Sonntag, 4. November 2012

Weckruf - Katastrophenschutz - Selbstschutz


Wie Ihr wisst, hatten wir das Glück, vier Jahre in New York wohnen zu dürfen, und zwar in Manhattan, und zwar direkt am Wasser. Als sich Hurricane Sandy näherte, galt für das Gebäude, in dem wir gewohnt hatten "mandatory evacuation", die Bewohner mussten das Gebäude verlassen; wenn man es nicht verließ, geschah aber auch nichts. Also blieben viele Bewohner. Ich denke, wir wären auch geblieben. Letztes Jahr mussten die Leute nämlich schon einmal gehen (Hurricane Irene) und dann geschah gar nichts. In der Zeit, in der wir dort lebten, gab es auch mehrmals Warnungen vor irgendwas und dann war immer nix, z.B. snow storm warning und dann fielen drei Flocken oder keine Warnung vor irgendwas und dann saßen wir in Panik auf dem Sofa, weil wir Angst hatten, die Fensterscheiben flögen raus, so stark war der Sturm. 


Die Fensterscheiben waren nämlich riesig. Hier seht ihr den Blick aus einem Wohnzimmerfenster auf Brooklyn. Scheibe mit Weihnachtsdeko, hihihi, (von oben hingen ein paar Dekoelemente herab, andere Sachen hatte ich mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Es konnte von draußen ja keiner reinschauen (24. Stock)).
Hier noch ein paar von mir aus unseren Fenstern gemachte Bilder von heraufziehenden Stürmen in NYC:


Blick aus dem Schlafzimmerfenster. Ja, das hohe Gebäude links ist das Empire State Building.


Ein Blick aus dem anderen Wohnzimmerfenster auf den East River mit Roosevelt Island. Das zweithöchste Gebäude, das da so links am Wasser steht, ist das UNO-Gebäude.
Also, Wetter gibt's in New York zum Abwinken. Ich denke mal, wir hätten unsere Wohnung nicht verlassen. Ich hätte 50 Liter Wasser gekauft, die Badewanne mit Wasser gefüllt, bei Trader Joe's einen großen Einkauf gemacht und den Kühlschrank und das Gefrierfach vollgemacht und dann hätte ich gedacht: "Bring it on!"
So, und dann wäre der Sturm gekommen. Etwas heftiger als die Male, als ich dachte: "Uaaahhh, die Scheibe fliegt raus." Und dann wäre der Strom weggewesen. Und der Aufzug hätte nicht mehr funktioniert. Und dann wäre das Wasser weggewesen. Wie Ihr wisst, bin ich für das Thema sensibilisiert, weil wir ja gerade selber zwei Tage ohne Wasser waren. "Naja, das wird alles gleich wieder funktionieren", hätte ich wahrscheinlich gedacht und wir hätten unsere Wasservorräte fröhlich verbraucht. Leute, die Herrschaften, die unter Verstopfung leiden, sind immer am Jammern, aber ich muss Euch sagen, in solchen Situationen sind sie klar im Vorteil. In meiner Familie haben alle eine Top-Verdauung mit täglichem Stuhlgang. Wisst Ihr, was das bedeutet? Da ist das Wasser in der Badewanne aber ruckzuck alle. Und die Klospülung funktionierte im ganzen Gebäude eh nicht besonders (da war irgendein Wassersparsystem installiert!!!). Wir konnten nur grottenschlechtes Klopapier verwenden. An Extraflausch war da echt nicht zu denken. Gäste sagten zu uns: "Was habt Ihr bloß für ein schlechtes Klopapier!" und wir mussten uns rechtfertigen. Peinlich, ne?
Ja, und dann wäre das Zeug in unserem Kühlschrank langsam warm geworden, naja, sehr warm nicht, denn die ganze Wohnung wäre ja mittlerweile kalt gewesen. Vom Isolieren halten die Amis wenig. Und wenn wir dann gedacht hätten: "Na, dann machen wir uns halt mal einen schönen, heißen Tee", dann wäre das auch nicht gegangen, denn der Herd ging elektrisch an, obwohl es ein Gasherd war. Früher funktionierten Gasherde nur mit Gas und man entfachte das Feuer mit einem Streichholz, mittlerweile aber bedürfen sie des Stromes. Tja, und der Fernseher hätte nicht funktioniert. Und die Batterie vom Computer wäre irgendwann mal leer gewesen. Wir haben ein Kurbelradio mit Dynamobetrieb, mit dem man auch Handys aufladen kann, da hätten wir Informationen über die Lage bekommen. Nach zwei, drei Tagen hätten wir die Wohnung dann doch verlassen müssen, wegen der Klosituation. Mit unseren Rollköfferchen hätten wir 24 Stockwerke hinabsteigen müssen. Dann hätten wir uns zu unseren Freunden auf der Upper West Side durchschlagen müssen, die uns wahrscheinlich aufgenommen hätten.
Mann, Mann, Mann. Die Menschen in diesem Gebäudekomplex sind seit fast einer Woche ohne Wasser und Strom. Ich denke mal, die abartig hohe Miete müssen sie trotzdem bezahlen.  
Leute, wir müssen uns wirklich mehr Gedanken machen, wie wir uns im Falle X verhalten.
Wir haben dieses Kurbelradio, das ist schon mal gut. Ich muss es mal überprüfen, ob es noch funktioniert (nachdem ich es gesucht habe, ich habe nämlich nicht die leiseste Ahnung, wo es sich befindet). Vielleicht sollten wir einen Campingkocher anschaffen, denn bei Stromausfall funktioniert unser Elektroherd nicht und man wird ja auch nicht den Grill anschüren wollen, bloß weil man eine Tasse Kaffee oder warme Milch möchte.
Also, ein paar Sachen habe ich schon gesammelt in Sachen vorbereitet sein:
1. Wenn es kein Wasser gibt, im Freien gleich eine Pinkelecke einrichten.
2. Regenwasser vorrätig halten.
3. Schauen, wo man Wasser herbekommt, wenn das Regenwasser ausgeht (Quelle, Brunnen, ?)
4. Leere Wasserbehälter vorrätig halten.
5. Kurbelradio suchen.
6. Campingkocher kaufen, Gas vorrätig halten.
7. Nicht auf Tiefkühlvorräte setzen, sondern auf Dosen. Dosenöffner dazu packen (> 1)
So, das sind jetzt mal so ein paar Sachen, die mir in den letzten Tagen eingefallen sind.
Update: Als ich meinen Gatten fragte, ob er wüsste, wo das Kurbelradio sei, antwortete er mir, es befände sich in einem Schubkasten in seinem Arbeitszimmer, zusammen mit einer dynamobetriebenen Taschenlampe sowie einer weiteren Taschenlampe und Batterien verschiedener Größe. Heee, toll. Warum er dieses Herrschaftswissen für sich behalten hatte, erschließt sich mir nicht, ich hätte das Zeug im Ernstfall nämlich nicht gefunden. Der Schubkasten im Arbeitszimmer wäre so ziemlich der letzte Ort gewesen, an dem ich gesucht hätte.
8. Pappteller (während wir so nach und nach unser ganzes Geschirr schmutzig machten, verwendeten andere Nachbarn Pappteller, die sie dann einfach in den Müll warfen. Schlau!)
9. Wissen mit den anderen Familienmitgliedern teilen
So, das war's jetzt mal wieder.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Alles fließt (Ergänzung zum Eintrag von gestern)


Dieses Bild und das unten habe ich gestern auf meinem Abendspaziergang gemacht. Schön, ne? Mal was anderes als Männer in Löchern. Auf dem Spaziergang geschah auch Folgendes (bevor ich zum Loch kam): 
Ich kam beim Haus einer Bekannten vorbei, die eine große Marienverehrerin ist. Sie hatte mir vor einiger Zeit ein Bildchen der Muttergottes geschenkt, das sie von einer Pilgerreise mitgebracht hatte. Ich hatte das Bildchen an die Pinnwand in unserer Küche gehängt, neben diverse Telefonnummern, die Speisekarte des Pizzadienstes, den Busfahrplan und ein Bild eines Schutzengels, das ich schon einmal verwendet habe, um einen Blogeintrag zu illustrieren. Da hing das Marienbildchen gut, bis es eines Tages unerklärlicherweise verschwunden war.
Als ich gestern auf der Höhe ihres Hauses war, kam sie gerade von einer Quelle zurück, wo sie Wasser geholt hatte, um ihre Kinder vor dem Zubettgehen zu waschen. Nein, sie transportierte das Wasser nicht in einem Krug auf dem Kopf, sondern in Plastikflaschen im Kofferraum ihres Wagens. Ich erzählte ihr, dass ich das Bildchen verloren hätte und fragte sie, ob sie wohl noch welche hätte. Sie eilte in ihr Haus, um mir ein neues zu holen. Sie hatte nur noch eins, nämlich ihr eigenes, das sie in hohen Ehren hielt, das wollte sie mir geben. Ich weigerte mich, es anzunehmen. So ging das eine Weile hin und her, dann kam ihr Schwiegervater dazu und sagte, er hätte noch mehr von diesen Marienbildchen zu Hause, ich sollte das von M. annehmen, er würde ihr ein neues geben. Da M. so sehr darauf bestand, nahm ich das Bild an mich und setzte meinen Weg fort. Ich hatte das Bild in meiner Jackentasche und fühlte mich sofort gekräftigt. Eine eigenartige Stärke ging davon aus. Und dann kam ich ans Loch, wo anscheinend die Arbeit getan war. Es ist mir schon klar, dass zwischen meinem Besuch am Morgen und meinem Besuch am Abend ein Kompetenzteam da gewesen sein musste, das sich auf die Reparatur von Wasserleitungen für 20.000 Menschen verstand und über die erforderlichen Gerätschaften verfügte. Es hatte rasch gearbeitet und war wieder verschwunden, fast ohne Spuren zu hinterlassen. So muss es gewesen sein. Ich hatte bei meinen Besuchen nur Arbeiter gesehen, die nasse Erde von links nach rechts und von rechts nach links schaufelten, bzw. gar nichts taten. Es hatte also doch etwas Wunderbares, als abends wieder Wasser aus der Leitung kam.  

