Donnerstag, 30. April 2015

Montreal, die dritte - Reiseblog

Leute, morgen geht's nach Alicante, ich komme kaum noch 'rum (haha)... [sind schon wieder von Alicante da!!!!] Ich lade jetzt einfach mal die Bilder in mehr oder weniger willkürlicher Reihenfolge hoch und schreibe was Kurzes dazu:
Montreal hat eine riesige und sehr beeindruckende Untergrundstadt. Auf dem Bild unten seht Ihr eine überdachte Straße mit einem Zugang dazu. Der wunderschöne Brunnen auf dem nächsten Bild befindet sich auch in dieser Passage. Für wen es interessiert, kopiere ich rasch aus Wikipedia: Die Untergrundstadt Montreal [...] ist ein weit verzweigtes Netzwerk von Fußgängertunneln und unterirdischen Ladenpassagen in der Innenstadt von Montreal in Kanada. [...] Das über 32 Kilometer lange Tunnelsystem gilt als größte Untergrundstadt der Welt und erstreckt sich über eine Fläche von zwölf Quadratkilometern im zentralen Stadtbezirk Ville-Marie. Auf diese Weise werden unter anderem zehn U-Bahn-Stationen, zwei Busbahnhöfe, die beiden Hauptbahnhöfe, Hunderte von Läden, Restaurants und Kinos, Hotels, drei Veranstaltungshallen, ein Eishockeystadion, diverse Büro- und Wohngebäude sowie zwei Universitäten miteinander verbunden. Etwa 80 % aller Büro- und 35 % aller Ladenflächen in der Innenstadt sind an die Untergrundstadt angeschlossen. Fußgänger können sich auf diese Weise vor allem im strengen Winter vor klimatischen Einflüssen geschützt in der Innenstadt bewegen. In Science-Fiction-Filmen sind Untergrundstädte immer hässlich, stimmt's? Diese hier ist schön. 

 Draußen sieht es zwischenzeitlich vielleicht so aus:

Im Sommer ist an dieser Stelle ein Park, ich habe Bilder davon gesehen. Solche Schneeberge sieht man in Montreal viele, logisch, ne? Irgendwo müssen sie ja hin mit dem Schnee, den sie von den Straßen wegschaufeln, und da er den ganzen Winter über nicht schmilzt, sammelt er sich halt irgendwo an. 
Apropos Science-Fiction: Am anderen Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms standen diese superhässlichen Gebäude, die man sich gut in einem dystopischen Science-Fiction-Film vorstellen kann.
Die Skulptur "The Illuminated Crowd" in der McGill College Avenue. Dieses Kunstwerk hat mir sehr gut gefallen. Die Leute in der ersten Reihe sehen etwas, was sie begeistert und erleuchtet, und in jeder weiteren Reihe ändert sich die Stimmung und degeneriert am Ende völlig. Wer das Monument genauer sehen möchte, hier klicken.
Von der anderen Seite:
Irgendwo müssen sie ja hin mit dem ganzen Schnee!

Ein Gebäude, das ziemlich überraschend kommt: Oratoire Saint-Joseph. Eine riesige Wallfahrtskirche, eine der größten Kirchen der Welt, auf einem steilen Hügel. Sehr viele Besucher, unzählige Kerzen, beeindruckend! Der lokale Heilige Bruder André ist hier beigesetzt.
Erstaunlich fand ich, dass man in dieser Stadt mit ihren langen und kalten Wintern nur wenige Bilder oder Postkarten sieht, auf denen Schnee liegt. The elephant in the room nennt man das im Englischen, eine wichtige Sache, von der jeder Bescheid weiß, die aber nicht erwähnt werden darf. Nur in Kirchen sah man Bilder von Szenen, in denen es offensichtlich kalt war. Siehe unten: Maisonneuve trägt ein Kreuz auf den Mont Royal zum Zeichen seiner Dankbarkeit, weil seine Mannen den Winter überlebt haben.
Kalt!
Notre-Dame de Montréal. Habe ich Euch eigentlich schon erzählt, dass Celine Dion hier geheiratet hat?
Place d'Armes mit dem Maisonneuve-Denkmal. Maisonneuve gründete 1642 das Fort, aus dem später die Stadt Montreal entstand. An diesem Platz steht auch die Kirche Notre-Dame, also im Rücken. Was das Gebäude auf dem Bild ist, weiß ich nicht, habe es auch nie gewusst. Okay, ich google es: Es ist der Hauptsitz der Bank of Montreal. Wow, ne?
In der berühmten Altstadt von Montreal. Im Sommer gibt es hier viele Straßencafés etc.
In der Altstadt stand auch dieses Denkmal, das ich süß fand:
Blick auf den Dom, der "Marie-Reine du Monde", sprich: Marie-Ränn-dü-Mond, deutsch: Maria, Königin der Welt, heißt. Französisch ist eine schöne Sprache, ne? Der Dom soll ein verkleinerter Nachbau des Petersdoms in Rom sein. So klein ist er aber auch wieder nicht, man kann aufrecht darin stehen, hahaha. 
Blick aus Montreals höchstem Gebäude, 1000 de La Gauchetière, auf den Dom der Königin der Welt. In diesem Wolkenkratzer gibt es unter anderem ein Einkaufszentrum und eine Eislaufbahn. 
Dann waren wir noch im botanischen Garten, der sich auf dem ehemaligen Olympiagelände befindet. Tropische Landschaften unter Glas, mitten im Schnee.
Schön, dieser Bonsai, ne?
Ach ja, da war dann noch die Schmetterlingsausstellung, die mein Sohn empfohlen hatte. Unmengen von großen Schmetterlingen flogen frei in einem der Glashäuser herum, das war beeindruckend. Schön, ne?

Auch auf dem ehemaligen Olympiagelände (Sommerolympiade 1976):
In den verschiedenen Glashäusern waren verschiedene Naturlandschaften nachgebaut, alles toll gemacht: Vor der Landschaft unten, teils Fotowand, teils aufgebaut, haben wir uns natürlich Fotos gemacht:
Im Tropenhaus lagen zwei Alligatoren. Die waren faszinierend, weil sie sich praktisch überhaupt nicht bewegten:
Im Museum der Schönen Künste hatten sie auch ein Werk des beschissensten Künstlers überhaupt:
Aber es gab auch interessante Werke:
Ich glaube, wir können uns ziemlich sicher sein, dass der Schöpfer des Objekts unten Quads nicht mag:
'ne Straße:
Die Biosphäre. Diese Kugel (im Hintergrund) wurde anlässlich der Weltausstellung, die 1967 in Montreal stattfand, errichtet. Sie enthält heute ein Umweltmuseum.
Blick von der Biosphäre auf den Sankt-Lorenz-Strom. 95 % des Stroms, der in Quebec verbraucht wird, kommt aus Wasserkraft. Gut, ne?
Eine sehr große (zig Tausende) Studentendemonstration gegen Austerität und hohe Studiengebühren. Ich wusste gar nicht, dass die Kanadier, die ja auf ziemlichen Mengen Öl sitzen, auch Austerität haben.
Beim zweiten Auto, das man mit diesem schwarzen Kreuz auf dem Dach sieht, gedenkt man vielleicht noch des bzw. der Toten, die im Leichenwagen liegt, aber irgendwann merkt man dann doch, das es sich um das Symbol der Taxis handelt. 
Das Maisonneuve-Denkmal auf dem Place d'Armes aus der Nähe. Schön, ne?
An einem besonders sonnigen, warmen Tag bestiegen wir den Mont Royal, einen bewaldeten Hügel, der sich mitten in der Stadt befindet. Was wir nicht bedacht hatten: sonniges, warmes Wetter bedeutet auch eine ziemlich extreme Schneeschmelze. Überall hatten sich Bächlein gebildet, in denen das Wasser abfloss. So einem Wasserlauf wie unten würde man in Kastilien, wo es einen ziemlichen Mangel an Wasserläufen gibt, bereits einen Namen geben und die Kinder müssten ihn als "Zufluss des Sankt-Lorenz-Stroms" in der Schule auswendig lernen. 
 Blick vom Mont Royal auf das Zentrum der Stadt:
 Verschneite Wege, von Bächlein durchfurcht:
Und zu futtern gab's nix? werdet Ihr Euch jetzt sicher fragen. Doch, man hat ordentlich gegessen. Unten seht Ihr die lokale Spezialität Poutine, sprich Putín, mit Betonung auf der letzten Silbe. Sie besteht aus Fritten (in diesem Fall aus im Ofen gebackenen Süßkartoffeln, die ich lieber mag), bestreut mit einem mozarella-artigen Käse in Stücken, übergossen mit Bratensoße.
Da bei unserer Übernachtung das Frühstück nicht eingeschlossen war und auch kein besonders attraktives Angebot für das erste Mahl des Tages gemacht wurde, gingen wir morgens irgendwohin zum Frühstücken. Z.B. zu Tim Hortons, das ist eine kanadische Fastfood-Kette. Hier seht Ihr meinen Ahornsyrup-Donut und zwei Timbits, das sind ganz kleine Kräppel, das Stück zu 25 kanadischen Cents.
Die berühmte jüdische Wirtschaft Schwartz's am Saint-Laurent Boulevard, die für ihr geräuchertes Fleisch bekannt ist. Wusstet Ihr übrigens, dass auch Celine Dion hier schon gegessen hat?
Das berühmte Sandwich: Das Fleisch war wirklich supergut und sehr, sehr saftig. Sieht man die Brotscheiben oben und unten überhaupt?
Und wir enden, wie es sich gehört, mit dem Nachtisch, einem Pouding chômeur, einem für Quebec typischen Dessert mit viel Ahornsyrup, hier mit einer Eiskugel serviert.
Wir waren in Montreal auch bei einer Ahornsyrupverkostung... es gäbe soviel zu erzählen... hat irgend jemand bis hierher gelesen???

