Sonntag, 4. März 2012

Restaurant in London: J. Sheekey

Letzten Sonntag waren mein Gatte und ich im Londoner Restaurant Sheekey. Das Restaurant war uns wärmstens empfohlen worden. Eigentlich hatte wir schon für Samstag reservieren wollen, aber es war ausgebucht. Es ist ein "Seafood-Restaurant in the Heart of Covent Garden". Auch am Sonntag war es bis auf den letzten Platz besetzt. Und Überraschung, Überraschung, Überraschung in London: Das ziemlich große Restaurant war bis auf den letzten Platz mit weißen Engländern/Briten besetzt! Und Ihr wisst, wie selten man diese Menschen in größerer Zahl in London antrifft. Und dafür bedurfte es nicht einmal eines Türstehers. Also, wer ein Restaurant sucht, das keine Touristenfalle ist und in dem die Leute so aussehen, wie bei "Inspektor Barnaby" oder "Miss Marple", hier findet Ihr es.
Wir hatte ziemlichen Hunger, also bestellten wir uns als erstes einmal ein halbes Dutzend Austern, drei für jeden. Oh nein, werdet Ihr jetzt denken, diese Typen futtern dauernd Austern. Aber das stimmt nicht. Ich habe zwanzig Jahre lang überhaupt keine Austern gegessen. Als ich mit meinem zweiten Sohn schwanger war, habe ich nicht nur meine Küche niedergebrannt (zum Glück wohnten wir damals in einer Mietwohnung), ich holte mir auch noch durch Austern eine schlimme Lebensmittelvergiftung. Wir wohnten damals am Meer, ich hatte die Meeresfrüchte bei einer Fischhändlerin meines Vertrauens erworben, frischer ging's nicht. Und doch... Schwangere sollten echt keine Austern essen. Gar keine. Durch diesen Vorfall hatte ich mein Vertrauen in diese Tierchen verloren und zwanzig Jahre lang keine gegessen.
Nach den Austern bestellten wir das Weekend Lunch Menu. Mein Gatte hatte als Vorspeise Deep-fried Cod Chitterlings with sauce gribiche. Ich muss mal feststellen, was "chitterlings" sind, das Zeug war nämlich unglaublich gut. Erste Forschungen im Internet weisen darauf hin, dass es sich um die Eier eines männlichen Kabeljaus handelt (male cod roe). Frittiert. Ich habe selten so etwas Zartes, Leckeres gegessen. Was auch immer es gewesen sein mag, es zerging auf der Zunge. Ich hatte Marinade Salmon, shaved fennel, endive and blood orange salad. Auf dem Foto seht ihr meinen Nachbau in Abendessengröße. 

Mein Nachbau der Vorspeise in Abendessengröße
Bei Sheekey handelte es sich um Chicorée (ja, auch wenn oben Endivie steht), Blutorangenfilets, Fenchelstreifchen, Feldsalatröschen und Lachs. Der Lachs war für meinen Geschmack zu kompakt und zu salzig, die ganze Kombination war nichts Besonderes, aaauuußer der Kombination von Fenchel und Blutorangen, die war guuut. Also, mein Nachbau sah wie folgt aus (für zwei Personen): Ich machte eine Salatsauce aus zwei Esslöffeln Olivenöl, einem Esslöffel Apfelessig, einem Esslöffel Orangensaft, etwas Honig, Salz und Pfeffer. Davon nahm ich einen guten Esslöffel weg und legte meinen möglichst dünn aufgeschnittenen Räucherlachs hinein, auf dass er etwas Salz verlöre und besser zu den übrigen Zutaten passen möge. Dann legte ich für jeden einen Teller mit etwas Endivie aus. Die beiden Blutorangen schälte ich mit dem Messer, um auch die weiße Haut komplett zu entfernen, dann löste ich die einzelnen Schnitzen so aus, dass gar nichts Weißes mehr dran war (sieht schöner aus). Hier heißt es Obacht: Die Blutorangenschnitzen müssen von allem anderen ferngehalten werden, sonst färben sie es rot! 
So, Fenchel in dünne Streifchen schneiden, Salat putzen (ich hatte keinen Feldsalat und habe anderen genommen). Fenchel und Salat mit der Sauce mischen, eine Schicht auf den Chicorée geben, Lachsstreifchen drauf, Blutorangen drauf, restlichen Salat drauf, die restliche Sauce, die beim Lachs war, drüber gießen ... guuut!
Hauptgericht hatten wir beide dasselbe, nämlich Fillet of Sea Bass, Olive mash and ratatouille. Das war ein Filet vom Loup de mer, in der Pfanne ordentlich gebacken. Es lag auf Kartoffelbrei... von Olive war da nichts zu schmecken, es war aber ein ordentlicher Schuss Sahne dran ... und auf Ratatouille, die ebenfalls anders war, als ich sie mache. Bei mir hat sie viel Flüssigkeit, in die man schön sein Brot tunken kann. Die bei Sheekey war so, als wäre sie - mit viel Olivenöl - so lange in der Pfanne oder im Ofen gebraten worden, bis die ganze Flüssigkeit verschwunden war, das schmeckte auch sehr gut. Also, das Hauptgericht war nicht weiter der Rede wert. 
Dann kam der Nachtisch: Mein Gatte hatte Cornish Fudge & Clotted Cream Ice Cream with Shortbread, das war eine Art Sahneeis mit Toffee, eine ziemliche Menge und sehr lecker. Ich hatte was ganz was Gutes: Steamed Yorkshire Rhubarb Sponge mit custard. Der steamed Pudding war ein super saftiger kleiner Kuchen, der wohl irgendwie in irgendeinem Dampf (steam!) gewesen war. Darauf befand sich eingekochter Rhabarber. Dazu wurde eine dicke, köstliche Sahnesauce mit echtem Vanille gereicht. Guuut! Nachdem ich ungefähr die Hälfte gegessen hatte, konnte ich nicht mehr.
Was haben wir für diese Fressorgie hingelegt? Mit zwei großen Flaschen Mineralwasser und zwei Bier ziemlich genau 100 Pfund.
Als wir aufstanden, waren wir pappsatt.
Wenn wir uns in dieser Gegend befinden, gehen wir normalerweise noch gerne in einem der Buchläden an der Charing Cross Road stöbern. Dort gibt es Geschäfte, die gebrauchte Bücher verkaufen, und schöne Filialen von Foyles und Blackwell's. Nach diesem Essen war uns nicht danach. Wir liefen weiter und mussten beide feststellen, dass wir uns überfressen hatten. Die Austern, die frittierten Fischeier, der in Butter gebackene Fisch, der angereicherte Kartoffelbrei, die sahnige Nachspeise... überrascht es jemand? Ja, wir sind nicht mehr die Jüngsten, wir vertragen nicht mehr so viel Fett. War aber gut. Wir fuhren dann gleich nach Hause und machten ein Mittagsschläfchen. Ist das Restaurant empfehlenswert? Hmhm, ja. Ist es für Familien mit kleinen Kindern geeignet? Ich habe am Sonntag keine kleinen Kinder gesehen und ich denke auch nicht, dass es das ideale Restaurant für kleine Kinder ist, aber unwohl fühlen werden sie sich dort auch nicht - und die Chitterlings werden sie bestimmt lieben! Würde ich wieder hingehen? Dagewesen, abgehakt, würde ich sagen, aber Ideen mitgenommen, nämlich den Salat (siehe oben) und meine Nachspeise (noch nichts diesbezügliches unternommen).