Alles fließt 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Weckruf

Wer einen Trompetenweckruf hören möchte, klickt hier

So, jetzt ist der vierte Spülkasten auch noch leer. Ja, wir haben vier Toiletten. Es sei denn, Ihr hättet fünf, sechs oder mehr müsst Ihr jetzt vor Neid erblassen. Naja, gut, Ihr könnt das Erblassen auch bleiben lassen, darum geht's nämlich gar nicht. Der letzte Spülkasten ist jetzt auch leer und wir haben nicht mehr viel Wasser. 
Aber von Anfang an: Gestern, gegen 18.00 Uhr, fuhr ich in einen nahe gelegenen Supermarkt. Ich kreuzte dabei eine Straße, auf der ein riesiger Sturzbach hinab lief. "Das muss ein gewaltiger Rohrbruch gewesen sein", dachte ich. Meine Einkaufsliste war kurz, umfasste jedoch glücklicherweise 5 Fünf-Liter-Flaschen Wasser. Ich verbrachte ziemlich viel Zeit mit Schnuppern, was es so alles gibt, und als ich mich wieder auf den Heimweg machte, war eine ganze Stunde vergangen. Der Sturzbach floss unverändert, der Wasserdruck hatte den Bürgersteig aufgerissen. Kein Arbeiter in Sicht. "Jetzt schlägt es aber dreizehn", dachte ich. Ich beschloss, gleich nach meiner Heimkunft irgendwo - ich wusste noch nicht, wo - anzurufen, z.B. bei der Feuerwehr. Handy hatte ich vorsichtshalber keins dabei, ich würde es doch nur verlieren. 
Da erblickte ich, etwa 200 Meter entfernt, in der bepflanzten Mitte eines Kreisels, einen Mitarbeiter des Wasserversorgers. Er telefonierte heftig gestikulierend und rannte dabei kopflos hin und her. Ich hielt an und wies ihn auf das Desaster hin, das sich in seiner Nähe abspielte. "Jaja, wir wissen es bereits", antwortete er mir. "Das Wasser läuft seit mindestens einer Stunde ungebremst", sagte ich empört. "Jaja, wir arbeiten daran", antwortete er mir. 
Die nächste Neuigkeit vom Rohrbruch erhielt ich heute früh, kurz nach dem Erwachen. Ich pieselte, betätigte die Klospülung und wollte mir dann, meiner Gewohnheit entsprechend, die Hände waschen. Tja, kein Wasser. Okay, dann eben nicht, gell? Kein Wasser. Wir sind zurzeit zu dritt im Haus, wir waren aber auch schon zu neunt oder zehnt. Katzenwäsche und Zähne putzen mit Flaschenwasser für drei.
Heute war herrliches Herbstwetter. Ich machte einen Spaziergang zu der Stelle, an der das Wasser ausgetreten war. Sie sah jetzt so aus:



Ein großes Loch. Ein Bagger, ein Lkw, mehrere Arbeiter. "Wie lange wird es wohl dauern, bis wir wieder Wasser haben?" fragte ich.
"Bis zur Mittagszeit", antwortete mir der Chef freundlich. Ich machte mich auf den Heimweg. Unserer Internet-Zeitung entnahm ich, dass 20.000 Menschen ohne Wasser sind.
Wenn man kein fließendes Wasser hat, merkt man erst, wie häufig man während des Kochens den Wasserhahn aufdreht. Kein Salat, nichts, was gewaschen werden muss.
Gegen 18.00 Uhr war das Wetter immer noch wunderschön, sehr kalt, sehr sonnig. "Ach, ich könnte noch einmal einen Spaziergang zum Loch machen", dachte ich mir. Das Loch war jetzt etwas größer. Drei Arbeiter standen darin und schaufelten nasse Erde von einer Seite auf die andere. "Wie lange wird es wohl dauern?" fragte ich. "Ich hoffe, wir werden heute noch fertig", antwortete der Chef. "Es ist ein komplizierter, komplexer Rohrbruch." Durch die Wassermassen des ersten Rohrbruchs war es zu Erdverschiebungen gekommen, die zwei weitere Rohrbrüche nach sich zogen. 
Hier seht Ihr den Wasserspeicher, der der Versorgung von 20.000 Menschen dient. Es brachen die Hauptversorgungsleitung für alle diese Menschen, ein Nebenarm und die Leitung, in der das Wasser von der Trinkwasseraufbereitungsanlage zum Wasserspeicher gepumpt wird. 


Das herauslaufende Wasser wurde nicht gestoppt. Der gesamte Inhalt des Speichers floss in ein naheliegendes Feld (5.500 Kubikmeter, habe ich gehört. Ich weiß nicht, ob das viel ist, ich weiß nicht, ob es stimmt.). Heute wird das mit der Wiederherstellung der Versorgung sicher nichts mehr. Am Loch lagen keine  neuen Rohre rum. Die Wasserversorgung ist privatisiert. Im Internet hat eine Frau geschrieben, die Mitarbeiter der Firma wären "enchufados", also Leute, die mit irgendwem verwandt oder bekannt sind. Die also aufgrund ihrer Beziehungen bei der Firma beschäftigt sind und nicht, weil sie Kanalarbeiter oder Installateure oder vergleichbares sind. Kann sein, dass das nur üble Nachrede ist, aber nach dem, was ich gesehen habe, ist es durchaus glaubhaft. Ich meine, wenigstens neue Rohre hätten da rumliegen können.
In den einen Spülkasten habe ich Wasser aus unserer Regentonne gefüllt (in der sich nur etwa 30 Liter befanden). Zum Zähneputzen etc. haben wir noch genügend Flaschenwasser. Die Leute, die einen Swimmingpool haben, sind fein raus, die füllen Wasser aus dem Pool in ihre Spülkästen. Mein Sohn hat erzählt, im nahe gelegenen Städtchen hätten die Leute das Wasser aus den Zierbrunnen geholt. Morgen früh werde ich Wasser kaufen gehen. Für die Zukunft müssen wir echt besser vorbereitet sein. Wie viel Trinkwasser sollte man wohl vorrätig halten? 50 Liter? Und dann werde ich noch eine große Regentonne kaufen, mit 200 oder 300 Liter Fassungsvermögen. Das soll uns echt nicht noch einmal passieren, dass wir uns so viele Gedanken um Wasser machen müssen.
Update vom Montag, 13.00 Uhr (zur Erinnerung: Rohrbruch von mir zum ersten Mal gesehen am Samstag, um 18.00 Uhr). Heute morgen hatten wir immer noch kein Wasser. Ich beschloss, zum Loch zu fahren und je nachdem, wie die Dinge dort aussahen, 20 oder 30 Liter Wasser zu kaufen.
Das Loch hatte eine etwas andere Form als gestern. Ein Arbeiter stand darin und schaufelte nasse Erde von einer Seite auf die andere. Acht oder neun Leute standen um das Loch und schauten ihm zu. Ich schämte mich, ein Foto zu machen.
Ich fragte einen Arbeiter: "Wie lange wird es wohl dauern, bis wir wieder Wasser haben?" Ich kann mich an seine vage Antwort nicht erinnern. Einer der Herren im Anzug sagte mir, man solle nicht zum Loch kommen und die Leute von der Arbeit abhalten, sondern beim Wasserwerk anfragen. Ich entgegnete ihm, dass laut Wasserwerk das Wasser ja bereits seit 24 Stunden wieder liefe. Die Auskünfte des Versorgers und der Gemeindeverwaltung seien völlig sinnfrei, deshalb würde ich mich persönlich zum Loch begeben.
Und was ich dort sah, schaute gar nicht gut aus. Ich ging in den Supermarkt und kaufte 300 Liter frischen Trinkwassers. Die meisten Leute hatten weniger in ihren Einkaufswagen. Laut Website der Gemeindeverwaltung (von gestern!) ist der Schaden repariert und das Wasser läuft wieder in den Speicher ein. Da die Rohrleitungen völlig leer und insgesamt 75 Kilometer lang sind, würde es natürlich eine Weile dauern, bis alle wieder Wasser hätten. Aha.
Vorm Supermarkt hätte man eine schöne Studie machen können: Wer glaubt den Verlautbarungen der Gemeindeverwaltung und des Wasserversorgers und kauft 10 oder 20 Liter? Wer glaubt, dass dieser Trupp lügt bzw. unfähig ist und hortet möglichst viel Wasser?
Die Leute, die nah am Fluss wohnen, holen sich mit Eimern Wasser für ihre WC-Spülkästen. Mich wundert, dass die Schulen geöffnet sind. Die haben doch auch kein Wasser für die Toiletten und viele Mütter ermuntern ihre Kinder sicher, ihr Geschäftchen woanders als zu Hause zu erledigen. Haben die Altersheime eigene Wasserspeicher? Wie waschen die die alten Leute? ¡Agua ya! 
Finale von Montag, 19.00: Auf der Website des Wasserwerks steht, dass die Versorgung seit 14.15 Uhr wieder hergestellt ist und alles so ist, wie vor dem Rohrbruch. Das ist fein. Für uns gab es allerdings einen ziemlich gravierenden Unterschied: Es kam überhaupt kein Wasser aus der Leitung. Auf der Website der Gemeinde dankte der Bürgermeister seinen Untertanen für ihre Geduld.
Ich machte meinen Abendspaziergang also wieder zum Loch. Seine Fläche hatte sich etwa verdoppelt, die Hälfte, die heute früh noch nicht da war, war aber schon wieder zugeschüttet. Im alten Loch stand ein Arbeiter und telefonierte. Neben dem Loch standen zwei Arbeiter und unterhielten sich mit zwei Polizisten. Ein neues Stück Rohr lag da. Niemand arbeitete.
Ein paar Wassernutzer versuchten schließlich, Informationen aus den Arbeitern zu holen. Auskunft: Die Wasserversorgung funktioniert wieder. Dass keiner der Anwesenden fließendes Wasser in seiner Wohnung hatte, war den Arbeitern ziemlich unerklärlich. Als ich wieder nach Hause kam, tröpfelte Wasser aus dem Hahn. Rasch verstärkte sich der Druck. Wir haben wieder Wasser! Die Spülmaschine läuft, wir werden morgen sauber aus dem Haus gehen. Juhuuu!