Montag, 20. April 2015

Diese Anekdote ist mir gerade wieder eingefallen

Gregorio, ein Bekannter von uns, ein alter, weißbärtiger Professor, der an der Universität Griechisch unterrichtet, war mit seiner Gattin in den USA. Er war erstaunt, welch hohe Trinkgelder von ihm erwartet wurden: 15-20%! Wenn die beiden für 100 Dollar speisten, sollte er noch einmal 15-20 Dollar drauflegen, dafür, dass ihm der Teller an den Tisch gebracht wurde, was er in einem gehobenen Restaurant für eine Selbstverständlichkeit hielt, die im Preis enthalten sein sollte.  
Das Fass war voll als auf einer Busfahrt der Fahrer darauf hinwies, dass er am Ende der Strecke von seinen Reisenden zum Zeichen ihrer Zufriedenheit ein Trinkgeld erwarte. Als diese ausstiegen, hielt er ihnen ein Kästchen hin. Gregorio sagte: "Ich war mit Ihrer Fahrkunst durchaus zufrieden, gebe Ihnen aber trotzdem kein Trinkgeld, denn ich habe bereits für die Fahrt bezahlt. Wenn Sie möchten, schreibe ich Ihnen ein paar Zeilen, in denen ich meiner Zufriedenheit Ausdruck gebe." Gregorio meint solche Sachen völlig ernst. 

Donnerstag, 16. April 2015

Wir lernen was für's Leben

Eine Kiste mit Altpapier und Büroabfällen ist nicht der ideale Ort zum Aufbewahren äußerst wichtiger Papiere. Dokumentenmappen sind besser geeignet. Und das Schlimme ist: er hat's von mir. Andere Familienmitglieder haben nicht nur ordnungsgemäße Dokumentenmappen, sie haben auch noch alle wichtigen Unterlagen gescannt und im Internet gespeichert, für den Fall, dass die Bude abbrennt. 
Ich gestehe: ich selbst habe damals gleich nach dem Abitur mein Abizeugnis verloren und musste in die Schule und um eine Zweitschrift bitten. Da stand dann groß und unterstrichen Zweitschrift drauf, damit war ich für's Leben gezeichnet als eine Tussi, die nicht in der Lage ist, auf ein Stück Papier aufzupassen. Leute, die bei der Dritt- oder Viertschrift angekommen sind, haben wahrscheinlich nur noch eine Zukunft in der professionellen Vernichtung von Datenträgern, hahaha. 

Montag, 13. April 2015

Montreal, die zweite: FORMEL 1!!!!!!!

(Ich muss mich echt sputen mit dem Montreal-Bericht, ich darf nämlich meinen Gatten später im Monat auf eine Geschäftsreise nach Alicante begleiten, die er um ein, zwei Tage verlängert hat. Wir planen auch einen Tagesausflug von Alicante nach Benidorm, da ich anscheinend der einzige Mensch auf der Welt bin, der noch nie in Benidorm war.)
Also, jetzt nur mal rasch: Während wir in Montreal waren, stießen Freunde aus New York zu uns vor, um ein paar Tage mit uns zu verbringen. Das hat uns sehr gefreut, dass sie unseretwegen diese lange Fahrt (7 Stunden) und diese Mühen auf sich genommen hatten. Was brachten sie mit? Tatataschan! Ein Auto. Was lag nun näher, als die Formel-1-Strecke zu suchen und zu versuchen, dort ein paar Runden zu drehen? "Das kostet bestimmt ein Schweinegeld," vermutete die Schreiberin dieser Zeilen. Vor unseren geistigen Augen erschien der komplette Formel-1-Zirkus: Schnelle Boliden, Zuschauermassen auf den Tribünen, gefährliche Strecken, Werbeplakate ohne Ende, Hektik in der Boxengasse, Boxenluder, Champagnerduschen, bunte Vielfalt. Formel 1, eben. 
Wir machten uns auf die kurze Fahrt über eine Brücke auf die Île Notre-Dame, wo sich die Rennstrecke befindet. Wir hielten eifrig Ausschau nach den bunten Plakaten, die uns ganz sicher die Richtung zeigen würden. Wir fuhren auf einem asphaltierten Weg zwischen verschneiten Feldern/Wiesen/Äckern, das GPS meldete nichts mehr, außer uns war keine Sau unterwegs. Langsam dämmerte es uns: Das ist die Formel-1-Strecke!!!!! Wir befinden uns bereits auf dem heiligen Boden der Rennsportfans! Unten seht Ihr die Boxengasse:
Ahaaa! Wir waren angekommen. Jeder von uns fuhr eine Runde. Höchstgeschwindigkeit 30 km/h, ja, km/h, nicht Meilen, die Kanadier verwenden Kilometer und Grad Celsius, etc. Man fühlte sich ein bisschen wie im Verkehrsgarten. Für meinen Sohn war die Runde besonders interessant, weil er noch nie zuvor ein Automatik-Auto gefahren hatte. Und für C. war es interessant, weil sie gerade mal erst 4 Fahrstunden gehabt hat und hier ungestört durch andere Verkehrsteilnehmer eine Runde drehen konnte. Auf dem Bild unten seht Ihr meinen Sohn auf der Pole Position!!! Mein Sohn auf der Pole Position!!!!! Rrrrnnnn, Rrrrrnnnn, hört Ihr es mit Eurem geistigen Ohr? 
Ich habe vergessen, von der Strecke allgemein ein Bild zu machen. Ist aber leicht zu beschreiben: Stellt Euch einen weitläufigen Park vor. In diesem Park befindet sich ein breiter geteerter Weg. Das ist alles. Fertig. Tribünen gab es keine, die werden wohl nur für das Rennen aufgestellt. Aber was für eine großartige Erinnerung, nicht wahr? W.E., G., P., C. und C. haben alle eine Runde auf dem Circuit Gilles Villeneuve gedreht! P. auf der Pole Position!!! Denkt an uns, wenn am 7. Juni der Große Preis von Kanada stattfindet. (Ich werde noch mehr aus Montreal berichten).
P.S.: Halt, haaalt. Ich habe mir mittlerweile Bilder von der Strecke im Sommer angeschaut. Unter dem Schnee befanden sich gar keine Felder/Wiesen/Äcker - oder nicht nur, sondern hauptsächlich Wasserflächen. Die Insel Notre-Dame wurde in einem Watt künstlich aufgeschüttet und zwar mit Aushub vom U-Bahnbau. Interessant, ne? Das war um 1965. 1967 fand hier die Weltausstellung statt. Eine der Wasserflächen unter dem Schnee war die Ruderstrecke der Olympiade von 1976, an die sich die Ältesten von uns vielleicht noch erinnern werden. So, das war's jetzt aber wirklich von der Formel 1-Insel.

