Mittwoch, 29. Juni 2011

Gegrillter Camembert in Weinblättern - mnjam, mnjam, mnjam


Mein Bruder ist durch Weber's Grillbibel (GU-Verlag) zum Grillexperten geworden. Sein Lieblingsrezept ist das Bierdosen-Hähnchen. Daran werde ich mich auch mal versuchen - und Euch darüber berichten. Wird aber wahrscheinlich zwei Monate dauern bis ich dazu komme.
N. war so begeistert von diesem modernen Standardwerk der Grillkunst, dass er uns auch ein Exemplar schenkte. Auf der Suche nach "was Vegetarischem" haben wir uns als erstes am "Brie in Weinblättern mit Trauben-Salsa" versucht. Die Webers verwenden, wie gesagt, einen Brie, wir hatten Camembert und zwar den günstigsten. Statt gekaufter Weinblätter in Salzlake hatten wir Traubenblätter aus unserem Garten. Die erste Ladung Blätter kochte ich kurz in Salzwasser, die zweite (der erste Camembert war sooo supergut!) nahmen wir einfach so, vom Traubenstock. Wir packten den Käse in die Blätter, die wir mit Küchengarn sicherten. Wie der Käse einzuwickeln und zu verschnüren ist, wird in der Grillbibel genau erklärt, aber ich glaube, eine intuitive Herangehensweise kann durchaus auch zum Erfolg führen. Der verpackte Käse kommt auf den Grill bis er sich auf Druck schön weich anfühlt. Laut Buch dauert dies bei mittlerer Hitze vier bis fünf Minuten, bei uns hat es etwas länger gedauert.
Die Webers servieren eine "Traubensalsa" dazu. Wir hatten ja unsere Zweifel, aber dann dachten wir, probieren wir's doch einfach mal: Man erhitzt einen Esslöffel Balsamico-Essig mit einem 1/2 Teelöffel Zucker in einem Töpfchen auf dem Herd. Dann gibt am 300 g kernlose oder entkernte rote oder blaue Trauben, grob gehackt, dazu und dünstet sie 2 Minuten (wir haben länger gedünstet). Vor dem Servieren gibt man einen Esslöffel gehackte frische Minze dazu (wir haben mehr dazu gegeben (wir haben im Ganzen mehr Soße gemacht)). Diese Soße passt SUPER zum gegrillten Käse. Die Webers grillen noch ein paar Scheiben Baguette dazu, auf die sie dann den Käse und die "Salsa" geben. Lecker, lecker, lecker. Mit dieser Köstlichkeit auf dem Grill braucht man keine Angst vor vegetarischen Gästen zu haben. Die einzige Gefahr, die vom in Traubenblättern gegrillten Camembert ausgeht, ist, dass auch alle Nichtvegetarier davon haben wollen - so gut ist der (also genug bereitstellen!).


Sonntag, 26. Juni 2011

Ja, die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien (45%)

Heute habe ich diesen schönen Kommentar, der die Lage in einem Satz zusammenfasst, gehört:

"En España, acabada la carrera tienes tres salidas: por tierra, mar y aire."

Wenn man das spanische Wortspiel versteht, ist der Satz witzig und treffend.
Es basiert auf der doppelten Bedeutung von "salida", das zum einen "Berufsmöglichkeiten" bedeutet. Also würde der erste Teil des Satzes lauten: "In Spanien, wenn man mit dem Studium fertig ist, hat man drei Möglichkeiten, ins Berufsleben zu kommen:" (die der Gesprächspartner nun zu hören erwartet, da "carrera", "Studium", und "salida", "Berufsmöglichkeiten", die übliche Kombination sind). Zum anderen bedeutet es aber auch "Auswege" und darauf bezieht sich der zweite Teil des Satzes: "auf dem Landweg, über das Meer oder auf dem Luftweg". Also würde der spanische Witz, jetzt unlustig und ohne Wortspiel, auf Deutsch heißen: "In Spanien bleibt einem, wenn man mit dem Studium fertig ist, nichts anderes übrig als abzuhauen".
(Manchmal landen Leute auf meinem Blog, die bei Google "spanischer Witz" eingegeben haben. Ich weiß nicht, ob das Schüler sind, die einen Witz für ihre Spanisch-Hausaufgaben brauchen. Hier ist jedenfalls mal ein Witz mit ausführlicher Erklärung (auch wenn die Witzischkeit jetzt ein bisschen gelitten hat).   

Mittwoch, 15. Juni 2011

Guilty pleasures – „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ auf Vox

Diese Sendung ist zurzeit meine Lieblingssendung. Es werden Leute gezeigt, die irgendwohin „auswandern“ möchten, üblicherweise ohne Kenntnis der Landessprache, ohne Wissen über Land und Leute und mit einem völlig hanebüchenen Businessplan. Überraschenderweise scheitern diese Leute meistens. Dabei zuzuschauen ist interessant, denn das Experiment ist ja nicht wirklich gefährlich, in Deutschland wartet in Gestalt von Hartz IV ein alles verzeihender Vater, der die verlorenen Söhne und Töchter wieder mit offenen Armen aufnimmt.
Nachdem sie letzte Woche schon spannende Kandidaten hatten (eine junge Familie, die in Dänemark mit einem Angelsee für ihre bescheidenen Verhältnisse grandios scheiterte), gab es diese Woche wieder schöne Exemplare (nicht die Familie in Portugal, die sich mit harter Arbeit und mittlerweile auch Portugiesisch-Kenntnissen eine Surfschule aufbaut und dabei kleinere Scharmützel mit wohlwollenden Behörden erlebt. Die wird langsam langweilig. Die verdienen auch sicher viel mehr, als sie zugeben.).
Aber zum interessanten Teil der Sendung: eine junge Familie aus Sachsen, die bar jeden Vorwissens, erstaunlicherweise aber mit einem sicheren Job, nach Rio de Janeiro auswanderte. Ich hoffe mal, dass Baumann nicht ihr richtiger Name ist. Was waren das doch für naive Weicheier! Sie hatten einen Job! Warum haben sie nicht portugiesisch gelernt? Sie hatten eine Wohnung! Beteten aber zu Gott um eine bessere Wohnung. Was ist denn das für eine Religion, in der man hoffen kann, per Gebet zu einer schönen, großen, preiswerten Wohnung mit Blick auf’s Meer in einer Weltstadt zu kommen? Die katholische nicht, so erklären sich vielleicht auch die Favelas. Gott sollte für alles sorgen. Ich glaube, Familie „Baumann“ verwechselt Gott mit dem deutschen Sozialversicherungswesen. „Obwohl ich frist- und formgerecht gebetet habe, habe ich die Wohnung, auf die ich ein Anrecht zu haben glaube, nicht erhalten.“ Was für eine Mentalität schimmert denn da durch? (Sie haben es nicht wörtlich so gesagt, aber so gemeint.) Realer Sozialismus meets Pfingstbewegung.
Ich kenne viele Leute, die aus den verschiedensten Ländern in die verschiedensten Länder ausgewandert sind. Solche Geschichten, wie sie bei Vox gezeigt werden, gibt es dabei nicht.
Nicht jeder Lebensabschnitt im Ausland ist auch gleich mit „Auswandern“ gleichzusetzen. In unserer globalisierten Welt wird es doch immer häufiger, dass Menschen mal ein paar Jahre fern der heimischen Scholle verbringen. Und wenn sich der Rentner bei Pflegebedürftigkeit wieder in heimische Gefilde begibt, wer möchte es ihm verdenken.
Aber gut, hoffen wir, dass Vox noch viele von diesen untypischen Leuten findet und uns noch viele interessante Sendungen beschert (hoffentlich werden die Dummerle wenigstens gut bezahlt!)
Wen es entspannt, sich an der Blödheit anderer Leute zu laben – Dienstags 21.15 Uhr auf Vox.

Samstag, 11. Juni 2011

Juhuuu, die neue Eismaschine ist da!