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Ein schönes Kompliment - Lachs auf Linsen

Lachs auf Linsen, das war heute unser Mittagessen. Mein Sohn forderte mich auf, ein Bild zu machen, weil das Gericht sooo lecker aussah. Der Lachs sieht aus, als wäre er durchgebraten. Das war er aber nicht, er war modern zubereitet, also im Kern noch fast roh. Ich erzähle Euch, wie ich das mache: Ich salze und pfeffere den Lachs und braten ihn in heißem Olivenöl zuerst von der oberen Seite, dann von der Hautseite scharf an bis er gebräunt ist. Dann vertiefe ich vorsichtig die Rillen, die er eh schon hat und übergieße die Oberseite mit Chimichurri-Sauce. Ich lege einen Deckel auf die Pfanne und schalte den Herd aus, so bleibt das Ganze noch ein paar Minuten stehen und zieht durch. Ich kontrolliere vorsichtig, dass der Fisch innen nicht gar zu roh ist. Vor dem Servieren entferne ich die Haut. Fertig. 

 
Lecker! Unter dem Lachs befindet sich ganz gewöhnliches Linsengemüse (natürlich ohne Speck o.ä.), das ich mit gemahlenem Kreuzkümmel gewürzt habe. Deshalb dachte ich auch, dass die argentinische Chimichurri-Sauce gut dazu passt. Sie ist überhaupt nicht scharf (regelmäßige Leser wissen, dass bei uns sehr mild gewürzt wird). Die Sorte, die ich habe, enthält viel Koriander.


"So schön und so lecker, mach' ein Bild und schreib' was für den Blog." Ein schönes Kompliment.

Freitag, 19. Oktober 2012

Immobilien in Spanien: Cräizy

Ja, Ihr habt Euch vielleicht gewundert, dass ich schon so lange nichts mehr über die Immobilienpreise in Spanien geschrieben habe. Heute habe ich mal wieder ein spannendes Gespräch mit einer Freundin geführt und dann dachte ich: "Musst doch mal wieder was schreiben." Aber wie immer vom Allgemeinen zum Besonderen. Zur folgenden Graphik, die die Entwicklung der Quadratmeterpreise in Spanien zeigt (Ausgangspunkt: 1000 im Januar 2005), sage ich jetzt erst mal nichts, lasst sie einfach auf Euch wirken:

grafica

Sie stammt von der Website www.fotocasa.es. Wenn Ihr dann auf das Tab "precio medio m2" klickt, kommt noch eine ganz tolle, interaktive Graphik, wo man sich zum Beispiel die Preisentwicklung in einzelnen Regionen und Städten anschauen kann, z.B. in Benidorm oder Marbella oder Mallorca oder wo Ihr Eure Immobilie eben habt oder haben wollt. Oder klickt hier, dann kommt Ihr gleich auf diese hoch interessante Seite. 
Ich hatte ja Bedenken, dass ich diese Graphik nicht kopieren könnte. Dann hätte ich sie halt abgemalt und fotografiert. Einen Strich von links oben nach rechts unten zu ziehen ist ja nicht sooo schwer, gell?
Jetzt fragt Ihr Euch, warum ich schon so lange nichts mehr von meinen Versuchstierchen (will heißen, von den zum Verkauf stehenden Objekten, die ich beobachte) geschrieben habe. Der Grund ist einfach: Es tut sich nichts. Um im Bild zu bleiben: Die Versuchstierchen liegen komatös in ihren Käfigen. Naja, paar Sachen haben sich schon getan: Das Haus unserer Bekannten, das für 440.000 Euro auf den Markt kam (für den Preis, zu dem sie selbst gekauft hatten), wurde nach wenigen Tagen um 50.000 Euro heruntergesetzt. Das ist aber eigentlich sooo wurscht ... es kauft eh keiner was. 
Die Wohnung mit der grünen Festbeleuchtung, von der ich Euch auch hier erzählt habe, wurde von 59.000 Euro wieder auf 98.000 Euro heraufgesetzt. Ich erkläre Euch rasch die spanische Looogggiiiiik: "Ich habe meine Wohnung für 98.000 Euro angeboten. Keiner wollte sie. Ich setzte sie auf 59.000 Euro herab. Keiner wollte sie. Was soll ich denn nun machen??? Soll ich sie vielleicht noch billiger anbieten??? Soll ich sie vielleicht verschenken??? Bestimmt nicht. Wenn sie eh keiner will, kann ich sie auch wieder für 98.000 Euro anbieten. Ich bin Besitzerin einer Wohnung, die 98.000 Euro wert ist, aber die Banken geben keine Kredite, deshalb kann sie auch keiner für diesen, ihren wahren Wert kaufen." Ja, so geht das. Ist doch besser, eine Wohnung für 98.000 Euro zu besitzen, die keiner will, als eine Wohnung für 59.000 Euro, die keiner will, oder?
An den beobachteten Reihenhäusern, nämlich diesen hier, ist nicht einmal mehr ein Schild dran, dass sie zum Verkauf stehen.
Das Beobachten ist also zurzeit oooiiißerst langweilig.
Nicht so das Gespräch heute:
A.: "Meinst Du, wir sollten unsere Wohnung an der Küste verkaufen und stattdessen lieber eine in Madrid kaufen?"
Ich: "Das wird schwierig werden, die Wohnung loszuwerden. Es kauft im Moment doch keiner was."
A: "Aber jetzt sind die Preise noch hoch. Wir müssen rasch handeln, jetzt ist der ideale Zeitpunkt."
Ich: "Wieso denn das?"
A: "Wir können die Wohnung an der Küste noch mit Gewinn verkaufen, noch sind die Preise hoch. Es ist mir schon klar, dass es vielleicht ein Jahr dauert, bis wir einen Käufer finden, aber wir können ja schon mal ein Schild dran machen. Und mit dem Geld kaufen wir dann eine Wohnung in Madrid. Die Preise liegen total am Boden. Es kauft doch keiner was. Der Markt ist tot."
Doublethink in seiner reinsten Form. Man denkt eine Sache und das genaue Gegenteil. Und es ist nicht so, dass die Preise an der Küste noch hoch sind und in Madrid schon gefallen. Es ist (fast) überall das gleiche Elend. Jaja, die Spanier und ihre Immobilien. Cräizy. 

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Krise in Spanien - Über die Verhältnisse gelebt

Ja, das ist ein Vorwurf, den die Deutschen den Südländern gerne machen: "Ihr habt über Eure Verhältnisse gelebt". 
In unserem Bekanntenkreis in Spanien ist der erste Opa in die Knie gegangen. Er kann die Lebenshaltungskosten seines Sohnes und dessen Familie nicht mehr stemmen und die Hypothek der jungen Leute nicht mehr bedienen. Nein, es ist keine von den Familien, von denen ich Euch schon erzählt habe. Es ist einfach noch eine Familie.
Man würde sie im privaten Gespräch hinter ihrem Rücken vielleicht als "korrupte Bagage" bezeichnen, sie selber hassen sicher Korruption in jeder Form; es war nur möglich, im Rahmen eines Amtes gewisse Gefälligkeiten zu erweisen, für die sich die Bedachten später erkenntlich zeigten. Also, alles ganz normal. (Das habe ich Euch nur erzählt, damit Ihr jetzt nicht vor Mitleid mit diesen Herrschaften zerfließt.)
Der Sohn hatte ein Geschäft, das hauptsächlich von öffentlichen Aufträgen gut lebte und Arbeitsplätze schaffen und expandieren konnte. Es ging ihm finanziell gut. Er kaufte eine relativ teure Wohnung und lebte seinen Verhältnissen entsprechend. Dann begann die Krise und sein Geschäft ging schlechter. Dann verschärfte sich die Krise, die öffentlichen Aufträge wurden auf 0 zurückgefahren und er musste sein Geschäft schließen. Da er selbstständig gewesen war, bekam/bekommt er kein Arbeitslosengeld und sein Einkommen beträgt null. Die junge Familie lebte in der Erwartung, dass sich die Wirtschaft ja irgendwann mal wieder erholen musste, von ihren Ersparnissen, bis die Ersparnisse aufgebraucht waren. Dann sprang der Opa ein. Der Opa hatte aber einen Teil seiner eigenen Ersparnisse bereits dem Sohn zum Hauskauf gegeben, den Rest hatte er zum großen Teil in "Preferentes" angelegt. Das sind Papiere, die von den Banken als "eine Art Festgeld" ausgegeben worden waren. Das Geld ist aber so fest angelegt, das es jetzt praktisch der Bank gehört (Laufzeit z.B. bis zum Jahr 3000). Der ganze Clan versuchte nun, von Opas (hoher) Rente zu leben und die Wohnung zu bezahlen. Das ging natürlich nicht lange. Jetzt musste der Sohn das "Se vende", "Zu verkaufen", -Schild an seine Wohnung machen.   
Bringt eigentlich wenig, denn der Wohnungsmarkt ist tot, wenn er seine Bude los werden will, muss er sie sicher deutlich unter seinem Kaufpreis anbieten. Das ist der Stand der Dinge. 
Haben diese Leute über ihre Verhältnisse gelebt? Meiner Meinung nach nicht.
Liebe Leserin, wenn Dir jemand sagen würde, in fünf Jahren beträgt Dein Einkommen null, kein Hartz IV,  kein Kindergeld, nix. Deine Ersparnisse werden aufgebraucht sein, das Geld Deiner Eltern wird die Bank an sich genommen haben, Dein Haus wirst Du nicht verkaufen können, weil es keinen Wohnungsmarkt mehr gibt, würdest Du das glauben? Und wenn dieser Fall, der jetzt so unvorstellbar scheint, einträte und ein Schwede käme mit erhobenem Zeigefinger und würde sagen: "Nåjå, sie hat jå auch über ihre Verhæltnisse geløbt"?   
Der deutsche Staat hat 2 Billionen Schulden, pro Kopf sind das über 25.000 Euro, pro vierköpfige Familie über 100.000 Euro. Diese Zahlen habe ich von der Seite des Bundes der Steuerzahler, nämlich von hier. Nur gut, dass Deutschland nicht über seine Verhältnisse lebt, gell?
(Ich schreibe das hier nur, um es zu dokumentieren. Das mit der Krise geht jetzt schon sooo lange. Spanien ist immer noch auf dem Weg nach unten, der Boden ist noch lange nicht erreicht. Glaube ich. Theoretisch finde ich es interessant, dem Niedergang eines Landes zuzuschauen, solch ein Spektakel bekommt man ja nicht alle Tage geboten. Praktisch ist es zum Kotzen.)