Sonntag, 12. April 2015

Wir waren wo - und zwar in Montreal

Auf vielfachen (zwei) Wunsch jetzt endlich der erste Bericht über unsere Reise nach Kanada. Wir haben die letzte März- und die erste Aprilwoche in Montreal verbracht. Mein Gatte und ich haben unseren jüngsten Sohn besucht, der dieses Jahr dort studiert. Es gibt sooo viel zu erzählen. Womit soll ich anfangen? Da man von Madrid aus nicht direkt nach Montreal fliegen kann, flogen wir mit Air France über Paris, das war absolut okay, die Sitze im Airbus standen auch nicht mörderisch eng. 
Was mich vorher beschäftigt hatte: Sprechen die in Montreal wirklich französisch? Wie soll man sich das vorstellen? Ist das so wie mit Zweitsprachen an anderen Orten, die zwangsernährt und künstlich beatmet werden müssen, um nicht einzugehen? Für mich überraschend sprechen die dort tatsächlich (alle) französisch. Also, wenn jemand den Mund aufmacht, kommt Französisch raus, wie in einer französischen Stadt. Und wenn sie dann merken, dass man sie nicht gut versteht, dann fangen sie an Englisch zu sprechen. Aber nicht alle sprechen gleich gut Englisch, manche sogar überhaupt nicht. Sie sprechen den Namen ihrer Stadt auch nicht Montreal, so, wie wir, sie sprechen ihn Mong-reall. Die Gegend, wo mein Sohn wohnt, heißt Côte-des-Neiges, sprich Kod-de-Nähsch. Französisch ist eine schöne Sprache. Dies ist ein Blick aus seinem Fenster, aufgenommen am 27. März. Ja, das Weiße auf dem Boden ist Schnee.
Es war frisch, aber nicht sooo kalt wie mitten im Winter, als das Thermometer nachts schon mal auf minus fünfundzwanzig Grad fiel, wie mein Sohn erzählte.
Am ersten Tag, als wir das Hotel verließen, schneite es uns waagrecht ins Gesicht, aber die Leute waren fröhlich, denn der Schnee blieb nicht liegen und das ist dort schon mal was. Montreal liegt auf einer Insel im Sankt-Lorenz-Strom. Als wir dort waren, war der Fluss in diesem Aggregatzustand: 
 So sahen die Parks dort um diese Jahreszeit aus:
 Das Bild zeigt den Park La Fontaine, der im Sommer recht schön sein soll.
Oben seht Ihr den Blick aus unserem Hotelzimmer. Das Hotel war das Hilton Garden Inn, mit dem wir rundum zufrieden waren. Der Berg im Hintergrund ist der Mont Royal mit dem nachts wunderschön beleuchteten Kreuz, das Ihr auf diesem Foto wohl nicht erkennen könnt. Die Gebäude im Hintergrund, die man auch nicht gut sieht, gehören zur berühmten McGill-Universität. Wollt Ihr wissen, wie es praktisch zeitgleich in Spanien aussah, also jahreszeitlich/pflanzenentwicklungsmäßig? Hier ein Blick auf unseren Vorgarten:
 Und ein Blick hinten raus. Die Nachbarn haben so viele Bäume gepflanzt, man meint, man stünde im Wald.
Wenn Ihr aber meint, wir hätten in Kanada gefroren, dann irrt Ihr Euch. Man muss sich einfach warm anziehen. Ich habe mir zum Beispiel diese Stiefel gekauft, die warme Füße bis minus dreißig Grad garantieren (steht auf dem Etikett). Das sind typische Stiefel, wie sie dort die meisten anhaben. Da die Saison sich dem Ende zuneigte, habe ich sie zum halben Preis bekommen. Die Verkäuferin war jemand, der kein Englisch sprach, nur Französisch. Ich trug meinen North-Face-Daunenmantel, den ich in New York im Winter anhatte, damit steckte ich warm. Mein Gatte trug seine dicke Lederjacke mit Schaffellfütterung. Wir haben echt nicht gefroren.
Hier modelt mein Sohn seinen Wintermantel, ein Modell der kanadischen Armee. Man hat ihm gesagt, mit diesem Mantel könnte man bei minus vierzig Grad draußen schlafen (cum grano salis, gell?). Innen ist eine Trageanleitung eingenäht: Unterwäsche, Flanellhemd, Wollpullover, Mantel. Der Mantel besteht aus zwei Teilen, nämlich der winddichten Außenhaut und einem Innenmantel, der sich anfühlt wie eine gesteppte Bettdecke. Da mein Sohn auf diesem Bild so dünn aussieht, nehme ich mal an, dass er den Innenmantel nicht anhatte.
Dieser Mantel hat riesige Taschen, deshalb nenne ich ihn den Ryan-Air-Mantel. Ich schätze, dass man in den Taschen gut und gern 5 Kilo zusätzliches Handgepäck unterbringen kann.
 Unten seht Ihr seine Schuhe. Die waren zu Beginn des harten Winters neu.
Okay, ich will Euch nicht nur mit meinen persönlichen Eindrücken und Erinnerungen langweilen und gebe Euch schon mal einen Ausblick auf die Sehenswürdigkeiten und die Kirche Notre-Dame de Montréal.
In dieser Basilika hat Céline Dion geheiratet. Ich werde auch noch ein Bild von einer Wirtschaft hochladen, in der Céline Dion gegessen hat und in der wir auch gegessen haben. Wir waren auch in einem Kaufhaus, in dem Céline eingekauft hat. Von allen Zeitschriftenständern rief es uns entgegen, dass Céline nun Angst um ihren Mann René hat, der sehr, sehr krank ist. Ich glaube, ganz Québec leidet mit ihr. Céline Dion ist wohl so eine Art Heilige hier. Wünschen wir ihr und ihrem René von hieraus alles Gute. Kommt noch mehr von unserer Reise nach Montreal...

Freitag, 10. April 2015

Bitte entschuldigt...

Wir waren wo... fast zwei Wochen lang und zwar in Montreal, deshalb habe ich schon eine Weile nichts mehr geschrieben. Und als wir zurückkamen, erwartete mich ziemlich viel Arbeit von der Sorte, für die man bezahlt wird. Ich habe noch nicht mal die schmutzige Wäsche vom Urlaub gewaschen. Und ich müsste dringend in den Garten, sogar im Topf meiner tausendjährigen Eiche sprießt Unkraut. Und ich muss einkaufen gehen... Heute wollte ich früh aufstehen und habe dann völlig, aber wirklich völlig, so, wie noch nie zuvor im Leben, verpennt (ich sage nur: 11 Uhr 30), dabei war der Schlaf noch nicht einmal erholsam. Ich träumte, wir wohnten in einem Apartmentkomplex und dieser stürzte ein. Ts. Von Montreal gibt's schöne Bilder und viel zu erzählen und das will ich unbedingt tun, bevor ich alles wieder vergesse... 

Montag, 23. März 2015

Noch ein lustiger Witz

Arzt zur Ehefrau: "Ihr Mann gefällt mir überhaupt nicht."
Ehefrau: "Mir auch nicht, aber er ist reich."
Uahahahahahahahah, uahahahahahahahahaha.

Prepper-Blog!

Ihr fragt Euch vielleicht/sicher/sicher nicht wie es mit unserem Prepping (for the end of the world as we now it oder für einen einfachen Stromausfall oder für einen Versorgungsengpass aus sonstigen Gründen, Schnee, Lkw-Streik, etc.) voran geht. Ich sage es Euch: Mitten unterm Kuchenbacken ist mir das Mehl ausgegangen und ich musste mir bei meiner Nachbarin eine Tasse leihen. Preppers rule!

Freitag, 20. März 2015

Die Sonnenfinsternis, aufgenommen durch zwei Lagen Röntgenpapier

Hier, wo wir sind, in Spanien, ist es heute ziemlich bewölkt. Während der SoFi (hahaha, lustige Abkürzung, ne?) sah es einfach so aus als sei es sehr diesig, jedoch mit dem Unterschied, dass die Fernsicht nicht beeinträchtigt war (das war mir gar nicht aufgefallen, das hat mein Sohn bemerkt, also das mit der guten Fernsicht, trotz diesigem Gesamteindruck). Das Licht war ein bisschen bläulich-gräulich. Naja, Ihr habt's ja sicher selbst gesehen. Hier meine Fotos: 


Donnerstag, 19. März 2015

Ich frage mich das wirklich...

also ganz ehrlich, ohne Ironie, Sarkasmus, Zynismus oder sonst irgendwas, sondern ganz nackt, echt und ehrlich. Hinleitung zur Frage: Wie Ihr wisst, arbeiten in Spanien viele der jungen Menschen, die einer bezahlten Arbeit nachgehen, weit unter ihrer Qualifikation. Callcenter-Mitarbeiter sind Philologen, Soziologen oder Musikwissenschaftler, Gefängniswärter Volljuristen, die Schalterbeamten bei der Sparkasse, die die Sparbücher der Rentner aktualisieren, haben BWL und Jura studiert und einen Master in International Finance. Das ist so in Spanien. It's a fact. Ich sagte neulich zu meinem Gatten: "Wirklich nur Leute mit guten Beziehungen können ihre Kinder noch ordentlich unterbringen." "Nein, nicht einmal mehr die," antwortete mein Gatte und führte zwei Beispiele von Leuten mit guten Beziehungen an, deren erwachsene Kinder mit ihren Familien in Armut darben. Also, nur noch Leute mit sehr, sehr guten Beziehungen können ihre Kinder beruflich ordentlich unterbringen.   
2005 schrieb eine Frau einen Leserbrief an die größte spanische Zeitung "El País", in dem sie das von ihr erfundene Wort "Mileurista", deutsch wörtlich "Tausendeurist", verwendete, mit dem sie junge Menschen beschrieb, die hervorragend ausgebildet waren und dennoch Stellen hatten, auf denen sie nur tausend Euro verdienten. Dieses Wort ging sofort in den allgemeinen Wortschatz über, weil es so treffend war. Mittlerweile dürften viele ehemalige Mileuristas diese Zahl nur noch von unten betrachten. Tausend Euro sind mittlerweile ein gutes Gehalt. Nach der nächsten Austeritätsrunde werden die jungen Leute gar nicht mehr verstehen, was dieses Wort einst bedeutete und worüber sich die Mileuristas beklagten.
Ja, gut, ne? Und jetzt verlassen viele Menschen eben Spanien und versuchen, ihr Glück anderswo zu finden. Der ausgebildete Ingenieur z.B. als Kellner in England, dabei würde er in Deutschland als Fachkraft so händeringend gesucht (okay, der letzte Satzteil war jetzt ironisch gemeint, aber nur der!). Spanische Lehrerinnen in England als Putzfrauen. Die Leute nehmen so viel auf sich, um im Ausland das vermeintliche Glück zu finden... Und die Gastarbeiter z.B. in Deutschland in den Siebzigerjahren konnten Geld nach Hause schicken, die neuen Gastarbeiter brauchen manchmal sogar noch finanzielle Unterstützung aus ihren Heimatländern, um ihre Miete zu bezahlen.
So, und jetzt die Frage, die diesem Eintrag zugrunde liegt: Ist es nicht besser, sich mit dem zufrieden zu geben, was es in Spanien gibt, als zu versuchen, sein Glück draußen in der Welt zu finden? Der Pianist als Kellner, der Jurist als Bürogehilfe, die Pharmazeutin als Verkäuferin, die Ärztin als Gelegenheitsarbeiterin? Aber in der Nähe der Familie, mit spanischer Lebensqualität, in der eigenen Wohnung, die einem der Papa gekauft hat, der noch in der guten alten Zeit lebte, als man noch zu etwas kommen konnte, also so bis 2007? 
Mein Gatte meint: nööö. Und ich, ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.
Allerdings ist zu bedenken: Man weiß nie, wann der nächste Würgegriff kommt, weil die herrschende Kaste wieder Kohle braucht... wann die Löhne wieder gesenkt und die Steuern wieder erhöht werden...
Wenn man also sagt, gut, ich akzeptiere das, ich arbeite für 800 Euro. Aber dann hat man jeden Monat 100 Euro Stromrechnung, muss 130 Euro Hausbeitrag bezahlen und 100 Euro für irgendwelche Umlagen, z.B. für eine Aufzugrenovierung, und dann kommt noch ein Strafzettel über 200 Euro (bei den extremen Strafzetteln, die heutzutage in Spanien ausgestellt werden, scheint sich die Polizei nur noch über dieselben zu finanzieren) und dann wird's irgendwann eng. Und wenn dann die nächste staatliche Sparrunde kommt und man verdient nur noch 600 Euro und der Strom kostet 200 und die Heizung 300... und man muss ins Dorf seiner Väter ziehen und dort Ziegen züchten, um über die Runden zu kommen... akzeptiert man das dann immer noch? Ich meine, where does it end?????

