Montag, 16. September 2013

Paninis caseros (mucho mejores que los comprados, digo yo)

Heute mal was in spanischer Sprache, liebe Leser, da ich gestern um dieses Rezept bzw. diese Anleitung (denn die hausgemachten Paninis sind so einfach, dass man kaum von einem Rezept sprechen kann) gebeten wurde. Alllso: 
Para cuatro comensales necesitamos una barra de pan, que puede ser del día anterior, siempre que no esté dura. La partimos por la mitad y a lo largo. Cubrimos la bandeja del horno con papel de hornear o papel Albal y colocamos las cuatro rebanadas del pan encima. Untamos el pan con tomate concentrado, un poco de ketchup o tomate frito. Ponemos un poco de cebolla picada encima. Después lo cubrimos con rodajas de tomate. Ahora entramos ya en la fase creativa. Nos podemos inspirar en los folletos de las pizzerías o en las creaciones de Dr. Oetker. Anoche puse pimiento verde picado, salami cortado en tiras, mejillones en escabeche y hierbas italianas. Terminada la fase creativa, esparcimos mozarella o emmental rallado por encima. 200 g de queso llegan para 6 paninis. Horneamos los paninis a altura media 15 minutos a 200 grados (o hasta que el queso tenga un aspecto apetitoso, que puede ser antes o depués). Y eso es todo. 
Muy, muy rica es también la variante Panini Hawaiano: encima del tomate colocamos jamón york en tiras y trocitos de piña de lata. Cubrimos con mozarella o emmental rallado. Mñam, mñam, mñam.
O a la barbacoa: Mezclamos un poco de carne picada con salsa barbacoa, la repartimos sobre los tomates, añadimos bacon en trocitos y cubrimos con queso. Delicioso también. Y muy fácil.

Samstag, 14. September 2013

Erntedank

Gestern erhielten wir wieder reiche Gaben (diesmal von C.'s Eltern). Das Füllhorn ihres Gartens ergoss sich über unseren Tisch (oder so). Stellt Euch vor, die Kartoffeln waren gestern noch im Boden. Damit möchte ich Patatas panaderas bzw. Kartoffeln nach Art der Bäckerin machen. Gibt's heute mittag. Dazu gebackene Paprika (die langen, dünnen in der Mitte, nicht die Dicken im Vordergrund, die werde ich füllen) und Filetes de lomo (das sind Minutensteaks vom Schwein, ja, die hab' ich gekauft, was ich nicht gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte, dass die nächsten Zucchini kommen). Zum Nachtisch gibt's die Melone hinten rechts vom Karton.

Gestern hatten wir 1 Kilo Cherrytomaten von meiner Nachbarin bekommen. Ich machte damit eine leckere Sauce (1 fein gehackte Zwiebel in 1 Esslöffel Olivenöl glasig braten, 2 zerquetschte Knoblauchzehen dazu,  kurz weiter schwitzen lassen, dann die Cherrytomaten dazu. Mit Salz und Pfeffer würzen. Ein paar Minuten köcheln lassen, mit dem Pürierstab pürieren und noch ein paar Minuten köcheln lassen. Durch die würzigen Cherrytomaten braucht diese Sauce meiner Meinung nach keine weiteren Gewürze. Ich habe zum Abrunden ein kleines Stückchen Butter dazu gegeben). Auf die Sauce setzte ich ein paar frische Ravioli (gekauft). Die einen waren mit Pilzfüllung, die anderen mit Ziegenkäse-Honig-Füllung, diese Kombination war gar nicht mal so schlecht, also die mit dem Ziegenkäse und dem Honig. Die Pilzfüllung war leider zu fad.
Hier seht Ihr, was es vorgestern gab: Auberginen, die im Geschenkpaket von D. gewesen waren, gefüllt mit Hirschhackfleisch (von dem Geschenk von J.-L.) an Tomatensauce (Tomaten ebenfalls von D.). Kosten des Gerichts: 79 Cents für den Mozarella plus Strom und Gewürze, etc.
Neee, wir sind nicht superarm und auch nicht supergeizig. 

Dienstag, 10. September 2013

Sommergartenpasta - Spaghetti mit roher Tomatensauce

Ja, Leute, der Titel ist meine Übersetzung des Namens Summer Garden Pasta, den die amerikanische Fernsehköchin Barefoot Contessa ihrem Pastagericht für heiße Sommertage gegeben hat. 
Wir haben von einem Freund etliche Kilo Tomaten, Zucchini, Auberginen und Paprika aus seinem Garten bekommen. Gärtner und Jäger schenken uns gerne Früchte ihrer Bemühungen, weil sie wissen, dass bei uns alles in guten Händen ist. Wir lassen nix umkommen. Wir freuen uns über alles (wenn wir im ersten Moment manchmal auch etwas geschockt sind, z.B. als wir die 30 kg Hirschfleisch bekamen). 
Nun ist also D.s Tomaten- und Zucchinischwemme bis zu uns geschwappt. Toll!!! Riesenfreude!!! So viele frische, köstliche Tomaten!!! Und mit Geschmack!!! Das ist ja heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Sonnenwarme Tomaten, bergeweise (na, jetzt übertreibe ich doch ein bisschen, es werden so fünf Kilo gewesen sein). Gestern aßen wir Caprese, dicke Tomatenscheiben mit Büffelmozarella und Basilikum belegt, Salz, Pfeffer, Olivenöl ... löööcker. Und heute habe ich mich von diesem neuen Rezept inspirieren lassen, bei dem die Tomatensauce roh bleibt. Hier ist das Originalrezept: Originalrezept. Da werden 6 rohe Knoblauchzehen verlangt. Das kann ich meinen Lieben nicht zumuten. Ich bereitete das Gericht also wie folgt zu: Ich schnitt 1 kg Tomaten in grobe Stücke, hackte 2 Knoblauchzehen sehr fein (ich versuchte es erst mit einer, aber das war zu wenig) und gab sie dazu, dann schnitt ich 1/2 Bund Basilikumblättchen in Streifchen und gab sie mit einer Prise Chilli-Flocken und einem knappen Teelöffel Salz sowie frisch gemahlenem Pfeffer ebenfalls dazu, mischte alles, deckte es mit Frischhaltefolie ab und ließ es, wie im Originalrezept empfohlen, 4 Stunden bei Raumtemperatur ziehen. Dann kochte ich 500 g Spaghettini al dente, ließ sie gut abtropfen und fügte sie den Tomaten hinzu. Gewürzt wurde noch mit 50 g frisch geriebenen Parmesan, dann vermischte ich alles und dekorierte mit Basilikumblättchen. Da ich die Nudeln sofort unter die Sauce mischte, war die Kombination recht warm.
Verkostung: Dieses Gericht ist sehr lecker und sehr gesund. Meine Esser wollen es noch öfter auf dem Tisch sehen. 
Der Geschmack ist intensiv, auch säuerlich, deshalb dachte ich mir: Ein Salat passt nicht dazu. Die Beilage musste auf der faderen Seite sein. Nach kurzem Überlegen fielen mir die Calabacines rebozados (siehe unten) ein, die sehr gut dazu passten. 