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Krise in Spanien - Interessante Zahlen

Okay, ich hatte versprochen, nichts mehr über die Krise in Spanien zu schreiben bis es mal wieder richtig große Zahlen gibt, also irgendsowas ab 100 Milliarden, für die Banken oder so. Oder die endgültige Rettung (¡EL RESCATE!). Aber gestern habe ich in den Nachrichten dann andere Zahlen gehört, die ich auch ziemlich faszinierend fand: Die Stadt Madrid hat 615 Stellen für Verwaltungsgehilfen ausgeschrieben und in diesen Tagen finden die Einstellungsprüfungen statt. An drei Tagen. In 2 Messehallen. Für die 615 Stellen haben sich nämlich über 40.000 Menschen beworben. 39.400 werden leer ausgehen. Einstellungsvoraussetzung ist der Graduado Escolar, was vielleicht dem deutschen Hauptschulabschluss entspricht. Die meisten Bewerber verfügen natürlich über höhere Bildungsabschlüsse, viele sind Akademiker, Juristen zum Beispiel, und haben sich jahrelang auf diese Prüfung vorbereitet (ohne Scheiß, schaut Euch das Video an, da sieht man auch schön die dicht bestuhlten Messehallen: Video Antena 3). Die 40.000 Prüflinge müssen in 70 Minuten 70 Fragen beantworten. Die 615 Auserwählten erhalten dann 1000-1200 Euro Lohn im Monat. Findet Ihr das viel?
Als im Sommer in Sabadell ein neuer IKEA eröffnet wurde, bewarben sich 55.282 Menschen auf 380 offene Stellen (ein Pressebericht hier).
Es müssen nicht immer Milliarden sein, oder? Zigtausende können auch mal interessant sein.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Lustiger Wortwechsel

Ich: "Wie viel Uhr ist es denn?"
Mein Sohn D.: "Eine Stunde vor acht."
(Diese seltsame Zeitangabe hat vielleicht damit was zu tun, dass um acht "El Clásico" beginnt, das Spiel zwischen FC Barcelona und R. M.)

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Nachmittagskaffee mit einer Freundin

Vor Ewigkeiten habe ich Euch mal von einer Freundin erzählt, nämlich hier, die immer das Essen anderer Leute heruntermacht. Heute hat sie mich angerufen und gesagt, sie hätte vor geraumer Zeit einen Kalten Hund (Kekstorte) gemacht, ob ich nicht Lust hätte, sie zu besuchen und mit ihr Kaffee zu trinken und von diesem Kalten Hund zu essen.
"Gerne", antwortete ich und machte mich auf den kurzen Weg zu ihrem Haus.
Sie hatte den Tisch auf der Terrasse liebevoll gedeckt und einen schönen Kaffee gekocht. Auf meinem Teller lag die Hälfte einer recht dicken Scheibe Kalter Hund, auf ihrem eigenen Teller lag etwa ein Viertel einer Scheibe.
Sie ist Mitglied der Thermomix-Gemeinde und informierte mich, dass es ihr ohne dieses Gerät gar nicht möglich gewesen wäre, dieses doch etwas komplizierte Backwerk herzustellen.
In welcher Phase der Zubereitung eines Kalten Hundes (Fett und Schokolade in einem Töpfchen schmelzen, Puderzucker unterrühren, die Masse abwechselnd mit Keksen in eine Kastenform schichten, oder?) man den Thermomix benötigt, ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass wahre Thermomix-Fans dieses enorm vielseitige Gerät, das alle anderen Haushaltsgeräte überflüssig macht, für alles verwenden, auch zum Hemden bügeln und zum Hof kehren.
Ich führte ein kleines Stückchen Kalten Hundes zum Mund.
"Dieses Zeug ist extrem kalorienreich, weißt du?" sagte sie.
Ich ließ das Gebäck in meinem Mund schmelzen.
"Es besteht praktisch nur aus Fett und Zucker", sagte sie.
Sie hatte ihr Stück schon komplett verdrückt.
Ich lud das nächste Bröckchen auf meine Gabel.
"Dass du so etwas essen kannst ...", sagte sie.
Nun war ich völlig verwirrt. Ich legte das Bröckchen zurück und schob das Tellerchen mit der halben Scheibe Kalter Hund, von der nur ein kleines Eckchen fehlte, von mir.
"Dann esse ich es eben nicht", sagte ich.
Damit war sie zufrieden und wir begannen angeregt über andere Dinge zu sprechen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Alt und neu - Seit' an Seit'


Ein letztes Mal Seit' an Seit' ... tschüss, alter Abfalleimer.
Ja, wir haben heute den neuen Abfalleimer in Betrieb genommen. Das Erste, was hinein kam (abgesehen von zwei Müllbeuteln), war ein Stück Schokoladengebäck unbekannter Herkunft, das seit ein paar Tagen im Kühlschrank lag. Mein Gatte meinte, wir hätten zur Einweihung ein Band durchschneiden sollen (ribbon cutting ceremony!). War mir dann aber zu aufwändig.
Okay, das ist jetzt das letzte Mal, dass ich mit meinem neuen Mülleimer angegebe.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Mein Auto, mein Mülleimer, meine Tafel Lindt-Schokolade

So, hier kommt das lang ersehnte Foto: Das neue Auto, der neue Mülleimer und eine Tafel Lindt-Schokolade (an der Fahrerseite auf der Windschutzscheibe liegend). Dieses Foto hat für meinen Gatten und mich enormen Symbolcharakter.
Wo soll ich anfangen? Also, zuerst einmal die Details: Beim Auto handelt es sich um einen Audi A 4 in Lavagrau mit Perleffekt. Beim Mülleimer handelt es sich um das Modell Erpa Typ 420 von Manufactum. Die Schokolade ist eine 300 g Tafel Alpenvollmilch-Nuss der Marke Lindt.
Ja, was hat das alles zu bedeuten? Es ist schwer zu erklären. Es gibt Menschen, bei denen können bestimmte Autos Wunden heilen, für erlittene Schmach entschädigen. Nach einer Kindheit in Armut, einer an Entbehrungen reichen Jugend leuchtet plötzlich ein Stern vor ihnen auf und verschafft ihnen einen späten Triumph. "Als ich den Stern vor mir sah, habe ich geweint", vor Freude, versteht sich. Sie können Minderwertigkeitsgefühle kompensieren. "Als ich meinen Benz zwischen die anderen Mercedes und BMW stellte, das war schon ein gutes Gefühl."
Wir wollten einen Audi und überlegten, ob ein A6 ausreichen würde, um unser kompliziertes Seelenleben in einen psychologischen Garten Eden zu verwandeln.
Lohnt es sich, 45.000 Euro auszugeben, um zu versuchen, Leute zu beeindrucken, die einem eigentlich am Arsch vorbeigehen sollten?
Außerdem hätte er nicht gut in unsere Garage gepasst.
Der Mülleimer. Ist dieser Mülleimer mit 146 Euro überteuert? Ich hatte den Mülleimer schon mehrmals vorher sehnsüchtig angeschaut, aber immer von einem Ankauf abgesehen, weil mir das Geld zu schade war. Er sieht solide aus, er erinnert an mich an meine Kindheit, an unseren Friseurladen. Ein Mülleimer für's Leben. Meine Lieben freuen sich darüber, da bei unserem alten Abfalleimer seit Ewigkeiten das Tretding zum Aufmachen kaputt war und ich schon mehrfach dazu aufgefordert worden war, einen neuen anzuschaffen. Also gut, so einen teuren hätt's nicht gebraucht. Ich glaube nicht, dass ich damit Gäste beeindrucken kann. Ich glaube, die nehmen das Ding nicht wahr, auch nicht, wenn sie in die Küche kommen. So, wie er auf dem Foto dargestellt ist, würde er natürlich schon Aufmerksamkeit erregen. An den Ampeln würde ich den Motor aufheulen lassen und dann würde die Leute in ihren schäbigen alten Karren zu mir herüber schauen und mein geiles Auto und meinen Luxus-Mülleimer sehen.
Und was hat es mit der Schokolade auf sich? Die hat über 5 Euro gekostet.
Die menschliche Psyche ist etwas Komplexes. Wie viele Autos, Häuser, Schmuckstücke werden wohl gekauft, wie viele hohe Posten angestrebt und erreicht, wie viele sportlichen Leistungen erzielt, weil irgendwer irgendwas kompensieren möchte?
Wie gesagt: Mein Auto, mein Mülleimer, meine Tafel Lindt-Schokolade. Macht uns alles ein bisschen froher, der psychologische Megaeffekt blieb aus. Das mit dem Stern klappt nicht bei jedem.

