein, wo man den Neupreis dieses Sitzmöbels erfahren kann. Juhuu! 
Sehr häufig gelesen wurde auch unser Hamster-Drama. Wenn man jedoch wirklich etwas über Hamsterpflege, Hamstergesundheit, etc. wissen will, ist man bei Hamsterinfo.de viel besser aufgehoben. 
Schade finde ich, dass meine Leser fast nie etwas kommentieren. Mein Neffe hat letztens gesagt, er hätte schon fünfmal kommentiert und es wäre nie erschienen. Ich habe die Kommentarfunktion überprüft und sie funktioniert. Vielleicht hat er vergessen, die komischen Buchstaben, die da erscheinen, einzugeben. 
Naja, gut, wenn ich hier veröffentliche, was das Mah Jong-Sofa kostet, dann werde ich wahrscheinlich mit Dankesbezeugungen überhäuft. 
Also, liebe Blogfreunde, ich freue mich, dass Ihr vorbeischaut und vorbeigeschaut habt. Es macht Spaß, den Blog zu schreiben und, so Gott will, bleibe ich bis auf Weiteres dran. Also, auf ein Neues!  

Mittwoch, 13. März 2013

Es frühlingt!

Der Frühling hat dieses Jahr sehr früh Einzug gehalten. Die Geranien, die eigentlich in der Waschküche ihren Winterschlaf halten sollten, sind schon vor Wochen erwacht und verlangen regelmäßig Wasser. Aber als wir heute früh aufstanden ... Schneehee! Hier ein paar morgendliche Impressionen aus unserem Garten:
Blüte am Aprikosenbäumchen

Die Osterglocken blühen schon seit Tagen
Der Hartriegel macht seinem Namen alle Ehre
Wie heißt dieses Ding? Namen vergessen. Ist es eine Winterhyazinthe?
Die Primel aus dem letzten und vorletzten Jahr sind wieder gekommen und blühen ganz toll. Wieso? Weiß nicht. An der Pflege kann's nicht liegen.
Und eine tiefgefrorene Kamelienblüte.

Heute Nacht müssen die Temperaturen um 10 Grad gefallen sein, denn gestern schüttete es noch wie aus Kübeln. Ich war ohne Schirm in der Stadt (ich hatte gedacht, es hätte endlich aufgehört) und kam völlig durchnässt und durchfroren nach Hause. Hoffentlich habe ich mich nicht erkältet. Ich legte mich gleich mit einer schönen warmen Decke und einer Wärmflasche auf die Couch und schaute mir "Der Minister" auf Sat1 an. Der Film hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich nur eine Stelle so richtig zum Lachen fand, nämlich als die Kanzlerin ihren Schrank aufmachte und da hingen lauter gleiche Jacken in verschiedenen Farben, bruhahahaha. Wenn man's recht bedenkt, muss es in ihrem Schrank wohl tatsächlich so aussehen. Überhaupt war die Kanzlerin so dargestellt, wie ich sie mir vorstelle. Das mit dem Guttenberg stelle ich mir auch so ähnlich vor, wie es gezeigt wurde. Es war mehr eine zusammengefasste Wiedergabe seines Aufstiegs und Falls mit künstlerischen Freiheiten, denn satirische Überhöhung ist angesichts dessen, was die Herrschaften selbst abgeliefert haben, wohl kaum noch möglich. Wahnsinn - und ein bisschen erschütternd -, dass solche Leute so hoch kommen. 
Ich hatte den Herrn von und zu Guttenberg eigentlich nie beachtet. Die Bilder aus Afghanistan fand ich in Anbetracht des Leids der Menschen dort zynisch. Ansonsten war mir dieser Mensch völlig wurscht bis zu dem Tag, als ich ihn von der "mühevollsten Kleinarbeit" beim Abfassen seiner Dissertation sprechen hörte. Da war meine Aufmerksamkeit geweckt. Mein Gatte war ebenfalls berufstätig, während er seine Doktorarbeit schrieb, und wurde in dieser Zeit auch zweimal Vater. Ich glaube, das ist nichts Ungewöhnliches, denn das Alter, in dem man Vater oder Mutter wird, und das Alter, in dem man seinen Doktor macht, ist doch mehr oder weniger dasselbe. Für viele Akademiker ist dies sicher eine Zeit der Entbehrungen, in der viele Opfer gebracht werden. Papa oder Mama brütet am Schreibtisch, während künftige BeitragszahlerInnen über den Boden robben oder in der Wiege schlafen. Diese jungen Familien haben Respekt verdient. Sollte sich der Herr Baron tatsächlich erdreistet haben ...? Ich glaube, er hatte wirklich nicht die leiseste Ahnung, was in seiner Dissertation stand. Er wusste nicht, dass es in großen Teilen ein Plagiat war und war entsetzt, als er davon erfuhr. Also, das ist meine Meinung. 
Der Film war jedenfalls gut und wie ich da so mit meiner Wärmflasche auf dem Sofa lag, wurde mir auch wieder warm. Ich denke mal nicht, dass ich mich erkältet habe.

