Montag, 28. November 2011

Das Wochenende in Paris


Ich weiß, Ihr wollt was von unserem Wochenende (nicht letztes, sondern vorletztes) in Paris hören, wie wir mit dem Eurostar unterm Ärmelkanal durchgefahren sind (zum 1. Mal, bisschen Bammel, wir hatten aber von anderen Leuten gehört, die diese Fahrt auch gemacht und überlebt hatten, das war beruhigend), Fahrdauer London-Paris 2 Stunden 15 Minuten (wie lang hat die Reise wohl gedauert, als man noch Pferdekutschen und Schiffe brauchte?), wie sich unsere Freunde gefreut haben, als sie uns gesehen haben (nein, niemand hat geweint), wie wir bei Superwetter in den Tuilerien spazieren gegangen sind (nein, wir haben nicht alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert, wir waren schon öfter dort), wie wir abends mit dem Riesenrad am Place de la Concorde gefahren sind (phantastische Aussicht auf die beleuchtete Champs Elysees und den Eiffelturm, wer dieser Tage nach Paris kommt: unbedingt nach Einbruch der Dunkelheit mitfahren! 10 Euro pro Person, lohnt sich), was wir von dort mitgebracht haben (Kühlschrankmagnete von französischen Speisen. Ja, sie sind Made in China. Nein, Euch nix.), wie die Geschichte mit den Andouillette-Würsten genau war (Andouillette sind französische Würste, die aus klein geschnittenem Schweinsdarm und –magen im Schweinsdarm bestehen. Als wir über den Pariser Weihnachtsmarkt spazierten, sagte unser lieber Freund D.: „Wenn es eine französische Speise gibt, die ich hasse, dann sind das Andouillettes.“ Damit war natürlich meine Neugier geweckt.
Ich bin keine besondere Freundin der französischen Küche, aber das Schlechteste, was D. sich überhaupt nur vorstellen konnte??? 5 Minuten später hatte ich eine Andouillette in der Hand (7 Euro, soviel kosten die Würste auf dem Pariser Weihnachtsmarkt). Die Konsistenz war wirklich grauenvoll und eklig – aber der Geschmack?!? Er erinnerte mich an irgendwas. Ich kramte in meinem Hirn ... Hausmacher Leberwürstchen ... Hausmacher Blutwürstchen ... alles da ... aber das war es nicht ... weiter zurück ... ich tauchte eine Weile in den tiefsten Tiefen meiner Erinnerungen, dann fand ich’s: Wurstsuppe. Als wir Kinder waren, wurden wir manchmal mit der Milchkanne zum Metzger geschickt um Wurstsuppe zu holen.  Wurstsuppe ist die Brühe, in der die Hausmacher Blut- und Leberwürstchen gekocht wurden. Es war eine meiner Leibspeisen. Wir aßen sie entweder mit Brot oder mit darin gekochten, frischen Spätzle. Isst heute sicher kein Mensch mehr. Schad’ drum.
Also, mir hat einmal Andouillette gereicht, aber ich würde nie jemandem grundsätzlich von einer Speise abraten, es sei denn, sie wäre gesundheitsschädlich.)
Was noch? Superviel spazieren gegangen bei tollem Wetter (Klimawandel!), Quartier Latin, Notre Dame, Beleuchtung der großen Kaufhäuser angeguckt (Lichter toll, Schaufensterdeko bäh).
Zum Abschluss waren wir noch zusammen Austern essen. Am Sonntagabend Rückfahrt mit dem Eurostar. Unterwegs musste der Zug eine Stunde anhalten, weil der Zug vor unserem mit einem „großen Tier“ zusammengestoßen war. Wahrscheinlich hatte sich ein Pferd oder eine Kuh unter dem Sicherheitszaun durchgewühlt. Spät abends trafen wir wieder in London ein.

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