Geht Euch das auch so? Wenn ich was im Internet bestelle und es kommt an und ich kann es auspacken ... das ist ein Gefühl wie Weihnachten.
Warum habe ich die Eismaschine aber im Internet bestellt? Ich habe in den Läden nichts gefunden, was meinen Wünschen entsprach. Beim Corte Inglés hatten sie für 110 Euro ein italienisches Designermodell. Ich fragte die Verkäuferin nach etwas Billigerem. Sie wies mich darauf hin, wie wunderschön doch das italienische Modell im Chrom-Design sei und wie hübsch das aussehen würde, wenn es bei mir in der Küche stünde. „Nee, nee,“ bzw. „No, no“, antwortete ich ihr, bei mir in der Küche steht schon genug Zeug rum, die Eismaschine kommt in den Schrank, die braucht nicht schön zu sein.
Bei Media-Markt hatten sie diverse Billig-Teile (möchte ich nicht, ich bin eine Frau im mittleren Alter und kann es mir leisten, ein höherwertiges Gerät zu kaufen, an dem ich vermeintlich mehr Freude habe) sowie ein Kenwood-Gerät der mittleren Preislage mit einem geringen Fassungsvermögen. (weiß nicht mehr, vielleicht 700 ml). Also, wenn ich meine Familie schon mit frisch gemachtem Eis verwöhne, dann möchte ich doch, dass auch genug da ist. Ich fragte die Verkäuferin, ob man ein größeres Kenwood-Gerät bestellen könnte oder ob das irgendwann von allein käme. „Nur, was da ist“ bzw. „Sólo lo que hay“, antwortete sie mir und damit war das Thema erledigt. Ich ging in mehrere Geschäfte und fand nix, was mir zusagte. Also schaute ich im Internet bei Amazon. Die hatten eine Krups mit über hundert Bewertungen, Durchschnittsnote 4,5 von 5 und Testsiegerin bei irgendeinem Test. Fassungsvermögen 1,6 Liter, das ist sogar ein bisschen größer als meine alte Eismaschine. Von Krups sind auch unsere Kaffeemaschine und unser Orangensaftauspresser, ich bin mit dieser Marke recht zufrieden. Kleine Enttäuschung, als ich die Kiste öffnete: Made in China. Metallrand sehr scharfkantig. Muss das sein???
Als wir in den USA lebten, stellte ich überrascht fest, dass dort auch Waren mittleren Preises und mittlerer Qualität aus China kamen. Damals war es in Europa noch so, dass Billigwaren aus China kamen und der Rest aus Europa. Nun hat sich das bei uns auch geändert. Innerhalb sehr weniger Jahre. Hmhmhmhm.
Okay, zurück zur Eismaschine. Wir hatten ja schon mal eine. Mein Sohn erinnerte an unseren damaligen Renner, das Oreo-Eis mit Oreo-Cookies. Könnt Ihr glauben, dass ich das von mir entwickelte Rezept nirgendwo aufgeschrieben habe? Ich glaube, das Grundrezept war „Leche Merengada“, eine spanische Spezialität, für die ich ein ganz tolles Rezept habe (und ich weiß, wo es ist!!!). So Gott will, werde ich es früher oder später bloggen, jetzt, wo die neue Eismaschine da ist, juhuuu. Lecker war auch unser Bananen-Eis. Ein Renner bei spanischen Gästen war Eis mit Heiß, nämlich Vanilleeis mit heißen Brombeeren.
Im neuen Krups-Rezeptbuch stehen seltsame Sachen wie Quarksorbet mit grünem Spargel, Tomatensorbet mit kandierten Tomaten, Olivensorbet mit eingelegten Oliven (mit Oliven und Honig, ich glaube, das werde ich irgendwann mal ausprobieren, es klingt schräg, aber interessant) und salziges Karameleis.
Einweihen wollte ich das Gerät eigentlich mit einem Erdbeereis, da wir uns noch in der Erdbeerzeit befinden, aber heute hat mir eine Freundin 5 Kilo Kirschen von ihrem eigenen Baum vorbeigebracht, also werde ich wohl mit einem Kirscheis beginnen.

Kirscheis

(und ich würde das Rezept hier nicht wiedergeben, wenn es nicht ... (positiven Superlativ einsetzen) wäre)


Das Rezept im Rezeptbuch meiner neuen Eismaschine verlangte nur 250 g Kirschen und enthielt außerdem noch jede Menge Sahne und 4 Eigelb, deshalb entschied ich mich für ein anderes Rezept mit mehr Kirschen und weniger Fett. Es war der absolute Hit! Ich fand es phantastisch, meine Lieben waren begeistert. Es ist das Rezept für Kirscheiscreme-Mousse, das bei meiner alten Eismaschine (Philips) dabei gewesen war. Man benötigt 550 g entkernte Kirschen, 300 ml Sirup, den Saft einer ½ Zitrone, 2 Eiweiß, 50 ml süße Sahne und 2 Esslöffel Maraschino.
Alllllso: Am Vortag stellte ich den Sirup her, indem ich 200 g Zucker in 200 ml Wasser bei mittlerer Temperatur und unter gelegentlichem Umrühren in einem Topf auf dem Herd auflöste. Im Rezept steht, man solle den sich bildenden Schaum abschöpfen, aber bei mir hat sich da kein Schaum gebildet. Eine Minute lang kochen lassen, dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Den Sirup über Nacht in den Kühlschrank stellen. Die übrigen Zutaten ebenfalls im Kühlschrank aufbewahren.
Maraschino ... ich wusste nicht mal, was das ist, hatte aber den Verdacht, dass es sich um Kirschenschnaps/-likör handelte. Ein kurzer Check im Internet bestätigte ihn. Ich überlegte, den Maraschino durch einen Löffel Wodka und einen Löffel Kirschmarmelade zu ersetzen, entschloss mich aber dann doch, einen Kirschlikör zu erwerben (richtige Entscheidung). Ich kaufte ein Produkt aus Kirschen aus dem berühmten Jerte-Tal (Valle del Jerte), dem spanischen Kirschenparadies (6,50 Euro). Lecker! Süß und köstlich! Da darf man sich echt nicht dran gewöhnen.
Ich entkernte die Kirschen und pürierte sie mit dem Zitronensaft, dem Kirschlikör meiner Wahl und dem Sirup. Dann schlug ich die beiden Eiweiße steif, die Eigelbe fror ich einzelnen ein, die kann ich mal für ein anderes Rezept verwenden. Dann zog ich das Eiweiß unter die pürierten Zutaten und rührte noch 2 ½ Esslöffel Sahne unter (das sind 50 ml). Anschließend goss ich die Masse in die Eismaschine ... ich sah es schon kommen, dass das gut werden würde ... es war noch besser als erwartet. Mhmhmhmhmhm.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Lustiger Wortwechsel

Ich: "Es ist schon zehn und es ist noch nicht dunkel."
Mein Sohn D.: "Ja, das ist der Klimawandel."
Hahahaha.

Gestern so passiert

Mein Sohn, der sich in London befindet, hat sich über das Internet in Spanien für eine Sache angemeldet. Die Anmeldegebühr in Höhe von 50 Euro musste auf der Bank (BBVA) eingezahlt werden, eine Überweisung online war nicht möglich. Der Einzahlungsnachweis musste gescannt und mit dem Anmeldeformular an den Veranstalter gemailt werden. Ich ging also auf die Bank (das war vor zwei Wochen) und erledigte diese Kleinigkeit für ihn: einzahlen, Beleg scannen, mailen, anschließend Beleg irgendwo hinlegen, vielleicht auf irgendeinen der Papierstapel, die sich in unserem Haus befinden, vielleicht auch nicht.
Es kommen die Maler, die Papierhaufen werden in Kisten geschmissen, in andere Zimmer getragen, durcheinander geworfen, es wird ein bisschen ausgemistet.
Gestern ruft mich mein Sohn an und erklärt in aller Unschuld, er benötige den physischen Einzahlungsnachweis nächsten Freitag in Madrid. Schock! Ich hatte nämlich nicht die leiseste Ahnung, wo der Beleg gelandet sein könnte. Ich erklärte ihm, der Beleg wäre zurzeit verschollen, ich würde ihn aber gewiss irgendwie wieder finden, andernfalls würde ich versuchen, von der Bank einen Ersatz zu bekommen.
Warum Kinder, auch erwachsene Kinder, ihren Eltern so grenzenlos vertrauen ist mir schleierhaft. Es war gut möglich, dass ich den Zettel weggeschmissen hatte. In jedem Fall würde ich Tage brauchen, um mich durch alle Papierstapel in unserem Haus zu graben. Noch einmal bezahlen ging nicht, die Frist war schon längst abgelaufen. Ich würde mich vor der Bankangestellten in den Staub werfen müssen, um einen Ersatzbeleg zu bekommen ... Ich hegte kurz die irre Hoffnung, der Beleg läge noch im Scanner ... grad so lange, wie ich brauchte, um nachzuschauen und festzustellen, dass er dort nicht lag. Er lag auch nicht auf dem Computertisch im Souterrain. Auf dem Schreibtisch meines Gatten auch nicht, warum hätte er dort auch liegen sollen. Blieben eigentlich nur noch etwa fünf riesige Papierstapel, in denen der Beleg sein konnte – oder auch nicht. Blick in meine Handtasche ... da war er natürlich auch nicht. Auf dem Schreibtisch meines Sohnes? Hatte ich den Beleg auf den Papierstapel in seinem Zimmer gelegt? Und dann, für die Malerarbeiten, in eine Kiste gestopft? Ich checkte also die einfachsten Stellen ... nix.
Dann setzte ich mich ins Wohnzimmer aufs Sofa, um über mein weiteres Vorgehen nachzudenken. Ich müsste mir fromme Gedanken machen, dachte ich. Aus unerfindlichen Gründen kam mir das Lied „Religious Man“ aus dem Film „Nacho Libre“ in den Sinn. Ich hob den Blick ... aus dem vor mir liegenden Papierstapel (dem letzten, in dem ich gesucht hätte) ragte auf mittlerer Höhe ein gelb-weißer Zettel mit blauem Streifen heraus. Ich wagte nicht zu hoffen ... ein Einzahlungsnachweis von BBVA. Wahrscheinlich ein steinalter ... ich zog ihn vorsichtig heraus .... es war der richtige. Suchdauer: die Dauer eines Wimpernschlags.
Hier kann man das Lied der mexikanischen Band Mister Loco hören und dazu die Bilder von irgendjemands Australienurlaub sehen:
Die Musik fängt erst in der 17. Sekunde an.
Oder hier, mit blöden Bildern aus dem Film und Untertiteln. Vorsicht, Ohrwurm!
https://www.youtube.com/watch?v=TJ0I_x3Ow14&feature=related

Samstag, 4. Juni 2011

Schauspiel am Himmel II

Der Eintrag "Schauspiel am Himmel" inspirierte religiöse Gefühle. Und nicht zu unrecht, denn es sah wirklich aus wie eine Pforte zum Himmel. Hoffen wir, dass sie für uns noch eine Weile verschlossen bleibt, aber sich dereinst öffnen wird. Also noch ein kleiner Nachtrag:


(Achtung! Dieses Bild wurde stark bearbeitet)

Sonntag, 29. Mai 2011

Die Lage auf dem spanischen Arbeitsmarkt - ¿Hasta cuándo?