Calabacín rebozado oder gebackene Zucchinischeiben auf spanische Art

Gebackene Zucchinischeiben sind in Spanien eine beliebte Beilage. Sie sind nicht sehr geschmacksintensiv. Ihr wisst ja, die Spanier sind keine großen Würzer. In vielen Haushalten sind außer Salz und Pfeffer nur Paprika und Safranersatz sowie Zimt für Süßspeisen vorhanden. Frische Kräuter werden auch kaum verwendet - außer natürlich Petersilie, glatte Petersilie, ohne seine Petersilie mag der Spanier nicht sein. In Obst- und Gemüsegeschäften bekommt man sie meist kostenlos zum Einkauf dazu. Knoblauch kommt natürlich auch reichlich zum Einsatz, ebenso wie Zitronensaft. Genügt eigentlich, so zum Würzen, oder? Also, hier ist das Rezept für die beliebten Zucchinischeiben, Calabacín rebozado.
Zucchini waschen und schälen oder nicht, je nachdem wie hart die Schale ist. In dünne Scheiben schneiden. Ein Ei gut mit Salz verkleppern. Zucchinischeiben erst in Mehl wenden, dann durch das Ei ziehen, dann in heißem Olivenöl backen. Benutzt Eure antihaftbeschichtete Pfanne, dann braucht Ihr nicht soviel Öl. Das Öl darf nicht zu heiß sein (sonst sind die Zucchini innen noch zu roh, wenn sie außen schon schön sind) und nicht zu kalt (weil die calabacines rebozados sonst zuviel Öl aufsaugen). Backen bis fertig, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen. Wenn Ihr große Mengen zubereiten wollt, heizt Euren Backofen auf 50-70º Grad und bewahrt die fertigen Scheiben darin auf. Wenn die spanische Hausfrau dem Ganzen etwas Pepp verleihen möchte, würde sie vielleicht einfach ein bisschen Zitronensaft darüber träufeln oder rohen Knoblauch mit Petersilie im Mörser zerstoßen und ein bisschen Olivenöl, Zitronensaft und Salz zugeben und dieses Sößchen über die Zucchinischeiben gießen. Dem Deutschen würde vielleicht Remoulade dazu schmecken. Da heute aber, wie gesagt, mein Hauptgericht sehr geschmacksintensiv war, wollte ich etwas Fades zum Ausgleich da und da war Calabacín rebozado ohne nix ideal und kam auch sehr gut an.

Donnerstag, 5. September 2013

Krise in Spanien - Neue Zahlen vom Arbeitsmarkt

Mein Gatte und ich hörten gestern morgen die spanischen Nachrichten im Radio. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen sei im Monat August um 31 gefallen, wurde triumphal verkündet. Wir lachten herzlich über diesen köstlichen Versprecher, denn es musste ja sicher 31.000 heißen. Im weiteren Verlauf der Sendung stellte sich dann aber heraus, dass die Zahl der registrierten Arbeitslosen in Spanien im Monat August tatsächlich um 31 gefallen war, wir hatten richtig gehört. Pro Tag ein Arbeitsloser weniger. Bei einer Gesamtzahl von 4.700.000 registrierten Arbeitslosen (alle genauen Zahlen in diesem Artikel hier) bedeutet dies, dass, ceteris paribus, in knapp 13.000 Jahren mit Vollbeschäftigung zu rechnen ist. 
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im selben Zeitraum um 99.000 gesunken, auf etwa 16.300.000. Bei gleichbleibender Fallgeschwindigkeit wird in knapp 14 Jahren der letzte sozialversicherungspflichtig Beschäftige verschwunden sein.
Am Nachmittag erzählte mein Gatte einen Witz, den ich zuerst nicht verstand und als ich ihn dann doch verstand, fand ich ihn nicht lustig. "Was bist du doch für ein seltsamer Mensch," sagte mein Gatte zu mir, "du lachst über die Statistiken der Regierung und nicht über meinen Spitzenwitz."

Dienstag, 27. August 2013

Eis & Sorbets - Neues Rezeptbuch für meine Sammlung

Nein, Leute, ich konnte nicht widerstehen. Ich habe ein neues Rezeptbuch/-büchlein mit Rezepten für die Eismaschine angeschafft. 14,99 Euro. Das ist ein Haufen Geld, werdet Ihr jetzt sagen, aber wenn man einmal zu dritt oder viert in die Eisdiele geht, ist genauso viel fort. Und dieses Buch ist toll!!! So schöne Bilder ...
 Alte und neue Rezepte, bunt gemischt. Unten seht Ihr das Bild der nostalgischen Fürst-Pückler-Terrine ...
 Und hier die Apfel-Lasagne mit Walnusseis als etwas für mich noch nie Dagewesenes...
Das Gurken-Joghurt-Eis mit Sesamsaat sieht auch suuuper lecker aus und wer hätte an einem richtig heißen Tag etwas gegen Tomaten-Granité mit Gin und Garnelen einzuwenden...
In diesem Buch ist auch ein Rezept für Cassata-Eis (das hat den Ausschlag für den Kauf gegeben). Nach diesem Rezept hatte ich nämlich im Internet vergeblich gesucht. Es erinnert mich an meine Kindheit, als meine Mutter Cassata-Eis aus einem Fertigprodukt machte (das es, glaube ich, nicht mehr gibt). Da wir damals keine Eismaschine hatten, war das etwas ganz Besonderes. 
So, und nun freue ich mich riesig über den neusten Zugang zu meiner Bibliothek und meine Herrschaften haben sich schon die eine oder andere Delikatesse daraus gewünscht.

Sonntag, 11. August 2013

Lustiger Wortwechsel - Spanischer Lebensstil

Wir wollen mit dem Auto von Spanien nach Deutschland fahren. Eine Übernachtung in einem Hotel in Frankreich ist schon gebucht. Wir sprechen über die Abfahrtszeit. Mein Gatte möchte unterwegs zweimal zum Rasten und Vespern anhalten und das Hotel vor Einbruch der Nacht erreichen.
"Ich würde sagen, wir fahren um halb neun los," sagt er.
"Das wäre also so um viertel vor neun," sagt mein Sohn.
"Wir holen D. dann gegen neun ab," sage ich. D.wohnt in etwa 700 Meter Entfernung und wird mit uns fahren.
"Halb neun, ich habe halb neun gesagt," wiederholt mein Gatte.
"Halb neun? Wenn du wirklich um halb neun losfahren willst, dann musst du sieben sagen, und sieben ist mir zu früh," antwortete mein Sohn.

Samstag, 10. August 2013

Die passende Küchenuhr

Modell A
Modell B













Leute, echt, was soll ich sagen ... ich wollte eine Küchenuhr, die so aussieht wie die obigen. Ich weiß, ich weiß, ich weiß. Modell A ist eine Uhr von Manufactum. Es handelt sich um ein Produkt der Firma Jäckle. Dieser Chronograph hat ein mechanisches Uhrwerk (muss also einmal die Woche aufgezogen werden) und ein Gewicht von 1,7 kg. Sein Durchmesser beträgt 31,5 cm. Er kostet 450 Euro. Modell B ist eine Uhr von IKEA. Sie heißt Pugg. Sie ist Made in China. Sie muss nicht aufgezogen werden. Sie hat ein Gewicht von 800 g. Ihr Durchmesser beträgt 32 cm. Sie kostet 19,99 Euro. Ja, Leute, ja, ich weiß.
In einem alten Katalog zitierte Manufactum den englischen Schriftsteller John Ruskin (hab's im Internet gesucht, der Satz war mir so ungefähr in Erinnerung geblieben): "Es gibt nichts Gutes, das nicht irgend jemand ein bisschen schlechter und ein bisschen billiger machen könnte." Und es stimmt, wir besitzen heutzutage kaum noch Dinge, die später gute, alte Stücke sein werden. Dieser Gedanke stammt auch aus dem Manufactum-Katalog. Ich bin kein Freund von chinesischem Schrott und versuche normalerweise vor Ort hergestellte Qualitätsware zu kaufen. Ich habe schon öfter Dinge bei Manufactum gekauft, z.B. meinen allseits bekannten Mülleimer, meine Kupferwärmflasche und Leinengeschirrtücher als Geschenk für eine Bekannte, die so etwas sehr würdigt. Mein Gatte hat Schreibgerät gekauft ... naja, wie gesagt, wir sind diesem Laden grundsätzlich zugeneigt. 
Nun spazierten wir aber vorgestern durch IKEA und in einem der Modellräume hing die oben gezeigte Uhr und ich dachte mir: "Diese Uhr ist schön." Wir gingen weiter und da hing sie wieder und gefiel mir wieder. "Diese Uhr ist schön," sagte ich zu meinem Gatten. "Ja, das stimmt," antwortete er. Und dann sahen wir sie nochmal und wieder gefiel sie uns. Das mit dem Aufziehen ist so eine Sache, da wir uns oft länger nicht in unserem Haus in Spanien aufhalten und dann müssen die, die dort sind, nicht nur mit dem Induktionsherd kämpfen (so Gott will, irgendwann mal mehr zu diesem Thema) und Blumen gießen und, und, und, sondern auch noch die Uhr aufziehen, und zwar vorsichtig.
Das IKEA-Ding kostet 20 Euro, das kann man mal bedenkenlos wegschmeißen, wenn's kaputt ist und muss keinen Uhrmacher suchen, der es repariert.
Andererseits: Man guckt dauernd auf die Uhr. Dies wurde uns insbesondere in den vergangenen Wochen bewusst, als unsere alte Uhr im rustikalen Stil, die nicht mehr zur neuen Küche passte, weg war und keine neue da. Wie oft wir auf diese Stelle glotzten und da war nix, hahaha. Man schaut doch lieber auf 450 Euro als auf 19,99 Euro, oder? Und ich muss sagen, am meinem 146 Euro Mülleimer erfreue ich mich jedes Mal, wenn ich etwas wegschmeiße.
Leute, Ihr ahnt es, wie der innere Kampf ausging: Das Billigere, Schlechtere siegte. Die Differenz war einfach zu groß, das IKEA-Ding hat uns gefallen, das mit dem Aufziehen ist bei unserem Lifestyle suboptimal. Also, seit gestern hängt Pugg in unserer Küche.