Donnerstag, 16. Februar 2012

Krise in Spanien: Dörfliches Idyll

Die Siedlung, in der sich unser Häuschen in Spanien befindet, ist eigentlich ein richtiges Dörfchen, wenngleich die ältesten Häuser erst dreissig Jahre alt sind. Es gibt eine Kirche, eine Kneipe, eine Apotheke ... und ein Lebensmittelgeschäft und das Lebensmittelgeschäft ist es, von dem ich Euch heute erzählen will. Es ist ein kleiner Laden, soll er mal 80-90 Quadratmeter haben, der sich bis vor etwa acht Jahren (schätz' ich jetzt mal so, es können auch zehn oder sieben gewesen sein) im Besitz einer tüchtigen Geschäftsfrau befand. E. und ihre Familie führten ihren Laden ausgezeichnet, zu ihrem Nutzen und zum Nutzen ihrer Kunden. Sie brachten den besten Fisch, gutes Fleisch und schöne Früchte vom Grossmarkt und es machte Spass, im Laufe des Vormittags zu ihrem Laden zu spazieren, dort mit ziemlicher Sicherheit Bekannte zu treffen, mit denen man ein bisschen schwatzen konnte, und sich von ihr beraten zu lassen. Wenn man nicht wusste, was man kochen sollte ... E. wusste immer Rat: "Schau mal, was für einen schönen Fisch ich habe!" oder "Warum machst du nicht mal eine gefüllte Hühnerbrust?" Wenn man nicht wusste, wie man etwas zubereiten sollte, erklärte sie es einem schnell. Man konnte sich die Einkäufe nach Hause bringen lassen, man konnte sogar anrufen und seine Bestellung durchgeben und bekam ruck zuck alles gebracht. 
Ein Jahr war unsere Siedlung an Sylvester eingeschneit. Im Laufe des 31. Dezembers hatte es angefangen zu schneien und nicht mehr aufgehört. Wer zu einer Party in die Stadt wollte, musste zuhause bleiben. E. liess an jenem Abend ihren Laden bis um 22 Uhr auf, damit man noch Sachen für eine Feier daheim kaufen konnte. So clever war sie, so gingen die Jahre ins Land. 
Natürlich kaufte ich nicht alles bei ihr, denn ihr Laden war nicht gerade billig. Um nicht zu sagen er war teuer. Ich kaufte also haltbare Sachen in einem grossen, recht weit entfernten Supermarkt und frische Sachen in unserem kleinen Lebensmittelgeschäft. 
Nun kam es aber so, dass der Fortschritt auch in unserer abgelegenen Gegend Einzug hielt. Ein grosser Supermarkt machte in der Nähe auf. Der Umsatz des Lädchens ging zurück und damit auch die Qualität der Waren. Einmal hatte ich eine halbfaule Paprika in meinem Einkaufskorb. "Was soll denn das?" fragte ich, "Warum hast du mir denn die gegeben?" "Soll ich sie selber essen?" war die Antwort. So etwas vergisst man nicht. Bald darauf bekam ich ein Pfund faule Erdbeeren. Danach ging ich kaum noch hin und schliesslich schloss der Supermarkt. Das war aber nicht weiter schlimm, denn mittlerweile hatten wir auch einen Aldi in der Nähe, dann kam ein Mercadona ... wir wurden von Supermärkten praktisch umzingelt. Gut.
Rasch mal hoch sprinten, wenn ein Ei fehlte, oder gemütlich hoch spazieren und ein frisches Brot kaufen, das gab es nicht mehr. Man kann nicht alles haben.
Nach kurzer Zeit übernahm eine andere Familie das Lebensmittelgeschäft: Die Mutter, eine Schwägerin der Mutter und der Sohn, der an der Kasse stand. Obwohl diese Leute nett waren und versuchten, E.'s Tradition fortzuführen, war es nicht dasselbe. E. hatte ihnen erzählt, dass man mit dem Lädchen viel Geld verdienen konnte - und das hatte auch lange Zeit gestimmt, aber diese Zeit war vorbei. Der Laden war meist leer, es machte keinen Spass mehr, dort zu kaufen. Die neue Familie tat, was sie konnte und machte den Laden dann wieder dicht. 
Dann kam eine Frau, die ich mal die Tussi nennen will, die sich ganz doll was einbildete, weil sie eine Geschäftsfrau war. Ich suchte den Laden immer seltener auf. Die Waren in den Regalen wurden auch immer weniger. Und weniger. Eines Tages sagte ich zur Tussi: "Warum machen Sie den Laden denn nicht einfach zu?" Sie erklärte mir, dass sie irgendeine Subvention zurückzahlen müsse, wenn sie den Laden nicht mindestens zwei Jahre hätte. Nach zwei Jahren schloss sie die Türen endgültig.
Dann kamen die Zahnlosen. Die Zahnlosen waren natürlich nicht wirklich völlig zahnlos, ich nenne sie nur so, um in meinem Gedächtnis Ordnung zu halten. Es handelte sich um einen Mann und eine Frau, denen je der eine oder andere Zahn fehlte. Sie hatten den Laden angeblich für ihren Sohn übernommen, damit der eine Beschäftigung hätte. Der wurde aber nie gesehen. Die Beiden waren so ungepflegt ... nachdem sie mir einmal mein Fleisch aufgeschnitten hatten, ging ich nicht mehr hin. Wie lang hatten die den Laden? Weiss nicht, ein paar Monate.
Dann kamen die Portugiesen. Ein Vater übernahm das Lebensmittelgeschäft, um seine vier arbeitslosen Kinder in Lohn und Brot zu bringen. Könnte mir eigentlich wurscht sein, aber eines der Kinder war ein guter Freund von einem meiner Kinder und ich wusste, dass es sich um sehr liebe Menschen handelte. Also kaufte ich wieder dort ein. Das Mädchen, das den Fisch filetieren sollte, hatte noch nie zuvor Fisch filetiert und Fisch kunstvoll filetieren kann man nicht in fünf Minuten lernen. Auch nicht in einer Woche. Macht nix, man muss ihnen halt Zeit geben. Ich versuchte, Reklame für den Laden zu machen, forderte Freunde auf, doch mal wieder dort einzukaufen. Eine Bekannte sagte: "Weisst du, ich will, dass die Leute so schnell wie möglich Pleite machen. E. knöpft ihnen für diese alten, heruntergekommenen Geschäftsräume jeden Monat 1200 Euro ab. Das gönne ich ihr nicht." Wow. So hatte ich die Sache noch nie betrachtet. Es machte aber Sinn, denn neben dem Supermarkt hatte sich einst ein Zeitschriftenladen befunden, den die Besitzerin auch geschlossen hatte, weil E. ihr horrende Mieten abverlangte. Nun steht er schon seit Jahren leer. Okay, von meiner Familie alleine konnten die Portugiesen auch nicht leben. In den Frischetheken lagen immer weniger Waren. Einmal kam ich hoch, da lagen nur ein Fisch, ein frisches Hähnchen und etwa ein Pfund Hackfleisch in den Fisch- und Fleischtheken. Echt. Hinter der Theke stand mit traurigem Gesicht die Mutter. Wenigstens dauerte die Agonie nicht sehr lange. Und zu. 
Dann war erst mal Ruh'. Gut. 
Ich hoffte, dass der Laden nicht wieder aufmachen würde, weil mir die Leute leidtun, die sich Hoffnungen machen und womöglich ihr Herzblut an das Geschäft hängen. Andere hofften, dass der Laden nicht wieder aufmachte, weil sie E. für eine unverschämte, unsägliche Abzockerin hielten und ihr die Mieteinnahmen nicht gönnten. Wie dem auch sei ... nach gut einem Jahr hat er wieder aufgemacht!!! Angeblich führen ihn jetzt Chinesen. Ich habe mir vorgenommen, nicht hinzugehen. Vielleicht sind es liebe Chinesen, die ich ins Herz schliessen würde und dann tut es mir leid, wenn sie in den Ruin getrieben werden. Das will ich mir ersparen. Aber auch wenn es unsympathische und unverschämte Chinesen sind, tun sie mir leid. Der Gedanke, dass sich Menschen Hoffnungen machen, sich voller Vorfreude in die Arbeit stürzen, weil ihnen jemand den Bären aufgebunden hat, dass mit dem alten Lädchen Geld zu verdienen sei ... 100 Euro Miete wären echt genug, Ihr müsstet mal den Zustand des Ladens sehen. Naja, jetzt bin ich erstmal in England, da kann es mir eh' egal sein. Am Anfang werden zumindest aus Neugier ein paar Leute hingehen. Eine Nachbarin sagte: "Die Chinesen können mit allem Geld verdienen." Ich meine, mit einem Laden, in dem niemand einkauft, können auch Chinesen kein Geld verdienen.

Freitag, 10. Februar 2012

Speed Dating

Wie Ihr wisst, befinde ich mich zurzeit in London. Gestern war ich in einem Laden und als ich an der Kasse bezahlte, fragte mich die Kassiererin, ob ich Lust hätte, an einem Speed Dating teilzunehmen. Ich wusste gar nicht, dass es das tatsächlich gibt. Ich kannte das nur aus amerikanischen Filmen: Je ein Mann und eine Frau (wenn es sich um Heten handelt) sitzen einander gegenüber und haben 10 Minuten Zeit, um sich ein bisschen kennenzulernen und um festzustellen, ob sie möglicherweise zu einander passen oder nicht. Dann wird zur nächsten Person gewechselt. Sehr, sehr interessant, gell? Wie hoch ist da wohl die Wahrscheinlichkeit, dass man auf einen Menschen trifft, der tatsächlich zu einem passt? Meine allgemeinen Beobachtungen im Leben haben mich (fast fünfzig) gelehrt, dass Männer deutlich weniger anspruchsvoll sind als Frauen. Männer wollen praktisch das Gleiche, was sie schon seit Anbeginn der Menschheit wollen. Seit man um's Feuer sass und Speerspitzen schnitzte, hat sich da nix geändert.
Frauen wollen jemanden, der ihnen zu hört. Ich, zumindest. Stellt Euch mal vor, man sitzt mit dem Typen beim Speed Dating und der steht auf und sagt: "Ich geh' mir mal schnell ein Bier holen. Red' du ruhig weiter, ich höre dich auch von der Theke aus." Nee, nee, nee. 
Persönliche Interessen: Er kann ruhig seltsame Hobbys haben, aber er muss sie alleine pflegen können. "Das Höchste für mich sind Geländemärsche bei rauem Wetter und ich freue mich schon, wenn du dann immer dabei bist."Oder: "Oh, was wird das schön, wenn wir dann jeden Samstag gemeinsam am Angelsee sitzen!" Nee, nee, nee.
Er muss denken, dass ich nett bin und ein wertvoller Mensch. Er muss mich gut finden. "Naja, die tut's" tät's bei mir nicht. 
Das sind, glaube ich, Sachen, die für alle Frauen gelten.
Ich hätte dann noch folgenden Wunsch: Bildung. Ich mag es, wenn Leute gescheit und gebildet sind. Ist für eine kurze Affäre natürlich nicht erforderlich, langfristig aber schon. Friedrich Nietzsche verstand die "Ehe als langes Gespräch", alles andere in einer Beziehung sei transitorisch, meinte er. Ich finde auch, dass man möglichst viel haben sollte, worüber man quatschen kann. 
Sonderpunkte gäb's, wenn jemand dasselbe Hobby hätte wie ich.
Aussehen: Mit dem Aussehen ist es so eine Sache. Man hat da bestimmte Vorstellungen, aber dann lernt man jemanden kennen, der völlig anders aussieht und der gefällt einem dann auch, z.B. weil er einem zuhört oder weil er einen wertschätzt. Und selbst ist man ja auch nicht gerade das Mass aller Dinge, zumindest ich nicht.
Kohle: Ob der andere Kohle hat oder nicht, finde ich nicht so wichtig, da ich anspruchslos bin und mich in der Lage sehe, selbst genug ranzuschaffen für das, was ich brauche. Im Leben geht es so oft auf und ab. Was nützt einem der grösste Reichtum, wenn man eine schlimme Krankheit bekommt oder sonst unglücklich ist?
Ach ja, das noch: Da ich selbst ein ziemlicher Trauerkloss bin, würde ich mich über einen fröhlichen Menschen freuen. 
Jeder hat halt andere Prioritäten. 
Hingegangen zum Speed Dating bin ich natürlich nicht. Ich weiss nicht, was mein Gatte dazu gesagt hätte.