Als ich vor drei, vier Wochen in Spanien beim Aldi an der Kasse stand und bezahlen wollte, kam eine Frau herein und fragte die Kassiererin, ob sie ihren Lebenslauf / eine Bewerbung abgeben dürfte. Sie durfte. Ich fand das ein bisschen unpassend und peinlich.
Als ich das nächste Mal bei Aldi war und an der Kasse stand, gab die Frau, die vor mir war, beim Bezahlen der Kassiererin einen Lebenslauf. Die Empfängerin überflog ihn kurz: "Du hast in Hotels gearbeitet?", "Ja, die lassen mich einen Monat unentgeltlich als Zimmermädchen probearbeiten, dann entlassen sie mich wieder. Das mache in Zukunft nicht mehr."
Während ich meine Einkäufe einpackte, kam ein Pärchen herein. Beide gaben der Kassiererin eine Bewerbung. Da fand ich es schon schockierend. Man wird sich daran gewöhnen müssen.
Es handelt sich bei diesen Lebensläufen um ein mit dem Computer gestaltetes DIN-A4-Blatt, oben in der rechten Ecke ein Farbfoto, der kurze Lebenslauf hübsch gegliedert.
Mein Sohn erzählte mir von einem Bekannten, der jeden Nachmittag durch die Industriegebiete läuft und überall seinen Lebenslauf abgibt.
Was soll denn das? Wie verzweifelt müssen die Menschen sein ... Wie lange soll das noch so gehen? = ¿Hasta cuándo?

Donnerstag, 26. Mai 2011

M., Bilder aus Deinem Zimmer

Morgens, kurz vor neun. Der Charme einer Jugendherberge ...

Alle Regale sind leer geräumt. Vor dem Ausräumen haben wir von jedem einzelnen Regalbrett ein Foto gemacht, damit wir alles wieder genau so einräumen können, wie es vorher war.

Ein Stündlein später: Die Maler haben die Möbel abgedeckt und Defekte im Verputz korrigiert.

So, die Wand, an der vorher die Regale standen, ist fertig gestrichen. Zum Thema Wandfarbe gibt's mehr in einem späteren Post.

Wo ist denn der ganze Plunder? Hier, im Master Bedroom. Klingt doch viel besser als Elternschlafzimmer, oder? Wir freuen uns auf ein 5000-Teile-Puzzle, wenn wir alles so wieder einräumen wie's war. Juhuu!

Die Renovierung unseres Hauses IV: Christo und Jeanne-Claude waren da

Erinnert sich noch jemand an die Beiden? Die den Reichstag verpackt haben? Und jetzt auch unsere Möbel?

Montag, 23. Mai 2011

Schauspiel am Himmel

Ich habe gerade am Telefon erzählt, wie toll der Himmel aussah, fünf Minuten vor dem Gewitter, aber besser als alles Beschreiben ist natürlich ein Bild:


Das spanische Schulsystem II oder El fracaso escolar

In Spanien wird das Konzept „Gemeinsamer Schulbesuch bis zum sechzehnten Lebensjahr“ konsequent umgesetzt. Meine Kinder sind in Deutschland (Bayern), Spanien und den USA in die Schule gegangen, ich hatte also Gelegenheit, verschiedene Schulsysteme zu erleben und glaube deshalb, mir ein gewisses Urteil erlauben zu dürfen. Das spanische System ist das Schlechteste. In den USA gehen Kinder mit unterschiedlichem Potenzial zwar gemeinsam zur Schule, sie haben aber die Möglichkeit, je nach Neigung und Leistungsfähigkeit unterschiedliche Kurse zu besuchen. In Spanien ist diese Möglichkeit nicht gegeben.
Die natürliche Neigung der Kinder ist jedoch, als Störenfried mit den anderen Störenfrieden abzuhängen und als Streber mit den Strebern (vereinfacht ausgedrückt). Kinder, denen das Lernen schwer fällt, wollen nicht mit Überfliegern in einer Klasse sein und frustriert mitanschauen, wie der Banknachbar nach einem raschen Blick ins Buch verstanden hat, worum es geht, während sie selbst für die gleiche Übung Stunden brauchen.
„Gleich und gleich gesellt sich gern“, sagt der Volksmund und ich kann aus eigener Anschauung Folgendes berichten: Ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr das war (am spanischen Schulwesen wird ununterbrochen herumgedoktert, alles ist in ständigem Fluss, was heute gilt, muss morgen schon nicht mehr gelten), als für die Klasse meines Sohnes die Möglichkeit bestand, zwischen Mathe-Werkstatt und Französisch zu wählen. Ich glaube, es war in der siebten Klasse. Da mein Sohn gerne Mathe machte, wollte er die Werkstatt wählen. Zusätzlichen, interessanten Unterricht, in dem die, dies nicht interessiert, einfach mal nicht dabei sind. Falsch gedacht. In die Mathe-Werkstatt gingen die, die in Mathe schlecht waren. Die Mathe-Fans gingen in Französisch. Gleichzeitig wurde eine Klasse mit katholischem Religionsunterricht gebildet und eine Klasse ohne (die Schüler hatten in dieser Stunde frei). Eine tolle Chance, die die Kinder sofort erkannten und wahrnahmen, bot sich: Französisch und Reli = Klasse mit guten, fleißigen Schülern. Die Lehrer lobten diese Klasse, die sich gebildet hatte, als die Schüler ein winziges Fenster hatten, um sich zu sortieren. Dieses Fenster wurde natürlich mittlerweile wieder geschlossen.
Es ist einfach entsetzlich, wenn man alle bis zum sechzehnten Lebensjahr zusammensperrt und ihnen Unterricht knapp unter Gymnasialniveau erteilt: die, die nicht mitkommen, sind im besten Fall still und frustriert, im schlimmsten Fall stören sie. Die, denen alles zufliegt, langweilen sich, weil der Lehrer soviel Zeit damit verbringen muss, Ruhe in die Klasse zu bringen. Die, denen der Unterricht in etwa gerecht würde, kriegen nicht viel mit, weil die Störer stören und die Lehrer meckern. Als mein Sohn in der 6. Klasse war, entschuldigte sich sein Lehrer bei mir: Er könne leider nichts dafür, aber er müsse mehr als die Hälfte der Unterrichtszeit dafür aufwenden, für Ruhe zu sorgen. Ungelogen. Diesen Lehrer hatte er drei Jahre lang (war kein besonders schlechter Lehrer, Durchschnitt, würde ich sagen). Mein Sohn saß jahrelang täglich ein paar Stunden da und wartete, bis der Unterricht vorüber war. Was hätte man in dieser Zeit alles lernen können.
In keinem anderen Bereich käme man auf den Gedanken, die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten zusammenzusperren. Man stelle sich vor, hundert Kinder müssten in vier Fußballmannschaften eingeteilt werden: Fünf sind Leistungssportler, fünf gehen an Krücken, zehn haben keinen Bock auf Fußball und würden lieber Handball spielen, fünf wünschen ihre Mannschaft zu sabotieren, zehn sind fleißig und talentiert, zehn sind fleißig und unbegabt, zehn sind schlecht und faul, der Rest ist Mittelmaß.
Eine Kommission wird einberufen, die darüber entscheiden soll, wie man am besten Mannschaften bildet, in denen die Spieler möglichst glücklich sind und möglichst optimal gefördert und auf die Welt des Fußballs vorbereitet werden. Herausragende Experten werden konsultiert, die Geschichte des Fußballs wird studiert, Franz Beckenbauer und Pep Guardiola werden an die Spitze der Kommission berufen. Nach Jahren das Ergebnis: In Mannschaft A spielen die Katholischen, in Mannschaft B die Evangelischen, in Mannschaft C die, die sich dem Islam zugeneigt fühlen und in Mannschaft D die, die mit Religion nichts am Hut haben. Ein Aufschrei: Gettobildung!
Die Kommission tritt erneut zusammen. Jahre später ein neues Ergebnis:
In Mannschaft A spielen diejenigen, deren Namen mit einem Buchstaben von A bis F beginnt, in Mannschaft B spielen die von G bis M und so weiter.
Meiner Meinung nach darf man sich das hiesige Schulwesen in etwa so vorstellen (mit dem Unterschied, dass in der Kommission keine wirklichen Experten sitzen würden, sondern Gewerkschafter und die Verwandten von irgendwem).
Harte Worte, werdet Ihr sagen, aber mir fallen momentan keine härteren ein.
Ja, me he despachado a gusto.
Selbstverständlich würde ich dies alles nicht laut und persönlich sagen. Ich verstecke mich hinter der Anonymität des Blogs. In Spanien reden alle vom „Fracaso escolar“, dem Scheitern der Schule und der Schüler, aber wenn man sagen würde, dass man bei der Bildung der Klassen oder beim Verteilen auf Schulen die Leistungsfähigkeit der Schüler berücksichtigen sollte, würde man gleich als „Facha“ (sprich: Fattscha) gelten, als Faschist, als extrem Rechter, der die naturgegebene Gleichheit aller Menschen in Abrede stellt. Und man gilt doch lieber als „Progre“ (sprich: Progreh).
Vor einer Weile kam von Regierungsseite der Vorschlag, die allgemeine Schulpflicht bis auf das achtzehnte Lebensjahr auszudehnen. Es folgte ein Aufschrei der Lehrer, die sagten, sie könnten angesichts der vielen Untersechzehnjährigen, die in der Schule scheiterten, sowieso kaum unterrichten und das Letzte, was das System bräuchte, wären Sechzehn- bis Achtzehnjährige, die gegen ihren Willen in der Schule festgehalten würden. Daraufhin verschwand der Plan gleich wieder in der Versenkung.