Dienstag, 17. März 2015

Lustiger Witz für meine Generation (50+)

Eine Frau ist in einer fremden Stadt zu Besuch, als ihr ein Zahn abbricht. Sie schaut sich eine Liste der örtlichen Zahnärzte an und stößt dabei auf den Namen eines ehemaligen Schulkameraden, in den sie ein bisschen verliebt gewesen war. Ob er es ist? Sie beschließt, seine Praxis aufzusuchen. Der süße Mitschüler von einst ist dick geworden, sein Haar spärlich. Der Zahnarzt sieht deutlich älter aus als sie. 
Nach der Behandlung fragt sie ihn: "Sie waren nicht zufällig auf dem Schiller-Gymnasium in Augsburg?" 
"Doch," sagt der Arzt erfreut, "ich habe dort 1977 Abitur gemacht!"
"Dann waren wir gleichzeitig dort," entgegnet sie ebenfalls freudig.
"Helfen Sie mir," sagt er, "ich kann mich gar nicht an Sie erinnern. Welches Fach haben Sie denn unterrichtet?"  
Uahahahahahahahah, uahahahahahahahahaha....

Hier kommt der dritte und letzte Eintrag zum Thema Börse: Ich sage nur "Hypo Real Estate"

So, erstmal diese interessante Graphik, die ich auf "Die Welt"-online gefunden habe:

Wie wahr, stimmt's?

Und dann: Ich hatte Euch vorgestern Original-Einträge aus meinem Schulheft versprochen, hier sind sie (völlig uninteressant, ich rate von der Lektüre ab, wollt's nur geschrieben haben):
(Hintergrundinfo: Hypo Real Estate ist eine deutsche Bank, die 2009 pleite ging und vom Steuerzahler mit vielen Milliarden gerettet werden musste.)
26.9.2007: Hypo Real Estate Analystenempfehlung, da Gewinnerwartung + 30% in 12 Monaten. Als Langfristanlage empfohlen. Horizont 3 Jahre, Kurs + 8% p.a. Wäre schön, wenn das stimmen würde. Wenn's ein bisschen runter geht, rege ich mich nicht auf, sondern beachte die Regeln.
Gekauft: x Stück bei 39,96 Euro. Stoploss Warnsignal bei 34 € (-15%), MUSS raus bei 33 €. 
19.10.2007: Verkauft bei 42,06 € Langfristanlage, hahaha, mir haben nach nicht einmal einem Monat schon die Nerven gezittert und sie flog. Wofür gibt es Regeln, wenn man sich nicht daran hält????? Gewinne lässt man laufen, Verluste begrenzen. Ich begrenze die Gewinne und lasse die Verluste laufen!!!!! Oh Mannomann. Naja, Gewinne sind nie verkehrt.
21.10.2007: Stand 40,74 €
09.11.2007: Stand 35,67 €. Die Entscheidung war richtig!!!!
Am 15. Januar 2008 von 33,38 € auf 21,64 € (35,18 %), also um 11,74 € abgestürzt weil Subprime-Geschichten auftauchten (vorher geleugnet). An diesem Tag erwarb der Vorstandschef für 400.000 € zu je 22 €. Anderes Vorstandsmitglied für 96.000 €, ein weiteres sogar für 903.000 €. Alle Chefs haben gekauft, das haben sie in Pflichtmitteilungen mitgeteilt. Wenn die Chefs kaufen, ist das ja ein sehr gutes Zeichen. Ich traue mich aber trotzdem nicht, noch mal reinzugehen. 
Hypo Real Estate bei 16,29 €
Ich fasse die Eintragungen aus meinem Heft zusammen: Ich hörte auf eine völlig falsche - wahrscheinlich betrügerische - Analystenempfehlung. Ich verstieß gegen meine Regel, Gewinne laufen zu lassen und schimpfte mich dafür aus. Ich beobachtete den Niedergang der Aktie. Ich fiel theoretisch auf diesen Trick mit den Käufen der Vorstände herein, traute mich aber nicht, praktisch danach zu handeln (glücklicherweise!).
Was tatsächlich geschah: Die Bank war die ganze Zeit über völlig pleite. Am 09. März 2009 kam die Aktie bei ihrem historischen Tiefstand von 64 Cents an. Die Firma ging bankrott, der Steuerzahler musste sie mit über 100 Milliarden Euro retten. Die letzten Aktionäre wurden nach der Verstaatlichung mit 1,30 € pro Aktie abgefunden.
Diesen Chart von Hypo Real Estate habe ich auf der Seite www.ariva.de gefunden. Hoffentlich ist das okay, wenn ich die Graphik hier kopiere:
Was soll man dazu sagen, nicht wahr? Wer da heil rausgekommen ist, hatte mehr Glück als Verstand, denn bei einem Verlust von 35% an einem Tag nützt einem auch eine Stop-Loss-Verlustbegrenzung nichts.
Und Hausfrauen dürfen bei diesem gefährlichen Spiel mitspielen!
Damals haben mich Ängstlichkeit und Glück vor einem Verlust bewahrt, dieses Mal (2015) haben mir (übergroße?) Vorsicht und mangelnde Voraussicht entgangene Gewinne beschert.
Ich erinnere (mich) rasch an die goldene Regel Nummer 1: Unten kaufen und oben verkaufen! und da, wo wir jetzt sind (DAX bei 12.000), ist definitiv nicht unten. Und außerdem: Wenn sich Milchmädchen und Hausfrauen zum Thema Börse äußern, dann liegt eine Hausse wirklich in den allerletzten Zügen und die Hütte brennt praktisch schon. 

Sonntag, 15. März 2015

Ich erzähle Euch noch was zum selben und zu einem verwandten Thema

Ich bin damals nämlich doch zu einer Erkenntnis gekommen. Das, was ich heute schreibe, wollte ich schon x-mal schreiben und habe es dann immer doch nicht gemacht, obwohl es für mich wichtig ist. Ich habe aus dem Börsenkram nämlich doch etwas gelernt, das meine Denkweise zum Positiven verändert hat.
Also, ich erzähle: Beim Rückblick auf Käufe und Verkäufe von Aktien (und natürlich auch beim Blick auf alle sonstigen Entscheidungen im Leben, beim Aktiengeschäft wird es halt besonders deutlich) sieht man sich - also ich zumindest sehe mich - mit drei Konzepten konfrontiert: "Warum habe ich damals bloß...?", "ich hätte damals fast..." und "der Grund, warum ich damals diese oder jene Aktie kaufte/verkaufte/Entscheidung traf ist, dass....". Und kaum hatte ich mich zehn oder zwanzig Jahre als Hausfrau und Kleinsparer mit diesem Thema beschäftigt, schon fiel mir Folgendes auf: Ich erzählte mir zum Beispiel: "Ich habe diese Aktie damals verkauft, weil sie auf ihrem Höchststand war." Scheint richtig, ist aber FALSCH, denn ich konnte doch gar nicht wissen, dass dies der Höchststand war, dass nicht noch ein höherer Höchststand kommen würde. Versteht Ihr, was ich meine? Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich begründe, verfüge ich über viel mehr Information als zu dem Zeitpunkt, zu dem ich die Entscheidung treffe.
Manchmal leuchtet die Unwahrheit einer Begründung auch dadurch auf, dass die zeitliche Abfolge nicht stimmt: "Ich habe diese oder jene Entscheidung getroffen, weil xy geschehen war." In Wirklichkeit ist xy aber später geschehen und das flunkernde Ego weigert sich, dies zur Kenntnis zu nehmen. (Ich spreche hier nicht davon, dass wir andere Leute absichtlich belügen, ich spreche davon, dass man sich selbst unwillentlich und unwissentlich Mist erzählt.)
Um diese Situation abzustellen, begann ich, mir für jede Börsenentscheidung den Grund aufzuschreiben, den tatsächlichen Grund im Moment der Entscheidung. Und dadurch ist Schluss mit "Warum habe ich damals bloß...?" und nachgeschobenen Begründungen. Warum habe ich damals bloß diese Aktie gekauft? a)...., b)...., c).... deshalb. Ende Gelände. Und das kann man auch auf alle anderen Felder anwenden, wo man Entscheidungen zu treffen hat.
Den zweiten Quälgeist "Ich hätte damals fast..." habe ich auf dieselbe Weise erledigt. Wenn ich etwas "fast" gemacht hätte, dann habe ich mir auch auf geschrieben, warum ich es nicht gemacht habe. In jenen Zeiten der Börsenturbulenzen konnte man feststellen, dass es ja nicht so war, dass einem nur Gewinne entgangen sind, man hat ja auch Dinge nicht gemacht, die negative Konsequenzen gehabt hätten. Also, um im Hirn Ordnung zu machen: Alles, was nicht als "fast gemacht" notiert ist, existiert nicht. Es gibt kein "ich hätte damals fast...", außer es ist schriftlich erfasst und dann steht ja dabei, warum es nicht geschehen ist. "Ich hätte damals fast..." hat sich aber bald von selbst erledigt, denn das ganze Konzept verschwand aus meiner Gedankenwelt. Ich bin früher auch immer strammgestanden, wenn Leute "Ich hätte damals fast..."-Storys erzählten und wollten, dass wir sie ob ihrer Voraussicht bewunderten, aber heute ist mir klar, dass "Ich hätte damals fast..." im Ergebnis gleich ist wie "Ich habe nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet". Und zum Thema Gründe, warum man etwas nicht getan hat: "Ich war zu faul", "ich hatte Schiss" und so weiter sind meiner Meinung nach absolut legitime Gründe, die man sich selbst gegenüber keineswegs verbrämen muss.
Ich hatte mir damals für meine Aufzeichnungen ein ganz einfaches Schulheft gekauft. Man hat ja keine Verpflichtung, irgendwas reinzuschreiben oder "ich muss jetzt in Zukunft regelmäßig...". Überhaupt nicht. Man schreibt zum Beispiel rein: "Ich habe die Stelle bei Firma Müller nicht angenommen, weil ich glaube, dass diese kleine Klitsche bald pleite geht." Dann schreibt man nie mehr was rein, wenn man nicht das Bedürfnis dazu hat. Wenn die Firma Müller wenige Jahre später ein Weltkonzern, ein Global Player ist, dann macht man sein Heft auf, liest den einzigen Eintrag und weiß genau, warum man dort nicht angefangen hat und kann sich nicht mit "ich wollte nicht in so einem riesigen Konzern arbeiten" selbst belügen. 
Leute, ich glaube, unsere Unkenntnis unserer eigenen früheren Gedankengänge kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Ich glaube, ich hätte zu keiner einzigen Börsenentscheidung heute den Grund genannt, den ich damals eingetragen habe, nicht aus bösem Willen, sondern weil man alles, was seitdem geschehen ist und was man seitdem erfahren hat, unmöglich ausblenden kann.  
Es kommt in den nächsten Tagen noch ein Blogeintrag mit meinen konkreten Notizen zu einem Aktienkauf/-verkauf aus dem Jahr 2007, wie ich meine Handlung damals begründete und was tatsächlich geschah. Ziemlich interessant, glaube ich.
Apropos so erlebt man Geschichte, während sie stattfindet: Sehr berühmt ist Kafkas Tagebucheintrag am Tag nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges: "Deutschland hat Russland den Krieg erklärt. Nachmittags Schwimmschule." Wahnsinn, ne?
So, das wollte ich schon lange mal geschrieben haben. Tschüssli, liebe Freunde.