Donnerstag, 27. September 2012

Ochsenschwanzsuppe im Test

Wie Ihr wisst, ist Ochsenschwanzsuppe ein Thema, das mich ziemlich interessiert (siehe Link hier und hier). Da ich heute mit meinem ältesten Sohn zum Mittagessen allein war, dachte ich, ach, man könnte mal wieder eine Ochsenschwanzsuppe verkosten und zwar diese hier:


Eine Oxtail-Soup von Marks & Spencer.
Testbericht: Es handelt sich um eine Dosensuppe, die einfach nur heiß gemacht werden muss. Der optische Eindruck ist gut. Man sagt "das Auge ist mit", in diesem Fall hätte man aber vielleicht das Auge allein essen lassen sollen, die Suppe schmeckt nämlich völlig fad, im Abgang hat sie jedoch eine ganz leichte, unerklärliche Schärfe. Obwohl sie in Dosen verkauft wird, hat sie deutliche Karton-Noten. Wie die Engländer ihre unvergleichlichen Fertiggerichte hinbekommen, ich weiß es nicht.
Falls ich diese Suppe nachkochen sollte, würde ich wie folgt vorgehen: Zutaten laut Dosenaufschrift (und ich übersetze): Wasser, Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln, Mehl, Rindfleisch (3 %), Tomatenmark, Maismehl, Ochsenschwanz (1 %), karamelisierter Zucker, Zucker, konzentrierte Rinderbrühe, Rotwein, Hefeextrakt, Meersalz, Petersilie, Thymian, Currypulver, Lorbeerblatt, schwarzer Pfeffer.
Bisschen wenig Fleisch, aber daraus müsste man eigentlich doch etwas machen können.
Zubereitung: Als erstes bringe ich einen Liter abgestandenes Wasser (z.B. aus der Regentonne) mit 5 Salzkörnchen zum Kochen. Dann schneide ich eine von diesen riesigen, rissigen, nach nichts schmeckenden Gelberüben in große Stücke und gebe sie hinein. Ich schäle eine Kartoffel aus dem Vorjahr und gebe sie ebenfalls grob geschnitten hinzu. Von einer Zwiebel entferne ich die faulen Stellen und die Triebe und gebe ein Achtel davon in die Brühe. Es folgen 35 Gramm Rindfleisch (3 % des Ganzen), eine Messerspitze Tomatenmark, 10 Gramm Ochsenschwanz (1 % des Ganzen), eine Messerspitze Brühe und 2 Esslöffel Rotwein. Hefeextrakt habe ich nicht, stattdessen gebe ich ein 10 x 10 cm großes Stück Karton (was ich halt gerade da habe, alter Buchdeckel, Verpackungskarton o.ä.) in groben Stücken und 1 Wacholderbeere im Mörser gequetscht (meinte ich herauszuschmecken) hinzu. Ich würze mit einem Blatt getrockneter Petersilie, einer Messerspitze Currypulver (Ablaufdatum Mai 1993), einem Eichenblatt, einem schwarzen Pfefferkorn und einer Prise von den Kräutern, die meine Urgroßmutter seit ihrer Jugend aufbewahrt. Dies alles koche ich fünf Stunden im Schnellkochtopf. Anschließend suche ich mit einem feinen Sieb und einer Lupe die Fleischstückchen und nehme sie heraus.
Für die braune Farbe karamelisiere ich in einem zweiten Topf eine Prise Zucker, die ich dann mit 6 Esslöffel Mehl in die Suppe rühre. Ich püriere nun alles und gebe das Fleisch wieder hinzu. Mit 2 Esslöffeln Worcestersauce und 5 Tropfen Tabasco schmecke ich ab. Fertig. Ich glaube, das würde dem Original ziemlich nahe kommen.

Donnerstag, 20. September 2012

Der Hirschrücken bzw. die Hirschlende

Wie ging es weiter mit meinem Hirschrücken bzw. meiner Hirschlende? Etliche Rezepte empfahlen zu beizen. Dass dies nicht nötig war, war mir aber von Anfang an klar. Man sah auf den ersten Blick, dass es sich um ein wunderbares Stück Fleisch handelte, das eine solche Behandlung nicht nötig hatte. Ich suchte ein Rezept mit einer möglichst kurzen Garzeit. Johann Lafer schneidet seinen Hirschrücken in Medaillons. Das wollte ich auch nicht.
Fündig wurde ich schließlich auf der Seite eines Wildhändlers vom Münchner Viktualienmarkt, nämlich hier: http://www.schillers-wild-gefluegel.de/hirschlende_mit_wacholderrahm.html. Wie von den Schillers empfohlen, heizte ich den Ofen auf 120º Grad vor, würzte das Filet mit Salz und Pfeffer, briet es in 2 Esslöffeln Olivenöl von allen Seiten 5-6 Minuten an, wickelte es in Alufolie und legte es für 35 Minuten in den Backofen. Dann wollte ich es eigentlich servieren. Meine Esser standen bereit. Leute, es war innen noch vollkommen roh. Also wieder in den Backofen, diesmal 10 Minuten bei 150º. Dann wollte ich es servieren. Meine Esser waren ungeduldig, mein Braten innen noch roh. Ich befürchtete eine Meuterei meiner Lieben. Also goss ich ein Glas Rotwein in meinen Schnellkochtopf, brachte den Wein zum Kochen, schüttete die Sauce dazu (superlecker, gleich mehr), legte das Fleisch hinein, 5 Minuten bei Volldampf = perfektes Ergebnis, fast durch, aber nicht ganz. Ja, das war Zufall.
Falls einem meiner unerfahrenen Leser das Gleiche passiert, Niedrigtemperatur, Braten nicht durch, dem rate ich, es genauso zu machen: Zum Essen passenden Wein im Schnellkochtopf zum Kochen bringen, Fleisch reinschmeißen. Wenn das Stück zu groß ist, durchschneiden! Desperate times call for desperate measures! Bei Rindfleisch würde ich es mit 10 Minuten bei vollem Druck versuchen.
So, nun zur Sauce. Okay, da habe ich mich auch nicht an das Rezept der Schillers gehalten, sondern mich nur inspirieren lassen: Ich machte die Pfanne, in der ich das Fleisch angebraten hatte, wieder heiß (nicht zwischendurch sauber machen), 15 Wacholderbeeren mit Salz und Pfeffer zerstoßen, in die Pfanne geben, mit etwas Gin ablöschen, Wildfonds hatte ich keinen, Creme Fraiche auch nicht, stattdessen goss ich 200 ml Sahne zu, statt 1 Esslöffel Johannisbeergelee nahm ich 2. Dies gab ich dann zum kochenden Rotwein in den Schnellkochtopf. Weiter ging's siehe oben. Sehr lecker, sehr zart. Ein Superbraten.
Ich habe kein Foto vom fertigen Essen. Wenn ich auch noch angefangen hätte, zu fotografieren, wäre ich von meinen Essern wahrscheinlich gelyncht worden.
Den Rest habe ich heute kalt aufgeschnitten:


Ich überlegte mir, irgendeine Sauce dazu zu reichen, Cumberlandsauce, Preiselbeersahne, o.ä., aber das Fleisch war sooo gut, der leichte Wildgeschmack ... der röhrende Hirsch auf der Waldlichtung war in zarten Scheiben perfekt eingefangen. Da gab's für mich nichts mehr zu verbessern oder zu unterstreichen. Wir aßen also einfach Brot und Butter dazu.

Dienstag, 18. September 2012

Gerade geschenkt bekommen:


Einen Hirschrücken mit einem Gewicht von 850 Gramm. Von der Gattin eines Jägers (Nachbarin). Ein so tolles Teil von einem so tollen Tier! Ich huschte dann schnell rüber zu ihr und brachte ihr ein paar Stücke von dem Zwetschgenkuchen, den ich frisch gebacken hatte. Sie führte mich in ihr Semi-Souterrain, wo sich die Familie ein Jagdzimmer eingerichtet hat, komplett mit ausgestopften Wildschwein- und Hirschköpfen, Rehgeweihen, etc. Toll. Ich mag so was. Ist nicht für jeden, ich weiß. Dann zeigte sie mir die kleine Küche neben dem Jagdzimmer, wo die Kühltruhe steht, bis oben hin voll mit Hirschfleisch. Beeindruckend. 
Jetzt muss ich nur noch irgend ein tolles Rezept suchen, das meinem Braten gerecht wird.   
Wenn Besuch kommt, mache ich normalerweise eine Lammkeule, bisher immer im Römertopf, nach einem Rezept von meiner Mama. Diesen Sommer probierte ich aber ein neues Rezept, in meinem neu angeschafften La Creuset-Topf (ich weiß, ein Gerät, das echt keiner braucht, ich wollte auch definitiv keinen, warum soll ich so einen Haufen Geld für einen Dibbe ausgeben, aber dann sah ich einen in himmelblau, in einer Farbe, der ich nicht widerstehen konnte, und auch noch ganz günstig (im Vergleich zur allgemeinen Ungünstigkeit dieser Töpfe), und ich griff zu. Mein Gatte war so freundlich, das Ding nach Hause zu schleppen (großes Modell, Gewicht ungefähr 2 Tonnen). Ich probierte ein neues Lammkeulenrezept aus (statt 2 Stunden bei 200 Grad im Römertopf im La Creuset-Topf auf dem Herd angebraten, dann 4 Stunden im Ofen bei 145-150 Grad). Sehr lecker. So zart, das Fleisch fiel vom Knochen. Ich kombinierte das Rezept dann mit dem von meiner Mama und bereitete es diesen Sommer wiederholt zu. Ja, vielleicht blogge ich es irgendwann mal. 
Also, wie man das Zeug brät etc., das macht echt einen Unterschied. Für meine Hirschdelikatesse werde ich mich also gründlich umschauen, was es da so für Möglichkeiten gibt. Und dann brauche ich ja auch noch Beilagen, die auf der Höhe meines Bratens sind ... Rotkraut und Klöße fallen mir da als erstes ein. Birnen mit Preiselbeeren ... Kastanien gibt es, glaube ich, noch nicht. Ja, ich habe einen konservativen Geschmack, meine Esser auch. Mal sehen.   