Sonntag, 22. Mai 2011

Die Proteste in Spanien

Ich war gestern bei der Veranstaltung in unserer Studentenstadt mit ihren 170.000 Einwohnern. Es waren etwa 100 Leute da. Fast alle jung. Ich war vor drei Tagen schon einmal da, da waren es ein paar mehr und auch mehr Ältere. Die meisten der jungen Menschen saßen da und lernten eifrig. Ein paar Mädchen waren Studentinnen der Krankenpflege (ja, das ist in Spanien ein Studium und wer sehr fleißig ist und Glück hat, wird irgendwann mal verbeamtete Krankenschwester). Die Jugend in der Ausbildung befindet sich nämlich mitten in der Prüfungszeit. Da gestern der Tag vor den Kommunal- und Regionalwahlen, der „Tag des Nachdenkens“, war, an dem keine Propaganda gemacht werden darf, war es ziemlich ruhig. Auf einem Plakat stand: „Silencio! Wir denken nach!“ Lustig.
Wogegen wird protestiert? Ich habe in einer deutschen Online-Zeitung gelesen, es würde gegen irgendwelche Reformen protestiert. Das stimmt nicht.
- Protestiert wird unter anderem gegen die Perspektivlosigkeit bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über 45 %. Die jungen Menschen werden als „generación perdida“, als „verlorene Generation“ bezeichnet. Das ist inakzeptabel.
- Gegen Korruption
Unter den Kandidaten, die für die heutigen Kommunal- und Regionalwahlen aufgestellt wurden, befinden sich, wie ich gehört habe, 110 Menschen, die offiziell der Korruption beschuldigt werden. Ihre Chancen gewählt zu werden, verringern sich dadurch nicht, weil die Wähler davon ausgehen, dass alle gleich korrupt sind, nur die einen wurden eben erwischt, die anderen noch nicht.
- Gegen den Mangel an Demokratie
Man hat das Gefühl, die Ratingagenturen und Wall Street sowie die spanischen Banken würden anordnen, wie Spanien zu regieren sei (Rentenalter, Rechte der Arbeitnehmer usw.) und Angela Merkel gibt auch noch ihren Senf dazu (weniger Feiertage für die Spanier, effizienter arbeiten etc.)
- Und gegen weitere diverse Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass über eine Million Wohnungen leerstehen und nicht verkauft werden können, während die jungen Menschen bei ihren Eltern und in Wohngemeinschaften wohnen müssen, weil diese Wohnungen zu teuer für sie sind und weil sie aufgrund der Lage am Arbeitsmarkt keine Familien gründen können.
Es wird also gegen das ganze System protestiert. Auf manchen Plakaten ist zu lesen: „Ich bin nicht gegen das System, das System ist gegen mich.“
Es waren gestern etwa 100 Leute da. Ich habe die Menschen auf einem Viertel des Platzes gezählt und das waren um die 25. Auf dem Platz nebenan war ein Junggesellenabschied im Gange, da war deutlich mehr los. Wie viele Leute hier gewesen wären, wenn Belén Esteban sich die Ehre gegeben hätte, mag ich mir gar nicht ausmalen. Wer ist Belén Esteban, werdet Ihr Euch jetzt in Deutschland fragen. Belén Esteban ist „la princesa del pueblo“, „die Prinzessin des Volkes“. Fragt nicht.
45 % Jugendarbeitslosigkeit, dazu diejenigen, die unbezahlte Praktika machen, die in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen stecken, weil es sonst nichts gibt – mein Sohn erzählte von einem Freund, der sechs Tage die Woche je zehn Stunden in einer Gaststätte in der Küche arbeitete und dafür 500 Euro bekam. Ich sagte: „Na, das sind mehr als 8 Euro die Stunde, das ist doch gar nicht so schlecht.“ Mein Sohn antwortete mir: „Es sind doch 500 Euro im Monat!“
Dazu kommen diejenigen, die Fächer „sin salida“, ohne Zukunftsperspektive, studieren. Ich wollte jetzt ein paar dieser Fächer aufführen, aber es sind eigentlich fast alle. Die Leute studieren um des Studierens willen, denn eine gute Bildung ist heutzutage und hierzulande Garantie für gar nichts.
In Salamanca gilt es als Erfolg, nach einem abgeschlossenen Studium der spanischen Philologie oder der Rechtswissenschaften die Beamteneinstellungsprüfung für Gefängniswärter zu bestehen und dann als ebensolcher in eine hunderte von Kilometern entfernte Stadt geschickt zu werden.
Ja, Ihr meint jetzt, ich würde gegen Spanien schimpfen. Nee. Ich erzähle nur von kleinen Missständen / Mistständen. Solange Spanien die Füße unter den europäischen Tisch streckt, muss eben gemacht werden, was Mutti Merkel und der IWF sagen. Ich finde es aber erschütternd, dass gestern nur so wenige Menschen da waren. Ich glaube, die Bewegung 15-M wird sich bald wieder in Wohlgefallen auflösen (meine Zukunftsprognosen sind aber erstaunlicherweise (denn manchmal müsste ich ja zufällig rechthaben) fast immer falsch, es besteht also Hoffnung). Im Radio (Cadena Ser) hörte ich ein Interview mit einem Sprecher der Bewegung, das ganz gut lief, bis der junge Mann auf dem Puerta de Sol-Platz sagte: „Wir werden hier bleiben, bis wir unser Ziel erreicht haben.“ und die Reporterin fragte: „Was ist denn euer Ziel?“ woraufhin er ins Stottern geriet. Man wird sehen. Es bleibt spannend.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Das spanische Schulwesen I

Wie Ihr wisst, macht unser jüngster Sohn in diesem Jahr in Spanien Abi. Eines der angebotenen Fächer war "Weltliteratur" und als Literaturfreund ließ er es sich nicht nehmen, dieses Fach zu wählen. Umfangreiches Privatwissen sollte selbstverständlich kein Anlass für gute Schulnoten sein (Chancengleichheit!), aber manchmal sollte es vielleicht doch das eine oder andere Pünktchen extra geben (Spässle, natürlich sollte es das nicht). Jedenfalls wurde das Thema "Russischer Realismus" behandelt und da durfte auch Alexei Tolstoi, der Autor unter anderem von "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina", nicht unerwähnt bleiben.

Bitte beachtet Punkt 4.1
Der Geburtsort ist auch falsch geschrieben
Mein Sohn, dessen Mutter ein Tolstoj-Fan ist und der kurz zuvor das Werk "Kindheit, Knabenalter, Jünglingsjahre" auf dem Couchtisch hatte liegen sehen, wagte zu fragen: "Heißt der nicht Leo oder Lew mit Vornamen?" Dem Lehrer, der die staatliche Erlaubnis zum Unterrichten des Fachs "Weltliteratur" auf Abitur-Niveau hat, war dies nicht bekannt. Er versprach, sich kundig zu machen, kam aber nie mehr auf das Thema zurück. 
Karl-Heinz Mann (der Autor der "Buddenbrooks", ej), der ein Bewunderer Tolstojs war, würde sich im Grab umdrehen. Wer sich für das Lehrbuch interessiert, hier ist eine Abbildung, es ist für 32,40 Euro im spanischen Buchhandel erhältlich. 
Titel: Literatura Universal (+ CD), Bachillerato
Autoren: Arevalo, Ayala, Duran, Lopez, Martin
Verlag: Casals
ISBN: 978-84-218-4030-6