Mittwoch, 7. August 2013

Caesar Salad - aber schnell


Sieht der Salat auf diesem Foto gut aus? Ich hoff's mal, gell? Er schmeckte nämlich sehr gut. Also, ich erzähle: E. hat mir neulich erzählt, ihre Tochter hätte irgendwo Caesar Salad (englische Aussprache: "Siesahr Sälätt") gegessen und er hätte ihr so gut geschmeckt und sie hätte sich gewünscht, ihre Mutter solle auch mal einen Caesar Salad machen. Darauf ging E. auf der Suche nach einem Rezept ins Internet. Sie schreckte zurück, als sie die Anleitung für die Salatsoße las (Ei und Öl zu einer Emulsion aufschlagen etc.). Ihre Tochter bekam den Salat also nicht. 
Ich sagte ihr: "Kauf' die Caesar-Soße doch fertig, die gibt's in jedem Laden." Also echt, es gibt nur wenige schnellere Rezepte: Ich benötige eine Tüte fertig gewaschenen Salat nach Geschmack, Parmesan-Käse am Stück (oder irgendeinen anderen festen Käse, den ich gerade im Kühlschrank habe), Knoblauch-Croutons, die ich fertig gekauft habe, eine halbe Hühnerbrust in dünnen, waagrecht aufgeschnittenen Scheiben (oder einfach irgendwelche Hähnchenreste), fertige Caesar-Soße. So, das war's schon. Der Salat sollte in fünf Minuten (wenn ich Hähnchenreste habe) bzw. zehn Minuten (wenn das Fleisch roh ist) auf dem Tisch sein.
Falls ich meine freilaufende Hühnerbrust erst braten muss, beginne ich damit, dass ich eine Pfanne mit etwas Olivenöl auf den Herd stelle. Sobald das Öl heiß ist, lege ich die mit Salz und Pfeffer gewürzte Brust in die Pfanne und brate sie. Wenn die Fleischscheiben dünn sind, geht das sehr schnell, wenn sie dicker sind, dauert es etwas länger. Bitte bedenkt, dass Hähnchen immer durchgebraten werden muss. Inzwischen verteile ich meinen Salat auf dem Teller und schütte ein bisschen von meiner Fertigsoße darüber. Mit einem Kartoffelschäler schneide ich Parmesan in sehr feine Scheiben und verteile sie ebenfalls auf dem Teller. So, jetzt werden die Croutons über den Teller gestreut. Die fertig gebratene Hühnerbrust bzw. der Hähnchenrest wird in Streifen geschnitten und ebenfalls über dem Salat verteilt. Leute, das war's schon. 
Ich bin der Meinung, es ist besser, sich mit ein paar Fertigprodukten zu helfen und den Salat tatsächlich zu machen als aufgrund höherer Ideale darauf zu verzichten.
Dies erinnert mich an ein Erlebnis: Ich unterhielt mich einmal mit einer Dame über Nachspeisen und sie erzählte mir, dass sie ein großer Fan von Tiramisu sei und dies immer bestellte, wenn es auf der Karte stand. "Man kann es auch ganz leicht selber machen," sagte ich und bot ihr an, ihr mein Rezept, nämlich dieses hier, zu mailen. "Oh, ich habe ein ganz wunderbares Rezept," antwortete sie mir. "Es stammt von der Großmutter einer sizilianischen Adelsfamilie und es ist sehr aufwändig." Da war ich natürlich beeindruckt, boah, alte Adelsfamilie, sizilianisches Rezept, das will ich. "Wie schmeckt es denn? Wie geht es denn?" fragte ich neugierig. "Ich hab's noch nie gemacht. Es ist mir zu viel Arbeit," antwortete sie mir. Na, toll. Dann eben nicht, gell?

Dienstag, 6. August 2013

Blicke auf unsere spanische Terrasse

Die spanische Terrasse unterscheidet sich von der gewöhnlichen Terrasse durch die Geranien an der Wand, die an andalusische Patios erinnern soll. Gebt mal bei Google Bilder "patios Cordoba" ein, dann wisst Ihr, was ich meine. Ich habe versucht, hier einen Link zu den Bildern einzustellen, aber es hat nicht geklappt, sorry. Patios sind die Innenhöfe der andalusischen Häuser. Besonders berühmt sind die in Córdoba. Im Mai gibt es ein Wochenende, an dem viele Besitzer ihre Patios öffnen und Besuchern zeigen. So, hier habt Ihr einen Link zum so genannten "Festival de los Patios": Hier klicken (in english) Aber ich will ja von meiner Terrasse erzählen, nicht wahr. Es handelt sich um eine Nordwest-Terrasse vor der Küche. Das ist im Sommer, wenn es so richtig heiß ist, sehr praktisch, denn es ist quasi der kühlste Ort unseres Anwesens. Fühlen sich die Geranien an der Nordwand wohl? Aber hallo, auf jeden Fall besser als bei fast vierzig Grad in der Sonne. 
Oben ein Blick von der Terrasse Richtung Vorgarten, unten Richtung Küchenfenster, aus dem wir die Speisen herausreichen können. Die Sitzgarnitur haben wir uns in diesem Jahr neu gekauft, ebenso wie die passende Tischdecke aus einem Spezialmaterial für draußen. 
Büschen Deko: Eine Kalla in einer ganz tollen Farbe, nämlich einem sehr dunklen Lila, die zu der Wagenladung Pflanzen gehörte, die wir letztes Jahr geschenkt bekamen. Dazu zwei große Glösää von IKEA mit Dekosand und lila Kerzen. 