Montag, 30. Januar 2012

Spanischer Wintersalat - Ensalada de escarola y granada


Friséesalat mit Granatapfelkernen ist in Spanien im Winter sehr beliebt. Bei Mercadona wird der Salat (escarola) frisch, geputzt und gewaschen in einer Tüte angeboten,  die Granatapfelkerne gibt es ebenfalls fertig vorbereitet in einem Plastikschälchen zu kaufen. Was will man mehr? Wenn einem diese praktischen Produkte nicht zur Verfügung stehen, muss man den Salat halt selber putzen und die Kerne aus den Granatäpfeln holen (halbieren oder vierteln und Kerne rauspulen, kein Problem). Salatsoße: Salatsoßen sind nicht meine starke Seite. Ich bin seit fünfundzwanzig Jahren Hausfrau, aber die Kunst der Vinaigrette hat sich mir nie so recht erschlossen. Zurzeit mache ich meine Salatbrühe wie folgt: Ich gebe 2 Teelöffel sehr guten Honig, den uns ein befreundeter freilaufender Imker geschenkt hat, mit 2 Esslöffeln frisch gepresstem Orangensaft oder gewöhnlichem Orangensaft oder Wasser in eine kleine Flasche und stelle sie kurz in die Mikrowelle, damit der Honig flüssig wird. Dann gebe ich 1/2 Teelöffel Dijon-Senf und 1 Teelöffel von meiner hausgemachten Gewürzmischung, die ich am 12. September 2011 beschrieben habe, dazu. Ich vervollständige die Vinaigrette mit 3 Esslöffeln Champagner-Essig und 8 Esslöffeln sortenreinem Arbequina-Olivenöl. Alles vom Feinsten, es soll nichts unversucht bleiben beim Streben nach bestmöglichem Salat. Die Menge reicht ungefähr für 10 Portionen; was ich nicht gleich brauche, verwende ich an den folgenden Tagen. Eine Himbeer-Vinaigrette wäre vielleicht auch gut dazu ... naja, ich wollte nur den Tipp mit dem Friséesalat und den Granatapfelkernen geben, denn diese Kombination ist prima.

Samstag, 28. Januar 2012

Brownies - ausführliches Rezept

Ich habe heute mal wieder Brownies gebacken. Das Rezept habe ich vor Jahren von einer Backschokoladenpackung abgeschrieben. Es ist lecker, ganz einfach und hat den Vorteil, dass man außer dem Backofen, der Mikrowelle und einem Kochlöffel keine Geräte braucht und nur eine Schüssel schmutzig macht. Man benötigt 200 g Backschokolade, 125 g Butter, 200 g Zucker, 2 Eier, 250 g Mehl und 100 g grob gehackte Walnüsse und geht wie folgt vor: Ofen auf 160º Grad vorheizen. Flache Form mit Backpapier auslegen.
Nun müssen Butter und Schokolade ge- und verschmolzen werden. Mit diesem Ziel zerteilt man die Schokolade grob und gibt sie mit der Butter in eine Schüssel. Dann erhitzt man beides vorsichtig und kurz in der Mikrowelle. Wenn die Hitze zu stark ist oder die Mischung zu lange in der Mikrowelle steht, wird die Schokolade bröselig und eklig, alles schon da gewesen, also vorsichtig. Lieber zwischen durch, so nach 45 Sekunden, mal umrühren.  Man hat nun eine  homogene, dick-flüssige Schokoladensoße/-pampe, in die man den Zucker rührt. Die Eier werden in einer Tasse leicht geschlagen und kommen ebenfalls dazu und werden untergerührt. Dann geht's ans Mehl, das ebenfalls untergerührt wird. Wer keine grob gehackten Walnüsse hat, sondern diese selbst hacken muss, tut dies mit einem großen Messer auf einem großen Schneidbrett. Alle Nüsse auf einen Haufen, Messer in Schneidposition bringen, Messerspitze mit der linken Hand in Position halten und nicht schneiden, sondern immer rauf und runter über die Nüsse fahren. Als wär's ein Papierschneider, wie dieses Gerät, mit dem die Fotografen Passfotos auseinander schneiden. So. Nüsse auch noch unter den Teig mischen. Teig browniehoch in die Form geben (der Teig geht nicht auf, ist ja kein Backpulver drin). 20 bis 22 Minuten backen, rausholen, auch wenn die Brownies noch nicht fertig scheinen (so stand's im Rezept und meine Erfahrung bestätigt die Richtigkeit dieser Empfehlung). Abkühlen lassen, in Rechtecke schneiden. Fertig. Einfacher geht's kaum noch, oder? 
Heute begab es sich nun aber in meiner Speisekammer, dass unter der Tafel Schokolade, als ich sie hochhob, eine Packung getrocknete Aprikosen lag. Hm. Ein Zeichen, ein Wink? Hm. Ich hackte 100 g Trockenaprikosen ... Hier haben sich in letzter Zeit auch etwa 10 Packungen Cranberries angesammelt. Wisst Ihr, wie das geschah? Cranberries gab es ja früher in Deutschland oder Spanien überhaupt nicht. Wer sie wollte, musste sie aus den USA mitbringen oder sich mitbringen lassen. Jetzt sieht man sie manchmal in Läden. Okay, ich sah sie beim Aldi. Heh, toll, gleich mal drei Packungen mitgenommen. Dann sah ich sie in einem anderen Laden. Heh, toll, gleich mal zwei Packungen mitgenommen. Usw. Anscheinend gibt's die jetzt überall. Ich benutze sie hauptsächlich für den schnellen Salat, den ich in meinem Eintrag vom 10. Dezember 2010 beschrieben habe. Kurz und gut: Ich hackte auch noch 100 g Cranberries und gab sie mit den Aprikosen zusammen an den Teig. Ich backte den Teig fünf Minuten länger als üblich. Foto siehe oben. Ein Riesenerfolg bei meiner Familie! Saftiger als sonst. Und natürlich auch eine Idee gesünder, wenn man im Zusammenhang mit Plätzchen überhaupt das Wort "gesund" in den Mund nehmen darf. Enjoy! 

Mittwoch, 25. Januar 2012

Immobilien in Spanien: Festhalten, jetzt geht es richtig abwärts

So, liebe Leser, wie bin ich mal wieder auf das Thema Immobilien gekommen?
Ich bin bei einem der in unserem Ort noch verbliebenen Maklerbüros vorbei gekommen und friki wie ich bin musste ich natürlich ins Schaufenster schauen und alle Angebote betrachten. Dabei entdeckte ich eine (Mini-)Wohnung (50 Quadratmeter) in unserer Siedlung zum Preis von 59.000 Euro. Ich war mir ganz sicher, diese Wohnung im Internet für -ja, Leute, lest und staunt - deutlich über 100.000 Euro gesehen zu haben. Zuhause vergewisserte ich mich rasch und tatsächlich, auch im Internet war der Preis herabgesetzt worden, nämlich auf 98.000 Euro. Aha. Interessant. Die in Rede stehende Wohnung, deren Preis sich anscheinend im freien Fall befindet, hat einen riesigen Nachteil: Sie liegt im ersten Stock neben einer Apotheke und die Apotheke hat ein superhelles, grün leuchtendes Apothekenschild, das direkt in die Wohnung scheint. Ach, so hell kann das gar nicht sein, werdet ihr jetzt denken. Doch, Leute. Eine genaue Wattzahl kann ich Euch natürlich nicht nennen. Wieviel Watt oder Lux hat denn die Flutlichtbeleuchtung im Bernabeu-Stadion? So ungefähr dürft Ihr Euch das vorstellen. Aber in Grün.
Okay, also, Immobilienpreise in Spanien. Erst das Allgemeine: Derzeitige Fallgeschwindigkeit: 6,4 % per annum. Seit dem Höchststand im Jahr 2007: - 28,5 %. Diese Zahlen stammen von der Website http://www.fotocasa.es/. Hier ein Link zu ihrem Jahresbericht für 2011 für Interessenten, die der spanischen Sprache mächtig sind oder die einfach mal die Zahlen auf sich wirken lassen wollen:
Und wie geht es unseren Versuchstierchen? Vom Haus in unserer Straße, das ich am 8. April und am 22. Juli 2011 besprochen habe, gibt es, wie erwartet, nichts Neues. Gähn. Die Fabrik der Besitzer hat Pleite gemacht, aber das wisst Ihr ja schon.
Bei den Reihenhäusern, denen ich meinen Blogeintrag vom 14. Oktober 2011 gewidmet habe, gibt es was Neues: Nachdem der Preis von 345.000 auf 245.000 Euro gesenkt wurde, sind sie nun ganz aus dem Internet verschwunden. Was kann das bedeuten? Zum Beispiel, dass die Bank die Häuschen übernommen hat. Seit meinem Eintrag vom Oktober ist jedenfalls keins verkauft worden. Spanische Logik einer Bekannten, nein, ich schreibe SPANISCHE LOGIK, denn das ist einfach etwas, was in der Welt nicht seinesgleichen hat: "Dem Bauunternehmer ist es wurscht, ob er diese Häuschen verkauft oder nicht, der hat nämlich noch über 100 in Malaga zum Verkauf stehen, da gleicht sich das aus." Hallo??? Wenn man die spanische Logik in Sachen Immobilien wissenschaftlich untersuchen möchte, welche Disziplin würde man wohl damit betrauen? Die Wirtschaftswissenschaften? Die Psychologie? Oder gleich die Psychiatrie?
In der Überschrift habe ich geschrieben: "Jetzt geht es richtig abwärts". Warum meine ich das? 
In unserem Ort liegt der Quadratmeterpreis von Neubauwohnungen, die hauptsächlich von den Banken auf den Markt geworfen werden, sage und schreibe 340 Euro unter dem Quadratmeterpreis von Altbauwohnungen!!!, die von Privaten angeboten werden. Was das für die Privatanbieter bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen. 
Zusammenfassend: Es kracht im Gebälk.
P.S.: Ich schreibe so fröhlich darüber, aber ich muss Euch sagen, die Entwicklung in Spanien ist beängstigend.