Donnerstag, 12. März 2015

Ich erzähl' Euch was...

...und ich hätte es Euch schon vor einer Weile erzählen müssen, dann hättet Ihr nämlich richtig Geld damit verdienen können. Wir haben Anfang des Jahres unsere sämtlichen Aktien verkauft und zum ersten Mal seit dreißig Jahren praktisch gar keine mehr. Wir sind menschliche Kontraindikatoren, es ist immer das Gegenteil von dem richtig, was wir machen. Z.B. Daimler bei 79 Euro verkauft, jetzt sind sie bei 92, wie ich gerade nachgeschaut habe. Pffff. Nein, es regt mich nicht besonders auf und ich werde Euch auch gleich erzählen, wieso. Aber zuerst: Man hätte doch draufkommen können, nicht wahr? Es war doch sooo einfach: EZB druckt Euro wie bekloppt = Euro fällt = deutsche Waren im Ausland billiger = Aktien deutscher Exporteure steigen. Mehr war es nicht. Kindergartenniveau, oder? Und trotzdem nicht draufgekommen. Ja, hinterher ist man immer schlauer. Macht nix.
Früher, vor 2007/2008, hätte ich mich aufgeregt und hätte gedacht, ich könnte mir in den Arsch beißen, aber wir hatten, wir Ihr ja wisst, Gelegenheit, diese geschichtlich relevante Zeit an ihrem Brennpunkt, nämlich in New York, zu erleben. Die Ereignisse waren sehr, sehr interessant und man hat viel nachgedacht. Bei dem Nachdenken kam, wie immer bei mir, nichts raus, also kein Erkenntnisgewinn, aber man hat nachgedacht, viel nachgedacht... und beobachtet und gehört...
Wir hatten z.B. in New York eine sehr liebe Nachbarin. Sie war Anfang siebzig und arbeitete noch stundenweise als Arzthelferin, leitete zwei Gymnastikgruppen und war persönliche Trainerin von mehreren anderen Alten. Sie war von Beruf Balletttänzerin gewesen. Sie war sehr nett zu uns und quasselte viel mit mir. Sie war quirlig und erzählte gerne aus ihrem interessanten Leben. Jetzt denkt bitte nicht "oh nein, das arme Ding, musste mit über siebzig noch arbeiten, weil es in den USA keine Renten gibt und keine Krankenversicherung und überhaupt und blablabla", nein, so war das gar nicht. Im Gegenteil. Sie war glücklich und zufrieden mit ihrer Arbeit und ich dachte mir "in Europa wäre mit spätestens fünfundsechzig Schluss gewesen und hier kann sie ihr Leben einfach weiterleben, das ist gut." Sie hatte für ihr Alter fleißig vorgesorgt und ihr Vermögen in Aktien angelegt. Sie wollte noch ein oder zwei Jahre als Arzthelferin arbeiten und dann nur noch ihre Gymnastikkurse geben, solange es ihr möglich war. Und dann begann 2007 diese Krise und ihre Aktien fielen und fielen... und fielen und fielen... und ihre Tochter, die im Showbusiness arbeitete und mal ganz viel verdiente und mal nichts, war arbeitslos, und unsere Nachbarin konnte einfach nicht länger zuschauen, wie der Wert ihrer Lebensersparnisse fiel und fiel... "Wo führt denn das noch hin?" sagte sie. "Ich will in ein, zwei Jahren in den Ruhestand, ich brauche das Geld." Und irgendwann erzählte sie, die Hälfte ihres Vermögens sei weg. Und dann gingen ihr die Nerven durch und sie verkaufte alles.
Kennt Ihr die Börsenweisheit: "Die Börse ist wie ein Paternoster. Es ist ungefährlich durch den Keller zu fahren, man muss nur die Nerven behalten"? (Auf der Suche danach, von wem dieses Zitat stammt, bin ich auf diese interessante Seite gestoßen: Zitate von John Kenneth Galbraith.) Naja, is' egal. Unsere Ex-Nachbarin war jedenfalls bei der anschließenden Erholung nicht mehr dabei und die Hälfte ihres Vermögens war endgültig fort. Dazu noch ein Zitat, von dem ich sogar weiß, von wem es ist: "Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen." (Mark Twain) 

Donnerstag, 26. Februar 2015

Neuer, schwer zu toppender REKORD im Telemarketing!!!!!

Vor wenigen Minuten geschehen, ich stehe immer noch unter dem Eindruck: Ihr wisst, dass häufige Leute anrufen, die irgendwelche Dienste anbieten, Telekommunikation, Versicherungen, Fernkurse, Weinhändler... neu: eine Leichenhalle. Die neu in unserem Ort gebaute Leichenhalle bietet telefonisch ihre Dienste an. Fein, nicht wahr? Man kann eine kleine Versicherung bei ihrer Sterbekasse abschließen und schon mal anfangen, für die Bestattung zu zahlen. Ich sagte der freundlichen Dame, dass ich nicht gerne über dieses Thema spreche und dass mein Gatte ihre Dienste gewiss - nolens volens - in Anspruch nehmen würde, falls es bei mir zum Äußersten käme. Das hat sie gefreut. Dennoch war das Gespräch ein bisschen belastend.   
Mein Gatte weiß schon lange, dass er dereinst verbrannt werden möchte. Ich war mir da nicht so sicher, aber ich denke, es ist doch das beste. Die Friedhofskultur, die es früher gab - alte Frauen gehen auf den Friedhof, pflegen die Gräber der Angehörigen und ratschen dabei mit anderen alten Frauen -, ist am Aussterben. Die alten Frauen sind auf Kreuzfahrt und es kommt keine junge Generation nach, die sich in vergleichbarer Weise um Gräber kümmern möchte. In Spanien darf man mit der Asche der Verstorbenen machen, was man möchte, das finde ich gut. Ich möchte am liebsten verbrannt und ins Meer gestreut werden. Das Meer bin ich, das hat was. .... Meine Nachbarin war gerade da. Sie ist noch nicht angerufen worden. Sie möchte auch verbrannt, aber dann auf einem Friedhof mit Grabstein beigesetzt werden. Ins Meer gestreut werden möchte sie nicht, weil sie nicht gut schwimmen kann und Angst hat vor tiefem Wasser. Hat sie so gesagt (A.), haha. 
Ganz schön mutig von der Tussi von der Leichenhalle, einfach so Leute anzurufen, die gerade Babys wickeln, Geschirr spülen, mit schwerer Grippe im Bett liegen, Geburtstage vorbereiten, von zuhause aus arbeiten, Mittagessen kochen, sich mit ihren Kindern streiten oder Frühstücksfernsehen gucken, und ihnen anzubieten, sich von ihr aufbahren zu lassen. Ts.