Dieses Buch hat sechs Autoren

Mittwoch, 18. Mai 2011

Renovierung unseres Hauses III: Der Tüncher / Maler ist da

Ja, er ist da. Gerade jetzt, in diesem Moment ist er da und es ist schon der dritte Tag seiner Anwesenheit. Am Tag bevor er kam, überlegte ich mir kurz, ob ich in lähmende Panik verfallen sollte (oh nein, der wird meine Möbel / den Fußboden zerkratzen / zerstören, einen unsäglichen Dreck machen wie der Stuckateur, diese Wildsau ... und ich kann nichts dagegen tun. Ich bleibe einfach still hier sitzen und füge mich in mein Schicksal) oder in hektischen Aktionismus und Sachen von A nach B tragen sollte, alles raus (die Aktion begann in unserem Schlafzimmer), Kommode ausräumen, Kommode raus, Bilder abhängen, Nachtkästchen ausräumen? raus? Bett verrücken? Gardinen ab? Teppich raus? wohin? sonst soll doch auch überall gestrichen werden? ins bad? in den begehbaren kleiderschrank? in einkinderzimmer?badausräumen?begehbarenkleiderschrankausräumen?wäschekorbrauswohininskinderzimmerdamusserdochauchstreichenirgendwasirgendwoabhängenhinlegenhintragenumräumenplatzmachen....
Aber dann dachte ich: Der Handwerker, der zu uns kommt, streicht ja nicht zum ersten Mal ein Haus, in dem jemand wohnt. Der kommt jeden Tag zu irgendwelchen hysterischen Tussen, die Angst haben, dass er Schäden anrichtet und die nicht wissen, was aus dem Weg geräumt werden muss und was nicht. Und er kann ja nicht jeden Tag die Aufregung seiner Auftraggeber teilen, wenn er doch eigentlich nur in aller Ruhe den Pinsel schwingen will. Der Gedanke, dass wir einen erfahrenen Tüncher ausgewählt haben, beruhigte mich dann. Und noch mehr beruhigte mich der Gedanke, dass der Mann über zwanzig Jahre in der Schweiz getüncht/gemalt hat und dass sein großer Geschäftserfolg darauf beruht, dass er in Spanien Schweizer Wertarbeit leistet.
Er nahm seine Tätigkeit bei uns auf, indem er mit einem Kollegen die (halb geleerte) Kommode und das Bett (von dem ich das Bettzeug und die Matratzen entfernt hatte) in die Zimmermitte rückte, die (oben drauf leergeräumten) Nachtkästchen ins Kinderzimmer trug usw. und alles sorgfältig mit Plastik abdeckte. Na also, geht doch. Als ich dann nach einer Weile ins Schlafzimmer schaute und die Decke und die Wände so frisch leuchteten, da war das doch ein tolles Gefühl und ich war froh, dass ich das Anstreichen lassen in Angriff genommen habe. 

Samstag, 14. Mai 2011

Zum Muttertag

Letztes Jahr habe ich zum Muttertag mein erstes Handy bekommen. Da ich es im Januar schon wieder verloren hatte, habe ich heuer zum Muttertag Folgendes bekommen:


Einen immateriellen Vermögensgegenstand, den ich nicht verlieren kann.
Wir hatten zwei meiner Nichten, die hier studieren und am Muttertag nicht nach Hause fahren konnten, zum Mittagessen eingeladen und mein Gatte und meine Buben halfen mir, ein schönes Essen für uns alle zu kochen. Mancher mag daran nichts Besonderes finden und daran, dass meine Söhne sich in der Küche nützlich machen, ist auch nichts Besonderes, aber meinen Gatten dazu zu bringen, ein paar Zwiebel zu schneiden, ist normalerweise unmöglich und nach 24 Ehejahren versuche ich das auch gar nicht. Am Muttertag standen wir aber alle zusammen einträchtig, zufrieden und in guter Stimmung in der Küche und schnippelten vor uns hin. Mir hat das riesigen Spaß gemacht. Es war ein herrliches Muttertagsgeschenk, das ich ganz sicher nicht verlieren, sondern unter „Beiträge zu meinem großen Glück“ in meinem Herzen bewahren werde. Danke!

Samstag, 7. Mai 2011

Impressionen aus unserem Garten



Azalee und Stiefmütterchen
 

Ich finde diese Kombination aus schrillem Pink, frischem Grün, elegantem Weiß und edlem Königsblau toll. 
  
Morgentau - Freudentränchen auf der Rhododendronblüte

Donnerstag, 5. Mai 2011

Cinco de Mayo


Gestern war ich mit meinem jüngsten Sohn im Supermarkt und wir sprachen darüber, was heute auf den Tisch kommen soll. "Morgen ist Cinco de Mayo", erinnerte er mich. Er kennt diesen Feiertag aus unserer Zeit in New York, dort ist der "Cinco de Mayo", deutsch der "Fünfte Mai", eine ziemlich große Sache, so, wie das Chinese New Year oder Saint Patrick's Day.
Wir waren beide im Glauben, es handelte sich um den mexikanischen Nationalfeiertag, den Tag der Unabhängigkeit von Spanien. Nicht, dass wir einen Grund für diese Annahme hatten, es war einfach das Nächstliegende. P. hat sich jetzt aber mal kundig gemacht und herausgefunden, dass an diesem Tag an eine Schlacht erinnert wird, in der die Mexikaner die Franzosen!!! besiegten. In Mexiko ist es nur ein lokaler Feiertag in Puebla, aber in den USA ist es der Tag, an dem die Mexikaner gefeiert werden bzw. sich feiern.
Zum gemütlich Rumsitzen und Futtern ist eigentlich jeder Anlass recht. P. braucht es auch besonders, er macht dieses Jahr sein Abitur und hat logischerweise zur Zeit richtig viel Stress.
Wir kauften ein Burritos-Kit von Old El Paso und einen Beutel Guacamole-Mix und machten heute ein TexMex-Mittagessen. Wir mögen nichts Scharfes und obwohl ich die Version "mild" gewählt hatte, musste ich alles strecken. In die Fleischsoße gab ich noch 200 g gekochte weiße Bohnen (und P. sagte trotzdem, dass er es scharf fand!), vom Guacamole-Mix verwendete ich nur die Hälfte der auf der Packung angegebenen Menge. Zum Blattsalat und den Tomaten, die in die Burritos gerollt werden, gab ich noch eine Menge frischen Koriander. Frischer Koriander ist ein Gewürz, das in Mexiko reichlich verwendet wird. Außer den vorgeschriebenen Sachen und dem Koriander rollten wir noch milde rohe Zwiebelwürfelchen in die Burritos. Lecker! Fehlten nur noch die mexikanischen Fähnchen und ein bisschen Mariachi-Musik (und der/die eine oder andere Mexikaner/in, haha) . ¡Feliz Cinco de Mayo!


Dienstag, 3. Mai 2011

Lunes de Aguas (Wassermontag) und Hornazo (Wurstpastete)

In Spanien, in der Stadt Salamanca, gibt es einen kuriosen Feiertag und zwar den Lunes de Aguas, den Wassermontag, der am ersten Montag nach dem Ostermontag gefeiert wird. Er hat folgenden Ursprung: Ab dem 16. Jahrhundert war es Prostituierten verboten, sich während der Fastenzeit in der Stadt aufzuhalten und wehrlose Männer in Versuchung zu führen. Sie wurden an das andere Flussufer gebracht und dort von einem Priester, dem Padre Putas, beaufsichtigt. Am zweiten Montag nach Ostern wurden sie unter großem Hallo auf bunt geschmückten Booten zurück in die Stadt gebracht. 
Noch heute haben am Nachmittag dieses Tages in Salamanca alle frei und die Geschäfte sind geschlossen. Man begeht das Fest, indem man sich mit Freunden und Verwandten am Ufer des Tormes, auf Wiesen, in Parks oder privaten Gärten trifft und den traditionellen Hornazo isst. Im Radio hat eine Bäckerei damit geworben, dass sie das berühmte Gebäck für heimwehkranke Salamantinos in ganz Spanien verschickt. Die meisten Leute kaufen die Wurstpastete, denn die Herstellung ist ziemlich aufwe/ändig. Ich habe ein Rezept, das mir eine liebe Freundin gegeben hat, die bei einer berühmten salmantinischen Familie Köchin war, also ein 1A-Rezept, superlecker, aber nur für erfahrene Hausfrauen geeignet. Wer bei der Beschreibung denkt: ach, den Hefeteig, den mache ich in der Brotbackmaschine/Thermomix/so, wie die anderen 10.000 Hefeteige, die ich schon gemacht habe, der möge sich dran wagen, alle anderen ... sollten es sich überlegen.
Also, das Rezept, das mir Mari Carmen gegeben hat, lautet wie folgt: Man benötigt für den Teig 1 Kilo Mehl, 200 g Schweineschmalz (für diejenigen, die in Spanien sind: manteca de cerdo ibérico, ich hatte es im Supermarkt bei der Butter gesucht, aber dann im Wurstregal gefunden), 200 ml Weißwein, 2 + 1 extragroße Eier (oder 3 + 1 mittelgroße), 2 Päckchen Hefe und Salz. Für die Füllung etwa 9 etwa 0,5 cm dicke Minutensteaks vom Schwein (9 filetes de lomo), Chorizo in 0,5 cm dicken Scheiben (unterschätzt die Menge nicht, die ihr braucht), Schinken (jamón serrano) in dünnen Scheiben und drei hartgekochte Eier.
Okay. Wie geht's? Vom Schweineschmalz gibt man ein wenig in eine Pfanne und brät darin die Minutensteaks (filetes de Lomo). Anschließend brät man noch die dicken Chorizoscheiben und die dünnen Schinkenscheiben und nimmt sie aus dem Fett. Im nun ziemlich roten Fett in der Pfanne schmilzt man den Rest des Schweineschmalzes. Nur schmelzen, fertig.
Mari Carmens Rezept lautet wörtlich wie folgt: Schmalz in die Backschüssel, Wein, Hefe und geschlagene Eier (die zwei extragroßen oder drei mittelgroßen) sowie Salz zugeben, umrühren. Nun so viel Mehl zugeben, wie der Teig fassen kann (hier kommt die Erfahrung ins Spiel), verkneten, aufgehen lassen (Tipp von mir: 30 Sekunden bei Vollgas in die Mikrowelle stellen, mit einem Küchentuch zudecken und 30 Minuten in der ausgeschalteten Mikrowelle aufgehen lassen), dann in zwei Teile teilen.
Ich habe jedoch für die Teigzubereitung meine Brotbackmaschine wie üblich benutzt. Die Teigmenge passte natürlich nicht auf einmal rein, also bereitete ich den Teig in zwei Portionen.
Also, nun wird der erste Teil des Teigs (deutlich weniger als die Hälfte) rund ausgerollt und mit dem Lomo, darauf Chorizo, darauf die gekochten Eier in Scheiben, darauf der Schinken belegt. Man lässt einen Rand, den man später zwecks Zusammenkleben mit dem Eiweiss eines dritten/vierten Eis bestreicht. Das sieht dann zwischendurch irgendwann mal so aus:


Dann wird ein weiterer Teil des Teiges ausgerollt, diesmal eine Idee größer als der erste Teil, und kommt als Deckel oben drauf, am mit Eiweiß bestrichenen Rand gut festdrücken. Aus einem weiteren Teil des Teigs Deko anfertigen und ebenfalls mit Eiweiß festkleben, alles mit dem übrigen Eigelb bestreichen, mit einer Gabel Löchlein hineinstechen. Im Ganzen ist es zu viel Teig. Ich habe den Rest eingefroren. Den kann ich mal zu einem Pizzateig dazu schmeißen.