Dienstag, 30. Juli 2013

Labskaus nach dem Rezept meiner Mutter


Als wir noch klein waren, war Labskaus eine der Leibspeisen meines Bruders. Heute habe ich dieses leckere Gericht mal wieder zubereitet und zwar nach dem Rezept meiner Mutter, seligen Angedenkens. Es ist sehr einfach, geht schnell und ist überraschend gut. Für vier Personen koche ich 1 kg Kartoffeln in der Schale weich. Dann würfle ich eine große Gemüsezwiebel und brate sie im selben Topf, der nun wieder frei ist, in Margarine braun. Wir haben zum Braten und Backen früher immer Margarine verwendet, wer keine hat, nimmt halt, was er sonst auch zum Braten nimmt. Okay, also, die Kartoffeln sind nun weichgekocht und geschält. Ich werfe sie zu meinen leicht gebräunten Zwiebelwürfelchen, zerstapfe sie grob und gebe vier oder fünf gewürfelte Essiggurken, zwei oder drei  in Streifchen geschnittene Bismarckheringe (4 oder 6 Hälften (oder 5, je nach Geschmack, Ihr wisst ja, im Haushalt nimmt man es mit den Mengenangaben nicht so genau und denkt sich: ach, davon könnte ich ein bisschen mehr dazu geben, oder: nee, das ist zuviel, ich nehme weniger)) und eine Dose zerkrümeltes Corned Beef (früher Kornet Bief gesprochen) sowie ein bisschen Gurkenbrühe hinzu, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Nach Geschmack salzen und pfeffern, bedenkt dabei aber, dass die Gurkenbrühe schon gewürzt ist und die Heringe ein bisschen salzig sind. Unter gelegentlichem Umrühren brate ich nun das Ganze, bis alles heiß ist. Rote Rüben, Gurken und ein Spiegelei dazu servieren. Die roten Rüben hatte wir damals selbst im Garten. 
Also, zusammengefasst: Im Haus haben muss man Kartoffeln, 1 Zwiebel, Margarine oder Sonnenblumenöl, ein Glas Gurken, Bismarckheringe, 1 Dose Corned Beef, rote Rüben bzw. Beete und Eier. Löööcker!
Leute, ich habe mir da gerade mal ein paar Bilder von Labskaus im Internet angeschaut. Da sieht man einen derartigen Brambes, das ist praktisch schon Püree. Ich muss Euch sagen, bei uns war Labskaus nicht so. Es war wie oben auf meinem Bild, also grobe Stücke, die mehr oder weniger zu erkennen waren. So mag ich es lieber. Obwohl alles gemischt ist, damit sich die Geschmäcker schön ergänzen, kann man z.B. Kartoffel und ein Heringsstückchen auf die Gabel nehmen oder mehr Fleisch und ein bisschen Gurke. Naja, hier wie überall: Geschmackssache.

Sonntag, 28. Juli 2013

Berühmte Kirchen - nachgebaut

N. ist ein Tüftler mit viel Freizeit. In jahrelanger, liebevoller Kleinarbeit hat er Gotteshäuser aus Sojasoßenfläschchen nachgebaut. Wisst Ihr, welche Kirche welche ist? Bitte beteiligt Euch per Kommentarfunktion am Quiz!
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Samstag, 27. Juli 2013

Bananeneis


Dieses Rezept steht so ähnlich im Rezeptbüchlein meiner alten Philips-Eismaschine. Ich habe es schon oft gemacht, denn es ist ideal, wenn man ein paar reife Bananen rumliegen hat, die keiner essen möchte. Die Bananen dürfen aber natürlich nicht matschig und braun sein. 
Man benötigt 300 g Bananen (ich nehme 4 Stück), 100 g Zucker, 2 Esslöffel Zitronensaft, 75 ml süße Sahne, 250 ml Milch (ich nehme 1,5 % Milch, weil das die ist, die ich im Haus habe). Es geht ganz einfach: Ich püriere die Bananen mit dem Zucker und dem Zitronensaft und gebe dann die Sahne und die Milch hinzu. Dann kommt die Mischung wie gewohnt in die Eismaschine. Die Menge ergibt etwa 6 mittelgroße Portionen. 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Meine tausendjährige Eiche (3/997) oder/or My thousand year old oak tree (3/997)

Besucher fragen immer nach meiner tausendjährigen Eiche. Hier ist sie, for the whole world to see (huch, vielleicht sollte ich auch was auf Englisch dazu schreiben, von wegen whole world und so). Visitors to my house always ask to see my thousand year old oak tree.
Foto meiner bald tausendjährigen Eiche
Picture of my soon to be one thousand year old oak tree
Naja gut, noch ist sie nicht tausendjährig (ich glaube, sie ist drei), aber in erdgeschichtlichen Zeiträumen sind 997 Jahre ja nicht sooo viel. Okay, it is not really a thousand years old yet (I think it's three), but viewed on a geologic time scale 997 years is not all that much. Befindet sich unter meinen Lesern vielleicht eine Waldfachmännin oder ein Waldfachmann? Oder eine Biologin oder ein Biologe? Is there perhaps a female or male forest expert or a female or male biologist among my readers? Oder irgendjemand, der weiß, wie man das Alter einer Eiche bestimmen kann, ohne sie auseinander zu schneiden und ihre Jahresringe zu zählen? Or anybody who knows how to determine the age of an oak tree without cutting it in half and counting the growth rings?
Ich habe den Baum letztes Jahr im Spessart gefunden. Er hatte kein Halsband und auch keinen implantierten Chip. Da habe ich ihn mit nach Hause genommen.
I found the tree last year in the Spessart forest in Germany. It did not have a collar nor an implanted microchip. So I took it with me to give it shelter in my house. Er war etwa 17 cm hoch und hatte drei Blätter. Dieses Jahr hat er sechs Blätter und ist etwa 20 cm hoch. In Bodenhöhe hat er einen Umfang von etwa 1 cm. It was about 7 inches tall and had three leaves. This year, it has six leaves and is about 8 inches tall. Its circumference at ground is approximately half of an inch. Ich schätzte einfach mal, dass er zwei war, als ich ihn aufnahm, aber so langsam wie der im letzten Jahr gewachsen ist, könnte er auch ein, zwei Jahre älter sein. I just guessed it was two years old when I adopted it, but seeing how slowly it has grown from last year to this, well, maybe it's a little older. Wann ist dieser Baum aus seiner Eichel geschlüpft? When did this tree hatch from its acorn? Über eine fachmännische Antwort würde ich mich sehr freuen. I'd be really happy to get a knowledgeable answer.

Samstag, 6. Juli 2013

Das Rezept für Leche Merengada

Rasch für alle, die nur mein Rezept für Leche Merengada sehen wollen: 1 Liter Milch mit 4 Esslöffel Milchpulver verrühren, anschließend mit 200 g Zucker, 1 Stück unbehandelter Zitronenschale und 1 Zimtstange zum Kochen bringen. 2 gehäufte Esslöffel Speisestärke mit 4 Esslöffeln kalter Milch verrühren, dann in die inzwischen kochende Milchmischung geben, unter Rühren kurz aufkochen (als würde man einen Pudding machen), vom Herd nehmen, abkühlen lassen. Die Mischung ist immer noch ziemlich flüssig. Wenn sie vollständig erkaltet ist, z.B. weil sie die Nacht im Kühlschrank verbracht hat, die Zimtstange und die Zitronenschale herausfischen, zwei steif geschlagene Eiweiss (von möglichst großen Eiern) darunter heben und in die Eismaschine geben. Wer sein Eis etwas fester gefroren möchte, gibt die Mischung anschließend noch zwei Stunden in den Gefrierschrank, fertig. Man reicht diese Delikatesse mit etwas Zimt bestäubt, dazu gibt’s Waffelröllchen. Löööcker! 
Wer eine kleinere Eismaschine hat, macht nur die Hälfte. Ich benutze 1,5 % Milch und Magermilchpulver. Die Leche Merengada enthält keine Sahne und kein Eigelb, ist also besser für den Cholesterinspiegel. Trotzdem ist sie supergut und findet bei Groß und Klein riesigen Anklang. Beim Zucker kann man sicher auch noch ein paar Abstriche machen, ohne dass der Geschmack leidet. So, Rezept fertig.
Und wer jetzt noch ein bisschen Geschwätz dazu hören möchte: Dieses Rezept für den spanischen Eis-Traum Leche Merengada (Baiser-Milch) habe ich vor vielen Jahren (mehr als 20?) der Wochenendbeilage der Zeitung "El País" entnommen. Wer dieses Rezept gesucht hat, verbindet sicher schöne Erinnerungen damit, an entspannende Urlaube und la buena vida in Spanien. Zum Beispiel so wie hier, auf der Plaza Mayor in Salamanca in einer heißen Sommernacht:
Gibt es etwas Herrlicheres? Natürlich, gell? Aber das ist schon mal was Gutes. 
Dieses Bild wurde, wie Ihr leicht auf der Uhr an der Rathausfassade sehen könnt, wenn Ihr das Bild stark vergrößert und eine Lupe benutzt, um 23.30 Uhr aufgenommen wurde. Der Platz ist an solchen Abenden um diese Zeit noch voll von Einheimischen, auch von Kindern. Die alten, golden leuchtenden Steine speichern die Hitze des Tages und geben sie langsam ab. Entspannung total. Das hat schon fast therapeutischen Wert.
Mein Neffe gönnte sich zur Leche Merengada eine Portion Pommes-Frites mit Ketchup. Eine anspruchsvolle Kombination für geschulte Gaumen.
Und wegen der Trockenmilch ... wenn Ihr jetzt denkt: hu, wegen einmal Eis machen, wo noch nicht einmal garantiert ist, dass es gut wird, weil das Rezept von irgendeiner Tussi stammt, die’s aus irgendeiner fremdländischen Zeitung hat ... Leute, man sollte grundsätzlich Trockenmilch im Haus haben. Sie ist Teil jedes Notversorgungspaketes. Stellt Euch vor, es kommt ein nuklearer Winter oder die Scheichs drehen uns den Ölhahn zu und es können keine Lkw mehr fahren ... oder Ihr vergesst schlicht und einfach, Milch zu kaufen ... mit Trockenmilch seid Ihr fein aus dem Schneider. Einfach ein paar Löffel davon in Wasser einrühren. Und das Zeug ist lange haltbar. Also, falls jemand die Leche Merengada nachmachen sollte: ¡Que aproveche! ("Que aproveche", sprich keh aprowetsche, ist "Guten Appetit" auf Spanisch).