Dienstag, 24. Februar 2015

Latein

Ich bin kein Freund davon, die kostbare Zeit und die geistigen Kapazitäten von Schulkindern mit Lateinunterricht zu vergeuden. Was hat das Erlernen dieser toten Sprache denn für einen Sinn? Ein Argument ist, dass man dann leichter andere romanische Sprachen erlernen kann. Dieses Argument ist korrekt, da ist kein Widerspruch möglich. Aber wenn ich stattdessen Spanisch lerne, eine Sprache in der ich immerhin mit 600 Millionen lebenden Menschen kommunizieren kann, kann ich hinterher auch leichter andere romanische Sprachen erlernen. Das Gleiche gilt für Italienisch, mit immerhin 70 Millionen Sprechern, wie ich gerade nachgeschaut habe. Ein weiteres Argument könnte sein: Es ist praktisch für Medizinstudenten, die verstehen dann auf Anhieb, was eine pulmonale Obstruktion ist. Auch richtig. Auf Spanisch heißt es "obstrucción pulmonar". Welchen Zusatznutzen da die intensive Beschäftigung mit Ovids Metamorphosen oder Caesars Bericht über den Gallischen Krieg bringen soll... weiß nicht. 
Wisst Ihr, wo ich die Zielsetzung sehe? Lateinschüler lernen von klein auf, sinnbefreite Dinge nicht in Frage zu stellen und ihnen Stunde um Stunde zu widmen. 
Ich will jetzt nicht sagen, dass Kinder stattdessen Spanisch lernen sollen, überhaupt nicht, sondern nur, dass man statt Latein etwas Sinnvolleres lehren könnte. Vielleicht ist es aber auch so, dass die Kinder geistige Überkapazitäten haben und alles Sinnvolle schon gelehrt wird, und dann ist immer noch sooo viel Platz im Kinderhirn, da stopft man einfach irgendwas rein, so, wie man eine Kiste mit Holzwolle füllt, wenn alles Wichtige schon eingepackt ist, kann ja auch sein, keine Ahnung.
Jedenfalls gibt es auch viele lateinische Phrasen, die ich interessant finde und die in der Schule, zumindest zu meiner Zeit, nicht gelehrt wurden. Davon wollte ich schon lange mal ein paar zusammenstellen. Ich fange heute mit der ersten an. Es wird wahrscheinlich ziemlich langsam weitergehen. Falls das Thema jemanden interessieren sollte, macht Euch keine übermäßigen Hoffnungen.
Gehen wir gleich in medias res:
1. Roma locuta causa finita. Rom hat gesprochen, das Thema ist beendet. Dieser Satz stammt vom Heiligen Augustinus und bedeutet, dass wenn der Papst in Rom seine Meinung geäußert hat, jede weitere Diskussion überflüssig ist. Ich kenne ihn von einem befreundeten Philosophieprofessor. In seiner Familie wird dieser Satz in normalen Unterhaltungen benutzt. Das finde ich ganz witzig. Zum Beispiel: 
"Papa, darf ich noch aufbleiben?"
"Frag deine Mutter."
"Ich habe sie schon gefragt."
"Und was hat sie gesagt?"
"Sie hat nein gesagt."
"Dann weißt du's ja: Roma locuta causa finita."      
Gut, ne?
Vorschau: Excusatio non petita accusatio manifesta

Mittwoch, 18. Februar 2015

Deflation in Spanien

Leute, es ist zum ersten Mal jemand auf meinem Blog gelandet, der etwas zur "Krise" bzw. "dem guten Weg" in Spanien gesucht hat! Die in Rede stehende Person gab "Deflation Situation Spanien Krise Näheres" ein und wurde von Google hierher geschickt. Hmhm. Okay, dann schreibe ich heute mal was zur Deflation in Spanien: Zuerst die offiziellen Zahlen: im Januar allein sind die Preise in Spanien um 1,6 % gefallen, hauptsächlich aufgrund des Winterschlussverkaufs und der gefallenen Ölpreise, im gesamten Jahr 2014 sind sie um 1,3 % gefallen. Diese Zahlen habe ich diesem Artikel hier entnommen. Wie es auch bei der Inflation ist, besteht doch ein gewisser Unterschied zur gefühlten Deflation. Also: Wie bemerkt man die Deflation? Die Preise sinken. Merkt man das deutlich? Ja. Für Benzin usw. wisst Ihr das ja selber, weil es in Deutschland genauso ist. Also widmen wir uns spanischen Sonderfällen: Zum Beispiel im Supermarkt. Es ist nicht so, dass die Preise für Waren konkret gesenkt worden wären (obwohl das teilweise auch der Fall ist, z.B. Hipercor, der (teure) Supermarkt des Corte Inglés hat seine Preise auf breiter Front gesenkt), aber es gibt dauernd irgendwelche Rabattaktionen und Sonderangebote, die früher selten waren, also der eigentliche Preis ist gleich geblieben, aber man bekommt 3 zum Preis von 2 oder 50-100% Rabatt auf das zweite Produkt. Darum würde ich sagen, dass der Preis für Lebensmittel, Putzmittel etc., der früher vielleicht etwas höher war als in Deutschland, durch die mittlerweile häufigen Sonderangebote deutlich gesunken ist.
Kleider etc.: Das kann ich schwer beurteilen. Da maße ich mir keine Meinung an. Auf der einen Seite die teuren Markenklamotten, auf der anderen Seite der Billigkram aus den Billigländern, wobei die Markenklamotten wohl zum größten Teil auch aus den Billigländern kommen, hahaha. Primark hat in Spanien Einzug gehalten.
Die Mieten sinken. Die Leute gehen zu ihrem Vermieter und sagen: "Ich möchte 50 Euro weniger Miete bezahlen" und dann sagt der Vermieter "De acuerdo", spanisch für d'accord oder okay, weil er die Wohnung sonst gar nicht vermieten kann, denn es steht ziemlich viel Wohnraum leer, zumindest hier, wo wir uns befinden. Und dadurch, dass viele junge Leute wieder bei ihren Alten einziehen und viele Alte bei ihren Jungen und sich weniger Leute scheiden lassen, werden auch weniger Wohnungen gebraucht.
Von den Immobilienpreisen will ich gar nicht angefangen, denn die sind seit Beginn "des guten Weges", wie Ihr wisst, um 45% gefallen.
Gibt es auch Dinge, die teurer geworden sind? Aber hallo. So ziemlich alles, was Steuern, Gebühren etc. sind. Ich such' mal ein paar Zahlen. In den ersten eineinhalb Jahren an der Macht hat Rajoy 30 Steuern erhöht und 12 neue eingeführt. Das habe ich hier gefunden. Trotz aller Steuererhöhungen und Kürzungen steigt die Staatsverschuldung und beträgt mittlerweile über 1 Billion (siehe hier). Außerdem ist Strom viel teurer geworden. Für eine vierköpfige Familie in einem Reihenhaus darf man mittlerweile 120-130 Euro hinblättern. Alles, woran die Kaste verdient, ist teurer geworden. Abartig die Bankgebühren: 3 Euro für eine Einzahlung. Ts. Und diese Gebühr betrifft ja hauptsächlich ältere Menschen, denn junge Leute tätigen ihre Überweisungen sicher mittlerweile meist online.
Also, Zusammenfassung: Supermarkteinkäufe sind billiger geworden. Überhaupt, es heißt ja immer, diese Deflation wäre etwas ganz Schreckliches für die Wirtschaft. Die Hofschreiber der Kaste wollen ja mittlerweile sogar, dass wir uns über steigende Ölpreise freuen. Geht's noch? Die Deflation ist diese ganz schreckliche Spirale, die man sofort nach Senkung der Löhne stoppen muss, damit nicht auch noch die Waren billiger werden, das ist der offizielle Tenor, nicht wahr? Ich sehe da einen gewissen Interessenkonflikt zwischen den Leuten mit den gesenkten Löhnen und denen, die Deflation verhindern wollen. Aber ich gestehe, ich habe von Wirtschaft keine Ahnung.    
Wollt Ihr noch was über die Auswirkungen der Einsparungen wissen? Also, was ich so mit bloßem Auge sehen kann? Willkürliches Beispiel: D., der privatversichert ist, hat sich einen Termin beim Facharzt geben lassen. Wartezeit zwei Monate!!! Wie ich Euch in einem anderen Eintrag erzählt habe, müssen Kassenpatienten teilweise zwei Jahre auf einen Arzttermin warten. Deshalb gehen sie zu den Privatärzten, wo sie ihre Untersuchung bzw. Behandlung selbst bezahlen müssen. Die Privatärzte sind dieselben wie die Kassenärzte. Sie arbeiten morgens in Kliniken etc., nachmittags in ihrer eigenen Praxis (ich beschreibe dies alles in sehr groben Zügen, es ist ja keine wissenschaftliche Arbeit). Und dadurch, dass die Kassenpatienten als Selbstzahler zu den Privatärzten kommen, steigt dort natürlich auch die Wartezeit auf einen Termin für Privatpatienten.
Letztens habe ich einen Artikel gelesen über die Wartezeiten auf Gerichtstermine. Es gibt Gerichtsbezirke, die bereits Termine für 2018 ausgeben. "Erscheinen Sie bitte am 7. Februar 2018 um 9:00 Uhr." Also auch im Justizwesen machen sich die Einsparungen bemerkbar. Beamte, die in den Ruhestand gehen, werden kaum ersetzt und so. Meine Großnichte, die die vierte Klasse besucht, hat seit einem Monat keinen Lehrer mehr, weil der alte in Pension gegangen ist. Im Laufe der letzten fünf Jahre durfte für jeden zehnten Lehrer, der in den Ruhestand ging, ein neuer eingestellt werden. Das ist der gute Weg, den Spanien und Portugal gehen, Griechenland aber anscheinend nicht. Die wollen wohl weiterhin Arzttermine binnen Monatsfrist, einen Lehrer pro (womöglich gar im Winter beheiztem!!!) Klassenzimmer und Gerichtstermine zu Lebzeiten der Geschädigten. Echt, hey. Aber ganz, ganz spannend dieser Showdown zwischen den Griechen und der EU, ne?