Donnerstag, 7. März 2013

Kochen für Kinder - Voll genial

Spaghetti mit Hot Dogs. Megageil, nicht wahr? Das haben wir heute zu Mittag gegessen. Und wie haben wir das gemacht? Wir kochten die Spaghetti, fädelten sie dann auf eine sehr dicke Stopfnadel ... neee, Spässle. Es geht ganz anders und deutlich einfacher. Viel Arbeit macht es trotzdem. Aber ich finde es sooo beeindruckend. Muttis, damit könnt Ihr Euren Kleinen echt eine Riesenfreude bereiten. Ein faszinierendes Mittagessen.
Mein Sohn P. hatte mir auf Memebase ein Bild von diesem Gericht gezeigt, auf Pinterest ist es auch zu sehen. Ich finde es einfach genial - für Kinder und für Erwachsene mit kindlichem Gemüt. Für drei Personen hatten wir knapp 300 g Spaghetti (normal dick), 1 Packung Oscar Mayer Jumbo Hot Dogs (also 4 große, dicke Hot Dogs). Ich sag's Euch gleich: Es macht Arbeit. Würstchen in dicke Scheiben schneiden und durch jede Scheibe 10 Spaghetti schieben. Achtet darauf, dass ihr nicht zu nahe an den Rand geratet, damit die Spaghettis nicht die Wursthaut sprengen. Wir brauchten zu zweit zwanzig Minuten, um die Spaghetti in die Wurstscheiben zu schieben. Das Ergebnis unserer Bemühungen sah so aus:
Wie gewohnt kochen. Es funktioniert phantastisch. Gar kein Problem. Sobald der untere Teil der Nudeln weich ist, rutsch der obere nach. Geht echt genau wie immer.
Ich reichte eine Käsesauce (einfache Bechamel mit Parmesan und geriebenem Emmentaler verrühren, bis der Käse schmilzt) und Tomatensalat dazu. Puristen entscheiden sich vielleicht für die schlichte Variante und essen nur Ketchup dazu. Njam, njam, njam.

Samstag, 2. März 2013

Lubina al horno oder Wolfsbarsch aus dem Ofen


Ja,  ich habe heute mittag einen Wolfsbarsch im Ofen zubereitet. Ich war im Zweifel, ob ich ein Rezept hochladen sollte, weil ich keins benutzt hatte, aber meine Esser waren ziemlich begeistert und forderten mich auf, dem Wolfsbarsch aus dem Ofen doch einen eigenen Blogeintrag zukommen zu lassen. Ich will's Euch gleich sagen: Praktisch jeder etwas kräftigere frische Fisch schmeckt gut, wenn man ihn salzt, pfeffert, mit ein paar Zitronenscheiben ausstattet, mit etwas Olivenöl übergießt/beträufelt und bei 200º Grad (Ober- und Unterhitze) für 30 Minuten in den Ofen schiebt. Man kann da nicht viel falsch machen. Okay, wenn es ein sehr flacher Fisch ist, genügen vielleicht 20 Minuten, wenn der Fisch sehr groß ist, wie meiner heute (1800 g) zum Beispiel, dann braucht er auch mal 40 Minuten. Alles andere sind Details, bei denen der Koch seinen persönlichen Vorlieben frönen kann. Das ist zumindest meine Meinung.
Die Spanier bereiten ihren Wolfsbarsch am liebsten auf einem Kartoffelbett zu. Das geht wie folgt: Kartoffeln und Zwiebeln werden in ganz feine Scheiben geschnitten oder gehobelt und kommen in die Backform. Dann werden sie mit ... sagen wir mal 2 Esslöffeln Olivenöl begossen und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Wer möchte, gibt noch grüne Paprika hinzu, in Streifchen oder gewürfelt, je nach Belieben, und/oder Knoblauch, gewürfelt, in Scheibchen, in ganzen Zehen oder, im Falle von Menschen, die gerne Küchengeräte reinigen, durch die Knoblauchpresse gedrückt. Dies alles wird nun gemischt und kommt bei 200º Grad in den Ofen, da es länger braucht als der Fisch. Wieviel länger? 15-20 Minuten, tät ich mal so sagen, es kommt darauf an, wie fein man seine Kartoffelscheibchen geschnitten hat (je dünner desto schneller). Wenn meine Kartoffelscheibchen sehr dünn und mein Fisch sehr dick ist, also einer Bratzeit von 40 Minuten bedarf, brauche ich die Kartoffelscheibchen gar nicht vorgaren.
Ich kontrolliere den Fisch, den ich vom Fischhändler habe reinigen lassen (in Spanien fragt der Fischhändler: "¿Qué le hago?", "Was soll ich mit dem Fisch machen?", und dann kann man sagen "en filetes", "en rodajas" (in Scheiben) oder "solo limpiar", das bedeutet "nur saubermachen" und das ist es, was wir bei einem Fisch, den wir im Ofen zubereiten wollen, verlangen müssen. Ich kontrolliere also, ob der Fisch wirklich sauber ist, dass keine Blutreste mehr in seinem Inneren sind, etc., und spüle ihn unter dem Wasserhahn ab. Innen und außen salzen und pfeffern, aufs Kartoffelbett legen. Ein paar Zitronenscheiben innen rein und oben drauf. Vielleicht auch ein paar Kräuter, innen rein und gehackt mit dem Gemüse gemischt, was man halt hat. Uns schmeckt Thymian zu allem, viele Leute haben Basilikumstöckchen, vielleicht auch ein bisschen Petersilie. Dill würde sicher auch sehr gut passen. Die Oberseite mit wenig Olivenöl begießen und ab in den Ofen. Garzeiten siehe oben.