Montag, 23. Januar 2012

Entspannendes Viertelstündchen


Heute Abend ist bei uns der Strom ausgefallen. Eine Viertelstunde lang, von 20.15 Uhr bis 20.30 Uhr. Das war sooo entspannend. Wir sitzen immer noch da, wo wir uns hingepflanzt hatten, nachdem wir die Kerzen an unserem Leuchter (siehe oben) und noch ein Dutzend Teelichter angemacht hatte. Zuerst dachte ich: naja, da schau' ich halt bei Kerzenlicht fern ... aber das ging ja nicht! Man konnte nichts machen. Die Kinder, die sich mitten in der Prüfungszeit befinden, konnten nicht lernen (kein Licht in ihrem Zimmer). Überraschenderweise klingelte unser einziges nichtschnurloses Telefon: eine Nachbarin, die fragte, ob wir auch kein Licht und kein Wasser hätten. Das mit dem Wasser hatten wir gar nicht bemerkt, stimmte aber. Wir saßen also zum Nichtstun verurteilt im Kerzenschein. Schön! Wir hörten gute Musik vom I-Pod (ganz konnten wir es halt doch nicht lassen ...). Mein Sohn sagte. "Das müsste man häufiger machen." Stimmt.
In dem Haus, in dem wir in New York wohnten, lebten auch viele Juden, von denen manche sich streng an den Sabbat hielten. Das bedeutete unter anderem, dass sie an diesem Tag keine elektrischen Geräte ein- und ausschalten konnten. Auch nicht den Herd (es gibt programmierbare Herde, die zur vorgesehenen Zeit das im Topf auf der Platte befindliche Essen heiß machen, ohne dass man einen Schalter betätigen muss). Sie durften auch die elektronischen Zugangskarten, die man in Abwesenheit des Doormans verwenden sollte, um ins Haus hinein oder aus dem Haus hinaus zu gelangen, nicht benutzen. Da gab's ein bisschen Zoff und es mussten zusätzliche mechanische Schlösser installiert werden. Alle Samstage ohne Handy, Computer, Fernseher etc. Nicht schlecht, oder?
Naja, jetzt haben wir wieder Strom und um 22.15 Uhr kann ich in aller Ruhe das "Dschungelcamp" gucken.

Freitag, 13. Januar 2012

Gute Nachrichten für die Finanzmärkte

In Spanien wird jetzt echt und ehrlich gespart. Zum Beispiel an der Heizung für Schulen und Universitäten. Ihr fragt Euch vielleicht: Warum wollen die in Spanien überhaupt heizen? Da ist es doch immer warm!!!
Ja, Leute, in Deutschland ist die irrige Meinung weit verbreitet, ganz Spanien bestünde aus einem etwa 1 Kilometer breiten Küstenstreifen, auf dem ganzjährig Sommer ist. Das ist falsch. Ein einfacher Blick auf die Karte zeigt, dass die iberische Halbinsel praktisch viereckig ist. Das Landesinnere (das den größten Teil Spaniens ausmacht) ist eine Hochebene, selbst Madrid liegt auf einer Höhe von fast 700 Metern. Die Wettervorhersage für Madrid kündigt für heute eine Tiefsttemperatur von 0º und eine Höchsttemperatur von 9º an. Das sind normale Januartemperaturen. Also. Und da wir uns hier, wo ich mich befinde, nicht unter der molligen Madrider Smogglocke tummeln, sondern der klaren Höhenluft ausgesetzt sind, ist es noch etwas frischer (-4º/9º).

Hier ein Bild, das ich heute morgen aufgenommen habe. Schön, gell?
Und jetzt wird also gespart. In den Schulen in unserem Ort wird die Heizung um 11 Uhr ausgeschaltet (Unterricht von 8.30 - 14.30 Uhr). Ich weiß nicht, um wieviel Uhr sie eingeschaltet wird. Viele Kinder sitzen im Mantel da. Die Mädchen tragen unter den Jeans dicke Strumpfhosen, ästhetische Erwägungen bleiben hintangestellt. Mein Sohn hat seine Vorlesungen an der Uni nachmittags, da wird gar nicht geheizt. Er hat mir erzählt, dass manche der jungen Männer (die von ihren Muttis getrennt sind, die für Thermounterwäsche sorgen würden) unter ihren Klamotten einen Schlafanzug tragen. Geschrieben wird mit fingerlosen Handschuhen. Gestern hat einer seiner Kommilitonen einen Heizlüfter mitgebracht. Die Studenten setzten sich mit dem Professor außen herum wie um ein Lagerfeuer, einer ließ eine Tüte mit Süßigkeiten herumgehen. D. lobte die ausgezeichnete Stimmung, die aufkam. Die Leute nehmen es mit Humor.
Nächste Woche beginnt die Prüfungszeit, deshalb kommen nur wenige Studenten. Viele lernen lieber zuhause oder wollen keine Erkältung riskieren. In dem Trakt, in dem sich die Büros der Dozenten befinden, wäre schon ein paar Mal die Sicherung rausgeflogen, hat er erzählt, weil zuviele Heizöfchen betrieben werden.
Das Unigebäude ist relativ neu. Es ist ein intelligentes Gebäude. Das bedeutet wahrscheinlich, dass es in irgendeinem Eckchen weint.

Heute früh in unserer Straße. Wird einem nicht schon vom Anblick kalt?

Mittwoch, 11. Januar 2012

Was soll ich kochen? Guter Tipp

Ja, ein Tipp, um das Thema "Was soll ich kochen?" in den Griff zu bekommen - und zwar ein für allemal, und zwar von mir. Und jetzt kommt's: Spannung, Trommelwirbel, trrrrrrr .... tatschan! tatschan! ...

Schreibt auf, was Ihr an jedem Tag tatsächlich gekocht habt, dann habt Ihr eine Liste für die folgenden Jahre.

Ja, Ihr dürft mich für diese brilliante Idee feiern. Ich hatte sie im Jahr 1995. Auf dem Foto das Original.

Vorher hatte ich einen Abreisskalender, auf dem Kochempfehlungen für den Tag standen, z.B. Kressesüppchen mit Lachs-Sahne-Häubchen als Vorspeise, dann Kalbsbäckchen an Saint Emilionjus mit getrüffeltem Kartoffelragout als Hauptgang. Und solche Sache gibt's bei uns im Alltag nicht. Ich wollte Sachen, wie wir sie tatsächlich essen. Die Kinder waren klein und unser Speiseplan war damals stark nudellastig. Da kam mir die Idee, das aufzuschreiben, was wir aßen, dann würden wir einen Plan für das folgende Jahr haben. Natürlich - Ihr kennt mich, die Disziplinlosigkeit in Person - zog ich das nicht von Anfang bis Ende des Jahres durch. Ich machte ein paar Eintragungen im Januar, ließ es dann wieder bleiben, machte noch ein paar im Februar, etc. Im folgenden Jahr machte ich einfach weiter und füllte die Leerstellen aus.
Ich meine, wenn Ihr heuer 36,5 Eintragungen schafft und dann im gleichen Tempo weiter macht, ist der Plan in 10 Jahren schon komplett! Und dann habt Ihr für den Rest Eures Lebens einen Speiseplan für jeden Tag. Einen Plan, bei dem automatisch die Jahreszeiten berücksichtigt sind, denn Ihr werdet ja im November keinen frischen Spargel und im August keinen Gänsebraten auf den Tisch gebracht haben. Und wenn Ihr die Leute seid, die nur auftauen und Dosen aufmachen ... dann hilft Euch der Speiseplan bestimmt auch: Ach, eine Thunfischlasagne könnte man mal wieder auftauen ... Ihr könnt auf Wochen im Voraus einkaufen!
Wenn man neue Sachen ausprobiert hat, die toll waren, kann man sich das Rezept ja auf- bzw. abschreiben, es fotokopieren oder ausdrucken, damit es nicht wieder verloren geht.
Also, das ist mein Tipp. Er löst die Frage langfristig, er bietet eine nachhaltige Lösung. Ich verrate ihn Euch absichtlich erst jetzt, nicht, dass jemand auf den Gedanken kommt, ihn als Neujahrsvorsatz zu verwenden. Ich bin kein Freund von guten Vorsätzen für's neue Jahr. "Ich werde im neuen Jahr weniger futtern/weniger trinken/weniger rauchen, mehr Sport treiben/meine Doktorarbeit fertig schreiben/meine Omi öfter besuchen".  Nimmt man sich vor. Und wenn man diesen guten Vorsatz unseligerweise einem lieben Menschen anvertraut, der einem dann bei der Umsetzung helfen möchte, "Du wolltest doch weniger futtern/weniger trinken/weniger rauchen, mehr Sport treiben/deine Doktorarbeit fertig schreiben/deine Omi öfter besuchen", und je nachdem, wie lieb uns dieser Mensch hat und wie viel Hoffnung er darein setzt, dass wir uns tatsächlich bessern können, kann es geschehen, dass er uns bis in den Mai hinein jedesmal, wenn wir etwas in den Mund stecken, daran erinnert, dass wir doch eigentlich weniger essen wollten ... nee, nee, nee, bleibt mir weg mit den guten Vorsätzen. Ich halte es an Sylvester mit dem spanischen Spruch: Virgencita, Virgencita, que me quede como estoy.  
Es ist ein Anruf an die Muttergottes (la Virgen = die Hl. Jungfrau, Virgencita = Verkleinerungsform davon) mit der Bitte, dass alles bleiben möge, wie es ist.

Montag, 2. Januar 2012

Prosit Neujahr!