Montag, 1. Juli 2013

Woman vs. Wild oder die Taubenplage

Naja, eigentlich war es in diesem konkreten Fall noch gar keine Plage, aber ich sage Euch: Wehret den Anfängen. In unserem Garten bauten zwei Türkentauben ein "Nest". Seht Ihr, wie primitiv das Nest ist??? Grad mal ein paar vertrocknete Äste über Kreuz gelegt. Die Türkentaube unterscheidet sich von der gewöhnlichen Taube durch einen schwarzen Ring am Hals. Man sieht's auf den Fotos nicht, aber sie hatten den Ring.
Von Weitem war das Weibchen süß, wie es da so fett (schwanger) auf seinen Eiern hockte. Das Männchen saß meist in gewisser Entfernung und hielt nach Feinden Ausschau. Er saß z.B. auf dem First des Vordachs unseres Hauses, das sah sehr dekorativ aus. Mich als Erzfeind hatte er nicht auf dem Schirm. Sie waren ein hübsches Paar. Tauben sind monogam und bleiben meist ein ganzes Leben lang zusammen. Naja, so lang ist ihr Leben ja nicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 2 - 3 Jahre, das kann man schon mal aushalten, haha. (Quelle der Daten: Wikipedia, Stadttaube).
Bei einer Nachbarin im Garten hatten sie auch ein Nest gebaut. Sie hatte das Glück, dass Elstern kamen und das Nest zerstörten. Wie Ihr wisst, leben wir in einem ziemlichen Vogelparadies. Auch Elstern kommen hier reichlich vor, aber ich wusste nicht, wie ich sie anlocken und dazu bringen sollte, das Taubennest zu zerstören. Also übernahm ich die Aufgabe selbst. Ich kippte das Nest von unten mit einem Besenstiel um. Zwei Eier befanden sich darin.
Sieht man in ihren Augen nicht auch etwas Bösartiges? Dumm und böse. Brauchen wir nicht. Während ich Kraft für die Zerstörung des Nests sammelte, hielt ich mir vor Augen, wie diese Viecher auf alles scheißen, nicht einmal vor dem Weltkulturerbe machen sie halt. Schaut mal bei Wikipedia Türkentauben nach und ihr werdet sehen, wie schamlos sich diese Mistviecher ausbreiten. Okay, es ist mir also gelungen, ihre Ausbreitung minimal zu bremsen. Zumindest in meinem Garten. Die Taube ist ja eine Art, die ganz gewiss nicht vom Aussterben bedroht ist. Nicht umsonst nennt man sie auch "die Ratten der Lüfte". Taubeneier zerstören ist vom ethischen Standpunkt aus auch nichts anderes als Hühnereier essen, oder? So, und jetzt will ich den Faden nicht mehr weiterspinnen.

Dienstag, 18. Juni 2013

Aus D.s Kindheit

Die bekannteste Geschichte aus Davids Kindheit ist diese hier:
Als die Kinder klein waren, hatten wir die Gewohnheit, nachmittags nach der Schule bzw. dem Kindergarten (Unterricht von halb vier bis fünf) mit anderen Kindern und Müttern in einen Park mit Spielplatz zu gehen, der etwa 15-20 langsame Gehminuten von der Schule entfernt lag.
David war 3 als sich diese Geschichte zutrug. 
Wir waren also auf dem Spielplatz, die Kinder spielten, die Mütter saßen mit den ganz Kleinen außen herum und unterhielten sich. Einmal schaute ich auf und sah meinen David nicht. Ich dachte mir nichts dabei. Er konnte in der Anlage um die Rutschbahn sein oder hinter einem Gebüsch oder in der Betonröhre, die eine Eisenbahn darstellen sollte. Nach einer Weile schaute ich wieder auf und sah ihn wieder nicht. Ich erhob mich und schaute in die Anlage um die Rutschbahn, in die Betonröhre ... ich fragte seinen Bruder: "Hast du David gesehen?", die Antwort: "Nein". Wir schauten uns nach D. um, M. fragte die anderen Kinder, ob sie ihn gesehen hätten. Keiner hatte ihn gesehen. Keiner wusste, wo er war. Eine unangenehme Situation. Keiner hatte ihn gesehen. Die Kinder begannen ihn zu suchen, riefen seinen Namen. Ich geriet langsam in Panik. Ich überlegte mir, wie lange man wohl suchen müsste, bevor man die Polizei informierte. 15 Minuten. Ich wollte eine Viertelstunde lang suchen und dann die Polizei benachrichtigen. Damals gab es noch keine Handys. Um den Park standen acht- oder zehnstöckige Häuser. Die Polizei müsste jede einzelne Wohnung durchsuchen. Jemand hielt mein Kind gefangen. Oder hatte es verschleppt. Mittlerweile war der ganze Spielplatz in heller Aufruhr. Ein Bub war verschwunden. Die Kinder liefen herum und riefen: "David!, David!", die Mütter hielten besorgt nach ihm Ausschau. 
Ich fand ihn schließlich selbst. Er stand ein paar Meter hinter der Bank, auf der ich gesessen hatte, in einem Fliedergebüsch, zwischen drei zusammengepflanzten Fliedersträuchern, in der Mitte, mit geschlossenen Augen, den Kopf in den Nacken gelegt, und atmete den Duft der Blüten ein. Da hätte die Welt um ihn herum untergehen können. Als ich ihn ansprach war es, als erwachte er aus einem Traum. Er hatte von dem Geschrei und der Suche nichts mitbekommen. Ein fokussierter Mensch.
Einmal gingen wir durch die Stadt, das war nur wenig später. Ein schmaler Streifen des Bürgersteigs war aufgegraben. David lief gebückt an der Grabung entlang und betrachtete die Leitungen. Schließlich endete die Straße und mündete in eine andere. Wir mussten links gehen, die Grabung verlief aber nach rechts. Ich blieb mit M. und P., der im Kinderwagen lag, stehen. "Mal sehen, was er jetzt macht," dachte ich mir. Immer noch in gebückter Haltung bog er nach rechts ab und folgte den Leitungen. "Mal sehen, wie lange es dauert, bevor er bemerkt, dass er alleine ist", dachte ich mir. Es war ihm wurscht. Da die Straße sehr belebt war, musste ich rennen, um ihn wieder einzuholen bzw. einzufangen. Ich schimpfte ihn nicht. Was hätte ich da schimpfen sollen. Ich forderte ihn nur auf, in Zukunft auf belebten Straßen bei seiner Mama zu bleiben. 
Einmal, ein paar Jahre später, war nachts ein schlimmes Gewitter. Seine Brüder waren aufgewacht und zu meinem Gatten und mir ins Schlafzimmer gekommen. Wir standen am Fenster (aber in sicherer Entfernung von selbigem) und schauten zu, wie es blitzte, wie die Nacht von grellem, weißem Licht zerrissen wurde. Die Donnerschläge waren so heftig, dass alles zu beben schien. Der Sturm zerrte an den Rollläden. Das Gewitter war direkt über uns. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass ein Blitz in ein Haus in unserer Straße und ein anderer in unser gemeinschaftliches Schwimmbad eingeschlagen hatte. Ein Höllenspektakel. In jener Nacht hat in unserer Siedlung keiner geschlafen. Außer einem. Er beschwerte sich morgens, dass wir ihn nicht geweckt hätten, er hätte das Unwetter auch sehen wollen.
Und noch was: Wie Ihr wisst, haben wir die Kinder zweisprachig aufgezogen und achteten konsequent darauf, dass die Sprachen nicht gemischt wurden. Mit der Mama nur deutsch, mit dem Papa nur spanisch. Miteinander sprachen sie natürlich, wie sie wollten. So gab D. einmal seinem kleinen Bruder folgenden Rat: "Pon la Hand delante del Gesicht para que te haga Schatten." Er hätte auch umgedreht sagen können: "Halte die mano vor das cara, damit sie dir sombra macht." Haha. Kinder.