Normalerweise mache ich meinen Wolfsbarsch auch im Kartoffelbett, aber heute war mein Sohn zum Essen da, der so gerne Papas arrugadas isst, die typischen kanarischen Schrumpelkartoffeln, also legte ich ein anderes Gemüse unter meinen Fisch. Welches Gemüse? Ich schnitt Lauch in grobe Stücke, Karotten in dicke Scheiben und Zuccini in feine Scheiben. Ich übergoss das Gemüse mit etwas Olivenöl und bestreute es mit Salz und Pfeffer. Dann mischte ich alles.
Wieso diese Gemüse? Bei mir gibt's da so ein paar Kombos, die meiner Meinung nach gut zusammen passen (jetzt unabhängig vom Fisch), z.B. Lauch und Karotten; supergut Karotten und Pastinaken; Paprika, Zwiebeln und Tomaten; Paprika und Tomaten und Zuccini und Auberginen, etc. Zwiebeln passen zu allem, Zucchini auch, und zwar deshalb, weil sie nach nichts schmecken. Kartoffeln können alles strecken und wir können uns die Sättigungsbeilage sparen.
Da mein Fisch ziemlich dick war, briet ich die Gemüse nicht vor. Ich machte ein paar Kerben in den Wolfsbarsch, in die ich Zitronenscheiben und Butterstückchen (klein) steckte. Nach 30 Minuten schaute ich in den Bauch des Fisches, da war alles noch ziemlich roh, also gab ich ihm noch 10 Minuten. Dann sah er lecker aus. Siehe Foto: 

Ich reichte dazu Papas arrugadas mit Mojo verde und gekochte Artischocken (mit einem Dip: Ich mische 1 Essl. Mayo, 1 Essl. gutes Ketchup und Zitronensaft, bis die Geschichte so flüssig ist, wie ich sie haben möchte. Idealerweise kommt noch ein bisschen durch die Presse gedrückter Knoblauch hinzu.). Ich hatte Glück: im Supermarkt gab's fertiges Mojo verde (2,99 Euro), Original aus Teneriffa. Siehe hier:

Urlaub im Glas
So, und das war's auch schon. Halt, nein, das wollte ich noch sagen: Jamie Oliver brät in seinem Buch "Jamie's Great Britain", das ich in der englischen Originalausgabe mein Eigen nenne, auch einen Barsch. Er wickelt ihn in Alufolie. Auch Neuza Costa, mein portugiesisches Kochidol, bereitet ihren Wolfsbarsch (portugiesisch Robalo) in Alufolie zu. Wer gerne portugiesisch reden hört und sehen möchte, wie sie den Fisch zubereitet (Robalo no forno), hier der Link. Meiner Meinung nach ist das mit der Alufolie unnötig, der Wolfsbarsch ist so robust, der verträgt den ungeschützten - oder nur mit einer dünnen Olivenölschicht geschützten - Aufenthalt im Ofen (keine Umluft, sondern Ober- und Unterhitze!). Und einen empfindlichen Fisch würde ich eh lieber in der Pfanne zubereiten, um ganz sicher zu gehen, dass er mir nicht austrocknet. Das Rezept von Jamie Oliver habe ich nachgekocht, mit der Alufolie, ich habe mir aber notiert, beim nächsten Mal auf selbige zu verzichten. Sein Rezept ist richtig gut. Es umfasst Fenchel, Weißwein, Sahne und frischen Spinat. Sehr, sehr lecker. Das schreibe ich jetzt aber nicht auch noch hier hin. Ich habe so viele gute Rezepte. Wenn ich nicht immer so endlos ins Quasseln geraten würde, könnte ich noch viele mehr davon in den Blog schreiben. Falls jemand das Rezept von Jamie Oliver wollen sollte, schreibt bitte einen Kommentar.

Dienstag, 26. Februar 2013

Spanischer Witz zum 1. Mai

In diesem Jahr mal etwas früher:
Zwei junge Männer unterhalten sich.
"Gestern, auf dem Heimweg von der Arbeit, habe ich ein Einhorn überfahren."
"Waaas?!? Du hast einen Job?"