Samstag, 14. Februar 2015

Prepper-Blog

Hier seht Ihr unsere Kaffee-Vorräte zum heutigen Tag:
 Unsere Holzvorräte:
 Und unsere Lebensmittelvorräte für den Notfall:
Alles sehr, sehr übersichtlich, nicht wahr? Insbesondere für eine Sympathisantin der Prepperbewegung. Aber wir haben eine Regentonne (nach mehreren Wasserausfällen angeschafft). Ich bin neulich nachts aufgewacht und hörte Baulärm bzw. Geräusche von der Sorte, die entstehen, wenn ein Wasserrohr repariert wird. Und mit "nachts" meine ich 3 oder 4 Uhr, es muss also schon etwas heftiges gewesen sein, ich will's gar nicht wissen. Die Rohre in unserer Siedlung in Spanien sind völlig marode und werden definitiv nicht ausgetauscht (es soll aber eine neue Asphaltschicht auf die Straßen kommen, damit sie wieder schön aussehen). Also, Wasser ist ein kritisches Thema und wird es bleiben. 
Und dann hatten wir Probleme, weil Gasrohre verlegt wurden und die Gasheinis dauernd irgendwelche Leitungen beschädigten, vom Wasser bis zum Internet. Die Gasheinis sind jetzt fertig, aber vor zwei, drei Wochen war schon wieder ein Arbeiter unterwegs, ein älterer Herr mit einer riesigen Spule. Mein Herz sank. Die werden doch nicht schon wieder die Straße aufgraben? Ich sprach ihn auf sein Vorhaben an. Er verlegte ein Glasfaserkabel für schnelles Internet, also eins, das nur in vorhandene Leitungen reingeschoben wird, wir werden auch gar nicht daran angeschlossen (warum denn nicht???). Er erzählte mir, jeder, der vorbei käme, würde ihn ansprechen, in panischer Furcht, dass schon wieder die Straße aufgegraben würde. Das kam ihm seltsam vor. Naja, er kennt halt unsere Siedlung nicht. Also, Wasser ist definitiv ein Thema.
Holz werde ich nächste Woche bestellen. Seit der Krise heizen die Leute viel mehr mit Holz, das merkt man deutlich an der Luft, wenn man abends spazieren geht. 
Und die Lebensmittelvorräte... Unsere Note: mangelhaft. 
Der aktuelle Anlass, warum ich darüber spreche: Wie Ihr wisst, war letzte Woche halb Spanien von einer dicken Schneedecke bedeckt. Bei uns fiel jedoch kaum eine Flocke, schade. Naja, jedenfalls waren ein paar Dörfer in den Bergen wenig überraschend eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten. Nach drei oder vier Tagen mussten ihnen Hubschrauber Lebensmittel und Medikamente bringen und die Bewohner beschwerten sich heftig, dass sie solange auf Hilfe hatten warten müssen (Strom, Wasser, Heizung, etc. funktionierte alles). Da fragt man sich dann doch, nicht wahr? Haben sie erwartet, dass gleich am ersten Tag ein Hubschrauber kommt und ihnen frisches Brot bringt? Und Medikamente... die werden doch meist in so Streifchen für zwei Wochen verkauft... Amerikanische Prepper würden zwei Jahre in ihren Bergfestungen ausharren können, ohne irgendjemanden zu belästigen. Also, wenn schon nach vier Tagen ein Hubschrauber kommen muss... vielleicht würde ich den betroffenen Leuten sogar einen Strafzettel ausstellen...
Unsere Lebensmittelkiste beinhaltet (zum heutigen Tag): 2 Dosen Ravioli, 4 Dosen Ölsardinen, 2 Dosen Tomatenmark, 2 Dosen Thunfischsalat, unerklärlicherweise ein Döschen Zitronenpfeffer, 2 Dosen Corned Beef, 3 kleine Dosen Mais, 1 kleine Dose Thunfisch, 1 Dose Fleischklößchen, 1 Dose Schinken, 2 Dosen Bohnen, 2 Döschen Hähnchenbrust, noch unerklärlichererweise beinhaltet sie keinen Dosenöffner, keinen Reis, keine Nudeln... Da ich immer alles frisch koche, frisches Gemüse, etc., haben wir auch ansonsten keine großen Vorräte an haltbaren Grundnahrungsmitteln (1/2 Packung Zwieback, 1 kg Reis, 200 g Spaghetti, die wir heute mittag verzehren werden, Linsen, Kichererbsen, Bohnen vielleicht insgesamt 1 Kg). 
Mein Gatte bevorratet aus Gründen, die sich uns nicht erschließen, massenhaft Tempotaschentücher (154 Päckchen zu je 10 Stück, ich habe sie gerade gezählt). Also, falls die Welt tatsächlich untergehen sollte, haben wir auf jeden Fall genug Taschentücher, um unsere Tränen abzuwischen, haha.
Worauf wir schon seit vielen Jahren tatsächlich vorbereitet sind: Tschernobyl, erinnert sich jemand? Seit wir das Haus in Spanien haben, haben wir genug Bettzeug, um jederzeit unsere engsten Verwandten aus Deutschland unterbringen zu können. Im Falle einer Nuklearkatastrophe wird die Regierung nichts für uns tun (können), das muss uns klar sein. Wenn unsere Lieben es also schaffen, sich bis nach Spanien durchzuschlagen, erwarten sie komfortable Nachtlager. Und dann teilen wir uns in aller Ruhe die Dose Fleischklößchen. Am nächsten Morgen frühstücken wir die halbe Packung Zwieback und werfen reihum einen Blick in die leere Kaffeedose. 
P.S.: Mein Gatte behauptet, dass er die Tempotaschentücher bei Rot an der Ampel weiterverkauft. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das glauben soll.
PPS.: Zugekauft für die Prepperkiste: 2 Dosen Thunfisch (ja, wir essen gerne Thunfisch und er ist vielseitig verwendbar und gesund), 2 Dosen Streichwurst, 1 Dose Oliven, 1 Dose Tomaten, 1 Glas Bitterorangenmarmelade, 1 Packung Kartoffelpüree 

Donnerstag, 12. Februar 2015

Der Chinese hat zugemacht plus ein Kessel Buntes für regelmäßige Leser

Alle erfolgreichen Geschäfte ähneln sich irgendwie, aber von denen, die scheitern, scheitert jedes auf seine eigene Weise. Ja, Leute, der Chinese hat den Laden dicht gemacht. Ich habe Euch bereits hier und an anderen Stellen von ihm und dem Lebensmittelladen in unserer Siedlung erzählt. Am tragischsten war für mich allerdings nicht das Scheitern des Chinesen (am Schluss sind wir Klatschweiber übereingekommen, dass er wahrscheinlich von Geldwäsche gelebt hat), sondern das des portugiesischen Familienvaters, der es davor probiert hatte und der mit dem Laden seine arbeitslosen Kinder in Lohn und Brot bringen wollte. Das war sooo traurig. Der Chinese machte einen eher aggressiv, weil er den Laden so schlecht führte. Kein Mitleid hatte man auch mit den beiden Weibern, die den Laden auch mal hatten und ihre wenigen Kunden in typisch kastilischer Weise wie lästige Bittsteller behandelten. Oder mit den Zahnlosen, die einen derart unhygienischen Eindruck machten... geht gar nicht. Ja, mit diesem Laden haben es schon allerhand Leute probiert. Nun steht er zum Verkauf. Der Chinese will jetzt in der Stadt einen kleineren Laden aufmachen. Er wird wieder scheitern, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Apropos Amen und Kirche: Der Papst kommt 2015 nicht nach Alba de Tormes. Miiist!!! Und wenn der 500. Geburtstag der hl. Teresa von Avila kein Grund ist zu kommen, wird es wohl auch sonst in der Zukunft keinen geben. Was hatte wohl Johannes Paul II. dazu veranlasst, 1982 in die tiefste spanische Provinz zu reisen?
War es eine irre Hoffnung der Albenser, zu meinen, der Papst würde kommen? Da muss ich an die spanische Komödie Bienvenido, Mr. Marshall/Willkommen, Mr. Marshall aus der Franco-Zeit denken. Wenn Ihr hier klickt, könnt Ihr bei Wikipedia eine Zusammenfassung der Handlung lesen. Dieser Film ist ziemlich gut und zeigt den spanischen Charakter, wie er auch heute noch ist (ich sage nur "Eurovegas"). 
Ich wurde neulich von einer gewissen Person (aus Deutschland) schallend ausgelacht, als ich sagte, ich glaube, es geht in Spanien aufwärts. Als ich meinem Gatten gegenüber dieselbe Meinung äußerte, antwortete er mir wenigstens mit ernstem Gesicht: "Nein, es geht nicht aufwärts." Mein Gatte lässt diesen Mist aber gar nicht an sich heran. In Spanien wird man mit wirtschaftlichen Jubelmeldungen bombardiert, z.B. vom Typ "im Januar ist die Arbeitslosigkeit nur um 78.000 Personen gestiegen, das ist der geringste Anstieg in einem Januar seit x." Die Fallgeschwindigkeit der Immobilienpreise hat sich auf 6 Prozent pro Jahr reduziert (seit Platzen der Blase im Jahr 2007 sind die Preise um insgesamt 45 Prozent gefallen). In diesem Jahr gibt es in Spanien, glaube ich, vier große Wahlen, deshalb wird bei den Jubelmeldungen noch ein weiterer Gang zugelegt.
Ja, gut, man verachtet diesen ganzen Zirkus, aaaaaaaber, aber: Ich hatte hier schon geschrieben, dass ich mir die Meinung leiste, dass es sein kann, dass es wirklich aufwärts geht und dass ich gemäß dem amerikanischen Motto "put your money where your mouth is" handelte und ein paar spanische Aktien kaufte (Banco Santander und Telefonica). Dieser Spaß hat mir exakt 2317,24 Euro eingebracht. Ja, das ist nicht viel, aber dafür müssen die Leutchen, die schon unter der neuen spanischen Ordnung arbeiten und gerade mal 800 Euro heimbringen, fast 3 Monate arbeiten. Ich habe die Aktien bereits wieder verkauft, es ist also nicht nur ein Buchgewinn. Andererseits war ich vorgestern in der Stadt und habe das Elend der vielen geschlossenen Geschäfte gesehen. Okay, ich meine nicht, dass es aufwärts geht. Ich habe - wie immer - gar keine Meinung. 