Wir sind in lieber Gesellschaft, mit Raclette, Feuerzangenbowle, Brezel, Bleigießen, Feuerwerk und Abba-Karaoke gut ins neue Jahr gerutscht - wobei wir den eigentlichen Rutsch verpasst haben: "Noch dreißig Sekunden", sagte der Sprecher von Bayern 3. Da waren noch ein paar Gläser Sekt einzuschenken und zu verteilen ... dann spielte im Radio ein Walzer. Nach einer Weile kam jemand auf den Gedanken, dass die dreißig Sekunden um sein müssten ... Prosit Neujahr!
Mit dem Abba-Singwettbewerb unserer Gastgeber hatten wir riesigen Spaß, obwohl wir von der gegnerischen Mannschaft in Grund und Boden gesungen wurden. Mein erstes Karaoke. Und damit verbunden ein Wortwechsel, der allen Hoffnung machen wird, die zweifeln, ob sie mit ihren Kindererziehungsversuchen Erfolg haben werden:
Ich: "Das Karaoke-Spiel ist toll, ne?"
Mein jüngster Sohn: "Hmhm, ja, das ist Singstar."
Ich: "Gibt´s so was auch für unsere Playstation?"
Mein jüngster Sohn: "Willst Du das jetzt? Meine Güte, da wird wieder was angeschafft, mit dem ein paar Mal gespielt wird, dann fliegt´s ewig ´rum. Das brauchen wir echt nicht."
Ich glaubte mich selbst reden zu hören.
Kommentar dieser Mutter erwachsener bzw. fast erwachsener Kinder: Es fällt nicht alles auf fruchtlosen Boden.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Frohe Weihnachten!

Die Nikolausgruppe



Diese kleine Gruppe, die "Aussendung der Nikoläuse", hat auf unserem Weihnachtsbaum Tradition: "Ziehet hinaus in alle Welt und verkündet eine große Freude: Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt." (Theologisch nicht ganz einwandfrei, Bibelkenner werden es bemerkt haben.)

Seltsamer Weihnachtswunsch

Meine kleine Nichte wünscht sich zu Weihnachten die Kastration ihres Hasen ...

Dienstag, 20. Dezember 2011

Schöne Weihnachtsdeko - Zu Besuch bei T.

T. hat ihren eigenen Stil und kombiniert gern und gekonnt rustikale und moderne Elemente. Hier seht Ihr ihre Weihnachtsdeko.  


Diese Kombination gefällt mir besonders gut. Vorteil: Kost´ mal wieder fast nix. Obstbaumästchen werden mit einem dicken, weißen Filzfaden zusammengebunden. Daran hängen Christbaumkugeln und Sterne (hat man eh´). Schön, besonders vor dem verschneiten Hintergrund. Ja, Leute, Deutschland hat uns im weißen Gewand empfangen (Klimawandel!).


So hat T. ihr Fensterbrett dekoriert. In den Leuchtern befinden sich Moos, kleine Äpfel, Nüsse und Ästchen. Beachtet das Balkongeländer. Es ist mit einer Mehrwegtannengirlande mit Lichterkette umwickelt. Der darauf liegende Schnee ist echt. Süß!


T.´s selbstgebundener Adventskranz. Heuer setzt sie nicht auf ihr traditionelles Rot, sondern auf Grün und Silber. Gelungen, stimmt´s?


Dieses Eckchen mit Christrose vor der Haustür mag T. selbst besonders gern.


Dieser Kranz, verziert mit ein paar silbernen Sternen, gefällt mir sehr gut. Er ist schlicht und elegant. 


Blick aus dem Flurfenster ...

Samstag, 17. Dezember 2011

Renovierung unseres Hauses V: Der neue Windfang


So, auf diesem Foto seht Ihr den neuen Windfang (die Glastür vor unserer Haustür). Rechts und links oben haben die Seitenteile kleine Fenster, die sich öffnen lassen. Das fand ich wichtig, damit im Sommer die Belüftung gesichert ist. Manche Nachbarn, die auf die Fensterchen verzichtet haben, lassen im Sommer die Tür immer offen stehen und mehr als einem ist es passiert, dass sie dann von einem Windstoß zugeschlagen wurde und kaputt ging. Andere sichern die geöffnete Tür mit einem Stein. Alles zu kompliziert für uns.
Die Fassade unseres Hauses liegt Richtung Nordwesten, die Sonneneinstrahlung hält sich also in Grenzen, die Fensterchen sollten zur Belüftung ausreichen.
Seht Ihr, wie schön alles geschnitten ist? Der Efeu, der Feuerdorn ums Fenster, die Feuerdornkugel, der Baum links im Bild (ein Blutpflaumenbaum)? Die eigentliche Haustür, die man nicht nur anheben, sondern auch zu sich ziehen musste, um sie aufzuschließen, ist auch repariert. Juhuu! Wir können rundum zufrieden sein.

Dienstag, 6. Dezember 2011

So sah der Nikolaus früher aus (1967)

Ja, so sah der Nikolaus früher aus. Da war er noch schlanker und im Kirchendienst.

Er brachte uns Äpfel, Nüss' und Mandelkern sowie das eine oder andere kleine Geschenk. Die Frau ist unsere Oma.

Hier seht Ihr meinen Bruder und mich beim fröhlichen Spiel.
(Ja, ich weiß, auch dieses Foto ist nicht aktuell. Es wurde am Nikolausabend 1967 aufgenommen.)

Dienstag, 29. November 2011

Spannend!


Das Buch links ("Erlösung" von Jussi Adler-Olsen) habe ich vor kurzem von meiner Schwägerin geschenkt bekommt. Es war spannend von der ersten bis zur letzten Seite und zudem gut geschrieben. Danke noch mal. Morgen streikt in England der öffentliche Dienst. Mein Flug nach Spanien geht theoretisch um 6.30 Uhr in der Früh. Durch den Kauf des Buchs rechts habe ich mich auf lange Wartezeiten eingerichtet. 
Bei Waterstone's, der Buchladenkette in London, gibt es eigene Regale mit der Aufschrift "Scandi Crime" für die skandinavischen Krimis. Witzig. Wem die Werke Stieg Larssons gefallen haben ... "Erlösung" hat mir sogar noch ein bisschen besser gefallen. 
Da ich keine Ahnung habe, wann ich ankomme, habe ich noch keine Fahrkarten für die Weiterreise in Spanien. Aber gut. Während ich auf Bahnhöfen herumlungere, werde ich mein neues Buch verschlingen. Hoffentlich ist es wirklich so gut, wie mir versprochen wurde!
Update: Mein Flug ging pünktlich. An den englischen Flughäfen ist doch alles privatisiert! Das Anliegen der Streikenden: die Mitarbeiter im britischen öffentlichen Dienst möchten nicht höhere Rentenbeitrage bezahlen und länger arbeiten, dafür aber weniger Rente bekommen. Die Leidtragenden des Streiks waren hauptsächlich Schulkinder und ihre Eltern sowie Kranke. Überschrift heute bei Spiegel Online: Geldflut löst globales Kursfeuerwerk aus.

Montag, 28. November 2011

Das Wochenende in Paris


Ich weiß, Ihr wollt was von unserem Wochenende (nicht letztes, sondern vorletztes) in Paris hören, wie wir mit dem Eurostar unterm Ärmelkanal durchgefahren sind (zum 1. Mal, bisschen Bammel, wir hatten aber von anderen Leuten gehört, die diese Fahrt auch gemacht und überlebt hatten, das war beruhigend), Fahrdauer London-Paris 2 Stunden 15 Minuten (wie lang hat die Reise wohl gedauert, als man noch Pferdekutschen und Schiffe brauchte?), wie sich unsere Freunde gefreut haben, als sie uns gesehen haben (nein, niemand hat geweint), wie wir bei Superwetter in den Tuilerien spazieren gegangen sind (nein, wir haben nicht alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert, wir waren schon öfter dort), wie wir abends mit dem Riesenrad am Place de la Concorde gefahren sind (phantastische Aussicht auf die beleuchtete Champs Elysees und den Eiffelturm, wer dieser Tage nach Paris kommt: unbedingt nach Einbruch der Dunkelheit mitfahren! 10 Euro pro Person, lohnt sich), was wir von dort mitgebracht haben (Kühlschrankmagnete von französischen Speisen. Ja, sie sind Made in China. Nein, Euch nix.), wie die Geschichte mit den Andouillette-Würsten genau war (Andouillette sind französische Würste, die aus klein geschnittenem Schweinsdarm und –magen im Schweinsdarm bestehen. Als wir über den Pariser Weihnachtsmarkt spazierten, sagte unser lieber Freund D.: „Wenn es eine französische Speise gibt, die ich hasse, dann sind das Andouillettes.“ Damit war natürlich meine Neugier geweckt.
Ich bin keine besondere Freundin der französischen Küche, aber das Schlechteste, was D. sich überhaupt nur vorstellen konnte??? 5 Minuten später hatte ich eine Andouillette in der Hand (7 Euro, soviel kosten die Würste auf dem Pariser Weihnachtsmarkt). Die Konsistenz war wirklich grauenvoll und eklig – aber der Geschmack?!? Er erinnerte mich an irgendwas. Ich kramte in meinem Hirn ... Hausmacher Leberwürstchen ... Hausmacher Blutwürstchen ... alles da ... aber das war es nicht ... weiter zurück ... ich tauchte eine Weile in den tiefsten Tiefen meiner Erinnerungen, dann fand ich’s: Wurstsuppe. Als wir Kinder waren, wurden wir manchmal mit der Milchkanne zum Metzger geschickt um Wurstsuppe zu holen.  Wurstsuppe ist die Brühe, in der die Hausmacher Blut- und Leberwürstchen gekocht wurden. Es war eine meiner Leibspeisen. Wir aßen sie entweder mit Brot oder mit darin gekochten, frischen Spätzle. Isst heute sicher kein Mensch mehr. Schad’ drum.
Also, mir hat einmal Andouillette gereicht, aber ich würde nie jemandem grundsätzlich von einer Speise abraten, es sei denn, sie wäre gesundheitsschädlich.)
Was noch? Superviel spazieren gegangen bei tollem Wetter (Klimawandel!), Quartier Latin, Notre Dame, Beleuchtung der großen Kaufhäuser angeguckt (Lichter toll, Schaufensterdeko bäh).
Zum Abschluss waren wir noch zusammen Austern essen. Am Sonntagabend Rückfahrt mit dem Eurostar. Unterwegs musste der Zug eine Stunde anhalten, weil der Zug vor unserem mit einem „großen Tier“ zusammengestoßen war. Wahrscheinlich hatte sich ein Pferd oder eine Kuh unter dem Sicherheitszaun durchgewühlt. Spät abends trafen wir wieder in London ein.