Montag, 25. Februar 2013

Petrus Romanus - Kardinal Bertone

Gestern konnte ich nicht einschlafen und um die Ankunft des Sandmännchens zu beschleunigen, fiel mir nichts Besseres ein als mir ein Podcast der Sendung von Iker Jiménez vom vorvergangenen Samstag reinzuziehen. Iker Jiménez macht ein Programm im spanischen Radiosender Cadena Ser, das sich mit paranormalen Phänomenen, UFOs, Verschwörungstheorien und so weiter beschäftigt. Es wird samstags von 1.30-4.00 Uhr (nachts) ausgestrahlt. 
Nach Aufzählungen der vielen UFO-Sichtungen, die es auch diese Woche wieder gegeben hat (wer's glaubt...), kam Iker Jiménez auf die Weissagungen des Malachias zu sprechen, denen zufolge auf den derzeitigen Papst nur noch ein Papst folgt, nämlich Petrus der Römer. Ich kenne diese Prophezeiung schon seit meiner Kindheit. Im leider meist recht langweiligen Kirchenleben waren Prophezeiungen und Weissagungen - ich will nicht sagen, das Salz in der Suppe, aber doch ein bisschen ein faszinierendes Gewürz.
Man hätte nun gedacht, dass die Weissagung, dass auf den Papst mit der Bezeichnung "Gloria Olivae", nämlich Benedikt XVI, ein "Petrus Romanus" folgen würde, unmöglich in Erfüllung gehen könne, denn welcher Stellvertreter Christi wäre schon so exzentrisch, diesen Namen tatsächlich anzunehmen??? 
Und jetzt kommt's: Iker Jiménez sagt, die Prophezeiung wird sich automatisch und unwiderruflich erfüllen, und zwar aus folgendem Grund: Sobald Benedikt XVI. sein Amt tatsächlich niederlegt, übernimmt Kardinal Tarcisio Pietro Evasio Bertone bis zur nächsten Papstwahl die Geschäfte. Er stammt aus dem Ort Romano Canevese. Pietro Romano. Da hätten wir's. Egal wer der nächste Papst wird, auf Benedikt XVI. folgt Petrus Romanus. Wahnsinn, oder?

Donnerstag, 21. Februar 2013

Ente vom Lidl - Ente in Orangensoße

So, liebe Leser, hier kommt das Rezept für Ente in Orangensoße - Canard à l'orange -, das ich schon vor Ewigkeiten angekündigt hatte.
Das Ausgangsprodukt ist eine tiefgefrorene Ente vom Lidl. Die Lidl-Tiefkühlsonntagsbraten sind echt gut, die Fasane, Lammkeulen ... alles. Auf der Packung steht als Rezeptempfehlung, das Tier einfach 70 Minuten bei 220º C zu backen. 
Wir essen aber total gerne Ente in Orangensoße und ich erzähle Euch, wie ich dieses Gericht zubereite. Als Erstes wird die Ente aufgetaut und auf Raumtemperatur gebracht, z.B. indem man sie über Nacht in einer Schüssel außerhalb des Kühlschranks stehen lässt. Dann koche ich die Ente vor. Ich fülle meinen größten Topf zur Hälfte mit Wasser, schmeiße zwei Hühnerbrühwürfel und einen Teelöffel Salz hinein und bringe das Wasser zum Kochen. In der Zwischenzeit pikse ich die Haut der Ente (nur die Haut, nicht bis ins Fleisch stechen, sonst läuft zuviel Saft heraus) an ein paar/vielen Stellen mit einem Rouladenspießchen an. Wenn das Wasser kocht, kommt die Ente hinein. Falls das Wasser nicht reicht, um die Ente zu bedecken, fülle ich noch etwas kochendes Wasser nach. Kein kaltes Wasser nachfüllen, denn durch das kochende Wasser schließen sich die Poren der Ente sofort und der Saft bleibt drinnen, in kaltem Wasser würde sie total auslaugen.
Nun darf das Tier 1 Stunde köcheln. Köcheln bedeutet, dass im Wasser nur wenige, kleine Bläschen aufsteigen. Nach Ende der Kochzeit wird die Ente wieder entnommen und auf eine Platte oder in ein Sieb gelegt, wo sie abtrocknen kann, eine halbe Stunde oder so (gegebenenfalls mit einem Küchentuch nachtrocknen). Vom Kochwasser eineinhalb Gläser abnehmen und kaltstellen (Kühlschrank oder im Winter vor dem Fenster), damit sich das Fett absetzt. 
So, und jetzt beginnt der Orangen-Teil. Ich hatte mir im Internet Rezepte für Ente in Orangensoße angeschaut, aber keins schien mir orangenschmackig genug. Was jetzt kommt, ist also meine eigene Kreation, die Zubereitungsanleitung mit dem Vorkochen stammt aber schon aus dem Netz. Denkt bitte nicht: "Was macht sie da wieder für einen Mist!", das Rezept war bei allen, die es bisher gekostet haben, ein Riesenerfolg!