Dienstag, 10. Februar 2015

Life Coach!!!

Liebe Leser, wie ich Euch ein paar Einträge weiter hinten schon erzählt habe, habe ich einen kleinen Gedächtniskurs besucht. Dieser Kurs fand statt, weil eine Freundin einer jungen Psychologin, die gerade anfängt, ein bisschen Kundschaft zuschanzen wollte. Ohne jeden Enthusiasmus meldeten wir uns an, um unserer Freundin eine Freude zu machen. Unsere Erwartungen waren sehr niedrig, ich sah vor meinem geistigen Auge meine demente Oma im Altersheim, wie sie immer wieder ein Wollknäuel aufwickelte und richtete mich auf dieses Niveau ein.
Aber was dann geschah: Leute, von allen Unterrichtsstunden (denn am Ende war es nichts anderes), die ich in meinem über fünfzigjährigen Leben erhalten habe, zählen diese zu den nützlichsten, sie sind auf jeden Fall in den Top Ten. Ich bin vom Ergebnis begeistert, die nur drei Stunden, die wir bisher hatten, haben (zumindest für den Moment) mein Leben verändert. Wie ich Euch erzählt habe, hatte ich das Gefühl, langsam zu verblöden und insbesondere an Konzentrationsfähigkeit einzubüßen. Unsere junge Lehrerin erklärte uns nun, wie das Gedächtnis funktioniert, wie Aufmerksamkeit funktioniert etc. und dieses Wissen hat mir sooo viel gebracht, insbesondere das mit den Exekutivfunktionen, das ich vielleicht nicht einmal richtig verstanden habe, aber einfach zu wissen, dass das existiert... Sie hat uns praktisch eine Gebrauchsanleitung für unser Gedächtnis gegeben. Ich fragte sie: Wie kann denn das sein, dass so wichtige Dinge nicht in der Schule gelehrt werden? Die eine Kursteilnehmerin ist Ärztin. Ich fragte sie, ob sie das nicht alles im Studium gelernt hätte und sie sagte mir nein.
Okay, und wie äußerst sich das neue Wissen nun im richtigen Leben? Z.B.: Man läuft in den Keller und weiß unten nicht mehr, was man da wollte. Passiert mir. Wie funktioniert es? Man ist beim Kochen und denkt "ich brauche eine Dose Tomaten", speichert diese Info nirgendwo und macht sich auf den Weg in den Keller, denkt dabei "ach, ich muss Herrn Müller zurückrufen, ist das Wetter heute nicht schön?" und wenn man unten ist, weiß man, wenig überraschend, nicht mehr, was man dort wollte. Bisher ging ich dann wieder nach oben und dachte "na, es wird mir schon wieder einfallen", aber gestern blieb ich unten im Keller, ließ meinen Blick über meine Vorräte schweifen und da fiel mir wieder ein, dass es die Tomaten waren, die ich wollte. Beispiel 2: Einkaufszettel. Darüber gab es schon im Kurs eine Diskussion. Eine Teilnehmerin sagte, sie würde manchmal ihren Einkaufszettel vergessen und wäre dann im Laden völlig aufgeschmissen. Die Psychologin sagte: "Du solltest versuchen, ohne Einkaufszettel auszukommen." Das war in der ersten Stunde, wo unsere Erwartungen an sie eh bei null lagen und die Teilnehmerin ärgerte sich ein bisschen, weil die Praxis der alleinstehenden jungen Frau direkt über einem Supermarkt liegt, sie selbst aber weit ab der Zivilisation auf dem Land lebt und eine Familie zu versorgen hat und wenn sie vergessen hat, Milch zu kaufen, muss sie noch einmal eine halbe Stunde hin und eine halbe Stunde zurück fahren. Für mich persönlich war es so: ich hatte auf meinem Einkaufszettel Eier, Zwieback, Caesar-Salatsoße und Klopapier stehen. Ich erinnere mich jetzt noch, es ist ins Langzeitgedächtnis gewandert, haha. Welches Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch ich kaufe, entscheide ich im Laden, wenn ich sehe, was am schönsten ist und was im Angebot ist. Ich benötigte also diese vier Sachen und dachte mir "ach, ich probier' mal, ob ich sie mir merken kann". Konnte ich!!!!! Ich verblöde gar nicht. Und für den Fall der Fälle hatte ich ja den Zettel in der Tasche. Und das dritte und beste Beispiel: Ich bekam einen Auftrag, den ich in drei Tagen erledigen sollte. Einen schwierigen Auftrag, der hohe Konzentration erfordert. Da ich bereits genug zu tun hatte, wollte ich eigentlich nein sagen, aber dann dachte ich "ach komm, nimm die Herausforderung an (und die Kohle mit, haha)". Ich erledigte die Arbeit in zwei Tagen, was auch für einen zehn Jahre jüngeren Menschen eine reife Leistung gewesen wäre. Mein Auftraggeber konnte gar nicht glauben, dass ich das in zwei Tagen geschafft hatte, dass es überhaupt in zwei Tagen machbar war. Und das habe ich dem Mädchen und meinem wieder gewonnenen Selbstbewusstsein zu verdanken!!! Ich habe die Kohle für den Kurs mit dem einen Auftrag um ein Vielfaches wieder hereinbekommen. Ich habe mein Selbstvertrauen zurückbekommen und glaube nicht mehr, dass ich verblöde. Man muss sich geistig ein bisschen zusammenreißen (das sind die Exekutivfunktionen!). Fünfzig ist eben nicht dasselbe wie zwanzig. Als jüngerer Mensch hat man auch von allein wunderschönes Haar und später muss man, um wenigstens halbwegs genauso auszusehen, einen Haufen Geld beim Friseur lassen. Okay, hört auf zu lesen, es wird langweilig, ich schreib's aber noch rasch hin: die Exekutivfunktionen!!!!! Für mich ganz wichtig. Z.B.: Ich will für lieben Besuch ein fünfgängiges Menü mit einem Braten zubereiten. Wo fange ich? Ich bin überfordert. Jetzt, nach dem Kurs, denke ich: ich schalte die Exekutivfunktionen ein. Sie ermöglichen es mir, zielgerichtet zu arbeiten. 
Ich fragte die Kursleiterin: "Was ist denn der Unterschied zwischen den Exekutivfunktionen und Disziplin?" Da wir viel zu wenig Zeit haben, konnte sie mir das nicht beantworten (es ist auf jeden Fall etwas anderes). Ich habe mir da aber selber Gedanken darüber gemacht und bin auf Folgendes gekommen: 1.) "Ich bin ein völlig undisziplinierter Mensch. Ich krieg' nichts gebacken. Das kann nichts werden, ich bin so, eine ziemliche Null." 2.) "Ich bin undiszipliniert und eine Null. Um diese oder jene Sache, die ich wirklich will, hinzubekommen, muss ich meine schwachen Exekutivfunktionen in den Turbogang schalten und alles aus ihnen herausholen, dann klappt das auch." Seht Ihr den Unterschied, den das Wissen um die Exekutivfunktionen bringen kann????? Ja, Ihr merkt es, ich bin von dem Kurs (völlig) begeistert und ich hoffe, dass wir die Kursleiterin dazu bringen können, weiterzumachen. Ich denke mal, sie hat noch mehr auf Lager, das unser Leben verbessern kann. Ich möchte auch jemandem einen Geschenkgutschein über zwei Stunden bei ihr geben, die Person weigert sich aber noch, diesen anzunehmen, ich weiß auch gar nicht, ob Psychologen Geschenkgutscheine ausgeben. Mir scheint, dieses Mädchen, das überhaupt nicht den Eindruck macht, ist als Life Coach Gold wert! 

Donnerstag, 5. Februar 2015

Lustiger Wortwechsel

Mein Gatte unterhält sich auf einem Kongress mit einem anderen Herrn und fragt: "Wo ist eigentlich Esther? Ich habe sie noch gar nicht gesehen."
"Sie ist krank, sie kann nicht kommen. Es tut ihr furchtbar leid."
"Ist sie noch mit diesem Franzosen zusammen?"
"Nein, sie ist jetzt mit mir zusammen."
Uahahahahahahaha. Peinlich!

Montag, 2. Februar 2015

Aus meinem Leben

Vor etlichen Jahren hatte ich folgendes Erlebnis: Ich saß am Frankfurter Flughafen und wartete auf meinen Flug. Auf einer Bank, die senkrecht zu meiner Bank stand, saß ein junger Mann. Auf dem Sitz neben ihm lag ein sehr seltsam geformtes Paket, das mit einem schwarzen Tuch bedeckt war. Es war oval, ein bisschen eiförmig, nein, es war unregelmäßig geformt, etwa einen Meter hoch...  Was, um alles in der Welt, konnte das sein? Ich starrte das Ding an und versuchte festzustellen, was sich unter dem Lappen befand: eine abstrakte Skulptur? Ein großer Blumenstock? Warum war das Zeug nicht in einer ordentlichen Kiste? Wieso durfte er es überhaupt als Handgepäck mitführen? Plötzlich kam - zu meinem Schrecken - unten ein Fuß heraus. Es war eine Frau (nehme ich mal an) mit schwarzem Ganzkörperschleier, die da mit hochgezogenen Knien gesessen hatte.