Sonntag, 27. November 2011

Penne alla Vodka - Nudeln mit Tomaten-Wodka-Sauce


Ich bin gefragt worden, wie man sich diese teuren Nudeln in den italienischen Restaurants in New York vorzustellen hat. Zufällig habe ich mal im amerikanischen Fernsehen gesehen, wie der Koch von "Nick and Tony's" in New York ein Rezept vorgestellt hat, nämlich das Rezept für Penne alla vecchia Bettola, das in seinem Laden serviert wird. Ich stelle hier einen Link zur Speisekarte ein. Das Gericht kostet 20 Dollar (immer noch brav 20% Trinkgeld dazurechnen, gell?).
Es handelt sich um Nudeln mit Tomaten-Wodka-Sauce. Ich habe sein Rezept zuhause nachgekocht und es war sehr, sehr lecker. Eine Sauce, die wirklich zu empfehlen ist und die ich wieder machen werde. Den Salat, den ihr auf dem Foto seht, und den es bei mir gibt, würdet Ihr dort selbstverständlich nicht bekommen bzw. er würde separat in Rechnung gestellt (mit 10 Dollar, tät' ich so mal sagen).
Also, ran an die Bulletten: 
Auf Deutsch: 1/4 Tasse Olivenöl, 1 mittelgroße Zwiebel, gewürfelt, 3 fein gehackte Knoblauchzehen, etwas Cayenne-Pfeffer (tatsächlich steht da 1/2 Tl red pepper flakes, das sind diese roten, scharfen Flocken, ich weiß nicht, wie sie auf deutsch heißen, ich habe sie und habe sie rein, aber Achtung, dass es nicht zu scharf wird, gerade wenn Kinder am Tisch sitzen), 1,5 Teelöffel Oregano, 1 Tasse Wodka, 2 große Dosen gehackte Tomaten (oder ganze Tomaten), Salz, Pfeffer, 1 Pfund Penne-Nudeln, frischer Oregano, 1 Tasse Schlagsahne, Parmesan.
Ofen auf 190 Grad vorheizen. Ich sag's Euch gleich, ich habe die Sauce nicht im Ofen, sondern nur auf dem Herd gemacht (Strom sparen!!! Umwelt schonen!!!).
So, wie geht's? Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl in einem ofenfesten Topf (für die Ofenbenutzer, sonst natürlich in irgendeinem Topf) anbraten bis durchscheinend. Pepper flakes und Oregano zugeben, eine weitere Minute kochen. Nun kommen der Wodka und die Tomaten dazu: Saft reingießen, Tomaten mit den Händen zerquetschen und ebenfalls in den Topf. 2 Tl  Salz und etwas Pfeffer zugeben. Deckel drauf und für eineinhalb Stunden ab in den Ofen. Dann 15 Minuten abkühlen lassen. 
Ich habe den Topf einfach eine halbe oder dreiviertel Stunde auf dem Herd köcheln lassen.
So. In der Zwischenzeit werden die Nudeln gekocht. 
Nick and Tony pürieren die Sauce nun und geben sie dann wieder in den Topf. Ich mache keine Geräte und Schüsseln schmutzig und püriere nicht. Sie würzen mit 2 Esslöffeln frischem Oregano (ja, wer ihn hat ... wer nicht, darf meiner Meinung nach Basilikum oder getrockneten Oregano nehmen) und schütten noch eine Dreiviertel- bis eine ganze Tasse Sahne hinzu (bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist). Mit Salz und Pfeffer abschmecken und noch einmal 10 Minuten köcheln. Pasta mit der Sauce mischen und noch einmal 2 Minuten auf dem Feuer stehen lassen. Eine halbe Tasse geriebenen Parmesan reinrühren, mit zusätzlichem Parmesan und einem frischen Oreganozweiglein auf jedem Teller servieren. Guuuuut! Den älteren Kindern, die zu Besuch waren, hat es auch sehr gut geschmeckt. Der Alkohol verkocht völlig, es schmeckt auch null nach Schnaps. Es ist einfach nur gut. 
Die Menge reicht meiner Meinung nach für deutlich mehr als 4 - 5 Personen (Rest einfrieren). Als Käse hatten wir einen alten Cheddar und einen uralten Gouda, weil wir die gerade im Haus hatten. Warum soll man immer nur Parmesan nehmen? Macht Euch noch einen schönen Salat dazu.
Als mein Gatte von der Arbeit nach Hause kam und die Flasche billigen Wodka in der Küche stehen sah, hat er erstmal dumm geschaut, bevor ich ihm des Rätsels Lösung präsentierte. Ich habe dann noch ein paar missbilligende Blicke geerntet wegen der Fuselflasche. Das war ziemlich witzig (zumindest für mich).
Ich stelle Euch noch ein Link rein zum Restaurant Bella Blu auf der Upper East Side, wo die Madoffs (wer erinnert sich?) öfter aßen.
Schon schick, gell?

Dienstag, 22. November 2011

Einer meiner kleinen Dämonen


Um was geht’s? Alllso. Wie Ihr wisst, haben wir ein paar Jahre in New York gelebt. Vorletzten Sommer flog ich für einen Besuch zurück. Dabei traf ich mich mit Freundinnen, unter anderem mit einer sehr lieben älteren Dame. Mit dieser Dame verabredete ich mich zum Lunch. Wir einigten uns darauf, uns vor einer französischen Brasserie an der Upper East Side (eine vornehme Gegend, in der sie wohnt) zu treffen und dort zu entscheiden, wo wir das Mittagessen einnehmen wollten. In besagtem Restaurant hatten wir schon öfter gegessen. Es hat eine angenehme Atmosphäre, ist ziemlich edel und gibt einem das Gefühl, man wäre wer.
So. Die Dame, ich will sie D. nennen (D. für Dame), und ich trafen uns vor der in Rede stehenden Wirtschaft. Sie schlug vor, zu einem nahe gelegenen Italiener zu gehen. Ich war dagegen. Ich wollte lieber in die Brasserie. Das Gefühl, man ist wer, ist schön und wenn man das Tagesmenü bestellt, ist es auch bezahlbar.
Ich fand das immer sooo abartig, wenn wir in New York zum Italiener gingen: die Leute bestellten sich einen Teller Nudel mit Sauce und ein Glas Wein und zahlten dafür ohne mit der Wimper zu zucken 40 Dollar. Echt hey. Erst einmal: Nudel mit Soß’ ist etwas, was ich auf den Tisch bringe, wenn ich es eilig habe oder wenn ich keine Lust habe, groß zu kochen. Mit Nudeln und Soß’ im Wert von 40 Dollar kann man ein ganzes Dorf speisen. In NY gibt es aber viele Damen, unter anderem auch D., die niemals kochen, die auch keine Nudeln in heißes Wasser schmeißen und eine warm gemachte Fertigsauce drüber schütten. „I don’t know how to cook, I know how to order out“, hat mir einmal eine Bekannte gesagt. Dieser Satz hat mich ein bisschen geschockt: „Ich kann nicht kochen, ich kann von Restaurants was kommen lassen.“ Für Leute, die praktisch täglich an der Kochfront stehen ... naja. Und dann der Wein ... ich bin kein Weinfan und für ein Glas Wein war man oft 15 Dollar los (alle Preise verstehen sich zuzüglich 20 % Tip (Trinkgeld, das man in USA geben muss, weil das Bedienpersonal davon lebt)). Da die Rechnungssumme immer durch die Anzahl der Personen geteilt wurde, trank ich auch Wein, ich musste ihn ja so oder so bezahlen. 1 Teller Nudel mit Sauce, 20 Dollar, plus 1 Glas Wein, 15 Dollar, zuzüglich 20 % Tip = 42 Dollar. Für einen Teller Nudel mit Soß’ (nee, da war kein Salat dabei). Da konnte man nur hoffen, dass es bei einem Glas Wein pro Person blieb.
Für dasselbe Geld konnten wir auch in der Brasserie das Tagesmenü haben und dazu ein Glas Mineralwasser trinken (trinke ich eh’ am liebsten).
Okay, D. erklärte sich mit der Brasserie einverstanden.
Ich wollte das Tagesmenü bestellen und gleich mal zu quatschen anfangen. „Das Tagesmenü???“ zierte sich D., die in diesem Laden ein und aus geht. „Och nee, wir bestellen lieber was Leckeres. Hast Du die Hummertörtchen schon mal probiert?“ Neben den Hummertörtchen stand keine Preisangabe, nur „Market Price“.  „Ich möchte eigentlich gerne das Tagesmenü“, sagte ich. Ich hatte zuvor in meinem ganzen Leben (damals 46 Jahre) noch nie in einem Restaurant etwas bestellt, neben dem „Market Price“ oder etwas Entsprechendes stand.
„Zwei Hummertörtchen“, rief sie dem Ober zu. Die Hummertörtchen waren superlecker und ich habe sie mittlerweile zuhause nachgebaut, davon gibt’s auch Fotos, irgendwann mal werde ich das Rezept vielleicht in den Blog stellen. Man macht sie in so einem Metallring, wie es jetzt Mode ist: zuerst eine Schicht Lachstartar, darauf eine Schicht Guacamole, darauf den Hummer in Stücken. Als ich das Ganze zuhause nachmachte, hatte ich drei Riesengarnelen oder irgend so was für 5 Personen, das war recht wenig. Ich glaube, in dem Laden in NY war wirklich ein halber Hummer drauf. Naja, so Gott will, zeige ich es Euch bei Gelegenheit.
„Dazu gehört ein schöner Weißwein“, erklärte D. und bestellte für jeden ein Glas.
Das billigste Hauptgericht war ein Angus-Beefburger mit karamelisierten Zwiebeln und Blue Cheese auf einem Brioche-Brötchen (so ist mir die ganze Geschichte wieder eingefallen, weil wir in London bei GKB (Gourmet Kitchen Burger) den gleichen Burger in einer 1000-mal besseren Variante gegessen haben. Der GKB-Burger war richtig gut (Preis um 10 Pfund).
Wir bestellten also beide den Burger: ein zierliches Brioche-Brötchen (vielleicht halb so groß wie ein normales), darauf ein niedliches Fleischklöpschen (100 g, wenn überhaupt), darauf eine mikroskopische Menge Blue Cheese, man musste schon genau hinschauen.
D. zitierte den Ober herbei. „Warum ist denn da so wenig Blue Cheese drauf?“
Der Ober entfernte sich mit ihrem Teller und kam nach einem Moment zurück. Die auf dem Fleischklöpschen befindliche Blue Cheese-Menge entsprach nun etwa einem Teelöffel.
„Dazu gehört ein schöner Rotwein“, erklärte D. und bestellte für jeden ein Glas.
„Ich sollte meinem Mann was zu Essen mitbringen“, sagte D. und bestellte noch einen Burger, der für ihren Mann eingepackt werden sollte.
Abschließend gelüstete es D. noch nach einem Capuccino und einem kleinen Plätzchenteller. Beides wurde auch prompt gebracht. Bei den Plätzchen handelte es sich nicht um amerikanische Cookies. Ich weiß nicht mehr, was es genau war, vielleicht Schwarzweißgebäck, Terrassen, Buttergebäck ... gewöhnliches deutsches Gebäck, Weihnachtsgebäck, das auf einer kleinen Etagere serviert wurde.
„Normalerweise gehören doch hausgemachte Marshmallows zu eurem Plätzchenteller, oder?“ fragte D. den Ober. Der Ober verschwand in der Küche und kam gleich darauf mit einem kleinen Teller mit hausgemachten Marshmallows zurück.
250 Dollar und ich ließ D. alles allein bezahlen.
Ich hatte angeboten zu bezahlen, schweren Herzens, denn 250 Dollar einfach so in die Tonne zu treten ... es ist schon Geld.
Das hatte D. auch rundheraus abgelehnt.
„Jeder die Hälfte“, bot ich an.
„Ich hatte doch auch den Burger für meinen Mann“, wand sie ein.
„Okay, then“, sagte ich schließlich und ließ sie allein bezahlen.
Und das verfolgt mich jetzt manchmal. Als wir da den guten Burger bei GBK aßen, musste ich wieder an die Geschichte denken.