So, nun kommt das "Kunstwerk" in den vorgeheizten Ofen und backt bei 180º für 30 bis 45 Minuten, bis es eben appetitlich aussieht.


Und so sieht es dann in der Sekunde, bevor man hineinbeißt, aus:


Dazu ein kühles Bier oder Wasser, ein paar Oliven, ein paar Mandeln (jetzt wollte ich gerade schreiben "und die Nutten können kommen", aber das lasse ich, glaube ich, doch lieber bleiben). Also, ¡Feliz Lunes de Aguas!  

Montag, 2. Mai 2011

WTF?!?

Bin ich die Einzige, die gleich an Emmanuel Goldstein in George Orwells Buch "1984" denken musste, als heute früh der Tod Osama bin Ladens verkündet wurde? Emmanuel Goldstein ist eine Hassfigur, von der man nicht weiß, ob sie lebt oder tot ist, ob sie je als die Person, als die sie beschrieben wird, existierte.
Und irgendwann, wenn alles andere in die Hose geht (Afghanistan, Irak, Libyen, Banken usw.), kann man die Hassfigur dann für tot erklären. Juhuu. Und alle schlafen ruhig. Heute rasen dann wahrscheinlich auch die Aktienkurse hoch. Mir soll's recht sein.
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Am I the only one who was reminded of Emmanuel Goldstein in George Orwells's novel "1984" when Osama bin Laden's death was announced this morning (or last night)? Emmanuel Goldstein is a hate figure and it is never known whether he is actually alive or dead or if he ever existed as the person as which he is described.
And at some point, when all else fails (Afghanistan, Iraq, Libya, banks, etc.), you can declare the hate figure dead. Hooray! And everybody can sleep better. On the news stock prices are probably going to rise today. Fine with me.

Freitag, 29. April 2011

Hochzeit des Jahres

Wir befinden uns in illustrer Gesellschaft: die Obamas gehen nicht hin, die Blairs gehen nicht hin, der spanische König geht nicht hin und wir gehen auch nicht hin.

Donnerstag, 28. April 2011

Spanischer Witz zum 1. Mai


Wie auch im letzten Jahr, ein spanischer Witz zum 1. Mai:

Ein wohlhabender und einflussreicher Mann hat einen Sohn, der mit der Schule fertig ist, aber weder studiert noch arbeitet und den ganzen Tag nur herum lungert. Der einflussreiche Mann ruft seinen Sekretär: "Schau ... mein Sohn ... du kennst das Problem ... ich will nicht, dass der einfach nichts tut; der soll lernen, auf was es im Leben ankommt, der soll schaffen. Hör' dich doch mal um, ob du einen Job für ihn findest." 
Drei Tage später meldet der Sekretär: "Ich habe was gefunden! Berater des Präsidenten! 10 000 Euro im Monat und schaffen muss er überhaupt nichts."
"Also nein, so was will ich nicht. Er soll doch lernen, wie wichtig es ist, fleißig zu sein, damit man im Leben vorwärts kommt. Hör' dich weiter um, ich will es meinem Sohn nicht zu einfach machen."
Am nächsten Tag meldet der Sekretär: "Ich glaube, jetzt habe ich was, was Ihren Anforderungen entspricht: Assistent eines Rats der Regionalregierung. 6000 Euro im Monat, dafür macht er ein paar Telefonanrufe, schickt ein paar E-Mails ...."
"Du kapierst es nicht, he? Mein Sohn soll von unten anfangen, sich raufarbeiten, richtig schaffen, höchstens 1000 Euro im Monat, 40 Stundenwoche, unbezahlte Überstunden ..."
"Chef, das geht nicht. Er hat doch überhaupt keine Ausbildung! Bei solchen Stellen, da muss er sich gegen Mitbewerber durchsetzen, da braucht er einen ordentlichen Lebenslauf, ein abgeschlossenes Studium, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung. Nein, Chef, so einen Job kriegt man nicht so leicht."

It's teatime!

Mir ist da heute was aufgefallen: Wenn Freundinnen spontan zu mir zum Teetrinken kommen, verursacht mir das immer ein bisschen Stress. Und heute kam mir die Erleuchtung, warum das so sein könnte. M. wünschte Natreen und ich dachte, wie praktisch, dass das gleich neben den Tassen steht. In diesem Moment trat ich aber eine ganze Gedankenlawine los: Das Natreen befindet sich also neben den Tassen im Küchenschrank mit dem Geschirr, das dauernd benutzt wird (obwohl der Süßstoff selten benutzt wird und sicher schon vier, fünf Jahre alt ist). Das Stövchen befindet sich im selben Schrank, aber ganz oben, und man muss einen Hocker, der in der Garage aufbewahrt wird, benutzen, um dran zu kommen. Die Teekanne ist im Schrank mit den Küchengeräten unten, der Wasserkocher im selben Schrank oben (kein Hocker erforderlich). Der Zucker ist in einer hübschen Zuckerdose beim guten Geschirr im Büfett im Wohnzimmer, die Milch ist im Kühlschrank, das Milchkännchen im selben Schrank, in dem auch das Stövchen war, aber ein Fach weiter unten. Die Zitronen sind im Winter in der Garage im Schrank mit den Äpfeln und Kartoffeln, im Sommer im Kühlschrank. Die Teebeutel sind im Küchenschrank mit den Frühstückssachen, zusammen mit Kaffee, Honig und Nutella.
Wenn ich etwas Gebäck zum Tee reichen möchte, muss ich in den Vorratsraum im Keller, wo ich Kekse aufbewahre, die nicht gleich gefuttert werden sollen. Die Streichhölzer, um das Stövchen anzuzünden, befinden sich zusammen mit ein paar Haushaltskerzen (für den Fall, dass mal der Strom ausfällt) im Schuhschrank bei der Haustür. Ersatzteelichter im Büfett im Wohnzimmer. Teelöffelchen in der Besteckschublade in der Küche. Nachdem ich also wie ein Irrwisch durch's ganze Haus gerannt bin (nein, auf den Dachboden muss ich nicht), kann ich mich endlich gemütlich hinsetzen. Da muss sich was ändern.
Mein Sohn meinte zum Thema: "Wieso? Es ist doch alles schön aufgeräumt und an seinem Platz!" Ja, aber vielleicht wäre es doch möglich, den Prozess Eine Kanne Tee und ein paar Kekse/Pralinen/Plätzchen servieren etwas zu optimieren.
Merke: Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll. (Seneca)
Erste Maßnahme: Stövchen und Zucker in den Schrank mit den Frühstückssachen.

Mittwoch, 20. April 2011

Torrijas - Spanische Spezialität für die Karwoche

In der Karwoche, wenn man sich ja insbesondere beim Fleischverzehr zurückhalten sollte (Karfreitag!) sind Torrijas eine beliebte Spezialität. Sie ähneln den deutschen Armen Rittern/Kartäuserklößen. Ich bereite sie wie folgt zu: Während ich auf dem Herd einen halben Liter Milch mit 100 g Zucker, einer halben Zimtstange und einem halben Teelöffel Anis (wenn man den leichten Lakritzgeschmack mag, wenn nicht, lässt man ihn weg oder ersetzt ihn durch ein bisschen Zitronenschale) unter gelegentlichem Umrühren zum Kochen bringe, schneide ich ein zwei Tage altes Stangenweißbrot schräg in eineinhalb Zentimeter dicke Scheiben. Die Brotscheiben werden dann auf einen Teller - oder heute in meinem Fall auf eine Fleischplatte - gelegt und mit der heißen Milch übergossen. Während das Brot die Milch aufsaugt, gebe ich ein Ei in einen tiefen Teller und schlage es leicht. Dann mache ich in einer großen Pfanne etwas Olivenöl heiß. Die vollgesaugten Brotscheiben werden durch das Ei gezogen, dann im Öl ausgebacken. Ich machte das Öl erstmal richtig heiss, hatte es dann aber während der mehrminütigen Backphase auf 3 (von 6) stehen. So sahen die Torrijas aus, während sie in der Milch lagen (das braune Zeug sind Reste der Zimtstange und Aniskörner):
  

Und so, als sie fertig waren:


Die Torrijas werden gebacken, bis sie schön angebräunt sind und lecker! aussehen. Wann isst man sie? Warm oder kalt zum Frühstück, als Nachspeise, als Merienda (die spanische Stärkung am späten Nachmittag). Was gibt's dazu? Normalerweise nichts, außer einem Getränk. Während ich gerade meine Torrijas backte, kam meine Nachbarin herein und informierte mich, dass sie diese Spezialität anders zubereitet. Sie gibt weniger Zucker in die Milch, wendet dafür aber die fertigen Torrijas noch einmal in Zucker und Zimt. Okay. Ich kenne das Rezept so, wie ich es beschrieben habe, und ich finde es gut so. Zucker, der nicht außen dran ist, ist Zucker, der nicht hinterher herunterrieselt, wenn jemand die Torrija isst und dabei durch die Küche läuft. Kurzum, der Hauptunterschied zu den deutschen Armen Rittern, dem französischen Pain Perdu und dem amerikanischen French Toast liegt darin, dass das Brot in Olivenöl ausgebacken wird.   