Also: Ich heize nun den Backofen auf 250º C vor. Die vorgekochte Ente wird außen und innen gesalzen und gepfeffert. Anschließend schmiere ich sie sehr großzügig mit Bitterorangenmarmelade ein (Minimum ein halbes Glas, eher mehr. Im Glas waren 375 g, das wären also gut 200 g.) Nun kommt sie in den Bräter. Ich gieße zwei Gläser Orangensaft, ein Glas vom möglichst entfetteten Kochwasser und eine gewisse Menge Cointreau hinzu. Wie groß war die Menge Cointreau? Da ich direkt aus der Flasche schüttete und zwischendurch dachte "ach komm, noch ein bisschen", kann ich das schlecht sagen. Sagen wir mal 50-75 ml. Ich mag das auch nicht, wenn das Essen übermäßig nach Alkohol schmeckt. Nun kommt noch eine Orange, in Scheiben geschnitten, hinzu. "Ente in vierfacher Orangensauce": Marmelade, Saft, Cointreau und die Orange selbst. Ja, das wird o-schmackig genug.
Ab damit in den Ofen. In der Bratanleitung im Internet stand 30 Minuten bei 250º C, aber das war nicht genug, da war das Tierchen noch nicht schön gebräunt. Ich hatte die Ente 45 Minuten im Ofen. Aber das sieht ja jeder Nachkocher selbst. So, fertig. Die Soße wird wahrscheinlich zu dünn sein. Während die Ente unter Alufolie ein wenig ruht, füllt man sie in ein Töpfchen, das man auf den Herd stellt. Etwas Mehl (max. ein Esslöffel) mit etwas Orangensaft oder Kochflüssigkeit verrühren, in die heiße Soße einrühren, aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lecker!!!
Noch ein Wort zu der Orange in der Soße. Ich entferne die äußere Schale mit einem Kartoffelschäler und zwar aus folgendem Grund: Ich kaufte einmal in einem Bio-Laden Bio-Orangen für einen Orangenkuchen, für den man auch die Schale benötigte. Auf einem Schild im Laden hatte gestanden, dass die Orangen mit essbarem Wachs behandelt worden waren und dass die Schale für den Verzehr geeignet sei. Okay, dachte ich mir, das bedeutet aber nicht, dass ich das Wachs essen muss
Aufgrund meiner reichlichen allgemeinen Lebenserfahrung ist mir bekannt, dass Wachs bei Hitze schmilzt. Ich beschloss also, Wasser auf dem Herd zum Kochen zu bringen, meine (3 oder 4) Orangen kurz hineinzulegen und das Wachs so zu entfernen. Leute, auf dem Wasser schwamm nach kurzer Zeit eine dicke (2 mm?) Wachsschicht. Okay, ne? Ich rieb meine Orangen ab und verwendete sie rezeptgemäß. Die Überraschung kam, als ich meinen Topf wieder sauber machen wollte, ich bekam nämlich diese widerliche Masse (essbares Wachs!!!) kaum ab. Fleischfett bekommt man mit Spüli und heißem Wasser weg, dieses Zeug war viel hartnäckiger! Ich hatte meine liebe Not, meinen Topf wieder sauber zu bekommen. So leid es mir tut, ich rate auch im Falle von unbehandelten, aber gewachsten Bio-Orangen und -Zitronen vom Verzehr der äußersten Schale ab. Die Babberle-Draufmacher sind einfach nicht glaubwürdig. Wenn ich unbedingt die Schale von Zitrusfrüchten zum Kochen benötigte, würde ich unbehandeltes Bio-Zeug kaufen und es, wie beschrieben, ein Weilchen in heißes Wasser legen, um festzustellen, ob Wachs drauf ist und dieses gegebenenfalls zu entfernen.

Ja, meckert ruhig. Rotkraut wäre zu Ente mit Klößen ein Muss gewesen, ich hatte aber keins. Deshalb gab es Zucchinigratin, den außer mir bei uns leider keiner mag; den muss ich, schweren Herzens, von meiner Liste streichen. Die Ente, Klöße und Soße waren aber, wie immer, der Burner.

Freitag, 15. Februar 2013

Lustiger Wortwechsel

Mein erwachsener Sohn hat in den letzten Monaten viel Zeit mit seinen Großeltern verbracht und schwärmt davon, wie sehr sie ihn verwöhnen.
Ich sage: "Da behandeln sie dich genau wie ein eigenes Kind."
Er: "Nein, sie behandeln mich richtig gut."