Freitag, 18. November 2011

Im Kampf gegen Arbeitsplätze


Heute: Am Flughafen
Ja, Leute, ich habe mal wieder aktiv gegen Arbeitsplätze gekämpft. Check-in zuhause am Computer gemacht ( - 1 Schalterangestellte), kein aufzugebendes Gepäck mitgenommen ( - 1 Gepäckabfertiger), im Flugzeug keine Speisen und Getränke und auch kein Parfüm gekauft ( - 1,5, nämlich eine Stewardess und ein halber Mitarbeiter der Catering-Industrie).
Ich überlegte kurz, die Maschine selbst zu fliegen ( - 1 Pilot), gelangte dann aber zu dem Schluss, dass es sicherer sei – und wohl auch ökonomisch sinnvoll, sonst wäre der nämlich auch schon weg -, das Steuer einem Menschen mit Spezialausbildung zu überlassen.
Zurück am Boden trat ich wieder in Aktion: Ich verfüge über einen biometrischen Reisepass, den ich selbst scannte ( - 1 Grenzer), dadurch sparte ich mir auch das Warten in der Schlange an der Kontrolle. Gepäck zum Abholen hatte ich nicht (- Gepäckabfertiger Nr. 2), also war ich auch schnell aus dem Flughafen wieder draußen.
Ergebnis: 5,5 Arbeitskräfte freigesetzt, davon 1 kleiner Beamter. So spart man, gell?

Samstag, 12. November 2011

Immobilien in Spanien: Neues aus unserer Straße

Zuerst wie immer das Allgemeine zu den Immobilienpreisen in Spanien:

www.fotocasa.es/indice-inmobiliario__fotocasa.aspx?OrigenVisita=148&link=13032&redirected=true

Die Fallgeschwindigkeit hat sich auf 6,4 % im Jahr erhöht. Betrachtet die Graphik. Fotocasa arbeitet mit Angebotspreisen, nicht mit tatsächlichen Verkaufspreisen.
Und nun zu unserer Straße (siehe Blogeinträge vom 8. April und 22. Juli): Traurige Neuigkeiten. Das Unternehmen der Hausverkäufer hat Konkurs angemeldet. Neue Stimmen zum Thema? Nee, betretenes Schweigen.

Jamie Oliver: Earl Grey Tea Loaf


Leute: Wow. Wow. Gestern gemacht und ich muss Euch gleich berichten: Wow.
Earl Grey Tea Loaf ist ein Früchtebrot, das mit Earl-Grey-Tee gewürzt wird. Es ist saftig und köstlich. Wer jetzt sagt: „Igitt, Earl-Grey-Tee kann ich gar nicht leiden“, für den ist das Rezept natürlich nicht geeignet, denn man sollte wirklich Earl-Grey-Tee verwenden und nicht irgendeinen anderen schwarzen Tee, denn das feine Bergamotte-Aroma ist es, das dem Brot seine besondere Note verleiht.
Also, was braucht man? 6 Beutel Earl Grey Tee, 400 g Trockenfrüchte (Rosinen, Sultaninen, Kirschen, Cranberries) (Im Laden hatten sie keine getrockneten Kirschen, wohl aber getrocknete Blaubeeren, also ersetzte ich die Kirschen durch Blaubeeren. Ich glaube, alle Trockenfrüchte sind okay und man könnte auch Aprikosen oder Zwetschgen etc. nehmen.), 1 Orange, 1 großes Ei von freilaufenden Hühnern (möchte Jamie. Wie spezifisch wird’s denn noch??? 1 großes Ei vom freilaufenden männlichen Zwerghuhn??? Ich hatte jedenfalls nur ein kleines freilaufendes Ei. Außerdem hatte ich meine Zweifel, ob ein einziges Ei den ganzen Teig zusammenhalten könnte (kann’s), deshalb verwendete ich zwei kleine Eier von freilaufenden Hühnern unbekannter Rasse), 300 g golden Caster Sugar (golden Caster Sugar ist ein besonders feiner brauner Zucker, irgendwo zwischen gewöhnlichem Zucker und Puderzucker. Nach meinem Dafürhalten kann man für dieses Rezept entweder braunen Zucker in der Kaffeemühle etwas feiner mahlen oder man nimmt einfach irgendeinen Zucker. Ich glaube, die Zuckersorte ist wurscht. Ich hatte Caster Sugar, aber keinen goldenen/braunen.), 400 g self-raising flour (das gibt es in Deutschland ja auch nicht, ist aber kein Beinbruch, man nimmt einfach gewöhnliches Mehl und die entsprechende Menge Backpulver (4/5 von einem Päckchen, denn die Päckchen sind ja normal für 500 g) sowie eine Prise Salz), 1 gestrichener Teelöffel Mixed Spice (Das ist eine englische Gewürzmischung, die Zimt, Piment, Muskat und eventuell Nelken, Koriander oder Ingwer usw. enthält. Ich nehme jetzt mal einfach so an, dass Ihr diese Mischung auch nicht vorrätig habt. Meiner Meinung nach kann man sie durch Lebkuchengewürz ersetzen. Ob ein gestrichener Teelöffel Lebkuchengewürz eventuell zu viel ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich hatte chinesische Fünf-Gewürze-Mischung, da ist auch so ähnliches Zeug drin, die habe ich verwendet, die ist auch okay. Oder man nimmt einfach, was man eben hat), noch etwas Muskat zusätzlich, 1 Zitrone und gegebenenfalls Wensleydale-Käse zum Servieren. Ich habe extra Wensleydale-Käse gekauft, der ist sehr, sehr gut - Käse können sie, die Engländer -, aber zum Geschmackserlebnis des Earl-Grey-Tea-Loaf trägt er meiner Meinung nach nichts bei (im Gegensatz zu guter Butter, aber darauf komme ich noch).
Also, wie geht’s? 4 der Teebeutel mit 300 ml kochendem Wasser übergießen, ein paar Minuten ziehen lassen, dann die Teebeutel aus dem Wasser nehmen. Getrocknete Früchte in eine Backschüssel geben, Schale der Orange darüber reiben, alles mit dem heißen Tee übergießen, umrühren, ein paar Stunden stehen lassen, idealerweise über Nacht.
Ofen auf 180 Grad vorheizen. Kastenform mit Backpapier auslegen. Das Ei schlagen, zu den Früchten geben. 200 g vom Zucker dazu geben. Mehl (gegebenenfalls mit Backpulver und Salz), Gewürze, Muskat und den ausgepressten Saft unserer Orange dazu. Durchrühren. Jamie weist darauf hin, dass diese Mischung, auch wenn sie etwas zu trocken aussehen mag, okay ist. So, ab in die Form und ab in den Ofen, wo der Tea Loaf 1 Stunden und 10 Minuten verbleibt. Alllso, ich habe meinen Kuchen nach einer guten halben Stunde mit Alufolie abdecken und die Temperatur 10 Grad tiefer schalten müssen, sonst wäre er zu schwarz geworden. Das lag vielleicht daran, dass ich einen Umluftherd benutzte. Die letzten Minuten entfernte ich die Alufolie wieder.
Während der Kuchen so vor sich hin backt, macht man den Sirup, die Krönung des Kuchens. Die zwei übrigen Teebeutel in ein Töpfchen mit 200 ml Wasser geben, dazu die Schale der Zitrone (diesmal habe ich sie nicht abgerieben, sondern mit einem Kartoffelschäler abgeschält) und ihren Saft. Zum Kochen bringen, nach ein paar Minuten die Teebeutel entfernen. Die übrigen 100 g Zucker dazu geben. Ohne Umrühren (warum das denn?) wieder zum Kochen bringen und dann bei kleiner Hitze 5 bis 10 Min. köcheln lassen bis sich die Mischung auf die Hälfte reduziert hat.   
Jamie füllt den goldenen Sirup nun in einen Krug (Was hat er bloß mit seinen Krügen? Ich hab’ keinen dreckig gemacht.).
Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt mit einem Cocktail- oder sonstigen Spieß viele kleine Löcher oben in den Kuchen machen und den Sirup darüber schütten. Ich machte mir da ein bißchen Gedanken wegen der Löcher und dem Sirup ... ich dachte, wenn der Sirup richtig reinziehen soll, dann nimmt man vielleicht besser einen etwas dickeren Spieß. Ich löffelte den Sirup dann vorsichtig auf die Kuchenoberfläche.  Der Kuchen war der totale Erfolg. Wenn der ganze Sirup aufgesaugt ist, nimmt man den Kuchen aus der Form und lässt ihn abkühlen. Zum Servieren empfiehlt Jamie eine Tasse Tee und Butter oder ein paar Gläschen Sherry und Wensleydale-Cheese als After-Dinner-Treat. Wie gesagt, Wensleydale ist ein sehr leckerer, leicht säuerlicher, krümeliger Kuhmilchkäse und ich bin froh, dass ich ihn durch diese Empfehlung kennengelernt habe, aber zu diesem Kuchen würde ich ihn nicht essen. Mit guter Butter bestrichen ist der Earl-Grey-Tea-Loaf ein Traum.