Sonntag, 9. Juni 2013

Erdbeersorbet selbstgemacht - hmhm, himmlisch

Ja, ich habe heute mal wieder ein Erdbeersorbet gemacht. Es ist wirklich die einfachste Sache der Welt. Und löööcker! 
Also, wie geht's? Ich beginne am Vortag oder zumindest etliche Stunden vorher und koche 150 ml Wasser mit 150 g Zucker auf. Diesen Sirup lasse ich 2 Minuten köcheln, dann nehme ich ihn vom Herd. Ich entferne die Butzen von meinen Erdbeeren und wasche letztere. Ich benötige 650 g geputzte Erdbeeren. Diese gebe ich zusammen mit meinem Sirup in ein Gefäß, in dem ich pürieren kann. So, nun füge ich noch den Saft einer halben Zitrone hinzu und püriere alles. Anschließend kommt die Mischung über Nacht oder wenigstens ein paar Stunden in den Kühlschrank. Eine Stunde vor dem Essen in die Eismaschine geben und nach Vorschrift zubereiten. 
Dieses Sorbet ist richtig gut. Beachtet die Zutatenliste: Wasser, Zucker, Erdbeeren, Zitronensaft. Und lest mal die Zutatenliste von gekauftem Sorbet. Das selbstgemachte ist außerdem noch vitaminreich. Unschlagbar!    

Samstag, 8. Juni 2013

Küchenrenovierung - Das Ergebnis

Sorry, Leute, dass das mit den Fotos jetzt solange gedauert hat. Ich erzähle Euch, wie es weiterging: Am Montag kam die Arbeitsplatte. Die Arbeitsplattenanbringer taten sonst nichts außer Arbeitsplatte anbringen. Am Dienstag kamen die Küchenmonteure und setzten die Spüle und die Kochplatte ein und brachten die Lampen unter dem Oberschrank an. Am Mittwoch kam der Installateur und schloss die Spüle und die Spülmaschine an. Am selben Tag gab unser neuer Vaillant-Heizkessel (2 Monate alt) seinen Geist auf. Wir riefen den offiziellen Kundendienst, der einen jungen Mann schickte, der anscheinend zum ersten Mal in seinem Leben einen Vaillant-Heizkessel sah, obwohl er schon fünf Jahre bei der in Rede stehenden Firma beschäftigt ist. Er verschaffte sich Zugang zu einem Panel, das sich im Inneren des Gerätes befindet (sieht ungefähr so aus wie das Innere eines Computers) und bearbeitete es mit seinen Wurschtfingern, dabei murmelte er in spanischer Sprache etwas von "Einstellungen ändern, alles verstellt". 
Es wird meine Leser kaum überraschen zu erfahren, dass es ihm mit dieser Methode nicht gelang, den Heizkessel zu reparieren. Er rief dann einen Kollegen, der einen deutlich kompetenteren Eindruck machte und erklärte, wir hätten da so ein modernes Ding, er müsste sich erstmal kundig machen. Das fand ich okay. Am nächsten Tag um 14 Uhr kamen die beiden wieder. Um 20 Uhr verließen sie unser Anwesen, nachdem sie die Pumpe ausgetauscht hatten. Der erfahrene Kollege versicherte, er habe die werkseitigen Einstellungen wiederhergestellt. Das Gerät funktioniert jetzt wieder, anscheinend lag's tatsächlich an der Pumpe. Ich möchte nicht weiter über diesen Vorfall nachdenken. 
Ja, gut, und dann fing ich an, die Küche wieder einzuräumen, was sehr langsam geht, da ich viel Mist besitze, von dem ich mich trenne. Tschüss, Mist. Erinnert Ihr Euch, als ich Euch von der Hamburger-Presse erzählt habe? Symptomatisch.
Und wir haben ja auch das ganze Zeug von England bzw. New York. Wir haben praktisch das Doppelte von allem und da überlege ich mir bei jedem Gegenstand: Welcher ist besser? Bei der Brotschneidmaschine war's einfach. Der übrige Kram kommt in eine Kiste auf den Speicher, damit kann man mal anderswo eine Küche ausstatten.
So, also, schluss mit dem Gequassel, hier sind die Bilder:
Die Küchenzeile. Die Arbeitsplatte ist aus Quarz. Beim Herd handelt es sich um einen Induktionsherd. Induktionsherde sind in Spanien sehr beliebt. Es stimmt, man kann seine alten Töpfe nicht verwenden, aber, wie bekannt, habe ich ja auch doppelte Topfsets (hehehe) und das neuere ist für Induktionsherde geeignet.  Schade ist es um meinen 26 Jahre alten Schnellkochtopf, in ständiger Benutzung, wie neu, Marke Fissler, und um meinen WMF-Milchtopf, genauso alt, ebenfalls wie neu. Leute, die Anschaffung von guten Töpfen lohnt sich. Aber das wisst Ihr ja.
So, die Ecke auf dem Bild unten habe ich bereits ausführlich beschrieben:
 Auf dem Bild unten sieht man gut, wie die Fronten beschaffen sind:
 So, hier stehen schon mal ein paar Sachen:
So sah's gestern aus. Hättet Ihr nicht sehen wollen, oder? Der Ipad liegt da in der Mitte, weil ich in der Küche gerne Radio oder Podcasts höre.
 Wie bereits erwähnt (und irgendwann werde ich Euch auch mal Fotos zeigen) hatte ich vorher zig Sachen an den Wänden hängen. Mein Küchenberater hat mich informiert, dass man das nicht mehr hat. Aber: Wo, bitteschön, soll ich denn meine Schürze hinhängen? Vielleicht kommt an die Seitenfläche, wo der Ofen und die Mikrowelle sind, meine alte Hakenleiste, die ich in derselben Farbe streichen werde, wie die Bank (jetzt Elfenbein, ist richtig gut geworden, hab' aber keine Fotos). Meinen Messermagnet hätte ich, glaube ich, doch auch gerne wieder. Die Sachen, die vorher überm Herd hingen, sind jetzt in den Schubkästen, das ist okay, die sind wirklich riesig. An die Hakenleiste könnten die Schürze, die Topflappen, etc. Es ist ein innerer Kampf.