Donnerstag, 14. Februar 2013

Frühjahrsputz - Feng Shui-Reinigung

Ich wollte mir für die Fastenzeit etwas vornehmen - nicht rauchen kann es nicht sein, weil ich eh nicht rauche, nicht trinken ist auch ziemlich sinnfrei, da ich nur sehr wenig Alkohl trinke (vielleicht hätte ich mir im Gegenteil vornehmen sollen, jeden Tag ein halbes Glas Wein zu trinken, denn das soll der Gesundheit zuträglich sein), keinen Süßkram oder kein Fleisch essen, oh, das würde schwierig, da würde ich wahrscheinlich einknicken und dann würde ich mich total schlecht fühlen und ein übermäßig hohes Selbstwertgefühl zählt sowieso nicht zu meinen Problemzonen.
Mir ist aber jetzt etwas eingefallen, was ich tun könnte: Aaauuufffräumen! Ein Frühjahrsputz, eine Feng Shui-Reinigung des ganzen Hauses. Ja, ich weiß, auch dieses Vorhaben ist zu gigantisch. Ich werde niemandem davon erzählen. Sonst heißt's wieder: Aha, da fängt sie wieder etwas an, das sie nicht zu Ende bringt.
Ich habe da so einen inneren Widerstand gegen das Aufräumen, ich weiß nicht, wieso. Es ist etwas Psychologisches. Es ist, als müsste ich sterben in dem Moment, in dem alles perfekt aufgeräumt ist, als hätte ich dann meine Mission erfüllt. Es hat irgendwas mit meiner Oma zu tun. Ein Psychoanalytiker könnte mir wahrscheinlich die Zusammenhänge erklären. 
Naja gut, wurscht. Mein Plan für die Fastenzeit ist also: Feng Shui-Reinigung des ganzen Hauses. Das ist der Plan. Zufriedenheitsschwelle: wenn ein Drittel davon umgesetzt ist. Ich habe schon mit dem Bad begonnen ...

Dienstag, 12. Februar 2013

Krise in Spanien: Gruselig

In unserer Siedlung in Spanien komme ich häufig an einem Reihenhaus vorbei, an dem seit ein paar Wochen ein "Se vende"-Schild hängt ("Se vende", sprich: "Seh wendeh", bedeutet "Zu verkaufen", wie meine regelmäßigen Leser wissen). 
Die Rollläden sind immer heruntergelassen, abends sieht man kein Licht. Die Leute sind weggezogen.
Eines Tages sagte ich einer Bekannten, die Wand an Wand mit diesem Haus wohnt: "So, da sind eure Nachbarn also weggezogen."- "Nein", antwortete sie mir überrascht, "die sind da, ich höre sie doch." Na gut, dachte ich, es wird Zufall sein, dass alles immer so verrammelt ist, wenn ich vorbeikomme. 
Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, dass die Bewohner tatsächlich noch drin wohnen. Sie fahren das Auto immer in die Garage, lassen es nie auf der Straße stehen und verlassen das Haus nie zu Fuß. Wenn jemand klingelt, machen sie nicht auf. Ich will den entsetzlichen Satz nicht schreiben, aber es scheint so, als ob sie sich vor Gläubigern versteckten. Gutwillige Menschen meinen, dass sie alles verrammeln, um Heizkosten zu sparen. Deshalb haben sie wahrscheinlich auch dicke Vorhänge aufgehängt. 
Dass abends kein Licht nach draußen dringt, das muss man erstmal schaffen.

Samstag, 9. Februar 2013

Krise in Spanien: Eurovegas

Wie Ihr wisst, ist die Arbeitslosigkeit in Spanien sehr hoch (allgemein 26,6 %, Jugendarbeitslosigkeit 60 %) und da ist es natürlich angebracht zu versuchen, ausländische Investitionen anzuziehen. Das scheint nun auch zu glücken. Es handelt sich zwar nicht um Hightech-Unternehmen, aber doch um irgendwas, das irgendwie den Anschein erweckt, als gäbe es hier noch etwas anderes als fortschreitende Verarmung, und etwas, das es nach den unverkäuflichen Wohnungen, den verwaisten Einkaufszentren und den bankrotten Themenparks ermöglicht, die Bauindustrie und das damit verbundene Korruptionssystem am Laufen zu halten: Eine Investition in Höhe von 17 Milliarden in Spielkasinos.
Ich nehme mal an, dass Ihr diesen Artikel (hier klicken) nicht gelesen habt und dass Ihr nichts davon gehört habt, dass in der Nähe einer Vorstadt von Madrid das europäische Las Vegas errichtet werden soll. Ich zitiere aus dem Artikel auf faz.net: "In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren sollen in Alcorcón "vier Casino-Komplexe, zwölf Hotels mit einer Kapazität von 36.000 Zimmern, drei Golfplätze und diverse Tagungszentren gebaut werden ... Sie [die Regionalregierung] erhofft sich durch das Gesamtprojekt 200.000 neue Arbeitsplätze."  
Kann man noch tiefer sinken??? Natürlich. Und ich hätte da auch schon eine Idee: Ich würde in einer strukturschwachen Region (Spanien) eine riesige Anlage bauen und ein Mega-Bordell eröffnen. Ich würde es "Europuff" nennen. Hotels, Golfplätze, etc. siehe oben. In einer ersten Phase würde ich 20.000 Sexarbeiterinnen und 2000 Sexarbeiter einstellen (idealerweise 1-Euro-Kräfte), dazu Security, Mitarbeiter für die angeschlossene Gastronomie, Reinigungskräfte und Verwaltungspersonal sowie Techniker zur Wartung der 3 Hektar großen Saunalandschaft. Angehenden Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern würde ich unbezahlte einjährige Praktika anbieten (Frauen und Behinderte würden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt). Ich glaube, ich könnte 50.000 Arbeitsplätze schaffen. Müsste ich auf Gender-Quoten achten? 
Und wenn der Europuff dann (völlig unerwartet) pleite ginge, wäre er too big to fail und würde zuerst mit EU-Milliarden gestützt und anschließend jahrzehntelang subventioniert, damit die Technologien dieser Schlüsselindustrie nicht verloren gehen.
Im Kampf gegen Arbeitslosigkeit muss uns jedes Mittel recht sein.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Ein Kessel Buntes