Donnerstag, 10. November 2011

Jamie Oliver: Toad-in-the-hole

So, heute habe ich das erste Rezept aus dem neuen Kochbuch ausprobiert. Toad in the hole (Kröte im Loch) ist ein englisches Gericht, das aus Bratwürsten in Yorkshire-Pudding besteht. Ich habe es noch nie zubereitet. Heute habe ich mich aber an Jamie Olivers Variante versucht, die eigentlich “Toad outside the hole” heißen müsste, weil die Würste und der Yorkshire-Pudding separat zubereitet werden.  Jamie begründet das damit, dass bei der Original-Toad-in-the-hole der Teil der Wurst, der im Teig steckt, oft weich und blass ist, während der Teil, der rausguckt, knackig ist und eine gesunde Farbe hat. Und er will halt, dass die ganze Wurscht gleich gut ist. 


Sein Rezept für 6 Personen.
Man benötigt für den Teig: 3 große Eier von freilaufenden Hühnern, 100 g Mehl, 250 ml 1,5%-Milch, Meersalz.
Für die Würste und die Soße: 2 große, geschälte Zwiebeln,  3 Äpfel, ein großes Stück Butter (war bei mir ein Kaffeelöffel voll), Olivenöl (bei mir selbe Menge), 4 Zweiglein Rosmarin, Meersalz und Pfeffer, 2 Esslöffel flüssiger Honig, 12 große Cumberland-Würste (in Deutschland eben rohe Bratwürste. 12 große für 6 Personen finde ich aber ein bisschen viel, Cumberland-Würste sind etwas kleiner), 1 gehäufter Esslöffel Mehl, 250 ml Cider (Apfelwein), 250 ml Fleischbrühe aus Biofleisch (bei mir halber Brühwürfel und 250 ml Wasser, killt mich), Worcestershire Sauce.
So: Eier, Mehl, Milch und eine Prise Salz verrühren, schlagen, dass ein bisschen Luft in den Teig reinkommt (Jamie füllt seinen Teig dann von der Schüssel in einen Krug, aus dem er schütten kann. Echt, hey. Ich mache nicht gern so extrem viel Geschirr dreckig). Ofen auf 240 Grad vorheizen. Zwiebel und Äpfel schälen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Pfanne mit Butter und Öl (siehe oben) heiss machen. Zwiebel, Äpfel und die Nadeln von zwei Zweiglein Rosmarin hinzugeben. 20 Min. unter gelegentlichem Rühren golden braun braten. Weg vom Herd, Honig und etwas Wasser zugeben  Würstchen in eine Backform (30x40 cm) legen, etwas Olivenöl dazu geben, 20 Min. im Ofen braten.  Dann Würste in eine ofenfeste Form legen und mit der Hälfte der Apfel-Zwiebel-Soße mischen. Mit Alufolie abdecken (hab’ ich vergessen). Fett aus der Backform abschütten (brauchte ich nicht, meine Würstchen waren mager), durch Olivenöl ersetzen, Nadeln der restlichen beiden Rosmarin-Zweiglein in die Form streuen. Hier bin ich von Jamies Rezept abgewichen. Er macht die Form nun auf dem Herd wieder heiss, gießt dann den Teig hinein und schiebt sie ins Rohr. Ich habe eine Glasform, die stelle ich nicht auf den Herd. Ich habe sie also kurz im Ofen heiss gemacht (der war doch bei 240 Grad, mehr kann man nicht verlangen) und goss dann den Teig hinein. Und jetzt ist es absolut wichtig, dass man den Ofen 8 bis 10 Minuten lang nicht aufmacht. Gar nicht. Das spektakuläre Ergebnis seht ihr auf diesem Bild. Die mit Alufolie abgedeckten Würstchen hat er die ganze Zeit im Ofen dabei stehen.



So. Der Rest der Apfel-Zwiebel-Mischung kommt jetzt wieder auf’s Feuer, das Mehl wird sorgfältig untergerührt. Dann kommen der Apfelwein, die Brühe und zwei große Schuss Worcestershire-Sauce hinzu. Das Ganze lässt man dann einkochen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Jamie serviert so: die heiße Sauce stellt er mitten auf den Tisch, dann deckt er seine Würstchen auf (große Geste) und stellt den Yorkshire-Pudding (da war ich echt überrascht, dass der bei mir was geworden ist) auf ein schönes Brett. Er serviert etwas Grünes und Frisches wie Bohnen, Salat oder  Mangold dazu.
Mein erstes Jamie Oliver Rezept. Note: Lecker. So sah es dann auf dem Teller aus:

Mittwoch, 9. November 2011

Von Pessimisten und Optimisten

Diese schöne Geschichte habe ich gestern meiner Stiefmutter erzählt. Ich hatte eigentlich gedacht, die kennt schon jeder, es scheint aber nicht so zu sein. Es ist ein steinalter, amerikanischer Witz, es soll der Lieblingswitz von Ronald Reagan gewesen sein. Für meine Blogleser, die ihn vielleicht nicht kennen:
Eine Familie hat Zwillinge, zwei Buben, fünf oder sechs Jahre alt. Der eine ist der totale Optimist, der andere ein völliger Pessimist. Die Eltern machen sich Sorgen und gehen mit den Kindern zum Psychologen. Der Psychologe behandelt zuerst den Pessimisten. Er führt den Bub in ein bis oben hin mit den schönsten Spielzeugen gefülltes Zimmer und lädt ihn ein, mit den Sachen zu spielen. Der Bub beginnt zu weinen.
"Warum weinst Du denn?" fragt der Psychologe.
"Wenn ich mit den Sachen spielen würde, würden sie ja nur kaputt gehen."
Als nächstes kümmert sich der Psychologe um den kleinen Optimisten. Er führt ihn in ein Zimmer, das von oben bis unten mit Pferdemist gefüllt ist.
"Juhuu", schreit der Bub voller Freude und klettert auf den Misthaufen und beginnt mit seinen bloßen Händchen im Mist zu graben.
"Was soll denn das jetzt?" fragt der Psychologe überrascht.
Das Kind jubelt: "So viel Mist, hier muss irgendwo ein Pony sein."

Dienstag, 8. November 2011

Das neue Buch von Jamie Oliver: Jamie’s Great Britain


Liegt in London gerade bergeweise in jedem Buchladen.
Erst mal dran geschnüffelt, bei Harrod’s. Preis: 30 Pfund. Aber toll anzuschauen.  Andere Bücher betrachtet, zurückgelaufen, noch einmal angeschaut … hmhmhm, ich hab’ doch schon so viele Kochbücher (nee, stimmt gar nicht, so übermässig viele hab’ ich gar nicht, ich müsste sie bei Gelegenheit mal zählen). Ooohhh, die Bilder sind so schön … und so viele, ein bisschen im Shabby Chic-Stil. Ein tolles Buch. Buch hinlegen, heimgehen.
Wenige Tage später, bei Waterstone’s: Preis 15 Pfund. Ach, so ein schönes Buch! Britische Rezepte, britische Kultur, gleichzeitig wird die Präsenz der zahlreichen Einwanderer aus aller Herren Länder anerkannt. Das eine oder andere karibische Rezept, jemenitische Pfannkuchen, indische Gewürze … das England der Bowler-Hats, das Schirm- und Melone-England, von dem ich in meiner Schulzeit gelernt hatte, das gibt es echt nicht mehr. NOCH ein Kochbuch. MUSS das sein? Nee, hey. Buch hinlegen, heimgehen. So schöne Fotos, so angenehmes Papier … wenn ich es hätte, würde ich es einbinden, damit es auch ja lange hält.
Bei amazon.co.uk geschaut … 13,99 Pfund. Vier von fünf Sternen. Das einzige Negative, was manche Kunden vermelden, ist, dass manche Rezepte Rezepten aus seinen anderen Büchern gleichen. Da ich seine anderen Bücher nicht besitze und keine Rezepte von ihm kenne, ist mir das egal.
Wenige Tage später bei W.H. Smith: Preis 15 Pfund. Wieder davor gestanden. Mein Bruder stand neben mir: “Ein schönes Buch, ne?” sprach er.  “Oh ja, ganz toll,” schwärmte ich. Er ergriff ein Exemplar und entschwand Richtung Kasse. Sonst hätte ich es heut’ noch nicht.