Donnerstag, 6. September 2012

Eis und Brombeeren mal anders


Eigentlich wollte ich Eis mit Heiß machen, also Vanilleeis mit heißer Brombeersauce, aber die Beeren, die mein Sohn direkt vor dem Mittagessen geerntet hatte, waren sooo süß, sooo dick und perfekt, dass ich es nicht über's Herz brachte, sie zu einer Sauce zu zerkochen. Nach einem Augenblick der Ratlosigkeit kam mir folgender Gedanke: Ich mache das Vanilleeis heiß! Also gab es heute als Nachspeise "Sonnenwarme Brombeeren auf heißem Vanillespiegel". Köstlich!

Dienstag, 4. September 2012

Internet: Interessante Möglichkeiten für Familien

Nach einem ausgiebig genossenen Sommer hat mich der Alltag wieder. Meinen ersten Blogeintrag will ich aber nicht den sehr glücklichen Tagen im Kreise meiner Lieben (ziemlich lange alle drei Kinder beisammen, juhuu!) und unseren Ausflügen in die Umgebung (einschließlich einer Schiffsfahrt auf dem Main und einer Bootsfahrt mit abschließendem Zusammenstoß), den Shopping-Orgien (Highlight: der neue Mülleimer, dem möglicherweise ein eigener Blogeintrag zuteil werden wird (soviel verrat' ich schon mal: von Manufaktum in Frankfurt!!!)) und den mit ausgiebigem Futtern untermalten Familientreffen widmen, sondern kleineren Fakten, die sich im Laufe der Tage aufgetan haben. Alles begann damit, dass mein Vater erzählte, dass ein Verwandter von seinem Vater beauftragt worden war, einen Gegenstand, den dieser für damals sehr viel Geld erstanden hatte ("Investition! Gibt nur ganz wenige!! Du kriegst einen, weil du mein Freund bist!!!"), für dieselbe Summe wieder loszuwerden. Und als er sich ans Verkaufen machte, stellte der Verwandte fest, dass der Gegenstand viel weniger wert/nix wert war. 
In unserer Familie haben wir so unsere Erfahrungen mit Internetchecks. Ein Beispiel: Eine beliebte Erzählung im Familienkreis war immer die der Schwester meines Urgroßvaters väterlicherseits, die (wahrscheinlich um der Enge ihres Dorfes zu entkommen, wie man heute interpretieren würde) Nonne wurde und als solche nach England geschickt wurde. Sie lebte ein paar Jahre dort und heuerte dann bei einer sehr reichen Familie als Kindermädchen an. Sie begleitete diese unfassbar reiche Familie auf ihren Reisen um die Welt. Sie lebte in Südamerika, wo sie auch starb. Höhepunkt der Lebensbeschreibung dieser Dame ist ... sie war auf der Titanic und wurde mit der Familie gerettet. Wie oft durften wir als Kinder diese Geschichte hören!
Vor ein paar Jahren nun betrachteten wir im Internet die Passagierlisten der Titanic und in Sekundenschnelle fanden wir heraus, dass der Name der Schwester unserer Urahnen nicht drauf stand. Wir konsultierten andere Listen. Weder unter den Namen der Lebenden noch der Toten noch der Erste-Klasse-Passagiere noch der Dienstboten war sie zu finden. ??? Schade, ne???
Heuer beschlich uns nun der Verdacht: Wieviel sind die Dinge, von denen die Familie glaubt, dass sie sehr wertvoll sind, tatsächlich wert? 
Wir hatten einen Großonkel, der vor wenigen Jahren gestorben ist, der ein sehr wertvolles äthiopisches Vortragskreuz besaß. Ich schätze mal, dass es so 35 Jahre her ist, dass er dieses Kreuz gekauft hat und ich glaube, jedes Mitglied der engeren und weiteren Verwandtschaft erinnert sich an diese Zeit. Den Aufstand, den er darum machte! Es bekam den besten Platz an der Wand im Wohnzimmer. Gleich beim Eintreten fiel der Blick darauf. Und das Schlimmste: Seine ständige Fragerei, ja, ich meine STÄNDIGE Fragerei: "Wem vermache ich das mal?", mit der er versuchte, Unfrieden unter seinen Erben zu säen und sich selbst und seinen Sch... zu erhöhen. Also, das Kreuz war superwertvoll. Es war ein äthiopisches Vortragskreuz!!! Ich schätze mal, einfach aufgrund der Dimension der Aufregung um das Ding, dass es mehrere tausend Mark gekostet hat. 
Irgendwann näherte sich das Ende des Lebens dieses Onkels und er verschenkte viele seiner Sachen. Er war fast blind und fast taub und irgendwann war das Ding weg. Seine Erben liefen Amok. Der einzig wertvolle Gegenstand war verschwunden (sein übriger Besitz, ebenfalls vom Typ "Wem vermache ich das wohl mal?" hatte sich bereits als völlig, ja, völlig, wertlos erwiesen).
Unsere liebe M.-L. hat uns diesen Sommer ein Objekt gezeigt, das sie bei einem Afrika-Festival für 3 Euro erworben hatte. Schock: identisch wie das Vortragskreuz, nur klein. Verdacht: Das große Kreuz ist auch nichts wert. Check: "Ethiopian processional cross E-Bay" bei Google eingegeben (auf Englisch findet man mehr), Preis: so um die 100 Euro.
Für den, der das Ding an sich genommen hat: Hihihihi. 
Ich empfehle folgende Antwort an alle, die da fragen: "Wem vermache ich das wohl mal?" - "Wir werfen es in dein Grab." (Das ist bei kleineren Gegenständen erlaubt.)
Und dann besitze ich noch diesen Ersttagsbrief, der mir als Kind anvertraut wurde. Superwertvoll, lebenslang drauf aufpassen, ein rohes Ei ist Dreck dagegen. Das glaubten die Vorbesitzer wirklich (ich weiss nicht mehr, von wem ich ihn habe, ich glaube, von meiner Oma). Preis: 1 Euro bei E-Bay.
Also, das sind die kleinen Fakten, die vielleicht jemandem zur Anregung dienen.

Mittwoch, 1. August 2012

Heute beim Schrank Aufräumen gefunden


Was ist das?

So sieht das Ding in seine Einzelteile zerlegt aus.
Wir waren heute bei IKEA und wenn ich aus diesem Laden komme, fühle ich mich immer inspiriert, meine Bude zu verschönern und zu organisieren. Heute war der Teil des Küchenschranks dran, in dem ich Zeug wie diverse Schüsseln, die Waage, die Plastikschüsseln zum Einfrieren, meine Backformen und alles, was man möglicherweise irgendwann mal gebrauchen könnte, aufbewahre. Ihr wisst schon, welches Fach das ist: ein schlimmes. Mein ältester Sohn war so freundlich, mich beim Aufräumen zu unterstützen. Ohne ihn hätte es nicht so gut geklappt. Es bringt echt viel, wenn einem ein Außenstehender wertvolle Tipps gibt, wie "Wäääckschmaaaiiisen", z.B. die Plastikschüsselchen, die dazu neigen, Nester mit Dutzenden von Jungen zu bilden. Guter Tipp von M.: "Schmeiß' alles weg, was hinten steht, das ist das Zeug, das du nicht benutzt." Stimmt, ne? Da hat er recht.
Wie dem auch sei, in der hinteren Reihe stand auch das Ding, das Ihr auf den Fotos seht. Wisst Ihr, was es ist? Ich hatte mir überlegt, einen Preis für die richtige Antwort auszuloben (da müsste ich aber aus technischen Gründen die Teilnehmerzahl auf 10.000 beschränken und das wäre nicht sehr gerecht gegen meine vielen Leser (Spässle)).
Okay, ich spanne Euch nicht länger auf die Folter und verrate, was es ist: eine Hamburgerpresse. Ich erstand sie anno 1979 auf der ersten Tupperware-Party, die ich je besucht habe. Und wenn ich es mir recht überlege: auf der einzigen Tupperware-Party, die ich je besucht habe. Ich bin kein Gegner dieser Partys, es hat mich nur nie wieder jemand dazu eingeladen. Schnief!
Seitdem bin ich so oft umgezogen ... ich weiß gar nicht, wie oft (rasche, grobe Rechnung, einschließlich Studentenbuden, etc.: über zehnmal). Dabei habe ich dieses Ding immer mit geschleppt ... und noch nie benutzt. Was nicht heißen soll, dass ich keine Hamburger mache. Selbstverständlich mache ich gelegentlich Hamburger. Aber es ist mir noch nie in den Sinn gekommen, dafür diese Vorrichtung zu benutzen. Ich werde sie morgen in einer schmucklosen Zeremonie entsorgen. Tschüss, Hamburgerpresse, tschüss, kleine, sinnfreie Lebensbegleiterin. 