Gut, ich beginne mit einem Loch.


Was ist das für ein Loch? werdet Ihr Euch jetzt mit brennender Neugier fragen. Ich stille Euren Wissensdurst: Es ist ein Loch in einem Vorsprung unter der Decke in unserer Küche. 
Warum wurde es geschlagen? rätselt Ihr nun. Ich liefere die Antwort: Um zu schauen, ob sich darunter Rohre befinden. 
Ja, Leute, es geht los. Wir renovieren die Küche in unserem Haus in Spanien. 
Haben die keine Pläne, die zeigen, wo die Rohre verlaufen? wundert Ihr Euch nun.
Ich lächle bitter (oder resigniert oder abgeklärt oder de vuelta de todo, jedenfalls lächle ich). Als wir das Haus vor nunmehr fast zwanzig Jahren kauften, fragte ich nach einem Plan, der die Leitungen zeigte. "Wofür?" fragte mich der Bauunternehmer. "Damit ich weiß, wo die Leitungen verlaufen", antwortete ich. "Ich habe einen Plan mit Leitungen", antwortete der Bauunternehmer, "aber der nützt Euch nichts, die Leitungen verlaufen ganz woanders." Olé, ne?
Was geschah bisher? Ich fasse stark vereinfacht zusammen:
Wir haben beschlossen, die Küche zu renovieren und Wasser und Strom in die künftige Waschküche zu legen (bisher steht die Waschmaschine in der Küche).
- Handwerker kamen und schauten sich die Sache an. Wir fanden vertrauenswürdige Handwerker.
- Die Küche wurde grob vermessen und ein Kostenvoranschlag gemacht.
- Der Kostenvoranschlag wurde angenommen. Die Küche wurde genau vermessen. 
- Zeitplan für das Schreinern der Küchenmöbel: 2 Monate
- Hinweis des Küchenbauers: "Unternehmt nichts, bevor wir nicht mit Schreinern fertig sind ..." (in Gedanken führten wir den Satz zu Ende: " ... weiß Gott, wie lange wir brauchen" und dankten für den Tipp).
- Wenn dann also die Möbel fertig gebaut sind, kommen die Herren, die die Fliesen vom Boden und den Wänden reißen ...
In Wirklichkeit ist die Sache natürlich viel komplexer. Dies ist nur mal eine Schnuppereinführung. Ich gewinne langsam den Eindruck, eine Küchenrenovierung ist nichts für kleine Mädchen.   
Weitere Themen: Gestern waren wir bei IKEA und ich habe NIX gekauft, nicht einmal ein paar lumpige Kerzchen. Natürlich bin ich aber wieder ziemlich inspiriert und plane, unser Bad einer Feng-Shui-Reinigung zu unterziehen. Unser Bad ist der am häufigsten Feng-Shui-gereinigte Raum im Haus, aber dadurch, dass die Sachen von England gekommen sind ... okay, ich schiebe es rasch ein: In London gab es häufig Besuch von Leuten, die mit Ryanair kamen. Wir sagten: "Außer Eurer Zahnbürste braucht ihr keine Toilettenartikel mitzubringen, wir haben alles und ihr dürft es benutzen." Die Leute hörten anscheinend: "Ihr braucht keine Toilettenartikel mitzubringen. Kauft am Tag nach eurer Ankunft Berge davon und lasst dann alles bei uns." Leute, in unseren Umzugskisten waren 30 Flaschen Haarpflegemittel! Das Shampoo für trockenes Haar in der rosafarbenen Flasche habe ich weggeworfen, hier hat niemand trockenes Haar. 
Dann ließen noch meine Nichte und Freunde meiner Kinder, die nach einer Weile in England zurück nach Deutschland oder Spanien gingen, ihre sämtlichen Toilettenartikel bei uns, damit ihre Klamotten in ihre Koffer passten. 
Auf unser komplett ausgestattetes Bad in Spanien traf also nun der Kram von uns selbst und von x weiteren Leuten. Mein Gatte packte die Kiste mit den Badsachen (ich: "Lass' bloß diese Kiste zu!!!) wie folgt aus: an einem Tag stellt er drei Flaschen Shampoo ins Bad. Am nächsten Tag eine Flasche Spülung. Nach einer Woche zwei Flaschen Duschgel. Dann stand plötzlich eine Flasche Nagellackentferner unbekannter Herkunft zwischen meinen Sachen. Ich weiß nicht, ob er meint, ich würde das nicht bemerken (Neee, richtig gutes Zeug - teure Anti-Falten-Creme, Luxus-Make-Up etc. - war nicht dabei, es war aber auch kein Billigkram, normale Markenware eben.)