Freitag, 31. Mai 2013

Küchenrenovierung - so sieht's heute früh aus

Bild 1: Blick in die Ballsaalecke.
Bild 2: Details der Ballsaalecke, von links nach rechts und von oben nach unten: Oberschrank, Mikrowelle mit Grill,  Backofen (nein, er ist nicht selbstreinigend). In das Fach darunter kommen zwei Schubkästen. In den einen Schubkasten kommen die Backformen, in den anderen Tischdecken und Servietten. Leute, ich bin heute nacht aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen; in Gedanken räumte ich immer wieder die Küchenfächer ein und aus. Lag aber wohl daran, dass ich spät noch einen starken Kaffee getrunken hatte. 
In der Mitte steht der Kühlschrank. Es ist eine Kühl-Gefrierkombination. Unsere alte Kühl-Gefrierkombination kommt in die Garage (die sich neben der Küche befindet). Für Getränke und so weiter. Der Schrank daneben ist identisch wie der alte, nur eben neu. Ich war mit dem alten sehr zufrieden: Sechs Ausziehfächer, darüber ein Oberschrank. Ich werde Euch die Einzelheiten noch zeigen.
Bild 3: Die Küchenzeile, Oberschränke: In der Mitte sieht man noch die Dunstabzugshaube, da kommt aber eine Klappe davor. Ich weiß, man hat das jetzt, Dunstabzugshauben aus Edelstahl, die man sieht. Ich muss Euch aber sagen ... also, ich habe mir das überlegt... es sieht gut aus, aber... es ist eine ziemlich sinnfreie Sache, die man nur sauberhalten muss. Außerdem verliert man Stauraum und Stauraum ist mir sehr wichtig.
Bild 4: Die Küchenzeile, Unterschränke: Die Spüle wird wie die alte, nämlich ein Spülbecken und daneben eine Abtropffläche. Auch das entspricht nicht der Mode, ich weiß, aber ich finde diese Kombination praktisch. Links wird gespült, rechts tropft das Geschirr ab. Der Küchenverkäufer schenkt einen eingebauten Spülmittelspender dazu. Ich werde ihn Euch zeigen. Unter der Abtropffläche befindet sich die Spülmaschine. Dann folgt ein riesiges Möbel mit knapp 120 cm breiten Schubkästen, oben ein flacher für die Bestecke etc., darunter zwei tiefere für Töpfe und Pfannen. Es folgt ein Ausziehunterschrank mit zwei Fächern. Ich denke mal, dass ich oben die Gewürze und Topflappen rein tun werde und unten Essig, Öl, Kochwein etc. Was soll ich mit meinen scharfen Messern machen? Die hatte ich die ganze Zeit an einem Magnet an der Wand. Man hat nicht mehr soviel Plunder an der Wand, hat mir mein Küchenberater gesagt. Ich hatte auch meinen Pürierstab an der Wand... und einen laubgesägten Notizblockhalter in Katzenform, den mein Gatte als zwölfjähriger mit seiner Mama gebastelt hat. Und eine Pinwand... und über dem Herd so eine Leiste, an der 1000 Sachen hingen (nein, die wurden dort nicht fettig, weil es Sachen waren, die ich dauernd benutzte). Hat man alles nicht mehr, habe ich mir sagen lassen. Naja, dafür habe ich jetzt meinen riesigen Schubkasten, man wird sehen. Okay und an der Wand am Fenster ist noch ein Unterschrank. Ich werde sehen, wie ich das alles einräume. Ich habe jetzt deutlich mehr Stauraum als früher.
Was fehlt noch in der Küche? Die Arbeitsfläche, die Griffe, um die Schranktüren zu öffnen, die Einlegeböden, die Spüle mit Wasserhahn etc., der Herd... es fehlt noch so einiges. Morgen mehr. 
Übrigens, das Wetter hat sich endlich gebessert. Hier seht ihr ein paar Blumen, die auf der italienischen Terrasse blühen. Ich finde sie sehr schön in dem blauen Topf. Ich habe letzten Herbst für ein paar Euro beim Aldi eine 100er-Packung weiße Blumenzwiebeln gekauft und da waren sooo schöne Blumen drin. Bevor diese Dinger blühten, blühten in der Mitte drei Hyazinthen. Zu dem Gebinde gehörten auch wunderschöne weiße Tulpen und allerhand hübsche kleine Blumen. Falls Ihr im Herbst dieses Angebot bei Aldi seht: Ich empfehle Euch den Kauf.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Wetter

Ist es da, wo Ihr seid, auch so kalt? 29. Mai, 18ºº Uhr, Zentralspanien: 10º Grad, eisiger Wind, zwischendurch Nieselregen. Unsere Heizung ist angesprungen. Ja, Leute, das ist der Klimawandel. Ich war heute früh in der Stadt. Weil es so kalt war, hatte ich mir einen warmen Wollpullover übergezogen. Alle anderen waren im Wintermantel unterwegs. Mein Pullover war viel zu wenig gegen diese Kälte. Ich begegnete einer Freundin (Daunenanorak). Sie blinzelte unter dem Pelzbesatz ihrer Kapuze hervor und erinnerte mich daran, dass in zwei Wochen unser Freibad aufmacht.
Wo bleiben denn eigentlich die Klimaleugner? Leugnen die nur bei schönem Wetter klima? Durch das Schmelzen der Polkappen versiegt der Golfstrom und es kommt zu einer neuen Eiszeit. Und diesmal gibt es keine pupsenden Dinosaurier, die wir verantwortlich machen können!

Dienstag, 28. Mai 2013

Esto no mancha

Esto no mancha, sprich "Esto no mantscha", ist spanisch und bedeutet: Das macht keinen Dreck. Diese Worte spricht der vor Vertrauen in seine Kunst strotzende Handwerker bevor er eine Wand verputzt / eine Decke streicht / eine Herde Elefanten durch die Wohnräume treibt; und er lächelt über die Sorge der Hausfrau, die sich da nicht so ganz sicher ist. 
Okay, was gibt's Neues aus der Waschküche und von der Küchenfront? Also, die Decken sind gestrichen, die Türrahmen angebracht. Ich habe gestern stundenlang geputzt. Heute (dienstag) sollte eigentlich die Küche installiert werden, die Handwerker haben aber erst am Donnerstag Zeit. Der neue Zeitplan sieht so aus: Donnerstag Küchenmöbel einbauen, gegebenenfalls auch am Freitag. Anschließend maßnehmen für die Arbeitsplatte. Ich wusste nicht, dass die Arbeitsplatte erst zugeschnitten werden kann, wenn die Möbel aufgestellt sind. Weiß nicht, wie lange das dann noch dauert. Ob wir im Laufe des Montag mit der Fertigstellung rechnen können? Nee, ne? Es wird bestimmt Dienstag oder sogar Mittwoch. So, jetzt gehe ich wieder putzen (die Garage und alles, was sich darin befindet, ruht unter einer zentimeterdicken Staubschicht). Ich müsste auch dringend waschen, ich habe aber gestern festgestellt, dass die Waschmaschine nicht gescheit angeschlossen ist. Aus dem einen Schlauch tritt Wasser aus. 
So, das soll genügen. Ich wollte Euch nur rasch wieder auf den neuesten Stand bringen. Danke für Euer Interesse! Wetter: Klimawandel, 11 Grad, Nieselregen. 