Dienstag, 31. Juli 2012

Cristina's Supersalat, perfekt für den Sommer


Unsere Freundin C. behauptet, üüü-berhaupt nicht kochen zu können. Dennoch ist sie die Erfinderin dieses perfekten Sommersalats, den ich heute mal wieder gemacht habe. Ich glaube, in diesem Salat ist jedes Vitamin drin, das es überhaupt nur gibt. Und er schmeckt lecker!!! Auch Kinder werden ihn sicher mögen. Dieser Salat ist ein vollwertiges Mittag- oder Abendessen. Sehr empfehlenswert. 
C.'s Originalrezept: 2 Kiwis, 1 Apfel, 2 oder 3 Gelberüben, grob gehackte Walnüsse, pro 2 Personen 1 Avocado, Eisbergsalat, Käsewürfelchen, gekochter Schinken, Olivenöl, 2 Deckel Balsamico (sie benutzt den Deckel der Essigflasche zum Messen, das habe ich auch noch nie zuvor gesehen), viel Honig. Alles mischen. Fertig.
Ich habe den Salat heute so gemacht: Ich habe 3 Esslöffel Olivenöl, 2 Esslöffel Apfelessig und 1-2 Teelöffel Honig in einer Schüssel gut verrührt. Dann schnitt ich 100 g gekochten Schinken und 100 g Käse (war Maasdammer, kann aber auch Feta oder jeder andere Käse, der Euch schmeckt, sein) sowie das Obst und das Gemüse klein, hackte die Nüsse grob und mischte alles. Den Salat (halber Kopf Eisbergsalat) hob ich als letztes unter, damit er möglichst frisch und schön bleibt. Guuut!
Dann rannte ich mit meiner Salatschüssel nach draußen in die Sonne, um das Ergebnis meiner Bemühungen zu fotografieren. Ich habe nämlich letztens gelesen, dass man Speisen immer bei natürlichem Licht ohne Blitz ablichten soll, und zwar auf diesem Blog, foodiewife-kitchen.blogspot.com, den ich zufällig entdeckt habe und der tolle Bilder und schöne Rezepte hat. Ein Blog so ganz nach meinem Geschmack.

Sonntag, 29. Juli 2012

Vichyssoise - Zucchiniverwertung


Diese kalte Suppe (sprich: Wittschisoas, als ob's französisch wäre) ist in Spanien im Sommer sehr beliebt. Auch in meiner Familie wird sie gerne gegessen (Lieblingssuppe meines Gatten!) und ich mache sie häufig. Sie ist äußerst preiswert - vor allem für Gartenbesitzer - und leicht zuzubereiten. Man benötigt: Olivenöl, Butter, 2 Stangen Lauch, 1 Zweiglein Thymian (oder eine Prise getrockneten Thymian, der Thymian ist aber meine Geheimzutat, der gehört da, glaube ich, offiziell gar nicht rein), 2 mittelgroße Zucchini, 300 g geschälte Kartoffeln, 1 l Hühnerbrühe, Salz und Pfeffer, 1 griechisches Joghurt. 
Ich bereite sie wie folgt zu: Etwas mehr als einen Teelöffel Olivenöl und einen Teelöffel Butter erhitzen. Den grob kleingeschnittenen Lauch und den Thymian darin kurz anbraten, z.B. während die Kartoffeln (Info für die, die keine Waage haben: 3 mittelgroße) geschält und gewürfelt werden. Kartoffeln zum Lauch geben und weiterbraten während die Zucchini geschält und ebenfalls grob gewürfelt werden. Nun wandern die Zucchini auch in den Topf. 3-5 Minuten unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze weiterbraten, dann 1 Liter Hühnerbrühe dazu gießen. Hühnerbrühe?!? Ja, was ist das, gell? Gourmets kochen ein Huhn, Gewürze und Gemüse aus, diejenigen, die rasch fertig sein wollen, nehmen fertige Hühnerbrühe z.B. aus dem Tetrapack, das ganz anspruchslose Fußvolk nimmt zwei Brühwürfel und einen Liter Wasser (oh, the horror!). 30 Minuten köcheln lassen, dann zum Abkühlen beiseite stellen. Bei Gelegenheit pürieren (vorher das Thymianzweiglein rausfischen!!!). Manche geben noch ein bisschen Sahne dazu. Wenn ich gerade eine offene Sahne habe, mache ich das auch, sonst nicht. So, ab in den Kühlschrank. Die Vichyssoise wird kalt serviert, ich gebe auf jeden Teller noch einen gehäuften Esslöffel griechisches Joghurt. Lecker!

Sonntag, 22. Juli 2012

Neues aus meiner Gelateria - Leckeres Schokoladeneis

Das Schokoladeneis
Dieses Rezept für Schokoladeneis stammt aus dem Rezeptbüchlein meiner alten Eismaschine und ist sehr empfehlenswert. Es schmeckt gut und man kann es auch noch in letzter Minute zubereiten, da nichts über Nacht gekühlt werden muss. Bitte beachtet, dass die Menge für höchstens 6 nicht riesige oder vier große Portionen reicht.
Man benötigt: 3 Eigelb, 100 g Puderzucker, 250 ml Vollmilch, 200 ml süße Sahne, 15 g Kakao-Pulver (ich nehme 20 g, damit's schokoladiger schmeckt), 1 Teelöffel Instantkaffee.
Zubereitung: Eigelb mit dem Zucker, dem Kakao-Pulver, dem Instantkaffeepulver und 50 ml der Milch schlagen, bis sich der Kakao völlig gelöst hat. Restliche Milch hinzugeben und alles gründlich rühren. Sahne steif schlagen, Kakao-Mischung unterrühren. In der Eismaschine zubereiten. Ich servierte das Eis mit einer Praline in der Mitte. Lecker!!!

Neues aus meiner Gelateria - Kiwi-Minzsorbet

Das Kiwi-Minzsorbet
Wie Ihr wisst, habe ich eine neue Eismaschine der Marke Krups. Das beiliegende Rezeptbuch ist leider schlecht im Sinne von das Eis nach den Rezepten im Buch schmeckt nicht gut. Die Rezepte wurden vom Küchenchef der Auberge de Letraz in Savoyen, Frankreich, entwickelt. Da wissen wir schon, wo wir nicht hinmüssen, gell? Ich habe irgendwie den Eindruck, das Büchlein sei von Häagen-Dasz gesponsert, damit die Leute ihr Eis doch lieber kaufen (ja, ich habe die Schreibung von Häagen-Dasz gegoogelt). Glücklicherweise habe ich noch das Rezeptbüchlein von meiner alten Eismaschine, einer Philips, das ist nämlich gut und enthält auch allgemeine Tipps und erklärt die Grundprinzipien der Speiseeisherstellung. Das erste Krups-Eis, das ich machte, war Kiwi-Minzsorbet mit Pfefferminzlikör. Da hatte ich echt Hoffnungen, dass das gut wird. Hier das Rezept: Zutaten: 8 sehr reife Kiwis, 250 g Zucker, 10 Blätter frische Minze, 200 ml Wasser, 4 cl Pfefferminzlikör. Anleitung: Wasser, Minze und Zucker aufkochen (wer keine frische Minze hat, darf bestimmt stattdessen ein Beutelchen Pfefferminztee benutzen) und zwei Minuten kochen lassen. Die 8 Kiwis pürieren und mit dem Likör vermischen (ich hatte Marie Brizard Pfefferminzlikör, den ich extra gekauft hatte, und der mich auf den Gedanken brachte, mal ein After-Eight-Eis zu machen. Das muss supergut sein). Alles vermischen. Mindestens 12 Stunden in den Kühlschrank und dann in der Eismaschine zubereiten. Es schmeckte grauenvoll. Habt Ihr schon einmal Echinacin-Tropfen zur Stärkung der Abwehrkräfte genommen? So ungefähr dürft Ihr Euch den Geschmack vorstellen.
Kiwi plus Minze geht gaahh nicht. "Sooo schlecht schmeckt es doch gar nicht", lobte meine Familie, aber keiner wollte eine zweite Portion und den Rest warf ich nach ein paar Tagen weg. Aber gut. Vielleicht sucht jemand dieses Rezept oder möchte seine sehr reifen Kiwis rasch los werden ... Gut aussehen tut's, ne? 

Freitag, 20. Juli 2012

Krise in Spanien: "¡Que se jodan!"