Nun plane ich also, durch eine Feng-Shui-Reinigung wieder die Kontrolle über unser Bad zu bekommen.  
Für die nächste Zeit habe ich dann noch ein paar gute Rezepte, die ich Euch vorstellen wollte. Unsere Freunde, die Jäger, haben uns in der Weihnachtszeit zwei riesige Hirschkeulen geschenkt. Da war unser Tiefkühlschrank bereits für die Feiertage zum Bersten gefüllt. Ich werde Euch berichten.
Dann möchte ich noch was von den Chinesen erzählen, die das Lädchen in unserer Siedlung haben.
"Die Geissens" habe ich nach dem Tag, an dem ich mich über Carmens Brust ausließ, nicht mehr geschaut.
Vom spanischen Wohnungsmarkt ... naja, der ist schnell beschrieben ... er ist tot. Derzeitige Fallgeschwindigkeit weiterhin etwa 10 % im Jahr.
Dann wollte ich Euch von der Krise in Spanien berichten. Auf der Webseite www.elconfidencial.es hat neulich eine Frau geschrieben: "Wenn Spanien ein menschlicher Organismus wäre, dann würde der Arzt ein möglicherweise irreversibles multiples Organversagen diagnostizieren." Spanien implodiert, ein Staat, der seinen Bürgern um die Ohren fliegt. In Deutschland hört Ihr davon nichts. Auf Spiegel-Online wird fast nichts über Spanien berichtet und wenn doch, dann ist es einfach Müll. Zum Beispiel: Letztens gab es einen Artikel, in dem stand, dass die spanischen Erasmus-Studenten Unterstützung in Höhe von 1000 Euro im Monat erhalten. Das stimmt nicht. Mehrere Foristen wiesen darauf hin, dass diese Zahl falsch ist. Da hätte man doch den Artikel löschen oder ändern können. Der Spiegel nicht. Denen ist das so wurscht. Der Artikel blieb mehrere Tage stehen. Was soll ich denn vom Wahrheitsgehalt der anderen Artikel halten, wenn ich einmal, wie mehrere andere Leser auch, die tatsächlichen Zahlen kenne und das, was die "¿Journalisten?" des Spiegel schreiben, ist aus der Luft gegriffen? Warum hat der Autor denn keine Beweise für seine Aussagen angeführt? Da wird auf einen Streich Stimmung gegen Spanien und gegen das Erasmus-Programm gemacht. Und dann gibt es diese Foristen, die dann gleich drauf anspringen. "Jaja, so sind sie, die Spanier" und "Weg mit diesem verschwenderischen Orgasmus-Programm".
Ich könnte schreiben: "Leute, bitte, lasst Euch nicht verarschen", aber ich finde es einfach nur traurig. Wenn das Erasmus-Programm abgeschafft wird, dann sind es die Kinder der Unter- und Mittelschicht, die nicht mehr im Ausland studieren können. Den Reichen geht das sowas von am Allerwertesten vorbei. Und später gibt es für sie weniger Konkurrenten um die Arbeitsplätze, für die Auslandserfahrung erforderlich ist. Für die Wohlhabenden win-win.  Für alle anderen: Ätsch.
Tatsächliche Beträge, die spanische Erasmus-Studenten erhalten: Vor drei Jahren 3300 Euro, aufgrund der Sparmaßnahmen heuer nur noch 1400 Euro. Im Jahr, wohl gemerkt.
Besser: www.faz.net. Für diese Zeitung berichtet Leo Wieland aus Madrid und was er schreibt stimmt eigentlich immer. Ist nicht viel, ist nicht umfangreich, aber wenigstens ist es wahr. In unserer heutigen Zeit kann man nicht mehr verlangen.  
Ich will auch noch was über die Korruption in Spanien schreiben, z.B. über den interessanten Fall der Amy Martin. Meine spanischen Leser, die den Fall schon kennen, grinsen jetzt. Und sie tun gut daran. Man muss es mit Humor nehmen.
Es bleibt spannend.