Sonntag, 26. Mai 2013

Krise in Spanien - Folgen der Arbeitslosigkeit

Manchmal weiß man echt nicht, ob man lachen oder weinen soll: Das Madrider Museum "El Prado" hat 11  (in Worten: elf) Stellen für Museumswärter ausgeschrieben und fast 19.000 Menschen haben sich beworben. Dass sich bei Stellenausschreibungen viele Arbeit Suchende melden, ist in Spanien bei einer Arbeitslosigkeit von 27% (über 6 Millionen) nichts Ungewöhnliches. Ich habe schon mal was zu diesem Thema geschrieben, nämlich hier.  
Die Zeitung "El Confidencial" hat jetzt nachgeschaut, was es für einen öffentlichen Arbeitgeber bedeutet, wenn eine derartige Bewerberlawine über ihn hereinbricht. Siehe hier. Ich fasse es Euch kurz zusammen: Im Dezember eröffnete der Prado die Bewerbungsfrist für potenzielle Museumswärter. Die Menschen standen einmal um den Block und die Straße wieder hinauf Schlange. Die Liste der zugelassenen Bewerber umfasste 18.524 Namen. Sie wurden auf 357 Blättern im Aushang veröffentlicht. 
Der Prado verfügt natürlich nicht über die Möglichkeiten, 19.000 Menschen zu prüfen und beauftragte das Nationale Institut für öffentliche Verwaltung mit der Durchführung der Tests. Dieses mietete 60 Hörsäle der Complutense-Universität an, darunter einen Hörsaal mit Platz für 800 Prüflinge. Weiter wurde das Institut mit der Erstellung von Listen mit Personen für die Beaufsichtigung der Prüfungen beauftragt sowie mit der Organisation der Verteilung der Prüfer und Prüflinge auf die verschiedenen Fakultäten und Hörsäle. Das Institut erstellt die Testbögen, erstellt Schulungsmaterial für die Prüfer und schult die Prüfer, es berät bezüglich der Behandlung behinderter Bewerber. 
Der Prado muss die Kosten für die Durchführung der Prüfung bezahlen, die sich auf 100.000 Euro belaufen. In diesem Preis enthalten sind die Honorare für die Helfer, die Auslagen für das Unternehmen, das bei der Erstellung des psychotechnischen Tests hinzugezogen wird, die Herstellung der Prüfbögen, der Transport der Prüfbögen an die Prüfungsorte, die Erstellung von Protokollen, das Einsammeln der Prüfbögen und ihr Transport in einem gesichterten Lkw zu einem Unternehmen, wo ein automatisches Lesegerät die Tests auswertet. Akademiker erhalten zum Testergebnis zusätzliche Punkte. 
Die Aufgaben, für die 11 Menschen gesucht werden, sind die üblichen eines Museumswärters. Erstaunlicherweise handelt es sich bei den nach solchen Prüfungen ausgewählten Mitarbeitern doch manchmal um die Verwandten von irgendwem. Naja, einerlei, wir werden es nie erfahren.    
P.S. und nur für den Fall, dass Euch die Stellen interessiert hätten: die Bewerbungsfrist ist abgelaufen.
P.P.S: Das nächste Mal, wenn Ihr im Prado seid und einen Wärter seht, bedenkt: Dieser Mann bzw. diese Frau, die da so gelangweilt in der Ecke hängt, hat sich gegen sage und schreibe 19.000 Mitbewerber durchgesetzt. Das ist doch schon fast wie ein Olympiasieg. Finde ich.

Renovierung unseres Hauses VII: Die Küche, 14. Tag

Und dann wurde es noch ein paar Mal abend und es wurde noch ein paar Mal morgen und heute ist der 14. Tag. Und heute sieht es so aus:
Bild 1 zeigt die Frühstücksecke. Man kann schön den Fußboden sehen. So sieht er tatsächlich aus. Die Farben sind richtig erfasst. Der Fußboden ist fertig. Die Wände sind ebenfalls fertig. Der neue Heizkörper hängt. 
Blick in die Ballsaalecke, ebenfalls fertig. Leider haben die Handwerker vergessen, die Türrahmen wieder anzubringen.
Die künftige Küchenzeile, ich freue mich schon riesig. Das Fenster muss den ganzen Tag über offenstehen, damit alles trocknen kann, bevor nächste Woche die Küchenmöbel installiert werden.
Am Montag, also morgen, kommt der Tüncher und streicht die Decke.
Dies sind die neuen Lampen. Man nennt sie Downlight. Sie haben LED-Birnchen, was auch immer das sein mag. Das Licht geht sofort an und ist extrem hell, gewöhnungsbedürftig hell. Man wird sehen.
Das ist der Stand der Dinge in der Waschküche. Die Decke muss noch gestrichen werden. Die Wand links, die ich einst gestrichen hatte, hat bei den Arbeiten ganz schön gelitten. Das Loch in der Wand ist für die Abluft des Trockners. Ich werde zumindest den unteren Teil der Wand neu streichen müssen.
Und jetzt kommt einer der Gründe, warum ich in den letzten Tagen keine Zeit zum Bloggen hatte: Ich habe die Bank, die normalerweise in der Frühstücksecke steht, neu gestrichen. Der rustikale Look passt nicht zur neuen Küche. Ich habe also die Bank weiß gestrichen. Ich habe lange gebraucht, um das richtige Weiß auszuwählen, nämlich nicht zu weiß und nicht zu beige. Die Farbe, die ich schlussendlich gewählt habe und in der ich die Bank einmal gestrichen habe, gefällt mir überhaupt nicht. Das Weiß ist mir viel zu weiß, es sieht gar nicht aus wie das Muster auf der Dose. Außerdem wählte ich die Version "Matt", die mir auch nicht gefällt. Naja, was heißt gefällt mir nicht, die Farbe gefällt mir schon, sie passt halt nicht zur neuen Küche.
Ich werde noch zweimal mit einem anderen, glänzenden Weiß drüberstreichen. Ich werde aber warten, bis die Küchenmöbel installiert sind und die Farbe darauf abstimmen.
Vorher
Nachher
Und dann ist es ja auch so, dass nicht alles anderen stehen und liegen bleibt, bloß weil die Küche gemacht wird. Das Gras wächst weiter, und so. Hier ein Blick auf den Rhododendron, der gerade so schön blüht. Dahinter ein Rosenstock, der bald in einem zitronengelblichen Weiß (nein, nicht die richtige Farbe für die Bank) blühen wird. Links der Kastanienbaum, der bestimmt schon zwei Meter hoch ist.
So, jetzt seid Ihr wieder auf dem neuesten Stand. Ich freue mich, dass sich so viele für den Fortgang unserer Renovierungsarbeiten interessieren. Viele Grüße aus unserem kleinen Reich.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Renovierung unseres Hauses VII: Die Küche, 9. Tag

Und es wurde abend und es wurde morgen: der neunte Tag. Und am Ende des neunten Tages sah es so aus:
Bild 1: Die Frühstücksecke. Beachtet, dass die abgehängte Decke bereits angebracht ist!!! Das ging sooo schnell...
Bild 2: Der Scheinballsaal. E. sagte heute früh, die Küche sähe so schön groß und hell aus ohne Möbel; Leute, wir werden unsere Küche trotzdem wieder einrichten, auch wenn der Raum dann kleiner und dunkler wirkt. Große, helle Räume sind nicht alles. Der Dreck auf dem Bild ist, glaube ich, gar nicht auf der Kameralinse. Der schwirrt in der Luft! 
Bei den Bodenfliesen haben wir uns für Ferroker Caldera Venis von Porcelanosa entschieden. Sie sehen aus wie verrostetes Metall. Das hat man jetzt. Ich bin kein Freund davon, jeder Mode hinterherzulaufen, aber diese Fliesen sind sooo schön, die haben meinem Gatten und mir auf den ersten Blick sehr gut gefallen. Hier haben die Handwerker sie probeweise ausgelegt und experimentierten mit verschiedenen Verlegeformen: Quer oder längs (dass ich sie längs wollte, war mir klar), parallel, jeweils auf der Hälfte oder auf einem Drittel (wir entschieden uns für das Drittel), treppenförmig (das fand ich richtig hässlich)... wir entschieden uns für die Form wie oben. Leute, es geht schnell. Die Küchenmöbelhersteller sind bereits benachrichtigt, sie sollen die Ware lieferfertig machen. Ich freu' mich!