Mit diesen Worten, die man vielleicht neudeutsch mit "fuck them" oder "fick' sie" (die Arbeitslosen) übersetzen könnte, bejubelte Andrea Fabra, eine Abgeordnete der spanischen Regierungspartei, die Ankündigung des Ministerpräsidenten, das Arbeitslosengeld zu kürzen. Andrea Fabra ist die Tochter von Carlos Fabra, dem Präsidenten der Provinzialverwaltung von Castellón (in fünfter Generation der Familie). Carlos Fabra ist der, der den Flughafen von Castellón zu verantworten hat, diesen Flughafen des Volkes, auf dem keine Flugzeuge starten und landen, von dem ich Euch schon erzählt habe. Vor den Flughafen hat Carlos Fabra eine 23 Meter hohe Statue zu Ehren von Carlos Fabra stellen lassen, die 300.000 Euro gekostet hat. Finde ich nicht viel für so ein Riesending.
Die Kürzung des Arbeitslosengeldes war jedoch nicht die einzige Maßnahme, die da vor ein paar Tagen verkündet wurde: Die allgemeine Mehrwertsteuer wird von 18 auf 21% erhöht, die ermäßigte Mehrwertsteuer für manche Sachen wie Friseurbesuch, Zahnarzt usw. wird von 8 auf 21% erhöht. Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst bekommen kein Weihnachtsgeld mehr, was einer Lohnkürzung von 7% entspricht. Die Förderung des Erwerbs von Wohneigentum wird eingestellt. Und so weiter. Dadurch sollen 65 Milliarden Euro eingespart werden.
Und weil sie so brav sind und auf einem guten Weg, bekommen die Spanier 100 Milliarden Euro geliehen, mit denen sie ihre Banken retten sollen. Also werden praktisch jedem Spanier, auch Kindern und Greisen, auch denen, die ihre Hypotheken nicht zurückzahlen können, weil sie ihren Job verloren haben und jetzt von ihrer Bank auf die Straße gesetzt werden, und denen, die gerade von den Banken um ihre Ersparnisse betrogen worden sind, 2500 Euro Schulden zwecks Weitergabe an die Banken aufgedrückt.
Ich bin keine ausgebildete Wirtschaftswissenschaftlerin und besitze auch keine hellseherischen Fähigkeiten. Trotzdem wage ich folgende Prognose: Dadurch, dass die Einkommen sinken und alles teurer wird (Strom, Gas, Benzin, MwSt., etc.), werden die Menschen ärmer (nein, ich bin wirklich keine der fünf Wirtschaftsweisen). Die Leute kaufen weniger. Noch mehr Betriebe müssen schließen. Noch mehr Menschen werden arbeitslos. Die Steuereinnahmen sinken, Ausgaben müssen gekürzt werden. Diese Spirale, die gewünscht ist, nennt man interne Abwertung. Sie ersetzt die Möglichkeit der Abwertung der Pesete, die es ja durch den Euro nicht mehr gibt.
So, und jetzt schreibe ich bis zum nächsten Krisengroßereignis, sagen wir mal "Das völlig Unerwartete, das, womit keiner, aber auch wirklich absolut keiner, rechnen konnte, geschieht: Spanien schlüpft unter den Rettungsschirm" nichts mehr zum Thema Krise in Spanien. Mir kommt das Thema nämlich langsam zu den Ohren raus. Es wird hier von nichts anderem mehr geredet.
Wer sich für das Thema Immobilien in Spanien interessiert ... auch hierzu eine Prognose von meiner Wenigkeit: Durch den Wegfall der Förderung des Erwerbs von Wohneigentum zum 1. Januar 2013 wird es zu einer kurzen Scheinblüte bei den Immobilienpreisen kommen. Diese wird sich durch einen Rückgang der Geschwindigkeit des Preisverfalls (derzeit - 10,3% pro Jahr) ausdrücken, die sich bis März nächsten Jahres fortsetzen wird. Danach geht es wieder steil bergab. Wieso wage ich als Hausfrau solche Prognosen? Leute, als die Förderung das letzte Mal gekürzt wurde, war es genauso.
Neu auf meinem Radar: Das Haus von Bekannten, die zu dem Preis verkaufen wollen, zu dem sie auf dem Höhepunkt der Blase gekauft haben, nämlich 440.000 Euro. Wie Ihr wisst, beobachte ich nur zum Spaß. Wir leben in spannenden Zeiten. Von unseren übrigen Versuchstierchen/-häuschen gibt es nichts Neues.

Samstag, 7. Juli 2012

Megaweihnachten, Ausflug und auch sonst noch allerhand


Ja, ich habe schon eine Weile nichts mehr geschrieben. Ich verrate Euch mal, warum: Wie Ihr bereits wisst, haben wir die Wohnung in London aufgelöst. Letzte Woche kam der gesamte Plunder (der Inhalt einer für fünf Personen ausgestatteten Dreizimmerwohnung) in unserem komplett ausgestatteten Haus in Spanien an. Am Donnerstag fragte D.'s Freundin, ob es recht ist, wenn sie die Ausstattung ihres Zimmers bis zum Beginn des neuen Semesters in unserer Garage lagert. "De perdidos al río", antwortete ich ihr. Spanier, die Englisch können, sagen oft auch scherzhaft "From lost to the river". Es bedeutet "Das macht's jetzt auch nicht mehr fett". Am Freitag holte mein Gatte meinen Sohn, der ein Jahr in Madrid gelebt hat, dort ab und brachte dessen Sachen hierher. Eine Wagenladung (Kombi!) voll. Am Freitag nachmittag brachte ein Gartencenter 12 Pflanzen, die wir in den Garten setzen müssen. Eine Aufmerksamkeit einer sehr lieben Person, der ich einmal erzählt hatte, dass ich nicht so der Freund von Schnittblumen bin, weil man ihnen prinzipiell ja nur beim Sterben zuschaut. Hier ein Blick auf einen Teil der Pflanzen:

Als ich bekannte, dass ich einfach keine Ahnung hätte, was ich mit dem Kram aus London machen sollte, sagte mein Sohn M.: "Pack' doch einfach alles aus und stell' dir vor, es wäre Weihnachten." (Daher der Titel "Megaweihnachten".) Über's Wochenende kam ein befreundetes Ehepaar aus New York zu Besuch. Ich richtete ein Abendbrot, nämlich meine In-8-Minuten-auf-dem-Tisch-Vorspeisenplatte in Abendessengröße (siehe hier) und eine kleine Käseplatte. Der Tisch sah recht schön aus und D. forderte mich auf, ein paar Fotos zu machen. Hier sind sie:


                                                    

Die Holzvögel habe ich aus Brighton mitgebracht, den Leuchtturm aus Whitby, kam jedoch ursprünglich alles aus China.
Am Sonntag gingen wir zum Essen in ein Restaurant, das hier gerade ziemlich angesagt ist. Wir bestellten das siebengängige Probiermenü, das uns sehr empfohlen worden war. Es war gut, aber arg reichlich. Die Freunde wollten nach dem Essen einen Verdauungsspaziergang machen, mein Gatte und ich bestanden jedoch darauf, erstmal eine Siesta zu halten. Wir hatte so an eine halbe Stunde gedacht. Unsere Freunde tauchten erst nach vier!!! Stunden wieder auf und erklärten, sie hätten noch nie im Leben so gut geschlafen wie in unserem Haus. Das hat mich sehr gefreut, denn wie Ihr wisst, haben wir im Rahmen der Unser-Haus-soll-schöner-werden-Maßnahmen einen ehemals fensterlosen Kellerraum in ein Gästezimmer umgebaut und ich hatte Befürchtungen, der Raum könnte zu klaustrophobisch sein. Wir haben in die Wand zwischen dem großen Souterrain-Raum, der zur Hälfte unter der Erde liegt, und dem Nebenraum ein Fenster schlagen lassen und dann das äußerst bequeme Bett, das wir in New York gekauft hatten, hinein gestellt. Hier ist es außerdem sehr ruhig. Bei geschlossenem Fenster hört man nachts nichts, bei geöffnetem Fenster hört man manchmal in der Ferne eine Kuh muhen oder einen Hund bellen. Im Morgengrauen beginnen die Vögel mit etwa 130 Dezibel den neuen Tag zu begrüßen. Ich bin echt erleichtert, dass man in dieser Kammer so gut schläft. Die Deko fehlt noch, dazu hatte ich noch keine Zeit.
Abends schauten wir uns das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft an.   
Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Plasencia, einem schönen Städtchen:

 
Am Montag, zur Mittagszeit, war die Plaza Mayor voll mit Leuten, die ein Bierchen tranken oder einen anderen Aperitif zu sich nahmen. Das ist es, was Ausländer am spanischen Lebensstil so schätzen (kein Foto gemacht). 


Schöne Kühlschrankmagneten, stimmt's? Ich habe aber keine gekauft.
Zum Mittagessen gingen wir in den Parador:


Der ganz, ganz toll möbliert ist. Zum Beispiel:


Es handelt sich bei dem Parador um ein altes Kloster. Wir speisten im Refektorium:


Ob das zu den Zeiten, als hier Mönche lebten, wohl auch schon so luxuriös eingerichtet war?


Nee, die Frage war nicht ernst gemeint. Es war auch kein Vorleser da, der uns Bibelstellen zu Gemüte führte.
So sah meine Nachspeise aus: Toll, gell?


Anschließend fuhren wir weiter, weil wir noch die römische Brücke in Alcántara besichtigen wollten. Auf dem Weg sahen wir, dass weiter fleißig an der AVE-Strecke Madrid-Lissabon gebaut wird (dem spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz), obwohl die Portugiesen bereits gesagt haben, dass sie nichts mehr damit zu tun haben wollen. Dann wird eben bis an die Grenze gebaut, ne? In dieser völlig einsamen, menschenleeren Gegend.


Über Straßen, über die ich lieber kein Wort verlieren möchte, kamen wir schließlich zur Römerbrücke:


Sie ist fast zweitausend Jahre alt und wird heute noch benutzt. Hier der Link zum entsprechenden Wikipedia-Eintrag: http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCcke_von_Alc%C3%A1ntara. Diese Brücke ist echt Wahnsinn, aber sie befindet sich ... etwas abgelegen. An der Brücke stand eine Inschrift, die sinngemäß lautete: Jeder, der eine Brücke bauen möchte, sollte sich erst einmal die Römerbrücke von Alcántara anschauen. Aufgrund der abgeschiedenen Lage möchte man als Laie fast sagen: Nur, wer eine Brücke bauen möchte, sollte sich die Römerbrücke von Alcántara anschauen. 
Daneben befinden sich diese aufgegebenen Terrassenanlagen:


Man sieht's nicht gut, aber hinter dieser Modifikation der Landschaft steckte eine wahnsinnige Arbeit. Naja, damals hatten die Leute noch mehr Zeit, da gab's noch kein Fernsehen und kein Internet.
600 Meter weiter flußaufwärts (der Fluss ist der Tajo) steht diese Talsperre:


So, das war's. Unsere Freunde reisten weiter, mein Gatte und ich fuhren zurück nach Hause.