Dienstag, 19. April 2011

Semana Santa - die Karwoche in Salamanca

Die Karwoche in Salamanca ist ein echter Geheimtipp für alle, die den wahren Geist der spanischen Semana Santa erleben wollen. Sie wurde zum "Fest von internationalem touristischem Interesse" erklärt, dennoch finden sich nur wenige ausländische Touristen ein. Die Besucher der Prozessionen sind hauptsächlich Einheimische, die aus religiösen Gründen kommen, und Leute aus anderen Teilen Spaniens, welche sich die Atmosphäre von rührender Volksfrömmigkeit vor atemberaubender historischer Kulisse anschauen wollen. Gestern standen Sevillanos, die vor ihren Touristenmassen geflohen waren, neben uns! Ein paar Franzosen haben wir auch noch gesehen. Die Prozessionen sind sehr ernst und feierlich. Wer so etwas noch nie gesehen hat, dem werden sie mit Sicherheit Gänsehaut verursachen. Sehr beeindruckend! Ein Erlebnis, das man im Leben nicht vergessen wird.




Samstag, 16. April 2011

Nachhaltige Osterdeko


Oh nein, was müsst Ihr für einen Eindruck von mir bekommen! Schon wieder was, was nix kost'! Es handelt sich um ein natürliches Vogelnest, gefüllt mit Wachteleiern. Das Nest habe ich im Spätherbst beim Heckenschneiden gefunden und es sah sehr ordentlich aus. Vogelnester sind so eine Sache, ich habe nämlich auch mal ein ekliges gefunden, das ich in der Hoffnung, es würde von allein sauber, in den Regen legte, wo es sich dann auflöste. In Vogelnestern können allerhand Parasiten sein, also Vorsicht, und man darf sie natürlich auf keinen Fall klauen, wenn die Vögel sie noch selbst benötigen könnten (also jetzt, um diese Jahreszeit, zum Beispiel nicht). Bei den Eiern handelt es sich um im Laden gekaufte Wachteleier, die ich ausgeblasen habe. Das geht genau wie bei Hühnereiern. Ich habe aus dem Ausgeblasenen dann Rühreier gemacht (5 Wachteleier entsprechen etwa einem Hühnerei). Die waren sehr lecker, denn Wachteleier haben im Verhältnis viel mehr Eigelb als Hühnereier und schmecken dadurch cremiger.
Da ich keine blaue Eierfarbe hatte und hier in Spanien auch keine bekommen kann, färbte ich ein paar der Eier mit blauer Lebensmittelfarbe. Ich füllte ein Wasserglas zur Hälfte mit kochendem Wasser, gab einen Esslöffel Essig und ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe hinzu und ließ die ausgeblasenen Eier darin 15 Minuten liegen. Das Ergebnis seht Ihr oben. Ich find's schön.

Donnerstag, 14. April 2011

Inflation und Käskuchen nach einem alten Familienrezept

Die Hausfrauenversion von Clarke's "Sicilian style ricotta cheesecake with candied peel"

Um noch einmal auf den Käskuchen letztens bei Clarke's (siehe Eintrag: Restaurant in London: Clarke's) zu sprechen zu kommen: Ein Stück kostete 8 Pfund. Okay. Plus 12,5 % service charge. 9 Pfund. In Euro etwa 10,62. Und nun kommt's: In D-Mark 20,70. Zwanzig Mark und siebzig Pfennig für ein Stück Käskuchen. Für den ganzen Kuchen (x 12) zweihundertachtundvierzig Mark und fünfzig Pfennig. Holy Manoly, wie mein Sohn D. sagen würde. Ich weiss, ich weiss, wir müssen echt aufhören, Beträge in D-Mark umzurechnen, heute früh hat's mir mein Gatte erst wieder gesagt. Die Inflation liegt seit Jahren bei rund 2 % und fertig. Der Preis für ein Brot ist bei dem Bäcker, der uns in Spanien das Brot ins Haus bringt, seit Einführung des Euro vor acht Jahren von 30 auf 80 Cents gestiegen. Das sind doch 2 % pro Jahr, oder? Die Formel für die Berechnung ist mir im Moment nicht geläufig. 
Wie ich Euch bereits im entsprechenden Post zu Clarke's erzählt habe, schmeckte der Kuchen ziemlich genau wie der, den ich nach einem alten Familienrezept backe. Bei meiner Urgrossmutter seligen Andenkens gab es immer diesen Kuchen.


Auf diesem Foto seht ihr meine Urgroßmutter und mich auf ihrem Schoß. Wer jetzt meint, dieses Foto sei ja gar nicht aktuell, der hat recht. Es stammt aus dem Jahr 1965.
Ich glaube, wenn man ihr erzählen würde, dass man ein Stück Käskuchen für zwanzig Mark gegessen hat, wäre sie weniger überrascht als mancher Jüngere. Also, wer bei einem Materialwert von 3-4 Euro und einem Zeitaufwand von etwa einer Stunde ein Produkt herstellen möchte, das in manchen Lokalen für 140 Euro verkauft wird (hab' ich mich irgendwo verrechnet???), der holt jetzt seine Backschüssel heraus und heizt den Ofen auf 165º vor. Für den Teig benötigt man 150 g Mehl, einen halben Teelöffel Backpulver, 65 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei, 65 g Margarine. Diese Zutaten werden verknetet, 2/3 davon werden auf dem Boden einer Springform verteilt (vorher mit Backpapier bedecken). Das letzte Drittel Teig wird mit einem Esslöffel Mehl verknetet und als Rand verwendet. Ich bilde den Rand, indem ich eine Rolle forme, außenrum lege und etwas hochdrücke. Der Teig kommt nun 15 Minuten in den Ofen, herausnehmen, Rand vorsichtig von der Form lösen. Für die Creme werden 750 g Magerquark mit 150 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 2 1/2 (zweieinhalb) Eigelb, Zitronenbacköl (oder einem Esslöffel Zitronensaft), 250 ml Milch und 1 Päckchen Käsekuchenhilfe verrührt (die Käsekuchenhilfe steht im Rezept, ich hatte aber natürlich keine und ersetzte sie durch 1 Päckchen Vanillepuddingpulver. Wer auch kein Vanillepuddingpulver hat (soll vorkommen), der nimmt 2 Esslöffel Speisestärke). Anschließend das Rührgerät unter fließendem Wasser abspülen, sonst gelingt es nämlich nicht, damit die 3 Eiweiß sehr steif zu schlagen. Steifgeschlagenes Eiweiß vorsichtig unter die Creme heben, Mischung auf dem Tortenboden verteilen, glattstreichen. Übrig gebliebene Eigelbhälfte mit etwas Milch mischen und den Kuchen damit bestreichen. 70 Minuten backen, dann den Rand sofort ablösen. Kuchen jedoch nicht aus dem Ofen nehmen, sondern den Ofen abschalten, 10 cm öffnen, 10 Minuten warten, weitere 10 cm öffnen,  weitere 10 Minuten warten, dann den Kuchen im ganz offenen Ofen abkühlen lassen. So verhindert man, dass der Kuchen zusammenfällt. So, Handwerkszeug in die Spülmaschine, fertig.
Bei Clarke's war ein mit Puderzucker bestäubtes Minzzweiglein drauf (bei mir heute auch), dazu gab es ein Orangensößchen. Das Sößchen machte ich aus Bitterorangenmarmelade (ich kaufte eine mit möglichst viel Schalenstreifchen, so war's nämlich auch bei Clarke's), die ich beim ersten Versuch mit Cointreau verrührte (der Cointreau hat alles erschlagen, das war keine gute Idee), beim zweiten mit Wasser und einem Tropfen Cointreau, das war richtig gut. 
Bei Clarke's lag noch ein Teiggitter obendrauf. Wer auch ein Teiggitter auf seinem Kuchen haben möchte, macht einfach doppelt soviel Teig, schneidet die Hälfte in feine Streifchen und legt ihn gitterförmig auf die Quarkmasse.   

Nachhaltige Frühlingsdeko


Bezaubernde Quittenblüten ...

Dienstag, 12. April 2011

Resteverwertung, aber lecker: Hähnchensalat Véronique


Die Zutatenliste mag vielleicht den einen oder anderen abschrecken, aber der Salat ist viiiel besser als die Summe seiner Zutaten. Meine Kinder mögen zum Beispiel keinen Stangensellerie und lieben diesen Salat. Ich benötige (ich habe heute einfach mal gewogen, was ich rein habe, ich nehme natürlich nicht unbedingt 200 g Hähnchenreste, sondern so viel, wie ich eben habe) also: 200 g Hähnchenfleisch ohne Haut und Knochen, das ich in Würfel schneide, 250 g Stangensellerie (nach dem Putzen gewogen), den ich fein würfle, 300 g Trauben, rot oder weiß oder von beiden, je nach Größe halbiert oder geviertelt, entkernt oder gleich kernlos gekauft. Für die Soße mische ich 3 Esslöffel Mayonnaise, 3 Esslöffel Naturyoghurt, 2 Esslöffel Zitronensaft, eine kräftige Prise Salz und nicht zu wenig frisch gemahlenen Pfeffer. Soße über den Salat schütten, alles gut verrühren und wenn die Esser nicht schon am Tisch sitzen und mit den Bestecken klappern, ein Weilchen durchziehen lassen.

Montag, 11. April 2011

Der Fresskorb

Es wurde der Wunsch geäußert, den Fresskorb, den D. am Samstagabend bei einem Wohltätigkeitsabendessen, das die Kirche zugunsten eines bolivianischen Dorfes veranstaltet hat, gewonnen hat, genau zu sehen:


Er stammt von der Bäckerei/dem Feinkosthändler La Tahona und beinhaltet/e Folgendes: eine Flasche Rotwein aus Navarra, eine Flasche Weißwein aus Castilla y León, belgische Luxusplätzchen, ein süßes Brot mit Kastanienmehl und roten Früchten, französische Entenlebermousse, in Armagnac eingelegte Entenstückchen aus Aragón, feinstes andalusisches Olivenöl, katalonische Luxuspralinen, italienische Nudeln und einen Gran Reserva Balsamico-Essig aus Pedro Ximénez-Trauben sowie einen Käse mit dem Namen Serrat del Triadó, den wir bereits angeschnitten haben, weil wir nicht wussten, wie lange er hält. Wir durften feststellen, dass es sich um einen kräftigen und doch milden Bergkäse handelt, der sicher lange haltbar ist, jedoch nicht bei uns, denn er ist wahrhaft köstlich. Außerdem befanden sich in dem Korb noch ein kleiner Kuchen und zwei Tafeln Schokolade, die D. gleich verschenkte. Den Rest heben wir auf für Ostern, wenn unsere Lieben kommen. Glückwunsch, D.!

Freitag, 8. April 2011

Schrecklich!

Rousseau wurde aus unserer Mitte gerissen! Als mein Sohn heute von der Schule nach Hause kam und mit seinem kleinen Freund spielen wollte, war Rousseau nicht zu sehen. P. rief seinen Namen, klopfte an sein Häuschen ... nichts. Sein schlimmer Verdacht wurde zur traurigen Gewissheit: das Tier lag reglos in seinem Häuschen. In seiner Nase steckte ganz fest ein Holzsplitter von seiner Streu. Er war so ein fröhlicher Gesell gewesen, so süß, die großen Augen, die winzigen Fingerchen, so aktiv ... er hangelte sich an der Decke seines Kastens entlang, schaukelte sich sogar an einem Arm und drehte sich so schnell in seinem Laufrad, dass es ihn manchmal sogar raushaute ... Ruhe sanft, Rousseau.
(Er wurde gleich im Garten neben seinem Artgenossen beigesetzt.)

Immobilien in Spanien: Weil ich es mir wert bin

Dieser Spruch aus der L'Oréal-Werbung wird gelegentlich auf die ansonsten unerklärliche Preisfindung auf dem spanischen Immobilienmarkt angewendet. Nun, jetzt dürfen wir einmal eine Preisfindung aus nächster Nähe beobachten: Bei uns in der Straße wird nämlich ein Reihenhaus verkauft, das dem unseren mehr oder weniger entspricht, ich kenne seine sämtlichen Vor- und Nachteile. Es handelt sich um eine für spanische Verhältnisse hochwertige Immobilie mit etwa 280 qm Wohnfläche. Weitere Details sind unwichtig, Ihr wollt sie ja eh nicht kaufen.
Die Anbieterin ist eine erfolgreiche Unternehmerin und exzellente Verkäuferin. Der Nachfrager ist ein zusammengebrochener Markt. Das Haus wurde 1996 für rund 30 Millionen Peseten (= 180.000 Euro, Immobilienpreise werden in Spanien immer noch in Peseten betrachtet) gekauft und für ca. 30.000 Euro erweitert und aufgehübscht. Seitdem wurde es in 2 oder 3 Sommern als Ferienhaus genutzt. Dauerhaft gewohnt hat hier noch nie jemand. Wohnraum zu kaufen und leerstehen zu lassen ist in Spanien durchaus üblich, als Investition, für die Kinder oder weil ich es mir wert bin. Der Verkaufspreis beträgt 420.000 Euro. Diese Preisvorstellung entspricht ziemlich genau dem, was wir ratschenden Hausfrauen und Nachbarinnen erwartet haben. Die zwei letzten Häuser, die unserer Straße verkauft wurden, kamen für 450.000 Euro auf den Markt und wechselten schließlich, nach über einem Jahr, für 350.000 Euro den Besitzer. Hier haben wir es aber, wie gesagt, mit einer superguten Verkäuferin zu tun, die mir erst einmal verklickert hat, warum ihr Haus unvergleichlich viel besser ist als alle anderen und warum ihr Garten einen einfach exorbitanten Wert hat. Ich bin ja so ein Typ, der immer alles glaubt, was ihm erzählt wird, auch, wenn der gesunde Menschenverstand aus allen Rohren feuert und meldet, dass es echt nicht so ist, ja, überhaupt nicht so sein kann, ich lasse mir trotzdem von Hinz und Kunz Bären aufbinden. Ein Garten, auch wenn er noch so gepflegt ist und der Gärtner seit Jahren wöchentlich kommt, hat nach meinem Dafürhalten keinen Wert an sich, denn es muss nur ein richtig trockener Sommer kommen, in dem man nicht gießen kann oder darf, und schon ist die Pracht dahin. Du meine Güte, nach ein paar Minuten Gespräch war ich selber überzeugt, dass die Immobilie so viel wert ist!
Seit ihrem Höchststand vor drei bis vier Jahren sind die Preise hier um etwa 20 % gesunken. Von 1996 bis 2007 haben sie sich etwa verzweikommafünf- oder verdreifacht (ich spreche von unserer Straße, nicht von Spanien im Allgemeinen, wo die Preise teilweise noch viel stärker gestiegen sind). 
Und noch etwas Allgemeines zum Thema: Die Uni von Salamanca ist sie nicht nur für ihr hohes Alter, ihr tolles Studentenleben und ihr megagutes Aussehen berühmt, sondern auch für die Schule von Salamanca, die im 16. Jh. eine wichtige Theorie bezüglich der Preisfindung entwickelte, deren Kern darin besteht, dass sich Preise nicht nur nach der Zeit und dem Aufwand für die Herstellung eines Produkts zu richten haben, wie man bis dahin glaubte, sondern dass Angebot und Nachfrage eine entscheidende Rolle spielen. Der derzeitige spanische Immobilienmarkt hat das Gesetz von Angebot und Nachfrage ausgehebelt und befindet sich in einer neuen Phase: Weil ich es mir wert bin.  

Samstag, 2. April 2011

Renovierung unseres Hauses II: Der Stuckateur war da

 
Unsere Decke vorher

Unser Eingang vorher
Eingang nachher (das ist dieselbe Lampe wie die links auf dem vorherigen Bild)
  
Sieht das nicht elegant aus?


Der Stuckateur ist ein Wesen, das bereits mit seinem Odem feinsten, weißen Staub absondert. So erklärt es sich wahrscheinlich auch, dass an seinen Nasenlöchern immer winzige weiße Flöckchen hängen. Berufsberater können potentielle Stuckateure und Gipser beim Beratungsgespräch leicht identifizieren: Kaum haben sie auf ihrem Stuhl Platz genommen, breitet sich auf dem Schreibtisch des Sachbearbeiters ein dünner, jedoch unverwechselbarer Belag aus. Wer in einem Reinraum arbeiten möchte, muss eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, dass er nicht durch Stuckateure und Gipser erblich vorbelastet ist.
Okay, Spaß beiseite. Gestern abend gesaugt und geputzt, heute früh gesaugt und geputzt, um 16 Uhr kommt meine Perle und saugt und putzt noch einmal, dann ist die Wohnung hoffentlich wieder sauber. Als ich das erste Mal saugte (gestern mittag), war die erste Hälfte des Zimmers schon wieder staubig, während ich die zweite Hälfte saugte. Ich fragte meinen Handwerker, ob das Zeug von der Decke rieselte, er verneinte dies. Der Gips befindet sich in der Luft und rieselt gaaanz langsam herab. Ich glaube aber, dass nach vier Mal saugen und putzen alles wieder rein sein wird. Ob eine derartige Schweinerei unvermeidbar ist ... ich weiß es nicht. 
Der Stuck ist also an der Decke und ich finde ihn ganz toll. Ich weiß, man hat diese dekorativen Elemente im Moment nicht so, aber ich habe sie in New York oft gesehen, in den Townhouses, die 10 Millionen Dollar kosten (wenn sie heruntergekommen und zugig sind und in Europa nicht einmal die Mindestanforderungen an ein Einfamilienhaus erfüllen würden) oder 20 Millionen, wenn sie ein bisschen hergerichtet sind, wie gesagt, in den Stadthäusern und in den alten Wohnungen auf der Upper East- und West Side von Manhattan da werden solche Crown Moldings und Period Details sehr geschätzt. Da steigt der Preis schon mal schnell um eine halbe oder ganze Million, wenn da ein bisschen Gips an der Decke ist. Ungelogen. Und jetzt haben wir das auch. Hehe. Gefällt es Euch?